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Last update: 03.06.2017, 08:02

 

 

 

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Joseph Roth
Reisen in die Ukraine und nach Russland

Auf seinen Expeditionen nach Kiew, Moskau und Odessa, nach Lemberg, Baku oder Astrachan taucht der in Galizien geborene Schriftsteller und Journalist Joseph Roth in den vielgestaltigen Kosmos des östlichen Europa ein. Seine Berichte und Essays aus den 1920er Jahren sind bewegende Zeugnisse von großer Aktualität! Leseprobe
C.H. Beck

Über 550 Buchbesprechungen:

Szenen einer Ehe
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Jonathan Safran Foer hat in seinem dritten Werk »Hier bin ich« einen zähen knapp siebenhundert Seiten langen Scheidungsroman geschrieben. Leseprobe
»Der Plot plätschert vor sich hin, da hilft es auch nicht, dass kurz nach der Ankunft der Verwandten in Washington in Israel auch noch ein heftiges Erdbeben ausgebrochen ist, ...«

Der Unversöhnliche
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Noch einmal zu Martin Walsers »Statt etwas oder Der letzte Rank«
»Da Walser aber (...) erkennen muss, dass er seine "Feinde" um den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie wegen auch gebraucht hat, muss er sie nicht nur verteufeln, sondern auch mumifizieren, denn instinktiv merkt er, dass Spazierfahrten mit Denis Scheck keine dauerhafte Kanonisierung eines Werkes bewirken.« Leseprobe

Kehraus
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Martin Walsers jüngstes/letztes Buch
Wäre dieser späte Walser eine Wolke, der das Träumen genügt, hätte es nicht dessen bedurft, was diesen quietistischen Wunschzuständen an Parabeln, Erzählungen, Skizzen, autobiographischen Erinnerungen oder Aphorismen auf 160 Seiten in 52 unterschiedlich langen Kapiteln folgt. Aber noch immer hat der alte Herr Walser sein erwünschtes Tao nicht erreicht. Leseprobe

Ein pulsierendes Wimmelbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas Debutroman »Tram 83« zum Zweiten.
»... mal expressiv, mal impressionistisch; Märchen, Moritat, Porno und Burleske - ein mystischer Realismus mit gleichzeitig gnadenlos analytischem Blick, der gut verborgen im Dialogstrom herauslugt.« Leseprobe



Kurztrip ins Herz der Finsternis
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas fulminanter Debutroman »Tram 83« überzeugt durch sein Tempo, seinen Rhythmus und seinen klaren Stil, das ist tatsächlich sowas wie literarischer Hardbop auf dem Weg ins freie Spiel, großartig. Leseprobe





Transzendenz jenseits des Plots
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christian Krachts kontrovers diskutierter Roman »Die Toten« zeigt auf eine berührend-schockierende Weise in einer Emulsion aus Frivolität, Ornament und Melancholie die gescheiterten Sehnsüchte und Ambitionen von Menschen und gleichzeitig deren Diabolik.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

Die Einsamkeit des tierlieben Menschen
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Monika Marons Betrachtung »Krähengekrächz«
»Seine Melancholie gewinnt das Büchlein aus dem, was im Text nur zwischen den Zeilen steht...« Leseprobe



Der nigerianische Patient
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Teju Coles prosaischer Blick auf Nigerias Hauptstadt und Gesellschaft, »Jeder Tag gehört dem Dieb«.
»Wenn Desaster Humus für gute Literatur sind, dann ist Nigeria ein fruchtbarer Boden. Boko Haram im Norden, Ölpest im Süden, und auch andernorts geben Misswirtschaft, Gewalt und Migration den Puls auch für ein schriftstellerisches Schaffen vor, das scheinbar nicht mehr der Imagination bedarf.« Leseprobe

Von Durazzo bis Kabul
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Steffen Kopetzkys wagemutiger Geschichtsumschreibungsroman »Risiko«

Ein abenteuerliches Stück Weltgeschichte mit einer Prise Capus, Lawrence und Karl May.
Leseprobe



Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
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Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Weltsichtungen
Von Wolfram Schütte
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Karl–Markus Gauß macht sich Gedanken über den »Alltag der Welt«
»Selbst den Deppen von morgen wird ein Wissen zugänglich sein, von dem der Denker von gestern nur etwas ahnen konnte; sogar der Spießer von heute ist ja über manches Vorurteil hinausgelangt, an dem einst noch der Freidenker heftig laborierte.«. Leseprobe


Innerlichkeitsprosa mit iphone
Von Gregor Keuschnig
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Clemens J. Setz und »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre«
»Ein hübsches Spielfeld für Social-Reading-Mitmacher, aber am Ende wohl eher für Leser und später dann Germanisten. Ein bisschen Exzentrik der Hauptfigur hier, ein bisschen Splatter und Suspense dort (...) Immerhin gibt es Passagen, die dem braven Realismus der heutigen Schreibschulautoren wohltuend diametral entgegenstehen. Und es ist vollkommen unpolitisch. Beides ist sehr angenehm.« Leseprobe

Anekdoten vs. Komplexität
Von Lothar Struck
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Die Farbe des Granatapfels und
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Die Kindheitsromane von Anna Baar und Dana Grigorcea könnten unterschiedlicher nicht sein. Das betrifft auch deren literarische Qualitäten.



»Junge Wölfe«
Von Gregor Keuschnig
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Colin Barretts Erzählungen zeigen ein Irland-Bild fern jeder Pint- und Kerrygold-Seligkeit.
»In den besten Momenten dieses Buches fällt deren unter der Maske eines deftigen Realismus verborgene Lebenshaltung und dann zeigt sich eine existentialistisch-heitere Wehmut. Vieles spricht dafür, dass man die ein oder andere der Erzählungen später noch einmal lesen möchte.« Leseprobe

Flirrende Gebilde
Von Lothar Struck
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Lektüreeindrücke über Henri Thomas
»Thomas' Bücher wirken in Zeiten des synthetischen Schreibschulrealismus fast schon wie Relikte aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Lektüre ist fordernd, zuweilen anstrengend, ... Man sollte dankbar sein, dass heutzutage noch das Wagnis der Übersetzung und Publikation solcher Prosa eingegangen wird.«

Nach der Fahrt mit der Fähre ist alles vorbei
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Bodo Kirchhoffs Novelle »Widerfahrnis« zeigt eine neue Seite des Autors.
»Kitsch? Vielleicht? Herzergreifend? – sicher. Es lohnt sich allerdings am Ende auch den Anfang, die ersten Sätze, noch einmal zu lesen. Dann eröffnet sich nämlich eine völlig neue Perspektive. Sozusagen: ein starkes Stück.« Leseprobe

Böse Kollegen im langweiligen Outback
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Garry Dishers neuer Krimi »Bitter Wash Road« schwankt zwischen Stereotypen und prägnanten Details.
Garry Disher ist ein vielseitiger Autor, er schreibt Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher zur Geschichte Australiens, Kurzgeschichten, Kriminal- und andere Romane. Seine inzwischen sechsbändige Reihe um Inspektor Hal Challis aus Melbourne ist zu Recht hochgelobt, zu hoffen bleibt, dass er sich hier im Outback noch steigert.

Fisches Nachtgesang in Zeiten des Extremtourismus
Von Jörn Birkholz
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Juan Vilorros Roman »Das dritte Leben«.
Eine gläserne Hotel-Pyramide mitten im tropischen Dickicht mit Blick aufs karibische Meer, ein ungewöhnliches Hotels. Es bietet seinen Gästen ein unkonventionelles Freizeitprogramm, inclusive Nervenkitzel und Adrenalinkick, dazu gehören vorgetäuschte Entführungen und Ausflüge ins Guerillagebiet. Leseprobe


Religion als tödliches Heilmittel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Boualem Sansals antiutopischer Gesellschaftsentwurf »
2084 – Das Ende der Welt«
»Schlaft ruhig, brave Leute, alles ist völlig falsch und der Rest ist unter Kontrolle« Leseprobe



Das Glück wartet auch nicht nebenan
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Judith Hermann erzählt kurze Geschichten aus ihrem »Lettipark«.
»Eindringlich beschreibt Judith Hermann die ständige Suche der Menschen nach Nähe, wobei eindringlich sicher nicht das richtige Wort: wie hingehaucht skizziert sie ihre Bilder. Mit wenigen Strichen zeichnet sie teilweise unvergessliche Figuren. In ihrem »Lettipark« hat Judith Hermann wieder einmal gezeigt, was Poesie leisten kann.« Leseprobe

Vielsagende Schweigsamkeit
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Castle Freeman zeichnet in seinem Thriller »Männer mit Erfahrung« ein düsteres Bild von Vermont.

»... ein lakonischer Krimi oder Thriller oder moderner Western, die Geschichte, wie ein paar Männer und eine Frau das Recht in die eigene Hand nehmen, weil sich sonst niemand traut. Leseprobe



Eine treffsichere und notwendige Ohrfeige
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Abbas Khiders Roman »Ohrfeige« ist ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.
»Dieser Roman wäre zudem ein passender Geschenktipp, oder besser eine Zwangslektüre für Sachbearbeiter in Deutschlands Ausländerbehörden, die es dann an die Arbeitsagenturen weiter reichen könnten...« Leseprobe

Polyphone Wirklichkeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben«
ist der Versuch einer ästhetischen Darstellung der Mittelschicht im globalen Kapitalismus. Und das gelingt ihm mit großer Könnerschaft.
»Schön wär's, wenn man das könnte, Ideen abschießen wie Travis Bickle herbeihalluzinierte Gegner, über die Schulter in einen Spiegel schauend; um nicht mehr von ihnen gejagt zu werden, Gespenster vom Grund des Bewusstseins…« Leseprobe
Bascombe is back...
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Ford erzählt uns Neues von »Frank«.
Die erste Geschichte beginnt zwei Wochen vor Weihnachten, die letzte endet am Weihnachtstag. Frank ist 68 Jahre alt und hat sich zur Ruhe gesetzt. Er ist vom Prostatakrebs geheilt und lebt jetzt mit seiner Frau Sally in Haddam. 2004 hat er sein Haus an der Küste verkauft und seinen Maklerberuf aufgegeben. Leseprobe

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
Text lesen
Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Verloren in Gottes eigenem Land
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Willy Vlautin gibt in seinem Roman, »Die Freien« jenen Menschen Gesicht & Stimme, die im amerikanischen Traum ganz unten auf der Strecke geblieben sind.
»Sie sind ohne Krankenversicherung, ohne Strom, ohne Heizung, sie frieren, sie sind erschöpft, müde, verzweifelt, und dennoch machen sie weiter, immer weiter, obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Grund haben. Die klare und schnörkellose Sprache des Werks macht es für mich so großartig und erschütternd zugleich, ihnen dabei zu folgen.«

Voreilige Himmelfahrt
Von Wolfram Schütte
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Ein paar kritische Wider-Worte zu Frank Witzels Roman-Monstrum »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«.
Es ist möglicherweise diese enge generationstypische Wiedererkennungsfreude der gleichaltrigen Kritiker – ineins mit der Transponierung des einst (gefährlich) Politischen ins distanzierend »Poetische« -, was zur einhelligen, kritiklosen Verhimmelung von Frank Witzels literarischer »Wundertüte« samt ihren tauben Nüssen  geführt hat.

Technischer Fortschritt als Waffe
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Sascha Rehs Protagonist zieht in »Gegen die Zeit« nach Chile, um Allendes Regierung zu unterstützen. Nach dem Militärputsch liegt es an ihm, wertvolle Informationen vor dem Gegner zu schützen.
»...ein gut recherchierter, spannend erzählter Polit-Thriller mit Authentizitätscharakter über ein heute längst vergessenes Wagnis...« Leseprobe

Der Traumzerstörer
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Richard Yates Roman »Cold Spring Habor«
»Yates durchleuchtet nüchtern das Innenleben seiner, dem Schicksal ohnmächtig ausgelieferten Helden, in all ihrer Derbheit, Traurigkeit und Abgestumpftheit. Das stetige unerbittliche Scheitern, die zerplatzenden Träume, das existenzielle Vakuum, das krampfhafte Klammern seiner Figuren an den Aufstiegsglauben sind die Kernthemen dieses sehr gut geschriebenen Mehr-Generationen-Romans...« Leseprobe

Our house
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Plötzlich waren sie sich einig: In der Dezember-Ausgabe des Literarischen Quartetts wurde mit
Bov Bjergs »Auerhaus« zum ersten Mal ein Roman von allen Debattierenden einstimmig gelobt – zu Recht.
»... nie wurden harte Landungen so schön erzählt wie in diesem Roman.« Leseprobe

Anatomin der Aufklärung
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Rebecca Messbarger erzählt die Geschichte von Anna Morandi, einer Anatomin im 18. Jahrhundert.
Wissenschaftlerinnen gab es damals so wenig wie berühmte Künstlerinnen. Nicht einmal studieren durften sie, und schon gar nicht Medizin. 1771 schrieb der Bologneser Anatomen Petronio Ignazio Zecchini in seinem Buch "Della dialettica delle donne ridotta al suo vero principio", die Frau sei nur ein "utero pensante", ein denkender Uterus.

Spurensuche am Rand der Realität
Von Isabella Caldart
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Ein Thriller mit Road-Trip-Elementen aus der Feder des Mexikaners Augusto Cruz.
»Um Mitternacht« ist exzellent recherchierte Unterhaltungsliteratur auf recht hohem Niveau, bei der vor allem (Stumm-)Filmfans dank zahlreicher Anekdoten auf ihre Kosten kommen. Leseprobe



Depressionsblues
Von Jörn Birkholz
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In seinem Roman in elf Geschichten berichtet Imran Ayata von »Ruhm und Ruin« rund um den Mikrokosmos Fußball.
Aus elf Perspektiven kreist der Ball um den Mikrokosmos Fußball. Es geht um Integration, Migration, Vorurteile und die Identitätssuche in der neuen Heimat Deutschland (»Almanya«). Leseprobe

Der Traumzerstörer
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Richard Yates Roman »Cold Spring Habor«
»Yates durchleuchtet nüchtern das Innenleben seiner, dem Schicksal ohnmächtig ausgelieferten Helden, in all ihrer Derbheit, Traurigkeit und Abgestumpftheit. Das stetige unerbittliche Scheitern, die zerplatzenden Träume, das existenzielle Vakuum, das krampfhafte Klammern seiner Figuren an den Aufstiegsglauben sind die Kernthemen dieses sehr gut geschriebenen Mehr-Generationen-Romans...« Leseprobe

»Ich wünschte, die Amerikaner würden nicht so sinnlose Lügen verbreiten«.
Von Georg Patzer
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Der Mare Verlag feiert Rudyard Kiplings 150. Geburtstag mit den frühen Reisebriefen aus Indien, Ostasien und Amerika.
»Ich kann nicht behaupten, viel herumgekommen zu sein«, sagte Rudyard Kipling 1914 in einer Rede vor der Royal Geographic Society in London. Das war natürlich ein Witz. Denn Kipling, der 1907 als erster britischer und bis heute jüngster Autor (41 Jahre alt) den Literaturnobelpreis bekam, war da schon um die ganze Welt gereist. Leseprobe

»Alles wegfieren!«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Rudyard Kiplings in Aufbau und Sprache meisterhafter Roman »Über Bord« erzählt vom Erwachsenwerden und der harten Arbeit der Fischer.
»Mit nur wenigen Worten steht jeder Charakter sofort lebendig vor den Augen des Lesers. Und die Handlung wird geradezu durch das Buch gepeitscht. Das machte ihm damals kaum einer nach, und die gesamte deutsche Literatur der Jetztzeit wird einem nach diesem Roman zur Einschlaflektüre.«

Auf der Suche nach der Wahrheit
Von Vanessa Valkovic
Artikel lesen
Kolja Mensings lesenswerter Versuch, die eigene Herkunft zu rekonstruieren.
»... akribisch niedergeschriebene Recherche, die sich durch emotionale Zwischentöne und historische Fakten auszeichnet, die sich zu einem lesenswerten Werk verdichten.« Leseprobe


Von Mowgli bis zum Kriegsgeheul
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Der Anglist Stefan Welz schreibt die erste deutsche Biografie des großen englischen Schriftstellers Rudyard Kipling »
Im Dschungel des Lebens«.
Sonderbarerweise ist es die erste deutsche Biografie überhaupt. Leider aber muss Welz' Biografie als erster Versuch betrachtet werden.


Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft

Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
Artikel lesen
»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Bar jeder Zivilisation
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Heinz Reins apokalyptischer Roman über die finale Schlacht um Berlin war Jahrzehnte ein vergessenes Buch.
Klaus Schöffling hat das literarische Höllengewitter ohne Scheu vor Pathos erfolgreich reanimiert.
»Die Höllengewitter des zerstörten, von Roter Armee angegriffenen und vom SS-Mob regierten Berlins der letzten April-Tage 1945 scheint uns heutige Leser entfernter als die 70 Jahre Distanz dies nahelegen. Doch diese Zeitreise zurück ist auch heute noch möglich. Solche Welten wie sie Heinz Rein beschreibt, liegen nur ein paar Flugstunden entfernt.
« Leseprobe

Ein »Schwarzbuch der Schande«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Heinz Reins beklemmender Roman über die Schlacht um Berlin »Finale Berlin« wurde jetzt neu aufgelegt.
»In diesen starken Passagen spürt man die zeitliche Nähe zum Geschehen, spürt, wie der Autor selbst noch ganz unter dem Eindruck dieser höllischen Erfahrungen steht. Da ist es weder fiktional noch dokumentarisch, sondern ein subjektiver Blick auf das objektive Grauen. Leseprobe

Moralischer Realismus
Von Lothar Struck
Text lesen
Édouard Louis emazipatorischer Erfolgsroman »Das Ende von Eddy« bewegt sich zwischen Josef Winkler und Jean Genet.
»Das Buch ist auch eine Bestandsaufnahme über die hermetischen Klassen und Schichtundurchlässigkeiten Frankreichs ...«  Leseprobe



Abgründe mit Tiefenschärfe
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Dörte Lyssewskis gelungenes Prosadebut, die Erzählungen »Der Vulkan oder die Heilige Irene«
Die Kraft der Erzählung, die Sprache, ist unabhängig von dem Wissen um den real existierenden Ort. Es sind diese alptraumhaft beklemmenden Bilder einer postapokalyptisch anmutenden Welt, die bleiben. Weit und breit kein Trost, kein possierlicher Hercule Poirot mehr, der »das Böse unter der Sonne« er- und aufklärt.

Rilke – davongeflogen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Klaus Modicks wunderbarer Künstler-Roman »Konzert ohne Dichter«.
Modick macht kein Hehl daraus, was er von Rilke hält. Er erscheint ihm »hochmütig schwafelnd«, »schwadronierend«, er mag seine »rhetorische Glätte und pathetische Eloquenz« nicht.

Die stille Unendlichkeit des Raums

Von Georg Patzer
Text lesen
In seinem neuen Buch
»Lebensstufen« erzählt Julian Barnes Geschichten vom Fliegen, der Liebe zur Freiheit und berichtet vom Tod seiner Frau.
Es ist ein berührendes, schmales Buch mit seinen drei kurzen Teilen, die inhaltlich manchmal ineinander übergehen, mit einer langen Kurve von sich fast organisch entwickelnden Metaphern. Leseprobe

Zwei Zwerge und andere Exoten
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Thomas Hettches Roman »Pfaueninsel«
Hettche hat den Sieg der Moderne über die Natur beschrieben – und die Kosten, die dafür zu zahlen sind: »Wir sagen die Zeit vergeht, dabei sind wir es.«



Probleme mit Zettels Traum
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Martin Schults Debütroman enttäuscht.
»... die Geschichte mäandert hin und her, die Perspektive eines zwölfjährigen Ich-Erzählers und seine Sprache passen nicht zueinander, manche Einzelheiten stimmen nicht, und "Zettels Traum" spielt bei weitem nicht die Rolle, die der Untertitel glauben machen will.«


Strebsamkeit, Geisterglaube und Unheil
von Gunther Neumann
Artikel lesen
»
Der dunkle Fluss« von Chigozie Obioma erzählt vom Kulturwandel und dem Auseinanderbrechen einer nigerianischen Familie.
In Nigeria hätte er sein Buch nicht schreiben können, meint er: Der Klang einer Trommel sei aus der Ferne klarer als aus der Nähe, heißt es bei den Ibo, seiner Ethnie. Leseprobe



Parodie & Idylle
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Nicholson Bakers humoristischer Roman
»Das Regenmobil«
»
Ohne jeden Zweifel gibt es in der literarischen Weltliteratur augenblicklich keinen seltsameren, nicht nur bloß eigensinnigeren Autor. Ein Chamäleon ist im Vergleich zu diesem schillernden literarischen Proteus gewissermaßen einfarbig grau.« Leseprobe

Eigenwillige Drehungen & intelligente Scherze
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Chesterton begeistert in seinen Erzählungen »Vier verehrungswürdige Verbrecher« mit einer paradoxen Verteidigung der Moral.
»Die vier Erzählungen sind in ihrer mäandernden Stringenz sehr pfiffig aufgebaut, die überraschenden Wendungen sind nicht vorhersehbar, und erst am Schluss wird das ganze Ausmaß der Täuschungen und Selbsttäuschungen sichtbar.«

Mise en abyme– nicht geglückt
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Volker Harry Altwasser mißlingt sein neuestes
literarisches Experiment »Glückliches Sterben«.
Ein Schriftsteller schreibt über einen Schriftsteller, schreibt über einen Schriftsteller – nein, leicht hat es Volker Harry Altwasser dem Leser mit seinem neuen Roman „Glückliches Sterben“ wirklich nicht gemacht. Leseprobe

Nur am Berg geht er gerade

Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Robert Seethalers neuer Roman »Ein ganzes Leben«
Die Sympathie und die Achtung, die Seethaler für seinen Andreas Egger empfindet, überträgt sich. Wer diesen vom Leben so gebeutelten Mann einmal kennen gelernt hat, vergisst ihn nicht. Leseprobe


Vögel kennen keine Absperrungen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Text lesen
Norbert Scheuers Roman über einen Sanitätssoldaten als Vogelforscher in Afghanistan »Die Sprache der Vögel«.
»Vielleicht«, so heißt es einmal, »kommt es im Leben nur darauf an, etwas zu finden, bei dem alles andere in Vergessenheit gerät«.
Leseprobe


Vom Simplicissimus zu Peter Alexander
Von Isabella Caldart
Text lesen
Daniel Kehlmann schlägt in seinen Frankfurter
Poetikvorlesungen einen weiten Bogen.
In seinen Poetikvorlesungen, die Kehlmann im Juni vergangenen Jahres an der Goethe-Universität in Frankfurt hielt, verliert der Schriftsteller kein Wort über seine Werke und spricht im Subtext doch über nichts anderes. Leseprobe

Zeitskulpturen wie sanft eingeschlagene Pflöcke
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Michael Kleebergs »Vaterjahre« ist ein epischer Abgesang auf das unbeschwerte Leben der westdeutschen Mittelschicht der 1990er Jahre.
»...ein großartiges Buch, nicht trotz sondern wegen der Ecken und Kanten seiner Hauptfigur. Dass es noch nicht einmal auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand, sagt alles aus über den Zustand, in der sich die deutsche Literaturkritik derzeit befindet.« Leseprobe

Nowacks Unternehmungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wolfgang Körners Roman »Nowack« ist ein Stück subversive Lebenskunst aus der Zeit, als literarische Zuversicht auf bessere Zeiten noch möglich war. Leseprobe

So ein schlechter Roman
Von Torsten Larbig
Artikel lesen
Zu Dave Eggers »Der Circle«
»Nein, Eggers macht es sich mit seiner These zu einfach. Es gibt keinen Automatismus, der gegenwärtige Entwicklungen direkt in größenwahnsinnige gesellschaftliche Perversionen sozialer Netze treibt. Das heißt nicht, dass es diese Gefahr nicht gäbe, aber so leicht, wie es sich Eggers macht, geht es nicht.«

Der Jim Carroll unserer Zeit
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
In seinem Debütroman »Die goldenen Jahre« erzählt Ali Eskandarian von seinem durchzechten Leben und zeichnet zugleich das Porträt eines zerrissenen Mannes.
»Warum wir mit unserem Leben nichts Sinnvolles anfangen können, bleibt mir ein Rätsel. Wir haben alle Mittel dazu und Kraft genug, aber stattdessen verweigern wir uns der Wirklichkeit, konzentrieren uns auf den Schwachsinn und vermehren ihn.« Leseprobe

Ein Leben am Abgrund
Von Monique von Delft
Artikel lesen
Fujimori Nakamuras Roman »Der Dieb« erzählt von einem Gauner mit Prinzipien. Er wurde 2010 mit dem
Ōe-Kenzaburō-Preis ausgezeichnet.
Was harmlos beginnt, lässt Autor Fuminori Nakamura zu einem Strom aus Liebe, Gewalt, Kaltherzigkeit und der Frage nach dem Schicksal werden.

