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gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen
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Ja, der Bernhard hatte schon einen
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Die Fluchtbewegungen des Bob Dylan
»Oh
my name it is nothin'/ My age it means less/ The country I come from/
Is called the Midwest.«
Ulrich Breth über die
Metamorphosen des großen Rätselhaften
mit 7 Songs aus der Tube
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Die Zeitschrift
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in limitierter Auflage von 1.000
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mit 176 Seiten, die es in sich haben:
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Zu diesem Thema haben
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Die
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reicht
von der flüchtigen Skizze bis zur Magisterarbeit.
Die prämierten Beiträge
Nachruf
Wie
das Schachspiel seine Unschuld verlor
Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer
»Ich glaube nicht an Psychologie,
ich glaube an gute Züge.«
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Quality Report
Magazin für
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Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek
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Franz Kafka
counterpunch
»We've
got all the right enemies.«


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Schweigen ist Gold
Anders als in Grossbritanien,
Frankreich und Italien melden sich jüngere deutsche Autoren kaum je zu Wort,
wenn es um politische Fragen geht - auch jetzt vor den Wahlen nicht.
Von Thor Kunkel
Als ich Mitte August das Filmfestival in Locarno besuchte, landete ich gegen
Abend im Hotel Giardino, wo ich von einem sehr netten amerikanischen Agenten und
seiner Freundin zum Abendessen eingeladen wurde. Tischgespräch war nicht nur der
herausragende Film „Unter Bauern“ von Ludi Boeken, sondern auch die anstehenden
Bundestagswahlen. Ob ich vorhätte für die eine oder andere politische Kraft
„Partei zu ergreifen“, denn so „könne es ja nicht weitergehen“ oder doch? Da ich
mich schon lange – was Deutschland anbelangt – als schreibenden Toten verstehe,
war ich von dieser Frage zumindest im Ansatz überrascht. Der Agent wollte auch
von mir wissen, ob es überhaupt – einmal abgesehen von SPD-Mann Günter Grass –
deutsche Schriftsteller gäbe, die offen Farbe bekennen. Nein, antwortete ich,
wir sagen wenig. Sehr wenig sogar. Über die „Kulturflatrate“ – die Lockerung des
Urheberrechts - wurde kürzlich vom Verband der deutschen Schriftsteller mehr als
verhalten gemosert, aber im Grunde verstehen die meisten zu wenig von den
wirtschaftlichen Seiten der Branche, sonst wären sie ja keine Künstler geworden.
Kommentare zu wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen kenne ich keine. Selbst
die allesfressende und wiederkäuende Kulturmaschinerie wird kaum kritisiert.
Jeder Fußballer, jede Viva-Moderatorin mischt sich provokanter in die
Tagespolitik ein als der Schriftsteller. Ach ja, der Daniel Kehlmann hielt vor
einiger Zeit eine große Rede in Salzburg über den beklagenswerten Zustand des
Regietheaters, aber doch nur um den Vater Michael zu rehabilitieren. Doch schon
hier schlugen die linken Kulturphilister knallhart zurück: Kehlmann wurde eine
„reaktionäre Einstellung“ unterstellt, man könnte sagen, eine Neigung nach
rechts. Das hätte gefährlich werden können.
Meine Gastgeber waren bestürzt. Aber geradezu entsetzt waren sie, als ich ihnen
auf die Frage, was die Intellektuellen zu den wirklich relevanten Entwicklungen
in Deutschland zu sagen hätten, nur antworten konnte: Wir schweigen. Weil
Schweigen wieder einmal in diesem Land Gold ist. Wir alle sehen, was schief
läuft und halten den Mund. Es ist nicht nur die Einsicht in die eigene
Wirkungslosigkeit, die uns dazu treibt, sondern die begründete Angst uns um die
Stipendien und Almosen der Kulturtechnokraten zu bringen.
