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Die Bandbreite der an die 50 eingegangenen Beiträge
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Die prämierten Beiträge
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Wie
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Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer
»Ich glaube nicht an Psychologie,
ich glaube an gute Züge.«
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Warum
Büchner?
Langeweile & Erbarmen
»Was
die Leute nicht alles aus Langeweile treiben! Sie
studieren aus Langeweile, sie beten aus Langeweile, sie
verlieben, verheiraten und vermehren sich aus Langeweile
und sterben endlich an der Langeweile.«
Ein Mensch, dessen Leben ohne Sinn ist, kommt vor
Langeweile um. Prinz Leonce aus dem Lustspiel
»Leonce
und Lena« (1836) könnte ein Lied davon singen – doch
selbst dies ist ihm der Mühe nicht wert … Der Geliebten
gesteht er galant, er liebe sie wie seine Langeweile:
»Ihr
seid eins.«
George Danton, der große Redner und einer der Anführer
der französischen Revolution, und verantwortlich für
zahllose Tote, sitzt im Drama
»Dantons
Tod« (1835) morgens teilnahmslos auf der Bettkante und
möchte nur in Ruhe gelassen werden Als ihn Freunde zur
Flucht vor der Guillotine bewegen wollen, meint er:
»Das
ist sehr langweilig immer das Hemd zuerst und dann die
Hosen drüber zu ziehen und des Abends ins Bett und
morgens wieder heraus zu kriechen.«
Jakob Michael Reinhold Lenz, deutscher Schriftsteller
des Sturm und Drang, Theologe, Pfarrerssohn und
Titelheld in Büchners Erzählung (1836) entgleitet gar in
den Wahnsinn: Er spürt sich selbst am Ende nur noch,
wenn er sich Schmerz zufügt, indem er den Kopf an die
Wand donnert. Sein letzter Wunsch:
»Laßt
mich in Ruhe!«
Und Georg Büchner? Deutscher Arztsohn aus Goddelau,
steckbrieflich gesucht wegen umstürzlerischer Umtriebe
in Hessen (Der
Hessische Landbote), ständig auf der Flucht,
Dichter umständehalber, dann studierter Spezialist für
das Nervensystem von Fischen und die Philosophie
Spinozas, Doktor der Medizin, Übersetzer Victor Hugos,
stirbt im Februar 1837 mit 23 Jahren im Schweizer Exil
an Typhus und – wie manche sagen – an
Ȇberanstrengung
der Seele« … Wie konnte dieser junge Mann die Langeweile
zum Hauptmotiv seines Werkes machen? Wie kann einer, der
nur drei Jahre Zeit hatte für sein Werk und die
Revolution, seine Figuren an Langeweile ersticken
lassen?
Der Büchner-Preis-Träger Paul Celan hat ihn 1960 in
seiner Dankesrede den
»Dichter
der Kreatur« genannt. In Büchners Werk ist die
bedingungslose Liebe zur Kreatur (mit all ihren
Abgründen) tatsächlich die einzige Kraft gegen die
tödliche Leere. So mahnt Camille Demoulins in
»Dantons
Tod« die Mitgefangenen kurz vor dem Schafott, einen
letzten, versöhnlichen Blick auf sich selbst zu
richten:
Seid (wenigstens jetzt), die Ihr seid! (oder immer sein
wolltet)
»Nimmt
man die Masken ab,
sieht man überall nur den einen, unverwüstlichen
Schafskopf;
nicht mehr, nicht weniger.
Die Unterschiede sind so groß nicht,
wir alle sind Schurken und Engel, Dummköpfe und Genies
-
und zwar alles in einem:
die vier Dinge finden Platz in dem selben Körper,
sie sind nicht so groß, wie man sich einbildet.
Schlafen, Verdauen, Kinder machen -
alles andere sind Variationen in verschiedenen Tonarten
zum selben Thema.
Wozu also sich voreinander genieren?
Wir haben alle am selben Tisch gesessen und haben
Bauchschmerzen;
was haltet ihr euch die Servietten vors Gesicht?
Schreit nur und heult, wie euch zumute ist.
Schneidet nur keine tugendhaften, witzigen,
heroischen oder genialen Grimassen mehr,
wir kennen uns ja, spart euch die Mühe!«
Niemand stirbt für sich allein … Schön wär´s ja …
Bis heute haben alle Revolutionen
»ihre
Kinder« gefressen – und doch bleiben Anlässe genug, auch
weiterhin für eine lebenswertere Welt zu arbeiten – und
sei es für solche armen Kreaturen wie Lucile, die
Liebende, die in
»Dantons
Tod« am Ende scheinbar alles durcheinander bringt, als
sie nach der Ermordung ihres Mannes ruft:
»Es
lebe der König.« Warum nur? Mag sein, sie sucht Erbarmen
wenigstens im Tod (der ihr nach diesem Ausruf sicher
ist).
Wer spendet es den Lebenden? … Büchner fühlte sich
zuletzt vernichtet
»unter
dem gräßlichen Fatalismus der Geschichte«. In der
menschlichen Natur erkannte er
»eine
entsetzliche Gleichheit, in den menschlichen
Verhältnissen eine unabwendbare Gewalt, Allen und Keinem
verliehen«. Der Enttäuschung verschaffte er in seinen
Figuren Stimme und unvergleichliche Persönlichkeit. Ihre
Sehnsüchte groß und voller Leidenschaft – ihre
Handlungen gleichsam gelähmt von Verdruß und Leere …
Bedingungslos steht der Dichter zu ihnen – verweisen sie
doch auf sein eigenes Dilemma – und unseres …
Bis heute passen Büchners Worte in keine
wissenschaftliche oder gar politische Ordnung, lassen
sie keinen in Ruhe, der sie gern hätte. Wir geben ihnen
und anderen Unruhestiftern eine Bühne, um etwas zu
erfahren: Über uns…
Denn Bewegung hat noch keinem geschadet – schon gar
nicht unserem trägen Prinzen Leonce:
»Ich
habe noch eine gewisse Dosis Enthusiasmus zu
verbrauchen; aber wenn ich Alles recht warm gekocht
habe, so brauche ich eine unendliche Zeit um einen
Löffel zu finden.«
Suchen wir doch gemeinsam.
Christian Suhr/Herbert Debes
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Wozu das Theater?
Ein Laboratorium sozialer
Phantasien.
Der
ärmste aller Hunde
»Woyzeck - Ein Abschied in einem Akt«
Ein
mitreißender Theaterabend im Philippshospital Riedstadt
»Die BüchnerBühne ist ein Theater in Büchners Geburtsort, das der in Goddelau
gebürtige Regisseur und Schauspieler Christian Suhr 2008 gegründet hat. Noch ist
es ein Theater ohne Haus, ein Theater ohne Geld, und ein Theater, das, nicht
nachvollziehbar, von der Leitung des Kulturamtes Riedstadt keine Unterstützung
erfährt. Es scheint fast, als habe man Angst vor diesem Einheimischen, der mit
seinen Arbeiten eine belebende Unruhe in die Region gebracht hat.«
Der
Hessische Landbote
Erste Botschaft
[Juli-Fassung]
Darmstadt, im Juli 1834
Dantons Tod
Dramatische Bilder aus Frankreichs Schreckensherrschaft
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Vorrede zur M enschlichen Komödie
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Neuausgabe seiner
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von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten
Romanfiguren.
Hugo von
Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit
Shakespeare da war.«
Thomas Bernhard
Eine
kleine Materialsammlung
Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen
gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen
Monologen über Gott und Welt. Ja, der Bernhard hatte schon einen
Humor, gelt?
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