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Glanz&Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik

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Glanz&Elend - Die Zeitschrift
176 Seiten, die es in sich haben:
»Diese mühselige Arbeit an den Zügen des Menschlichen«
Der
großformatige Broschurband in limitierter Auflage von 1.000 Exemplaren.
Mit Texten von Hannah Ahrendt,
Wassili Grossman, Nicolàs Gomez Davila, Gert Neumann, Dieter Leisegang, Fernando Pessoa, u.a.

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Berserker und Verschwender
Honoré de Balzac
Balzacs Vorrede zur Menschlichen Komödie
Die Neuausgabe seiner
»schönsten Romane und Erzählungen«, über eine ungewöhnliche Erregung seines Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten Romanfiguren.
Hugo von Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit Shakespeare da war.«

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Edition Glanz & Elend

Martin Brandes

Herr Wu lacht
Chinesische Geschichten
und der Unsinn des Reisens
Leseprobe

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Seitwert


Verlage, die noch nicht jeder kennt: II

Folio Verlag Wien/Bozen

Im Jahr 1994 wurde Folio von Hermann Gummerer und Ludwig Paulmichl gegründet. Von Beginn an war Folio ein Verlag, der in zwei Ländern beheimatet ist, in Österreich und Italien – genauer: in Südtirol. Aus dieser grenzüberschreitenden Ausrichtung speist sich auch das literarische Programm. Folio versteht sich als Mittler verschiedener Literaturen, eröffnet mit der Reihe »Transfer« dem Leser Blicke auf Literatur aus Ost- und Südosteuropa sowie Italien. Autoren wie Zoran Ferić, Dragan Janćar und Andrej Blatnik finden sich im Verlagsprogramm. Folio verlegt österreichische Autoren wie Peter Rosei, südtiroler Autoren - Anita Pichler, Maria E. Brunner. Mit Eva Rossmann hat der Verlag eine der erfolgreichsten Krimiautorinnen aus Österreich im Programm. Zwei weitere Säulen stützen das Angebot. Zahlreiche Bände zur zeitgenössischen Kunst und Architektur, in Zusammenarbeit mit Institutionen aus Österreich und Südtirol, sowie die Zeitschrift »springerin – Hefte zur Gegenwartskunst« werden herausgegeben. Eine Reiseführerreihe »Südtirol« und Regionalia runden das Programm ab.

Aus dem Verlagsprogramm:

Giancarlo De Cataldo

Romanzo Criminale

»Politthriller« ist der Roman untertitelt. Und dies ist auf der einen Seite vollkommen korrekt, greift auf der anderen Seite aber doch zu kurz. »Romanzo Criminale” erfüllt alle Voraussetzungen für einen anständigen Thriller. Der Spannungsbogen zieht sich von der ersten bis zur letzten Seite, der Roman ist ein echter Pageturner. Über einen Zeitraum von rund 15 Jahren, von Mitte der Siebziger bis Ende der Achtziger, wird die Geschichte einer römischen Bande von Kleinkriminellen erzählt, die sich innerhalb kurzer Zeit zu gewichtigen Figuren der Organisierten Kriminalität entwickeln, die im Bereich Prostitution ebenso mitmischen wie sie recht schnell den Drogenmarkt in Rom kontrollieren. Um ihren Gründer Libanese sammeln sich zahlreiche Charaktere, die De Cataldo durchaus präzise zeichnet. Gegenpart ist Kommissar Nicola Scialoja, anfangs idealistisch, später zunehmend desillusioniert und immer stärker in das System eingebunden. Eine Stärke des Romans sind die Graustufen, mit denen die Figuren beschrieben werden. Gut und böse verwischen, jede einzelne Figur ist nicht durchweg unsympathisch oder sympathisch. Scialoja zeigt immer wieder menschliche Abgründe auf, das kriminelle Personal trägt immer wieder auch Züge, die beim Leser Empathie hervorrufen. Im Laufe der Handlung wird viel gestorben und gemordet, auch Libanese wird zu einem relativ frühen Zeitpunkt getötet. Die Handlung bleibt dadurch lebendig, ständig treten Figuren auf und wieder ab. Und letztlich stellt der Leser fest, dass es keine Helden gibt. Mit dem Aufstieg der Bande beginnt auch ein Wechselspiel mit Politik und Mafia. Jeder versucht jeden für seine Zwecke einzuspannen, die Grenzen zwischen stattlicher Ordnung und kriminellen Strukturen existieren nicht. Um ihre geschäftlichen Interessen durchzusetzen, werden Beamte, Richter und Journalisten bestochen, staatliche Organe benutzen die Kriminellen hingegen, um eigene politische Interessen durchzusetzen. Hinter Vielem steht eine graue Eminenz, die als Strippenzieher in den Hinterzimmern der (Staats-)Macht fungiert.