Auf dem Weg ein vertrockneter Feigenbaum
Von Laura Ott
Text lesen
Der erstmals in deutscher Übersetzung erschienene Roman »Judas« von Amos Oz erzählt von Liebe und Einsamkeit, von Selbstfindung, Religion und nationaler Identität.
»Oz schreibt sich ganz nah an den Leser heran und bricht dann ab, wie eine Welle, die einen kaum am Fuß berührt.« Leseprobe
»


Die Last der Freiheit
Von Daniela Konzelmann
Artikel lesen
Ein Roman über die Zeit der 68er.
In »Das indiskrete Leben der Alice Horn« zeichnet die dänische Autorin Anne Lise Marstrand- Jørgensen das Bild einer Familie in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, in der jeder versucht, auf seine Weise durch die neuen Freiheiten sein Glück zu finden, und auf seine Weise an diesen Möglichkeiten scheitert. Lesestoff


Technischer Fortschritt als Waffe
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Sascha Rehs Protagonist zieht in »Gegen die Zeit« nach Chile, um Allendes Regierung zu unterstützen. Nach dem Militärputsch liegt es an ihm, wertvolle Informationen vor dem Gegner zu schützen.
»...ein gut recherchierter, spannend erzählter Polit-Thriller mit Authentizitätscharakter über ein heute längst vergessenes Wagnis...« Leseprobe

Mikrokosmos der Tristesse
Von Isabella Caldart
Text lesen
Eugène Dabit bemüht sich in seinem Roman
»Hôtel du Nord« um die Abbildung der französischen Unterschicht.
»Zu viele Schicksale in zu viele Kapitel gequetscht, die weniger einem Roman als zusammenhangslosen Kurzgeschichten gleichen – von denen die wenigsten überzeugen.« Leseprobe



Singles zu vermitteln
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Ursula März erzählt (halb)dokumentarisch von den Versuchen, dem Alleinsein zu entkommen: »Für eine Nacht oder fürs ganze Leben« Leseprobe
März interessiert sich besonders für den »Massentypus des Großstadtsingles«. Den versucht sie zu erforschen, zu verstehen und zu beschreiben. Und das gelingt ihr großartig.

Abschiedsminiaturen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
In Liebesbriefen, Selbstgesprächen, Eifersuchtsdramen, Schwanengesängen, Gesellschaftssatiren und Augenblicken des Glücks schreibt Günter Grass »Vonne Endlichkait«.



Die Türken stehen vor Wien
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In seiner »Mantel-und-Degen-Version« führt der Péter Esterházy die Leser sinnlich und unkonventionell durch ein seltsames Ungarn.
»...
ein Buch, in dessen Sprache man eintauchen kann, sich an ihr wundernd reiben, sie genießend aufsaugen.« Leseprobe


»Tohuwabohu ersten Ranges«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In seiner kleinen Fingerübung »Das Monster von Neuhausen« überzeugt Ernst Augustin einmal mehr.
»Die Ehre, meine Damen und Herren, ist ein Relikt aus einer Zeit, da der Mensch sich noch besinnen konnte. Wie soll er denn heute, vollgeschüttet, vollgedröhnt, ersäuft und ersoffen in einer Flut von immerwährenden Medien, wie soll er sich da besinnen?« Leseprobe


Die Macht der Erinnerungen
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
In dem leise erzählten Roman »Der Traum von Rückkehr« quält Horacio Castellanos Moya seinen Protagonisten mit Erinnerungen an die Toten des salvadorianischen Bürgerkriegs. Leseprobe


Arktische Kälte im Namen des Sozialismus
Von Maxi Weber
Artikel lesen
Vergraben in einem Weckglas im Garten ihres Elternhauses findet man das Manuskript von Dalia Grinkevičiūtės beängstigender Geschichte. »Aber der Himmel – grandios« ist ein Zeugnis des Unsäglichen, die Geschichte eines jungen, litauischen Mädchens in der Verbannung in den eisigen Polarwintern Sibiriens.



Sex und Macht
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Die zwölf neuen Erzählungen von A.L. Kennedy erzählen von den Seltsamkeiten der Liebe.
»... dennoch ist auch bei der Skeptikerin Kennedy immer, auch in diesen zwölf neuen Erzählungen, eine Zartheit und Sanftheit, die aus den manchmal sarkastischen und manchmal bitter humorvollen Passagen hervorleuchten.« Leseprobe

In Elendsquartieren und Palästen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Katharina von Arx beschreibt eine Weltreise per Anhalter: »Nehmt mich bitte mit«.
Die junge Schweizerin, die in Wien Kunst studiert, fühlt, wie sie sagt, in sich eine Wehmut und ein Fernweh, »die ganz einfach den Fernmut ergeben«. Das heißt: Sie packt eine Jacke ein, zwei Kleider, ein paar lange schwarze Hosen, einen Tropenhut, eine Ukulele und ein paar Stifte zum Malen »in ein Säcklein, das man unter dem Arm tragen kann«. Sie hat wenig Geld, aber einige Empfehlungsschreiben von einflussreichen Menschen. Leseprobe

Zum Verhältnis von Freundschaft und Liebe
Von Sophia Bächle
Artikel lesen
David Nicholls erzählt in seinem Liebesroman die ineinander verwobenen Leben von »Zwei an einem Tag«. Beim Lesen fiebert man im ersten Teil des Buches mit den Beiden mit, liest begierig über Kapitel hinweg, immer der großen Frage folgend: wann kommen sie endlich zusammen?


Ein Menschenschlag »zur Verrücktheit zerrüttet«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Philipp Tinglers Gesellschaftsroman »Schöne Seelen«.
»
Je mehr wir bedauern, wie wir nicht gelebt haben – also je höher der Anteil ungelebten Lebens an unserem Dasein ausfällt -,  desto mehr fürchten wir den Tod.«


Zwischen Gut und Böse
Von Louisa Klein
Text lesen
Cynan Jones neuer Roman »Graben«

Tot und sorglos

Von Mirjam Schmitt
Text lesen
Zwischen einem brutalen Dachsjäger und einem aus der Bahn geworfenen Schafzüchter entfesselt Cynan Jones in seinem neuen Roman »Graben« eine dynamische Energie, die sich in einem alles umkehrenden Aufprall entlädt. Leseprobe

»All diese Orte zur selben Zeit«
von Daniela Konzelmann
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In seinem neuem Roman »Aufstieg und Fall großer Mächte« schickt Tom Rachman den Leser auf eine Reise durch drei Jahrzehnte und drei Kontinente – auf der Suche nach dem roten Faden in der verworrenen Biografie seiner Protagonistin.

Bücher sind wie Pilze
Von Felicitas Korb
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Ist es möglich, die eigene Vergangenheit in Zeiten des Internets zu vergessen?
Mit »Aufstieg und Fall großer Mächte« stellt Tom Rachman ebendies in Frage.

Reisen ins Innere einer Autorin
von Dóra Ilona Veress
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Terézia Mora übernahm im Wintersemester 2013/14 die Frankfurter Poetikdozentur.
Die fünf Vorlesungen, in denen Mora mit unumwundener Ehrlichkeit von ihrem Schreiben mitsamt dessen Schwierigkeiten berichtet, sind nun mit dem Titel »Nicht sterben« in Buchform erschienen. Leseprobe


Zimtwecken und verlorene Utopien im Neubau
Von Maxi Weber
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Anke Stelling überzeugt mit ihrem neuen Roman
»Bodentiefe Fenster«, in dem sie die Sprache jener Generation von Frauen spricht, die ihre Kinder aus pädagogischen Gründen Schlitten fahren lassen und sich Wohl oder Übel langsam eingestehen müssen, dass man nicht alle Probleme im Stuhlkreis lösen kann ...

»Vier zu vier statt eins zu sieben«
Von Eva Schanz
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Anke Stellings neuer Roman »Bodentiefe Fenster« beschreibt mitreißend Höhen und Tiefen im Leben einer Prenzlauer-Berg-Mutter. »Ihr Schreiben ist lebendig, wahrhaftig und hat vor allem eines: viel Herz.«  Leseprobe

Eine Geschichte über Geschichten
Von Mareike Springer
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»Manchmal erhältst du die beste Lösung, wenn du zulässt, zu scheitern.«
Das Gefühl der Angst vorm Versagen ist Terézia Mora in ihrem Leben nur allzu häufig begegnet. In ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen, die jetzt in »Nicht sterben« nachzulesen sind, erzählt sie von dem Weg zu ihren individuellen Lösungen: ihren Erzählungen, ihren Romanen - ihren Geschichten. Leseprobe


Vor Dr. Schiwago kam die Poesie
Von Katharina Stuch
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Christine Fischer entführt den Leser im ersten Band der Werkausgabe »Meine Schwester – das Leben« mit Gedichten, Briefen und Erzählungen in die frühste und frühe Schaffenszeit des russischen Schriftstellers Boris Pasternak.
»Christine Fischer hatte bei der Auswahl der Gedichte ein gutes Gespür, sie spiegeln die Wandlung des Autors vom Musiker über den Philosophen zum Dichter ausführlich wider.« Leseprobe

Von den Nazis ausgezählt
Von Lothar Struck
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Stephanie Barts großartiger Roman erinnert an den deutschen Boxer Johann 'Rukelie' Trollmann, der, weil er Sinto war, 1933 nicht »Deutscher Meister« sein durfte. Leseprobe



Abschied von der Kindheit
Von Gregor Keuschnig
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Der neue Roman von
Marc Degens »Fuckin Sushi«.
»...ohne Rührseligkeit und fast immer auch ohne die ansonsten häufig zu findende Anbiederung an den Sprachjargon der Jugendlichen. Schon jetzt bin ich gespannt, was Niels in zehn Jahren so alles erlebt hat.«

Vom Heimischwerden im Spazierengehen
Von Lothar Struck
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Esther Kinskys
Wanderungen »Am Fluß«
»...hermetisch und gleichzeitig luftig, wunderbar oszillierend zwischen Idyll und Trostlosigkeit. Ein beeindruckender und hinreißender Roman, kurz: großartige Literatur. «



Enzensberger I, II & III
Von Lothar Struck
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Hans Magnus Enzensberger »Tumult«
»Mit diesem so unscheinbar daherkommenden Büchlein möchte Enzensberger natürlich seine Biographie arrangieren. Es dient der Imagepflege und schielt bereits auf den Nachruhm. Schwerpunkt sind die Jahre der Revolte...« Leseprobe


Glückskekssätze
Von Georg Patzer
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Bernhard Schlink enttäuscht mit seinem Roman »Die Frau auf der Treppe«.
»Oder sind es gerade die kleinen Niederlagen, über die wir nicht hinwegkommen? Der erste kleine Kratzer am neuen Auto schmerzt mehr als die späteren größeren. Die kleinen Splitter sind schwerer zu entfernen als die großen«.

Ein zeitloses, literarisches Kunstwerk
Von Lothar Struck
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Wolfgang Herrndorfs Weblog
»Arbeit und Struktur« posthum in Buchform.
»
Die Lebenskraft Wolfgang Herrndorfs, die in diesen Notaten literarisch erfasst und vor dem Leser erzeugt wird und ihn zum Teil mitreißt, wird noch hell leuchten, wenn die halbgaren Lobreden des Feuilletons längst vergessen sind. So paradox es klingen mag - man wird Wolfgang Herrndorfs Tagebücher vielleicht irgendwann als einen neuen Werther lesen, einen Werther des 21. Jahrhunderts, der am Ende nicht aus purer Verzweiflung Hand an sich legt, sondern mit Würde sein Leben bis zum Schluss in seinen Händen behalten will.« Leseprobe

Aus der Zeit gefallen
Von Gregor Keuschnig
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John Williams mitreißender Roman über das unscheinbare Leben des Literaturprofessors William Stoner an der University of Columbia.
Stoners gelebter Existentialismus, der die Bleiweste des Trübsinns abgestreift hat wie ein zu enges Kleidungsstück, vereint für einen Augenblick (fast) alle Leser in einer besonderen Form von Andacht. Leseprobe

Vergessen als Monolog, Verzeihen als Dialog
Von Gunther Neumann
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Varujan Vosganians aufwühlendes »Buch des Flüsterns«
Vosganians Schreiben ist eine Beschwörung der Toten, sowie der Ängste und Schmerzen der Überlebenden, die von den Stimmen und Bildern der Verhungerten und Erschlagenen heimgesucht werden. Leseprobe



Ich bin hier
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Seit langen Jahren arbeitet Verena Lueken, die vor allem als Filmkritikerin bekannt geworden ist, im Feuilleton der FAZ.
Viele Jahre davon hat sie als Kulturkorrespondentin aus New York berichtet. Sie hat »Kinoerzählungen« geschrieben, auch eine »Gebrauchsanweisung für New York«, und jetzt ihren ersten Roman: »Alles zählt«, ein bewegendes erzählerisches Debut.
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Superheldenfamilie mit ganz besonderem Talent
Von Laura Ott
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Der kürzlich auf Deutsch erschienene Roman »Der Susan Effekt« von Peter Høeg hat das, was man sich von einem dänischen Krimi erhofft: Action, Gewalt, eigensinnige Charaktere und dieses nordisch-magische Etwas, das sich mit Fakten nicht erklären lässt. Leseprobe
 


Auf Abenteuerreise in Entwicklungsländern
Von Isabella Caldart
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In seinen Band mit Erzählungen »Kurze Begegnungen mit Che Guevara« schreibt Ben Fountain in einem blumigen Stil vom Alltag weißer, privilegierter Amerikaner in Krisengebieten.
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»Ein prasselndes Crescendo aus Dohlen«
Von Georg Patzer
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J.A. Baker schreibt ein mystisch-mythisch und
poetisch aufgeladenes Buch über den Wanderfalken.
»So dicht und nah, so phantasievoll-genau, so dichterisch und melancholisch wird von der Natur selten erzählt.«

Zusammenprall der Kulturen
Von Georg Patzer
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Ein Klassiker zum Neuentdecken. Rudyard Kipling erzählt in »Falsche Dämerung« vom Leben der Engländer in Indien. »Er beherrscht dabei jeden Ton spielend, kann mit einem Wort einen ganzen Charakter entwerfen...« Leseprobe


Wer uns die Augen öffnet, ist ein Verräter
Von Gunther Neumann
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»Bonavia« - oder vielmehr der schwierige Weg. Poesie, Suade und kluger Essay in einem.
Das bislang vielleicht persönlichste Roman des meistübersetzten serbischen Autors Dragan Velikić. Leseprobe



Zwischen Tradition und Aufbruch
Von Lena Hünlein
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Kenneth Bonert liefert mit seinem Südafrika-Roman
»Der Löwensucher«
eine mitreissende Familiensaga.





X, Y, Z … Helikopter Eltern aufgepasst!
Von Mareike Springer
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Zehn Jahre nach ihrem Erfolgsroman »Ohio« erzählt Ruth Schweikert anhand von Familienschicksalen dreier Generationen einfühlsam »Wie wir älter werden«.
»Die Wölfe, die Bedrohungen und Gefährdungen die Angriffe in seinem und auf sein Leben waren nie von außen gekommen, sondern hatten ihren Ursprung, die verborgene Höhle, in der sie heranwuchsen, stets in ihm selbst gehabt.«
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Mehr als nur Geschichten
Von Vera Bergmann
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Von Wissenschaft, Steinen, Modellstädten und dem, was wir nicht sehen.

Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr verknüpft das Schicksal eines blinden, französischen Mädchens mit dem eines technikbegabten Waisenjungen, der als Soldat der Wehrmacht nach St. Malo kommt, um Feindsender der Résistance aufzuspüren. Leseprobe


Ein schlichter Titel- kein schlichtes Buch
Von Raffaela Schönlein
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In seinem neuen Roman »Oh...« entführt Philippe Djian seine Leser in die Gedanken von Michelè, die nicht nur mit zahlreichen familiären Problemen zu kämpfen hat, sondern in ihrem Haus von einem vermummten Einbrecher vergewaltigt wurde.




Das verlorene Paradies
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Massum Faryars wehmütiger Afghanistan-Roman »Buskaschi oder Der Teppich meiner Mutter«.
Die 650 zauberhaften Seiten halten nicht nur eine wundervolle Liebesgeschichte bereit; sie sind vor allem die Liebeserklärung an ein geschundenes Land und seine Geschichte. Leseprobe


Geschmacklich fader Analogschinken
Von Gregor Keuschnig
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Joachim Lottmanns ratternde Pointenmaschine »Happy End«
»Wie trostlos muss da eine Woche, eine Saison und auch gleich noch der Anspruch an Literatur sein, dieses Buch zum Ereignis zu adeln?«




Dschihadisten und französische Idylle
Von Louisa Klein
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Der siebte Fall von Martin Walkers Bruno, Chef de police
»Provokateure« ist ein sorgfältig recherchierter, thematisch aktueller Romantik-Krimi, bei dem vor allem Südfrankreich-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, der perfekte Wohlfühl-Krimi für den Sommerurlaub.



Der Pegasus persönlich!
Von Uve Schmidt
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Die neuen Gedichte von Otto Jägersberg
Es ist sein herb-heiterer bis saukomischer Purismus (vergleichbar dem sozialistischen Realismus der Leipziger Schule) und dergestalt von makelloser Präzision, geprägt von Lakonie, Väterwitz, Stammbuchaphoristik à la Bakunin und einer neuen deutschen Naturkunde.

Aus dem Land der Richter und Henker
Von Niklas Schmitt
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Gibt man dem Menschen Macht, nutzt er sie. Jeder die seine. Der eine baut Staaten und Heere, der andere Strophen und Verse. Der Band »Aus den Kerkern Europas« stellt nun Gedichte der Dichter und Denker aus den Kerkern der Richter und Henker vor. Leseprobe


Auf der Suche nach Antworten
Von Vanessa Valkovic
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»Wie wird ein Mensch zum Massenmörder? Warum sucht ein Mensch die Konfrontation mit seinem Peiniger? Was passiert mit den Familien dieser Männer? Ist Rache je gerechtfertigt?«
Thomas Harding begibt sich mit »Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz« auf die Suche nach Antworten – und geht dabei in die Tiefen seiner eigenen Familiengeschichte.

Der Staub des Vergessens
Von Mirjam Schmitt
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Der jüngste Roman des Chilenen Rodrigo Díaz Cortez »Der mieseste aller Krieger« ist ein wichtiges Werk.

Mit einem Hauch des magischen Realismus Lateinamerikas zeichnet Cortez eine Geschichte, die so unzugänglich, eigenwillig und erstaunlich ist wie die Atacamawüste selbst.
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Kitschiges Kulissenbild
Von Gregor Keuschnig
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Ralf Rothmanns umjubeltem Roman »Im Frühling sterben« fehlen Innenperspektive und Tiefenschärfe.
»Die Abendsonne füllte die herumliegenden Helme mit Schatten.«? Vielleicht ist es ja »poetisch«, wenn ein Blitzmädel Walter mit ihren »milchblauen» Augen anschaut? Statt Poesie sehe ich vor allem eine gehörige Portion Edelkitsch, garniert mit schwülstig-klebrigen Manierismen. Leseprobe

Vom Scheitern an der Mittelmäßigkeit
Von Gunther Neumann
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Melancholie in der Kurzform und gelegentlicher Wahnwitz in handlichen Paketen bietet Johannes Wallys Erzählband »Absprunghöhen«.
»Sie hielt inne und schüttelte den Kopf, ohne recht zu wissen, worüber.«


Von Lübeck ins Lotterbett
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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In seinem Roman
»Die freie Liebe« erinnert Volker Hage an die Aufbruchstimmung Anfang der 70er Jahr mit ihrenTräumen Hoffnungen und Enttäuschungen.
»Hages Roman ruft längst vergangene Zeiten zurück. Heutige Studenten können hier erfahren, wie und was ihre Großeltern einst so getrieben haben. Oder, viel mehr noch, was sie gerne getrieben hätten.« Leseprobe

Rainald Goetz erhält den Büchner-Preis 2015:

Widerspruch zwecklos
Von Gregor Keuschnig
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Über Rainald Goetz' neueste Zeitmitschriften: »LOSLABERN: Traktat, Traktat über den Tod, über Wahn, Sex und Text, und, erheitert von diesem soeben durch ihn hindurchgefahrenen Expressivitätsereignis: Bericht!, der Herbst 2008!...« Leseprobe

Alles nur Monopoly für Erwachsene
Von Gregor Keuschnig
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Rainald Goetz' »Johann Holtrop«. Abriss der Gesellschaft.
»Der Kapitalismus leuchtete, hell und wild wie noch nie.«
 

Materialsammlung eines Gegenwartschronisten
Von Stefan Möller
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Die Nullerjahre als Fotobuch für insider:
Rainald Goetz »elfter september 2010«


Der Treibsand der Geschichte
Von Georg Patzer
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Christoph Poschenrieders Roman »Das Sandkorn« erzählt intelligent und elegant von einem homosexuellen Kunsthistoriker auf den Spuren Friedrichs II.

Eine packende Parabel
Von Lothar Struck
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Martin von Arndts neuer Roman »Tage der Nemesis«.
»Scheinbar ein einfacher Fall für Kommissar Dr. Andreas Eckart und sein Team um den grantigen Wagner und emsigen Rosenberg. Aber dabei bleibt es nicht und wer hier eine politisch brisante Konstellation entdeckt, wird nicht enttäuscht werden.«
 

Leiden in besten Kreisen
Von Patrick Wichmann
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Louis Begleys »Erinnerungen an eine Ehe«
Die Wahrheit aus diesem Gespinst aus Lügen, Halbwahrheiten und verzerrten Erinnerungen zu filtern, bleibt dabei Philip und mit ihm dem Leser überlassen.


Herumliegen und stumm bleiben
Von Georg Patzer
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Die Generationen prallen in Michele Serras »Die Liegenden« heftig aufeinander.
Stilistisch schwankt das Buch, eine Art langer Brief an den Sohn, zwischen philosophischen Exkursen und kühlen Selbstbeobachtungen, zwischen emotionalem Aufbrausen und sarkastischen Ausfällen.

Mit der Aura der »Bekloppten«
Von Lothar Struck
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Wolfgang Herrndorfs Romanfragent »Bilder deiner grossen Liebe«
»Die Erzählung ist immer dann offen und luftig, wenn Isa bei sich ist, die Landschaft erspäht, sie durchmisst, Horizonte beäugt.« Leseprobe

Mit Milde und Melancholie
Von Gregor Keuschnig
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Wie Josef Winkler den Kosmos seiner Erinnerung erweitert: »Mutter und der Bleistift«, »Winnetou, Abel und ich«
»Melancholischer als in diesen beiden Büchern war Josef Winkler noch nie.«

»Einen Menschen zu töten ist wie einen Apfel pflücken«
Von Gregor Keuschnig
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Szczepan Twardochs exzessiver Roman »Morphin« spielt mit
den Möglichkeiten von Identität in der Katastrophe des Krieges.
»... die Erzähllokomotive rattert in diesem Buch oft auf höchster Geschwindigkeit. Suggestiv vermischt Twardoch mehrere Erzählstimmen.« Leseprobe

Vom Widerstand und der Brüderlichkeit
Von Georg Patzer
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Aharon Appelfeld erzählt in seinem Roman »Auf der Lichtung« von jüdischen Partisanen in den Karpaten.
»Juden akzeptieren ihr Schicksal widerspruchslos«: Das waren noch Zeiten… Auch Dr. Krynicki meint das. Und deswegen muss Kamil es ihm erklären: »Wir sind jüdische Partisanen. Wir haben beschlossen, Herr unseres Schicksals zu sein, und haben eine Gruppe an Leuten aufgenommen, Männer, Frauen und Kinder, die wir aus den Todeszügen geholt haben.« Leseprobe

Keine Antworten und kein Happy-End
Von Georg Patzer
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Der jiddische Autor Yankev Glatshteyn schrieb 1940 ein Jugendbuch über den Holocaust.
»Es ist ein schreckliches Buch, weil es von so viel Schrecken erzählt. Es ist ein gutes Buch, weil es so wenig erklärt, einfach nur erzählt. Die Fassungslosigkeit der Jungs, denen die Welt zusammenbricht...« Blick ins Buch

Falsche Barone, Doppelgänger und verlorene Söhne
Von Jürgen Seul
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Der neue Karl May Sammelband »Verschwörung in Wien« bietet eine Mischung aus bunter Unterhaltung in bester May’scher Tradition und Einblicken in die Arbeitsweise eines erstaunlichen Schriftstellers, der das Glück hat, dass es ein nimmermüder Verlag seit nunmehr über 100 Jahren immer wieder versteht, das Interesse an ihm wachzuhalten.

