5 Jahre
Glanz
@Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik
© by Herbert Debes & Kurt Otterbacher

Belletristik - 50 Rezensionen
Romane, Erzählungen, Novellen & Lyrik
 

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»›Die Welt ist blau‹ der hinreißenden
und gerade wieder entdeckten
deutsch-jüdischen Exilschriftstellerin
Victoria Wolff mutet an wie Kurt Tucholskys
›Schloß Gripsholm‹ im sonnigen Süden.«

Madame


AvivA Verlag

 

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»
Wie in konzentrischen Kreisen bohrt sich Sandra Hoffmanns Text in die Erlebnisse und Empfindungen der Liebenden hinein, erzählt von Glück und Enttäuschung, Verheißung und Angst, von der Einmischung durch Dritte und dem Gefühl der Bedrohung.«
C. H. Beck

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Verloren in Gottes eigenem Land
»In der fraglichen Nacht war ich betrunken, fast schon bewußtlos, und ich schwöre bei Gott, ein Vogel hat mir das Motelzimmerfenster eingeschlagen...«
Das grandiose Debüt des Amerikaners Willy Vlautin.
Sein Roman »Motel Life« liest sich wie ein langer, trauriger Blues. Simple, ehrlich, auf das Wesentliche reduziert, erinnert seine Geschichte an Steinbecks »Von Mäusen und Menschen«.

Der Kopf voller Sterne
Sigrid Lüdke-Haertel über Tim Wintons Surfer-Roman »Atem«
Echte Surfer sind süchtig, nach dem Meer, der Sonne und nach den Wellen, den hohen Wellen, der höchsten Welle. Der Erregung überhaupt. »Wenn du am Ende noch immer lebendig auf deinen Beinen stehst, durchschießt es dich wie Elektrizität. Du fühlst dich lebendig, hellwach ... Mann, das ist so, als hättest du die Hand Gottes gespürt«.

Schmetterlinge essen
Stefan Möller über Mircea Cărtărescus Roman-Moloch »Die Wissenden«
Sprachgewaltig kommt das Sammelsurium von Träumen, Geschichten, Fantasien, abstrusen Gedankenspielen und monströsen Begebenheiten daher. Cărtărescu beherrscht sein Metier, jongliert mit Begrifflichkeiten, erfindet Worte und haut dem Leser seine ausschweifende Sprachartistik um die Ohren, so dass der bald nicht mehr weiß, wo hinten und vorn, wo oben und unten ist.

Schwindelerregend gewöhnlich
»Dieser Roman ist eine Erzählung über das Hinterherlaufen: hinter den Menschen, Träumen und Zielen und Ängsten – ja, hinter dem Leben.«
Das Schweizer Wunderkind Catalin Dorian Florescu scheitert in seinem neuen Werk »Zaira« an den hohen Erwartungen und enttäuscht seine Leserschaft.
Leseprobe
Hörprobe

Plaudereien aus dem Nähkästchen
Hanns-Josef Ortheil & Klaus Siblewski klären uns auf
»Wie Romane entstehen«

»Der 'Roman' ist ein unübersichtliches, sich häufig chaotisch darstellendes Gelände, das alle Planungsabsichten von vornherein bedroht oder in Frage stellt.«

Rekapitulationen
Lothar Struck über Marcel Beyers neuen Roman »Kaltenburg«
»Man ertappt sich dabei, dass ungeliebte Wort vom 'Meisterwerk' hier passend zu finden und – endlich einmal! – damit einverstanden zu sein.«


Die Verdrehung der Welt oder »Jedes Paradies hat seine Schlange«
Der Literaturprofessor Abdourahman A. Waberi zeichnet ein Bild von der Welt unter umgekehrten geopolitischen Vorzeichen.
»In den Vereinigten Staaten von Afrika«


Drei Tage der Wahrheit
Ein ehemaliger RAF-Terrorist wird begnadigt und verbringt mit seinen alten Weggefährten das erste Wochenende in Freiheit. Die Freunde ziehen gemeinsam Bilanz.
Thomas Hummitzsch über Bernhard Schlinks Roman »Das Wochenende«

»Erst abwracken, dann vögeln«
Die Welt der Politiker hat nicht mehr viel mit der ihrer Wähler gemein.
Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit zeigt in seinem neuen Roman »Nicht die ganze Wahrheit«, in welchem Parallel-Universum sich unsere Regierenden bewegen und erzählt ganz nebenbei von der Scheinheiligkeit des politischen Lebens.

