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F.
Scott Fitzgerald
Geboren
am 24.9.1896 in St. Paul (Minnesota), gestorben am 21.12.1940 in
Hollywood, begraben auf dem Union Cemetery in Rockville. Er war
unglücklich als Princeton-Student, weil er nicht Kapitän der
Footballmannschaft wurde, und unglücklich als Liebhaber. Er war in einen
Wirbelwind verliebt, in Zelda Sayre, eine wunderschöne, verwöhnte
Tochter aus gutem Hause.
Das einzige Netz, mit dem er sie hätte fangen können, war aus Geld und
Ruhm gestrickt. Nach zwei Jahren in einer Werbeagentur hatte Fitzgerald
sein Ziel erreicht: Mit 24 Jahren machte ihn sein erster Roman ›This
Side of Paradise‹ berühmt und reich, und Zelda wurde seine Frau. Jung,
schön und erfolgreich, wie sie waren, standen sie im Mittelpunkt von
Glanz und Glimmer, und führten ein gintrunkenes Leben mit »tausend
Partys und ohne zu arbeiten«.
Alles endete im schrecklichen Kater der Wirtschaftskrise. Zank und
Geldprobleme zerstörten die Ehe mit Zelda, die geisteskrank wurde. Um
Geld zu verdienen, ging Fitzgerald 1937 nach Hollywood. Als die
Metro-Goldwyn-Mayer dem Drehbuchschreiber Schulberg mitteilte, man habe
einen neuen Mitarbeiter eingestellt, einen gewissen Fitzgerald, rief
jener aus: »Fitzgerald? Ich dachte, er sei tot.« Vier Jahre später war
er es.
Diesseits
vom Paradies
Roman
Aus dem Amerikanischen von Martina Tichy und Bettina Blumenberg. Mit
einem Nachwort von Manfred Papst
Originaltitel: This Side of Paradise
Diogenes
Leinen, 432 S.
ISBN 3-257-06517-5
Euro 24.90 / sFr 42.90
»Hier war eine neue Generation, die aufgewachsen
war, um herauszufinden, daß alle Götter tot waren, alle Kriege
ausgefochten, alle Überzeugungen erschüttert… Amory bedauerte sie, doch
nicht sich selbst – er konnte annehmen, was annehmbar war,
umherschweifen, wachsen, rebellieren… Und er konnte nicht in Worte
fassen, warum es den Kampf lohnte.« S. F.
Amory Blaine ist begabt und privilegiert. Von der Mutter hat er die
Überzeugung, zu Höherem geboren zu sein. Er studiert in Princeton, und
nach etlichen Flirts begegnet er Rosalind, seiner ersten großen Liebe.
Als sie ihn für einen anderen verläßt, zerschellen Amorys jugendliche
Ideale. Was bleibt, ist der Alkohol – aber trotz aller Trauer und
Enttäuschung auch die Erkenntnis, daß das Leben, so pathetisch und
lächerlich es oft scheint, doch lebenswert ist: nicht jenseits, sondern
diesseits vom Paradies. Mit diesem Roman, seinem Erstling, begründete F.
Scott Fitzgerald 1920 seinen Ruhm als Chronist seiner Zeit. Über Nacht
wurde der Roman zum Kultbuch, Amory Blaine zur Identifikationsfigur für
die amerikanische Nachkriegsgeneration. In Rhythmus und Klang bereits
ein unverkennbarer Fitzgerald – ironisch und warmherzig, glitzernd und
wehmütig zugleich.
Der
große Gatsby
Roman
Aus dem Amerikanischen von Bettina Abarbanell. Mit einem Nachwort von
Paul Ingendaay
Originaltitel: The Great Gatsby
Diogenes
Leinen, 256 S.
ISBN 3-257-06518-3
Euro 19.90 / sFr 34.90
New York 1922. Auf seinem Anwesen in Long Island gibt Jay Gatsby
sagenhafte Feste. Er hofft, mit seinem neuerworbenen Reichtum, mit Swing
und Champagner seine verlorene Liebe zurückzugewinnen. Zu spät merkt er,
daß er sich von einer romantischen Illusion hat verführen lassen. Gatsby
wurde zum Sinnbild des amerikanischen Traums und dessen Scheiterns, zum
Inbegriff von Aufstieg und Fall. Seine schreibenden Zeitgenossen
erkannten den Stellenwert dieses Buchs sofort. Doch spätestens seit der
Verfilmung mit Mia Farrow und Robert Redford (1974) gilt Der große
Gatsby als F. Scott Fitzgeralds unumstrittenes Meisterwerk.
