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Glanz&Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik

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Wen google sperrt, der existiert nicht mehr...

Die Hackerangriffe auf Glanz & Elend am 02. & 04.12.2010

Von Herbert Debes

Am Donnerstag den 02.12.2010 um 21:28 bis 21:29 haben »Unbekannte« offensichtlich das Password des Serveraccounts von Glanz&Elend geknackt, sind in unsere Verzeichnisse eingedrungen und haben Fremddateien implantiert, die zu einer betrügerischen Website weiterleiten sollten.

In ca. 50 Ordnern & Unterverzeichnissen wurde jeweils eine .htaccess-Datei implantiert, die beim Besuch des Online-Magazines für Literatur und Zeitkritik »Glanz & Elend« auf eine website namens:
webarh.com/ 5afb767651905aale3d50923fc74d9f5 weiterleiten sollte.

Diese Seite sieht auf den ersten Blick wie eine Serviceseite von microsoft-windows aus, spiegelt dem Besucher sehr glaubhaft (ich dachte nicht, auf so etwas reinzufallen) vor, sein PC sei von sogenannter malware verseucht und listet in beeindruckender Weise entsprechende Viren auf. Drückt man nun auf den Button, der anbietet, diese zu eliminieren, folgt eine Zahlungsaufforderung von 79,- Euro oder $. Dies geht nur unter Angabe der Kreditkartennummer. Aha.

Das betrügerische Programm setzt dabei allerdings den Virenschutz von Antivir außer Kraft und kann ohne Kenntnis spezieller goodware nicht mehr entfernt werden. Erst mit Hilfe spezieller Rettungsprogramme ist es gelungen, den Rechner wieder zuverlässig zu reinigen. Alles in allem haben die »Rettungsmaßnahmen« einen halben Tag in Anspruch genommen. Inklusive eines ca. 1-stündigen Aufenthalts auf dem zuständigen Polizeirevier. Eine der interessanten Aufgaben war es, dort u.a. die möglicherweise infrage kommenden Straftatbestände herauszufinden.

Der tatsächlich erlittene Schaden besteht jedoch darin, dass Glanz & Elend am 03.12. bis ca. 17:00 (den Zeitraum benennt google nicht genau) als »'attackierende Seite', die Ihren Computer gefährden kann«, gelistet und von Google entsprechend blockiert wurde.

Interessant ist bei dieser Attacke die Tatsache, daß Glanz&Elend nur eines von ca. 10 Verzeichnissen ist, das unter dem Serverkonto der strandgut GmbH in Frankfurt/Main zu finden ist. Jedoch einzig das Verzeichnis von G&E wurde attackiert. Nun neige ich nicht zu Verschwörungstheorien, finde es jedoch bemerkenswert, daß man eine Website, in diesem Falle ein kritisches Magazin für Literatur und Zeitkritik, mit relativ einfachen Mitteln in einen Verruf bringen kann, der diesem die Existenzgrundlage zu entziehen in der Lage ist. Denn: Wen google sperrt, der existiert nicht mehr.

Es wäre interessant zu erfahren, ob es in letzter Zeit auch anderen Websites ähnlich ergangen ist. Stellen Sie sich einmal vor, die »unbekannten Elemente« wären auf die Idee gekommen, statt der .htaccess-Datei ein Dutzend jpgs mit kinderpornographischem Inhalt zu implantieren und morgens um
halb acht klingelt es an Ihrer Haustür und es geht Ihnen wie Josef K.:
»Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.«

ps. Als ich am Samstag Morgen (04.12.)
um ca. 08:30 den Rechner startete und auf Glanz & Elend gehen wollte, erschien die google-Startmaske. Wir waren wieder gehackt worden. Diesmal hat "etwas" Unbekanntes exakt um 01:28 wieder ca. 50 .htaccess Dateien eingeschleust, diesmal mit dem Effekt, das man direkt auf die google-Startmaske weitergeleitet wurde. Inzwischen sind alle Dateien gelöscht, G&E funktioniert wieder, google hatte noch nichts gemerkt, es kam kein Warnhinweis.

Nachdem wir nun auf sämtlichen Serverkonten die Benutzernamen und Passwörter geändert haben, hat sich die Attacke bislang nicht wiederholt.
Stattdessen haben unbekannte Elemente heute Morgen meine Stiefel gehackt und mit schokoladehaltigen Fremdstoffen verseucht, die im Laufe des Tages fachgerecht entsorgt werden ...

06.12.2010
Herbert Debes
 



 


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