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Der ewige Proust

Zur Rezeptionsgeschichte und den Perspektiven einer zeitgenössischen Proustlektüre


Ein Essay von Lars Hartmann

Wer Proust liest, sollte sich daran erinnern, dass diese Literatur zu den Hochzeiten künstlerischer Avantgarden entstand. Eine seltsame und euphorisierende Phase: 1913 wurde in Paris unter großem Skandal Strawinskys »Le sacre de Printemps« aufgeführt. Ebenfalls 1913 fand im Musikvereinssaal in Wien das sogenannte Watschenkonzert statt, nicht nur ästhetisch ein Ereignis, sondern auch ganz handfest eine große Show, da es zu Schlägereien kam: plötzlich wurde da unter der Leitung von Arnold Schönberg eine neue Musik gespielt, die man bisher in dieser Form und die Hörgewohnheiten verletzend nicht kannte. So kam es auch körperlich zum Exzess. Zur gleichen Zeit entstanden Erzählungen von Kafka, wie etwa »Die Verwandlung« und »Das Urteil« sowie seine Romane »Der Verschollene« und »Der Prozess«, Picasso malte 1907 »Les Demoiselles d’Avignon« und von Marcel Duchamp gab es 1913 sein erstes Ready Made, das Fahrrad-Rad, den Flaschentrockner 1914 und jenes bekannte Urinoir 1917 – von »Nu descendant un escalier no. 2« aus dem Jahr 1912 ganz zu schweigen: ein Bild, das Kubismus und Futurismus einerseits aufgriff und sie zugleich auch wieder parodierte. Es war dies eine nicht nur für die Kunst bewegende Zeit, sondern auch politisch und gesellschaftlich brachte sie erhebliche Umbrüche: das lange 19 Jahrhundert endete, so sagt man, am 2. August 1914 und es begann mit dem von den Franzosen als Grande Guerre bezeichneten Erste Weltkrieg das kurze 20. Jahrhundert. Kafka stand, wenn man seinem Tagebuch vertrauen darf, mit bösem Blick am Fenster, als er die vorbeimarschierenden Soldaten sah, während er noch am 2. August 1914 vermeintlich lapidar notierte: »Deutschland hat Rußland den Krieg erklärt. – Nachmittag Schwimmschule.« Dies ist, in einer groben Skizze gezeichnet, der Horizont vor dem man Proust große »Recherche« lesen sollte.

Die sieben Bände erschienen zwischen 1913 und 1927: »Du côté de chez Swann« (1913), »À l’ombre des jeunes filles en fleurs« (1919), »Le Côté de Guermantes« (1920/1921), »Sodome et Gomorrhe« (1921/1922); postum erschienen »La Prisonnière« (1923), »Albertine disparue« (1925) und »Le Temps retrouvé« (1927). Dass dieser Proust-Kosmos, dass diese Art von Dichtung in der Liga mit Kafka, Joyce und André Gide spielt, dürfte außer Frage stehen, Gides »Les Faux-Monnayeurs« erschien 1925. Pikant dabei: Gide war es, der 1912 als Lektor bei Gallimard Prousts ersten Teil der »Recherche« ablehnte, Proust des literarischen Snobismus zieh und ihm Amateurhaftigkeit vorwarf. So erschien der erste Band der Recherche als Privatdruck und auf Kosten des Autors. Allerdings gab Gide seinen Fehler gegenüber Proust später zu und bereute bitter sein Fehlurteil. Da hatte man einen großen Autor ziehen lassen.

Übersetzungen

Ins Deutsche übertragen wurde Proust von vielen Übersetzern und früh bereits: Die erste Übersetzung von »Du côté de chez Swann« stammte von Rudolf Schottländer, doch dessen »Auf dem Weg zu Swann« wurde von dem Romanisten und Proustkenner Ernst Robert Curtius nicht nur scharf, sondern vernichtend kritisiert: er spricht von einer üblen Zurichtung Prousts: »Es ist ungefähr so, wie wenn Debussy für die Mundharmonika ‚arrangiert‘ würde.« Adorno bemerkte 1954 in seinem Vortrag »Ad Proust« (erschienen in »Vorträge. 1949-1968«, Suhrkamp 2019) über die neue Proustübersetzung von Eva Rechel-Mertens zu Recht, dass die Detailkritik an Schottländers Übertragung womöglich zwar richtig gewesen sei, aber dennoch als ästhetisch verhängnisvoll sich erwies: verhinderte sie doch in Deutschland in den 1920er Jahren und bis in die frühen 1930er hinein eine breite Proust-Rezeption, so wie man es sich für dieses Werk und für die ästhetischen Debatten gewünscht hätte. Ein übrigens taten dann die Nazis, um Proust den Garaus zu machen, so Adorno. In der Weimarer Zeit übersetzen auch Franz Hessel und Walter Benjamin Teile des Werkes, und Benjamin schrieb einen für die Literaturkritik und die Debatten zur neuen Literatur bedeutsamen Text »Zum Bilde Prousts« und dazu noch finden sich mit den »Proust-Papieren« im Nachlass Fragmente sowie Notizen.