Eine Art Memory
Von Gregor Keuschnig
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Uwe Kolbes Roman in 64 Kapiteln »Die Lüge«
»Der Komponist Hadubrand Einzweck, genannt Harry, erzählt von den ersten rund dreißig Jahren seines Lebens in der DDR. Untrennbar ist dies verbunden mit dem Verhältnis zu seinem Vater Hildebrand, genannt Hinrich, der Anfang der 1950er Jahre mit seiner damaligen Frau Karla als überzeugter Kommunist von Hamburg in die sich formierende, sozialistische deutsche Republik, »dem Morgenrot entgegen«, übersiedelte. Leseprobe

Eine Wunderkammer

Von Georg Patzer
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Hugh Raffles erzählt Wunderbares von Insekten
und Menschen und von der Magie des Lebens.

»Raffles »Insektopädie« ist eines der ungewöhnlichsten Bücher, das in den letzten Jahren herausgekommen ist. Er öffnet eine Wunderkammer über die Insekten und die Menschen, macht Vorschläge, wie magisch die Welt sein kann, wenn man sie mit offenen Augen und Ohren betrachtet und nicht mit vorgefassten Wertungen. Kein Wunder, dass es schon mit zahlreichen Preisen bedacht wurde. Es hat sie alle verdient.«

Tosende Bilderwelten
Von Lothar Struck
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Zum 60. Geburtstag Josef Winklers am 3. März veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag mit »Wortschatz der Nacht« eine frühe Erzählung.
Die Prosa Josef Winklers wirkt zuweilen als Psychogramm des Autors; eine Deutung, die durchaus als erster Affekt gewollt scheint. Aber die Nähe zu biografischen und geografischen Details darf nicht voreilig mit der Erlebniswelt des Dichters gleichgesetzt werden. Die Texte sind und bleiben Fiktionen, auch wenn die Hauptfigur Josef Winkler heißt.

Idyllensplitter und Raserei
Von Lothar Struck
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Der jugoslawische Schriftsteller Dragan Aleksić ist mehr als nur eine Entdeckung für einen Leseabend.
»Es war an einem warmen Frühnachmittag [,…] eine Wespe trank Wasser vom Hahn an einem kleinen Wasserkessel mit Waschwasser, aus dem es langsam tropfte...«

Polyphoner Bürokratenkosmos
Von Gregor Keuschnig
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Der letzte Roman von David Foster Wallace »Der bleiche König«
»Das alles ist eine Mischung aus Dilbert-Comics, Bret Easton Ellis (freilich ohne Massenmörder), einer Prise Loriot, Thomas Bernhard und vor allem ganz viel amerikanischer Serienästhetik, die in den 80er Jahren begann und inzwischen längst als neue Erzählkunst des 21. Jahrhunderts gefeiert wird.«

Eine geradezu akribische Wertungslosigkeit
Von Gregor Keuschnig
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Frédéric Valins Band mit Erzählungen »In kleinen Städten«beschreibt das Abseite im Alltäglichen.
»... ein wunderbar leichtes Buch mit Tiefgang. Abermals ist bewiesen, dass sich beides nicht ausschließen muss. Wer ein gewisses literarisches Niveau mit lustvoller Lektüre verbinden möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.«

Leben und Sterben in New York
Von Klaus Bittermann
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Joseph Mitchells Reportagen über das Strandgut einer Metropole.
»Die betörende, gertenschlanke Sally Rand, Tochter eines Mais-Farmers in Missouri, die während ihrer stürmischen Karriere als erste Fächertänzerin Amerikas Gefängnisaufenthalte, Peitschenhiebe und ein Schicksal schlimmer als der Tod erleiden musste, saß in ihrer schwarzsilbernen Garderobe im Brooklyn Paramount Theatre auf einem Diwan und rollte langsam die hautfarbenen Strümpfe von ihren berühmten Beinen.«

Japan und der Rote Ritter
Von Georg Patzer
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Adolf Muschg wird 80 Jahre alt und mit zwei neuen Büchern geehrt.
»Um deutliche Worte war Adolf Muschg nie verlegen. Schnell kommt er in seinen Essays und Reden auf den Punkt.« Leseprobe



Diabolisches Mockumentary der ästhetischen Moderne
Von Peter V. Brinkemper
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William Gaddis Monumentalwerk »Die Fälschung der Welt«
»Sag ihnen, dass nicht die Macht den Menschen korrumpiert, sondern der Mensch die Macht.« Leseprobe



Ein Kroate im Kräutergarten
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Anna Katharina Fröhlichs Roman »Der schöne Gast«
»Er war zum Lachen komisch, dieser Dichter, zum Weinen tragisch«, und sie fragte sich, »was er in meinem Leben zu suchen hatte.« Leseprobe

Magischer Realismus aus Frankfurt
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Heike Kühns Romandebut »Schlangentöchter«.
»...ohne Magie geht hier nichts ab, aber handfest realistisch erzählen, das kann sie auch. Die Geschichte mag vom Paradies her kommen. Doch sie spielt zwischen Hauptfriedhof und Zoo, mitten in Frankfurt.«

Leiden in besten Kreisen
Von Patrick Wichmann
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Louis Begleys »Erinnerungen an eine Ehe«
Die Wahrheit aus diesem Gespinst aus Lügen, Halbwahrheiten und verzerrten Erinnerungen zu filtern, bleibt dabei Philip und mit ihm dem Leser überlassen.


Literarischer Zauberwürfel
Von Gregor Keuschnig
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Jens Dittmars virtuos erzähltes »Vermächtnis«,
der Schelmenroman »So kalt und schön«.
Fast unzählbar die Referenzen und Anspielungen, für die man wohl ganz schön tief im Betrieb gesteckt haben und/oder einen riesigen Lesespeicher in seinem Kopf angelegt haben muss.

Idyllensplitter und Raserei
Von Lothar Struck
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Der jugoslawische Schriftsteller Dragan Aleksić ist mehr als nur eine Entdeckung für einen Leseabend.
»Es war an einem warmen Frühnachmittag [,…] eine Wespe trank Wasser vom Hahn an einem kleinen Wasserkessel mit Waschwasser, aus dem es langsam tropfte...«

Eine geradezu akribische Wertungslosigkeit
Von Gregor Keuschnig
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Frédéric Valins Band mit Erzählungen »In kleinen Städten«beschreibt das Abseite im Alltäglichen.
»... ein wunderbar leichtes Buch mit Tiefgang. Abermals ist bewiesen, dass sich beides nicht ausschließen muss. Wer ein gewisses literarisches Niveau mit lustvoller Lektüre verbinden möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.«

Bilder und Interpretationsstürme, die erstaunen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über William T. Vollmanns ebenso ambitioniertes wie provozierendes, vielstimmiges Epos »Europe Central«.
»Womöglich überzeugt der Roman als nonkonformistisches Gesinnungstheater.«


 

Gretchen ist da
Von Stefan Geyer
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Die Frage: Wer ist einzlkind? beschäftigt seit dem Debutromanüberraschungserfolg »Harold« die Literaturszene.
Bislang konnte das inkognito vom einzlkind gewahrt werden. Nun haben Klaus Bittermann und einzlkind nachgelegt und »Gretchen« auf die Reise geschickt. Leseprobe



»Großonklig=schmerbäuchige Daktylen«
Von Georg Patzer
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»Na, Sie hätten mal in Weimar leben sollen!« Arno Schmidt über die großen Weimarer: Wieland, Goethe, Herder.
»Über jeden Dreck geriet er in bedeutende Ekstase; jeder antiken Hausfront müsste man 'ein jahrelanges Studium widmen können' (wörtlich!)«. Seitenweise zerpflückt Arno Schmidt Goethes »Wahlverwandtschaften« - es ist eine rechte Freude, das zu lesen.

Arno Schmidt humorfrei?
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Ein neues Bändchen »Arno Schmidt zum Vergnügen«
»'Oh, diese Deutsch'n!'): 'Die halbe Nazion iss irre; (& die andre Hälfde nich ganz bei Groschn!): Ich mag sie nicht.«




Ein knöcheltiefer Kulturteppich
Von Peter V. Brinkemper
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Über David Marksons Roman »Wittgensteins Mätresse« und David Foster Wallace' essayistische Skizzen über poetologische Prinzipien.
»... Bilder und Momentaufnahmen, zum Teil fast austauschbar, in einem einzigen chaotischen Ausstellungsband, unordentlich miteinander verbunden, Ansichten und Perspektiven, in ihrer Versprachlichung eigentümlich autistisch, subjektiv, defekt wirkend, aber auch unerwartet logisch zugespitzt,...« Leseprobe

Der schwarze Vogel
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Die Vögel des Todes oder verspielte, intelligente Biester?

Cord Riechelmann gibt in einem schönen, kleinen Buch Auskunft über die Krähen.




Die Labilität der Zivilisation
Von Patrick Wichmann
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Jonas Lüscher hat mit »Frühling der Barbaren«
ein beeindruckendes Debüt hingelegt.
»... ein doppelbödiges Gesellschaftsportrait, ein geschicktes Spiel mit den menschlichen Affekten und einen bitterbösen Blick auf die Gegenwart.« Leseprobe

Die Kraft des Erzählens
Von Bettina Johl
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Ein gelungenes Debut: Der mitreißende Roman
»Ein Teelöffel Land und Meer« von Dina Nayeri.
Es fällt schwer, das bis zur letzten Seite spannende Buch aus der Hand zu legen. Es ermöglicht ein tiefes Versinken in eine Welt, von der wir sonst nichts wissen. Eine Welt, die jenseits aller Bilder liegt, die uns aus den Medien durch die Köpfe geistern. Leseprobe

Schatten der Vergangenheit
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Hans Pleschinskis Thomas-Mann-Roman »Königsallee«
So eindrucksvoll authentisch Hans Pleschinski die äußeren Umstände des Wiedersehens  zwischen Thomas Mann und Klaus Heuser auch schildert – es fand tatsächlich nie statt. Leseprobe


Im freien Fall
Von Patrick Wichmann
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Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa sieht das Ende der Kultur gekommen.
»Die Weltkultur fördert den Einzelnen nicht, sie verblödet ihn, nimmt ihm Klarsicht und freien Willen, so dass er auf die Angebote dieser ‚Kultur‘ konditioniert reagiert, wie Herdenvieh, wie der pawlowsche Hund beim Klang des Futterglöckchens.«

»Was nicht als Spektakel daherkommt, wird nicht zu Kultur.«
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Ob Komödie, Drama oder Geschichten des täglichen Lebens, der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur vor sozialkritisch historischem Hintergrund.
Fotogalerie der jungen Hunde / Leseprobe Traum des Kelten

Der Kampf gegen die Wildnis
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
T.C. Boyle erzählt in seinen Romanen San Miguel und Wenn das Schlachten vorbei ist die Geschichte des epochalen Wandels der Bedrohung des Menschen durch die Natur hin zur Bedrohung der Natur durch den Menschen. Leseprobe


»Eine schwierige zitternde Seele«
Von Lothar Struck

Artikel lesen
Wolf Wondratschek ist 70 Jahre alt geworden und
präsentiert uns mit »Mittwoch« ein Geschichtenalbum.
Wondratschek erweist sich in diesem stillen Buch als großer Stimmungserzähler, (...) ihm gelingt es mit feinen und zugleich starken Strichen, den Leser zu bannen.


Traum oder Wirklichkeit
Von Georg Patzer
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Der schwedische Lyriker, Philosoph und Romancier Lars Gustafsson verzaubert seine Leser mit seinem neuen Roman »Der Mann auf dem blauen Fahrrad«.
»... ein philosophischer, kafkaesker, schwebener Spaß, ein sanftes Schütteln an der „Realität“ mit einer Warnung: Dass man den Schlafenden nicht wecken soll, denn möglicherweise träumt er einen gerade.« Leseprobe

Nostromo, redigiert
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Juan Gabriel Vásquez' »geheime Geschichte Costaguanas« spielt raffiniert mit historischen Tatsachen und Möglichkeiten.
Anknüpfend an klassische Abenteuer- und Kolonialromane entfaltet der Autor ein literarisch beeindruckendes Südamerikabild. Leseprobe




Avantgarde als Nörgler
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ornamentale Wortkunst reicht nicht.

»Der Plurimi-Faktor« von Botho Strauß schwächelt an seinem eigenen Anspruch.





Ortsschriften
Von Lothar Struck

Artikel lesen
Christian Luckscheiters
»Ortsschriften Peter Handkes«
»Luckscheiter zeigt sehr schön, wie Handke die Befriedung der Orte durch Praktiken des Gehens und Lesens sowie mithilfe der Natur geradezu herbeibeschwört.«



»Universität der Wildnis«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Endlich gibt es den Klassiker der Nature Writing,

vom Urvater der Gaia-Bewegung
John Muir »Die Berge Kaliforniens« auch in deutscher Übersetzung.
»Die Welt, so hat man uns gesagt, wurde speziell für den Menschen erschaffen – eine Vermutung, die sich auf keinerlei Fakten stützt.


Alter Adel auf Abwegen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
»Hunnen und Rebellen« Jessica Mitfords Geschichte einer exzentrischen Familie.
»Das Milieu unserer Kindheit, ausgestattet mit einer üppigen Ader von Verrücktheit (…) hatte in uns eine große Rücksichtslosigkeit entstehen lassen, eine Art Verlängerung kindlicher Gemeinheit. Wir stachelten einander nicht nur zu immer drastischeren Streichen und Provokationen gegen die Klasse an, der wir weggelaufen waren, wir genossen es überhaupt, die ganze Welt aufs Kreuz zu legen. Tatsächlich war dies unser eigentliches Lebensgefühl.« Leseprobe

»Etwas Universelles«
Von Lothar Struck
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Die Gedichte des Kito Lorenc
Ich kann nicht anders als mich in eine Landschaft, ein Bild hinein zu phantasieren. Und das ist möglich, weil Kito Lorenc' Gedichte offen sind, mir hier oder da einen Platz anbieten, den ich gerne annehme. Nur davon vermag ich Mitteilung zu machen. Ansonsten sei empfohlen: Lesen. Leseprobe


Eine Frau, die alles gab
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Peter Schneiders mitreisendes Entdeckungsbuch
über »Die Lieben meiner Mutter«.
Für den jetzt 70jährigen Sohn erschließt sich, über die Briefe, endlich das Leben der Mutter und auch seine eigene Biographie. Dabei ist er erschüttert über das Ausmaß der Liebessehnsucht, entsetzt, wie sie ihren Geliebten vergöttert hat und sich selbst erniedrigt. Aber endlich gelingt es ihm auch, »Frieden mit der Mutter zu machen«. Ein großes Buch, aus elenden Zeiten.

Unterwegs im Balkan
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Über Andrzej Stasiuks aufrührende Reiseaufzeichnungen »Tagebuch danach geschrieben«.
»Es ist schwierig, Andrzej Stasiuk und seiner monomanischen Melancholie den Balkan und Polen betreffend nicht zu verfallen.«


»Jeder ist der Held seiner eigenen Märchen«
Von Gregor Keuschnig
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Ismet Prcic beschreibt in seinem Roman »Scherben«, wie ein bosnischer Flüchtling im kalifornischen Exil versucht, mit seinen Kriegserinnerungen klarzukommen.
»Mach dir keine Gedanken, was wahr ist und was nicht, damit machst du dich nur verrückt. Schreibt einfach nur. Schreib alles auf.« Leseprobe

Kassandras Vermächtnis
Von Bettina Johl
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Christa Wolfs letztes von ihr selbst zur Veröffentlichung bestimmtes Buch »Rede, daß ich Dich sehe«.
Wer einfache Antworten für komplexe Fragen unserer Zeit sucht, wird sie in diesem Buch nicht finden, – so wenig wie im gesamten Werk von Wolf. Simplizitäten und Phrasen sind ihre Sache nicht, waren es nie.

Das »Aleph« im Bolañoversum
Von Thomas Hummitzsch
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Mit »Die Nöte des wahren Polizisten« ist ein weiteres Werk posthum aus dem Archivo Bolaño ans Tageslicht befördert worden. Viele unterstellen dem Roman einen allzu fragmentarischen Charakter und sprechen vom Ausbeuten eines Gesamtwerks. Womöglich aber bildet der Roman die Essenz eines Grenzen sprengenden Gesamtwerks. Leseprobe

Neues aus dem Zeitalter der Angst
Von Patrick Wichmann
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Wie Richard Yates den Weg zurück in den
Buchhandel fand und warum er bleiben wird.
Für seine Bücher könnte wohl kaum ein Motto treffender sein, als das Diktum F. Scott Fitzgeralds, das Yates seinem Roman »Eine gute Schule« vorangestellt hat: »Rück mit dem Stuhl heran / Bis an den Rand des Abgrunds / Dann erzähle ich dir eine Geschichte.«

Die Geburt des Aphorismus aus dem Geist der Pyrotechnik
Von Goedart Palm
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Antoine de Rivarol - der monarchistische Aufsteiger
als aufgeklärter Reaktionär.
Eine opulent ausgestattete Schatzkiste mit »Gedanken und Maximen, Porträts und Bonmots« Rivarols
»Vom Menschen« die diesen alerten Geist in umtriebigen Zeiten w
ieder erstrahlen lassen. Leseprobe Hörprobe

Warum »Ginster« lesen?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Die Aktion »Frankfurt liest ein Buch« wird eine überaus positive Nebenwirkung haben:
Siegfried Kracauer wird einmal mehr wiederentdeckt und von vielen Zeitgenossen gelesen, die sich bis dato kaum oder gar nicht mit ihm auseinandergesetzt haben. Es ist zu hoffen, dass es nicht allein bei der Lektüre von Kracauers erstem Roman bleibt.

Wege, offene
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Florian Illies' Panoramablick auf »1913«, den »Sommer des 20. Jahrhunderts«.
»Ein gutes Buch, ein souveräner Stil – ich hätte das Jahr Neunzehn Dreizehn gerne miterlebt.«
 


Poetische Schatztruhe
Von Lothar Struck
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»Geschichten ereignen sich nicht, Geschichten werden erzählt«.
Christoph Ransmayrs wunderbarer »Altas eines ängstlichen Mannes«.
»Richtig ist, dass ein schnelles Lesen dieser Geschichten nicht ratsam ist. Die unterschiedlichen Aromen der Erzählungen entfalten sich bei dosierter Lektüre intensiver. "Atlas eines ängstlichen Mannes" ist ein episches Reisekompendium, voller Esprit, fragil und wuchtig zugleich. Es ist, kurz gesagt, ein großartiges Buch.« Leseprobe

Valéry - der poetische Geistesarbeiter
Von Otto A. Böhmer
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»Ich grase meine Gehirnwiese ab« - Paul Valéry und seine verborgenen Cahiers. Leseprobe
»Ach ja, ich bin wie das Auge, welches sieht, was es sieht. Es braucht sich nur ein klein wenig zu bewegen, und die Mauer verwandelt sich in eine Wolke; die Wolke in eine Uhr; die Uhr in Buchstaben, die sprechen. – Vielleicht ist das meine Spezialität. – Meine Spezialität, das ist mein Geist.«


»Dummheit ist nicht meine Stärke«
Von Bernd Leukert
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»Monsieur Teste«, Paul Valérys »Dämon der Möglichkeiten« ist einer der Schlüsseltexte in der Literatur des 20.Jahrhunderts. Leseprobe



»Was nicht als Spektakel daherkommt, wird nicht zu Kultur.«
Von Herbert Debes
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Ob Komödie, Drama oder Geschichten des täglichen Lebens, der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur vor sozialkritisch historischem Hintergrund.
Fotogalerie der jungen Hunde / Leseprobe Traum des Kelten

Worte der Liebe
Von Georg Patzer
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Per Olov Enquist hat mit seinem »Buch der Gleichnisse« einen komplizierten Liebesroman geschrieben.

»Wenn er schrieb, hatte er nie Angst, aber nur dann«, schreibt er in sein Notizbuch. Aber das ist ja gar nicht wahr, wie er später selbst erkannte: »Durchgestrichen, als verlogen.« Denn es ist nicht so einfach, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.
Leseprobe

Prinzessin ohne Land
Von Bettina Johl
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Lukas Hartmanns west-östliche Familiensaga
»Abschied von Sansibar«.

»Lukas Hartmann hingegen bringt uns die Akteure der Handlung auf sehr glaubwürdige Weise nahe. Er zeichnet klar umrissene Charaktere mit Stärken und Schwächen, räumt ihnen das Recht ein, zu scheitern und lässt sie davon Gebrauch machen, ohne deshalb je ihre Würde in Zweifel zu ziehen.«

Bekenntnisse

Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Über Jaume Cabrés schwindelerregenden Roman »Das Schweigen des Sammlers«
»Jo confesso, Ich gestehe, lautet der Titel des katalanischen Originals. Cabrés Roman ist in der Tat ein langes Schuldbekenntnis seines Protagonisten Adrià Ardèvol i Bosch, dem Gelehrten und Sammler.« Leseprobe

Das Gewicht des Körpers
von der Seele lösen
Von Martin Lüdke
Artikel lesen
Über Péter Nádas’ Jahrhundertroman.

»
Nádas ist da. Endlich.
Das Erscheinen der deutschen Ausgabe dieser »Parallelgeschichten« darf als europäisches Ereignis gefeiert werden. Das Gerücht war dem Roman vorausgeeilt. Jetzt stehen wir vor der Sensation.« Leseprobe »Parallelgeschichten«
Leseprobe
»Péter Nádas lesen«

Ein großer Gesang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Mathias Énards furioses Epos über das Leben & Sterben in den Kriegen rund um das Mittelmeer.
»Welch' ein Glaube an das Schriftliche! Vielleicht der letzte Glaube überhaupt?« 
Leseprobe



Die Entzauberung des Überbuchs
Von Wolfram Schütte anlässlich der Wiedervorlage von Arno Schmidts »Zettel(')s Traum«
Artikel lesen
»Das literarische Meisterwerk des Jahrhunderts ist es wohl doch nicht, um es höflich zu sagen. Aber ein Faszinosum des spökenkiekerischen Lettrismus, die High Fantasy des elaborierten Selbstgesprächs, das ein in sich versunkener literarischer Eremit mit sich in seinem Bargfelder Gehäuse führt: - das wird Arno Schmidts »Zettel´s Traum« bleiben - wie kein zweites Buch der deutschen Literatur.« Leseprobe / Der Artikel als pdf-Datei


Neues aus dem Zeitalter der Angst
Von Patrick Wichmann
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Wie Richard Yates den Weg zurück in den
Buchhandel fand und warum er bleiben wird.
Für seine Bücher könnte wohl kaum ein Motto treffender sein, als das Diktum F. Scott Fitzgeralds, das Yates seinem Roman »Eine gute Schule« vorangestellt hat: »Rück mit dem Stuhl heran / Bis an den Rand des Abgrunds / Dann erzähle ich dir eine Geschichte.« Leseprobe

Bourgeoiser Polit-Pop
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Wie wohlsituierte Schelme sich einen verelendeten Narren halten. Emmanuel Carrères Romanbiografie über das »Scheißleben« des Eduard Limonow.
»
Ausgiebig bedient sich Carrère des umfangreichen autobiographisch getönten Werks des unkaputtbaren Limonow. Dort, wo es allzu braun wird, hellt er es journalistisch und biedermoralphilosophisch auf, nicht zuletzt in Habachtstellung vor Bernard-Henri Lévy.« Hörprobe


Schmierentheater mit Kinkerlitzchen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Alexander Schimmelbuschs Buch »Die Murau Identität«.
»Nach vier Stunden Lektüre der 204 Seiten ist man derart erschöpft, dass man sich über nicht einmal mehr aufregen mag, so phantasielos und dumm ist dieses Buch einer weitgehend talent- und sprachlosen Krawallschachtel. Wenn es einen Gott geben sollte – warum schützt er nicht tote Dichter vor solchen Sympathisanten und uns, den Leser, vor einem solchen Schund?« 

Ist Fußball unser Leben?
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Martin Gessmann Essayband »Mit Nietzsche im Stadion«.
Statt sich die zuweilen doch eher langweilige Vorberichterstattung zu den Spielen anzutun, empfehle ich, bei aller Kritik, Gessmanns Buch als intellektuellen Wachmacher. Es ist weder liberal, noch republikanisch, sondern, in Anlehnung an Nietzsche, dionysisch und damit ganz nah beim ästhetischen Hochrisikofußball. Leseprobe

Lebenskrise als Glücksfall
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Bodo Morshäusers Erzählung
»Und die Sonne scheint«
»Meiner Erinnerung, lernte ich, war absolut nicht zu trauen. Meine Erinnerungen waren im Grunde Täuschungen. Mit meinen Erinnerungen schuf ich Erzählungen, die nichts mit der Vergangenheit zu tun hatten, jedenfalls nicht mit meiner.« Leseprobe


Grenzgänger am Grünen Band
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Rüdiger Dingemanns opulenter Bildband »Mitten in Deutschland«
Fast möchte man den Koffer packen und losfahren. Und Landschaften besuchen, in denen Natur, Geschichte und Politik auf eine höchst interessante Weise miteinander verknüpft sind.

