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Romane und Erzählungen«,
über eine ungewöhnliche Erregung seines
Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie
von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten
Romanfiguren.
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Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit
Shakespeare da war.«
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Thomas Bernhard
Eine
kleine Materialsammlung
Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen
gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen
Monologen über Gott und Welt.
Ja, der Bernhard hatte schon einen
Humor, gelt?
Hörprobe

Die Fluchtbewegungen des Bob Dylan
»Oh
my name it is nothin'/ My age it means less/ The country I come from/
Is called the Midwest.«
Ulrich Breth über die
Metamorphosen des großen Rätselhaften
mit 7 Songs aus der Tube
Glanz&Elend -
Die Zeitschrift
Zum 5-jährigen Bestehen
ist
ein großformatiger Broschurband
in limitierter Auflage von 1.000
Exemplaren
mit 176 Seiten, die es in sich haben:
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Edition
Glanz & Elend
Martin Brandes
Herr Wu lacht
Chinesische Geschichten
und der Unsinn des Reisens
Leseprobe
Neue Stimmen
Die
Preisträger
Die Bandbreite der an die 50 eingegangenen Beiträge
reicht
von der flüchtigen Skizze bis zur Magisterarbeit.
Die prämierten Beiträge
Nachruf
Wie
das Schachspiel seine Unschuld verlor
Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer
»Ich glaube nicht an Psychologie,
ich glaube an gute Züge.«
Andere
Seiten
Quality Report
Magazin für
Produktkultur
Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek
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Flaneursalon
Gregor Keuschnig
Begleitschreiben
Armin Abmeiers
Tolle Hefte
Curt Linzers
Zeitgenössische Malerei
Goedart Palms
Virtuelle Texbaustelle
Reiner Stachs
Franz Kafka
counterpunch
»We've
got all the right enemies.«

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Außer
Rand und Band
Sigrid Lüdke-Haertel
über
Stephan Thomes fulminantes
Debüt »Grenzgang«
»Bergenstadt«, der Ort des
Romans, heißt in Wirklichkeit Biedenkopf. Ein nordhessischer Heimatroman also,
aber einer, der es in sich hat. Geschrieben von einem Sinologen, der seit Jahren
in Taiwan, China, lebt. Der Mann kann erzählen und er hat auch was zu erzählen.
Denn alle sieben Jahre ist in seinem Kaff der Teufel los. »Grenzgang« nennt sich
diese Mischung aus kölnischem Karneval und ländlicher Ekstase. Das Fest geht auf
einen mittelalterlichen Brauch zurück. Die ganze Gemeinde schritt, gemeinsam mit
den Nachbarn, die Grenzen der Gemarkung ab. Streitigkeiten wurden an Ort und
Stelle geschlichtet, und anschließend ausgiebig, unter hemmungsloser
Zuhilfenahme von alkoholischen Getränken, gefeiert.
Der Zweck ist weg. Die Rituale sind geblieben. 2005 war der letzte, 2012 kommt
der nächste Grenzgang. (Und nicht wenige Leser dieses Romans werden, wetten!,
dann dabei sein.)
Wenigstens ihr »Garten ist
ein Traum«. Das Leben von Kerstin Werner, 44, ist nämlich alles andere als
wunderbar. Ihre kranke, schon ziemlich verblödete Mutter lebt bei ihr im Haus
und trottet ganztags hinter ihr her. Der sechzehnjährige Sohn muckt ebenfalls
mächtig auf.
Ihr Ex, ein gutverdienender Provinz-Anwalt, der sie wegen einer Jüngeren
verließ, will plötzlich weniger Unterhalt zahlen. Ihre langjährige, im Grunde
einzige Freundin, die aus Bergenstadt stammt, schwirrt nur noch in der
Weltgeschichte herum und genießt ihr Leben. Dabei war es Anita, die sie einst
aus Köln in das kleine Kaff gelockt hatte. Anita kam da her, Kerstin blieb dort
hängen, bei ihrem ersten Grenzgang. Einem Spektakel, bei dem drei Tage und
Nächte lang Kind und Kegel auf den Beinen sind und Mann und Maus sich dabei
einiges hinter die Binde gießen. Bei diesem Fest hatte sich Kerstin in den
kraftvollen, leicht biederen, doch hoch angesehenen Jürgen verknallt. Sie hatte
ihn geheiratet, einige Jahre später ihren Sohn geboren und sich in ihr Schicksal
geschickt. Einundzwanzig Jahre, das heißt drei Grenzgänge später, erwartet sie
nicht mehr viel vom Leben, außer einer »schleichenden Abwärtsbewegung«. Sie
hatte die Männer nicht eigentlich satt, konnte aber das männliche Gehabe nicht
mehr verknusen.
Dieser Provinzroman ist äußerst raffiniert konstruiert. Die Grundstruktur ist
durch den immer wiederkehrenden Grenzgang vorgegeben. Ein Haufen Personal tritt
dabei auf. Doch drei Figuren rücken mehr und mehr ins Zentrum.
Thomas Weidmann war einst vor der Naturidylle nach Berlin entflohen. Seine
Uni-Karriere scheiterte aber und so kehrt er, enttäuscht und desillusioniert,
als Lehrer am Gymnasium nach Bergenstadt zurück. Er wußte: »Er würde ein Leben
beginnen, das er nie gewollt hatte.« Seine Lebensform ruhte auf einem »Fundament
aus Pessimismus«, dem »besten Schutz gegen Enttäuschung«. Dritte Hauptfigur: die
zweiundvierzigjährige Karin Preiss. Sie ist in dem Ort aufgewachsen, nie
wirklich rausgekommen und von dem Gefühl durchdrungen, das Leben versäumt zu
haben.
Wie sich die drei, unter vielen anderen, aufeinander zu bewegen, jeweils in der
Hoffnung, im anderen einen Rettungsanker zu finden, das breitet Thome in
kunstvoll verschlungenen Erzählsträngen und miteinander verschachtelten
Rückblenden eindrucksvoll aus. In kurzen, grandios beschriebenen Szenen wird die
Entwicklung seiner Figuren sichtbar. Sie alle wollen ihrer Einsamkeit
entfliehen. Nur wohin? Aus Neugier und Verzweiflung landen die beiden Frauen in
einem Swinger-Club. Ein echtes Kabinettstückchen. Männer, die ihre Goldkettchen
über der freien Brust baumeln lassen. Spröde Frauen, die sich lasziv geben.
Yucca-Palmen umrahmen die öde Tristesse. Als sich bald nach ihrer Ankunft aus
Kerstins Kehle ein spitzer Schrei löst, ahnt man die Ursache.
Erstaunlich, wie der junge Autor sich in seine älteren weiblichen Figuren
hineindenken, ihre Stärken und Schwächen, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte, vor
allem aber ihre Enttäuschungen beschreiben kann. Das Buch, ein wahrlich großer
Wurf, ist ebenso kraftvoll wie resignativ. Doch am Ende fügt sich (fast) alles,
zu einem wenigstens bescheidenen Glück. Sigrid Lüdke-Haertel
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Stephan Thome
Grenzgang
Roman.
Suhrkamp Verlag
Frankfurt am Main, 2009,
454 Seiten
22,80 €
Leseprobe
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