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Kaleidoskop
des Abseitigen
Zu Marc Degens unterhaltsamen Sammelsurium von 40 Kritiken
jenseits des mainstream »Abweichen«
Seine Texte erscheinen im
Tagesspiegel, in der FAZ und der Jungen Welt ebenso wie in diversen
Online-Magazinen.
Sein Output ist enorm, seine thematische Bandbreite beeindruckend. Und, was das
Wichtigste ist, es macht Spaß, seine Texte zu lesen. Nach seinem Romandebut
»Hier keine Kunst« ist nun im Erata Literaturverlag, Leipzig, ein schmales aber
intensives Bändchen mit 40 meist kompakten Kritiken über Bücher, Comics und
Musik erschienen, das den schönen Titel »Abweichen« trägt.
Denn Marc Degens ist ein Abweichler. Das kann man zuerst einmal ganz räumlich
verstehen, denn er lebt in der armenischen Hauptstadt Eriwan. Was im Zeitalter
des Internets kein Hinderungsgrund mehr ist, die Literaturredaktion des
Online-Feuilletonmagazins »satt.org«
zu betreuen.
»Abweichen«
ist auch inhaltlich wie formell das Stichwort für Degens, der sich mit seinen
feuilletonistischen Fundsachen meist jenseits des mainstreams bewegt.
Zwischen »anblasen«
und »zeichenwelt«
spannt sich sein 40 bunte Steinchen beinhaltendes Kaleidoskop des
Abseitigen, in dem Namen wie Celine, Stefan George, Dietmar Dath (ein
lesenswertes Interview) und Rainald Goetz aufblitzen. Im Verlauf der
Steinchenlese fällt auf, daß Degens stets das jeweilige Thema in den Mittelpunkt
seines Schreibens stellt. Kulturkritik als Kulturvermittlung statt
Selbstdarstellung, das mag wenig zeitgemäß erscheinen, ist aber angenehm
entspannend. Hier schreibt einer fachlich kompetent, unterhaltsam wie informativ
und
von einer aufrichtigen Begeisterung getragen, die in diesen Zeiten so selten
geworden ist,
ohne mit jeder gelungenen Formulierung nach einem Redaktionsschemelchen bei
einem der großen Sinnstifter zu schielen. Vielleicht sind seine Texte deshalb so
erfrischend. Herbert Debes
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Marc Degens
Abweichen
Über Bücher, Comics, Musik
Erata Literaturverlag, Leipzig 2009
136 Seiten, 14,95 Euro
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