|
Anzeige
»Adiga
betritt die literarische Bühne in strahlender Rüstung,
bereit, sie im Sturm zu erobern. Wir verneigen
uns vor diesem Talent.«
Gary Steyngart,
Autor
von
»Absurdistan«
Leseprobe |
|
C.H.Beck |
Glanz&Elend -
Die Zeitschrift
Zum 5-jährigen Bestehen
ist
ein großformatiger Broschurband
in limitierter Auflage von 1.000
Exemplaren
mit 176 Seiten, die es in sich haben:

Die menschliche
Komödie
als work in progress
»Diese mühselige Arbeit an den Zügen des
Menschlichen«
Zu diesem Thema haben
wir Texte von Honoré de Balzac, Hannah Arendt, Fernando Pessoa, Nicolás
Gómez Dávila, Stephane Mallarmé, Gert Neumann, Wassili Grossman, Dieter
Leisegang, Peter Brook, Uve Schmidt, Erich Mühsam u.a., gesammelt und mit den
besten Essays und Artikeln unserer Internetausgabe ergänzt.
Inhalt als PDF-Datei
Dazu erscheint als
exklusive Erstveröffentlichung das interaktive Schauspiel »Dein Wille geschehe«
von Christian Suhr & Herbert Debes
Leseprobe
Neue Stimmen
Die
Preisträger
Die Bandbreite der an die 50 eingegangenen Beiträge
reicht
von der flüchtigen Skizze bis zur Magisterarbeit.
Die prämierten Beiträge
Wir empfehlen:
kino-zeit
Das
Online-Magazin für
Kino & Film
Mit Film-Archiv, einem bundesweiten
Kino-Finder u.v.m.
www.kino-zeit.de






br-buecher-blog
Andere
Seiten
Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek
Joe Bauers
Flaneursalon
Gregor Keuschnig
Begleitschreiben
Armin Abmeiers
Tolle Hefte
Curt Linzers
Zeitgenössische Malerei
Goedart Palms
Virtuelle Texbaustelle
Reiner Stachs
Franz Kafka
counterpunch
»We've
got all the right enemies.«
Riesensexmaschine
Nicht, was Sie denken?!
texxxt.de
Community für erotische Geschichten
Wen's interessiert
Rainald Goetz-Blog
Technorati Profile
 |
Edition Glanz & Elend
Herr
Wu lacht
Martin Brandes erzählt Chinesische Geschichten und vom Unsinn des Reisens
Leseprobe:
»Wenn ich das Reisen weiterhin geschickt vermeiden könnte, wäre es ja hier in
Chinas quirlig lärmender Hauptstadt im Grunde auch ganz wie in München: die
Gattin geht in ihr Kommunikations-Büro, wo immer noch nicht ganz klar ist, ob
die chinesischen Mitarbeiter die Gattin oder die Gattin die chinesischen
Mitarbeiter zum Wahnsinn treibt. Im Moment steht es wohl unentschieden. Ich
bleibe wie immer zuhause und schreibe. Meist darüber, wie man in China Filme
dreht, aber auch manchmal darüber, wie man eine Weinflasche entkorkt.
Wein nämlich gilt den Yuppie-Chinesen der gerade entstehenden Mittelschicht als
hochschickes Getränk. Die wenigsten wissen jedoch, wie man die verflixte Flasche
öffnet.
Meist hacken sie mit dem Küchenmesser auf den armen Korken ein, bis der völlig
zerfetzt in der begehrten Flüssigkeit herumschwimmt. Oft wird der Korken auch
komplett in die Flasche hineingedrückt, die dann meist eine Weindusche für den
Drücker bereithält. Für eine gern gelesene Pekinger Wochenzeitung, die
rätselhafterweise Beijing Today heißt, schrieb ich schließlich auf Wunsch der
wissbegierigen Trend-Redakteurin einen halbseitigen Artikel, wie man einen
Korken aus der Flasche zieht, ohne dabei zu verbluten.
