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Von
der Notwendigkeit zu leben
Richard Fords erzählerischer Geniestreich »Die Lage des Landes«
Zu Beginn seines
Romans schildert Ford ein morgendliches Bad im Atlantik, beschreibt
seinen Gang durch die Dünen zum Strand, wie das kalte Wasser von seinem
Denken und Fühlen Besitz ergreift. Eine Reminiszenz an das Schlußbild
von Albert Camus' Roman »Der glückliche Tod«? Am Ende steht
Frank Bascombe in einem alten grünen Sweatshirt und mit aufgerollten
Hosenbeinen wieder im Meer, das seine Fesseln umspielt und denkt: »Das
ist Notwendigkeit. Das ist das fehlende Viertel - leben, leben,
ausleben.«
Die Leser dürfen sich freuen auf dieses bewegende Wiedersehen mit Frank Bascombe,
dem Helden von Der Sportreporter und Unabhängigkeitstag — er ist
mittlerweile 55 Jahre alt und freut sich, mit schöner Strandvilla und
seiner zweiten Ehefrau Sally, auf den nächsten, ruhigeren
Lebensabschnitt. Er nennt dieses Hochplateau des erfüllten Lebens die
»Permanenzphase«. Seine Idylle erweist sich jedoch als trügerisch:
Sallys erster, tot geglaubter Ehemann taucht wieder auf, und sie geht
mit ihm fort, um die Dinge zu klären. Kurz darauf wird bei Frank
Prostatakrebs diagnostiziert. Und nun naht Thanksgiving, das
uramerikanische Fest der Familie. Wie fest der Boden unter seinen Füßen
wirklich ist, muss sich bei jedem Schritt neu zeigen.
In dem ominösen Millenniumsjahr 2000, dessen Herbst von den »gestohlenen
Wahlen« und George Bushs billigem Triumph geprägt ist, zieht Frank
Bascombe, der nette, vernünftige Nachbar, Bilanz.
Wie die Dinge in seinem Leben liegen und an der Küste von New Jersey,
das beschreibt er mit Detailschärfe und großem Humor und denkt nach über
Loslassen und Verlust, über die eigene Lebensleistung und
Vergänglichkeit — und über die Hoffnung, denn, ja, nach allen
erdbebenartigen Umwälzungen, die dieser Roman, einfühlsam und mitreißend
schildert, hat Frank noch einiges vor sich. Ein existentielles Buch, das
für viele Leseenttäuschungen der letzten Jahre entschädigt. Grandios.
Herbert Debes
»Ulysses aus New Jersey (...)
Mit Die Lage
des Landes hat Richard Ford ein epochales Meisterwerk geschaffen.«
Volker Hage, Der Spiegel
»Eines der besten Bücher der letzten Jahre.« Andrea Köhler, NZZ
»Den zwischen allen
Sprachebenen hin und her springenden Roman zu übersetzen, hier den
Maklerjargon oder den Herrenwitz und dort die pathetisch gehobene, aber
philosophisch schlingernde Rede zu treffen, war eine große
Herausforderung für den Übersetzer. Frank Heibert hat ihr glanzvoll
entsprochen.« Ulrich Greiner, Die Zeit
»Wer die Menschen verstehen
will, sollte Geschichten von Richard Ford lesen.« Sacha
Verna, DAS MAGAZIN
»Ein wirklicher Höhepunkt
dieser Büchersaison.« Arne Rautenberg, NDR Kultur, Buch
der Woche
»Krankheit, Politik, Familie — Ford scheut vor keinem der großen ernsten
Themen zurück, und wie immer schreibt er mit dem ihm eigenen
durchtriebenen Witz über sie. Wir kennen Frank Bascombe nun schon eine
ganze Weile, und im Gegensatz zu den meisten literarischen Figuren kann
man von ihm sagen — er lebt!«
The
New York Times Book Review
Richard
Ford Die Lage des Landes Roman
Aus dem Englischen von Frank Heibert
Berlin Verlag, 688 Seiten, Gebunden,
24,90 €
ISBN-13: 9783827000651
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