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Last update: 10.05.2018, 08:02

 

 

 

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Joseph Roth
Reisen in die Ukraine und nach Russland

Auf seinen Expeditionen nach Kiew, Moskau und Odessa, nach Lemberg, Baku oder Astrachan taucht der in Galizien geborene Schriftsteller und Journalist Joseph Roth in den vielgestaltigen Kosmos des östlichen Europa ein. Seine Berichte und Essays aus den 1920er Jahren sind bewegende Zeugnisse von großer Aktualität! Leseprobe
C.H. Beck

Über 450 Buchbesprechungen:

Szenen einer Ehe
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Jonathan Safran Foer hat in seinem dritten Werk »Hier bin ich« einen zähen knapp siebenhundert Seiten langen Scheidungsroman geschrieben. Leseprobe
»Der Plot plätschert vor sich hin, da hilft es auch nicht, dass kurz nach der Ankunft der Verwandten in Washington in Israel auch noch ein heftiges Erdbeben ausgebrochen ist, ...«

Der Unversöhnliche
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Noch einmal zu Martin Walsers »Statt etwas oder Der letzte Rank«
»Da Walser aber (...) erkennen muss, dass er seine "Feinde" um den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie wegen auch gebraucht hat, muss er sie nicht nur verteufeln, sondern auch mumifizieren, denn instinktiv merkt er, dass Spazierfahrten mit Denis Scheck keine dauerhafte Kanonisierung eines Werkes bewirken.« Leseprobe

Kehraus
Von Wolfram Schütte
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Martin Walsers jüngstes/letztes Buch
Wäre dieser späte Walser eine Wolke, der das Träumen genügt, hätte es nicht dessen bedurft, was diesen quietistischen Wunschzuständen an Parabeln, Erzählungen, Skizzen, autobiographischen Erinnerungen oder Aphorismen auf 160 Seiten in 52 unterschiedlich langen Kapiteln folgt. Aber noch immer hat der alte Herr Walser sein erwünschtes Tao nicht erreicht. Leseprobe

Ein pulsierendes Wimmelbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas Debutroman »Tram 83« zum Zweiten.
»... mal expressiv, mal impressionistisch; Märchen, Moritat, Porno und Burleske - ein mystischer Realismus mit gleichzeitig gnadenlos analytischem Blick, der gut verborgen im Dialogstrom herauslugt.« Leseprobe



Kurztrip ins Herz der Finsternis
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas fulminanter Debutroman »Tram 83« überzeugt durch sein Tempo, seinen Rhythmus und seinen klaren Stil, das ist tatsächlich sowas wie literarischer Hardbop auf dem Weg ins freie Spiel, großartig. Leseprobe





Identitätssuche eines Deplatzierten
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Eduardo Halfons Roman Signor Hoffman
»Ich verharrte wie gelähmt, während mir allmählich ins Bewusstsein drang, dass das, was ich vor mir sah, nicht mehr war als eine Imitation; dass man erst für gut befunden hatte, das ursprüngliche Lager zu zerstören und dann am selben Ort eine Kopie des ursprünglichen Lagers zu errichten; also eine Art Modell oder Schaukasten gebaut hatte oder Themenpark zum menschlichen Leid (…)« Leseprobe

Die Vermessung der Zeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christoph Ransmayrs Roman »Cox oder Der Lauf der Zeit«
»Denn natürlich ist das Buch nicht nur eine Parabel auf Vergänglichkeit und Zeit, sondern eben auch eine Allegorie auf die Hybris von menschlicher Macht – sei sie politisch oder, im Falle der Automatenbauer, technologisch ausgestattet.« Leseprobe




Erinnerungssplitter
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen

Dina Sikirićs Erzählung »Was den Fluss bewegt«
In nur wenigen Sätzen gelingt es ihr die Wandlung (ist es eine Verwandlung?) zu erzählen, das Anders- und Fremdsein nicht mehr als Makel zu empfinden, den es zu verbergen oder zu vertuschen gilt, sondern ihn selbstbewusst noch hervorzuheben.

Schlecht inszeniertes Zauberkunststück
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Daniel Kehlmanns Erzählung »Du hättest gehen sollen«
»Die Erscheinungen des Ich-Erzählers wirken weder bedrohlich noch wahnsinnig, sondern eher komisch. Sie werden nicht erzählt, sondern nur behauptet und mit routinierter Lustlosigkeit aneinandergereiht.« Leseprobe


Transzendenz jenseits des Plots
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christian Krachts kontrovers diskutierter Roman »Die Toten« zeigt auf eine berührend-schockierende Weise in einer Emulsion aus Frivolität, Ornament und Melancholie die gescheiterten Sehnsüchte und Ambitionen von Menschen und gleichzeitig deren Diabolik.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

Die Einsamkeit des tierlieben Menschen
Von Timotheus Schneidegger
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Monika Marons Betrachtung »Krähengekrächz«
»Seine Melancholie gewinnt das Büchlein aus dem, was im Text nur zwischen den Zeilen steht...« Leseprobe



Souverän zwischen den Genres
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Martin von Arndts neuer Roman »Rattenlinien«
Von Arndt bedient nicht nur gekonnt den Plot der Agentengeschichte sondern zeigt in den Zwischentexten über das Schicksal Eckarts und Rosenbergs im Nazi-Berlin seine literarischen Qualitäten. Leseprobe



Weises Kammerspiel über Liebe und Literatur
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Navid Kermanis
neuer Roman »Sozusagen Paris«
»Das Buch wird durch die Exkurse in die Literatur von Flaubert, Proust, Stendhal, Zola, Balzac und Bernanos (und nicht zuletzt von Adorno) selbst zu einer Theorie des Romans. Diese Doppelperspektive zeigt sich auch in den harten Auseinandersetzungen mit dem Lektor, der diesen Roman offensichtlich äußerst kritisch gegengelesen hat.« Leseprobe

Von der Schönheit, der Verführung, der Zerstörung
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Über Gerhard Falkners Roman »Apollokalypse«
»Ich könnte immerzu zitieren. Ein Buch, dessen fulminanter Beginn in ein noch fulminanteres Finale mündet. Lesen!« Leseprobe



Ein Leben voller Ellbogen
Von Katharina Stuch
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Fatma Aydemirs Debütroman zeichnet das Leben einer jungen Türkin, die eines immer sucht und niemals findet: Halt. Nicht in Deutschland, nicht in der Türkei.
«... der Wunsch, sie zu durchschauen, wächst mit jeder Seite. Nicht etwa, weil sie einem sympathisch wäre, diese Hazal, die selbst so ungern verurteilt wird und doch eigentlich immer die ist, die am schnellsten urteilt. Sondern weil so vieles angeschnitten wird, zu dem man sich mehr wünscht, mehr Tiefe, mehr Gespräche, mehr Informationen.« Leseprobe

Ein gerontologischer Entwicklungsroman
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Jochen Schimmangs Roman »Altes Zollhaus, Staatsgrenze West«
»Lange Zeit scheint es so, als solle sogar einer Anonymität des Dorflebens das Wort geredet werden; eine Gegenrede zum Globalisierungssprech der Großstadtverehrer.« Leseprobe



Eine Filmcrew bei Kriegsende
Von Georg Patzer
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Voller Klischees und Kitsch, ermüdend und eintönig. Mit »Warten auf Goebbels« verschenkt Bernd Schroeder ein schönes Thema.
»...eigentlich ein spannendes Thema, nur leider gelingt es Schroeder nicht, das auch gut zu schreiben. Hölzern reden seine Protagonisten miteinander, keiner wird auch nur ansatzweise lebendig.« Leseprobe


J.P. Morgan versus Edison
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Anthony McCartens biographischer Roman bringt »Licht« in die amerikanische Industriegeschichte
»Wie stets, wenn ein fiktives Werk auf realen Fakten beruht«, schreibt McCarten weiter, »ist der Leser gefragt, diese beiden Elemente gegeneinander abzuwägen.« Leseprobe


Ein blasses Mädchenbild
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Theresias Enzensbergers Roman »Blaupause« bleibt im Belanglosen hängen.
»Enzensbergers Roman erinnert vielmehr über weite Strecken an einen solide produzierten ARD Mittwochsfernsehfilm, mit einem Hauch Anspruch,...« Leseprobe