Ich selber habe ja auch ziemlich lange gebraucht, bis ich Rosentaler Kadarka von
Amselfelder Gnadenlos unterscheiden konnte, den Genuss von Retsina oder Mosel
Kellergeister nicht mehr für den kulinarischen Höhepunkt des Abends hielt und
vor allem endlich Zabernet richtig aussprechen konnte. Ich bin auch nicht der
Meinung, daß die Kenntnis unterschiedlicher Jahrgänge oder Rebsorten einen
Menschen unbedingt sympathischer macht. Trotzdem war unsere erste Weinprobe in
China doch recht gewöhnungsbedürftig. Der stets lachende und schwitzende Herr Wu,
seines Zeichens verantwortlich für die internationale Vermarktung der Weine des
größten Weinguts Chinas im Yantai Gebiet, wollte die sommerliche Weinprobe mit
einigen gut beheizten Weißweinen beginnen. Schwer enttäuscht, daß ich ihm die
Flaschen abnahm und sie erst mal in den Kühlschrank stellte, erklärte er mir mit
seinem wunderbar blumigen Deutsch, geschult an den deutschen Klassikern, und
wohl auch an den uralten Lehrbüchern chinesischer Universitäten, dass er
selbstverständlich für so außergewöhnlich hochrangige und ehrenwerte deutsche
Weinverkoster wie uns nur die hochklassigsten Tropfen seines Hauses
herbeigeschleppt habe. Seine wunderschöne Assistentin stand schweigend daneben
und tat auch den Rest des Abends nichts anderes. Das aber konnte sie
ausgezeichnet. Nach und nach trafen auch unsere anderen Gäste ein, gespannt auf
die Genüsse aus Chinas renommiertestem Weinkeller. Aus den Resten eines
importierten spanischen Schinkens hatte ich als kulinarische Grundlage einen
kleinen Linseneintopf gekocht, den die schöne Assistentin offensichtlich nicht
mochte. Dezent ließ sie den größten Teil davon unter den Tisch fallen. Dort traf
sich der Linseneintopf in schöner Eintracht mit dem spanischen Käse, den sie
wohl auch nicht schätzte.
Der Weißwein war inzwischen im Kühlschrank immerhin schon auf lauwarm
heruntergekühlt und sollte nun endlich verkostet werden. Vergeblich suchte Herr
Wu die Flasche zu öffnen. Es war ganz offensichtlich - dieser füllige junge Mann
hatte noch nie in seinem Leben einen Korkenzieher in der Hand gehabt. Meinen
bahnbrechenden Artikel hatte er wohl auch nicht gelesen. Nun machte ich den
Fehler des Abends. Beherzt und vielleicht inzwischen etwas unwirsch über den
holprigen Beginn der ersehnten Weinprobe, nahm ich Herrn Wu den Korkenzieher aus
der Hand. Mit einem deutlichen: »Ich mach das jetzt einfach mal für Sie« öffnete
ich die Flasche. Damit war natürlich der Abend gelaufen. Herr Wu hatte sein
Gesicht verloren und lachte an diesem Abend nur noch selten. Dafür schwitzte er
um so mehr. Vor allem als wir ihn darauf hinwiesen, bei seinem teuersten Rotwein
seien vorsichtshalber gleich zwei unterschiedliche Jahrgänge auf dem Etikett
angegeben. Auch hielten wir den Preis von 80 Euro, selbst wenn er dafür zwei
Jahrgänge in einer Flasche böte, und so hübsch dieselbe auch gestaltet sein
möge, für doch etwas übertrieben. Im Supermarkt, im Regalbereich der
8-Euro-Weine würde ihm der deutsche Konsument wohl gern Reverenz erweisen. Das
waren harte Worte für einen Mann, der Die Glocke auswendig hersagen
konnte. Ich selber kann mir noch nicht einmal meine Adresse in Peking merken,
geschweige denn aussprechen. Aber Herr Wu hatte ja gefragt. Nicht nach meiner
Adresse übrigens, die kannte er ja schon. Er wollte ja unsere geschätzte Meinung
über die Marktchancen seiner Weine wissen. Und wir sagten sie ihm! Wohl etwas zu
deutlich.
Herr Wu schwitzte so schwer wie wohl noch nie in seinem Leben und ein wenig
Mitleid regte sich jetzt doch in meiner mitfühlenden Seele. Was konnte der
freundliche Mann schließlich dafür, daß er von Wein nichts verstand? Und auch
noch nie im Ausland gewesen war, das er ja mit seinen Weinen beglücken sollte.
Eigentlich war er ja Marketingchef einer regionalen Eisenbahngesellschaft in der
Provinz Shandong, die auch ein Weingut betrieb. Oder war es umgekehrt? Herr Wu
ließ diese Frage unbeantwortet und verschwand irgendwann im Laufe des Abends
samt wunderschön schweigender Assistentin auf Nimmerwiedersehen, unter
Hinterlassung seines gesamten Probiermaterials. Zurzeit soll er übrigens
erfolgreich am chinesischen Raumfahrtprogramm mitarbeiten und nebenberuflich
eine Diskothek leiten. Oder war es vielleicht umgekehrt?«
Martin Brandes,
1952 in Braunschweig geboren.
Diverse Schulen. Chemiehilfsarbeiter, Lexikon-Verkäufer, Bankbote,
Platzanweiser, Filmvorführer, Verkaufschef und Geschäftsführer in Filmverleih
und Produktion. Drehbuchlektor- und Schreiber in München.
Seit 2001 als Autor und Dokumentarfilmer in China.
