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Die menschliche
Komödie
als work in progress
Glanz&Elend
Die Zeitschrift
Zum 5-jährigen Bestehen
ist
ein großformatiger Broschurband
in limitierter Auflage von 1.000
Exemplaren
mit 176 Seiten, die es in sich haben:
»Diese mühselige Arbeit an den Zügen des
Menschlichen«
Zu diesem Thema haben
wir Texte von Honoré de Balzac, Hannah Arendt, Fernando Pessoa, Nicolás
Gómez Dávila, Stephane Mallarmé, Gert Neumann, Wassili Grossman, Dieter
Leisegang, Peter Brook, Uve Schmidt, Erich Mühsam u.a., gesammelt und mit den
besten Essays und Artikeln unserer Internet-Ausgabe ergänzt.
Inhalt als PDF-Datei
Dazu erscheint als
Erstveröffentlichung das interaktive Schauspiel »Dein Wille geschehe«
von Christian Suhr & Herbert Debes
Leseprobe
Literatur in
Bild & Ton
Literaturhistorische
Videodokumente von Henry Miller,
Jack Kerouac, Charles Bukowski, Dorothy Parker, Ray Bradbury & Alan
Rickman liest Shakespeares Sonett 130
Anzeige
Edition
Glanz & Elend
Martin Brandes
Herr Wu lacht
Chinesische Geschichten
und der Unsinn des Reisens
Leseprobe
Neue Stimmen
Die
Preisträger
Die Bandbreite der an die 50 eingegangenen Beiträge
reicht
von der flüchtigen Skizze bis zur Magisterarbeit.
Die prämierten Beiträge
Nachruf
Wie
das Schachspiel seine Unschuld verlor
Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer
»Ich glaube nicht an Psychologie,
ich glaube an gute Züge.«
Wir empfehlen:
kino-zeit
Das
Online-Magazin für
Kino & Film
Mit Film-Archiv, einem bundesweiten
Kino-Finder u.v.m.
www.kino-zeit.de




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got all the right enemies.«
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Wozu das Theater?
Kulturelle Einrichtungen kämpfen überall ums Überleben:
–
finanziell, angesichts kulturpolitischer Sparzwänge,
– ästhetisch, durch eine sich
rasant entwickelnde Medienlandschaft,
– künstlerisch, da selbst die
großen Bühnen mit den gesellschaftlichen
Veränderungen
thematisch kaum mithalten können,
–
politisch, konfrontiert mit der Diskussion, ob das
(weltweit einmalige
deutsche
Staats-und Stadttheatermodell
überhaupt noch
aufrechtzuerhalten ist.
Es stellt sich also die Frage:
Wozu noch eines? Und warum ausgerechnet in
Riedstadt-Goddelau?
Die Institution Stadttheater ist in Ehren ergraut - eine
tatsächliche kulturelle oder soziale Wirkung in die
Gesellschaft hinein geht von ihr vielfach nicht mehr
aus.
Warum?
Wirft man einen Blick auf das Leben, auf die Menschen in
den Straßen, findet man einige Hinweise:
Individualisierung, Reizüberflutung, Existenzangst und
Banalisierung des Alltags. Und es stellt sich die Frage,
warum der Weg von der Straße ins Theater immer weiter
wird. Und umgekehrt. Dieser Entwurf antwortet zunächst
mit einer Gegenfrage:
Was ist das, Theater?
Was ist gemeint, wenn die Rede ist von Erfolgen,
Mißerfolgen, den Erwartungen des Publikums,
künstlerischen Absichten, wichtigen Stücken,
Notwendigkeit der Künste, oder der Bedeutung von Kultur
im Allgemeinen? Wissen wir noch, wovon wir sprechen,
wenn wir die Worte »Kunst«, »Kultur« oder »Theater« in
den Mund nehmen?
In Zeiten von Globalisierung, weltweitem Kampf gegen
»den Terror« im Namen der »Freiheit«, dem
Zusammenbrechen der Sozialsysteme nebst allgemein
beklagtem »Werteverlust”, wird »Kultur« – in welcher
Form auch immer – zunehmend als »Luxusgut« angesehen,
welches man sich leistet/leisten kann – oder eben nicht.
Doch war sie einmal, und gerade für Büchner,
Über-Lebensgut für freiheitlich denkende Menschen in
unfreien Zeiten.
Ein Laboratorium sozialer Phantasien.
Was ist das, der
Mensch? Wie leben wir zusammen?
(Wie war es, ist es, könnte es sein?)