»Ich habe es dreimal gelesen. Seit Jahren hat mich kein neues Buch mehr
so gefangengenommen und begeistert. Ich glaube, damit hat die
amerikanische Literatur den ersten Schritt über Henry James hinaus
gemacht.«
T.S. Eliot / an F. Scott Fitzgerald
Die
Liebe des letzten Tycoon
Ein
Western
Roman
Aus dem Amerikanischen von Renate Orth-Guttmann. Mit einem Nachwort von
Verena Lueken
Originaltitel: The Love of the Last Tycoon. A Western
Diogenes
Leinen, 240 S.
ISBN 3-257-06519-1
Euro 19.90 / sFr 34.90
»Ich trage mein Herz an der Stelle, die Gott dafür
vorgesehen hat, nämlich nach außen hin unsichtbar.« S. F.
Er ist der letzte Hollywood-Produzent, der Mittelmaß und Klischees nicht
duldet: Monroe Stahr verbringt Tag und Nacht in den Aufnahmestudios,
Vorführräumen und Drehbuchschreiber-Büros, um die Arbeit an seinen Filmen
zu überwachen. Als ein Gewitter nachts die Kulisse für eine Burma-Szene
unter Wasser setzt, ist er sofort zur Stelle – und entdeckt dabei zwei
Frauen, die sich unerlaubt auf das Gelände geschlichen haben. Eine davon
ist Kathleen Moore – deren natürlicher Charme Monroe Stahr vom ersten
Augenblick an in den Bann zieht. Bevor er seinen fünften Roman zum
Abschluß bringen konnte, erlag Fitzgerald einem Herzinfarkt. Dennoch liest
sich das Fragment wie ein abgeschlossener Roman. Edmund Wilson, ein Freund
und selbst Autor, brachte es kurz nach Fitzgeralds Tod heraus unter dem
Titel Der letzte Taikun. 50 Jahre später hat Matthew J. Bruccoli,
Herausgeber der historisch-kritischen Ausgabe, einen bedeutenden Fund
gemacht: einen Zettel mit Fitzgeralds handschriftlichen Notizen zum Titel.
Darauf stehen diverse Varianten, alle durchgestrichen, bis auf eine: The
Love of the Last Tycoon – Die Liebe des letzten Tycoon. Ein Titel, der
paßt, enthält der Roman doch in erster Linie die Liebesgeschichte zwischen
dem Hollywood-Produzenten Monroe Stahr und der geheimnisvollen Kathleen
Moore.
»Ich bin überzeugt, daß dieses Fragment einen großen Einfluß haben wird
auf die Zukunft der amerikanischen Literatur. Ein starkes Buch.«
John Dos Passos (1945)
Die
Schönen und Verdammten
Roman
Aus dem Amerikanischen von Hans-Christian Oeser:
Mit einem Nachwort von Manfred Papst
Originaltitel: The Beautiful and Damned
Diogenes
Leinen, 608 S.
ISBN 3-257-06520-5
Euro 24.90 / sFr 42.90
»Wir machen Seifenblasen, Anthony und ich, und
wenn sie platzen, machen wir neue. Genauso große und genauso schöne, bis
die ganze Seife und das ganze Wasser aufgebraucht sind.« S. F.
Ihr Leben ist eine einzige Party, sie trinken und tanzen die Nächte durch.
Gloria und Anthony sind ein Traumpaar – sie sind jung, schön,
verschwenderisch… und verdammt. Bald schon müssen sie aus Geldnot New York
verlassen. Unter dem weiten Himmel von Connecticut holt sie die Langeweile
ein, und alles endet in einem fürchterlichen Kater. Gloria und Anthony –
zwei Liebende, die »galant zur Hölle fahren«.