Autofiktionale Miniatursammlung
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Armin Stingls kleine Prosa Eine Schachtel voll Sachen
»Stingls Büchlein erhellt jeden Frühlings-, Sommer-, Herbst- oder Winterabend. Und unwillkürlich beginnt man danach in seinen eigenen Schachteln und Schubladen herum zu suchen.«



Expressionistisch wuchernd, eiskalt und abstrakt
Von Georg Patzer
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Nicola Lagioias Roman »Eiskalter Süden« entwirft ein böses Bild von Italiens Süden
»Bildhaft und manchmal etwas preziös, präzise und düster ist die Sprache von Lagioia, der für diesen Roman mit dem Premio Strega, dem wichtigsten italienischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde.«

Früchte des Gelingens
Von Robert Schwarz
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In ihrem Kompendium »Wo Mut die Seele trägt« erzählt Nahid Shahalimi die Lebensgeschichten afghanischer Frauen.
»... und es braucht noch viel Zeit und Engagement, um sich überall durchzusetzen - wahrscheinlich einige Generationen. Man darf nicht vergessen, dass schätzungsweise drei Viertel der Kindes dieses Landes traumatisiert sind.«

Goethes Schweizer Reise
und das Leben zum Tod hin

Von Georg Patzer
Artikel lesen
Adolf Muschgs neue Erzählung »
Der weiße Freitag« ist sein wohl persönlichstes Buch.
»Das Buch ist formal ein schillernder Hybrid von Erzählung, Germanistik und Autobiografie, manchmal verdichtet funkelnd, manchmal gelehrt, oft überlegend ruhig.« Leseprobe
 

Von der Liebe, dem Leid und dem Landleben
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Jane Austens »Sense and Sensibility« in neuer Übersetzung
»Die Irrungen, Wirrungen und Wendungen und der Zusammenprall von »Vernunft und Gefühl« werden von einer Sprache getragen, die keine Haupt- und Staatsaktionen braucht, um eine ganze Gesellschaft zu beschreiben. Kein Wort über die Französische Revolution, kein Gedanke an die industriellen Veränderungen, die sich ankündigen. Und doch sind deren Auswirkungen zu erkennen.«

Temps perdu
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Elliot Pauls wunderschönes Porträt von Paris.

»Ein Buch, in dem man sich gerne verliert, nicht nur, weil eine bizarre und schon lange untergegangene Welt wieder lebendig wird, sondern auch, weil man erfährt, wie sich die politischen Wirren im Alltag der kleinen Welt der Rue de la Huchette niederschlugen.«


Der Wildfang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Welts nachgelassenes Fragment »Die Pannschüppe« – im neuesten »Schreibheft« abgedruckt - ist ein chaotischer und sehr schöner Text.
»So sehr es den Leser freut, diesen Text zu lesen, so traurig wird man am Ende, wenn man realisiert, dass es (vermutlich) das letzte sein wird, was man von Wolfgang Welt gelesen hat. Freude und Trauer sind eben doch manchmal Nachbarn.«

Geschichten des Überlebens
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Barbara Kennewegs Roman »Haus für eine Person«
»...und dann versteht man, warum ihr das Leben von Frau Paul in fünf politischen Systemen und zwei Kriegen wert- oder mindestens gehaltvoller erscheint als die aktuelle Wohlstandsexistenz, die nur zwanzig verschiedene Chipssorten zu präsentieren in der Lage ist.«



Liebe, Lust und Verlust
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Graham Swift beschreibt in einem eleganten, flirrenden
Meisterwerk den »Festtag« eines Dienstmädchens
»Dann war er fort. Kein Gruß. Kein alberner Kuss. Nur ein letzter Blick. Als würde er sie in sich aufnehmen, in sich hinein trinken.« Leseprobe



Eine verkrachte Existenz, ein großer Dichter
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Joachim Kersten und Friedrich Pfäfflin zeichnen die Beziehung zwischen Detlev von Liliencron und Karl Kraus nach
»Es giebt in Deutschland einen Dichter, einen echten Dichter; aber, fragt man einen aus der Menge nach ihm, so bekommt man entweder ein langes Gesicht oder ein ironisches Lächeln zu sehen. Dieser echte Dichter ist Detlev Freiherr von Liliencron.«

Kleiner Mann, ganz groß
von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Bürochefin Irma Nelles porträtiert »Spiegel«-Gründer Rudolf Augstein.
Es gibt genügend Augstein-Biographien und Bücher über die politische Situation der BRD in den Jahren 1960 bis 2000. Das Außergewöhnliche an diesen Erinnerungen ist der ganz besondere Blickwinkel auf den Menschen Augstein. Leseprobe


Leben vor dem Sprung
V
on Jörn Birkholz
Artikel lesen
In seinem neuen Roman bewegt sich Hans Platzgumer
konsequent und lesenswert am »Am Rand« des Erträglichen.
»Im Radio spielten sie häufig 'I Only Wanna Be With You' von einer Band, die, wie wir dachten B-Südtirolers, nicht Bay City Rollers hieß.« Leseprobe
5 Fragen an Hans Platzgumer: zum Interview

Geist und Macht
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Zwei Bücher über Alarmismus und Konformität deutscher Intellektueller nach 1945.
»Nach der Lektüre von Rüthers Belegsammlung überrascht sein Klagegesang über die (vermeintliche) Ruhe über den Geistes-Gipfeln. Plötzlich bleiben nur noch Jürgen Habermas und Juli Zeh. (...) Kolbes Buch ist nicht nur Essay, sondern auch Philippika, Suada, offener Brief und Standpredigt. Ein furioser Text mit zuweilen schneidenden Formulierungen. Er will den Moralisten Brecht und deren literarische Erben mit einer Moral konfrontieren, die zur Attitüde und zum Machterhalt verkommen war.« Leseprobe

Erinnerungsforschung
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
38 lesenswerte Gespräche mit Autorinnen und Autoren 1989-2014 geführt von Carsten Gansel eingeleitet und herausgegeben von Norman Ächtler.
»... ein aufklärerisches, lehrreiches und in seinen besten Momenten fesselndes Buch. Idealerweise bekommt man noch ein Paket von Literaturempfehlungen mit. Carsten Gansel zeigt sich als Könner des Fragens im öffentlichen (bzw. halböffentlichen) Raum. Niemand, der an deutscher Literaturgeschichte interessiert ist, kann an diesem Buch vorübergehen.« Leseprobe

Ein denkwürdiges Wochenende
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jörg Magenaus Buch über Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 »Princeton 66«zeigt, wie spannend gut erzählte Literaturgeschichte sein kann.
»... eine packende und konzise Zeitreise zu komponieren, die sowohl die Stimmung der Tagung präzise rekonstruiert, als auch historische Einordnungen vornimmt.« Leseprobe
 

Der letzte Landstreicher
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes trotzig-grandioser Weltalmanach
»Vor der Baumschattenwand nachts«.
»Und ja: Realisten, Empiriker, Spiegelonline-Kolumnenschreiber und, um aus einem Theaterstück von Handke zu zitieren, »Unablenkbare«, »halblustige Unernste» oder »Unbesiegbare« werden verloren sein für diese Welt und damit auch für dieses Buch. Für alle anderen ist es eine Schatztruhe, die auch noch beim zweiten oder dritten Lesen funkelt.«

»Landflucht« außer Kontrolle
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Peter Stamm zieht es in seinem neuen Roman »Weit über das Land«.
»Stamm schreibt kühl, solide und klar. Leider kommt nur schwerlich Spannung auf, zu schwach werden Thomas' psychologische Motive ausgeleuchtet. Lediglich wird eine etwas biedere Alltagsflucht skizziert, gepaart mit einem diffusen Freiheitsbedürfnis – kurz, Wohlstandsprobleme.«

Der Kampfhund Erinnerung
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
»Panikherz« von Benjamin von Stuckrad-Barre
»... herausgekommen ist ein großes Buch, ein Buch, das bleiben wird, weil er sein Leben in die Waagschale geworfen hat, um Ruhm und Erfolg zu erlangen. Er ähnelt damit mehr als er es vielleicht weiß, weil der Name in seinen hagiographischen Aufzählungen nie auftaucht, Hunter S. Thompson, auch ein Getriebener und großer Autor.« Leseprobe

»Man muß leben, mehr nicht«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Christoph Heins neuer Roman
»Glückskind mit Vater« offenbart den hypersensiblen Kern eines Menschen, der auf sein Leben nur schicksalhaft und mit Schande zurückblicken kann.
»...der 'Schatz der Erinnerungen', wie es einmal heißt, erweist sich als ein Abgrund des Scheiterns. Die Hoffnung auf eine heilende Kraft des Erzählens, der Balsam der Literatur, stellt sich nicht ein.« Leseprobe

Reflektionen über das Schreiben
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Dany Laferrières inspirierendes »Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama«.
»Es kommt irgendwann der Augenblick, in dem man vergessen muss, dass man Schriftsteller ist, um es zu bleiben«.


