Glanz & Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik


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Die menschliche Komödie
als work in progress


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ein großformatiger Broschurband
in limitierter Auflage von 1.000 Exemplaren
mit 176 Seiten erschienen, die es in sich haben.

 

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Seitwert

 

Panmediterraner, poetischer World-Jazz


















Foto: © Adel Brahem, Anouar Brahem

Die neue CD des Oud-Poeten und Virtuosen Anouar Brahem
»The Astounding Eyes Of Rita«

Der Oud, im Arabischen ist das Instrument männlich, gilt als Vorläufer der mittelalterlichen abendländischen Laute.
Oud
b
edeutet schlicht »Holz«. Die Araber übernahmen die mit einer Holzdecke versehene persische Laute und setzen sie an die Stelle des alten hautbedeckten Instruments. Seine Klangfarbe und -spektrum repräsentierte seitdem was europäische Ohren gerne als arabische Musik bezeichneten, ohne dabei zu bedenken, daß ein Marokkaner oder Tunesier mit einem Sudanesen oder Iraker ungefähr soviel gemein hat wie ein Baske mit einem Lappen.

Daß sich die abendländischen Vorurteile, und die hörgewohnheitlichen Klischeevorstellungen von arabischer Musik im Allgemeinen langsam abbauen und durch eine differenziertere Beschäftigung mit den vielfältigen Klangwelten auch durch mitteleuropäische Musikliebhaber abgelöst worden sind, liegt nicht zuletzt an ihrer Vermittlung durch die Großmeister des Oud, Rabih Abou-Khalil
(Libanon), Dhafer Youssef (Tunesien) und Anouar Brahem (Tunesien), deren innovative Projekte mit Jazz- und Weltmusikern weltweit Aufmerksamkeit gefunden haben.

Der poetischste und eingänglichste von ihnen ist zweifelsohne der in Tunesien lebende Anouar Brahem, der in den letzten 15 Jahren mit seinen in wechselnden Besetzungen eingespielten Produktionen auch in Europa ein breiteres Publikum gefunden hat.
Seine neueste CD trägt den Titel »The Astounding Eyes of Rita« und ist dem palästinensischen Autor Mahmoud Darwish (1941-2008) gewidmet, dessen Gedichte wie Volkslieder gesungen wurden. Mit Brahem spielen Klaus Gesing, Bassklarinette, Björn Meyer, Bacc und Khaled Yassine, Darbouka, Bendir.
Die dunklen und erdigen Klänge der Bassklarinette und des Oud, verhaltene Tempi, sowie eingängige Rhythmen erzeugen eine angenehm kontemplative, melancholische Atmosphäre von seltener Intensität, zu der sich leicht die entsprechenden Kamerafahrten evozieren lassen. Das ist großartige, stimmungsvolle Musik, die bereits von der CD kommend sich wie ein zärtlicher Balsam auf das gestreßte mitteleuropäische Gemüt legt. Live muß sich das Anouar Brahem Quartett in der o.g. Besetzung grandios anhören und jene, welche die Gelegenheit haben, einen der unten aufgehührten Konzerttermine wahrzunehmen, dürfen sich glücklich schätzen. Franz Tunda

Konzerttermine:
Anouar Brahem Quartet
Anouar Brahem: Oud; Klaus Gesing: Bass Clarinet; Björn Meyer: Bass; Khaled Yassine: Percussions

25 Oct.2009, Mannheim - Schlosskirche Mannheim Germany
28 Oct.2009, Vienna - Konzerthaus Austria
04 Nov.2009, Sarajevo - Jazzfest Sarajevo Bosnia
14 Nov.2009, Nantes - Le Lieu Unique France
15 Nov.2009, Offenburg - Reithalle Germany
05 Dec.2009, Combs La Ville -La Coupole- Scène Nationale de Sénart
09 Dec.2009, Paris - Salle Pleyel France
23 Mar.2010, Barcelona - Auditorium Spain
10 Apr.2010, Bagneux - Theatre Victor Hugo France
15 Apr.2010, Cully - Cully Jazz Festival Switzerland
16 Apr.2010, Zürich - Kirche Neumünster Switzerland
21 Apr.2010, Huy - Centre Culturel Belgium
22 Apr.2010, Anvers - De Roma Belgium
23 Apr.2010, Brussels - Flagey Belgium  
 



Anouar Brahem (2009)
The Astounding Eyes Of Rita
Anouar Brahem oud
Klaus Gesing bass clarinet
Björn Meyer bass
Khaled Yassine darbouka, bendir




Anouar Brahem (2001)
Le pas du chat noir
Anouar Brahem oud
François Couturier piano
Jean Louis Matinier accordion





Anouar Brahem Trio (2005)
Le Voyage de Sahar
Anouar Brahem oud
François Couturier piano
Jean Louis Matinier accordion

Madar
mit Jan Garbarek, Ustad Shaukat Hussain. ECM 1515. 1994.

Khomsa
mit Richard Galliano, François Couturier, Jean Marc Larché, Béchir Selmi,
Palle Danielsson, Jon Christensen. ECM 1561. 1995.
Thimar,
m
it John Surman, Dave Holland. ECM 1641. 1998.
Astrakan café
mit Barbaros Erköse, Lassad Hosni. ECM 1718. 2000.

Charmediterranéen
 (ECM 1828) mit dem
Orchestre National de Jazz und Gianluigi Trovesi. 2002.


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