»Dieses Paar vergißt man nicht wieder. Anthony und Gloria wachsen
einem ans Herz – auch wenn sie sehenden Auges in den Untergang gehen. Das
hat Stil, das hat Klasse. Eleganter wurde Untergang nie beschrieben.«
Libro Journal, Salzburg
Drei Stunden zwischen zwei Flügen
und andere Meistererzählungen,
Diogenes
9 x 14.8 cm
464 S., Leinen
ISBN 3-257-06556-6
Euro 19.90 / sFr 34.90
Geschichten aus den roaring twenties, als das Trinken und Tanzen kein
Ende hatte, skandalöse junge Frauen ihr Haar kurz trugen (wie in der
Erzählung Bernices Bubikopf) und nur eines im Sinn hatten: den Männern den
Kopf zu verdrehen. Fitzgerald schreibt auch über den Morgen danach, vom
Leben als einer Rauhen Überfahrt, wie eine autobiographisch gefärbte
Erzählung heißt. In Winterträume, einer Geschichte, die als Skizze zu
Fitzgeralds Meisterwerk Der große Gatsby gilt, geht für den mittellosen
Dexter Green der amerikanische Traum vom großen Geld in Erfüllung, nicht
aber der Traum von der großen Liebe. Fitzgeralds Geschichten sind auch die
der lost generation, des Katzenjammers nach der großen Depression. In
Wiedersehen mit Babylon kehrt ein Amerikaner nach Paris zurück: Sein
Vermögen ist verloren, seine Frau tot, seine Tochter will man ihm nicht
anvertrauen … und die Bar des Ritz ist leer. In Drei Stunden zwischen zwei
Flügen reichen drei Stunden aus, um einer verflossenen ersten Liebe
wiederzubegegnen, das Herz wieder in Schwingung zu versetzen – und für
immer zu verletzen. Fitzgeralds Figuren suchen voller Sehnsucht nach
etwas, was nie gefunden werden kann, weil die Vergangenheit für immer
verloren ist. Und je diffuser die Erinnerung an die einstigen Gefühle
wird, desto weniger kann man sie vergessen.
Zärtlich
ist die Nacht
Roman
Aus dem Amerikanischen von Renate Orth-Guttmann: Mit einem Nachwort von
Heinrich Detering
Originaltitel: Tender is the Night
Diogenes
Leinen, 560 S.
ISBN 3-257-06521-3
Euro 24.90 / sFr 42.90
»Es war so leicht, geliebt zu werden, so schwer, zu
lieben.« S. F.
Dick
und Nicole Diver führen das Leben kultivierter Expatriates an der
französischen Riviera. In ihrer Villa gehen Künstler und andere
Exzentriker ein und aus. Darunter auch die hübsche Schauspielerin
Rosemary. Jung und ehrgeizig, hat sie sich in den Kopf gesetzt, den Herrn
des Hauses zu verführen. Allerdings weiß sie nicht, worauf sie sich dabei
einläßt – welche Geheimnisse der Psychiater und seine zarte Frau
verbergen. Neun Jahre arbeitete F. Scott Fitzgerald an diesem Roman. Und
als er 1934 endlich erschien, war ihm kein Erfolg vergönnt. Fitzgerald war
irritiert – er hatte versucht, ein Porträt seiner Zeit zu zeichnen, und
nun wollte ihn seine Zeit nicht verstehen? Er schrieb den Roman um und
verpaßte der neuen Version das Etikett final version. Doch erst 1951 wurde
die zweite Fassung postum veröffentlicht. Ernest Hemingway war bestürzt:
»Es ist, als hätte man einem Schmetterling die Flügel ausgerissen und sie
so wieder angesetzt, daß er wie eine Biene geradeaus fliegen kann. All der
Staub, aus dem die Farben sind – die Magie des Schmetterlings –, ist
verloren.« Jahrzehntelang lebte der Roman in dieser entstellten Form
weiter. Nun aber ist die Magie des Schmetterlings endlich auch in einer
deutschen Übersetzung zu entdecken.
Stimmen zum Buch:
»Ein Schriftsteller, der mir lieb ist: Scott Fitzgerald. Immer bei
seinem Agenten in der Kreide; mit einer Frau, die verrückt war und in
Heimen untergebracht werden mußte; Scott, extravagant, liebenswert,
verspielt und unmöglich. Sein Genie blühte, und er schrieb ›Zärtlich ist
die Nacht‹ in der entsetzlichsten psychischen Verfassung.«
Carson McCullers
»So lässig diese Geschichte hingeplaudert scheint, so perfekt ist sie
komponiert. Selten hat Fitzgerald mit so atemberaubender Sicherheit
erzählt. Jedes Detail hat einen doppelten Boden.« Heinrich Detering / im
Nachwort
»Der schönste Roman über das Scheitern der Liebe – ersmals auf deutsch die
ursprüngliche Fassung von 1934.« Die Zeit, Hamburg |