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Die menschliche Komödie als work in progress Ein großformatiger Broschurband in limitierter Auflage von 1.000 Exemplaren mit 176 Seiten, die es in sich haben. |
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Verlage, die nicht jeder kennt:
Der Hablizel Verlag in Lohmar Die Geschichte des Verlages ist kurz, erst anderthalb Jahre existiert er. Namensgeber Markus Hablizel führt den Verlag in Lohmar zusammen mit seiner Frau Daniela Siemon. Das Motto des Verlags lautet »Wir kümmern uns um Sachen mit Bildern und zeitgenössische Literatur. Gute selbstverständlich.« Die Bücher werden vom Berliner BUREAU Mario Lombardo gestaltet. Neben den Romanen finden sich auch die schön gestaltete Reihe »small parts isolated and enjoyed«, die im quadratischen Kleinformat Text und Bild eine Symbiose eingehen lässt. Zu den Hablizel-Autoren gehören Ole Wagner, Dietmar Dath und Katha Schulte.
Raouf Khanfir
»Wittgenstein« Raouf Khanfir legt mit »Wittgenstein« einen Roman vor, der geschickt mit dem Genre des Kriminalromans spielt, er lässt Elemente der Fantastik einfließen. In Aufbau und Länge eher der Novelle verpflichtet, ist »Wittgenstein« ein angenehm unaufgeregter Text, dessen Spannungsbogen sich dem gemächlichen Tempo der Provinz anpasst, den Leser aber nicht loslässt.
Wolfgang Frömberg »Spucke« Die eigentliche Handlung ist schnell erzählt. Journalist in finanziellen Dauerschwierigkeiten, pendelt zwischen diversen Lokalitäten. Wir erfahren von seiner Tochter, von zahlreichen Wohnungen, in denen er lebte, von einem London-Aufenthalt und von seinem Vater. Das alles wird in Rückblenden und Einsprengseln in anekdotischer Form erzählt.
Eigentlich aber ist
»Spucke« eine Reflexion und Abrechnung einer Ära, die mit Sigmar Gabriels
Ernennung zum »Popbeauftragten der Bundesregierung« ihr Ende fand. Meta-Ebene
folgt auf Meta-Ebene, die Diskurse rauschen. Es geht um die Nation, um Blumfeld,
um das Aufgreifen von Pop durch den herrschenden Diskurs, es geht ums große
Ganze, um das, was mal war, was ist und wie es hätte werden können. Lacan trifft
auf Bret Easton Ellis und Marcel Bayer auf Lou Grant. »Spucke« ist ein
blitzgescheiter Roman, dessen ständige Gedankenwirbel den Leser fordern. Walter
Förster versucht im Laufe des Romans immer wieder, Roland Barthes »Lust am Text«
zu lesen, aber ständig hält ihn etwas davon ab. Der Aufsatz von Barthes trifft
im Kern die Aussage, dass sich der Leser dem Text vollständig hingeben muss.
Hingeben muss man sich auch »Spucke«. Man wird es nicht bereuen. |
Raouf Khanfir Wittgenstein from Hablizel Verlag on Vimeo. Wolfgang Frömberg |
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