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama
welthistorischer Herrschaftsdiskurse analysiert Ulrich Menzel »Die Ordnung der Welt«.
Menzel fragt sich, welche Umstände dazu geführt haben, dass Staaten zu großen Weltmächten aufstiegen und, so das chinesische Losungswort, ein »Mandat des Himmels« erhielten. Ihn interessieren aber ebenso die Ursachen des Niedergangs sowie die Frage, wie es zu einem Wechsel in den Machtverhältnissen kam. So entfaltet sich vor den Augen des Lesers eine große komparative Meistererzählung, gespickt mit zahlreichen Fallstudien. Leseprobe

Der Spanische Bürgerkrieg
aus katalanischer Sicht
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Nie war ein Krieg sinnloser als in dem Roman »Flüchtiger Glanz« von Joan Sales, der die Dichotomie zwischen den Guten und den Bösen aufbricht – munter werden bei Faschisten und Republikanern die Seiten getauscht. Leseprobe Mit 5 weiteren Buchtipps zum Thema

Himmel oder Hölle?
Von Robert Schwarz
Artikel lesen
Die »Übertragungen aus der Nähe« von René Steininger
»...Diese beiden Mysterien sind nämlich innerlich verbunden,
getrennt nur durch einen Buchstaben
der die Wunde manchmal zu einem Wunder verklärt
und das Wunder wieder zur Wunde verkürzt
...« (Der hypochondrische Eid)

Grosse Worte und Miniaturen
Von Georg Keuschnig
Artikel lesen
Roger Willemsens feuilletonistisch-aphoristisches
phänomenologisches Essay »Der Knacks«
Man ist geneigt, das Buch in das Feuilleton-Regal zu stellen. Aber die Suche nach dem Knacks lässt einem nicht mehr los. Und mit ihm das Fragen.
Hörprobe
 

Erkundungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Esther Kinskys und Martin Chalmers »Aufzeichnungen von der kalten Krim - Karadag Oktober 13«.
»Man muss sich freilich auf die intellektuell motivierten Intentionen und Reflexionen der Erzähler einlassen und Kinskys Erzählen des Nebeneinanders von Idyll und Trostlosigkeit wie schon zuletzt in ihrem grandiosen Roman "Am Fluß" ausgeführt goutieren. Dann erst kann man diese Reiseerzählung genießen.«

»Schreiben als Wiederentdeckung«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes neuer Band seiner Begleitschreiben »Tage und Werke«
»Und ja, wenn man "Tage und Werke" in einem Stück gelesen hat, ist man erschöpft. Aber es ist eine Erschöpfung, die nicht ermattet, sondern stimuliert, Neugier, ja: Leselust erzeugt. Was gibt es Besseres


Der Dichtergeselle
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Verleger Jochen Jung erinnert sich an Begegnungen mit Dichterinnen und Dichtern aus Vergangenheit und Gegenwart
»Zwischen Ohlsdorf und Chaville«.
»Jungs Texte zeigen Tiefe, Empathie, Distanz und Herzlichkeit zugleich, wobei diese Ingredienzien nicht einfach auszubalancieren sind (weder im Leben noch beim Schreiben).«


Verfluchtes Mexico
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Kühle Prosa, vor Empörung zitternd, Antonio Ortunos wütender Roman »Die Verbrannten«
»
Wie hier evozierende Beschreibung des nackten Grauens in kommentierende Reflexion übergeht, ist für den changierenden Stil des ganzen Buches bezeichnend.«




Biographische Legenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Robert Leuchts und Magnus Wielands Fallstudien zur biographischen Legende des Autors im 20. und 21. Jahrhundert »Dichterdarsteller«
Die Enthüllung um das Pseudonym von Elena Ferrante zeigen, wie wichtig es inzwischen zu sein scheint, ein Werk direkt mit der Autorin zu verknüpfen.


Spurenlesen in der Lüneburger Heide
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Henschel/Kromschröders kleine norddeutsche »Landvermessung«
»... auch diese unscheinbar-unspektakuläre Gegend steckt voller Merk-& Denkwürdigkeiten – die entdeckt & aufgedeckt werden von zwei hierher Gelaufenen, die die Augen aufgehalten haben & schmidt-fleißig archivalisch tätig geworden sind.« Leseprobe

Große Geste ohne Inhalt
Von Jürgen Nielsen Sikora
Artikel lesen
Zum »Manifest« von Lisa Kränzler und Tomaso Carnetto.

»Ein solch Leser verachtendes Vorgehen knüpft nahtlos an zahlreiche künstlerische und kunstwissenschaftliche Ausführungen an, die es ganz offensichtlich nicht nötig haben, Begriffsarbeit zu leisten. (...) Das vorherrschende Gestaltungsprinzip ist, die Ausführungen mit großen Gesten und entsprechendem Pathos zu schmücken. Manch einer hält dies fälschlicherweise selbst für Kunst, obgleich es nur wildes Geschwafel ist.«

Zerrissen, uneins, wild und befreiend
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
John Higgs erkundet das 20. Jahrhundert
»Man versteht nach der Lektüre so viel besser, warum die sexuelle Revolution, das Wirtschaftswachstum, Aleister Crowley, die Chaostheorie und das Internet mehr miteinander zu tun haben als wir bislang angenommen haben.« Leseprobe


Eine zu harmlose Komödie
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Emma Braslavskys Zukunftssatire »Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen«
»...trotz Potential leider eine über weite Strecken zu harmlose Komödie, das niemandem wehtut; ein veritabler Unterhaltungsroman, der es mit dem richtigen Regisseur zu einem wunderbaren Film bringen könnte.« Leseprobe


»Der Wind der Andersheit«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Mathias Énards enzyklopädischer Roman »Kompass«
»
Keine Frage, es gibt auch Wunderbares in diesem Buch. Etwa wie Franz Ritter die Süleymaniye-Moschee in Istanbul betritt und dabei eine Art Offenbarung erfährt. Oder Kurzreferate über Mozarts "Verkörperung des türkischen 'Klangs'", Thomas Manns "Doktor Faustus", Beethovens Privatkonzert beim österreichischen Orientalisten Hammer-Purgstall, Wagners Totalitarismus (nur "Tristan und Isolde" besteht), die Magie des Adhān oder die "Geheimgesellschaft" des französischen Universitätsbetriebs.«
Leseprobe


Biographie in Stichworten
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ulrich Greiner erzählt stilvoll »Das Leben und die Dinge.
Auf den ersten Blick kurios mutet auch die Genrebezeichnung »Alphabetischer Roman« an, die einen letzten Rest Fiktionalität durchblicken lassen soll. Dabei sind auffallend viele Begriffe Reminiszenzen aus einer vergangenen Zeit, die aber dennoch nie idealisiert wird. Sentimentalität ist dem Autor fremd. Es sind Erinnerungspflöcke, jeweils typisch für eine bestimmte Epoche des Lebens.