Die erste Gesamtübersetzung Prousts erfolgte in den 1950er Jahren von Eva Rechel-Mertens und kam bei Suhrkamp in Verlag; 1994 dann in einer von Luzius Keller revidierten Übersetzung als Frankfurter Ausgabe erschienen. Wie schwer das Übersetzen solcher von Klang durchdrungenen Dichtung ist, mag ein Leser sich vergegenwärtigen, wenn er nur dem Sound des Titels »À l’ombre des jeunes filles en fleurs« nachhört. In diesem Sinne ist es nicht falsch, dass es mehrere Übersetzungen gibt, so auch in den 2010er Jahren die bei Reclam verlegte Fassung von Bernd-Jürgen Fischer. Und wer es im eigenen Nachlesen und Nachrecherchieren ganz genau haben möchte und bis in die Details einsteigen will, vom Namensregister bis zum Stammbaum der Guermantes, der greife zu Bernd-Jürgen Fischers »Handbuch zu Marcel Prousts ‚Auf der Suche nach der verlorenen Zeit‘«. Dieser Band bildet den letzten Teil seiner fulminanten Neuübersetzung.

Biographische Lektüre

Wer Proust liest, kann das als Purist machen und rein dem Roman sich widmen: jene sieben Teile, die, wie Vladimir Nabokov in seinem klugen Prousttext schrieb, wie die sieben Tage jener Schöpfungswoche erscheinen – nur eben ohne den Sonntag. Oder aber der Leser greift zur Sekundärliteratur, um seine Aufmerksamkeit für die Details im Werk zu steigern. Denn all die Finessen und Tricks des Textes, die Bezüge und Anspielungen vermag niemand in Gänze wahrzunehmen und so können uns Lesern ganz unterschiedliche Texte helfen, neue Perspektiven zu entdecken. Zum Jubiläum ist eine ganze Menge Bücher auf dem Markt. Wer es biographisch mag, kommt um das Standardwerk von Jean-Yves Tadie nicht herum (2008 bei Suhrkamp erschienen): »Marcel Proust. Eine Biographie«. Mit fast 1300 Seiten gelangen wir in die Details der Proustschen Welt und ins Leben von Werk und Autor und sind bestens informiert. Zuweilen wird das Werk, wie etwa von dem Rezensenten Rolf Vollmann in der »Zeit«, als Recherche zur »Recherche« bezeichnet. Auf alle Fälle aber ist diese Biographie nicht nur vom Umfang her ein großer Wurf.

Biographisches aus erster Hand bekommt man in einem im Juni 2021 erschienenen Buch, das die Erinnerungen von Céleste Albaret enthält (erscheinen im Kampa Verlag). Sie war von 1913 bis zu Prousts Tod 1922 dessen Haushälterin und fast schon eine Vertraute. Lange schwieg sie und erzählte nichts über Proust. Erst in den 1970er Jahren sprach sie mit dem Lektor Georges Belmont. Dieser schrieb ihre Erinnerungen auf. Mir sind solche Berichte zu nahe am Objekt, aber wer bisher ungewusste Details erfahren will und wer an Privatem interessiert ist, wird mit diesem Buch vermutlich zufrieden sein. Um in den Kosmos nicht nur von Proust sondern auch in den der Proustschen Figuren einzutauchen und um nahe dran zu sehen, um zu sehen, wie Proust zu seinen Romanfiguren kam und sie entwickelte, mag dieses Buch gut geeignet sein. Kurzweilig ist es auf alle Fälle.

Will ein Reisender auf den Spuren Prousts durch Paris spazieren und schauen, so ist auf das schöne Buch von Rainer Moritz verwiesen und es sei unbedingt empfohlen: »Mit Proust durch Paris. Literarische Spaziergänge« (ursprünglich bei Insel erschienen und 2015 in einer durchgesehenen und aktualisierten Ausgabe bei Reclam neu aufgelegt.) Wesentliche Teile von Proust Leben spielten sich in Paris ab, kurz vor seiner Geburt wurde die Pariser Kommune in jener Blutwoche im Mai 1871 niedergeschlagen. Dies hatte Auswirkungen auch bis ins friedliche Auteuil hinein. Viel erfährt man dabei auch zur Stadtgeschichte, etwa zum Champs-Élysées und dem Jardins des Champs-Élysées, der für Prousts Werk so zentral war – darin sich nun eine Allée Marcel Proust befindet. Aber auch dann, wenn der Leser nicht nach Paris reist, sondern gerne vom Sessel aus auf große Fahrt geht, sich in seiner Phantasie über die Boulevards und durch die Parks treiben lässt und berauscht, ist man mit dieser schönen Lektüre gut bedient.