Was am Ende bleibt
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Hermann Kinders Erzählung »Der Weg allen Fleisches«
»Es gab Zeiten, da kannte man Hermann Kinder. Sein Debüt, der »Bildungsroman« von 1977 mit dem Kinder-typischen Titel »Der Schleiftrog«, wurde nicht nur von Alfred Andersch, Adolf Muschg und Martin Walser gelobt, sondern, nicht zuletzt, auch von der Generation der 68er gelesen, die an dem Scheitern der Revolte zu knabbern hatten.«

Als ginge man im Frack in die Würstchenbude
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Martin Mosebachs Roman »Das Blutbuchenfest«
Mosebach ist ein zauberhafter Aphoristiker und kann Szenen mit wortgewaltiger Grandezza kommentieren. Leseprobe


Magischer Realismus aus Frankfurt
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Heike Kühns Romandebut »Schlangentöchter«.
»...ohne Magie geht hier nichts ab, aber handfest realistisch erzählen, das kann sie auch. Die Geschichte mag vom Paradies her kommen. Doch sie spielt zwischen Hauptfriedhof und Zoo, mitten in Frankfurt.«



»So war es aber nicht.«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Angelika Overath erzählt in ihrem neuen Roman

»Sie dreht sich um«
von Frauen und Bildern.
»... der Roman, der so schön von einer festgefahrenen Ehe hätte erzählen können und dem Aufbruch einer Frau, ist über große Strecken ärgerlich. Bis zum Schluss, wo sie alles noch einmal zusammenfassen muss: »Etwas war mit ihr geschehen. Sie verstand es noch nicht recht. Aber sie fühlte es, so sicher, wie sie den Bildern zugehört hatte.« Leseprobe

29 Heimatgeschichten
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Zum 25. Gründungsjubiläum der Kunststiftung Nordrhein Westfalen haben Bettina Fischer und Dagmar Fretter den Erzählband »Eigentlich Heimat« herausgegeben. Dabei entstand eine sehr schöne, bisweilen luftige Reise durch Städte und Landschaften Nordrhein-Westfalens.


Vergebliches Heilwissen
Von Goedart Palm
Artikel lesen
Alexander Peers Nietzsche-Roman »Bis dass der Tod uns meidet«
»...ein in der komplexen Triade von Philosophie, Leben und Liebe strudelnder Held, der in den Persönlichkeitsentwürfen der Literatur eine eigene Stimme reklamieren kann. Er sitzt wie sein Vorbild in vielen Winkeln der modernen Seele und ist 'doch nirgends zu Hause'.« Leseprobe

Ei
ne Art Anti-Anti-Heimatroman
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Reinhard Kaiser-Mühlecker Roman »Schwarzer Flieder« erzählt vom Ende der Goldbergers.
»Ein famoses Buch, auch weil es durchaus divergierende Interpretationsmöglichkeiten eröffnet. Es ist Ausweis eines großen literarischen Talents; eines Talents, das wohl im besten Sinne typisch österreichisch ist.«

Das Unglück der Menschen
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Corinna T. Sievers schreibt über die Kommissarin Maria Rosenblatt.
»So ist der vermeintliche Kriminalroman eigentlich eine Studie über das Unglück der Menschen und die Lieblosigkeit in Beziehungen, ganz aus der Perspektive einer Frau geschrieben, die darunter leidet, aber leider keine Einsicht in die Mechanismen hat.« Leseprobe

Erfrorene haben ein Lächeln auf den Lippen

Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Zoë Jennys Erzählungen »Spätestens morgen«.
»Jennys Sprache ist knapp und nüchtern, sie geht sparsam mit den Worten um. Alle Erzählungen sind dunkel, abgründig, leicht melancholisch. Nirgends gibt es ein Happy End, und doch werden diese Geschichten von einer sanften Poesie durchleuchtet.«

Abgründe des Journalismus
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Annalena McAfee beweist mit ihrem Debutroman »Zeilenkrieg« eine große Lust am Erzählen.
»...in seinen besten Momenten eine äußerst treffende Satire auf die Abgründe im Medienbetrieb unserer Zeit. – »Idiotische Moralgeschichten für eine unmoralische Zeit.« Leseprobe

Sodom Friedberg
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Andreas Maiers führt seine Familiensaga fort.
»Die Straße« ist die konsequente Weiterführung von Andreas Maiers »Ortsumgehung«-Zyklus und reiht sich relativ nahtlos an die vorherigen Bände an.


Die Entwirklichung der Ökonomie
von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Zur Wiederentdeckung von William Gaddis’ furios-widerspenstigen Roman »JR«
»(Es geht) ... um die Matrix, die Architektur und die Dynamik eines unaufhaltsamen transhumanen Gesamt-Stroms des Kapitals, der sich wie ein Wirbel durch die Akteure, die Arbeits- und die Lebenswelt frisst, alles nivelliert, »verdampft« (Marx) und nichts übrig lässt als entwertete, halbverdaute Innereien und Exkremente.« Leseprobe


Redundanzen ohne literarische Kraft
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Fords neuer Roman »Kanada« enttäuscht die hohen Erwartungen.
»Ich klappte das Buch zu und dachte, was das wohl für eine fulminante Kurzgeschichte hätte werden können.« Leseprobe



Prototyp des akademischen Prekariats
Von Ralf Richter
Artikel lesen
»
Weiskerns Nachlass« von Christoph Hein ist mehr als eine gelungene Gesellschaftssatire.
»Gelegentlich trifft man auf Menschen, die halten das Buch für ein gelungenes satirisches Werk. Was diese Menschen eint: Sie kennen den Hochschul- und Universitätsbetrieb dieser Tage nicht.
«


Ideenklau, oder: Was darf Literatur?
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Janne Tellers Kammerspiel um Fiktion und Plagiat,
um Persönlichkeitsrechte, Macht und Gewissen.
»Der Grad der Verantwortung sinkt im Quadrat der Anzahl der Menschen, auf die sie verteilt werden kann,...«



Eine literarische Premiere
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Jules Vernes Reiseroman »Der Weg nach Frankreich« ist erstmals in Deutscher Sprache erschienen.
Ein Interview mit der Übersetzerin Gudrun Hermle.




Vom Erschrecken über sich selbst

Von Herbert Debes
Artikel lesen
Rolf Dobellis Romandebut »Fünfunddreißig« im Herbst 2004 bei Diogenes versprach einiges an literarischem Potential.

Heute ist Dobelli Autor bei Hanser und schreibt Bücher mit anmaßenden Titeln wie »Die Kunst des klaren Denkens« oder »Die Kunst des klugen Handelns«. Vielleicht sollte er mal wieder nach Indien fliegen...

Nicht sicher
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In seinem Band »Die Nachmittagsvorstellung«
schreibt Jehoschua Kenaz in neun Erzählungen über den lauernden Horror des Lebens.
Leseprobe
 


Ein Junge, der sich selbst entdeckt
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Michael Ondaatje erzählt mit seinem neuen Roman »Katzentisch« hunderte von skurrilen Geschichten.
»
Ondaatjes Roman ist eine Abenteuergeschichte, eine Reflexion über Leben, Liebe, Freundschaft und Trennung...« Leseprobe


»Könige des Plunders«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks elegischer Roman »Hinter der Blechwand«

»Gekonnt balanciert Andrzej Stasiuk zwischen zivilisationskritisch angehauchter Sentimentalität, einer ewig-gleichen Tristesse und unbändiger Lebenslust seiner Protagonisten. Und man bildet sich ein, nach dieser Lektüre ein klein wenig klüger zu sein.«


»Festhalten ohne gefangen nehmen«
Von Lothar Struck
Artikel lesen

Handkes Notate »Ein Jahr aus der Nacht gesprochen«
»Im Kontrast zwischen heiteren, verspielten, albernen, manchmal auch erotischen und dann wieder suchenden, hadernden, fragenden Aussprüchen liegt ein Reiz, der vom Leser ein Höchstmaß an Konzentration und Empathie erfordert.«



Literaturnobelpreis 2012 für Mo Yan:
Das größte Operndrama von allen ist die Hinrichtung eines Menschen
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Den chinesischen Autor Mo Yan hatte kaum einer auf
der Rechnung für den Literaturnobelpreis.
Leseprobe


Kontrolliertes Unglück
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Über Hinrich von Haarens filigranen Romanerstling »Brandhagen«.
»Vorsichtig bewegten wir uns zwischen den Partyresten und dem abgestandenen Geruch vorwärts, steuerten auf den klobigen Glastisch mit den Chrombeinen zu (...), da hier noch eine große Auswahl an Snacks vorrätig war und wir uns vor dem Frühstück heimlich mit Chips, Würmern und Crackern vollstopfen konnten. Im engansitzenden Frotteeschlafanzug führte ich diesen kleinen Stoßtrupp an, obwohl natürlich Alexandra gern kommandiert hätte,...«

Postmodernes Puzzlespiel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Aléa Toriks Romandebut »Das Geräusch des Werdens«

»...
bei aller Kritik ein lesenswertes Buch. In jedem Fall hat sich ein beachtenswertes schriftstellerisches Talent gezeigt. Dabei ist es eigentlich uninteressant, ob die Biographie der Autorin (oder ist es ein Autor?) erfunden ist oder ob es sich um eine Kunstfigur handelt, wie jemand mit klebrigem Ehrgeiz und viel enttäuschter Liebhaberei behauptet.«

»All Hail Discordia«
In Memoriam Tristan Egolf
Von Stefan Geyer 
Artikel lesen
»Gehe immer aufrecht, lass dich nicht fertigmachen vom Mainstream, bleib du selbst, das ist die Botschaft Egolfs, »All Hail Discordia« sein Credo. Er hat es uns in drei wunderbaren Romanen hinterlassen. Ziemlich genau zwei Jahre nach jenem Abend im Frankfurter Mouson Turm, am 7. Mai 2005, nahm sich Tristan Egolf das Leben.« Am 19. Dez. 2011 wäre er 40 Jahre alt geworden.


Alle paar Seiten lacht jemand
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Folgen einer späten Klassiker-Lektüre: Dostojewskis »Idiot« als Humoristikon?




Trügerische Erinnerungen
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Julian Barnes erzählt in seinem mit dem diesjährigen Booker Prize ausgezeichneten Roman »Vom Ende einer Geschichte« auf faszinierende Weise, was es heißt, von der eigenen Lebensgeschichte eingeholt zu werden.  Leseprobe

»Morgen sind wir Menschen!«
Von Michael Hein
Artikel lesen
Jordan Iwantschews Roman »Die Farben des Grauens« zeichnet ein beängstigend realistisches Schreckensbild vom Zerfall der gesellschaftlichen Ordnung.


Deutsch-Italienische Geschichte(n) verwoben

Artikel lesen
Von Lothar Struck

Sabine Grubers kühn komponierter Roman »Stillbach oder Die Sehnsucht
« beleuchtet die gemeinsame südtirolerisch-italienisch-deutsche Geschichte. Leseprobe





Als Zagreb noch Agram hieß
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Wie ein Kind die Welt entdeckt, die voller Mysterien steckt.
Bora Ćosić erzählt »Eine kurze Kindheit in Agram 1932-1937«





Warum?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Im Mai 2010 starb Tonio van der Heijden, das einzige Kind von A.F.Th. und Mirjam Rotenstreich, mit knapp 22 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Wenige Tage später beginnt A.F.Th. sein Requiem, um, wie er schreibt, nicht verrückt zu werden.



Substitution unbewältigter Trauerarbeit
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Über Christa Wolfs Autotherapeutikum »Stadt der Engel«.




Klapse auf den Hinterkopf
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über »Schimmernder Dunst über Coby County«.

»Leif Randt ist ein Meister der Andeutung. Es wimmelt von Interpretationsmöglichkeiten, die manchmal listig in der Schwebe gehalten werden...«
Leseprobe


Hohlers zauberhafte Welten
Von Georg Patzer

Artikel lesen
Franz Hohler erzählt von einer märchenhaften Welt – ganz realistisch.
Leseprobe





Bedürftige Literatur
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über Judith Schalanskys so genannten Bildungsroman »Der Hals der Giraffe«.
»Und es bleibt auch alles hübsch ordentlich in der deutschen Provinz, die (sicherlich zum Ergötzen der Kritik) zum Revier umfassender Denunziation freigegeben wird.«


Die Fragilität der Idylle
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über Alice Munros Erzählungen »Zu viel Glück«
Idyllen sind die Ausgangspunkte. Kleinste Veränderungen vermögen diese zu zerstören und ein ganzes Leben zu prägen.



Der Wichtel vom Fichtelgebirge
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Über Michael Buselmeiers bezaubernden Theaterroman »Wunsiedel«
»Er erkundet aufs Neue die Landschaft, die ihm, dem kritischen Revoluzzer, schon einmal Trost und Zuflucht war. Ein Ort, an dem ihm Glück möglich schien.Ein kleines Meisterstück.«


Eine Vater Tochter Geschichte
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Manuela Fuelles Roman »Fenster auf, Fenster zu«
»... er entwickelt bei allem, was er tut, eine ganz eigene Strategie. Er ist nicht verwirrt. Er folgt einer anderen Logik. Auf keinen Fall ist er verwirrt.«


Über Industrieschreiberei und Tantenerschrecker
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Matthias Zschokkes unterhaltsam-bissiger E-Mail-Wechsel ist eine amüsante Literaturbetriebsschelte.
Leseprobe



Columbo des Ostens
Von Jürgen Nielsen Sikora
Artikel lesen
Ein kurzes Statement zu Simon Urbans Roman »Plan D« der es immerhin fertig bringt, einer illustren Reihe früherer BürgerInnen der ehemaligen DDR hysterische Aufschreie des Entsetzens zu entlocken. Leseprobe / Hörprobe
Trailer des allgemeinen Entsetzens


Die Hunde wurden immer lauter
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Im Gespräch mit dem kubanischen Autor Leonardo Padura über kommunistische Fundamentalisten, Männer, die Hunde lieben und unverschämte Leser, die geliehene Bücher nicht zurückgeben.



»… und die Traurigkeit vergisst uns
einen Augenblick lang.«

Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Ginge es bei Buchpreisen um Schönheit von Literatur, stünde Esther Kinsky ein Jahr der Ehrungen bevor. Ihr neues Buch »Banatsko« ist die Hommage an die aus der Zeit gefallene Region am Rande Europas.


Auch wir in Italien
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Ein Vademecum für den Umgang mit der politischen Kaste.
»Gerade sein Sinn für Humor mag ihn dann wiederum um seine Meriten gebracht haben, denn Esprit und literarische Qualität passen ja zumindest für die deutsche Literaturkritik nur selten unter einen Hut.« Leseprobe


Moralische Nachkriegsbotschaften
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über Ingeborg Bachmanns pädagogisch imprägnierte Radiosoap »Die Radiofamilie«. Leseprobe
»Dem Germanistenbetrieb ist damit auf lange Zeit in punkto Bachmann-Exegese wieder eine neue Quelle schier unendlicher Interpretationen und Analysen eröffnet.«



Foto:
Mariusz Kubik

Selbstmord auf offener Bühne
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Grandios inszeniert Michel Houellebecq in seinem aktuellen Roman »Karte und Gebiet« den eigenen Tod. Leseprobe



Keine Urlaubsfahrten
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In
»Reisen mit mir und einem Anderen berichtet«
Martha Gellhorn höchst lesenswert von ihren fünf Höllenfahrten. Leseprobe




Snobs in allen Kategorien erforscht
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Zum 200. Geburtstag erschien Thackerays »Buch der Snobs« erstmals vollständig auf deutsch. Das liest sich wie eine Vorübung zu seinen großen Gesellschaftsromanen »Jahrmarkt der Eitelkeiten« und »Barry Lyndon«, aber es ist noch sehr viel amüsanter geschrieben, elegant und lässig und jeder Abschweifung mit Wonne nachgebend.
Leseprobe


Orte der Niederlagen

Von Georg Patzer
Artikel lesen
In »Die perfekte Ordnung der Dinge« beschreibt David Gilmour Szenen aus seinem bewegten Leben.
»Wer keine hohe Literatur erwartet, sondern nachdenkenswerte Unterhaltung, ist hier gut bedient.«



Kein Erbarmen

Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Friederike Roths klarsichtige, poetische Daseinsrevision »Abendlandnovelle«
»Die letzten Seiten dieses Buches versöhnen, obwohl sie das Unversöhnliche zeigen. Das ist wunderbare Literatur. Endlich.«
Leseprobe



Flucht ohne Wiederkehr
Von Stefan Möller
Artikel lesen
David Vanns Novelle »Im Schatten des Vaters« ist beeindruckende, ergreifende Literatur. David Vann zeichnet mit präziser, auf jegliches Beiwerk verzichtender Sprache ein eindrucksvolles Bild der Natur Alaskas, stimmig in der Übersetzung von Miriam Mandelkow. Leseprobe

Lob des Plagiats
Von Nebukadnezar Böhm
Artikel lesen
Über David Shields originelles, aber keinesfalls originales, »ultrahippes« literarisches Manifest »Reality Hunger«.
Leseprobe


2 Stimmen zu Paula Fox:
Wetterleuchten oder die Kunst des Schweigens
Von Lothar Struck
Artikel lesen
»Schweigen als Möglichkeit zur Rückkehr zum Vertrauen in die Welt. Zusammen schweigen als Gefühl des Aufgehobenseins. Nur möglich in der Gewissheit einer Zuneigung, die nicht beschworen oder geschworen werden kann.« Leseprobe

Dann hörte der Mann nicht mehr auf zu schreien.
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Paula Fox schreibt in
»Die Zigarette und andere Stories« über einsame, verschlossene, ungetröstete Menschen. »Das Leben war ein unlösbares Rätsel, das von Geschwätz umschlossen war.« Hörprobe

Nichts für Weicheier
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Es gibt Romane, die schreien auf jeder Seite nach einer Verfilmung. Sick City von Tony O'Neill ist so einer. Und als mögliche Regisseure hat man Tarantino, Rodriguez oder Terry Gilliam vor Augen.



Seelenlandschaften
Von Ingrid Mylo
Artikel lesen
Über den Band »Die Lästigen« mit 19 erstmals ins deutsche übersetzte Erzählungen von Joyce Carol Oates und einer Kurzgeschichte.

 

Überall Tod und Liebe und Verdacht
Von Aléa Torik
Artikel lesen
»Die unbefleckte Empfängnis« von Gaétan Soucy.
»Der Sinn muss sich frei bewegen können, er muss sich im Netz möglicher Bedeutungen verfangen können. Einmal arretiert, wird er ausgeschaltet. Bedeutungen erfolgen aufgrund von Zuschreibungen, und möglicherweise auch mangelnden Zuschreibungen. Umstände jedenfalls, die die Dinge nicht mit sich bringen. Die Dinge sind nackt.«

Annäherung durch Verfremdung
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Über Maxi Obexers lesenswerten Flüchtlingsroman
»Wenn gefährliche Hunde lachen«


 

Ein Hohelied der Kleinen Leute
Von Uve Schmidt
Artikel lesen
Über Wolf Klaußners posthum erschienenen Roman »Klüspies auf Blaiberg«.
»In summa allergrößter Lektüregenuss und ein Weckruf an die Germanistik!«
 

Die Schotten als vernunft-
und gefühlsbegabte Wesen

Von Georg Patzer
Artikel lesen
Der letzte Roman von Robert Louis Stevenson endlich auf Deutsch.
Leseprobe


Materialsammlung eines Gegenwartschronisten
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Die Nullerjahre als Fotobuch: Rainald Goetz »elfter september 2010«




Wiederentdeckte Weltliteratur
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Bücher, wie dieses gibt es nur noch wenige.
Leonid Dobyčins Lebenswerk »Die Stadt N.« liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor.


Unterwegs in die Walachei
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
»Tschick« Ein Roman in Bewegung von Wolfgang Herrndorf.
Der Roman ist für den Preis der Leipziger Buchmesse vorgeschlagen worden und der Autor wurde gerade mit dem
Clemens Brentano Förderpreis für Literatur der Stadt Heidelberg ausgezeichnet. Leseprobe


Abenteuerroman mit psychologischem Tiefgang
Von Jutta Ladwig
Artikel lesen
Robert Louis Stevensons Geschichte eines Bruderkampfes »Der Master von Ballantrae«.
»Ein Klassiker, der in keiner Bibliothek fehlen sollte, und dem es zu wünschen wäre, dass er mit dieser Ausgabe endlich aus dem Schatten der »Schatzinsel« heraustritt.«
Leseprobe


Urlaub vom linken Selbst?
Von Peter Brinkemper
Artikel lesen
Über Christa Wolfs Autotherapeutikum »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud«
Leseprobe
»... ein pseudo-epischer Bluff. Sommerlektüre voll spätlinker Weltwut und Politikmüdigkeit. Ein ozeanisch aufgepepptes, restromantisches Muschelbiedermeier.«




»Jeder rettet die eigene Haut.«
Von Thomas Hummitzsch Artikel lesen
Die Auffrischung der russischen Prosa durch Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen die Zyklen 3 & 4 seiner Erzählungen aus Kolyma vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Solschenizyn oder Pasternak. Hörprobe


Literatur als Zeugenschaft

Von Stefan Möller Artikel lesen
Warlam Schalamows erschütternde »Erzählungen aus Kolyma« III. Hörprobe

Der verzweifelte Optimist
Von Aléa Torik
Artikel lesen
Über den hinreißenden Roman
»Eine Liebesgeschichte oder so was« von Raymond Federman
»Das ist eine Liebesgeschichte und Wirklichkeit hat in Liebesgeschichten nichts verloren.« Hörprobe


Leben in einer Diktatur der Schwäche
Jürgen Nielsen-Sikora über den mitreißenden politischen Familienroman »Die Informanten« des Kolumbianers Juan Gabriel Vásquez.
Artikel lesen
Leseprobe




»Gäste im Dasein des Anderen«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Pierre Chiquets Verwirrspiel »Der Springer«
»Sobald er etwas verstand, verlor er jegliches Interesse und begann es zu vergessen. Ja, man vergisst dieses Buch wirklich nicht so schnell.«


Gottes Werk und Irvings Beitrag
Von Peter H. Gogolin
Artikel lesen
Über John Irvings neuen Roman »Letzte Nacht in Twisted River« Leseprobe

»Ich sehe jeden verdammten Tag Dinge in meiner Fantasie, die schrecklicher sind als der 11. September.«


Melancholische Revue
Von Ingrid Mylo
Artikel lesen
António Lobo Antunes' »Drittes Buch der Chroniken«
»Ein Tanzen, ein Schweben, ein Rieseln auch: wie das von feinstem Sand, ausgesiebt aus dem Gedächtnis, Halbsätze, Farbspiele, zärtliche Gesten: und wie Sand häuft sich das auf dem Grund des Stundenglases, häuft sich und wächst, Berg aus Sekunden, Augenblicken, wächst und wird Zeit, ist Zeit, so viel Zeit schon vergangen: und ich, wieder zu mir gekommen, wieder ich geworden, ich habe es nicht gemerkt: so versunken war ich ins Lesen anderer Leben.«
Leseprobe

Der Wink der Rachegöttin
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Philip Roth glänzt einmal mehr in seinem neuen Roman »Nemesis«, einer düsteren Tragödie vor fiktiv-historischem Hintergrund.
Leseprobe
 

»Aber Promo ist es trotzdem.«
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Regeners Logbücher »Meine Jahre mit Hamburg-Heiner«
»Die Hamburg-Heiners dieser Welt wissen alles, und vor allem wissen sie alles besser. Und sie erzählen es auch jedem, ob der es nun wissen will oder nicht.«


Anatomie einer Selbstentfremdung?
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Nina Jäckles Roman »Zielinski«. Die gelungene Beschreibung eines Zerfalls.
»Gedanken sind gefährlich. Sie graben sich Gänge, viele Gänge, in denen man sich aufhalten kann, ohne mehr das Gesamtgebilde zu erfassen.«

Es gibt keine »Normalen« mehr
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Friedrich Anis »Süden« ist wieder da und sucht nach Verschwundenen.
Leseprobe




Willemsens Reisen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
»Die Enden der Welt« 22 literarische Reisebilder.
»Der Reisende muss neben allen anderen Gefahren auch die Skepsis gegenüber der Anhäufung des Nutzlosen überwinden.«
Leseprobe


Zwischen Gier und Askese
Peter V. Brinkemper über Umberto Ecos neuesten Coup
»Die Unendliche Liste«
»... wieder einmal sind Orgie und Askese, das heiter-parodistische Spiel um Dummheit und Klugheit, die Tragikomödie von Carpe Diem und Memento Mori in einem prallen italienisch-europäischen Buch des Zeichen-Zauberers Umberto Eco wundersam vereint.«


Ein Blick in tiefsten Grund
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Dacia Marainis Roman »Der Zug in die jüngste Nacht«
»... das facettenreiche Bild Europas während Faschismus und Kaltem Krieg. Überzeugend gestaltet sie erste Auseinandersetzungen mit den Lagern, noch vor jeder etablierten Gedenkkultur.«

Gutmenschen, die »Jüdische Allgemeine« lesen
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Lena Gorelik erklärt ihrem Sohn Mischa,
wie das ist: ein Jude zu sein.