Wie Verzweiflung die Revolte gebiert
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ludwig Fels' Roman »Die Hottentottenwerft« erinnert uns an Georg Büchners Credo, zu versuchen, gegen alle Widerwärtigkeiten der Herrschenden, ein guter Mensch zu sein.
»So kraftvoll die Ereignisse in diesem Roman auf den Leser einprasseln, so fesselnd ist dieses Buch geschrieben. Sprache und Plot harmonieren in seltener Eintracht.«


»Vom Krieg besudelt«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jan Koneffkes Roman »Ein Sonntagskind«
»Es gelingt dem Roman durchaus, die Traumatisierung der Generation und die Scham über das allzu willige Mitläufertum, dieses lebenslange Stigma des Krieges, das sich eintätowiert hat in die Seele seines Protagonisten, exemplarisch aufzuzeigen. Leseprobe

Wir sind alle Kannibalen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
In seinen Essays ordnet Claude Lévi-Strauss Ereignisse in einen Kontext, der weit über nur eine Gesellschaft und nur eine Denktradition hinausreicht.
»Denn der Tag wird kommen, an dem der Gedanke, daß die Menschen der Vergangenheit zu ihrer Ernährung Lebewesen züchteten und abschlachteten und ihr Fleisch in gefälligen Portionen in den Schaufenstern ausstellten, sicher den gleichen Widerwillen einflößen wird, wie den Reisenden des 16. oder 17. Jahrhunderts die kannibalischen Mahlzeiten der amerikanischen, ozeanischen oder afrikanischen Wilden.« Leseprobe

Ein wunderbarer englischer Exzentriker erzählt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Und sie fliegt doch« Dave Goulsons eigenartiges Mixtum Compositum über die Hummeln (& ihn).
Es ist dieser angenehm ironische erzählerische Umgang mit seinem Stoff, der das teilweise sehr komische & auch selbstkritische Buch zu einem Lektüre-Vergnügen macht. Leseprobe


Kleine Epiphanien
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks »Geschichten vom Fernweh«
»Der Stich im Herzen« gehört zu jener seltenen Spezies von Büchern, mit deren lustvoller Lektüre  man sofort wieder beginnen kann, wenn man sie gerade beendet hatte. Die rund 50 Prosastücke sind thematisch so vielfältig & erzählerisch so solide gearbeitet, dass man sie gerne liest & jede die vorige vergessen lässt, aber alle zusammen einen Sog entwickeln, der nach einer zweiten Lektüre verlangt. Leseprobe

Täglich ein anderer Untergang
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Eva Horn analysiert »Zukunft als Katastrophe«
Sie geht davon aus, dass die Zeitdimension Zukunft immer stärker die positiv-utopische Bedeutung verliert und Gegenwart, gerade im digitalisierten Heute, zum heiß umkämpften Tummelplatz von alternativen Szenarien der dystopisch-negativen Vorwarnung und Prävention wird. Leseprobe

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe

 


»Eine Form von Widerstand«
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Marc Augés Liebeserklärung an »Das Pariser Bistro«
Das Bistro ist also ein Ort für Gewohnheitstiere, ein Ort des Noch-nicht-zuhause-Seins, aber auch des Nicht-mehr-unterwegs-Seins, ein Ort, wo sich »Tragödie und Komödie« vermischen, ein Ort »der nichtssagenden Worte und des vielsagenden Schweigens, des lauten Lachens, des unterdrückten Seufzers und der diffusen Melancholie«.

»Welt wurde etwas, wenn es im Lexikon stand«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andreas Maiers neuer Roman »Der Kreis«
Im Schauen Anderer ist Maier so viel genauer und leidenschaftlicher als beim Erklären seiner eigenen Gefühlswelt, die er sich eher abzuringen scheint. Leseprobe




Musil umkreist
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Leopold Federmair und »Musils langer Schatten«.
»Trickreich wird es, wenn seine Lesart des Romans in die Gegenwart führt, das heutige Österreich (oder gar Europa?) zum Kakanien Musils wird, der Mensch der Moderne zum "Kakanier". Insbesondere der letzte Essay des Bandes erlaubt diese Deutung hin zum Aktuellen. Er ist mit "Erinnern und Vergessen im digitalen Zeitalter" überschrieben.«

Philosophie wohnt am Nichtort der Unmöglichkeit
von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Die Zeit der großen Erzählungen der Welt ist vorbei. Wohin man auch blickt, was immer man sich vorstellen kann, alles ist bestimmt von Technik, Kapital und Medium. Das ist nicht gut und nicht schlecht, sondern notwendig der Fall, so Peter Trawnys hoffnungsfreie Analyse. Leseprobe


Im Minenfeld
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Kurt Gritschs
umfassende Darstellung des Kosovo-Konflikts »Krieg um Kosovo« analysiert Geschichte, Hintergründe, Folgen.
»Obwohl das Ereignis vor mehr als 17 Jahren stattfand stutzt man immer noch, wenn es um die Beschreibung der Jugoslawien-Kriege geht. Der Versuch die Geschehnisse um den Kosovokrieg kurz und prägnant und dabei dennoch neutral zu formulieren, ist ein Drahtseilakt.«

Keine andere Wahl, als es ernst zu meinen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Erzählung »Fotzenfenderschweine« erzählt die schwierige Liebesgeschichte der Almut Klotz' und Christian Dabeler genannt »Reverend« und ihren Weg als Künstlerin in der Indie-Pop-Szene.
»Es ist das Prinzip dieser Prosa, authentische Ereignisse mit großer Wahrhaftigkeit literarisch zu verdichten. Das ist kein Dokumentarismus, das ist Literatur. Und Almut Klotz' "Fotzenfenderschweine" ist in diesem Sinne verdammt gute Literatur.« Leseprobe

Lebensillusion in Hochform
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Valentin Groebners Essay »Ich-Plakate« über »Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine«

»Dass Groebners Essay in eine universitäre Landschaft passt, die derzeit stark um das Konstruierte kreist, dürfte ihm gewiss nicht schaden. Aber er ist zugleich ein kluger Parforceritt durch die Disziplinen.« Leseprobe

Geruhsamer Kehraus
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
György Konráds »Gästebuch« ist Erinnerung & lebensphilosophische Betrachtung.
»Der ältere Herr, der da in Budapest über das geschützte Glück seiner Selbstzufriedenheit meditiert, beschreibt seine literarische Arbeit an seinem »Gästebuch« als ein »Mich-Zurückbeugen zum kontinuierlichen Gestern, das bis zum gegenwärtigen Augenblick reicht«.  Leseprobe

Zwischen allen Stühlen
Von Timotheus Schneidegger
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In »Das Gefühl der Welt« präsentiert Heinz Bude seine Sicht auf die Macht von Stimmungen.
Ein langer Feuilleton-Essay, der den Leser oft zustimmend nicken lässt und sich auf diese Weise sein Wohlwollen erschleicht, ihn aber nicht klüger macht. Das muss weder Buch noch Autor zum Schaden gereichen: In der aktuellen Stimmungslage ist das schnelldrehende Ungefähre, mit dem jeder irgendwas anfangen kann, ziemlich angesagt. Leseprobe

Ein Standbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Karsten Krampitz' Zustandsbericht über »Die DDR in der Krise, 1976«.
Der intellektuelle, politische und vor allem ökonomische Niedergang der DDR war ein Prozess, der vielleicht nicht direkt 1976 begann, aber von dort aus sichtbare Schneisen in die Geschichte schlug. Leseprobe

Systemwechsel mit der Brechstange linker Wirtschaftstheorie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Postkapitalismus« Paul Masons Grundrisse einer kommenden Ökonomie.
»Unser globales Wirtschaftssystem ist an die Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit gestoßen. Die Expansion der Staatsschulden, die Zerschlagung der Sozialsysteme und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich deuteten, so Mason, auf ein Ende des Kapitalismus hin.« Leseprobe


Leben & Schreiben in Zeiten des Krieges
Von Lothar Struck
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Die Wiederentdeckung des französischen Schriftstellers Drieu La Rochelle, der, als Dandy beargwöhnt und als Kollaborateur geächtet, zwischen alle Fronten geriet und darüber sein Leben hingab. Sein Band mit Erzählungen aus dem Ersten Weltkrieg »Die Komödie von Charleroi« sind nun bei Manesse erschienen.
Leseprobe
Seine Lebensmaxime verdichet sich in einem Satz: »Der Mensch wird nur geboren, um zu sterben, und nie ist er so lebendig, wie wenn er stirbt. Doch sein Leben hat nur einen Sinn, wenn er sein Leben hingibt, statt darauf zu warten, daß es ihm genommen wird.«  

Eher bescheiden
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Jan-Werner Müller erklärt »Was ist Populismus?«
Müllers Buch wird inzwischen schon als Standardwerk herumgereicht. Aber es bietet leider nur eine reduzierte Sicht; seine Vorschläge zum Umgang mit Populisten bleiben in Allgemeinplätzen und demokratietheoretischen Volten stecken. Leseprobe




Ein funkelndes Schmuckstück
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks melancholische Zeitreise »Der Osten«
»...eine Epiphanie über die Dinge, in denen Geschichte und Geschichten abgespeichert sind: "Das Leben war in sie [die Dinge] eingedrungen und erstarrt", (...) ...ein mitreißendes, oft herzzerreißendes, horizonterweiterndes, bukolisch-elegisches Buch...«Leseprobe



»Es war einmal« (in Tübingen)
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Gert Uedings Erinnerungen an Ernst Bloch
»Nostalgie wird bei einem Leser aufkommen, der diese »Welt von gestern« & ihre brillanten intellektuellen »Heroen« noch selbst auch erlebt hat...« Leseprobe


Findlingsblock, vielseitig besichtigt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Der »verlorene« Werner Herzog wird in zwei Büchern wieder aufgefunden.
Obwohl der multipel tätige Filmemacher fern von Deutschland lebt & arbeitet – allerdings in der letzten Zeit hierzulande wenigstens als historische Person & künstlerische Größe wieder wahrgenommen wird –, ist er & sein gesamtes filmisches Oeuvre doch Gegenstand cineastischer Beschäftigung.