Wer hingegen eine knappe biographische Einführung lesen möchte, versehen mit zahlreichen Photographien, der greife zu jenem feinen Bildband des Literaturkritikers Andreas Isenschmid – erschienen im Deutscher Kunstverlag. Das Format des Buches ist vor allem groß genug, dass die Photos angemessen zur Geltung kommen. Isenschmid schreibt auf eine angenehme Weise, er ist nahe dran, aber blickt nicht durchs Schlüsselloch. Wir erfahren von Prousts Essay über den Kunsthistoriker John Ruskin und die eminente Bedeutung, die er für Prousts Werk besaß, etwa wenn es um den Blick auf die Kathedralen und deren Beschreibung oder um Venedig geht.

Proust und die Photographie

Inwiefern Prousts Verhältnis zur Photographie ein besonderes ist, erfahren wir in Brassaїs wunderbarem Buch »Proust und die Liebe zur Photographie«. Mit Brassaїs Buch tauchen wir in die Welt dieser Bilder ein und lernen Proust nicht nur als Autor, sondern auch als Photographie-Theoretiker kennen. Brassaї dürfte den meisten als Photograph bekannt sein, so etwa mit seinem Nachtaufnahmen von Paris, aber er beschäftigte sich auch mit der Theorie der Photographie. Die ist bei Proust in der gesamten »Recherche« zentral. In Brassaїs Essay heißt es: »Die Kunst der Photographie steht im Mittelpunkt von Prousts schöpferischer Tätigkeit: Der Autor läßt sich von der photographischen Technik inspirieren, um seine Figuren zu beschreiben und den Handlungsverlauf zu komponieren, und er benutzt eine unendliche Vielfalt von Metaphern der Photographie, um ebendiesen Schöpfungsprozeß zu erläutern.«

Immer wieder spielen optische Instrumente wie die Kamera, das Stereoskop, der Kinematograph und vor allem jene Laterna magica aus dem ersten Teil der »Recherche« eine Rolle: wo fürs Kind die Geschichtsbilder von Gilbert dem Bösen und den Haimonskindern an die Wand projiziert werden und diese Bilder mit einem Male beim Kind eine ganz eigene Welt entstehen lassen und wie sich geschichtliche Zeit und Lebenszeit verbinden. An zahlreichen Stellen der »Recherche« kommen Photographien und oder Gemälde vor und bestimmen das Erzählen, etwa die Photographien von Kunstwerken, an denen Bildungserfahrungen gemacht werden, so dass sich anhand einer Reproduktion das Gemälde studieren lässt, ohne dabei an den Ort zu reisen, wo das Bild sich befindet, oder aber es wird die Photographie eines Gemäldes betrachtet, das wiederum ein Kunstwerk enthält, nämlich die gemalte Kathedrale von Chartre – so zum Anfang des ersten Bandes »In Swanns Welt«. Die Großmutter des Erzählers Marcel, so heißt es dort, »hätte an den Wänden meines Zimmers gern Photographien der schönsten Bauwerke oder Landschaften gesehen. Doch sobald sie solche für mich kaufen wollte, fand sie, wiewohl die dargestellte Sache selbst ihren ästhetischen Wert in sich trug, daß die Gewöhnlichkeit, die bloße Nützlichkeit bei der mechanischen Art der Reproduktion durch Photographie zu sehr die Oberhand bekämen. Sie versuchte es mit kleinen Listen, und wenn es ihr auch nicht gelang, die auf Erwerb abgestellte Banalität völlig auszuschalten, so wollte sie sie doch wenigstens vermindern und sie weitgehend durch etwas ersetzen, was auch noch Kunst war; sie versuchte gleichsam mehrere Schichten von Kunst übereinanderzulagern: anstatt Photographien der Kathedrale von Chartres, der ‚Grandes Eaux‘ von Saint-Cloud oder des Vesuvs zu erwerben, erkundigte sie sich bei Swann, ob nicht ein großer Maler sie dargestellt habe, und schenkte mir dann lieber, was den Kunstgehalt um einen Grad erhöhte, Photographien der von Corot gemalten Kathedrale von Chartres, …«

Nicht nur, dass wir das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit hier wiederfinden, sondern das Original wird zunächst durch ein Gemälde-Abbild wiederholt, um dann wiederum durch ein realistisches (Photographie)Abbild ersetzt zu werden; und so faltet sich bei Proust die Wirklichkeit eines Gebäudes auf. Dass freilich das Kunstwerk eines großen Malers nicht unbedingt dazu geeignet ist, jene »Realität« eines Ortes wiederzugeben, zeigt sich in jener Passage der schenkenden Großmutter:

