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Peter
Ackroyd
Shakespeare
Die Biographie
Originaltitel:
Shakespeare. The Biography
Aus dem Englischen von Michael Müller, Otto Lucian
Knaus
Gebundenes Buch, 656 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
2 farbige Bildteile a 8 Seiten und s/w-Illustrationen im Text
ISBN-10: 3-8135-0274-0
€ 28,00
Peter Ackroyds
Bücher sind in England Kult. Seine Biographie der Stadt London war auch
hierzulande ein großer Erfolg. Nun entwirft er in seiner
Shakespeare-Biographie das Bild eines Mannes, der die Freiheit, das Spiel
und das Wort liebte, dem das Leben überbordende Energie, nie versiegende
Lust am Neuen und einen hell strahlenden Geist mitgegeben hatte. Andere
Biographen haben analysiert, Ackroyd lebt sich in Shakespeares Welt
hinein.
Das Leben des begnadeten Dramatikers und Dichters William Shakespeare
(1564-1616) gibt bis heute zu Spekulationen Anlass. Kaum Persönliches ist
überliefert. Nur das Werk ist ein Vermächtnis von zeitloser Genialität.
Peter Ackroyd lässt sich weder von der Fülle der Shakespeare-Literatur
noch von den Ungewissheiten seines Lebensweges abschrecken. Wahlverwandt
und souverän findet er Spuren in Dramen und Sonetten, bei Zeitgenossen und
Nachfahren. Er gesellt sich zu dem glücklichen Kind aus wohlgeordneten
Verhältnissen, das den Fluss liebte und den freien Flug der Vögel,
begleitet den Dichter als warmherzigen, kühnen und selbstbewussten jungen
Mann, der süchtig war nach Experimenten jeder Art und sich durch nichts
aufhalten ließ. Mit überschäumender Vitalität entwickelte sich Shakespeare
schnell zu einem sehr guten Schauspieler und Autor. Der tägliche Kontakt
mit seinem Publikum, das aus allen Gesellschaftsschichten kam, floss
unmittelbar in seine Stücke ein. Sie waren theaterwirksam und ganz nah am
Leben. Shakespeare predigte nicht und lieferte keine Regeln; er bildete
die Welt in ihrem Widerspruch ab, so dass sich Menschen bis heute in
seinen Stücken erkennen.
Peter Ackroyd kommt dem Mann aus Stratford-on-Avon beispiellos nahe. Diese
freundschaftliche Nähe macht das Buch zu einer berührenden und wunderbar
leichten Lektüre.
Peter
Ackroyd
William Blake
Dichter, Maler, Visionär
Originaltitel: Blake
Aus dem Englischen von
Thomas Eichhorn
Knaus
Gebundenes Buch, 480 Seiten, 15,0 x 22,7 cm
1 farbiger Bildteil mit 24 Seiten, 2 s/w-Bildteile a 8 Seiten
ISBN-10: 3-8135-0102-7
€ 29,00 [D] / SFr 50,70
Schon als Kind verfügte William Blake über das zweite Gesicht und setzte
seine Visionen von den Engeln und Propheten in Bilder und Verse um.
Williams Vater, ein Strumpfwarenhändler, erkannte früh, dass der Junge für
einen Brotberuf untauglich war, und meldete den Zehnjährigen in der
bedeutendsten Londoner Zeichenschule an. Mit der Aufnahme in die Royal
Academy of Arts, zwölf Jahre später, schien für William Blake eine
glänzende Laufbahn als Maler vorgezeichnet. Aber er überwarf sich mit dem
Akademiepräsidenten und erfolgreichen Porträtmaler Sir Joshua Reynolds und
wurde Kupferstecher, eine damals beinahe schon altmodische Profession.