»Nichts Zärtliches lastet auf mir ...«
von Bernd Leukert
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Zur Aktualität des französischen Philosophen und Schriftstellers Paul Valéry. Die vollständige Pléiade-Edition seiner »cahiers« ist jetzt als E-Book bei S.Fischer erschienen.
»Nach der Lektüre wird er das unsägliche Geplapper, dem man heute das Beiwort ‚Philosophie’ anhängt, entsorgen und sich auf die Herausforderung einlassen, die ihm die unabhängigen Gedanken Valérys anbieten.« Leseprobe Hirnwiese

Großmuttergebrabbel
Von Gregor Keuschnig
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Ronald Schimmelpfennigs dystopisch-moderne Adaption von Hänsel und Gretel mit einer Prise Rotkäppchen »An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts«. »Dass dieses Buch ernsthaft in der Leipziger Buchpreisliste auftauchte, mag man höchstens als Scherz auffassen.« Leseprobe


Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
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Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
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In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
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Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
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Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Der nigerianische Patient
Von Gunther Neumann
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Teju Coles prosaischer Blick auf Nigerias Hauptstadt und Gesellschaft, »Jeder Tag gehört dem Dieb«.
»Wenn Desaster Humus für gute Literatur sind, dann ist Nigeria ein fruchtbarer Boden. Boko Haram im Norden, Ölpest im Süden, und auch andernorts geben Misswirtschaft, Gewalt und Migration den Puls auch für ein schriftstellerisches Schaffen vor, das scheinbar nicht mehr der Imagination bedarf.« Leseprobe

Von Durazzo bis Kabul
Von Jürgen Seul
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Steffen Kopetzkys wagemutiger Geschichtsumschreibungsroman »Risiko«

Ein abenteuerliches Stück Weltgeschichte mit einer Prise Capus, Lawrence und Karl May.
Leseprobe



Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
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Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Weltsichtungen
Von Wolfram Schütte
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Karl–Markus Gauß macht sich Gedanken über den »Alltag der Welt«
»Selbst den Deppen von morgen wird ein Wissen zugänglich sein, von dem der Denker von gestern nur etwas ahnen konnte; sogar der Spießer von heute ist ja über manches Vorurteil hinausgelangt, an dem einst noch der Freidenker heftig laborierte.«. Leseprobe


Innerlichkeitsprosa mit iphone
Von Gregor Keuschnig
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Clemens J. Setz und »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre«
»Ein hübsches Spielfeld für Social-Reading-Mitmacher, aber am Ende wohl eher für Leser und später dann Germanisten. Ein bisschen Exzentrik der Hauptfigur hier, ein bisschen Splatter und Suspense dort (...) Immerhin gibt es Passagen, die dem braven Realismus der heutigen Schreibschulautoren wohltuend diametral entgegenstehen. Und es ist vollkommen unpolitisch. Beides ist sehr angenehm.« Leseprobe

Anekdoten vs. Komplexität
Von Lothar Struck
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Die Farbe des Granatapfels und
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Die Kindheitsromane von Anna Baar und Dana Grigorcea könnten unterschiedlicher nicht sein. Das betrifft auch deren literarische Qualitäten.



»Junge Wölfe«
Von Gregor Keuschnig
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Colin Barretts Erzählungen zeigen ein Irland-Bild fern jeder Pint- und Kerrygold-Seligkeit.
»In den besten Momenten dieses Buches fällt deren unter der Maske eines deftigen Realismus verborgene Lebenshaltung und dann zeigt sich eine existentialistisch-heitere Wehmut. Vieles spricht dafür, dass man die ein oder andere der Erzählungen später noch einmal lesen möchte.« Leseprobe

Flirrende Gebilde
Von Lothar Struck
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Lektüreeindrücke über Henri Thomas
»Thomas' Bücher wirken in Zeiten des synthetischen Schreibschulrealismus fast schon wie Relikte aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Lektüre ist fordernd, zuweilen anstrengend, ... Man sollte dankbar sein, dass heutzutage noch das Wagnis der Übersetzung und Publikation solcher Prosa eingegangen wird.«

Nach der Fahrt mit der Fähre ist alles vorbei
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Bodo Kirchhoffs Novelle »Widerfahrnis« zeigt eine neue Seite des Autors.
»Kitsch? Vielleicht? Herzergreifend? – sicher. Es lohnt sich allerdings am Ende auch den Anfang, die ersten Sätze, noch einmal zu lesen. Dann eröffnet sich nämlich eine völlig neue Perspektive. Sozusagen: ein starkes Stück.« Leseprobe


Fisches Nachtgesang in Zeiten des Extremtourismus
Von Jörn Birkholz
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Juan Vilorros Roman »Das dritte Leben«.
Eine gläserne Hotel-Pyramide mitten im tropischen Dickicht mit Blick aufs karibische Meer, ein ungewöhnliches Hotels. Es bietet seinen Gästen ein unkonventionelles Freizeitprogramm, inclusive Nervenkitzel und Adrenalinkick, dazu gehören vorgetäuschte Entführungen und Ausflüge ins Guerillagebiet. Leseprobe


Religion als tödliches Heilmittel
Von Gregor Keuschnig
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Boualem Sansals antiutopischer Gesellschaftsentwurf »
2084 – Das Ende der Welt«
»Schlaft ruhig, brave Leute, alles ist völlig falsch und der Rest ist unter Kontrolle« Leseprobe




Vielsagende Schweigsamkeit
Von Georg Patzer
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Castle Freeman zeichnet in seinem Thriller »Männer mit Erfahrung« ein düsteres Bild von Vermont.

»... ein lakonischer Krimi oder Thriller oder moderner Western, die Geschichte, wie ein paar Männer und eine Frau das Recht in die eigene Hand nehmen, weil sich sonst niemand traut. Leseprobe



Eine treffsichere und notwendige Ohrfeige
Von Jörn Birkholz
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Abbas Khiders Roman »Ohrfeige« ist ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.
»Dieser Roman wäre zudem ein passender Geschenktipp, oder besser eine Zwangslektüre für Sachbearbeiter in Deutschlands Ausländerbehörden, die es dann an die Arbeitsagenturen weiter reichen könnten...« Leseprobe

Polyphone Wirklichkeit
Von Lothar Struck
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Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben«
ist der Versuch einer ästhetischen Darstellung der Mittelschicht im globalen Kapitalismus. Und das gelingt ihm mit großer Könnerschaft.
»Schön wär's, wenn man das könnte, Ideen abschießen wie Travis Bickle herbeihalluzinierte Gegner, über die Schulter in einen Spiegel schauend; um nicht mehr von ihnen gejagt zu werden, Gespenster vom Grund des Bewusstseins…« Leseprobe
Bascombe is back...
Von Gregor Keuschnig
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Richard Ford erzählt uns Neues von »Frank«.
Die erste Geschichte beginnt zwei Wochen vor Weihnachten, die letzte endet am Weihnachtstag. Frank ist 68 Jahre alt und hat sich zur Ruhe gesetzt. Er ist vom Prostatakrebs geheilt und lebt jetzt mit seiner Frau Sally in Haddam. 2004 hat er sein Haus an der Küste verkauft und seinen Maklerberuf aufgegeben. Leseprobe