 

Der gerade Weg ist das Labyrinth
Von Dorothée Leidig
Artikel lesen
»Bedeutungen müssen geschaffen werden, niemand bekommt auch nur eine einzige Bedeutung als fertiges Paket von der Welt überreicht.«

Olli Jalonens Roman einer zweifelhaften Expedition »Vierzehn Knoten bis Greenwich«. Leseprobe


»Da hätte ich meine Koffer packen sollen.«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Alan Bennett gelingen seine neuen Stories nicht ganz.
in seinen Beobachtungen des Alltags, vor allem der kleinen Abweichungen und winzigen Fluchten, die sich manche leisten, der stillen Leiden, an die sich viele gewöhnt haben, darin ist Alan Bennett immer noch ein Meister.


Gefangen im ewigen Winter
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Von der Rabenmutter aus dem Nest gestoßen, erzählt Peter Wawerzinek in seinem mit dem Bachmannpreis gekrönten Roman »Rabenliebe«« von einem Leben, das mit dem Winter nur eine Jahreszeit kennt.
Leseprobe
 

Die italienische Herrenrasse und der Neger
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Andrea Camilleri kopiert sich in seinem neuen Roman
»Streng vertraulich« selbst.
Leseprobe




Düsteres Vergnügen
Von Stefan Möller
Artikel lesen
Nach dem Briefroman und dem E-Mail-Roman jetzt also der Postkartenroman. Marco Dzebro legt mit »Dorian. Ein Scheitern in Postkarten« seinen ersten Roman vor.
Leseprobe


Subversiver SF-Klassiker mit Kultstatus
Das Drehbuch und die DVD des Science-Fiction-Klassikers aus dem Jahr 1973 von Fritz Müller-Scherz und Rainer Werner Fassbinder, »Welt am Draht«, wurden neu aufgelegt und erweisen sich als erstaunlich zeitgeistresistente Kunstwerke.
»
Was Drehbuch und Film noch aus heutiger Sicht zu einem Meilenstein in Sachen der Pre-Cyber-Culture machen, ist die Sensibilität für das Thema des manipulierten Bewusstseins und der Entwirklichung und Kolonialisierung der Lebenswelt durch Technologie, Automation und reines kommerzielles Handeln und Denken.« Hörprobe   Link zum Film

Höchstens suboriginell
Von Gregor Keuschnig
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Über Sascha Lobos »Strohfeuer«:
»Literatur ist nicht Kapitulation vor der Realität. Und Authentizität erringt man nicht in kolportagehafter Anbiederung an eine gewesene Wirklichkeit.« Leseprobe


Schopenhauer fuhr gern Cabriolet
Von Rüdiger Dingemann
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Christoph Poschenrieders Roman »Die Welt im Kopf« ist das Porträt eines Misanthropen als junger Mann.
»Eine Fülle von Anspielungen und Zitaten durchziehen diesen raffiniert komponierten Roman, der nebenbei zu einem ironischen Panorama des Vormärz wird. Die politische wie gesellschaftliche Atmosphäre der von Freiheitsdrang durchsetzten Restaurationsepoche wird lebendig.«


Kamerafahrten ins Innere
Von Jutta Ladwig
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Gunnhild Øyehaugs Debütroman »Ich wär gern wie ich bin« thematisiert das ewige Streben nach Liebe und Anerkennung aus einer ungewöhnlichen Perspektive.
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Ein Geschichtslehrbuch der besonderen Art
Von Michael Knoll
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Über Ken Folletts Jahrhundert-Saga »Sturz der Titanen
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»Ein unterhaltsames Lesevergnügen haben, mit Sex and Crime, Politik und dem Kitzel, welcher der Helden den Krieg wohl nicht überleben wird. Literarisch bestimmt kein großes Werk, aber belletristisch ein großartiges.«

Im Anfang war das freie Wort
Von Christiane Pöhlmann
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Ein Sittengemälde aus dem Iran: Shahriar Mandanipurs »Eine iranische Liebesgeschichte zensieren.«
»Die eigentliche Love Story ist durch Fettdruck markiert. In ihr finden sich einzelne Wörter, aber auch ganze Passagen, die der Erzähler durchgestrichen hat.«
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Machenschaften & Winkelzüge
Von Gregor Keuschnig
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Josef-Otto Freudenreichs polyphone Textsammlung »Die Taschenspieler« belegt eindrucksvoll die Entfremdung zwischen Staat & Bürger


Witzig, ironisch und ein bißchen boshaft
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Silvia Tennenbaums Roman »Rachel, die Frau des Rabbis«
»Es geht hoch her. Der Roman ist prall voll gepackt – mit Leben. Und mit Witz. Fast fünfhundert Seiten werden zu einem einzigen langen Vergnügen.«
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Wer war Maria Iribarne?
Von Thomas Hummitzsch
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Der literarischen Hochform des Existenzialismus kann man wunderbar in dem großartigen Roman »Der Tunnel« des Argentiniers Ernesto Sabato nachspüren.


Alters-Wut & -Milde
Von Wolfram Schütte
Das Tagebuch und der letzte Roman des Nobelpreisträgers José Saramago.
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Leseprobe Tagebuch / Leseprobe Elefanten





Unerwartete Wendungen
Von Gregor Keuschnig
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Hinrich von Haarens suggestive Erzählungen »Die Überlebten«
»Ein beachtliches Talent zeigt sich hier. Man wünscht sich mehr.« Leseprobe


Die Grenze zwischen innen und außen
Von Georg Patzer
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Adolf Muschgs Gespensterroman »Sax« ist ein harter Brocken. Leseprobe



Fremd in der Schwüle
Von Stefan Möller
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Der zweite Roman der in Berlin lebenden Schweizerin Zora del Buonos.
»... die Schwüle, die Gerüche werden förmlich spürbar, riechbar.«
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Der Judaic Park
Von Georg Patzer
Doron Rabinovici neuen Roman »Andernorts«
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»... eine sehr phantasievolle, realistische, witzige, rasante, satirische, liebevolle Auseinandersetzung mit Israel und der Jüdischkeit, Shoa und Säkularität, Lebenslügen und Weisheit, Selbsterfahrung und dem Wahnsinn der Normalität.«
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Dieselbe Dame, der nächste Herr
Von Stefan Möller

Harald Martensteins Roman in 23 Miniaturen »Gefühlte Nähe«.
»...
dabei trifft der Leser auf komplette Arschlöcher und arme Schweine gleichermaßen.
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Stories mit Blaulicht

Jürgen Nielsen-Sikora über Klaus Servenes Geschichten aus »Mannheim, Germany«
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»...trotz ihrer pejorativen Biografien sind Servenes Figuren mit dem Prinzip Hoffnung geimpft, sind erfüllt von kleinen Tagträumen und Wunschbildern im Spiegel...«

Mehr gefühlt und weniger gedacht
Von Ulrike Weymann
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Jonathan Franzens Familienroman »Freiheit« als Psychogramm der amerikanischen Gesellschaft.

»Der neue Buddenbrooks-Roman des 21. Jahrhundert, wie manche Kritiker meinen, ist das Buch indes nicht.« Leseprobe

Menschen im Badeanzug

Von
Georg Patzer
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Silvina Ocampo und Adolfo Bioy Casares spielen in ihrem Roman
»Der Hass der Liebenden« mit den Erwartungen des Lesers.
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Ein Bild wie ein Tagebuch
Von Georg Patzer
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Pedro Mairal erzählt in seinem Roman »Das fehlende Jahr des Juan Salvatierra« vom Zauber der Kunst.
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Aviatische Poesie aus Pfeil und Bogen
Von Peter V. Brinkemper
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Dietmar Daths »Sämmtliche Gedichte« zwischen Mythologie und Biologie.

»... die Frage nach dem rechten Wort zur rechten Zeit, dem Kairos in Dichtung, Liebe und Leben und der Tragikomödie der Verfehlung solch kostbarer Augenblicke.« Leseprobe


Protokoll vor Landschaftsbild
Dorothée Leidig über Klaus Böldls neuen Roman
»Der nächtliche Lehrer«
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»
Zu oft sind die Wälder anthrazitfarben, das Gras je nach Jahreszeit gelbgrau oder gelbgrün, zu viele Rehe laufen durchs Bild und zu unnahbar bleibt der Protagonist.«

Nichts ist jemals wirklich zuende
Dorothée Leidig über die short-stories der Kanadierin Alice Munr
o »Tanz der seligen Geister«
»Die ruhige, unbeirrbare, genau hinschauende Beobachterin Alice Munro erzählt präzise, ohne sich in Details zu verlieren. Sie tut dies in einer schnörkellosen, poetischen Sprache, die schüchtern geblümte Tapeten und königliche Verdrossenheit kennt...«
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Wer war Alejandro Bevilacqua?

Von
Ulrike Weymann
In Alberto Manguels Roman »Alle Menschen lügen« verschwimmen Wahrheit, Lüge und Fiktion zu einer dichtgewebten Narration über den Verlust von Identität im Exil.
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Eine Demaskierung
Gregor Keuschnig über Joachim Zelters gelungene Politsatire »Der Ministerpräsident«
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»Zelters brillante Politsatire bedient sich eines feinen, aber nicht minder schneidenden Humors, der zuweilen an Loriot erinnert.«



Eine kleine Geschichte Lateinamerikas
Dem argentinischen Autor Alan Pauls ist mit seinem Roman »Geschichte der Tränen« eine Allegorie auf die Geschichte Lateinamerikas gelungen.
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Kein historischer Roman
Von Gregor Keuschnig
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Olivier Silligs Märchen »Schule der Gaukler«
»Obwohl es auch durchaus deftige Schilderungen gibt, fühlt man sich zuweilen an Stifters sanftes Gesetz erinnert und vielleicht begreift man hier endlich, was damit genau gemeint sein könnte.«


Das Paradies ist auch nicht nebenan
Von Dorothée Leidig
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Yael Hedayas Roman »Eden« ist das kluge Psychogramm eines außergewöhnlichen Mikrokosmos.



Eine Traumwelt voller Geister und Ahnungen
Von Georg Patzer
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Hiromi Kawakamis Roman »Am Meer ist es wärmer« erzählt von einer verlassenen Frau.
»Ein vorsichtiges Plädoyer für Menschen, die aus der Welt fallen. Die nicht nur „funktionieren“, sondern sich auch an ihren Träumen und Gesichtern orientieren.«
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Verpaßte Gelegenheit
Über Sabine Peters Roman »Feuerfreund«
»Man fühlt sich in eine Welt versetzt zwischen Siegfried Lenz, Rosamunde Pilcher und der Gartenlaube. Trauer als Therapie auf Volkshochschulkurs-Niveau.
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Bodenlos gute Geschichten
Sigrid Lüdke-Haertel über John Cheevers gesammelte Geschichten »Der Schwimmer«
»Das Buch wiegt hunderte von Neuerscheinungen auf. Wer jetzt ohne den 'Schwimmer' in den Urlaub fährt, sollte wenigstens wissen, daß er selbstverschuldet auf dem Trockenen sitzt.«
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Wimpernschlag eines Tabus

Peter Brinkemper über Olivier Bouillères Erzählung »retro«
»
Dem Autor gelingt der Bruch der Darstellung und der Entzug der Darstellbarkeit schlechthin als Erforschung der selbst mitinszenierten Nachfälschung einer temporalen und emotionalen Dekonstruktivon des eigenen Ichs.«
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Beinharte Familiengeschichten
Lothar Struck über einen Irrtum und Gerbrand Bakkers literarisches Erstlingswerk »Birnbäume blühen weiß«

Es ist auch interessant zu lesen, wie hier bereits Motive ausgebreitet werden, die in den weiteren Büchern Bakkers fortgeschrieben und variiert werden. Artikel lesen
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Die Ehre der Piraten
Michael Crichtons virtuoser Abenteuerroman »Gold«
Ein ko
mplexer Plot im geopolitischen Spannungsfeld der »Neuen Welt« des 17. Jahrhunderts, bei dem es im großen Spiel der Kolonialmächte darum geht, die spanische Hegemonie in der Karibik durch eine waghalsige Kommandoaktion zu schwächen.
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Madame Tussaud in Worpswede
Von Christiane Pöhlmann
Moritz Rinkes Romandebüt »Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel«
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»Was für ein Brevier ausreicht, wird einem Roman zum Verhängnis: gefällig daherzukommen. Richtig ärgerlich wird es dann, wenn die Leserschaft auch noch für dumm verkauft wird.«
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Archaische Roheit
Stefan Möller über Stig Dagermanns Roman
»Schwedische Hochzeitsnacht«
»Hildur wird heiraten. Schwanger ist sie von einem Habenichts, den sie liebt, heiraten wird sie Westlund, den Schlachter, verwitwet, doppelt so alt und halbwegs vermögend.«
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Menschen in Aufbruch und Verzweiflung
Von Lothar Struck
Bjarte Breiteigs Erzählungsband »Von nun an« und die Meisterschaft des Ungesagten.
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Vom Suchen und Finden in Afrika
Stefan Möller über David Signers neuen Roman
»Die nackten Inseln«.
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Die ersten Tränen vergoss Hagar
Meir Shalev spürt in seinem neuen Buch
»Aller Anfang« den ersten Malen in der Bibel nach.

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Eine kunstvolle Hymne
Von Georg Patzer
John Berger erzählt von »A und X«
. Eine politische und biblisch-mythische Liebesgeschichte.
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Ode an das Spazierengehen
Gregor Keuschnig über Christoph Simons wunderbare Erzählung »Spaziergänger Zbinden«
»Spazieren heisst: Aneignen der Welt. Den Zufall preisen. Unheil durch Abwesenheit verhindern. Mit den Bienen sprechen, obwohl man dafür schon etwas zu reif ist. Keine sonderliche Eile pflegen auf einer Strasse, die von der Nachmittagssonne geheizt ist wie ein Backofen. Das Tram verpassen … Das eigene Tempo gehen. (...) Spazieren heisst: Herauszufinden, wer man ist, und zu mögen, was man dabei entdeckt.«

Trotzige Verklärungen

»Man sollte "Das erotische Talent meines Vaters" an einem sonnigen Wochenende lesen und genießen wie einen spritzigen Sommerwein.«
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Auslegungskarussell
Von Gregor Keuschnig
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»Thomas Bernhard. Epoche – Werk - Wirkung«
»Das entscheidende Kriterium für die Beurteilung solcher Arbeiten muss darin liegen, ob ein potentieller Leser danach überhaupt noch Lust hat, sich mit den Primärtexten zu befassen. Dies muss in diesem Fall eindeutig bejaht werden. Und man fragt sich, ob nicht bald wieder mal Zeit für "Frost" ist.
«

»Das Leben ist wunderbar, die Welt großartig,
wir leben in einer großen Zeit.«

Lothar Struck über den großartigsten Briefwechsel, der je zwischen Verleger und Autor geführt worden ist:
Der Briefwechsel Thomas Bernhard – Siegfried Unseld, in dem in jeder Zeile alles auf dem Spiel
steht. Leseprobe  Hörprobe


Eine Zeitreise. Ein déjà-vu.
Anmerkungen eines wahren Thomas Bernhard Lesers zu seiner aus dem Nachlaß erschienenen Bilanz »Meine Preise«
»Wer unter die Oberfläche dieses "Erregungskünstlers" schaut, entdeckt auch in "Meine Preise" eine sehr verletzliche, sensible Persönlichkeit. Zum polternden Bernhard wurde er immer mehr als er begriff, daß man sein Werk nur als Profilierungs- und Marktinstrument ge- und mißbrauchte.«



Ein Leben im Zeichen des Hodensacks
Jan Faktor überlässt in seinem zweiten Roman seiner Hauptfigur Georg das Feld des Erzählers.
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Eine irrwitzigeniale Zeitreise durch das sozialistische Prag und ein (verbal-)erotischer Findungsroman auf höchstem sprachlichem Niveau.
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Ein Kleinod
Nina Jäckles radikale, reduktionistische Erzählung »Nai«
»Glaubt man anfangs das noch nicht einmal 90 Seiten umfassende Büchlein bequem an einem Nachmittag lesen zu können, so zeigen sich erstaunlicherweise schnell Widerhaken.«
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Die Fatalität der Liebe
Als exzessiv, zerstörerisch und unausweichlich beschreibt der Argentinier Alan Pauls in seinem fulminanten Roman »Die Vergangenheit« die Liebe zweier Menschen.
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Vom Ende eines Supertalents
In seinem neuen Roman »Die Demütigung« erzählt Philip Roth vom Niedergang eines alternden Schauspielers und seiner Suche nach einer neuen Erfüllung.
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Der Leser als Archäologe
Über den neuen Roman »Juni« von Gerbrand Bakker, der Geschichte für Geschichte das Schicksal der Bauernfamilie Kaan freilegt.
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Bilanz eines falschen Lebens
»Julia«, die Geschichte einer verlorenen Liebe.
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»Otto De Kat ist vor allem ein großer Stilist. Kein Wort ist zuviel in Julia, keines zuwenig. Mit seiner stilistischen Meisterschaft gelingt es de Kat, die Fallstricke des Kitsches zu umgehen, die in dieser Geschichte durchaus lauern.«

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Neues vom Heimatdichter
Über Andreas Maiers Kolumnensammlung
»Onkel J. Heimatkunde«
»Maiers Abgesang auf die Wetterau ist die Trauer um die Möglichkeit, seiner Herkunft gemäß zu altern. Es sind Protokolle einer Schwermut um ein ihm vorenthaltenes Weiter-Leben.«
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Meister Griesgram auf Reisen
Stefan Möller über »Die wundersamen Irrfahrten des William Lithgow«
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Der Wiener Feuilletonist Franz Blei über den Schotten: »Wann er starb, weiß man nicht, aber dass es an einem Durchbruch der Gallenblase war, möchte man für sicher annehmen.« Leseprobe




Good bye Lichtenberg!
Der Weg vom guten Drehbuchschreiber zum Romanautor
ist beschwerlich. Warum Bernd Lichtenbergs Debutroman »Kolonie der Nomaden« mißlungen ist.
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Im Sog der süßen Schwärze
In seinem »Roman unserer Kindheit« erzählt Georg Klein auf der Grenze zwischen Licht und Schatten.  Artikel lesen
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»Ich bin noch da, Ihr Schweine.«
Über den von Clemens Meyer zum Tagebuch erklärten kraftvollen und zärtlichen Episodenroman »Gewalten«
»Meyer gelingt es, einen fesselnden Sog zu erzeugen, der die Handlung wie von selbst trägt, den Leser mitnimmt in dieses Paralleluniversum, wenn die Tore oder die Portale sich öffnen, diese Sekunden-Stunden. Es entstehen Momente der gesuchten Stille, Klarheit. Und es entstehen für Augenblicke sogar Idyllen, die beschworen werden: Ich will mein (erdachtes? geträumtes? NEIN) Idyll zurück. Und so rattert es im Autor immer weiter, wie fast exemplarisch an einem Lichtschalter gezeigt wird, mit an, aus, an an, aus und wenn der Schalter auf dem Grat zwischen an und aus verharrt summt und brizzelt es Leseprobe

»Die Wirklichkeit ist ein Käfig«
Mit Edo Popović liest man zweifellos den engagiertesten und lebendigsten Gegenwartsliteraten vom Balkan.
Über die Romane »Kalda« und »Die Spieler
«
»
Es gibt da oben einen Sadisten, der sich weidlich auf unsere Kosten amüsiert. Er schickt uns eine Hornisse ins Auto, während wir gerade einen Tankwagen überholen und uns ein lichthupender Betonmischer entgegenrast.«


Halluzinatorisches Erzählen
Peter V. Brinkemper über Manfred Iwan Grunerts Mammutwerk »Amerikanskij Wolp«
»... eine erzählerische Gratwanderung zwischen Abenteuer-,  Agenten- und Spionageroman, Wirtschaftskrimi, Liebes-Sex-Melodram und Dostojewskijscher Schuld-und-Sühne-Literatur aus deutscher Sicht. Vorsicht, alle diese Gattungskreise erweisen sich so kompatibel wie in einem gemischten Wett-Trinken: teurer Whiskey gegen billigeren Wodka, gepflegtes Aroma gegen hartes Destillat. Das geht nur mit einem gerüttelt Maß an Pulp und Kolportage, die nicht zurückschreckt vor dem Raubzug in der globalen Wirklichkeit von Politik und Finanzwelt mit ihrer medial aufgeheizten Gier und Schamlosigkeit.
«
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Salut au Monde
»Es schien mir …, dass die Zeit gekommen ist, um über alle alten und neuen Themen und Dinge im Lichte der Ankunft Amerikas und der Demokratie nachzudenken.«
»Grasblätter« Walt Whitmans
Hymnen auf eine erwachende Nation
Die prosaischen Verse des amerikanischen Nationallyrikers liegen nun erstmals vollständig auf Deutsch vor. Leseprobe


Jähzorniger Odysseus der Großstadt
Gregor Keuschnig über die illustrierte Neuauflage von Leo Perutz' Roman »Zwischen neun und neun«
»... da ist eine faszinierende Aktualität, eine phantastisch-instruktive Verknüpfung über die Jahrzehnte hinweg, ein Ruf aus einer unversehens gar nicht so fernen Zeit. Und wir ahnen, nein: wissen – Stanislaus Demba wäre heute auch nicht glücklicher. Das ist paradoxerweise fast schon ein Trost für den heutigen Leser.«
Leseprobe


»Träume, die echter sind als die Wirklichkeit«
Gregor Keuschnig über Barbara Gresslehners Erzählungen
»Der Geruch der Stille«
»... etwas Seltenes und fast unzumutbar Erscheinendes in einer Welt des sich zumeist selbstfeiernden Schickeria-Feuilletons, welches Bücher wie dieses mit der schlimmsten und leider wirkungsvollsten ihrer möglichen Reaktionen versieht: der Ignoranz. Sie überlassen die Entdeckungen lieber den wahren Lesern.«

Was ist der Mensch?
Der amerikanische Meistererzähler T. C. Boyle geht in seiner aktuellen Erzählung »Das wilde Kind« den elementaren Fragen nach dem Menschsein nach. Seine Geschichte scheitert allerdings an der eigenen Betroffenheit.
Homepage des Autors



»Mir ist nach ein bisschen Abenteuer. Ich nehme Kaffee.«
Mit Ein Kräcker unterm Kanapee erzählt Alan Bennett humorvolle Geschichten von bitteren Schicksalen. Von Georg Patzer

»Alltagserzählungen, die erst weit hinter der humoristischen Fassade, hinter den Späßchen, die die armen Geschöpfe noch machen, ihre brutale Grausigkeit zeigen.«


Der Nachbar von unten
El vecino de abajo
Ein Roman von Mercedes Abad für Nachbarn und Übersetzer, die Schriftsteller werden wollen
. Von Karim Akerma
»
Protagonistin dieses noch unübersetzten spanischen Romans ist eine geschiedene Übersetzerin, deren Ein und Alles die gerade einmal vor fünf Wochen bezogene Eigentumswohnung ist. Das Buch dem nicht Spanisch lesenden Publikum vorzuenthalten, wäre eine einer Straftat gleichkommende Unterlassung...«

Schuld und Wahn

Christiane Pöhlmann über Ennio Flaianos wiederaufgelegten Roman
»Alles hat seine Zeit«
»Dieser Roman ist einer dieser paradoxen Glücksfälle: Er lädt zu einer Lektüre ein, die in einen zutiefst pessimistischen Widerhall ausläuft, einen Schmerz, der jede Zeile lohnt.«
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Der längere Atem der Geschichte
Von Christiane Pöhlmann
Pavel Kohout spürt in seinem neuen Roman »Die Schlinge« der Etablierung totalitärer Strukturen nach
»Einmal mehr zeigt Kohout auf, wie totalitäre Strukturen entstehen, durch welche infamen Mechanismen sie aufrechterhalten werden. Wie der Einzelne sich gegenüber dem Staat zur Wehr setzen muss, um nicht entmündigt und zum Spielball plumper Machtpolitik zu werden.«

»Der Lauf der Dinge«
Jürgen Nielsen-Sikora über die »Frequenzen« des Clemens Setz

»...ein hochintelligentes, mit seinen unzähligen Anspielungen pointenreiches, wundervoll philosophisches Buch, geschrieben in einer fesselnden, poetischen und unermüdlich nachdenklich stimmenden Sprache, kostbar versehen mit ungewöhnlichen Bildern und einzigartigen Gedankengängen, die langsam in ein großartiges Finale münden ... als träfen Fischli & Weiss auf John Cameron Mitchell und Haruki Murakami im hochfrequentierten Zentrum einer Rube-Goldberg-Maschine«  Leseprobe

»Damit du weißt, woher du kommst«
Ulrich Ladurners kleine Geschichte eines großen Schauplatzes »Solferino«
Ein Städtchen in der Nähe des Gardasees, Provinz Mantua, heute leben dort rund 2.600 Einwohner. Am 24. Juni 1859 war es Schauplatz einer Schlacht zwischen Österreich auf der einen und Piemont-Sardinien sowie Frankreich auf der anderen Seite.
»Die Dinge waren schrecklich, doch hatten sie eine gewisse Ordnung, auf die man sich verlassen konnte.«
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Eine Parabel kapitalistischer Exzesse
Gregor Keuschnig über ein bemerkenswertes Debut des »
themenbuchverlags siebenhundertzwanziggrad«
Oscar Heyms Roman »Die Reserven«
Der Mikrokosmos Gronau dient als Anschauungsobjekt für Vorgänge dieser Art und so ganz nebenbei wird mit der Fama menschlicher Unzuständigkeit und Unverantwortlichkeit an einer solchen Blase aufgeräumt.

