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Glanz@Elend |
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Fotokunst |
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Hiroshi Sugimoto,
1948 in Tokio geboren, speichert in seinen Fotografien die Zeit, um zu
einer reinen visuellen Form zu gelangen. Durch eine spezielle Technik
der kontrastiven und überlangen Belichtung transformiert er Objekte,
öffentliche Räume und Architektur jenseits der alltäglichen Wahrnehmung,
Veränderung, Bewegung und Benutzung in entrückte, überwirkliche Sphären,
in denen die üblichen Kriterien von Bewegung und Stillstand, Leben und
Tod überwunden zu sein scheinen. Am deutlichsten tritt diese elementar fotografische Philosophie des angehaltenen und auch wieder umgelenkten Lichtstroms in den Kino-Bildern zu Tage: Die Rückverwandlung eines verdunkelten Saals aus seiner Funktionalität, einen Raum, einen Behälter zu bieten, in dem ein Lichtspieltheater die Zuschauer durch eine Leinwand in den Sog einer Raum-Zeit-Bildprojektions-Maschine mit ihrem typischen Schnitt- und Bewegungsrhythmus zieht. Aus diesem virtuellen Kanal wird eine verästelte, nachbarocke Bildrahmenarchitektur um ein makellos weißes Fenster mit dem Blick auf ein imaginäres Jenseits, die überhelle gegenstandslose Geometrie eines "Rest- und Raumselbstbildes" (frei nach Matrix), das sich wie ein weißer Fleck in die Fotografien Sugimotos und in das ästhetische Bewußtsein des Betrachters einbrennt.
Oder umgekehrt die ambivalente
Reinszenierung der klassischen Wachsfiguren nach Motiven der Renaissance
in ihren Top-Ansichten und fast zu perfekten Kostümen als wahrhaft
rückverlebendigte Holbeinsche-Malerei-Objekte und dagegen die leicht
dekonstruierte Entblößung der zeitgenössischen VIP-Plastiken in ihrer
dreidimensionalen künstlerischen Unzugänglichkeit und
Persönlichkeitsschrumpfung, die bald der durchstartende Holo-Film als
Problemkonstante beschäftigen wird. Die klassische Architektur hat
bereits eine andere, erratische Dimension, wenn sie jenseits des an ihr
vorbeirasenden Verkehrs und durch sie eilenden Publikums wahrgenommen
und festgehalten wird. Und der unauffindbare Horizont, das
dampfig-vaporöse Nirgendwo zwischen der See und dem Himmel enthüllt in
den
Seascape-Aufnahmen Sugimotos eine eigene temporale
Aussagenlogik über den angeregten und doch ungreifbaren Zustand von
Licht, Luft, Element und Energie ohne die üblichen Konturen und
Formationen einer Landkante, See-, Küsten- und Hafenlinie. |
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