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
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Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Verloren in Gottes eigenem Land
Von Jörn Birkholz
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Willy Vlautin gibt in seinem Roman, »Die Freien« jenen Menschen Gesicht & Stimme, die im amerikanischen Traum ganz unten auf der Strecke geblieben sind.
»Sie sind ohne Krankenversicherung, ohne Strom, ohne Heizung, sie frieren, sie sind erschöpft, müde, verzweifelt, und dennoch machen sie weiter, immer weiter, obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Grund haben. Die klare und schnörkellose Sprache des Werks macht es für mich so großartig und erschütternd zugleich, ihnen dabei zu folgen.«

Voreilige Himmelfahrt
Von Wolfram Schütte
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Ein paar kritische Wider-Worte zu Frank Witzels Roman-Monstrum »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«.
Es ist möglicherweise diese enge generationstypische Wiedererkennungsfreude der gleichaltrigen Kritiker – ineins mit der Transponierung des einst (gefährlich) Politischen ins distanzierend »Poetische« -, was zur einhelligen, kritiklosen Verhimmelung von Frank Witzels literarischer »Wundertüte« samt ihren tauben Nüssen  geführt hat.

Der Traumzerstörer
Von Jörn Birkholz
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Richard Yates Roman »Cold Spring Habor«
»Yates durchleuchtet nüchtern das Innenleben seiner, dem Schicksal ohnmächtig ausgelieferten Helden, in all ihrer Derbheit, Traurigkeit und Abgestumpftheit. Das stetige unerbittliche Scheitern, die zerplatzenden Träume, das existenzielle Vakuum, das krampfhafte Klammern seiner Figuren an den Aufstiegsglauben sind die Kernthemen dieses sehr gut geschriebenen Mehr-Generationen-Romans...« Leseprobe

»Ich wünschte, die Amerikaner würden nicht so sinnlose Lügen verbreiten«.
Von Georg Patzer
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Der Mare Verlag feiert Rudyard Kiplings 150. Geburtstag mit den frühen Reisebriefen aus Indien, Ostasien und Amerika.
»Ich kann nicht behaupten, viel herumgekommen zu sein«, sagte Rudyard Kipling 1914 in einer Rede vor der Royal Geographic Society in London. Das war natürlich ein Witz. Denn Kipling, der 1907 als erster britischer und bis heute jüngster Autor (41 Jahre alt) den Literaturnobelpreis bekam, war da schon um die ganze Welt gereist. Leseprobe

»Alles wegfieren!«
Von Georg Patzer
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Rudyard Kiplings in Aufbau und Sprache meisterhafter Roman »Über Bord« erzählt vom Erwachsenwerden und der harten Arbeit der Fischer.
»Mit nur wenigen Worten steht jeder Charakter sofort lebendig vor den Augen des Lesers. Und die Handlung wird geradezu durch das Buch gepeitscht. Das machte ihm damals kaum einer nach, und die gesamte deutsche Literatur der Jetztzeit wird einem nach diesem Roman zur Einschlaflektüre.«

Von Mowgli bis zum Kriegsgeheul
Von Georg Patzer
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Der Anglist Stefan Welz schreibt die erste deutsche Biografie des großen englischen Schriftstellers Rudyard Kipling »
Im Dschungel des Lebens«.
Sonderbarerweise ist es die erste deutsche Biografie überhaupt. Leider aber muss Welz' Biografie als erster Versuch betrachtet werden.


Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft

Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
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Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
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Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
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»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Bar jeder Zivilisation
Von Gregor Keuschnig
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Heinz Reins apokalyptischer Roman über die finale Schlacht um Berlin war Jahrzehnte ein vergessenes Buch.
Klaus Schöffling hat das literarische Höllengewitter ohne Scheu vor Pathos erfolgreich reanimiert.
»Die Höllengewitter des zerstörten, von Roter Armee angegriffenen und vom SS-Mob regierten Berlins der letzten April-Tage 1945 scheint uns heutige Leser entfernter als die 70 Jahre Distanz dies nahelegen. Doch diese Zeitreise zurück ist auch heute noch möglich. Solche Welten wie sie Heinz Rein beschreibt, liegen nur ein paar Flugstunden entfernt.
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Ein »Schwarzbuch der Schande«
Von Andreas Wolf
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Heinz Reins beklemmender Roman über die Schlacht um Berlin »Finale Berlin« wurde jetzt neu aufgelegt.
»In diesen starken Passagen spürt man die zeitliche Nähe zum Geschehen, spürt, wie der Autor selbst noch ganz unter dem Eindruck dieser höllischen Erfahrungen steht. Da ist es weder fiktional noch dokumentarisch, sondern ein subjektiver Blick auf das objektive Grauen. Leseprobe

Moralischer Realismus
Von Lothar Struck
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Édouard Louis emazipatorischer Erfolgsroman »Das Ende von Eddy« bewegt sich zwischen Josef Winkler und Jean Genet.
»Das Buch ist auch eine Bestandsaufnahme über die hermetischen Klassen und Schichtundurchlässigkeiten Frankreichs ...«  Leseprobe



Abgründe mit Tiefenschärfe
Von Lothar Struck
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Dörte Lyssewskis gelungenes Prosadebut, die Erzählungen »Der Vulkan oder die Heilige Irene«
Die Kraft der Erzählung, die Sprache, ist unabhängig von dem Wissen um den real existierenden Ort. Es sind diese alptraumhaft beklemmenden Bilder einer postapokalyptisch anmutenden Welt, die bleiben. Weit und breit kein Trost, kein possierlicher Hercule Poirot mehr, der »das Böse unter der Sonne« er- und aufklärt.

Parodie & Idylle
Von Wolfram Schütte
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Nicholson Bakers humoristischer Roman
»Das Regenmobil«
»
Ohne jeden Zweifel gibt es in der literarischen Weltliteratur augenblicklich keinen seltsameren, nicht nur bloß eigensinnigeren Autor. Ein Chamäleon ist im Vergleich zu diesem schillernden literarischen Proteus gewissermaßen einfarbig grau.« Leseprobe

Zeitskulpturen wie sanft eingeschlagene Pflöcke
Von Lothar Struck
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Michael Kleebergs »Vaterjahre« ist ein epischer Abgesang auf das unbeschwerte Leben der westdeutschen Mittelschicht der 1990er Jahre.
»...ein großartiges Buch, nicht trotz sondern wegen der Ecken und Kanten seiner Hauptfigur. Dass es noch nicht einmal auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand, sagt alles aus über den Zustand, in der sich die deutsche Literaturkritik derzeit befindet.« Leseprobe

Nowacks Unternehmungen
Von Gregor Keuschnig
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Wolfgang Körners Roman »Nowack« ist ein Stück subversive Lebenskunst aus der Zeit, als literarische Zuversicht auf bessere Zeiten noch möglich war. Leseprobe

So ein schlechter Roman
Von Torsten Larbig
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Zu Dave Eggers »Der Circle«
»Nein, Eggers macht es sich mit seiner These zu einfach. Es gibt keinen Automatismus, der gegenwärtige Entwicklungen direkt in größenwahnsinnige gesellschaftliche Perversionen sozialer Netze treibt. Das heißt nicht, dass es diese Gefahr nicht gäbe, aber so leicht, wie es sich Eggers macht, geht es nicht.«

Abschiedsminiaturen
Von Gregor Keuschnig
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In Liebesbriefen, Selbstgesprächen, Eifersuchtsdramen, Schwanengesängen, Gesellschaftssatiren und Augenblicken des Glücks schreibt Günter Grass »Vonne Endlichkait«.