»Sie fragte Swann, ob von dem betreffenden Werk nicht ein Stich existiere, wobei sie auch noch nach Möglichkeit alten Gravüren den Vorzug gab, ganz besonders solchen, die ein über die Sache selbst hinausgehendes Interesse besaßen, zum Beispiel ein Meisterwerk in einem Zustand darstellten, in dem wir es heute nicht mehr betrachten können (wie Leonardos Abendmahl, vor dem Verfall, von Morghen). Ich muß offen gestehen, daß ihre Auffassung von der Kunst des Schenkens im Resultat nicht immer glänzend war. Das Bild, das ich mir von Venedig machte und das ich einer Handzeichnung Tizians verdankte, deren Hintergrund die Lagune vorstellen soll, war weit ungenauer als gewöhnliche Photographien sie mir vermittelt hätten.«

Proust ist nicht nur aufs Erinnern, die Zeitstruktur und jene mémoire involontaire, als eine Art in Tee getränkter und ins Gebäck gesiedelter Kairos, festzuschreiben. Die zentrale Bedeutung des Optischen und wie es das Schreiben und damit auch das Erinnern bestimmt, zeigt sich insbesondere in seinem letzten Band »Die wiedergefundene Zeit«:

»Das Werk des Schriftstellers ist lediglich eine Art von optischem Instrument, das der Autor dem Leser reicht, damit er erkennen möge, was er in sich selbst vielleicht sonst nicht hätte sehen können. Daß der Leser das, was das Buch aussagt, in sich selbst erkennt, ist der Beweis für die Wahrheit ebendieses Buches, und umgekehrt gilt das gleiche, zumindest bis zu einem gewissen Grad, da die Differenz zwischen den beiden Texten sehr oft nicht dem Autor, sondern dem Leser zur Last gelegt werden muß.«

Erinnerungsbild bedeutet bei Proust im Sinne des Wortes: ein Bild. Und diese Kraft des Bildes reicht vom Anfang bis zum Ende der »Recherche«. Was die Bildproduktion beim Erinnern anbelangt, so heißt es gleich zum Anfang der »Recherche«:

»Diese verworrenen, ineinanderkreisenden Erinnerungsbilder hielten jeweils nur ein paar Sekunden an; meine kurze Unsicherheit über den Ort, an dem ich mich befand, unterschied ebensowenig die einzelnen Vermutungen, aus der sie bestand, wie wir die einander ablösenden Stellungen eines laufenden Pferdes isolieren, die das Kinetoskop uns zeigt.«

Es ist die Flüchtigkeit und die Zeit selbst, die jenes Geschehen wieder verschwinden lässt. Photos jedoch können bedeutsam werden, weil sie beim Betrachten etwas vergegenwärtigen – nicht in der unwillkürlichen Weise vielleicht wie die bekannte Madeleine und mittels synästhetischer Verfahren, aber doch stellt sich eine Erinnerung durch intensives Sehen her. In einer geradezu ex ante an Walter Benjamin und seinen Reproduktionsessay gerichteten Überlegung belebt Proust die Aura der Photographie, und dies vielleicht in einer unnachahmlichen Weise, wie es siebzig Jahre später dann Roland Barthes in »Die helle Kammer« tat, als er mittels einer Photographie und mittels Erinnerung das Bild der geliebten Mutter evozieren wollte. Bei Proust heißt es in dem Band »Im Schatten junger Mädchenblüte«:

»Die Photographie erlangt ein wenig von jener Würde, die ihr sonst fehlt, wenn sie nicht mehr eine Reproduktion des Wirklichen ist und uns Dinge zeigt, die nicht mehr existieren.«

Und in diesem Sinne heißt es »Im Schatten junger Mädchenblüte«:

»Was die Freude anlangte, so erfuhr ich sie an mir natürlich erst etwas später, als ich schon im Hotel, allein und wieder ich selbst geworden war. Es ist mit solchen Freuden wie mit Photographien. Was man in Gegenwart der Geliebten aufnimmt, ist nur ein Negativ, man entwickelt es später, wenn man zu Hause ist und wieder über die Dunkelkammer im Inneren verfügt, deren Eingang, solange man andere Menschen sieht, ‚vernagelt‘ ist.«

Aber eine Photographie kann beim Erinnern genauso auch hemmen:

»… so wie man manchmal durch den Anblick der Photographie einer Person an diese sich weniger erinnert fühlt, als wenn man nur an sie denkt.«

Es gibt also auch hier keine sichere Grundlage und keine Gewißheit, es kommt auf den geglückten Moment an. Doch für beide Formen gilt: Präsenz und Gegenwart sind nur in der Nachträglichkeit zu haben: im Erinnern, im Vergegenwärtigen eines Augenblicks, der vergangen ist. »Gelebte Nachträglichkeit« könnte man diese Weise ästhetischer und lebenspraktischer Vergegenwärtigung nennen.

