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de BalzacBerserker und Verschwender Balzacs Vorrede zur Menschlichen Komödie Die Neuausgabe seiner »schönsten Romane und Erzählungen«, über eine ungewöhnliche Erregung seines Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie von Johannes Willms. Leben und Werk Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten Romanfiguren. Hugo von Hofmannsthal über Balzac »... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit Shakespeare da war.« Anzeige Edition
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Zum zweiten Mal wurde der
Fotografiepreis zum Thema Nachhaltigkeit Prix Pictet vergeben.
Surreal wirkt die Szenerie, die
der britische Fotograf Nadav Kander am chinesischen Jangste, dem längsten Fluss
Asiens, eingefangen hat. In einer geradezu trügerischen Idylle sitzt eine Gruppe
junger Chinesen unter den tragenden Pfeilern einer Schnellbahn rund um einen
Tisch. Der Untergrund, auf dem sie sich niedergelassen haben, besteht aus Geröll
und Plastikmüll. Dennoch sitzen sie sich entspannt, ja fast freudig erregt
gegenüber, als befänden sie sich inmitten grüner Natur. Keine drei Meter neben
ihnen fließt nicht nur der größte, sondern auch einer der dreckigsten Flüsse
Asiens. Nebel steigt aus dem zähfließenden, quecksilbrig schimmernden Gewässer
auf, so dass sich selbst dessen drohende Gefahr in einer geradezu märchenhaften
Szenerie auflöst. Die Szene erweckt den Eindruck, als würden die jungen Chinesen
die Ruhe ihres Rückzugsortes genießen. Doch sie sind mitnichten allein. Vom
Fluss wohnt ein Fischer der Intimität ihres Beisammenseins bei. Und schaut man
genau hin, sieht man in der Tiefe des Bildes noch einige andere Personen, die
sich ihr Leben unter der Schnellstraße eingerichtet haben.
Gewonnen hat den diesjährigen Wettbewerb der in Israel geborene Nadav Kander. Seine Bilder vom Gelben Fluss, die in metaphorischer Übertragung von der ständigen Veränderung erzählen, haben die größte Beachtung in der Jury gefunden. Sie sind auch das Dokument des rücksichtslosen Wirtschaftswachstums des gelben Riesen, dessen politische Verantwortungsträger auf ihre Bevölkerung dabei keine Rücksicht nehmen. Einer der Chinesen, auf die Kander während seiner Arbeiten traf, stellte dem Briten eine einfache und doch kaum zufrieden stellend zu beantwortende Frage: „Warum müssen wir erst zerstören, um uns zu entwickeln?“ Kander fand darauf keine Antwort. Aber es wurde ihm eines dabei bewusst: Während er selbst noch an die Orte seiner Kindheit zurückkehren konnte, ist dies den meisten Chinesen unmöglich, denn das rasante Wachstum hat kaum einen Winkel des Landes unberührt gelassen und für immer bis zur Unkenntlichkeit verändert.
Und so löst sich die
Idylle des Titelbildes bei genauer Betrachtung in Schrecken auf. Es ist das
Dokument einer erzwungenen Anpassung, einer Notlage, aus der es keinen Ausweg
gibt. Das scheinbare Picknick ähnelt so eher einer Henkersmahlzeit, die sich
womöglich unendlich oft wiederholt. In einer solchen Situation wächst
Hoffnungslosigkeit und Wut – über die Zerstörung des eigenen Lebensraums. Dieser
Zustand ist eine Provokation und reizt selbst zu einer solchen. Diese
Provokation hat auch den Weg auf Kanders Aufnahme gefunden. In dem jungen
Chinesen, der etwas abseits von der Tischrunde dem Fotografen direkt in die
Kamera schaut. Als wollte er sagen: „Schau genau hin! Das ist das Leben, welches
der Mensch sich selbst bereitet.“ Und man denkt zwangsweise an die sekündlich
stattfindende, stetige Zerstörung der Erde. |
Prix Pictet |
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