Die Türken stehen vor Wien
Von Georg Patzer
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In seiner »Mantel-und-Degen-Version« führt der Péter Esterházy die Leser sinnlich und unkonventionell durch ein seltsames Ungarn.
»...
ein Buch, in dessen Sprache man eintauchen kann, sich an ihr wundernd reiben, sie genießend aufsaugen.« Leseprobe


Ein Menschenschlag »zur Verrücktheit zerrüttet«
Von Gregor Keuschnig
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Philipp Tinglers Gesellschaftsroman »Schöne Seelen«.
»
Je mehr wir bedauern, wie wir nicht gelebt haben – also je höher der Anteil ungelebten Lebens an unserem Dasein ausfällt -,  desto mehr fürchten wir den Tod.«

Von den Nazis ausgezählt
Von Lothar Struck
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Stephanie Barts großartiger Roman erinnert an den deutschen Boxer Johann 'Rukelie' Trollmann, der, weil er Sinto war, 1933 nicht »Deutscher Meister« sein durfte. Leseprobe



Abschied von der Kindheit
Von Gregor Keuschnig
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Der neue Roman von
Marc Degens »Fuckin Sushi«.
»...ohne Rührseligkeit und fast immer auch ohne die ansonsten häufig zu findende Anbiederung an den Sprachjargon der Jugendlichen. Schon jetzt bin ich gespannt, was Niels in zehn Jahren so alles erlebt hat.«

Vom Heimischwerden im Spazierengehen
Von Lothar Struck
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Esther Kinskys
Wanderungen »Am Fluß«
»...hermetisch und gleichzeitig luftig, wunderbar oszillierend zwischen Idyll und Trostlosigkeit. Ein beeindruckender und hinreißender Roman, kurz: großartige Literatur. «



Enzensberger I, II & III
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensberger »Tumult«
»Mit diesem so unscheinbar daherkommenden Büchlein möchte Enzensberger natürlich seine Biographie arrangieren. Es dient der Imagepflege und schielt bereits auf den Nachruhm. Schwerpunkt sind die Jahre der Revolte...« Leseprobe


Ein zeitloses, literarisches Kunstwerk
Von Lothar Struck
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Wolfgang Herrndorfs Weblog
»Arbeit und Struktur« posthum in Buchform.
»
Die Lebenskraft Wolfgang Herrndorfs, die in diesen Notaten literarisch erfasst und vor dem Leser erzeugt wird und ihn zum Teil mitreißt, wird noch hell leuchten, wenn die halbgaren Lobreden des Feuilletons längst vergessen sind. So paradox es klingen mag - man wird Wolfgang Herrndorfs Tagebücher vielleicht irgendwann als einen neuen Werther lesen, einen Werther des 21. Jahrhunderts, der am Ende nicht aus purer Verzweiflung Hand an sich legt, sondern mit Würde sein Leben bis zum Schluss in seinen Händen behalten will.« Leseprobe

Aus der Zeit gefallen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
John Williams mitreißender Roman über das unscheinbare Leben des Literaturprofessors William Stoner an der University of Columbia.
Stoners gelebter Existentialismus, der die Bleiweste des Trübsinns abgestreift hat wie ein zu enges Kleidungsstück, vereint für einen Augenblick (fast) alle Leser in einer besonderen Form von Andacht. Leseprobe


Geschmacklich fader Analogschinken
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Joachim Lottmanns ratternde Pointenmaschine »Happy End«
»Wie trostlos muss da eine Woche, eine Saison und auch gleich noch der Anspruch an Literatur sein, dieses Buch zum Ereignis zu adeln?«


 

Rainald Goetz erhält den Büchner-Preis 2015:

Widerspruch zwecklos
Von Gregor Keuschnig
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Über Rainald Goetz' neueste Zeitmitschriften: »LOSLABERN: Traktat, Traktat über den Tod, über Wahn, Sex und Text, und, erheitert von diesem soeben durch ihn hindurchgefahrenen Expressivitätsereignis: Bericht!, der Herbst 2008!...« Leseprobe

Alles nur Monopoly für Erwachsene
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Rainald Goetz' »Johann Holtrop«. Abriss der Gesellschaft.
»Der Kapitalismus leuchtete, hell und wild wie noch nie.«



Eine packende Parabel
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Martin von Arndts neuer Roman »Tage der Nemesis«.
»Scheinbar ein einfacher Fall für Kommissar Dr. Andreas Eckart und sein Team um den grantigen Wagner und emsigen Rosenberg. Aber dabei bleibt es nicht und wer hier eine politisch brisante Konstellation entdeckt, wird nicht enttäuscht werden.«


Mit der Aura der »Bekloppten«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Herrndorfs Romanfragent »Bilder deiner grossen Liebe«
»Die Erzählung ist immer dann offen und luftig, wenn Isa bei sich ist, die Landschaft erspäht, sie durchmisst, Horizonte beäugt.« Leseprobe

Mit Milde und Melancholie
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wie Josef Winkler den Kosmos seiner Erinnerung erweitert: »Mutter und der Bleistift«, »Winnetou, Abel und ich«
»Melancholischer als in diesen beiden Büchern war Josef Winkler noch nie.«

»Einen Menschen zu töten ist wie einen Apfel pflücken«
Von Gregor Keuschnig
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Szczepan Twardochs exzessiver Roman »Morphin« spielt mit
den Möglichkeiten von Identität in der Katastrophe des Krieges.
»... die Erzähllokomotive rattert in diesem Buch oft auf höchster Geschwindigkeit. Suggestiv vermischt Twardoch mehrere Erzählstimmen.« Leseprobe

Eine Art Memory
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Uwe Kolbes Roman in 64 Kapiteln »Die Lüge«
»Der Komponist Hadubrand Einzweck, genannt Harry, erzählt von den ersten rund dreißig Jahren seines Lebens in der DDR. Untrennbar ist dies verbunden mit dem Verhältnis zu seinem Vater Hildebrand, genannt Hinrich, der Anfang der 1950er Jahre mit seiner damaligen Frau Karla als überzeugter Kommunist von Hamburg in die sich formierende, sozialistische deutsche Republik, »dem Morgenrot entgegen«, übersiedelte. Leseprobe

Tosende Bilderwelten
Von Lothar Struck
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Zum 60. Geburtstag Josef Winklers am 3. März veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag mit »Wortschatz der Nacht« eine frühe Erzählung.
Die Prosa Josef Winklers wirkt zuweilen als Psychogramm des Autors; eine Deutung, die durchaus als erster Affekt gewollt scheint. Aber die Nähe zu biografischen und geografischen Details darf nicht voreilig mit der Erlebniswelt des Dichters gleichgesetzt werden. Die Texte sind und bleiben Fiktionen, auch wenn die Hauptfigur Josef Winkler heißt.

Idyllensplitter und Raserei
Von Lothar Struck
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Der jugoslawische Schriftsteller Dragan Aleksić ist mehr als nur eine Entdeckung für einen Leseabend.
»Es war an einem warmen Frühnachmittag [,…] eine Wespe trank Wasser vom Hahn an einem kleinen Wasserkessel mit Waschwasser, aus dem es langsam tropfte...«

Polyphoner Bürokratenkosmos
Von Gregor Keuschnig
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Der letzte Roman von David Foster Wallace »Der bleiche König«
»Das alles ist eine Mischung aus Dilbert-Comics, Bret Easton Ellis (freilich ohne Massenmörder), einer Prise Loriot, Thomas Bernhard und vor allem ganz viel amerikanischer Serienästhetik, die in den 80er Jahren begann und inzwischen längst als neue Erzählkunst des 21. Jahrhunderts gefeiert wird.«

Eine geradezu akribische Wertungslosigkeit
Von Gregor Keuschnig
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Frédéric Valins Band mit Erzählungen »In kleinen Städten«beschreibt das Abseite im Alltäglichen.
»... ein wunderbar leichtes Buch mit Tiefgang. Abermals ist bewiesen, dass sich beides nicht ausschließen muss. Wer ein gewisses literarisches Niveau mit lustvoller Lektüre verbinden möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.«

Leben und Sterben in New York
Von Klaus Bittermann
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Joseph Mitchells Reportagen über das Strandgut einer Metropole.
»Die betörende, gertenschlanke Sally Rand, Tochter eines Mais-Farmers in Missouri, die während ihrer stürmischen Karriere als erste Fächertänzerin Amerikas Gefängnisaufenthalte, Peitschenhiebe und ein Schicksal schlimmer als der Tod erleiden musste, saß in ihrer schwarzsilbernen Garderobe im Brooklyn Paramount Theatre auf einem Diwan und rollte langsam die hautfarbenen Strümpfe von ihren berühmten Beinen.«

Diabolisches Mockumentary der ästhetischen Moderne
Von Peter V. Brinkemper
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William Gaddis Monumentalwerk »Die Fälschung der Welt«
»Sag ihnen, dass nicht die Macht den Menschen korrumpiert, sondern der Mensch die Macht.« Leseprobe




Literarischer Zauberwürfel
Von Gregor Keuschnig
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Jens Dittmars virtuos erzähltes »Vermächtnis«,
der Schelmenroman »So kalt und schön«.
Fast unzählbar die Referenzen und Anspielungen, für die man wohl ganz schön tief im Betrieb gesteckt haben und/oder einen riesigen Lesespeicher in seinem Kopf angelegt haben muss.