Ebenso sei, was Erinnern, Optik und Zeit anbelangt auf den Essay »In Swanns Welt« von Vladimir Nabokov hingewiesen (erschienen als 18. Band der Gesamtausgabe in den »Vorlesungen zur westeuropäischen Literatur« bei Rowohlt). Das Optische bei Proust betont auch er: »Proust ist ein Prisma. Dessen (oder sein) einziger Zweck besteht darin, das Geschehene optisch zu brechen und durch diese Brechung in der Rückschau eine Welt neu zu erschaffen.«

Nabokov schreibt scharfsinnig über Proust und meidet das Biographische: »Das Werk ist nicht der Mensch Proust, und die Figuren haben nie gelebt außer in der Vorstellung des Autors«. Das ist schön und treffend gesagt. Man muss diesen Umstand manchen leider immer wieder nahebringen: dass zwar das Leben eines Autors in Literatur einfließt, dass aber diese Literatur deshalb nicht das Leben des Autors ist, sondern sich loslöst, wenn nicht gar das Leben des Autors auslöscht. Dafür existiert das schöne Wort »Eigenleben«.

Der Literaturtheoretiker Paul de Man schrieb in seinem Aufsatz »Lesen (Proust)«, dass beim Lesen der »Recherche« mehr auf das Nebeneinander zeitlicher Schichten in diesem Roman zu achten sei als auf jene unmittelbaren Erfahrungen einer durch einen Bewusstseinsakt gegebenen oder wiedererlangten Identität. Solche Brüche in der Zeit und solche Übergänge im Erzählen, gibt es in Proust Text in der Tat häufig, und es ist ein spannendes Unterfangen, sie in diesem scheinbar kontinuierlichen Erzählfluss auszumachen: etwa wenn der Erzähler Marcel am Anfang der »Recherche« von seiner Mutter jenen zweiten Gutenacht-Kuss ergattern will und der Mutter nachts auf der Treppe des Wohnhauses auflauert: Der strafende Blick der Mutter und die erstaunliche Nachlässigkeit des Vaters, der sonst solches Verhalten des kleinen Marcel als verzärtelt zu tadeln pflegte und zugleich der Versuch des Erzählers, das vor langer Zeit Geschehene in der Erinnerung zu fassen: das genaue Heraufbeschwören von dem, was einmal war und was nicht mehr ist, und zwar in der Art zu evozieren, dass es als gegenwärtig und gerade erlebt erscheint. Da stehen mit einem Male zwei zeitliche Schichten nebeneinander. Bereits an dieser frühen Stelle dieser Vergegenwärtigung finden wir jenes immer wieder von Proust angespielte Motiv, Vergangenheit in ästhetische Präsenz zu überführen, und zwar mittels solcher Brüche von Zeit. Mitten im Erzählen einer Begebenheit, die einem präsentistisch nahegebracht wird, und ohne Wechsel im Absatz, befinden wir uns plötzlich in der Schreibwelt jenes Autors, der sich erinnert:

»Alles das liegt jetzt viele Jahre zurück. Die Wand des Treppenhauses, auf dem ich den Schein seiner Kerze immer näher rücken sah, existiert längst nicht mehr. Auch in mir sind viele Dinge zerstört, von denen ich geglaubt hatte, sie würden ewig währen, und andere sind entstanden, die neue Freuden und Leiden heraufbeschworen haben, von denen ich damals noch nichts wissen konnte, so wie mir heute die damaligen schwer zu begreifen sind.«

Wer sich auf eine philosophisch-literarische Weise an die Lektüre über Proust wagen will, ist mit de Mans Essay gut bedient (er findet sich in dem Suhrkamp-Band »Allegorien des Lesens«). Zudem kann man ebenfalls zu Samuel Becketts Proust-Essay greifen, geschrieben 1931 in London, mit gerade einmal 25 Jahren (erschienen in der Sammlung Luchterhand, nur noch antiquarisch erhältlich). Darin geht es um eine philosophisch inspirierte Sicht auf Erinnerung, Gewohnheit und Zeit. Wie auch Benjamin und Adorno erkannte Beckett die außerordentliche ästhetische Bedeutung Prousts für die Literatur. Und auch Beckett kommt auf die Perspektivität und die bildliche Vielfalt jener Albertine-Szene zu sprechen, die Proust im Blick auf die Geliebte Albertine schilderte:

»Kurz, ebenso wie in Balbec Albertine mir immer wieder anders erschienen war, so sah ich jetzt – als ob ich durch eine ans Wunderbare grenzende Beschleunigung den raschen Wechsel in Perspektive und Ton, den eine Person bei unseren verschiedenen Begegnungen mit ihr ohnehin für uns aufweist, in ein paar Sekunden hätte hineinpressen wollen, um experimentell von neuem das Phänomen zu erzeugen, durch das das Individuum vermannigfacht erscheint, und wie aus einem Etui die einen Möglichkeiten, die sie einschließt, aus den anderen hervorzuziehen – auf dem kurzen Weg, den meine Lippen bis zu ihrer Wange zurücklegten, zehn Albertinen vor mir; dieses eine junge Mädchen war wie eine Göttin mit mehreren Köpfen, und der eben noch erblickte Kopf machte, wenn ich versuchte, ihm näher zu kommen, einem anderen Platz.«

Solcher Wandel und solche Multiperspektivität wird – vom Standpunkt des Todes und einer Ästhetik der Verluste her betrachtet – später auch für Becketts eigene Produktion bedeutsam. Insofern ist Becketts Proust-Essay nicht nur eine schöne literaturästhetische Deutung Prousts, sondern gibt auch im Blick auf Becketts späteres Schreiben einige Auskunft.

Unsere Erinnerung hält, so formuliert es der Romanist Ernst Robert Curtius, »einen Teil des schon gelebten und längst entschwundenen Lebens« fest. Diese Erfahrung macht so gut wie jeder Mensch, doch solches ästhetisch festzuhalten und mit dem Mitteln der Kunst zur Frage zu machen, gelingt keineswegs jedem. Solches Erinnern und es in Dichtung darzustellen, ist, so Curtius, »der Schlüssel der Proustʼschen Kunst«. Diese Form des Erinnerns in Literatur verfeinerte Proust zur höchsten Form. Curtius bewunderte das Werk Prousts und schrieb eine der frühesten Einführungen für den deutschen Sprachraum. Zudem korrespondierte er mit Proust. Sein Essay »Marcel Proust« erscheint 1925, drei Jahre nach Prousts Tod und er ist noch heute lesenswert – lange Zeit war das Buch vergriffen und wurde dieses Jahr beim Verlag Schöffling & Co neu aufgelegt, versehen mit zahlreichen Photographien und dazu ein Nachwort von Michael Kleeberg, und auch Teile der Briefe von Proust und an Proust sind dort in den Originalhandschriften zu sehen. Man wird heute den Begriff des ästhetischen Erlebens, den Curtius in Rekurs auf Dilthey ins Spiel bringt, anders gewichten und im aktuellen Diskurs der Ästhetik vermutlich von ästhetischer Erfahrung sprechen, auch wird man die Kunstmetaphysik, die teils an Schopenhauer erinnert, anders deuten. Dennoch bietet Curtius‘ Buch einen feinen Start, um alle, die bisher Proust nicht gelesen haben, mit dem Proust-Kosmos vertraut zu machen. Ich halte dieses Buch für eine der besten Einführungen – immer noch. So heißt es im Blick auf die Zeit: »Die Proust'sche Zeit hat eine Elastizität und Relativität, an der alles äußerliche Messen scheitert. Es wird jedem Leser auffallen, dass in Prousts Romanen niemals Daten und präzise Zeitbestimmungen auftauchen. Wir rechnen in diesen Romanen nicht nach Monaten und Jahren, sondern nach dem Wechsel der seelischen Jahreszeiten. Sie erlauben keine chronologische Analyse. Die Zeit läuft an in einer Kurve von unberechenbarer Unregelmäßigkeit.« Ebenso geht es um die Frage des Stils und bereits Curtius verwies auf die Bedeutung der Optik:

»Prousts Stil ist ein Präzisionsinstrument der Erkenntnis. Proust hat neue Reaktionsverfahren entdeckt, die es ihm gestatten, Nuancen und Formvarianten des Seins zu entdecken, die wir übersehen hatten. Seine Schreibart erinnert an die Methoden zur Verstärkung schwachbelichteter Klischees oder zur Entzifferung von Palimpsesten oder zum Nachweis kleinster Dosen chemischer Elemente. Sie hat etwas von der Technik des Mikroskopierens und von der minutiösen Sorgfalt chinesischer Aquarellisten. Sie ist ein Triumph der geistigen Energie über den Stoff des Erlebens. Mit einer bohrenden Intensität des Denkens, mit unermüdlicher Anstrengung geht Proust zu Werke, um die Wirklichkeit der äußeren wie der inneren Welt ihren ganzen Gehalt auszupressen.«

Motive wie das Erinnern und die Frage nach dem Bewusstsein werden angespielt, aber ebenso geht es um den Unterschied zwischen einer deutschen und einer französischen Literatur. Einteilungen in Nationalliteraturen haben, wenn man sie zu streng nimmt, etwas Korsetthaftes, aber sie können dennoch als heuristisches Mittel der Differenzierung eine gewisse Tendenz beschreiben, wenn man an Proust und Thomas Mann denkt:

»So bestätigt sich auch an Proust, dass der französische Roman seinem Wesen nach Gesellschaftsroman ist, wie der deutsche Roman Entwicklungsroman – dort Mechanik sozialer Formen, hier Dynamik individuellen Werdens.«

Die Parallelen und auch die Divergenzen zwischen Roman und Leben betrachtet Saul Friedländer in seinem Buch »Proust lesen« (2020 bei Beck erschienen): Aspekte wie Judentum und Homosexualität im realen Leben Prousts und wie sie dann im Roman entfaltet werden, spielen für Friedländers Sicht auf Prousts Werk eine zentrale Rolle. Friedländer untersucht in einer, wie ich jedoch an vielen Stellen finde, unidirektionalen Weise die Bezüge zwischen Literatur und Leben. Auch was die Sexualität von Proust anbelangt: »Um einen Orgasmus zu bekommen, musste Proust sich von Zeit zu Zeit die grausame Szene zweier ausgehungerter Ratten ansehen, die sich in einem Käfig gegenseitig zerfleischten.« Solche Details mögen interessant sein, wenn man das private Leben als Referenz nimmt. Für den Eigenwert von Literatur ist solches Biographiewissen jedoch entbehrlich, denn die »Recherche« und die bei Proust ausgeführten Passagen zum Sadismus funktionieren auch ohne diese Kenntnis und sind bereits aus sich selbst heraus verständlich. Für ihre Interpretation und Deutung bestimmter Passagen der »Recherche« im Blick auf Sadismus und symbolischer Gewalt fügt solches Wissen nichts hinzu – so etwa, wenn im Hause des gerade verstorbenen Komponisten Vinteuil dessen (tieftraurige) Tochter sich mit ihrer Freundin erotisch vergnügt und jene Freundin die Photographie des Vaters, der vom Bild her diesem Liebesspiel zusieht, bespuckt. Solche Stellen sind bereits aus sich heraus und im Kontext anderer Romanstellen bedeutsam. Interessanter freilich wird es, wenn Friedländer über das Verhältnis von Tod und Erzählen spricht und wie dieses Erzählen bei Proust, ähnlich der Scheherazade, den Tod bannen soll.

»James Joyce sagte einmal im Scherz über seinen ‚Ulysses‘: ‚Ich habe so viele Rätsel und Geheimnisse hineingesteckt, dass es die Professoren jahrhundertelang in Streit darüber halten wird, was ich wohl gemeint habe.‘ Wenn es einen Autor gibt, der in dieser Hinsicht mit dem hintersinnigen Iren mithalten kann, dann ist es Proust in der ‚Recherche‘; der häufige Verweis auf ‚Tausendundeine Nacht‘ ist wohl dennoch eines der leichter zu lösenden Rätsel.«

Zum Schluss sei noch auf eine besondere Lektüre hingewiesen, nämlich von Jóseph Czapski »Proust. Vorträge im Lager Grjasowez« (2006 in einer gestalterisch schönen Ausgabe der Friedenauer Presse erschienen). Der polnische Schriftsteller und Maler Czapski hielt diese Proustlesungen in einem der Konzentrationslager Stalins, nachdem er als Soldat der polnischen Armee, nach dem Überfall der Sowjetunion auf Polen, gefangengenommen wurde und dem Tode nur mit Glück entrann, da Stalin und seine Schergen nach den Massaker von Katyn es sich zum Ziel gesetzt hatten, polnische Politiker, Dichter und Intellektuelle zu ermorden. Es findet sich in diesem Buch auf wunderbare Weise die Welt Prousts aufgespannt, und zugleich kommen wir mit Czapskis Leseerfahrungen in Berührung: was es bedeutet, zum ersten Mal im Leben in eine solche Welt der Literatur eingetaucht zu sein.

»Ich war Bücher gewohnt, in denen etwas passiert, in denen sich die Handlung schneller entwickelt, die in einem geläufigeren Französisch erzählt sind, und ich besaß nicht genug literarische Bildung, um Zugang zu diesen besonderen von Kostbarkeiten überquellenden Bänden zu finden, die so sehr im Widerspruch zu alledem standen, was uns damals als Geist der Zeit erschien – dieser flüchtige Zeitgeist, der uns in der Naivität unserer Jugend als neues, bis an Ende der Zeiten gültiges Gesetz erschien. Zu Prousts endlosen Sätzen mit unzähligen ‚Nebenbeis‘, den verschiedensten, entlegensten und unerwartetsden Assoziationen, zu der seltsamen Art, die Themen anscheinend ungeordnet zu verflechten. Ich war kaum imstande, den Wert dieses Stils, seine äußertes Präzision und seinen Reichtum auch nur zu erahnen.«