In »Romanzo Criminale« werden die realen politischen Verhältnisse Italiens als Folie für die Romanhandlung benutzt. Und an dieser Stelle ist der Roman dann auch mehr als ein Politthriller. De Cataldo arbeitet als Richter an einem römischen Gericht, er kennt die Verhältnisse. Und er schreibt einen Roman, der auch ein gewaltiges Gesellschaftspanorma ist. Es wird ein Bild einer Gesellschaft beschrieben, deren demokratische Strukturen sich auflösen. Die 1970er und Achtziger in Italien waren geprägt von Terror, linkem und rechten. Die Ermordung Aldo Moros und der Bombenanschlag auf den Hauptbahnhof von Bologna sind Fixpunkte, Ereignisse, die bis heute nicht zur Gänze aufgeklärt sind. Die Verstrickung staatlicher Stellen und Organisationen in kriminelle Machenschaften nahm zu und zog sich durch nahezu die gesamte Parteienlandschaft. De Cataldos Roman ist Fiktion und Schlüsselroman zugleich. Und am Ende ist nichts zu Ende, die Protagonisten wechseln, die Methoden ändern sich. Wie auch in der Realität. Die Aufdeckung der kriminellen Aktivitäten und die folgende Auflösung der Democrazia Cristiana zu Beginn der 90er machte den Weg frei für das System Berlusconi.
»Romanzo Criminale« ist – völlig ohne Übertreibung – eine der besten Veröffentlichungen, die dieses Genre in diesem Jahr hervorgebracht hat und fand vollkommen berechtigt auch Einzug auf die Krimiwelt-Bestenliste.

Herbert Rosendorfer

Letzte Mahlzeiten

Die Aufzeichnungen des königlich bayrischen Henkers

»Verzeichnis aller Henkers-Mahlzeiten« lautet die Aufschrift des Quarthefts, das Rosendorfer zufällig, so gibt er es im Vorwort preis, bei den Recherchen zu einem Roman fand. Der Schreiber, Bartholomäus Ratzenhammer, letzter königl. Bayr. Henker, verzeichnete darin die 17 Henkersmahlzeiten, die er selber den hinzurichtenden Delinquenten zubereitete. Seit einer Schulaufführung der Komödie Caseicuros, in der Ratzenhammer einen Koch spielte und Szenenapplaus für das Wenden eines Omeletts bekam, hatte Ratzenhammer die Liebe zum Kochen nicht mehr losgelassen. So brachte er den Eingeborenen einer mikronesischen Insel die europäische Küche nah und entwickelte durch Einbeziehung lokaler Zutaten – die Bewohner waren Kannibalen – etwas, das heutzutage als Fusion Kitchen bezeichnet wird.

Der vorliegende Band versammelt die Biografien der 17, die zwischen 1901 und 1925 vom königl. bayr. Henker hingerichtet wurden. Es sind schillernde Biografien, auf die der Leser stößt. Da ist der unglückliche Fall des Prof. Dr. Petronius Schlotterweiß, des Autors von »Die knostische An-Kritik unmorphischer Lauthälse. Eine Betrachtung der epileptischen Empirie« – eines der meistweggeworfenen Bücher seiner Zeit. Und sein Hauptwerk, die Spärlicht-Trilogie, wog so gewaltig, dass darunter sein Lehrstuhl zusammenbrach. Schlotterweiß wurde Opfer einer tragischen Verwechslung. Seine Verteidigungsrede vor Gericht war brillant, allerdings so unverständlich, dass die Richter sie für ein Geständnis hielten. Geköpft wurde er am 22. April 1902, nachdem er an der Henkersmahlzeit herumgemäkelt hatte.
Nicht alle Verurteilten starben unverdient, Ylfreda Hirschler, die Erfinderin der Mittelmajuskel und schuld daran, dass das Auge permanent von Worten wie SchriftstellerInnen beleidigt wird, wurde zurecht wegen schwerer Sprachmisshandlung hingerichtet.
Mitunter kam es zu Begnadigungen, so sprang der Verpackungskünstler Jurtik Dschassakosak, gen. Messias, dem Tod von der Schippe. Er hatte einen Panzerkreuzer aus der Flotte Wilhelm II. (samt Kaisers Lieblingshund Odin) verpackt und an die Engländer verkauft. Eine Viertelstunde vor der Hinrichtung erreichte ihn die Begnadigung, mit der Bedingung, den Panzerkreuzer wieder auszupacken.
Die 17 Biografien sind ein großer Spaß. Auf äußerst  skurrile Art lädt Rosendorfer dazu ein, die Figuren zu entschlüsseln, mal mehr, mal weniger offensichtlich ist, wer für einen Delinquenten Pate gestanden hat. »Letzte Mahlzeiten« ist ein Absurditätenkabinett, das bei näherer Betrachtung so absurd gar nicht erscheint. Der Wahn- und Unsinn des kulturellen und politischen Lebens wird von Rosendorfer auf die Spitze getrieben. Und er bleibt dabei so charmant, dass ihm diejenigen, die sich wiedererkennen, nicht so recht bös sein können.
Real sind die Rezepte der Henkersmahlzeiten, die jedes Kapitel beenden. Sie wurden aufbereitet von Herbert Hintner, seit vielen Jahren im Besitz eines Michelin-Sterns.
 

Giancarlo De Cataldo
Romanzo Criminale
Politthriller
Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl
Gebunden mit Schutzumschlag, 575 S., 13,5 x 21 cm
ISBN 978-3-85256-508-8
€ [D/A] 24,90 / € [I] 23,60 / sFr 37,90

Herbert Rosendorfer
Letzte Mahlzeiten
Die Aufzeichnungen des königlich bayrischen Henkers Bartholomäus
Ratzenhammer
Mit alten Rezepten, neu interpretiert von Herbert Hintner und historischen Portraitfotografien aus der Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum
Reihe Transfer CII
Gebunden mit Schutzumschlag,
144 S., 13,5 x 21 cm
ISBN 978-3-85256-529-3
€ [D/A] 19,90 / € [I] 18,80 / sFr 30,50


 


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