Martin
Brandes
Herr Wu lacht
Chinesische Geschichten und der Unsinn des Reisens
Edition Glanz & Elend
Strandgut Verlag, Fankfurt/M 2008
Limited Edition 750 Exemplare
96 Seiten
8,80 €
ISBN 978-3-9812734-0-3
So bestellen Sie
»Herr Wu lacht« direkt bei uns:
Überweisen Sie 8,80 € + 1,20 €
Versandkosten
Gesamt: 10,00 € an:
HypoVereinsbank: Herbert Debes
Konto-Nr.: 657 208 809
Bankleitzahl: 700 202 70
Geben Sie in der Überweisung Ihre Postanschrift an. Wir senden Ihnen
Herrn Wu nach
Zahlungseingang
umgehend
zu.
Interessierte Buchhandlungen
wenden sich bitte an: glanzundelend@gmx.de
Hier geht es zu:
Allgemeine Geschäftsbedingungen
(AGB)
Widerrufsbelehrung
|
Anzeige
 »Eine
unverzichtbare Fundgrube für die Liebhaber kurioser Enzyklopädien, eine
raffiniert wissens-strotzende Summa summarum der Torheiten und Genialitäten der
Weltgeschichte, von A bis Zett erzählt von Ulrich Holbein.«
Der Blog zum Buch
Ammann Verlag
Schiffsmeldungen
Nachrichten, Gerüchte, Ideen,
Leute & Jobs
aus der Verlagswelt,
Fachpresse & Handel
Links
Bücher-Charts
l
Verlage A-Z
Medien- & Literatur
l
Museen im Internet
Rubriken
Belletristik -
50 Rezensionen
Romane, Erzählungen, Novellen & Lyrik
Quellen
Biographien, Briefe & Tagebücher
Geschichte
Epochen, Menschen,
Phänomene
Politik
Theorie, Praxis & Debatten
Ideen
Philosophie & Religion
Kunst
Ausstellungen, Bild- & Fotobände
Tonträger
Hörbücher & O-Töne
SF & Fantasy
Elfen, Orcs & fremde Welten
Sprechblasen
Comics mit Niveau
Autoren
Porträts, Jahrestage & Nachrufe
Verlage
Nachrichten, Geschichten & Klatsch
Film
Neu im Kino
Männer im Zug
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
»Es war vor Fulda, als sie einstiegen. Ich saß im Zug auf dem Weg nach
Stuttgart. Ich kann mir immer nur Fulda merken. In Fulda gibt es den Slogan
»ideal zentral«. Damit meint Fulda sich selbst.«
Literatur
in Bild & Ton
Literaturhistorische
Videodokumente von Henry
Miller, Jack Kerouac, Charles Bukowski, Dorothy Parker, Ray Bradbury
& Alan Rickman liest Shakespeares Sonett 130
Thomas Bernhard
Eine kleine Materialsammlung
in Bildern & Tönen
samt Fragebogen
und Dramolett
Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen gerade auf den
Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen Monologen über Gott und
Welt. Ja, der Bernhard hatte schon einen Humor, gelt?
Klassiker-Archiv
Übersicht
Shakespeare Heute,
Shakespeare Stücke,
Goethes Werther,
Goethes Faust I,
Eckermann,
Schiller,
Schopenhauer,
Kant,
von Knigge,
Büchner,
Marx,
Nietzsche,
Kafka,
Schnitzler,
Kraus,
Mühsam,
Simmel,
Tucholsky,
Samuel Beckett
Honoré de Balzac
Berserker
und Verschwender
Balzacs
Vorrede zur Menschlichen Komödie
Die
Neuausgabe seiner
»schönsten
Romane und Erzählungen«,
über eine ungewöhnliche Erregung
seines Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie
von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse
mit einem Repertorium der wichtigsten Romanfiguren.
Hugo von Hofmannsthal über Balzac
»... die
größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit Shakespeare
da war.«
Jahrhundertwerk
Vom
Entgleisen der Welt
Wassili Grossmans
Roman
»Leben und Schicksal«
ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten.
Sein opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig
– ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des
Falschen das Sagen haben. Von Thomas Hummitzsch
Hier
können Sie einen
Auszug aus Grossmans Jahrhundertwerk
»Leben und
Schicksal«
lesen.
Leben & Werk
© Archiv S.
Fischer Verlag
Fahrtenbücher
eines Kapitäns
zur See
und zur Seele
Joseph Conrads 150. Geburtstag bescherte uns neue
Biographien und Neuübersetzungen
seiner wichtigsten Novellen. Bernd Blaschke hat sie gelesen und kommentiert.
»Seine Darstellung elementarer Gefühle und der Hang zum Kult ums primitive
Leben, welche die Situationen auf See mit sich bringen, machten Conrad
zu einem Existenzialisten avant la lettre. Die Condition humaine
verdüstert sich im Werk dieses Spätviktorianers und nähert sich der
Moral des Camusschen’ Sisyphos, der seine vergeblichen Mühen tapfer,
ja glücklich erträgt.«
|