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Glanz & ElendMartin Brandes Herr Wu lacht Chinesische Geschichten und der Unsinn des Reisens Leseprobe Andere Seiten Quality Report Magazin für Produktkultur Elfriede Jelinek Elfriede Jelinek Joe Bauers Flaneursalon Gregor Keuschnig Begleitschreiben Armin Abmeiers Tolle Hefte Curt Linzers Zeitgenössische Malerei Goedart Palms Virtuelle Texbaustelle Reiner Stachs Franz Kafka counterpunch »We've got all the right enemies.« |
Aus dem Verlagsprogramm:
Paris, Montparnasse zu Beginn der Zwanziger Jahre. Der Hügel auf dem linken Seine-Seite ist Sammelpunkt der internationalen Boheme. In den Cafes treffen sich Künstler wie Picasso, Schriftsteller wie Hemingway, Nutten, wohlhabende Ausländer auf der Suche nach Unterhaltung, erfolgreiche und erfolglose Gestalten gleichermaßen. Michel Georges-Michel, 1883 geboren, 1985 gestorben, war selbst Teil der Künstler- und Intellektuellenszene. Aus seinem Vorhaben, »das Leben der Maler unserer Generation, die in einer für die Kunst neuen Umgebung Neues versucht haben« zu portraitieren, so schreibt er in der Vorbemerkung, entstand ein Roman. Ein Roman, der ein lebensechtes Bild der Pariser Kunstszene abliefert, der lustvoll die Rauschzustände, in denen Kunst geboren wird, beschreibt und das Elend der zu Lebzeiten Glücklosen artikuliert. Amadeo Modigliani war einer der glücklosen Künstler, denen zu Lebzeiten der Erfolg verwehrt blieb. Georges-Michel schrieb keinen biografischen Roman, seine Hauptfigur Modrulleau ist aber eine Art Ebenbild des Italieners Modigliani, auch wenn der Autor vorgibt, die Figur Modrulleaus aus verschiedenen realen Figuren zusammengesetzt zu haben. Modrulleau, fast mittellos, wird durch einen Kunsthändler ausgebeutet, malt Bilder für ein lächerliches Gehalt. Zwischen dunklem Atelier, Cafes und karger Wohnstätte verbringt er seine Tage und Nächte, getrieben von der Suche nach neuen Darstellungsmöglichkeiten. An seiner Seite die aufopferungsvolle und duldsame Geliebte, im Roman Haricot-Rouge genannt, angelehnt an Jeanne Hébuterne. Der ausbleibende Erfolg und die zunehmende Verelendung führen zu einem für beide tragischen Ende. Verschuldet und ausgezehrt stirbt Modrulleau, seine Geliebte folgt nur wenige Tage später.
Die Geschichte
Modrulleaus ist der Rahmen, in dem ein Sittengemälde der Großstadtboheme
eingebettet ist. »Die von Montparnasse« setzt einer einzigartigen Zeit ein
literarisches Denkmal. Zentraler Punkt des Romans ist das (noch heute
existierende)Cafe »Rotonde«, in dessen stetiger Veränderung bereits die Ahnung
vom Ende dieser Epoche angedeutet wird. Hier wird diskutiert, gesoffen,
gestritten, Geld geschnorrt und geträumt. Drinnen und draußen tobt das Leben und
Georges-Michel zeichnet dies meisterhaft auf, ohne Verklärung, ohne
Sentimentalität, in allen Facetten. Und vielleicht bekommt der Leser eine Ahnung davon, wie sich die ‚Pest von Montparnasse’ ihre Opfer suchte: »Eine nicht bekämpfbare seuchenartige Sehnsucht nach diesem Ort, der im Augenblick einer der interessantesten des Erdballs ist.« Leseprobe
In schönster
Pulp-Aufmachung kommt diese ungewöhnliche populärwissenschaftliche
Kunstgeschichte daher, die den Untertitel »Inklusive der Skandalgeschichten, die
Ihnen Ihr Kunstlehrer immer verschwiegen hat.« trägt. Garniert wird das Ganze
mit bewusst reißerischen Illustrationen von Mario Zucca. Da schreit es »Im Bett
mit Frida Kahlo« vom Cover, das auf Krawall getrimmt ist. Unwillkürlich fragt
man sich: Was soll das? »Wo bleibt die Ernsthaftigkeit?«, mag der eine oder andere rufen. Kunst ist nicht (nur) ernst, Kunst soll begeistern. Und dazu muss man sich herantrauen.Vielleicht bietet der vorliegende Band dem Kunstinteressierten nichts Neues, neue Erkenntnisse sind hier nicht zu erwarten. Dies ist aber auch nicht das Anliegen. Lunday trägt Informationen zusammen, komprimiert sie. Das Frida Kahlo eine Affäre mit Trotzki hatte, ist hinlänglich bekannt. Aber das Andy Warhol eine Gastrolle im »Loveboat« übernahm? Die Form des Schundheftes ist bewusst gewählt, denn »Die grossen Künstler und ihre Geheimnisse« ist ein ideales Buch, um Jugendliche und Menschen, die nicht direkt im Museum zuhause sind, an Kunst heranzuführen. Und für alle anderen ist ein großes Lesevergnügen, ein Buch, das immer mal wieder aufgeblättert werden kann, um ein oder zwei Kapitel zur Unterhaltung zu lesen. Leseprobe Noch ein Tipp in aller Kürze
Im
liebenswert-interessanten »Wetterpropheten« öffnet sich mit dem Muotatal eine
vor allem für Städter reichlich unbekannte Welt. Im Buch dreht sich alles um das
Vorherbestimmen des Wetters, ohne Satellitenbilder und teure Wetterstationen.
Aufwändig und mit Liebe zum Detail gestaltet – eins der schönsten Bücher, das
ich in diesem Jahr in der Hand hatte. Stefan Möller |
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