Verschwunden in Argentinien
Das argentinische Militär führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Pablo Poznan gerät in die Fänge des Regimes. Eine verzweifelte Suche beginnt, die greifbar den Horror des Gewaltregimes enthüllt und nebenbei eine Satire auf das jüdische Selbstbild entwirft.
»Mit Das Ministerium für besondere Fälle ist Nathan Engländer ein fulminanter Debütroman gelungen, gewaltig in all seiner Vehemenz, Hoffnung und Kraft, pendelnd zwischen angedeutetem Horror und purer Ironie. Eine Sensation.«

Holocaust war gestern, jetzt ist Nahost-Konflikt
In Israel begehrt eine neue Schriftstellergeneration auf. Ernst sollte man sie nehmen,
die jungen Wilden der israelischen Literaturszene, die die politischen, gesellschaftlichen und moralischen Verhältnisse in dem jüdischen Staat kritisch betrachten:Von der Würde des Menschen.

»Unser Leben ist ein Wirbel und kein Strich«
Sigrid Lüdke-Haertel über das stürmische Romandebüt
»Bestattung eines Hundes« von Thomas Pletzinger
»Eheprobleme, Dreiecksgeschichten, männliche und auch echte Hahnenkämpfe sind so großartig beschrieben, daß man sich schon beim Lesen die Blutspritzer aus dem Gesicht wischt.«

Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten.
Sein opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben. Von Thomas Hummitzsch

Hier können Sie einen
Auszug aus Grossmans Jahrhundertwerk »Leben und Schicksal« lesen.

Literatur ist Literatur und Schnaps ist Schnaps
© David Monniaux
Turbulenzen bei der Lektüre von Jonathan Littells Roman »Die Wohlgesinnten« kommentiert von Goedart Palm: »Es gibt einen Schrecken, der sich trotz seiner historischen Protokollierung den Darstellungen der Literatur und gleichermaßen den Verständnishorizonten der Literaturkritik entzieht. Dafür ist Jonathan Littell indes nicht haftbar zu machen, so sehr es auch einige Kritiker erzürnt, im Widerstand gegen dieses Werk auf die Aporien und Vorurteile ihrer eigenen Disziplin zu stoßen.«

Ein menschlicher Schelmenroman?
»Aber das Unmenschliche – ich bitte um Entschuldigung –, das gibt es nicht. Es gibt nur das Menschliche, immer nur das Menschliche«
Marcus A. Born über Jonathan Littells kontrovers diskutierten Roman
»Die Wohlgesinnten«


Nein, liebe Leute, dieser Kaiser ist nackt!
»Dieses Buch stösst weder an die Grenzen der Literatur, noch an die der Literaturkritik.«

Eine Entkleidung in drei Kapiteln von Gregor Keuschnig


Schlechte Reklame für ein gutes Buch
»Huckepack-Marketing der dreisten Art, ebenso einfalls- wie geschmacklos, und es degradiert Merles grandiosen Roman zu dem Vorläufer-Modell eines provokant ambitionierten Schreibprojektes, dessen konzeptionelle und literarische Qualitäten auch nicht ansatzweise an die Meisterschaft Merles heranreichen.«
Über Robert Merles biographischen Roman
»Der Tod ist mein Beruf«


Erste Liebe
»Wer ein Herz in seiner Brust und in diesem die Liebe eines Sommers trägt, der sollte nicht nur, nein, der muss dieses Buch lesen.«
Thomas Hummitzsch über die Geschichte eines Sommers in Italien der niemals enden soll und doch nur sechs Wochen währt. Wochen voller Sinnlichkeit, Begehren, Leidenschaft und Obsession. André Acimans Roman
»Ruf mich bei Deinem Namen« ist das Zeugnis einer einmaligen Liebe.

Die Stadt der wilden Hunde
Sigrid Lüdke-Haertel über Martin Mosebachs
»Nachrichten aus dem alltäglichen Indien«
»
Ein Land, das über 7oo.ooo Computerspezialisten verfügt, ein Land, in dem fast überall ganztags der Fernseher läuft, Plastikdeckchen auf den Allerweltsmöbeln liegen, auf wunderschönen Teichen, an denen Büffel trinken, nicht nur herrliche Seerosen, sondern auch massenhaft Plastiktüten schwimmen und ein verdorbener Geruch über allem treibt, ein solches Land läßt sich, zum Glück, nicht unter einen Hut bringen.«

Eine europäische Katastrophe
Ein Balanceakt zwischen Holocaust und Balkankrieg, Geschichte und Gegenwart, Betroffenheit und Objektivität ist Igor Štiks Roman
Die Archive der Nacht »... ein abenteuerlicher und wagemutiger Marsch durch unsere Zeit, der eine Brücke zwischen den europäischen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts schlägt. Ihm ist nichts weniger gelungen, als ein gesamteuropäischer Geschichtsroman.«

Fahrtenbücher eines Kapitäns zur See und zur Seele

Joseph Conrads 150. Geburtstag bescherte uns neue Biographien und Neuübersetzungen seiner wichtigsten Novellen. Bernd Blaschke hat sie gelesen und kommentiert.