Die Bestürzung am Tisch wurde noch größer: Wenn man sich in den Staaten
überhaupt noch ein Bild von der „schwierigen deutschen Literatur“ macht, dann
von einer, die sich gesellschaftskritisch engagiert. Warum also schweigen die
deutschen Schriftsteller? Und warum gehöre auch ich zu den Schweigern?
Eine mögliche Antwort kam mir erst später. Bis zum Fall der Mauer gab es in
Deutschland mehr oder weniger stabile ideologische Blöcke. Jeder von ihnen hatte
eigene Werte, und jeder dieser Blöcke verstand sich in Opposition zum jeweils
andern. Ein kritischer Schriftsteller kannte daher dadurch seine Adressaten. Als
Linker konnte er sich an seine Genossen wenden, als Autor des Establishments an
die Eliten. Seine intuitiven Analysen (vergessen wir nicht, dass
Schriftsteller Dichter sind) dienten dem jeweiligen Lager zur Festigung der
eigenen Ideologie. Natürlich nahmen die Walsers, Bölls, Enzensbergers und
Biermänner, und wie sie alle heißen, zuweilen gerne die Attitüde des Großen
Einzelnen an. Sie wollten nicht zu einem Lager gerechnet werden und riefen ihre
Kritik auch gerne einmal hinüber zum nächsten Block.
Mit der Auflösung der weltanschaulichen Blöcke ist die Mystifikation des
Einzelgängers, die zu Kerouacs Zeiten dem Schriftsteller alleine gehörte,
Allgemeingut geworden. Jeder ist atomisiert, jeder hängt mit einer Kleinstgruppe
à la Die Riesenmaschine zusammen. Jedes Think-Cluster verteidigt
seinen Besitzstand, eine Ideologie, die sie gleichzeitig trennt und verbindet.
Alle sitzen vor ihrem Computer im Elfenbeinturm.
Wer heute noch
Schriftsteller ist, und als solcher wahrgenommen wird, der zählt zu einer
Parallelgesellschaft, die sich auf der Sonnenseite des Lebens angesiedelt hat.
Und weil der Spätkapitalismus zwar Wahlfreiheit behauptet aber letztlich nur
Uniformität zu bieten hat, muss er Vielfalt vortäuschen und verspricht seinen
Individuen „Einzigartigkeit“. Jeder hat heute seinen eigenen Stil, jeder bloggt.
Mit der Folge, dass ein Schriftsteller nicht mehr weiß, an wen er seine Kritik
richten soll.
Er hat weder einen Einfluss auf die Unterdrücker, noch hat er einen Einfluss auf
die Unterdrückten, die Illegalen, die Asylbewerber, die sozial Benachteiligten,
die Straßenschläger mit Migrationshintergrund.
Er kennt sie
nicht, sie lesen seine Bücher nicht, und schreiben auch keine eigenen. Es ist
auffällig, dass die Einwanderer in einem Einwanderungsland wie Deutschland kaum
eine deutschsprachige Literatur hervorgebracht haben; die wenigen Ausnahmen –
wie Feridun Zaimoglu, der übrigens „stolz ist Deutscher zu sein“ und dem das
erlaubt wird – bestätigen die Regel. In anderen europäischen Ländern, in
Großbritannien, Frankreich und Italien, kommen einige der wichtigsten
literarischen Stimmen von Einwanderern und deren Kinder. Diese wären auch in
Deutschland nötig, um eine Kritik zu formulieren, die nicht „treudeutsch“ (also
unkritisch) die multikulturelle Utopie der Regierung verteidigt, sondern
dieselbe mit den alltäglichen Auswirkungen in den Innenstädten konfrontiert.
Davon, seien wir ehrlich, sehen die meisten Bewohner der literarischen Reservate
herzlich wenig, ganz gleich, ob links oder rechts, ob wirtschaftlich erfolgreich
oder nicht, alle gehören zu einer Elite, von der sie wirtschaftlich abhängen.
Dieser Elite hat der deutsche Schriftsteller wenig zu bieten und im Gegenzug
verzichtet diese Elite auf seine Kritik.