Die normale Ehehölle der 50er Jahre
Liebeskind hat Philipp K. Dicks frühen Roman »Unterwegs in einem kleinen Land« wiederentdeckt
Von Georg Patzer
»Objektiv und sezierend, und nur zwischen den Zeilen wird etwas von einer mitleidigen Sympathie spürbar. Dass Liebeskind jetzt seinen frühen Roman „Unterwegs in einem kleinen Land“ herausbringt, ist eine schöne Sache.«


Mann oh Mann!
Sigrid Lüdke-Haertel über ein Kompendium voller »Leidenschaft« für neunundneunzig Frauen der Weltliteratur.
»Ein wunderbarer, informativer und fesselnder Schmöker für lange dunkle Abende und die kurzen Pausen zwischendurch. (...) Dabei fügen sich diese Lebensgeschichten zu »einer Galerie der Emanzipation« zusammen.«
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Im Mahlwerk des Regimes
Cheheltan beschreibt in »Teheran. Revolutionsstraße« die Unterdrückung der Menschen durch das System und dessen Repräsentanten.
»
Zucker, Geflügel und Speisefett hatte man rationiert, sogar Reis und Käse. Brot und Menschenleben gab es jedoch zuhauf, die Bäcker backten und die Frauen gebaren rund um die Uhr. Die Bevölkerung stand da und dort in langen Schlangen und musste sich schreiend verständlich machen, weil sämtliche Lautsprecher der Stadt Marschmusik ausstrahlten.«

Persische Elegien
Mahmud Doulatabadis Roman »Der Colonel« ist sprachgewaltiges Dokument über den Niedergang einer Gesellschaft und das Ende einer Familie.

»Ich bin fremd im eigenen Haus. Die gesamte Geschichte unseres Landes ist im Grunde nichts anderes: Die Katastrophe, im eigenen Haus fremd zu sein.« Das Nachwort von Bahman Nirumand


Wodehouse lesen macht glücklich
»Ohne weiteres auf derselben Stufe wie Shakespeare.«
Stefan Möller über die P. G. Wodehouse-Gesamtausgabe der Edition Epoca
»Wodehouse entfaltet in jedem seiner Romane aufs neue einen weitverzweigten Plot, in dem sich aus einer kleinen Gegebenheit, gleichsam dem Flügelschlag des Schmetterlings, das prächtigste Chaos entwickelt.«

Keine Maus in der Falle
Sigrid Lüdke-Haertel über Helmut Kraussers hinreißenden Episoden-Roman »Einsamkeit und Sex und Mitleid«
Daniel Kehlmann hat völlig zu Recht moniert, daß dieses Buch auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009 fehlt. Helmut Krausser, 1964 geboren, mag ein Vielschreiber sein. Ich schätze ihn auf zwanzig Bücher. Er gilt aber auch als guter Schachspieler. Das merkt man.
Leseprobe

Foto by BjorneOfDanmark
Lebenslust und Lebenswut
»Wallace zerlegt in seiner alles zermalmenden Melancholie die Mechanismen der technologischen, der pharmakologischen und der poetischen Bildproduktion als wahnhafte Ideologie, er setzt und zersetzt, verschmilzt und verdampft in seinen plastischen, zugleich deftig-leibhaften, aber auch in der Folge abstrakt-spekulativ ziselierten Sprach-Mäandern mögliche Jetztzeit-Stories und prognostische History zwischen Individuum und Gesellschaft, Alltag und politisch relevanter Geschichtlichkeit.« Text als pdf-Datei

Toxikologischer Realismus
Peter V. Brinkemper über »Infinite Jest« von David Foster Wallace. Der endlich übersetzte US-Kultroman findet seine Rezitatoren in Harald Schmidt und Maria Schrader.
Leseprobe  



Steinbruch für Literaturexegeten
Lothar Struck hat sich durch Roberto Bolaños monumentalen Roman »2666« gefressen.
»Ein potemkinscher Roman: hinter dessen Fassaden nur die Deuter sitzen. (...) Sie überschlagen sich daher auch folgerichtig mit Lob für dieses monströse Stück Literatur-Literatur, weil sie in Querverweisen ihr literarisches, cineastisches, kunsthistorisches, dramatisches und/oder historisches Wissen verwursten, und mit immer neuen Assoziationsgewittern brillieren können, die am Ende so richtig wie falsch sind und kaum Erkenntnisgewinn bringen.«
Leseprobe / Leserblog zu 2666


Mystifizierung oder Alltäglichkeit des Bösen?
Vor dem Wächterrat der deutschen Literaturkritik, der für sich auch die Deutungshoheit über die Deutsche Geschichte allgemein, und die der NS-Zeit im Besonderen reklamiert, fand Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut« keine Gnade, und wurde von der Feuilleton-Miliz ordnungsgemäß niedergeschrieben.
Peter V. Brinkemper rückt Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut«, der auf realen Gegebenheiten basiert, in ein gerechteres Licht.


Aufruf zur letzten Lektüre!
Der Schriftsteller und Publizist Jörg Fauser wäre am 16. Juli 2009
65 Jahre alt geworden. Jürgen Nielsen-Sikora über das Phänomen Fauser und dessen gesammelte journalistischen Arbeiten 1959-1987, »Strand der Städte«, die im Alexander Verlag erschienen sind.
Leseprobe: »Der dunkle Ort«
O-Ton: Jörg Fauser liest


Totentanz der Wiedergänger
Sibylle Berg brilliert mal wieder. Diesmal mit ihrem Roman »Der Mann schläft«. Von Rolf Löchel
»Berg formuliert mit der ganzen Wucht Schopenhauers, nur vielleicht noch ein wenig zungenfertiger als der für einen Vertreter des Faches Philosophie ganz außergewöhnlich eloquente Meisterpessimist. Der Roman ist zudem mit einer schwarzen Galle durchtränkt, die vorzugeben scheint, sich hinter Sarkasmen verstecken zu wollen, so dass er geradezu vor aphoristischen Wendungen, Bonmots und Aperçus birst.« Leseprobe


Außer Rand und Band
Sigrid Lüdke-Haertel über Stephan Thomes fulminantes Debüt »Grenzgang«
»Erstaunlich, wie der junge Autor sich in seine älteren weiblichen Figuren hineindenken, ihre Stärken und Schwächen, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte, vor allem aber ihre Enttäuschungen beschreiben kann. Das Buch, ein wahrlich großer Wurf, ist ebenso kraftvoll wie resignativ.«
Leseprobe



Es war einmal in Germany
Gregor Keuschnig über Jochen Schimmangs melancholische Rückschau auf die Bonner Republik
»Das Beste, was wir hatten«

»Schimmangs Roman ist in den gelungensten Momenten ein elegischer Abgesang auf die Bonner Republik und den so oft verkannten (und denunzierten) deutschen Provinzialismus. (...)
man ist am Ende froh, dieses Buch gelesen zu haben.«


Herzpartikel
Ingrid Mylo über Roger Willemsens nächtliche Exkursionen durch »Bangkok Noir«
»...
in den Sätzen pulsiert das Fieber, pulsieren Farben und Hunger und die vielfältige Hysterie dieser fernöstlichen Metropole. Am Ende ist man so aufgewühlt und erschöpft von der Heftigkeit der Anblicke und Eindrücke, daß man sich schlafen legen möchte. Und träumen: von gemäßigteren Gefilden.«


Hommage an die Freiheit
Gregor Keuschnig über William T. Vollmanns Reiseerzählungen
»Hobo Blues«
»Vollmann versucht mit diesen Landschaftsaufnahmen, die manchmal heruntergekommene oder baufällige Häuser zeigen manchmal aber auch nur eine ebene Wüstenlandschaft oder eine abgestellte Lokomotive, eine Beschwörung eines guten, eines besseren Amerika, mit Menschen voller Mut, Großzügigkeit und Integrität. Einem Amerika, das immer schon mehr Sehnsucht als Realität war.« Leseprobe


Kammerspiel in Traumschiffkulisse
Stefan Mosters Roman »Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels«
»Es geht von Hamburg nach Rio de Janeiro, Buenos Aires, Kap Hoorn; aufgrund des Wetters unfreiwillige Weihnachten vor Port Stanley, Falkland Inseln, Patagonien und irgendwann wieder zurück...«
Hörprobe



Der
Anteil des Zufalls an der Wahrnehmung des Künstlers
Lothar Struck über den allzuständigen Ulf Erdmann Ziegler und dessen weltkluge Essaysammlung »Der Gegenspieler der Sonne«
»Zieglers Essays sind glücklicherweise nicht immer leichte Kost. Einige laden den Leser zu weiterführende Recherchen ein oder fordern sie sogar. Das ist eine Qualität, weil der Leser ernstgenommen wird. Und dass Ziegler nicht nur ein sehr guter und gelegentlich streitbarer Essayist, sondern auch ein ausgezeichneter Schriftsteller ist, sei noch am Rande erwähnt.«


Hanns im Glück

Sigrid Lüdke-Haertel über Hanns-Josef Ortheil bisher bestes Buch:
»Die Erfindung des Lebens« - Der Lebensweg eines sprachlosen Kindes
»Ein Roman, ganz dicht am eigenen, ungeheuerlichen und ungewöhnlichen Leben entlang geschrieben. Intensiv und fast zärtlich und, davor schreckt Ortheil zum Glück nicht zurück, mit einem glücklichen Ende.« Leseprobe



Wendepunkte

Lothar Struck über Lutz Seilers grandiosen Band mit Erzählungen
»Die Zeitwaage«
»Virtuos beherrscht er den genauen Blick, der in eine faszinierende Verdichtung des Augenblicks überführt wird wie auch die Lakonik, die niemals mit falscher Coolness daherkommt und versteht es zwischen diesen Polen oft auf kleinstem Raum stilistisch souverän zu alternieren.«
Leseprobe


»Der Mensch ist ein Tier, das immer wieder neu anfängt«
Mit »Brodecks Bericht« beendet Phillip Claudel seine Trilogie über die Verführbarkeit des Menschen zur Gewalt
»Warum finden die Dorfbewohner seit einiger Zeit immer wieder massenweise tote Füchse, die keinerlei Symptome einer Krankheit aufweisen? Die Geschichte geht um, daß sie freiwillig in den Tod gegangen sind. Aber ist das nicht gegen die Natur?«
Leseprobe

Hinreißend komisch
Nicolas Mahlers »Längen und Kürzen«

Ganz schnell geht man dem Mahler auf den Leim: Ist nicht der vor dem Verlagschef stehende und später in seinen Briefen mit "M." zeichnende Dichter Mahler selbst? Ein findiger Trick, denn man glaubt zunächst genau das Buch zu lesen, welches der Dichter seinem Verleger vorstellt und seiner Freundin Dorothee anpreist.
Leseprobe vom Luftschacht-Verlag (pdf)

Eine infernalische Symbiose
In dem autobiografischen Roman »Nachtgeschwister« erzählt Natascha Wodin von ihrer dramatischen Beziehung zu Wolfgang Hilbig.  Von Karen Lohse
»Wer ist er gewesen? Ich werde es nie erfahren. Er hat Tausende Seiten über sein Leben geschrieben, aber sein Geheimnis hat er mitgenommen ins Grab.«
Leseprobe


John William Waterhouse, Echo and Narcissus
Krapps Echo
Lothar Struck zu Peter Handkes befreiendem Monolog »Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts«
»Handkes Hommage an Beckett ist nicht nur Ergänzung, sondern auch sanfte Korrektur. In den Diagnosen stimmen beide überein – in den Therapien nicht. Fast scheint es, daß Krapp durch die Ausführungen der Frau zum Mit-Menschen »vervollständigt« wird. Das ist in gewissem Maße ein Trost. Es könnte aber sein, dass gerade deshalb die Ausweglosigkeit von Krapps Leben noch stärker hervorscheint. Denn plötzlich ist er nicht mehr der eigenwillige Kauz, von dem man sich so bequem distanzieren kann. Vielleicht sind wir morgen auch Krapp – statt Tonband dann mit unserem PC. Und vor lauter Narzissmus stellen wir plötzlich fest, daß wir vergessen haben zu leben.« Leseprobe
hen Feuilleton bekämpft.
« Eine kleine Materialsammlung


Metropolenminiaturen
Lothar Struck über Wolfgang Hermanns poetische Versuche der
»Konstruktion einer Stadt«
»... ein kleines und feines Büchlein eines hochtalentierten Autors mit großem Sprachgefühl. Zwar wirkt es gelegentlich ein bisschen überinstrumentiert, aber imponierend ist der große Ernst, mit dem Wolfgang Hermann erzählt. Und damit sind diese 'Versuche' Balsam für den durch Zyniker und Witzbolde in der zeitgenössischen Literatur geschundenen Leser.«


Die Alexander-Portnoy-Show

Philip Roths früher Erfolgsroman Portnoys Beschwerden ist die Basis seines Lebenswerks.
40 Jahre nachseiner Erstveröffentlichung liegt der Roman nun in einer überaus erfrischenden Neuübertragung vor.
»
Die Provokation mit dem fiktiven Double ist eines der wesentlichen Elemente der Roth-Literatur. Es ist dieses Verwirrspiel aus Autobiografie und romanesker Fiktion, von der zahlreiche seiner Romane leben.« Leseprobe


Das verlorene Paradies

Jürgen Nielsen Sikora über Jean Rolins bewegendes Dokument über das Leben in der Großstadt des 21. Jahrhunderts – oder über das, was man für das Leben hält. »Boulevard Ney«
»Wer wissen will wie sehr wir in Eingeweiden zuhause sind, der muß vom Taumel sich durch Straßen jagen lassen, deren Dunkel soviel Ähnlichkeit mit dem Schoß einer Hure hat«, schreibt Walter Benjamin in den 1930er Jahren über die Straßen von Paris, die die Bewohner von ihrem eigenen Lebensraum zusehends entfremden.

Widerspruch zwecklos
Über Rainald Goetz' neueste Zeitmitschriften:
loslabern
»... wenn
Goetz richtig wütend und dabei genau ist, dann ist die Lektüre tatsächlich mehr als nur amüsantes Plaisir. Etwa, wenn er aus Anlaß der Finanzkrise gekonnte Medienkritik betreibt und den kompletten Diskursirrsinn konstatiert, der die gesamte Presse, besonders aber die Feuilletons, und unter denen am allerheftigsten natürlich gerade auch wieder das allerhysterischste, das der Faz, befallen hatte, wo jetzt in mehr oder weniger täglich erscheinenden Artikeln die Revolution ausgerufen wurde, die morgen gleich über uns hereinbrechende...«


Katzenoper
»Das größte Operndrama von allen ist die Hinrichtung eines Menschen«
Stefan Möller über Mo Yans Roman »Die Sandelholzstrafe«
»Schnitt für Schnitt wird der Leser zum Zeugen der Hinrichtung und darf den Gedanken des Henkers folgen.«
Leseprobe


Wenn die Tage zappeln
Lothar Struck über Martin von Arndts lesenswerten neuen Roman »Der Tod ist ein Postmann mit Hut«
»... so vermittelt dieses Buch – so ganz ohne Soziologenslang, existentialistische Unterfütterung oder pädagogischem Impetus – als reine Erzählung vor allem eines: Hoffnung. Oder genauer: die Hoffnung auf eine Hoffnung.«
Die Playlist

Russland auf der Couch
In wohl gesetzten und zugleich scharfen Worten setzt sich der russische Autor Viktor Jerofejew in seiner Essaysammlung »Russische Apokalypse« mit seiner Heimat auseinander und bringt dem Leser Russland so greifbar nah, wie selten jemand zuvor.



Der DNA-Code der Juden und die verschwundenen Kinder
Leon de Winter kitscht sich in seinem neuen Roman Das Recht auf Rückkehr durch allzu viele Themen.
Von Georg Patzer





Der Ehrliche ist der Dumme
Seine Leser verzauberte der indische Autor Aravind Adigar mit seinem Erstlingsroman »Der weiße Tiger«, indem er seine Heimat entzauberte. Der gerade erschienene zweite Roman steht dem mit dem Booker Prize prämierten Debüt in nichts nach. Mit »Zwischen den Attentaten« hält Adiga der indischen Gesellschaft erneut grandios den Spiegel vor. Von Thomas Hummitzsch Leseprobe


+++ Der Geheimtipp +++
Ein Roman mit Eigenleben
Von Thomas Hummitzsch
Salvador Plascencia erzählt in seinem mitreißenden Roman
»Menschen aus Papier« höchst originell von Liebe und Finsternis und wandelt dabei zwischen den realen und fiktiven Welten.
Interview mit Salvador Plascencia



Große kleine Prosa
»Er hat Merve gerockt, das Zweitausendeins-Niveau nochmals angehoben und nun mischt er die altehrwürdige edition suhrkamp auf.« Stefan Moeller über Thomas Kapielskis Prosasammlung »Mischwald«
»Kein zweiter Autor versteht es derart gekonnt, theoretische Betrachtungen mit Sprachspielereien und Wortwitz zu verbinden, Kneipentresen und Galerie nicht als Gegenpole zu betrachten.«


Magischer Realismus made in Germany
Der neue Roman von Arnold Thünker erzählt die zauberhafte Geschichte von »Anne und Paul«, der vor vielen Jahren seine Sommerferien einmal in der DDR verbrachte und noch viel mehr.





Ein Widerspruch
Rohm liest Schmidt liest Proust
»Es gibt Bücher, die wie Spiegelsäle funktionieren. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wo man steht. Man muss den eigenen Standpunkt überprüfen und schleppt sich am Ende des Tages erschöpft vor die Tür. Dort steht man dann verloren und einsam, glücklich und müde. Man kratzt sich an der Stirn und muss zugeben, etwas über sich gelernt zu haben, was man noch nicht recht einordnen kann.« 


Vignetten der Wehmut
Christiane Pöhlmann über Wassili Grossmans eben erschienenen
Band mit Erzählungen Tiergarten
»Grossman kann seine Figuren lebensecht gestalten, weil er weiß, wovon er spricht. Er hat sie selbst durchlitten, die Hoffnung auf die lichte Zukunft im Kommunismus. Deshalb weiß er, wie leicht es ist, den Glücksversprechungen aufzusitzen, selbst im Angesicht zunehmenden Terrors.«


Anschreiben gegen die unendliche Müdigkeit
Karen Lohse über den zweiten Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig Erzählungen und Kurzprosa
»Die Arbeit an der kürzeren Textform der Erzählung lag Hilbig mehr als das Schreiben dickleibiger Romane, die alle nur schwer beim Lesepublikum Fuß fassen konnten. Es sind die kurzen Stücke, in denen sich die hypnotische Sprache Hilbigs bündelt und den Leser malstromartig in sich einsaugt.«


Radikale Schreibversuche
Von Thomas Hummitzsch
Mit seinem NS-Roman »Die Wohlgesinnten« spaltete Jonathan Littell weltweit die Literaturkritik. Nun erschien bei Matthes & Seitz Berlin der kleine Band »Ein Sonntag im Sommer« mit vier frühen Erzählungen des Franzosen.
Hörprobe

Kuckuckskonzil
Lothar Struck zu Peter Handkes Nachschrift
»Die Kuckucke von Velika Hoča«
»Wie zahlreich jetzt die Deutungsmöglichkeiten und wie verführerisch für den Leser! Steht der Kuckuck etwa als Bild für den Enklavenbewohner, der im 'falschen Nest' sitzt? Oder für die Schutztruppen? Hört man den Kuckuck zum ersten Mal im Frühling von vorne rufen, wird man weinen – von hinten wird man sterben. Er ist Glückssymbol, Frühlingsbote, Wetterprophet, verheißt Geld, sagt an, wie die nächste Ernte wird, dient als Lebensorakel.«


Kleine Schätze
Gregor Keuschnig zu den zwei Erzählungen Seraphica & Montefal
aus dem Nachlaß Heimito von Doderers:
»Nur gelegentlich kommen philosophische Einsprengsel zum Vorschein, etwa wenn es faustisch heißt, daß diejenigen, welche von Wissensneugier geleitet sind … am Tage der Bedrängnis ihre Hände leer finden werden. Die virtuose Sprache Doderers läßt diese Art der fast übertrieben pointierten Erbauungsliteratur nicht in plumpen Predigerkitsch abgleiten; man sollte sich die Feinheit dieser Prosa unabhängig vom Sujet durch ein zweites Lesen erschließen.« Leseprobe


Ein Fenster nach Osten
Christiane Pöhlmann über Grigori Rjaschskis Jahrhundert-Roman
»Moskau, Bel Ètage«
»Und das ist Rjaschskis große Kunst: ..., dass er in seinen kleinen und kleinsten Geschichten immer wieder erkennen lässt, wie das große Ganze funktioniert hat, ohne dabei je seine Figuren zu verraten. Selten ist mit einer solchen Warmherzigkeit zugebissen worden.«
Leseprobe



Von hehren Ideen der Liebe und des Lebens
Der Architekt des New Yorker Guggenheim-Museums ist eine der amerikanischen Lichtgestalten des 20. Jahrhunderts.
Leseprobe
Frank Lloyd Wright, Stararchitekt, Frauenheld und Egomane.
T. C. Boyle läßt in seinem neuen Roman »Die Frauen« Wrights Leben erzählen – aus der Perspektive seiner Ehefrauen und Geliebten.