Diese Fragen zusammen mit dem Publikum zu untersuchen,
um durch die Arbeit gemeinsame Lebensbedürfnisse neu
oder wieder zu entdecken, könnte Sinn und Zweck einer
Art THEATERLABOR sein, das sich dem Leben und Werk Georg
Büchners verpflichtet fühlt.
Menschliche Begegnungen, Verständigung über konkrete
Lebensinhalte, indem man durch Fragen über sie
hinausweist.
Theaterlaboratorien haben eine lange Tradition:
Das erste Theaterlaboratorium wurde 1919 von Juliusz
Osterwa in Warschau gegründet und trug den Namen REDUTA.
Das Wort Reduta (von frz. Redoute) hat eine doppelte
Bedeutung. Zum einen ist eine Redoute eine Festung. Eine
Festung, die es Darstellern und Theaterschaffenden
ermöglichte, fern vom Marktplatz mit aller gebotenen
Sorgfalt an der Entwicklung ihres Handwerks und ihrer
Kreativität zu arbeiten. Eine Redoute ist aber auch eine
festliche Veranstaltung. Ein Fest, das immer dann
entsteht, wenn sich das Theater auf seine elementare
Aufgabe konzentriert:
Die Begegnung von Zuschauer und Schauspieler.
Kein Wettlauf mit der herrschenden Event-und
Spektakel-Kultur, sondern das Angebot, sich in den
Bühnenfiguren selbst zu begegnen.
Theater war in unserem Kulturkreis zunächst vor allem
eine soziale Errungenschaft, entsprungen aus materieller
Not oder ideeller Unterdrückung. Diese Entwicklung des
europäischen Volkstheaters aus dem Geist des
mittelalterlichen Karnevals nahm im deutschen Sprachraum
mit der sogenannten
»Weimarer
Klassik«
ein jähes Ende. Nun mußte das Theater Volk und Nation
»bilden«
helfen und mutierte nicht selten zur
»politischen
Anstalt«.
Hieraus entstanden Volksbildungsheime und Stadttheater.
Das Bürgertum brachte ein Theater hervor, das sein
Selbstbewußtsein förderte, prägte und darstellte. Das
sich mehr oder weniger kritisch mit den Zuständen
auseinandersetzte, die es zu seiner Zeit vorfand –
zuweilen aber auch von der jeweils herrschenden
politischen Klasse instrumentalisiert wurde.
In jedem Fall aber: Ein Zeit-und
Problembarometer.
Die künstlerischen Entwicklungen im Theater waren
Spiegel der sich wandelnden Menschen- und
Gesellschaftsbilder. Losgelöst von ihnen, laufen
überlieferte Darstellungs- und Regiemethoden heute
leicht ins Leere. Die Zeit der Ideologien ist vorbei.
Politisch wie künstlerisch. Während sich das Gemeinwesen
in einem wirtschaftlich zähen und sozial konfliktreichen
Prozeß von der Produktions- in eine
Dienstleistungsgesellschaft verwandelt, wird dieser
Prozeß künstlerisch kaum bearbeitet, und im Theater, so
könnte man meinen, tut jeder was er will und kann. So
weit so gut, solange jemand das bezahlt. Und jemand
dieses sehen will.
In einer Zeit jedoch, in der die öffentliche Hand sich
zunehmend aus der Verantwortung für die Stadttheater
zurückzieht (vom Staat als moralische oder
kulturpolitische Instanz ganz zu schweigen), die
Besucherzahlen (im freien Verkauf) allenthalben sinken
und langfristige Sanierungskonzepte Mangelware sind,
kann die Devise nicht lauten:
Weiter so mit weniger Geld?
Vielerorts werden nicht mehr tragbare, öffentlich
subventionierte Theater abgewickelt und in Stadthallen
umgewandelt. Doch dies ist ein Bankrott in zweifacher
Hinsicht:
Neben der höchst zweifelhaften
Wirtschaftlichkeit solcher bundesweit praktizierter
Konzepte bedeutet die reine Bespielung durch
Gast-Ensembles dem Wesen nach das Ende regionaler
Kulturpolitik. Die Beziehung zwischen Publikum und Bühne
wird gekappt, Einmischung, Auseinandersetzung und
gemeinsame Entwicklung sind nicht mehr möglich.
Ein Akt der Entsozialisierung eines Gemeinwesens. Der
Autor dieser Zeilen hat als Schauspiel-Leiter des
Theaters Brandenburg/Havel einen solchen Prozeß
beispielhaft erlebt, als nach Einführung eines durch die
Kulturpolitik verordneten Theaterverbundes das
verbliebene Stammpublikum sich kollektiv von der Bühne
abwandte.