Wozu Goethe?

Martin Walser phantasiert ergreifend Glück und Pein der Altersliebe.
»Für Walser-Fans ist
Ein liebender Mann fraglos ein unbedingt lesenswertes Buch; auch wenn man seine strittigen Bilder von Altersliebe mutiger und aktueller finden mag, wenn sie ohne den vorgeschobenen Nationalheiligen dargeboten werden.« Von Bernd Blaschke


Sein Leben als alter Mann

Nach 34 Jahren verabschiedet sich Philip Roth von seinem alter ego Nathan Zuckerman. »Als potenter Erzähler von nunmehr eher kürzer, kompakter und mithin immer ‚kontinenter’ werdenden Alterswerken ist Roth nahezu konkurrenzlos.« Bernd Blaschke über »Exit Ghost«

Zuckermanns Ende
»Es gab größere, bedeutendere und raffiniertere Romane aus seiner Feder, doch keinen Unvermeidbareren, als diesen. »Exit Ghost« ist das bittere Ende, das dazugehört. Unumstößlich. Unausweichlich. Roth.«
Thomas Hummitzsch über den sinnlosen Kampf der »Nicht-Mehrs«


»Nein, keine traurige Geschichte.«
Eine schöne. Eine sehr schöne. Aus der Zeit, als das Schreiben noch geholfen hat. Lothar Struck über Peter Handkes Erzählung
»Die morawische Nacht«

Die iranische Sonnenfinsternis

Thomas Hummitzsch über Dalia Sofers mitreißenden Schicksalsroman »Die September von Schiras«

Verrückte Liebschaft im Bordell

Juan Marsé über die
Liebe in einer vom Verbrechen geprägten Welt.

Halt Dich an Deiner Liebe fest
Bernd Blaschke über Ulrich Peltzers poetische Kunst der Fuge über Revolte und Staatsschutz

Die Angst vor dem Schlussstrich
Stewart O’Nans großartige Erzählung »Letzte Nacht«

Nichts ist für die Ewigkeit – nicht einmal der Tod

José Saramago geht in »Eine Zeit ohne Tod« dem Aussetzen des Sterbens auf den Grund. Ein außergewöhnlicher Totentanz.

Mutmaßungen über Monsieur Lambert
Jean-Jacques Sempés neuestes Lese- & Bilderbuch
Monsieur Lambert

Vom Leben, vom Tod, und vom Übrigen auch dies und das
Lothar Struck über Urs Widmers Poetikvorlesungen

Vom Erwachen der Liebe
Thomas Hummitzsch über Alberto Vigevanis Erzählung »Sommer am See«


Giftige Schadenfreude
Thomas Hummitzsch über Truman Capotes »Erhörte Gebete«


Verlorene Leben
Sigrid Lüdke-Haertel über Julia Francks Meisterstück »Die Mittagsfrau«

Das Phänomen der kleinen Welt
Michael Ondaatjes neuen Roman Divisadero

Eine (un)glückliche Liebesgeschichte
Katja Lange-Müllers neuer Roman »Böse Schafe«

Eine Frage der Perspektive
Irrgänge durch Mark Z. Danielewskis grandios wuchernden Roman
»Das Haus - House of Leaves« von Goedart Palm

Handkes Exerzitien des Schauens
Gregor Keuschnig über Peter Handkes Journal »Gestern unterwegs«

Wunschloses Wohlbehagen – oder wir alle wohnen in unterschiedlichen Thomas-Mann-Straßen
Peter V. Brinkemper über die große kommentierte Frankfurter Ausgabe von Thomas Manns »Doktor Faustus«

Die Gretchenfrage
Sigrid Lüdke-Haertel über einen Frankfurter Kriminalfall mit weltweiter Wirkungsgeschichte Gretchen

»Foul is fair and fair is foul«
Über Georg M. Oswalds neuen Roman »Vom Geist der Gesetze«

Ein Sommernachtstraum?
Sigrid Lüdke-Haertel über Martin Mosebachs neuen Roman
»Der Mond und das Mädchen«

Eine mitreissende Suada
Das begeisternde Debut der Ariane Breidenstein Und nichts an mir ist freundlich

Zerlegte Zeit
Lothar Struck über Gerhard Roths Autobiographie »Das Alphabet der Zeit«

Koordinaten
Sigrid Lüdke-Haertel über Ulf Erdmann Zieglers autogeographischen Roman
»Wilde Wiesen«


Von der Notwendigkeit zu leben
Richard Fords erzählerischer Geniestreich »Die Lage des Landes«

Ausgesaugte Träume
Gregor Keuschnig über Martin von Arndts tour de force »ego shooter«

»Leer wurde plötzlich die Welt.«
Martin Warny über Jean Amérys Frühwerk »Die Schiffbrüchigen«

 

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