Prousts Werk diente aber zugleich dem Überleben – und es zeigt, wie wichtig ein gutes Gedächtnis und ein gutes Erinnerungsvermögen sind. Denn Czapski hatte für seine Lagervorlesungen den Proust nicht zur Hand. Diese Verkettung verschiedener geschichtlicher Ebenen, der Gegenwart Czapskis und der Prousts, macht dieses Buch so besonders. Nicht so sehr ist dieses Buch Leuten zu empfehlen, die Proust noch niemals gelesen haben – da kann es nur eine einzige Empfehlung geben, nämlich Proust selbst zu lesen, so wie man die Freude am Riesling schließlich nicht dadurch erfährt, indem man Bücher über Rieslingwein liest, sondern wir wollen kosten und trinken. Sondern vielmehr macht Czapskis Buch all jenen Lust, wieder zum Proust zu greifen, die ihn vor Jahren schon einmal gelesen haben und in Tagen und Wochen des Lesens durch jene Zeit geglitten sind und sich haben treiben lassen, und weil das so lange her ist, wollen sie einen neuen Einstieg finden. Den hat man mit Czapski, und implizit schwingt bei dieser Lektüre auch das Politische mit. Józef Czapski lebte seit 1945, also mit der stalinistisch-kommunistischen Besetzung Polens in Paris. Dort war er unter anderem mit Manès Sperber und André Malraux befreundet.

Solche Kombination von Erfahrung, Leben und Literatur bzw. Kunst ist auch für Adornos Philosophie und Ästhetik zentral, und es hat gute Gründe, weshalb Adorno früh schon mit Proust zu tun hatte und dessen Literatur schätzte. Der erste Aphorismus seiner »Minima Moralia« ist Proust gewidmet. Wohl eine der treffendsten Beschreibungen für Proust fand Adorno 1966 in seinen »Meditationen zur Metaphysik«, die den letzten Teil der »Negativen Dialektik« bilden:

»Was metaphysische Erfahrung sei, wird, wer es verschmäht, diese auf angebliche religiöse Urerlebnisse abzuziehen, am ehesten wie Proust sich vergegenwärtigen, an dem Glück etwa, das Namen von Dörfern verheißen wie Otterbach, Watterbach, Reuenthal, Monbrunn. Man glaubt, wenn man hingeht, so wäre man in dem Erfüllten, als ob es wäre. Ist man wirklich dort, so weicht das Versprochene zurück wie der Regenbogen. Dennoch ist man nicht enttäuscht; eher fühlt man, nun wäre man zu nah, und darum sähe man es nicht.
[…]
Unvergleichliche Gewalt geht vom Metaphysiker Proust aus, weil er dieser Verführung mit unbändigem Glücksverlangen wie kein zweiter, ohne sein Ich zurückbehalten zu wollen, sich anvertraute. Aber der Unbestechliche hat durch den Fortgang des Romans bekräftigt, daß auch jene Fülle, der durchs Eingedenken gerettete Augenblick es nicht sei.«

Und aus diesem Grunde, weil beim Lesen solcher Literatur nicht nur die Fähigkeit geschult wird, Bezüge in einem komplexen Text wahrzunehmen und in eine Korrespondenz zu setzen, sondern vor allem auch, weil Wahrnehmung intensiviert wird und Proust als Dichter uns Lesern vorführt, wie ein Autor solches Wahrnehmen und das Erzählen darüber formal meistert und wie wir daran unseren Blick schulen können, Dinge und Menschen neu und anders zu sehen und bis in die feinsten Verästelungen einer Bewegung oder einem Gedanken oder der Beschreibung eines Momentes zu folgen: Deshalb ist Proust bis heute hin aktuell und muss gelesen werden. Und in diesem Sinne ist die Dichtung Prousts zeitlos.

Artikel online seit 09.07.21
 



Marcel-Proust-Mediathek

21 Bücher und ein Hörbuch


Marcel Proust (1871-1922)
Biographische Schlaglichter
von Jürgen Nielsen-Sikora
Zum Text
»Die Tinte unter dem deutsch-französischen Friedensvertrag ist noch nicht ganz trocken und die blutigen Straßenkämpfe der Pariser Kommune gerade erst beendet, als am 10. Juli 1871 in der Rue Jean de la Fontaine, wenige Gehminuten vom Bois de Bologne entfernt, Valentin Louis Georges Eugène Marcel Proust das Licht der Welt erblickt.«



Im dauernden Augenblick
Von Lars Hartmann

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»Wer dieser »Recherche« verfällt, findet sich angesichts von Prousts Sätzen im dauernden Augenblick, einer Art Sprachmeditation, ein nunc stans, einer auf den Punkt verdichteten und auch wieder unendlich dauernden Zeit...«




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