Was aber sind die Möglichkeiten des Theaters?
Eine Versuchsanordnung:
•
Was kann das Theater im Gegensatz zu den Medien, die es
längst
überholt haben?
• Wo liegen seine Stärken?
• Was macht es nach wie vor einzigartig?
• Was ist nötig, damit lebendiges Theater ensteht?
Will man Menschen zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis
ins Theater bewegen, sollte eben diese Frage nach der
»Gemeinschaft«
im Mittelpunkt stehen. Leben und Werk Georg Büchners
sind eine Ermutigung, sich dieser Frage neu zu stellen.
Eine Einladung, die individuellen
»Masken
abzunehmen«
und aufeinander zuzugehen. Oder wie Bertolt Brecht es am
Ende seines Sonetts Nr. 19 einmal formulierte:
»Ich
sage ICH – und könnt auch sagen WIR"
Ein entscheidender Faktor wird ein THEATER FÜR DIE
JUGEND sein. An dieser Stelle ist es wichtig, jenseits
von Computerspielen und Casting-Shows, Angebote zu
machen und Wege aufzeigen, wie die Jugend durch die
Bühne zu einem Medium kommen kann, das von ihrer eigenen
Lebensperspektive handelt.
Denn darum geht es. Eine Aufforderung zum Diskurs, und
damit zur Teilnahme am öffentlichen Leben. Die jungen
Leute sind das Kapital der Stadt. Und des Theaters. Sie
sind die Steuerzahler, Bürger, Schauspieler und das
Publikum von morgen.
Ziele:
•
Stärkere Bindung von Theaterschaffenden und Publikum
durch
öffentliche Proben und Transparenz der Arbeitsweise. Der Zuschauer
kann sein Theater bei der Entstehung begleiten. Stückbegleitend sind
regelmäßige Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen
vorgesehen.
•
Künstlerische Impulse. Die offene Struktur erlaubt ein
spontanes
Reagieren auf innere Entwicklungen und äußere Umstände. Die
Reduktion der Ausstattungsmittel fördert die Konzentration auf das
Wesentliche: Handwerk und soziale Phantasie.
• Entwicklung einer hauseigenen Spiel-und
Produktionsweise.
•
Regelmäßige Tournee-Produktionen für die Region.
Außerdem durch
Koproduktionen und Austausch von Inszenierungen mit anderen Bühnen
und Spielstätten der Aufbau eines lebendigen, überregionalen
Kulturnetzwerkes.
•
Etablierung der BüchnerBühne als interaktives Podium für
das
öffentliche Leben seiner Bürger: Ein sozio-kulturelles Zentrum.
Die Theaterbühne als lebendiger Teil des Sozialwesens der Stadt.
•
Feste Kooperationen mit Ausbildungsstätten. Förderung
der
Dialogbereitschaft zwischen den Generationen.
Christian Suhr & Herbert Debes
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Warum Büchner?
»Wir
alle sind Schurken und Engel, Dummköpfe und Genies - und zwar alles
in einem.«
Der
ärmste aller Hunde
»Woyzeck - Ein Abschied in einem Akt«
Ein
mitreißender Theaterabend im Philippshospital Riedstadt
»Die BüchnerBühne ist ein Theater in Büchners Geburtsort, das der in Goddelau
gebürtige Regisseur und Schauspieler Christian Suhr 2008 gegründet hat. Noch ist
es ein Theater ohne Haus, ein Theater ohne Geld, und ein Theater, das, nicht
nachvollziehbar, von der Leitung des Kulturamtes Riedstadt keine Unterstützung
erfährt. Es scheint fast, als habe man Angst vor diesem Einheimischen, der mit
seinen Arbeiten eine belebende Unruhe in die Region gebracht hat.«
Klassiker-Archiv
Übersicht
Shakespeare Heute,
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von Knigge,
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Kafka,
Schnitzler,
Kraus,
Mühsam,
Simmel,
Tucholsky,
Samuel Beckett
Honoré
de Balzac
Berserker und Verschwender
Balzacs
Vorrede zur
Menschlichen Komödie
Die
Neuausgabe seiner
»schönsten
Romane und Erzählungen«,
über eine ungewöhnliche Erregung seines
Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie
von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten
Romanfiguren.
Hugo von
Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit
Shakespeare da war.«
Thomas Bernhard
Eine
kleine Materialsammlung
Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen
gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen
Monologen über Gott und Welt. Ja, der Bernhard hatte schon einen
Humor, gelt?
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