Video mit T. C. Boyle

Das Tagebuch als Zwischenlager
Lothar Struck über das Tagebuch 1990 von Günter Grass
»Unterwegs von Deutschland nach Deutschland«
»Man fragt sich, ob Grass die Intention von Brandts (und Bahrs) Ostpolitik, das Prinzip 'Wandel durch Annäherung', überhaupt jemals verstanden hat. Wie ein Geigerzähler knattert Grass sein Genörgel und Gejammer insbesondere in den ersten Monaten gegenüber allen und allem, was ihm als nationalem Stumpfsinn dünkt. Wer nicht (fast) bedingungslos für ihn ist, ist gegen ihn.«


Ein Husarenstück
Gregor Keuschnig über S.U. Barts gelungenen Schelmenroman »Goodbye Bismarck«

»Konzentriert und detailliert besteigen sie das Denkmal; alle Handgriffe sitzen. Bismarcks Blick ist hohl und leer; hinter seinen Ohren wächst Moos.«



Kammerspiel mit Hunden
Gregor Keuschnig über David Wroblewskis in den USA äußerst erfolgreiche »Geschichte des Edgar Sawtelle«
»Der Autor verstand es geschickt, mit bildungsbürgerlichen Akzenten das Buch und dessen Leserschaft aufzuwerten und zu insinuieren, man lese mehr als nur einen gängigen Unterhaltungsroman. Er wies in selbstbewußter Manier auf Shakespeare hin und scheute sich nicht zu behaupten, eine moderne, neue Version des Hamlet-Dramas geschrieben zu haben.«

»Ich wollte mich lebendig fühlen!«
Christiane Gut über Gaëlle Guernalec-Levys erotischen Debüt-Roman & Hörbuch »Eine Nacht im Frühling am Meer«
»... sie wollte einen magischen Ausnahmezustand schaffen: Das Verlangen einer Frau zu zeigen, weder gequält oder rein geistig, sondern auf der Basis von absoluter Hingabe.«

Heimatdichtung
Gregor Keuschnig über Erich Loest und seinen Roman
»Löwenstadt«
»Loest gelingt es in den besten Augenblicken, Geschichte zu 'vergegenwärtigen', in dem er sie aus der rein historisierend-mythischen Überlieferung herauslöst und für einen Moment, den erzählten Moment, mit neuer Klarheit wiedererstehen lässt.«



Über die Ewigkeit in den Abgründen der DDR
Kurt  Drawert’ s neuer Roman »Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte« zeigt die Pathologie der im Tode röchelnden DDR in großartigen apokalyptischen Bildern.
»Mein Sumpfloch, mein Himmelreich, es ist alles eine Frage der Perspektive. Wir gewöhnten uns schnell an jeden Zustand, Anpassungstiere, die wir geworden waren.«  Leseprobe / Hörprobe
Von Karen Lohse

Auf dem Trockenen
Von Thomas Hummitzsch
Der israelische Autor Assaf Gavron prophezeit seiner Heimat in einem neuen Roman »Hydromania« eine düstere Zukunft. 
Israel ist von den Palästinensern erobert und eine anhaltende Dürre hat den Nahen Osten fest im Griff. Einige skrupellose Unternehmen profitieren davon und beeinflussen die Wetterverhältnisse in der Region.
Leseprobe


Kuckst du noch oder siehst du schon?
In seinem neuen Roman »Alles was du siehst« läßt Stefan Beuse seine Figuren zwischen Wirklichkeit und Illusion, Raum und Zeit, Rationalität und Absurdem schwanken und zieht seine Leser in die Faszination des Rätselhaften und Ungewissen. Leseprobe
»Man liest dieses Buch, wie man sonst nur einen Film von David Lynch verfolgt – beängstigt fasziniert, bis zum beklemmenden Ende, wenn dem erleichternden Aufatmen die Erkenntnis folgt, dass jede Fiktion aus einer Wirklichkeit entsteht, in der wir uns just befinden.« Hörprobe

Gott hat keine Eile
Der katalanische Autor Carlos Ruiz Zafón hat eine phantastische Geschichte über Barcelonas bekanntesten Architekten und sein Meisterwerk geschrieben. Gaudi in Manhattan
»Dort soll Gaudi für eine anonyme Auftraggeberin einen Wolkenkratzer, „eine Kathedrale für Leute, die statt an Gott ans Geld glauben“ bauen, eine „wagnerische Nadel“. Als Gegenleistung würde der Auftraggeber die Kosten für die Vollendung der Sagrada Familia übernehmen. Die Geschichte ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn 1908 entwarf Gaudi das Hotel Attraction als ein phallisch anmutendes, gigantisches Gebäude. Allerdings wurde der 360 Meter hohe Turm nie gebaut.« Leseprobe


Diesseits und jenseits des Lebens
In seinen neuen Erzählungen überschreitet Cees Nooteboom die Grenze zum Nirvana. Die Erinnerung an die Verstorbenen macht er zu einer Ode an das Leben.
Sein neues Buch »Nachts kommen die Füchse« setzt einen wohltuenden Kontrapunkt zur gedankenarmen Hektik unserer Zeit und gibt jedem Leser die Möglichkeit, sich in Ruhe zu versenken und innezuhalten.
Leseprobe


Die Sieger von Leipzig
Tankstellenluft, Fenstersteher und Rauchkanaillen
Gregor Keuschnig über Sibylle Lewitscharoffs neuen Roman »Apostoloff«, der als schräges Roadmovie durch den Wilden Osten Bulgariens daherkommt.

Vatermord auf Bulgarisch
Eine Reise zweier Schwestern nach Bulgarien wird zur Abrechnung mit dem Vater und seiner Heimat. Selten wurden einem Land so drastisch die Leviten gelesen, wie Bulgarien in Sybille Lewitscharoffs Roman »Apostoloff« Von Thomas Hummitzsch

Hölzerne Figuren, bunt kostümiert
Gregor Keuschnig über Salman Rushdies neuen Roman
»Die bezaubernde Florentinerin«

»Der vielleicht schon mit allerlei 'westlicher' Literatur verdorbene Rezipient ist leider nur teilweise mit Qara Köz' und Spiegels Geschichte versöhnt. Zu selten wird ein Zauber durch das Erzählte erzeugt – zu oft wird bloss bebildert. Nein, das hier ist kein Gedächtnispalast, auch kein Bordell der Erinnerungen. Eher ein kleines Dachstübchen.«

Schlagt den Brehm zu
Peter V. Brinkemper über Dietmar Daths Roman
»Die Abschaffung der Arten«
»Ein Nerd wie Dietmar Dath ist sicherlich kritikresistent und doch beratungssensibel. Denn er ist konsequenter Ingenieur im Sprachgebirge zwischen Netzsprache, Musikkritik und Buchliteratur, der jenseits des alten humanistisch-lyrischen Betroffenheits-Subjektivismus intensiv am journalistischen und erzählerischen Material der heutigen kulturellen, sozialen, und politischen Zuspitzung arbeitet. Und zwar als Fuchs, Maulwurf, Anarchist, Bombenleger und Gesetzgeber in einer Person.«
Leseprobe

Märchenbrunnen der Zukunft
Von Thomas Hummitzsch
Mit seinem antiutopistischen Roman »Die Abschaffung der Arten« gewährt Dietmar Dath dem verstörten Leser seiner Vision einen faszinierenden Blick in den düster sprudelnden Märchenbrunnen der Zukunft Interview mit Dietmar Dath

Alptraum auf dem Kaukasus
Der russische Tschetschenienveteran Arkadi Babtschenko legt mit
»Ein guter Ort zum Sterben«
sein zweites Buch über seinen Einsatz im Kaukasus vor. Ein dicht geschriebener Bericht aus dem Zentrum des Krieges, in dem Angst und Hass die Hände der Menschen führen. Vieles ist dabei denkbar und vorhersehbar, aber die physische Gegenwart der Schrift und der kalte militärische Ton der Sprache machen den Irrsinn des Krieges plötzlich sehr real.


Rekonstruktion
Stefan Möller über »Psst« Raymond Federmans Geschichte seiner Kindheit
»Dieses Pssst war das erste Wort des Buches, von dem meine Mutter wusste, dass ich es eines Tages schreiben würde. Über sechzig Jahre hat es bis zum Schreiben gedauert, aber Federman hat aus diesem Wort Literatur gemacht. Und was für welche!«


Wohlstandskindermelancholie
Lothar Struck über Judith Hermann und ihren neuen Band mit Erzählungen »Alice«
»Und wie gerne wollte man glauben, die Autorin verschmelze mit der Protagonistin – das ergab so etwas wie 'Authentizität' (das neue Lieblingspferd der Literaturkritik, da die anderen Kriteriengäule ein bißchen lahm scheinen).«



Melancholieverbot
Lothar Struck über Maria Beigs Lebensgeschichte
»Ein Lebensweg«

»Keine Wehmut, keine Verklärungen. Aber auch keine Klagen oder ungebetenen Ratschläge. Dieses Buch ist frisch, ja kraftstrotzend, obwohl es von einer 89jährigen geschrieben wurde. Obwohl? Oder weil…?«


Eine Familie am Abgrund
Der amerikanische Schriftsteller Stewart O’Nan legt mit seinem neuen Roman »Alle, alle lieben dich« einen ebenso einfühlsamen wie schockierenden Psychothriller vor, in dem sich alles um ein Phantom dreht. »O’Nan ist ein Skalpellmeister der Literatur, der seine Figuren in Einzelteile zerlegt und von allen Seiten beleuchtet. Keine Facette entgeht ihm, kein Abgrund bleibt verdeckt, und so sind seine Romane von einer tiefen Menschlichkeit geprägt.«


Journal der Augenblicke
Alf Mayer über Ingrid Mylos neue Textsammlung
»Männer in Wintermänteln«

»Eine Schatulle voller Edelsteine, die Worte sorgfältig geschliffen. Ingrid Mylos Sprache ist voller Lust und Genauigkeit, aufs Milligramm abgewogen, perlend, funkelnd. Und manchmal sogar ein Regenbogen.«


Magischer Realismus made in Germany
Der neue Roman von Arnold Thünker erzählt die zauberhafte Geschichte von »Anne und Paul«, der vor vielen Jahren seine Sommerferien einmal in der DDR verbrachte und noch viel mehr.




Ein Ausflug ins Ungewisse

Raffaela Janitzschek über Jayne-Ann Igels subtilen Erzählband »Berliner Tatsachen«
»Anders als beispielsweise Tellkamp, der sehr beredt und symbolhaft überlagert eine distinguiert erscheinende DDR-Nischengesellschaft zeichnet und ihr finsteres Gegenüber in Gestalt der staatlichen Erziehungsanstalten Armee und Gefängnis konstituiert, geht Igels Text minimalistisch und subtil vor, und vermag damit einen differenzierten Blick auf ein Zeit-Stück DDR-Realität zu gewähren. Im laufenden Diskurs sollte die Stimme des schmalen Bandes nicht verloren gehen

Aus dem Leben gegriffen
Thomas Hummitzsch über den Band mit short stories
Der Morgen nach dem großen Feuer
»Direkt und detailliert, ohne Umschweife und Metaphern beschreibt Brennan in ihren Texten akribisch das Schicksal und die Seelenzustände ihrer Protagonisten, um diesen Lebensentwürfen unterhalb der medialen Sensationslinie die Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt.«

Unerwartetes Lesevergnügen
Sigrid Lüdke-Haertel über eine bereichernde Wiederbegegnung mit den Novellen von Stefan Zweig
»Als ich das Buch in die Hand bekam, zufällig und nicht sonderlich interessiert, sind mir üble Erinnerungen aus der Schule aufgestoßen. Alter Kram. Der Titel »Schachnovelle« kam mir bekannt vor. Zugeklappt habe ich das Buch erst wieder, als der Kampf der beiden ungleichen Gegner beendet war. Und dann habe ich, mit der gleichen Begeisterung, die anderen sechs Novellen gelesen und sieben Mal den Hut, den ich nicht besitze, vor dem alten Herrn gezogen.
«


»Wir sind zuständig«
Ein Tauchgang in eine Welt, die es nicht mehr gibt
Friedhelm Lövenich über die Memoiren und Gedichte des Moralisten Hans Sahl
»Auf dem Meeresgrund liegen Trümmer der Vergangenheit, historische Ereignisse und Gestalten, und die berühmten Namen schwimmen in diesem Korallenriff der Geschichte umher wie bunte Fische: Werfel, Grosz, Tucholsky, Furtwängler, Ringelnatz, Wolfenstein, Döblin, Seghers, Brecht, Frank, Münzenberg, Toller, Mann (etliche) und viele andere weniger bekannte aber umso interessantere.«
Leseprobe

Ein Leben in Fragmenten
Thomas Hummitzsch über Ljudmila Ulitzkajas wunderbaren Roman
»Daniel Stein« zu Ehren des aufrechten Oswald Rufeisen, dem Bewahrer der
hebräisch-jüdischen Wurzel des Christentums.
Ein Mann namens Daniel Stein rettete das Leben hunderter Juden und Kommunisten. Daniel Stein überlebte auch drei Todesurteile. Daniel Stein haderte mit Gott und gab sich zugleich vertrauensvoll in dessen Hände. Daniel Stein erweckte die hebräische Urkirche zu neuem Leben. Am Ende starb er unter mysteriösen Umständen. Ein wirklich großes Buch, das bleiben wird.

Cooks letzte Fahrt
»Wer einmal zur See gefahren ist, der wird dieses Buch lieben.« Lukas Hartmanns grandioser Roman über die abenteuerliche Reise des Malers John Webber mit Captain Cook »Bis ans Ende der Meere«
»Nun ist 'Zivilisationskritik' ein großes Wort, und mancher Autor ist schon den sich aufdrängenden Versuchungen großer Versöhnungsreden und Betroffenheitsgesängen erlegen.
Lukas Hartmann indes schreibt nicht nach dem Strickmuster eines Drewermann-Pullovers.«


Genese eines Gotteslästerers
Der junge US-Autor Shalom Auslander zeigt in seinem ersten Roman »Eine Vorhaut klagt an«, wie viel Irrsinn in religiöser Indoktrination steckt. Mit Gott ist in diesem Roman die Orthodoxie der Religionen gemeint, denn sie vereinnahmt das Göttliche zu ihren Zwecken und deutet es zu einer Drohgebärde um.



Welt-Literatur aus Bochum
Wie Wolfgang Welt mit seiner autobiographischen Trilogie des Scheiterns
»Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« nach zwanzig Jahren doch noch bei Suhrkamp gelandet ist und nun sogar einen neuen Roman geschrieben hat »Doris hilft«
»Welts Geschichten sind mehr als Trash-Komödien mit regionalem Flair. Sein »Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« ist ein dem Leben abgerungener, tragikkomischer Bildungsroman eines Möchtegerns, und als solcher authentisches Dokument einer Zeitspanne zwischen Anything goes - but nothing happens.« Leseprobe


Taugenicht oder Kotzbrocken?
Sigrid Lüdke-Haertel über das fulminante Debüt des jungen Erzählers Thomas Klupp »Paradiso«

Selten ist der Held eines Romans so einhellig beschimpft worden von der Kritik wie dieser arme Alex Böhm. Harmlos noch: »Blender« und »frecher Hund«, besser schon: »dreister Lügner« und »Soziopath«, richtig ordentlich: »Arschloch« und »Drecksack«. Noch seltener aber waren sich die Kritiker so einig im Urteil: ein Klasse-Buch. Leseprobe

Nachtgestalten
Judith Wenk über den neuen Roman von Olivier Adam
»Nichts was uns schützt«
»Adam schreibt direkt aus der sozialen Gegenwart, ihm liegen die Gebrochenen am Herzen: Die einen, die in Sinnlosigkeit und Schulden versinken und die anderen, die täglich an den europäischen Küsten anlanden.«



»Bei mir soweit alles daneben«
Sigrid Lüdke-Haertel über Annegret Helds neuen Roman
»Fliegende Koffer«
»Ein absoluter Scheißjob. Annegret Held kennt die Arbeit, über die sie schreibt aus eigener Anschauung. Sie ist als Polizistin Streife gefahren, hat sich an der Startbahn West als Bulle beschimpfen lassen. Sie hat in einem Sägewerk geschuftet, in einem Altersheim den Senioren die Windeln gewechselt.Mit der »Baumfresserin« (1999) ist sie bekannt geworden. Mit den »Fliegenden Koffern« wird sie berühmt.«


»Narrheit unser, die Du bist im Himmel«
In seinem neuen Roman »Empörung« hält Philip Roth den modernen Gesellschaften unserer Zeit einen Spiegel vor. Deren Sicherheits- und Ordnungsdenken bereitet nur den Weg, um zu Unfreiheit und Zerstörung zu gelangen.
»Mit 'Empörung' setzt Roth dem Abgesang auf Alter und Vergänglichkeit kein Ende, sondern vielmehr die Krone auf.«

Große Erwartungen
Carlos Ruiz Zafóns »Das Spiel des Engels«
Ein gelungener Genre-Mix mit kleinen Schwächen.
»Gekonnt bewegt sich Ruiz Zafón zwischen den literarischen Genres Krimi, Thriller, Schundroman, Gothic Novel, hier ein bißchen Religionskritik, da ein bißchen Romantheorie, Herz, Schmerz, Grusel, Action, Tod.«
Leseprobe
Hörprobe


Traurige Affen
Guido Rohm über Denis Johnsons Vietnam-Roman
»Ein gerader Rauch«
»Man frisst Mythen. Wie die schmecken? Manchmal wie eine Mischung aus Pepsi und Napalm.«
Leseprobe
Im »New Yorker« haben wir die Kurzgeschichte Homeless and High von Denis Johnson gefunden.

Was auf der Asche wächst …
Irène Némirovsky, 1942 in Auschwitz ermordet, erzählt in »Feuer im Herbst« über die großen gesellschaftlichen Brüche am Anfang des vergangenen Jahrhunderts
»
Posthum 1948 veröffentlicht und zuletzt von Eva Moldenhauer neu übersetzt, eröffnet »Feuer im Herbst« einen Blick auf das faszinierende Werk einer viel zu lange unbeachtet gebliebenen Schriftstellerin.« Von Karen Lohse Leseprobe

Wie zwei Puzzleteile, die nicht zueinander passen
Karen Lohse über Bettina Steinbauers ambitionierten Debütroman
»Zwei im Sinn«
»Philosophen, Soziologen, Theologen, Literaten aller Zeiten versuchten ihr nachzuspüren und waren dort am hellsichtigsten, wo sie der Liebe ihr Geheimnis ließen. Und genau an diesem Punkt scheitert der Roman von Bettina Steinbauer, denn sie will erklären, was nicht zu erklären ist.«

Sisyphos-Nachfolger
Gregor Keuschnig über Xaver Bayers neuen Band Erzählungen
»Die durchsichtigen Hände«
»In fast allen zweiundzwanzig Geschichten scheint etwas in der Luft zu liegen, eine dunkle, rätselhafte, nicht näher konkretisierbare aber ständig als Möglichkeit anwesende Bedrohung.«
Leseprobe

Hohelied der Verzweiflung
The Waste Land. Das öde Land
»
T. S. Eliot lieferte den Stahl, das Feuer und die Glut, Ezra Pound führte den Hammer


Tondokument

The Waste Land gelesen von T. S. Eliot
»The Burial of the Dead« / »A Game of Chess«
/ »The Fire Sermon and »Death By Water« / »What the Thunder Said«


Die Hölle sind immer die Anderen
Guido Rohm Über Georges Batailles »Henker und Opfer« (und noch einiges mehr)
»Es ist an der Zeit, Bataille neu und vollständig zu entdecken. Man verlässt seine Textkuren ein Stück weit nackter und das ist schon viel in der heutigen Textilliteratur, die einen mit immer dichter verwebten Stoffen umgarnt. Man schwitzt eine Weile mit ihm und geht dann für Stunden geläutert wieder seines Weges.«
Hörprobe

Die Scham kippen
Guido Rohm zu Georges-Arthur Goldschmidts
Frage-Antwort-Spiel mit Tim Trzaskalik »Des Pudels Kern«
»Goldschmidt schlägt herrliche Schneisen, es ist eine Wonne, seinen Pfaden zu folgen. Die Luft wird für Momente ein wenig klarer, man sieht Ausschnitte des Himmels über sich. Er bietet keine Befreiung, wie sollte es die auch geben, da müsste er schon den ganzen Wald abbrennen, ohne zu wissen wie groß der Wald überhaupt ist, aber er bietet Einsichten.« Hörprobe

Foto: Matthes & Seitz
»Der Mensch jedoch lebt«
Thomas Hummitzsch über Warlam Schalamows Berichte aus dem Gulag »Erzählungen aus Kolyma«
Wie ist ein Leben nach dem Gulag möglich, wo Humanität und Kultur im Erleben der Barbarei ihre Relevanz verlieren, ohne den ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation? Dies ist die große Frage, die Schalamows Erzählungen zugrunde liegt.


Ein poetischer Endzeitgesang
Peter V. Brinkemper über Uwe Tellkamps mittlerweile zum »Volksbuch« erklärten Roman Der Turm
»Es ist schon bemerkenswert, wie Tellkamp das Vibrato, das Espressivo und die Artikulation der Musik im klangmateriellen Bereich belässt, eher »mit der Feinheit einer Apothekerwaage« im Geiste Fontanes austariert.« Lesung von Uwe Tellkamp aus »Der Turm«

Opulenz und Strenge
»Vielstimmig, kraftvoll, sprachgewaltig: ein episches Wunderwerk« Uwe Tellkamps Roman »Der Turm«
Eine fundierte Begeisterung von Lothar Struck: »Der Turm« ist weder kunstvolle Reportage noch blosse Diashow einer vergangenen Zeit.
Er ist ein Beleg dafür, was grosse Literatur vermag. »Die Geschichte aus einem versunkenen Land« geht tiefer. Das ist, im wörtlichen Sinne, Welt-Literatur.


Echos aus dem Jenseits
Ein stiller Ort in der Einsamkeit der mexikanischen Steppe. Der Wind treibt den Sand durch die Straßen, die in der Mittagshitze flimmern. In diesem Ort wohnt das Grauen und es hat einen Namen: »Pedro Páramo«. Dagmar Ploetz hat Juan Rulfos Meisterwerk neu übersetzt.

Leseprobe


Séance in italienischen Desingermöbeln
Ein Kommentar von Karen Lohse zur deutschen Erstausgabe von Paulo Coelhos Roman »Brida«
Coelhos Bücher besitzen eine gewisse Anziehungskraft, der sich auch studierte Literaturwissenschaftler nicht ganz entziehen können. Auch wenn der kitschige Satz nicht so recht von den Lippen kommen will: In bestimmten Situationen sind Coelhos Bücher Balsam für die Seele. Sind wir schwach und verzweifelt, greifen wir eher zu »Brida« als zu Thomas Manns »Zauberberg«. Leseprobe


Exerzitien im Turm zu Babel
Mathias Gatza will in seinem Debütroman »Der Schatten der Tiere« nichts Geringeres, als die Welt erklären und scheitert daran auf hohen sprachlichen Niveau. Von Karen Lohse
»Unerträglich ist der hochmütig pseudointellektuelle Blick der Hauptfiguren auf die Menschen ihrer unmittelbaren Umwelt. Die drei versuchen dasjenige ausfindig zu machen, womit alles auf der Welt zusammengehalten wird, ohne die Welt auch nur im Mindesten zur Kenntnis zu nehmen.«

Schreibendes Gewissen
Nichts ist so wahrscheinlich, wie der Untergang. Ob im Iran, in Kolumbien, auf dem südchinesischen Meer oder mitten in Amerika. Der junge amerikanische Autor Nam Le erzählt in seinem Debutband Im Boot eindringlich von der Brutalität des Lebens und zwingt uns, ihm ins Gesicht zu schauen.


Aus dem Leben einer Leseratte
Thomas Hummitzsch über das späte aber um so erfolgreichere Debut von Sam Savage:
»Firmin. Ein Rattenleben«
Firmin ist die Nummer dreizehn. Fatal, wenn die Mutter nur zwölf Zitzen hat. Statt von Muttermilch ernährt er sich von Weltliteratur und wird zur belesensten Ratte des Universums.
Leseprobe



»Von vnnutzē buchern«
Ulrich Holbeins enzyklopädistisches »Narratorium«
ist ein wahrhaft gewaltiges närrisches Unterfangen. Von echten und falschen Narren, von Dennis Abner, Katzenmensch bis Zirpuanna, Unratberührer.
Stefan Möller hat es gelesen und »tröstet sich schwach mit dem Gedanken, dass es Streber auf den Schulhöfen nie leicht hatten und die nur so mittel belesenen, aber coolen Jungs die hübschen Mädels kriegten.«

Leseprobe

Exotik, Abenteuer und die Göttin Kali
Stefan Möller zur Wiederentdeckung der »Geheimnisse des schwarzen Dschungels« von Emilio Salgari im Verlag Wunderkammer
»Es sind jene Bücher, mit denen man sich als Junge mit einer Taschenlampe bewaffnet unter die Bettdecke verzogen hatte und heimlich unbedingt noch ein paar Seiten vor dem Einschlafen lesen musste.«


Schweizer Exporte
»Ich will nicht behaupten, daß Christoph Kolumbus Schweizer gewesen sei -  aber ziemlich sicher bin ich schon.«
Alex Capus porträtiert in seinem neuen Buch 12 eidgenössische »Himmelsstürmer«, die Geschichte oder Geschichten machten.
Leseprobe


Grosse Worte und Miniaturen
Georg Keuschnig über Roger Willemsens feuilletonistisch-phänomenologisches Essay »Der Knacks«
»Ein Tuarag oder ein Bewohner der mongolischen Steppe dürfte dieses Buch wohl höchstens als Science-Fiction-Roman lesen oder kopfschüttelnd beiseite legen.«
Hörprobe

Amerikanische Kriegsklage
Der ehemalige US-Soldat Matthew Eck prangert in seinem Erstlingsroman »Das entfernte Ufer« die menschenfeindliche Maschinerie des US-Militärs an. Einen Blick für die somalischen Verhältnisse, derer Kulisse er sich bedient, scheint sich jedoch bis heute nicht bei ihm eingestellt zu haben. Ausgehend von seinen Erlebnissen in Somalia und Haiti ist dieser Roman von der Gegenwart längst eingeholt worden und bestätigt nur noch einmal mehr das längst Bekannte – die amerikanische Ignoranz nach innen und außen.

