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Glanz@Elend |
Ausstellung
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Photographie |
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Die Fotografien der französischen Künstlerin Bettina Rheims beherrschen das
kaiserliche Postfuhramt in Berlin. Ehe sie durch ihr Objektiv schaut, hat sie bereits die Arbeit einer Wissenschaftlerin hinter sich und Bezüge zu anderen Referenzmedien hergestellt. Die Lichtverhältnisse im Raum, die Ausstattung ihrer Szene, die richtige Wahl eines bestimmten Modells, die Schminke, der Schmuck, Mimik und Haltung – das alles bedenkt die 56-jährige Französin, bevor sie zur Tat schreitet und die ersten Probeaufnahmen vornimmt. Letztlich weiß nur sie selbst, wie oft sie während ihrer zuweilen spektakulären Sessions den Auslöser drückt, bis es „Klick“ macht und wieder eines ihrer geschaffenen Kunstwerke im Kasten ist.
Welche
Vielfalt die Arbeiten von Bettina Rheims besitzt, belegt die momentane
Ausstellung „Can you find happiness?“ in der C/O-Galerie in Berlin. Zum
ersten Mal wurden hier neben die künstlerisch motivierten Fotografien
mediale Auftragsarbeiten gestellt. Eine Vielzahl an Titelseiten der
renommiertesten Zeitschriften und Magazine weltweit (im Ausstellungskatalog
sind allein drei D Bettina Rheims hat in ihren Bildern vorwiegend Frauen in Szene gesetzt. Einzig unter den Titelbildern tauchen einige weniger Männer auf, vorwiegend die französische Politprominenz in Form des derzeitigen Präsidenten Nicolas Sarkozy und seines Vorgängers Jacques Chirac. Bettina Rheims besitzt jedoch die beneidenswerte Eigenschaft, auch berühmte Frauen vor ihr Objektiv zu bringen. Geradezu cineastisch fängt sie die Anziehungskraft von Monica Belucci, Caterine Deneuve, Salma Hayek, Milla Jovovitch, Madonna, Kate Moss, Claudia Schiffer, Sharon Stone oder Reese Witherspoon ein. Rheims Arbeit ist von dem Thema der weiblichen Sexualität geprägt. „Ich wusste sehr schnell, dass Frauen mein Thema sind. Frauen, die sich ausziehen. Ich war an ihren Geschichten, ihren Beziehungen, ihrem Sex und ihrer Weiblichkeit interessiert. Ich habe den Körper der Frauen immer geliebt: Er ist wie eine Landkarte von imaginären Ländern.“, sagte sie dem Berliner Tagesspiegel. Seit sie mit dem Ablichten von Pariser Amateur-Stripperinnen in Schwarz-Weiß angefangen hat, lässt sie das Thema nicht mehr los. Wo fängt Sexualität an, wo hört sie auf? Was ist Erotik, was Pornografie? Was verführerisch, was schlüpfrig, was lasziv und was schockierend? Das sind nur einige der großen Fragen, die sie in ihrer fotografischen Arbeit begleiten und deren Fragezeichen über jedem ihrer Bilder zu schweben scheinen. In „Can you find happiness?“ kann man einen Eindruck erhalten, wie lange und intensiv sich Rheims bereits mit den Fragen rund um die weibliche Sexualität beschäftigt hat. „Mein Blick auf Frauen ist nicht voyeuristisch und nicht männlich. Es sind übrigens vor allem Frauen, die meine Bilder mögen. Vermutlich, weil auf ihnen das Sexuelle verbunden ist mit Vergnügen und nicht mit Schmerz wie sonst oft in der Kunst.“ Das unterscheidet sie von Helmut Newton, dessen Bilder den Eindruck erwecken, die Modelle würden heimlich fotografiert werden. Aus den Fotografien von Bettina Rheims blicken den Betrachter stolze Augen an, kokettieren mit ihm, provozieren ihn. Der gelungene Ausstellungskatalog ist bei Schirmer/Mosel erschienen. Allerdings, und da geht es der gleichnamigen Zusammenstellung in Buchform nicht anders, als jedem anderen Werksverzeichnis, kann er doch nicht die besondere Atmosphäre des alten Postfuhramts einfangen. Die makellosen Fotografien stellen an den vom Zahn der Zeit gezeichneten Wänden einen weiteren Kontrast zwischen Wirklichkeit und Fiktion dar. Dem maroden Charme dieser Räume steht die Zeitlosigkeit und Perfektion der Rheims’schen Bilder konträr gegenüber. Spinnt man das alles etwas weiter, wird auch klar, dass mit den ausgestellten Bildern die vollendete Weiblichkeit den einst von männlichem Arbeitseifer geprägten Raum eingenommen hat. Das Spiel mit Realität und Illusion wird so auf die Spitze getrieben. Bettina Rheims „Can you find happiness?“ ist eine großartige Ausstellung, die noch bis zum 11. Mai 2008 in den Räumen der C/O-Galerie im kaiserlichen Postfuhramt Berlin zu sehen ist.
Es lohnt
sich aber auch schon, den Katalog zur Hand zu nehmen, den Blick darin
schweifen zu lassen. So kann man in einzelnen Bildern versinken und den
Geschichten hinter den Bildern nachspüren. |
Die
Ausstellung:
Der
Katalog: |
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