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Reader, go home!
»Es ist ein altes Vorurteil in schöner wie unschöner Literatur,
daß Texte für Leser geschrieben werden.«

Eine Leserbeschimpfung von Goedart Palm


Literaurbetrieb
Über Literaturkritik in den alten und neuen Medien
Das Lied vom Ende singen die Anderen
Ein Kommentar von Herbert Debes
Internet-Magazine sind nicht der das Ende der Literaturkritik, sondern eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Strukturen
»Was die Online-Literatur-Magazine für die etablierten Printmedien tatsächlich so »gefährlich« macht, ist jedoch die Tatsache, daß sie, den Perlentaucher ausgenommen, nicht nach »marktwirtschaftlichen Kriterien« funktionieren. Es gibt sie, weil ihre Macher wollen, daß es sie gibt. Sie sind unberechenbar, weil sie sich nicht rechnen müssen.«


Glosse
In eigener Sache
Die Abmahnung als Kunstform des Zeitgeists
Eine Glosse von Herbert Debes
Die derzeit blühende Abmahnungsmanie bezeichnet den Niedergang einer Streitkultur, die in Deutschland ohnehin keine rühmliche Geschichte hat, und erreicht im Glauben, mit der formalen Androhung wirtschaftlicher Konsequenzen, abweichende inhaltliche und stilistische Positionen auf ihre vermeintlich realistische Sicht der Dinge verpflichten zu können, ihre bislang niederste Stufe. Jene zivilisatorische Membran, gemeinhin Kultur genannt, die uns von der Barbarei trennt, teilt das Schicksal der Ozonschicht.

Das Evangelium nach Miersch und Maxeiner
Jürgen Nielsen-Sikora zu den gesammelten Kolumnen über den alltäglichen Wahnsinn »Frohe Botschaften«
»Es gibt einen Analphabetismus des Verstandes, den kein akademischer Titel, keine berufliche Stellung und auch nicht die äußere Erscheinung zu korrigieren vermögen, und der sich in einer Epoche, die die Schlagzeile, das Stichwort und den Slogan vergöttert, schneller als sonst ausbreitet.«

Eine Bankrotterklärung für die eigene Zunft
Wer ein Buch mit dem Untertitel »Wie man in 15 Minuten die Welt unbegreiflich macht« schreibt, sollte mindestens in der Lage sein, diese Behauptung argumentativ zu belegen.
Gregor Keuschnig zerlegt
Walter van Rossums gescheiterten Versuch über »Die Tagesshow«

Die segensreiche Krise
»Die wie auch immer definierte Krise der Kultur ist nicht die Ausnahme, sondern ihr Normalzustand … Das ist auch gut so – erwächst doch jeder Fortschritt aus Unglück, Entsetzen und Auflehnung.«
Gregor Keuschnig über Jerzy Jedlickis grandiose Studie über
»Die entartete Welt«



»Nobilitierung durch Nachbarschaft«
Burghard Dedner über die absurde Genealogie »Saint-Just, Büchner, Himmler« Martin Mosebach und die Frankfurter Allgemeine Zeitung

Im Diadochenreich der Bücher

Eine enzyklopädische Standortbestimmung von Goedart Palm

Die neue Inquisition
Über die Renaissance der Gesinnungsästhetik in den Medien

Eine Frage der Ehre
Ein Statement von Kurt Otterbacher zur »Operation Walküre
«

Lesen ist kein Wert an sich
»Heute wird unter dem Etikett »Literatur« alles verkauft,
was zwischen zwei Buchdeckel paßt und eine Marktnische ausfüllt.«

Tollkühne Ansichten eines Clowns

Voll im Thema, mitten daneben!
Rolf Hochhuths Theaterstück

McKinsey kommt
»Seit Arthur Miller vor fünfzig Jahren 'Tod eines Handlungsreisenden' auf die Bühne brachte, wird hier erstmals wieder der 'Rausrationalisierte' ins Zentrum eines Dramas gerückt: Die Katastrophe der Entlassenen.« Rolf Hochhuth


Schmähschrift
Goethe und seine Opfer
von
Tilman Jens
Im Konjunktiv ist leicht bedauern, was im Leben läßt erschauern.


Zur moralischen Kunst der inszenierten Politik
von Goedart Palm
»So wird etwa die Frage, ob ein Außenminister, der früher Polizisten geprügelt hat, noch tragbar ist, wichtiger als die Frage, welche Außenpolitik dieses Gemeinwesen verfolgt.«

 

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