Blakes Leben ist immer reich an Widersprüchen gewesen. Er setzte sich
demonstrativ die rote Jakobinermütze auf, idealisierte aber als glühender
Patriot Britanniens Vergangenheit. Er mied die Öffentlichkeit, ließ sich
jedoch durch einen Soldaten in einen Skandalprozess verwickeln. Viele
Zeitgenossen rühmten seine Sanftmut, aber wehe dem Widersacher, der seinen
Zorn erregte. Er schrieb Hymnen auf die freie Liebe und brach in seinen
Aquarellen und Zeichnungen erotische Tabus, lebte aber 45 Jahre lang treu
an der Seite seiner Frau: Catherine Boucher.
Sie stammte aus einfachsten Verhältnissen, bildete sich nach der Heirat
(1782) durch eigene Studien weiter und half Blake nicht zuletzt mit ihren
technischen Fertigkeiten bei der Vollendung seiner bekanntesten Werke: die
Lieder der Unschuld und Erfahrung (1789/94), die Ideenschrift „Die
Hochzeit von Himmel und Hölle“ (1793), die Illustrationen zum Buch Hiob
(1824) und zu Dantes „Divina Commedia“ (1826) und die späten Versepen wie
„Milton“ (1809) und „Jerusalem“ (1804-20), in denen er hebräische,
germanische und keltische Mythen zu einer neuen Kosmologie verschmolz.
Diese Werke, so unterschiedlich sie auch anmuten, zielen doch alle darauf
ab, „die Pforten der Wahrnehmung zu reinigen“, damit der Mensch wieder das
Unendliche zu schauen lernt. Blake, der sich als Medium eines poetischen
Genius bezeichnete, sah im Künstler die eigentliche Verbindung zu Gott.
Die Priester dagegen, Wächter einer pervertierten Religion, hinderten den
Menschen mit ihrer Fixierung auf die zehn Gebote daran, seine Energie und
seine Phantasien freizusetzen.
Als radikaler Künstler wurde Blake zum Ein-Mann-Unternehmer, der seine
„illuminierten Bücher“ im Alleingang herstellte: Er schrieb die Verse, er
entwarf die Bilder, er fertigte die Druckplatten nach einem von ihm selbst
entwickelten Hochdruckverfahren (Reliefradierung) an und kolorierte, von
seiner Frau unterstützt, die Drucke. Auf diese Weise entzog er sich allen
kommerziellen Zwängen, verlor aber nach und nach sein Publikum.
Auch unter dürftigsten Lebensbedingungen fand er in seiner Kunst
Erfüllung. „Wenn es je einen glücklichen Menschen unter den
Intellektuellen gab“, so ein Zeitgenosse Blakes, „dann war es dieser
Künstler.“ Noch auf dem Sterbebett arbeitete er an einer neuen Version
seines berühmten Gemäldes: Und Gott erschuf die Welt. Mit den Worten: „Ich
gehe in ein Land, das ich schon immer sehen wollte“, beschloss er ein
Leben.
Peter Ackroyd stellt nicht nur Leben und Werk dieser oft verkannten Genies
dar, sondern hebt auch die vielfältigen Inspirationen hervor, die er von
deutschen Künstlern und Theoretikern empfing (Winckelmann, Lavater,
Heinrich Füssli). Er würdigt Blakes Bedeutung für spätere Generationen und
arbeitet anschaulich den zeitgeschichtlichen und politischen Hintergrund
heraus, vor dem sich seine Werke erschließen: die konservative Politik
eines William Pitt d. J., die Französische Revolution, die Napoleonischen
Kriege.
Ackroyd erzählt so plastisch von Blakes prägenden Erlebnissen, dass wir
uns als Leser in die Ateliers seiner Lehrherrn versetzt glauben, wo wir
den Geruch von Nussöl, Decklack und Farbruss einatmen. Wir wähnen uns an
der Seite des jungen Künstlers, der die schäbigen Viertel Londons
durchstreift, in Westminster Abbey mittelalterliche Gräber nachzeichnet
und den Geist der gotischen Kunst in sich aufnimmt. Diese mit dem Atem
eines großen Romans geschriebene Biographie schließt eine Lücke auf dem
deutschen Buchmarkt.
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