Diese
Situation wird sich erst ändern, wenn wir unsere Gesellschaft wieder nach ihrer
Zukunft befragen. Wozu noch Deutschland? Oder wie eine Aktion aus Berliner
Künstlerkreisen kürzlich frech postulierte:
DEUTSCHLAND BRAUCHT DICH – WOZU EIGENTLICH? Ich wette, würde man in der Berliner
Kastanienallee, wo die Jung-Schriftsteller wie Hühner in ihren Legebatterien
hocken, von Tür zu Tür gehen, klingeln und diese Frage den Schreibenden stellen,
die wenigstens hätten eine Antwort parat. Die meisten würden schweigen. Es wäre
auf jeden Fall klüger. Die Fixierung auf die eigene Karriere verhindert ohnehin
bestimmte Wahrnehmungen, die den Platz im Filz der Berliner Boheme gefährden.
Warum die erkennbar wachsende Unterschicht literarisch bespiegeln, warum
Missstände anprangern, die man gottlob nicht kennt? Die Akzeptanz des
intellektuellen Verhaltenskodex, Political Correctness genannt, kommt
inzwischen einer latenten antidemokratischen Verschwörung gleich, und man
braucht kein Genie zu sein, um darin den Keim eines neuen Totalitarismus zu
sehen. Nach Hannah Arendt sind solche Systeme bei den Eliten beliebt, weil sie
«jeden Menschen auf eine sich immer gleich bleibende Identität von Reaktionen
reduzieren“, was de facto einer Pavlowschen Konditionierung des Menschen
entspricht. Die reinen Erregungs-Reflexe, die den aktuellen politischen Diskurs
in Deutschland beherrschen und die eine rationale Auseinandersetzung mit den
veränderten Realitäten verunmöglichen, sind die Ursache des Stillstands der
deutschen Literatur.
Und hier wäre die Position des kritischen Schriftstellers, der von der Freiheit
des Wortes Gebrauch macht. Fernab einer affirmativen Beschwörung der
gesellschaftlichen Missstände, die in einer literarischen Welt aus lauter
kleinlichen Eigeninteressen bestenfalls aufgesetzt wirkt, hat er nun für ein
kollektives Interesse einzustehen, nämlich für Freiheit. Literatur appellierte
immer an sie, – an die Freiheit, die Dinge anders zu sehen.
Es geht in der Literatur nicht darum, eine überkommene und von
oben abgesegnete Haltung zu kopieren oder zu einem System Ja und Amen zu sagen,
das zunehmend immer weniger Fragen zu seiner Legitimität zulassen wird und uns
durch unser Schweigen nicht einmal mehr nehmen muss, was doch Voraussetzung
unserer Arbeit wäre, – das freie Wort nämlich.
© 2009 by T.Kunkel
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Albert Camus
(*07.11.1913
†
04.01.1960
Der Künstler und seine Zeit
»Wir
Schriftsteller des 20. Jahrhunderts werden nie mehr allein sein. Im
Gegenteil, wir müssen wissen, daß wir dem gemeinsamen Elend nicht
entrinnen können und daß unsere einzige Rechtfertigung, wenn es eine
gibt, darin besteht, nach bestem Können für die zu sprechen, die es
nicht vermögen. Wir müssen in der Tat für all die Menschen sprechen,
die in diesem Augenblick leiden, welches auch die vergangene oder
zukünftige Größe des Staates oder der Partei sein mag, von denen sie
unterdrückt werden: für den Künstler gibt es keine privilegierten
Henker. Darum kann heute, selbst heute, vor allem heute, die
Schönheit nicht im Dienste einer Partei stehen; sie dient über kurz
oder lang nur dem Schmerz oder der Freiheit der Menschen. Einzig
engagiert ist der Künstler, der zwar keineswegs den Kampf ablehnt,
wohl aber sich weigert, sich den regulären Truppen anzuschließen,
das heißt der Franktireur.«
(Vortrag
gehalten am 14.12.1957 in der Aula der Universität Uppsala, aus A.
Camus, Kleine Prosa, rororo)
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