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Panmediterraner,
poetischer
World-Jazz

Foto: © Adel Brahem, Anouar
Brahem
Die neue CD des Oud-Poeten und Virtuosen
Anouar Brahem
»The Astounding Eyes Of Rita«
Der
Oud, im
Arabischen ist das Instrument männlich, gilt als Vorläufer der mittelalterlichen
abendländischen Laute.
Oud bedeutet schlicht »Holz«. Die Araber
übernahmen die mit einer Holzdecke versehene persische Laute und setzen sie an
die Stelle des alten hautbedeckten Instruments. Seine Klangfarbe und -spektrum
repräsentierte seitdem was europäische Ohren gerne als arabische Musik
bezeichneten, ohne dabei zu bedenken, daß ein Marokkaner oder Tunesier mit einem
Sudanesen oder Iraker ungefähr soviel gemein hat wie ein Baske mit einem Lappen.
Daß sich die abendländischen Vorurteile, und die hörgewohnheitlichen Klischeevorstellungen von arabischer Musik im Allgemeinen langsam abbauen und
durch eine differenziertere Beschäftigung mit den vielfältigen Klangwelten auch
durch mitteleuropäische Musikliebhaber abgelöst worden sind, liegt nicht zuletzt
an ihrer Vermittlung durch die Großmeister des Oud, Rabih Abou-Khalil
(Libanon), Dhafer Youssef
(Tunesien) und Anouar Brahem
(Tunesien), deren innovative Projekte mit Jazz- und Weltmusikern weltweit
Aufmerksamkeit gefunden haben.
Der poetischste und eingänglichste von ihnen ist
zweifelsohne der in Tunesien lebende Anouar Brahem, der in den letzten 15 Jahren
mit seinen in wechselnden Besetzungen eingespielten Produktionen auch in Europa
ein breiteres Publikum gefunden hat.
Seine neueste CD trägt den Titel »The Astounding Eyes of Rita« und ist dem
palästinensischen Autor
Mahmoud Darwish (1941-2008)
gewidmet, dessen Gedichte wie Volkslieder gesungen wurden. Mit Brahem spielen
Klaus Gesing, Bassklarinette, Björn Meyer, Bacc und Khaled Yassine, Darbouka,
Bendir.
Die dunklen und erdigen Klänge der Bassklarinette und des Oud, verhaltene Tempi,
sowie eingängige Rhythmen erzeugen eine angenehm kontemplative, melancholische
Atmosphäre von seltener Intensität, zu der sich leicht die entsprechenden
Kamerafahrten evozieren lassen. Das ist großartige, stimmungsvolle Musik, die
bereits von der CD kommend sich wie ein zärtlicher Balsam auf das gestreßte
mitteleuropäische Gemüt legt. Live muß sich das Anouar Brahem Quartett in der
o.g. Besetzung grandios anhören und jene, welche die Gelegenheit haben, einen
der unten aufgehührten Konzerttermine wahrzunehmen, dürfen sich glücklich
schätzen. Franz Tunda
Konzerttermine:
Anouar Brahem Quartet
Anouar Brahem:
Oud; Klaus Gesing: Bass Clarinet; Björn Meyer: Bass; Khaled Yassine: Percussions
25 Oct.2009, Mannheim - Schlosskirche Mannheim Germany
28
Oct.2009, Vienna - Konzerthaus Austria
04 Nov.2009, Sarajevo - Jazzfest Sarajevo Bosnia
14 Nov.2009, Nantes - Le Lieu Unique France
15 Nov.2009,
Offenburg - Reithalle Germany
05
Dec.2009, Combs La Ville -La Coupole- Scène Nationale de Sénart
09 Dec.2009, Paris - Salle Pleyel France
23 Mar.2010, Barcelona - Auditorium Spain
10 Apr.2010, Bagneux - Theatre Victor Hugo France
15 Apr.2010, Cully - Cully Jazz Festival Switzerland
16 Apr.2010, Zürich
- Kirche Neumünster Switzerland
21
Apr.2010, Huy - Centre Culturel Belgium
22 Apr.2010, Anvers
- De Roma Belgium
23 Apr.2010, Brussels - Flagey Belgium
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Anouar Brahem (2009)
The Astounding Eyes Of Rita
Anouar
Brahem oud
Klaus
Gesing bass
clarinet
Björn
Meyer bass
Khaled
Yassine darbouka,
bendir

Anouar Brahem (2001)
Le pas du chat noir
Anouar
Brahem oud
François
Couturier piano
Jean Louis
Matinier accordion

Anouar Brahem Trio (2005)
Le Voyage de Sahar
Anouar
Brahem oud
François
Couturier piano
Jean Louis
Matinier accordion
Madar
mit Jan Garbarek, Ustad Shaukat Hussain. ECM 1515. 1994.
Khomsa
mit Richard Galliano, François Couturier, Jean Marc Larché, Béchir
Selmi,
Palle Danielsson,
Jon Christensen.
ECM 1561. 1995.
Thimar,
mit
John Surman,
Dave Holland.
ECM 1641. 1998.
Astrakan café
mit Barbaros Erköse, Lassad Hosni. ECM 1718. 2000.
Charmediterranéen
(ECM 1828) mit dem
Orchestre National de Jazz
und Gianluigi Trovesi.
2002.
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