Glanz@Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik
© by Herbert Debes & Kurt Otterbacher

Film- & Theatergeschichte
 

 

Home    

 Preisrätsel     Verlage A-Z     Medien & Literatur     Museen & Kunst     Mediadaten   Impressum

Ressorts

   

Belletristik Romane, Erzählungen, Novellen
Blutige Ernte Krimis, Thriller & Agenten
SF & Fantasy Elfen, Orcs & fremde Welten
Sprechblasen Comics mit Niveau
Quellen Biographien, Briefe & Tagebücher
Geschichte Epochen, Menschen, Phänomene
Politik Theorie, Praxis & Debatten
Ideen Philosophie & Religion
Kunst
Ausstellungen, Bild- & Fotobände
Tonträger Hörbücher & O-Töne
Videos
Literatur in Bild & Ton
Literatur Live Veranstaltungskalender
Zeitkritik
Kommentare, Glossen & Essays
Autoren Porträts, Jahrestage & Nachrufe
Verlage Nachrichten, Geschichten & Klatsch
Film
Neu im Kino

Klassiker-Archiv
Übersicht
Shakespeare Heute
Shakespeare Stücke
Goethes Werther, Goethes Faust I,
Eckermann, Schiller, Schopenhauer,
Kant, von Knigge, Büchner, Mallarmé,
Marx, Nietzsche, Kafka, Schnitzler,
Kraus, Mühsam, Simmel, Tucholsky


Die aktuellen Beiträge werden am Monatsende in den jeweiligen Ressorts archiviert, und bleiben dort abrufbar.

Wir empfehlen:





Andere Seiten
Joe Bauers Flaneursalon
Gregor Keuschnig Begleitschreiben
Armin Abmeiers
Tolle Hefte
Curt Linzers
Zeitgenössische Malerei
Goedart Palms Virtuelle Texbaustelle
Reiner Stachs Franz Kafka
counterpunch
»We've got all the right enemies.«

Riesensexmaschine
Nicht, was Sie denken?!

texxxt.de Community für erotische Geschichten
Wen's interessiert Rainald Goetz-Blog

 

©1948 Sjöbergs bilder, Ingmar Bergman in his
famous beret on the set of Port of Call (1948)

Familienalbum


Eine Lebens- und Werkschau in sieben Kapiteln. Das Ingmar Bergman Archiv ist ein opulentes Füllhorn nicht nur für Cineasten

Man mag vom Taschen Verlag halten, was man will, aber es gibt Bücher, die können nur dort erscheinen. Taschens Lust an großen Formaten sprengt gerne mal die bekannten Dimensionen der konventionellen Buchproduktion, wobei sein Mut zur Größe in Betrieb und Handel durchaus ambivalent gesehen wird.

Das hier zu behandelnde Ingmar Bergman Archiv rechtfertigt seinen großformatigen Auftritt allerdings formal wie inhaltlich voll. Nicht weniger als das Lebenswerk eines der bedeutendsten Film- und Theaterschaffenden wird in dieser opulenten Schatzkiste quantitativ wie qualitativ auf höchstmöglichem Niveau dokumentiert. Und es hätte wenig Sinn gemacht, diese Werkschau in ein Kleinformat zu zwängen, da viele der darin enthaltenen Szenenfotos ihren dramatischen Effekt erst ab einer gewissen Größe entwickeln können.
Eröffnet wird die Dokumentation von Bergmans engstem Freund und Mitarbeiter, Erland Josephson, der in seinem Vorwort atmosphärisch auf das Folgende einstimmt und erklärt, wie Bergmann das Grau erobert hat, warum er seine tägliche Dosis schlechte Laune und Langeweile gebraucht hat, und warum schwed'sche Stachelbeeren und Knäckebrot für den Meister auch in München unverzichtbar waren.

©1966 AB Svensk Filmindustri The dreamlike encounter of Alma and Elisabet
in the milky light of dawn. Alma begins to merge with Elisabet.

In sieben (wen wunderts) Kapitel wird das Werk gegliedert, deren Titel schlagwortartig jeweils die Schaffensphase bezeichnen: Der Lehrling (1918-1951), beschreibt die Entwicklung Bergmans zum Schriftsteller, Regisseur und Theatermacher. Ein Doppelleben (1951-1956), indem Bergman das Theater als seine Ehefrau und den Film als seine Geliebte bezeichnet. Der Zauberer (1957-1961) beginnt mit dem Meisterwerk »Das siebente Siegel«, welches die thematischen Pole Bergmans setzt, den Tod und die Moral. Der Zweifler (1961-1964), in dem Bergman die Leitung des »Königlich Dramatischen Theaters« in Stockholm angeboten wird. Mysterien (1964-1977), in dem er einen Zusammenbruch erleidet, und sich neu erfindet. Der Flüchtling (1977-1983), in dem er wegen angeblicher Steuerhinterziehung festgenommen wird, und ins Exil nach München geht (dorthin müssen die so schmerzlich vermißten schwed'schen Stachelbeeren und das Knäckebrot geflogen werden). Der Meister (1984-2007), in dem Bergman nach Schweden zurückkehrt, um 18 weitere Jahre am »Königlich Dramatischen Theater« zu inszenieren.