Das Tagwerk eines Lebens
Karen Lohse über Volker Brauns Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer
Braun lässt seinen tragisch-komischen Helden der Arbeit durch die Lausitz der Nachwendezeit stolpern. Eine Landschaft, die für das Thema des Romans symptomatisch ist: Während die Arbeit hier einst zu Hause war, sich Tagebau an Tagebau reihte, hat sie jetzt die Städte, Dörfer und Menschen verlassen. (...) Gekommen ist statt ihrer die Agentur für Arbeit. Ein neuer Abgott, der die Menschen alsbald genauso im Griff hat wie einst die Arbeit, deren Nichtexistenz sie jetzt verwaltet: »Es begab sich aber, daß ein Gebot ausging, von der Agentur für Arbeit und jedermann sich schätzen lassen sollte, ob er die Almosen verdiene.«

Heimsuchung
Sándor Márai’s Roman »Die Möwe«
Ich hatte eine »Möwe beobachtet, die regungslos in der Höhe stehend das Ufer abspähte … nach vorne sieht sie nicht, den Horizont kennt sie nur in der Perspektive der rechten und der linken Hemisphäre. Ähnlich wie ein Ideologe, der die menschliche Welt allein aus rechter oder linker Sicht kennt. Doch man kann auch gerade sehen, … dazu braucht man eine Stirn und in ihr Augen.« Márai hatte diese Augen, diesen wachen Beobachtungssinn der ihn davor bewahrte, den leeren Versprechungen der Ideologen zu erliegen.


Vom Winde verweht
Keiner schreibt Geschichten derart prägnant, pointiert und aberwitzig, wie der Amerikaner T. C. Boyle. Seine grandiose Kurzgeschichte »Windsbraut« ist jetzt als 31. »Tolles Heft« erschienen.
Es ist dieses auf engstem sprachlichen Raum perfektionierte Zusammenspiel aus Surrealität und Wirklichkeit, Übertreibung und dem richtigen Maß, das einen die Geschichten von T.C. Boyle mit einer einmaligen Faszination lesen lässt.



Küchentischgespräche
Gregor Keuschnig über Günter Grass' neuestes pseudobiographisches Meisterwerk »Die Box«
Es ist in Wahrheit ein abgeklärtes Buch, in dem Grass ausdrücklich seine Version der Dinge darlegt (und kanonisieren will). Wenn er vom Anekdotischen des Box-Motives (wie immer reitet Grass seine Motive zu Tode) abweicht, bekommt der Leser kurz einen Blick hinter dem Vorhang gezeigt. Dann gibt es seltene Momente des Innehaltens, jenseits des grossmauligen Egozentrikers und der Erzähler ersehnt eine Art Vergebung ...


Das Blau der Sehnsucht und die Anderen
Emma Braslavskys zweiter Roman »Das Blau des Himmels über dem Atlantik« holt die Lebenden und die Toten an einen Tisch.
Braslavsky scheint ihr Thema gefunden zu haben. Wieder geht es um große universelle Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich der geworden, der ich bin? Wieder sind die Vorfahren, Dreh- und Angelpunkte bei der Suche nach der eigenen Identität.
Von Karen Lohse

Handkes mythischer Mikrokosmos
Lothar Struck über Fabjan Hafners Nachspürungen
»Peter Handke – Unterwegs ins Neunte Land«

Fabjan Hafner hat sich – aller Divergenzen zum Trotz - mit diesem überaus detailreichen Buch als profunder Kenner des Werkes von Peter Handke erwiesen. Er vermeidet ermüdendes Germanistenjargon, in dem er streng am "Text" bleibt. Hafner animiert, Handke wieder zu lesen und in seinen Romanen und Erzählungen neue Facetten zu entdecken. Hierfür muss man ihm danken.

Von Menschen und Schafen
Stefan Möller über Gerbrand Bakkers Roman »Oben ist es still«

»Eine Hommage an die Landschaft, ohne Verklärung und doch voller Gefühl.«
Leseprobe




Und noch'n Gedicht ...
Rundumschlag deutscher Lyrik
Marcus A. Born zu den kleinen & großen Conradys
Wer auf Lyrik steht, findet hier gut 2000 Gedichte auf 1378 Seiten von über 600 LyrikerInnen geschnitten oder am Stück.
Hörprobe


Kaffeekränzchenrhetorik
Gregor Keuschnig ärgert sich über Ida Jessens vermeintlichen Beziehungsthriller »Leichtes Spiel«
»Wer das Attribut 'Thriller' im Zusammenhang mit diesem Buch nur ausspricht, vergeht sich an diesem Genre in Anbetracht dieser biederen Beschreibungsprosa. (...) Jessen will eine grosse Raubkatze präsentieren – es langt jedoch nur zum possierlichen Kater Mikesch.«


Jenseits aller Unschuld
Wie viel Verantwortung trägt der Einzelne, wenn alle Menschlichkeit verloren geht?
Der Dramatiker Lukas Bärfuss rechnet in seinem Romandebüt »Hundert Tage« mit der Schweizer Entwicklungshilfe ab und hält dem wohlhabenden Westen den Spiegel vor.
»
Nein, wir gehören nicht zu denen, die Blutbäder anrichten. Das tun andere. Wir schwimmen darin. Und wir wissen genau, wie man sich bewegen muss, um obenauf zu bleiben und nicht in der roten Soße unterzugehen.«

Panorama des Weltenwechsels
Michael Knoll über Ingo Schulzes neuen Roman »Adam und Evelyn«
»... das ganze politische und gesellschaftliche Panorama eines Jahres, (...) Schulze lässt uns mit diesem Buch mehr davon verstehen, als kluge Analysen es uns erklären könnten.«
Der lange Weg nach Westen
Kaum ein Autor trifft den Ton des ost-west-deutschen Dialogs besser als Ingo Schulze. »Adam und Evelyn«
von Thomas Hummitzsch

 
Zu dick aufgetragen
Michael Knoll über Klaus Modicks neuen Roman
»Die Schatten der Ideen«
»Die Lebensgeschichte von Julius Steinberg zeichnet exemplarisch Wege deutscher Intellektueller nach, die im Namen deutscher Kultur in die USA emigrieren mussten. Diese Wege waren selten gerade, sie waren meist hart und steinig, aber oft genug auch erfolgreich. Über dem Buch liegen aber zu viele Schatten, um es gut finden zu können. Und nicht nur für deutsche Politiker gilt: Anspielungen auf das Dritte Reich gehen meistens schief.«


Die Mücke auf dem Grashalm
Rolf Löchel über den fünften Band der Virginia-Woolf-Tagebuchausgabe (1936-1941), der die deutsche Übersetzung komplettiert.
Dass der Ton dieses letzten Tagebuchbandes über weite Strecken noch düsterer klingt als derjenige der vier vorangegangenen, dürfte nicht nur Woolfs zu Depressionen neigender Mentalität und ihren klinischen Schüben anzulasten sein, sondern vor allem den selbst mit dem Begriff düster nur unzulänglich umschriebenen Zeitumständen. 

Unzumutbare Wahrheit
Rolf Löchel über Ingeborg Bachmanns Briefwechsel mit Paul Celan Herzzeit. Briefwechsel.
»
Lange war der Briefwechsel zwischen den beiden wohl bedeutendsten deutschsprachigen NachkriegslyrikerInnen, die mit ihren Gedichten je auf ihre Weise ein berühmtes Diktum Theodor W. Adornos widerlegten, unzugänglich und es schien keinerlei begründete Hoffnung zu bestehen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern werde.«


© Jerry Bauer/SV
Die Vorbereitung der Rezension zur Vorbereitung des Romans
Goedart Palm über Roland Barthes Vorlesungen am Collège de France 1978-1980 »Die Vorbereitung des Romans«
»Das Schreiben ist ein ewiger Selbstbetrug, denn immer will man fertig werden, um dann sofort wieder mit dieser quälenden Kondition des Unfertigen und des erneut einsetzenden Nervenkriegs gegenüber den Zumutungen des Werks zu beginnen.«


Die Melancholie der Erinnerung
Der Band »Ende der Sonntage« beweist einmal mehr das einmalige Erzähltalent des wiederentdeckten Italieners Alberto Vigevani.
Ihm gelingt es darin auf einmalige Weise, der Schönheit im Wahren das Wahre im Schönen folgen zu lassen – eine bittersüße Erfahrung.





Zwei Männer im Schnee

»Wir pinkelten in den frischen Schnee, mit Blick auf den Kreml. Wir pinkelten ohne Pathos oder Protest.«
Stefan Möller über den ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Parforceritt des Russen Jewgenij Grischkowez »Das Hemd«

Leseprobe



Das Würfelspiel des Daseins
Jay Parinis grandioser Roman über die letzten Tage
des berühmtesten Schriftstellers der Welt.
Tolstojs letztes Jahr
»Ein Roman ist wie eine Seereise, ist wie ein Aufbruch in unbekannte Gewässer, aber ich bin so nah wie möglich der Küstenlinie jener tatsächlichen Ereignisse des letzten Lebensjahres Tolstojs gefolgt.«, beschreibt Parini den real-fiktiven Rahmen seines Werks. Leseprobe


Literatur-Lexika







Werkzeugkisten für Leser

Auf den Schultern von Riesen breiten neue Handbücher die reiche Ernte der Literaturforschung aus. Eine Sichtung von Bernd Blaschke


»Wir sind zuständig«
»Da stehen sie nun, die Grabhügel mit den einstmals illustren Namen, heute schon fast vergessen, die einmal das Gesicht dieses Jahrhunderts prägten, die Baumeister, Komponisten, die Dichter, die es bis hierher geschafft hatten, die Geister der von den Konsulatsbeamten abgewiesenen Antragsteller, Welterlöser ohne Aufenthaltsbewilligung.«
Ein Tauchgang in eine Welt, die es nicht mehr gibt.
Friedhelm Lövenich über die Memoiren des Moralisten Hans Sahl

In unserem Preisrätsel verlosen wir 3 Exemplare seiner Memoiren.

Orte der Verletzlichkeit
Der erste Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig enthält die gesammelten Gedichte, darunter mehr als 150 aus dem Nachlass

Wolfgang Hilbig
und die »Schwarzarbeit des Schreibens«
Über ein Doppelleben als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR
von Karen Lohse



Unter der Gummihaut

Durs Grünbeins Meditationen »Der cartesische Taucher«
»Unter dem Druck der Vernunft tanzt der Dichter auf und ab. Doch ausgerechnet dann, wenn dieser Druck nachlässt, schnellt seine Seele wieder an die Oberfläche, wo sie Unterschlupf findet und am liebsten verweilt. Hier muss sie wieder Luft holen, wartend auf weiteren Druck der Vernunft, der sie wieder auf den Boden presst, um erneut in die Erscheinungswelt zurückzufinden.«

Die Arbeit des Trauerns
»
Haben Gott abgesetzt, sind nur noch wir jetzt, wir allein, unberechenbar und sterblich, sinnlos sterblich, rettungslos eingepfercht zwischen die Grenzen von Geburt und Tod, mit nichts davor und nichts dahinter. Haben die Angst jetzt vor uns selbst, weil wir nicht wissen, was das ist, dies Selbst mit seiner Angst, für die wir, seit wir Gott abgesetzt haben, niemand mehr als uns selbst verantwortlich machen können.«
Lothar Struck über Ulla Berkéwicz's radikale Aufarbeitung eines Sterbens »Überlebnis«


In Memoriam
Vor dreißig Jahren starb Jean Améry
Denker ohne Weltvertrauen Von Ursula Homann
Auf seinem mit Efeu überwachsenen Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof findet man neben dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten auch Amérys Auschwitznummer 172 364 vermerkt. Das am linken Unterarm eingeritzte Brandmal, schrieb er einst, lese sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gebe zudem gründlicher als diese Auskunft über eine jüdische Existenz.

»Leer wurde plötzlich die Welt.«
Martin Warny über Jean Amérys Frühwerk »Die Schiffbrüchigen«


Verloren in Gottes eigenem Land
»In der fraglichen Nacht war ich betrunken, fast schon bewußtlos, und ich schwöre bei Gott, ein Vogel hat mir das Motelzimmerfenster eingeschlagen...«
Das grandiose Debüt des Amerikaners Willy Vlautin.
Sein Roman »Motel Life« liest sich wie ein langer, trauriger Blues. Simple, ehrlich, auf das Wesentliche reduziert, erinnert seine Geschichte an Steinbecks »Von Mäusen und Menschen«.

Der Kopf voller Sterne
Sigrid Lüdke-Haertel über Tim Wintons Surfer-Roman »Atem«
Echte Surfer sind süchtig, nach dem Meer, der Sonne und nach den Wellen, den hohen Wellen, der höchsten Welle. Der Erregung überhaupt. »Wenn du am Ende noch immer lebendig auf deinen Beinen stehst, durchschießt es dich wie Elektrizität. Du fühlst dich lebendig, hellwach ... Mann, das ist so, als hättest du die Hand Gottes gespürt«.

Schmetterlinge essen
Stefan Möller über Mircea Cărtărescus Roman-Moloch »Die Wissenden«

Sprachgewaltig kommt das Sammelsurium von Träumen, Geschichten, Fantasien, abstrusen Gedankenspielen und monströsen Begebenheiten daher. Cărtărescu beherrscht sein Metier, jongliert mit Begrifflichkeiten, erfindet Worte und haut dem Leser seine ausschweifende Sprachartistik um die Ohren, so dass der bald nicht mehr weiß, wo hinten und vorn, wo oben und unten ist.

Schwindelerregend gewöhnlich
»Dieser Roman ist eine Erzählung über das Hinterherlaufen: hinter den Menschen, Träumen und Zielen und Ängsten – ja, hinter dem Leben.«
Das Schweizer Wunderkind Catalin Dorian Florescu scheitert in seinem neuen Werk »Zaira« an den hohen Erwartungen und enttäuscht seine Leserschaft.
Leseprobe
Hörprobe

Plaudereien aus dem Nähkästchen
Hanns-Josef Ortheil & Klaus Siblewski klären uns auf
»Wie Romane entstehen«

»Der 'Roman' ist ein unübersichtliches, sich häufig chaotisch darstellendes Gelände, das alle Planungsabsichten von vornherein bedroht oder in Frage stellt.«

Rekapitulationen
Lothar Struck über Marcel Beyers neuen Roman »Kaltenburg«
»Man ertappt sich dabei, dass ungeliebte Wort vom 'Meisterwerk' hier passend zu finden und – endlich einmal! – damit einverstanden zu sein.«


Die Verdrehung der Welt oder »Jedes Paradies hat seine Schlange«
Der Literaturprofessor Abdourahman A. Waberi zeichnet ein Bild von der Welt unter umgekehrten geopolitischen Vorzeichen.
»In den Vereinigten Staaten von Afrika«


Drei Tage der Wahrheit
Ein ehemaliger RAF-Terrorist wird begnadigt und verbringt mit seinen alten Weggefährten das erste Wochenende in Freiheit. Die Freunde ziehen gemeinsam Bilanz.
Thomas Hummitzsch über Bernhard Schlinks Roman »Das Wochenende«

»Erst abwracken, dann vögeln«
Die Welt der Politiker hat nicht mehr viel mit der ihrer Wähler gemein.
Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit zeigt in seinem neuen Roman »Nicht die ganze Wahrheit«, in welchem Parallel-Universum sich unsere Regierenden bewegen und erzählt ganz nebenbei von der Scheinheiligkeit des politischen Lebens.

Verschwunden in Argentinien
Das argentinische Militär führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Pablo Poznan gerät in die Fänge des Regimes. Eine verzweifelte Suche beginnt, die greifbar den Horror des Gewaltregimes enthüllt und nebenbei eine Satire auf das jüdische Selbstbild entwirft.

»Mit Das Ministerium für besondere Fälle ist Nathan Engländer ein fulminanter Debütroman gelungen, gewaltig in all seiner Vehemenz, Hoffnung und Kraft, pendelnd zwischen angedeutetem Horror und purer Ironie. Eine Sensation.«

Holocaust war gestern, jetzt ist Nahost-Konflikt
In Israel begehrt eine neue Schriftstellergeneration auf. Ernst sollte man sie nehmen,
die jungen Wilden der israelischen Literaturszene, die die politischen, gesellschaftlichen und moralischen Verhältnisse in dem jüdischen Staat kritisch betrachten:Von der Würde des Menschen.

»Unser Leben ist ein Wirbel und kein Strich«
Sigrid Lüdke-Haertel über das stürmische Romandebüt
»Bestattung eines Hundes« von Thomas Pletzinger
»Eheprobleme, Dreiecksgeschichten, männliche und auch echte Hahnenkämpfe sind so großartig beschrieben, daß man sich schon beim Lesen die Blutspritzer aus dem Gesicht wischt.«

Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten.
Sein opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben. Von Thomas Hummitzsch

Hier können Sie einen
Auszug aus Grossmans Jahrhundertwerk »Leben und Schicksal« lesen.

Literatur ist Literatur und Schnaps ist Schnaps
© David Monniaux
Turbulenzen bei der Lektüre von Jonathan Littells Roman »Die Wohlgesinnten« kommentiert von Goedart Palm: »Es gibt einen Schrecken, der sich trotz seiner historischen Protokollierung den Darstellungen der Literatur und gleichermaßen den Verständnishorizonten der Literaturkritik entzieht. Dafür ist Jonathan Littell indes nicht haftbar zu machen, so sehr es auch einige Kritiker erzürnt, im Widerstand gegen dieses Werk auf die Aporien und Vorurteile ihrer eigenen Disziplin zu stoßen.«

Ein menschlicher Schelmenroman?
»Aber das Unmenschliche – ich bitte um Entschuldigung –, das gibt es nicht. Es gibt nur das Menschliche, immer nur das Menschliche«
Marcus A. Born über Jonathan Littells kontrovers diskutierten Roman
»Die Wohlgesinnten«


Nein, liebe Leute, dieser Kaiser ist nackt!
»Dieses Buch stösst weder an die Grenzen der Literatur, noch an die der Literaturkritik.«

Eine Entkleidung in drei Kapiteln von Gregor Keuschnig


Schlechte Reklame für ein gutes Buch

»Huckepack-Marketing der dreisten Art, ebenso einfalls- wie geschmacklos, und es degradiert Merles grandiosen Roman zu dem Vorläufer-Modell eines provokant ambitionierten Schreibprojektes, dessen konzeptionelle und literarische Qualitäten auch nicht ansatzweise an die Meisterschaft Merles heranreichen.«
Über Robert Merles biographischen Roman
»Der Tod ist mein Beruf«


Erste Liebe
»Wer ein Herz in seiner Brust und in diesem die Liebe eines Sommers trägt, der sollte nicht nur, nein, der muss dieses Buch lesen.«
Thomas Hummitzsch über die Geschichte eines Sommers in Italien der niemals enden soll und doch nur sechs Wochen währt. Wochen voller Sinnlichkeit, Begehren, Leidenschaft und Obsession. André Acimans Roman
»Ruf mich bei Deinem Namen« ist das Zeugnis einer einmaligen Liebe.

Die Stadt der wilden Hunde
Sigrid Lüdke-Haertel über Martin Mosebachs
»Nachrichten aus dem alltäglichen Indien«
»
Ein Land, das über 7oo.ooo Computerspezialisten verfügt, ein Land, in dem fast überall ganztags der Fernseher läuft, Plastikdeckchen auf den Allerweltsmöbeln liegen, auf wunderschönen Teichen, an denen Büffel trinken, nicht nur herrliche Seerosen, sondern auch massenhaft Plastiktüten schwimmen und ein verdorbener Geruch über allem treibt, ein solches Land läßt sich, zum Glück, nicht unter einen Hut bringen.«

Eine europäische Katastrophe
Ein Balanceakt zwischen Holocaust und Balkankrieg, Geschichte und Gegenwart, Betroffenheit und Objektivität ist Igor Štiks Roman
Die Archive der Nacht »... ein abenteuerlicher und wagemutiger Marsch durch unsere Zeit, der eine Brücke zwischen den europäischen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts schlägt. Ihm ist nichts weniger gelungen, als ein gesamteuropäischer Geschichtsroman.«

Fahrtenbücher eines Kapitäns zur See und zur Seele

Joseph Conrads 150. Geburtstag bescherte uns neue Biographien und Neuübersetzungen seiner wichtigsten Novellen. Bernd Blaschke hat sie gelesen und kommentiert.

Wozu Goethe?

Martin Walser phantasiert ergreifend Glück und Pein der Altersliebe.
»Für Walser-Fans ist
Ein liebender Mann fraglos ein unbedingt lesenswertes Buch; auch wenn man seine strittigen Bilder von Altersliebe mutiger und aktueller finden mag, wenn sie ohne den vorgeschobenen Nationalheiligen dargeboten werden.« Von Bernd Blaschke


Sein Leben als alter Mann

Nach 34 Jahren verabschiedet sich Philip Roth von seinem alter ego Nathan Zuckerman. »Als potenter Erzähler von nunmehr eher kürzer, kompakter und mithin immer ‚kontinenter’ werdenden Alterswerken ist Roth nahezu konkurrenzlos.« Bernd Blaschke über »Exit Ghost
«

Zuckermanns Ende
»Es gab größere, bedeutendere und raffiniertere Romane aus seiner Feder, doch keinen Unvermeidbareren, als diesen. »Exit Ghost« ist das bittere Ende, das dazugehört. Unumstößlich. Unausweichlich. Roth.«
Thomas Hummitzsch über den sinnlosen Kampf der »Nicht-Mehrs«


»Nein, keine traurige Geschichte.«
Eine schöne. Eine sehr schöne. Aus der Zeit, als das Schreiben noch geholfen hat. Lothar Struck über Peter Handkes Erzählung
»Die morawische Nacht«
 

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Erich Mühsam
Das seid Ihr Hunde Wert


Das Lesebuch erzählt Mühsams lebenslangen Kampf »für Gerechtigkeit und Kultur« mit Texten aus seinem reichhaltigen Werk nach, die bis heute nichts an ihrer politischen Aktualität verloren haben. Neben Auszügen aus längeren Werken, ausgewählten Briefen und die Beschreibung seiner letzten Tage aus der Feder seiner Frau Zenzl, überrascht diese Sammlung mit bislang unveröffentlichten Gedichten. Leseprobe
Verbrecher Verlag

 
Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
Text lesen
Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«

»Nicht beobachten. Schauen.«
Eine Begegnung mit Peter Handke.
Artikel lesen
Von Lothar Struck
Den Nobelpreis hat Peter Handke wieder nicht gekriegt, die Qualitäten des diesjährigen Preisträgers Patrick Modiano indes schon vor Jahrzehnten erkannt und zwei Bücher des Franzosen übersetzt. Lothar Struck, der sich seit Jahren intensiv mit Peter Handke auseinandersetzt, hat den Autor in seinem Haus in Chaville besucht.
Zu unserem Peter-Handke-Archiv mit 12 Beiträgen zu Leben und Werk


Die Welt-Literatur auf einen Blick
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Wie Wolfgang Welt mit seiner Trilogie des Scheiterns nach über zwanzig Jahren doch noch als Autor bei Suhrkamp gelandet ist, und warum die Textsammlung »Ich schrieb mich verrückt« so lesenswert ist.

»Für eine wunderbare, verrückte Weile kochte die Szene, eine sich überschätzende, im luhmannschen Sinne selbstreferentielle brodelnde Blase, der dann, irgendwann nach der Wiedervereinigung nahezu geräuschlos im Prinzenlook die Luft ausging.«

Zapfenstreich
Vermutlich eine Schmierenkomödie
Von Gregor Keuschnig
Text lesen


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