©1968 Lennart Nilsson Photography Bergman rehearses with Liv Ullmann
under the watchful eye of continuity expert Katinka Faragó.

Ein ganzseitiges Foto (links), eine Abbildung des originalen Filmplakats, eine kurze Synopsis und die produktionstechnischen Angaben (rechts) eröffnen jeweils die Beiträge zu Bergmans Projekten. Angereichert durch Zitate und Interviews Bergmans, seiner Schauspieler und anderer Zeitgenossen erschließt sich so eine Weltsicht, die ästhetisch wie thematisch bis heute gültige Maßstäbe gesetzt hat. Weiter an Konturen und Sinnlichkeit gewinnt Bergmans Blick auf die Menschliche Tragödie durch die faksimilierten Abbildungen seiner »Sketchbooks«, Manuskripte und handschriftlichen Notizen. Daß dieses »Archiv« fast nebenbei auch noch eine spannende Ikonographie der Filmgeschichte der letzten 60 Jahre abgibt, wäre fast nebensächlich, wenn nicht viele der festgehaltenen Einstellungen und Szenenfotos auf eigene Erlebnisse und Erfahrungen verweisen würden, und sich so herausstellte, daß Bergmans »Archiv« auch ein Familienalbum ist. Herbert Debes
 


Das Ingmar Bergman Archiv

Duncan, Paul/Wanselius, Bengt (ED)
Taschen
Hardcover + DVD, 41.1 x 30 cm, 592 Seiten, € 150.00
ISBN: 978-3-8365-0834-6

Ausstattung:
jedes Buch enthält einen Original-Filmstreifen von Fanny und Alexander (1982), der aus Bergmans Privatbesitz stammt, eine DVD mit bisher unveröffentlichtem Dokumentationsmaterial von insgesamt 110 Min. Länge: Bergmans private Super-8-Filme (ca. 18 Min., mit einem Kommentar von Marie Nyreröd); Das Making of von Herbstsonate (ca. 20 Min.); An Image Maker (ca. 32 Min.); Das Making of von The Imagemakers von Bengt Wanselius; das Saraband-Tagebuch (ca. 44 Min.): Regieassistent Torbjörn Ehrnvalls Videotagebuch zu Bergmans letztem Film, in dem über sein Leben und seine Arbeit erzählt.

Der Band enthält Textbeiträge folgender Autoren: Ulla Åberg, Peter Cowie, Bengt Forslund, Birgitta Steene

Über die Herausgeber:
Paul Duncan hat mehr als 40 Filmbücher für TASCHEN herausgegeben, überdies ist er Autor der TASCHEN-Bände Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick.

Bengt Wanselius war von 1967 bis 1985 freischaffender Fotojournalist für fast jede große Zeitschrift und für fast jeden großen Verlag in Skandinavien. Er war 15 Jahre lang Hausfotograf des Königlichen Schauspielhauses in Stockholm und dokumentiere die Arbeiten von weltweit bekannten Theaterregisseuren wie Arthur Miller, Andrzej Wajda, Robert Lepage und Ingmar Bergman. Seine lange Zusammenarbeit mit Bergman, die über 20 Produktionen in Theater,Oper und Fernsehen umfasst, dokumentiert Bergmans Werk auf eindrucksvolle Weise.

Der Co-Autor:
Erland Josephson ist Autor, Dramatiker und Filmemacher. Er hat über 70 Jahre mit Bergman zusammengearbeitet. Zu seinen Wegbegleitern gehören namhafte Filmregisseure wie Andrei Tarkovsky, Theo Angelopoulos, Liliana Cavani und István Szabó.

Glanz@Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik

© by Herbert Debes & Kurt Otterbacher

Startseite
Belletristik   Blutige Ernte   SF & Fantasy   Quellen  Geschichte   Ideen
Politik   Kunst  
Tonträger   Videos   Literatur Live   Zeitkritik   Autoren   Verlage
Film
   Preisrätsel   Verlage A-Z   Medien & Literatur   Museen & Kunst  
Mediadaten   Impressum