Idyllensplitter und Raserei
Von Lothar Struck
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Der jugoslawische Schriftsteller Dragan Aleksić ist mehr als nur eine Entdeckung für einen Leseabend.
»Es war an einem warmen Frühnachmittag [,…] eine Wespe trank Wasser vom Hahn an einem kleinen Wasserkessel mit Waschwasser, aus dem es langsam tropfte...«

Bilder und Interpretationsstürme, die erstaunen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Über William T. Vollmanns ebenso ambitioniertes wie provozierendes, vielstimmiges Epos »Europe Central«.
»Womöglich überzeugt der Roman als nonkonformistisches Gesinnungstheater.«




Ein knöcheltiefer Kulturteppich
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Über David Marksons Roman »Wittgensteins Mätresse« und David Foster Wallace' essayistische Skizzen über poetologische Prinzipien.
»... Bilder und Momentaufnahmen, zum Teil fast austauschbar, in einem einzigen chaotischen Ausstellungsband, unordentlich miteinander verbunden, Ansichten und Perspektiven, in ihrer Versprachlichung eigentümlich autistisch, subjektiv, defekt wirkend, aber auch unerwartet logisch zugespitzt,...« Leseprobe

Im freien Fall
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa sieht das Ende der Kultur gekommen.
»Die Weltkultur fördert den Einzelnen nicht, sie verblödet ihn, nimmt ihm Klarsicht und freien Willen, so dass er auf die Angebote dieser ‚Kultur‘ konditioniert reagiert, wie Herdenvieh, wie der pawlowsche Hund beim Klang des Futterglöckchens.«

»Was nicht als Spektakel daherkommt, wird nicht zu Kultur.«
Von Herbert Debes
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Ob Komödie, Drama oder Geschichten des täglichen Lebens, der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur vor sozialkritisch historischem Hintergrund.
Fotogalerie der jungen Hunde / Leseprobe Traum des Kelten

»Eine schwierige zitternde Seele«
Von Lothar Struck

Artikel lesen
Wolf Wondratschek ist 70 Jahre alt geworden und
präsentiert uns mit »Mittwoch« ein Geschichtenalbum.
Wondratschek erweist sich in diesem stillen Buch als großer Stimmungserzähler, (...) ihm gelingt es mit feinen und zugleich starken Strichen, den Leser zu bannen.


Nostromo, redigiert
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Juan Gabriel Vásquez' »geheime Geschichte Costaguanas« spielt raffiniert mit historischen Tatsachen und Möglichkeiten.
Anknüpfend an klassische Abenteuer- und Kolonialromane entfaltet der Autor ein literarisch beeindruckendes Südamerikabild. Leseprobe




Avantgarde als Nörgler
Von Gregor Keuschnig
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Ornamentale Wortkunst reicht nicht.

»Der Plurimi-Faktor« von Botho Strauß schwächelt an seinem eigenen Anspruch.





Ortsschriften
Von Lothar Struck

Artikel lesen
Christian Luckscheiters
»Ortsschriften Peter Handkes«
»Luckscheiter zeigt sehr schön, wie Handke die Befriedung der Orte durch Praktiken des Gehens und Lesens sowie mithilfe der Natur geradezu herbeibeschwört.«



»Universität der Wildnis«
Von Georg Patzer
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Endlich gibt es den Klassiker der Nature Writing,

vom Urvater der Gaia-Bewegung
John Muir »Die Berge Kaliforniens« auch in deutscher Übersetzung.
»Die Welt, so hat man uns gesagt, wurde speziell für den Menschen erschaffen – eine Vermutung, die sich auf keinerlei Fakten stützt.


Unterwegs im Balkan
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Über Andrzej Stasiuks aufrührende Reiseaufzeichnungen »Tagebuch danach geschrieben«.
»Es ist schwierig, Andrzej Stasiuk und seiner monomanischen Melancholie den Balkan und Polen betreffend nicht zu verfallen.«


Das »Aleph« im Bolañoversum
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Mit »Die Nöte des wahren Polizisten« ist ein weiteres Werk posthum aus dem Archivo Bolaño ans Tageslicht befördert worden. Viele unterstellen dem Roman einen allzu fragmentarischen Charakter und sprechen vom Ausbeuten eines Gesamtwerks. Womöglich aber bildet der Roman die Essenz eines Grenzen sprengenden Gesamtwerks. Leseprobe

Die Geburt des Aphorismus aus dem Geist der Pyrotechnik
Von Goedart Palm
Artikel lesen
Antoine de Rivarol - der monarchistische Aufsteiger
als aufgeklärter Reaktionär.
Eine opulent ausgestattete Schatzkiste mit »Gedanken und Maximen, Porträts und Bonmots« Rivarols
»Vom Menschen« die diesen alerten Geist in umtriebigen Zeiten w
ieder erstrahlen lassen. Leseprobe Hörprobe

Warum »Ginster« lesen?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die Aktion »Frankfurt liest ein Buch« wird eine überaus positive Nebenwirkung haben:
Siegfried Kracauer wird einmal mehr wiederentdeckt und von vielen Zeitgenossen gelesen, die sich bis dato kaum oder gar nicht mit ihm auseinandergesetzt haben. Es ist zu hoffen, dass es nicht allein bei der Lektüre von Kracauers erstem Roman bleibt.

Wege, offene
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Florian Illies' Panoramablick auf »1913«, den »Sommer des 20. Jahrhunderts«.
»Ein gutes Buch, ein souveräner Stil – ich hätte das Jahr Neunzehn Dreizehn gerne miterlebt.«
 


Poetische Schatztruhe
Von Lothar Struck
Artikel lesen
»Geschichten ereignen sich nicht, Geschichten werden erzählt«.
Christoph Ransmayrs wunderbarer »Altas eines ängstlichen Mannes«.
»Richtig ist, dass ein schnelles Lesen dieser Geschichten nicht ratsam ist. Die unterschiedlichen Aromen der Erzählungen entfalten sich bei dosierter Lektüre intensiver. "Atlas eines ängstlichen Mannes" ist ein episches Reisekompendium, voller Esprit, fragil und wuchtig zugleich. Es ist, kurz gesagt, ein großartiges Buch.« Leseprobe

Valéry - der poetische Geistesarbeiter
Von Otto A. Böhmer
Artikel lesen
»Ich grase meine Gehirnwiese ab« - Paul Valéry und seine verborgenen Cahiers. Leseprobe
»Ach ja, ich bin wie das Auge, welches sieht, was es sieht. Es braucht sich nur ein klein wenig zu bewegen, und die Mauer verwandelt sich in eine Wolke; die Wolke in eine Uhr; die Uhr in Buchstaben, die sprechen. – Vielleicht ist das meine Spezialität. – Meine Spezialität, das ist mein Geist.«


»Dummheit ist nicht meine Stärke«
Von Bernd Leukert
Artikel lesen
»Monsieur Teste«, Paul Valérys »Dämon der Möglichkeiten« ist einer der Schlüsseltexte in der Literatur des 20.Jahrhunderts. Leseprobe



»Was nicht als Spektakel daherkommt, wird nicht zu Kultur.«
Von Herbert Debes
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Ob Komödie, Drama oder Geschichten des täglichen Lebens, der peruanische Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa ist ein Garant für anspruchsvolle Unterhaltungsliteratur vor sozialkritisch historischem Hintergrund.
Fotogalerie der jungen Hunde / Leseprobe Traum des Kelten

Bekenntnisse

Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Über Jaume Cabrés schwindelerregenden Roman »Das Schweigen des Sammlers«
»Jo confesso, Ich gestehe, lautet der Titel des katalanischen Originals. Cabrés Roman ist in der Tat ein langes Schuldbekenntnis seines Protagonisten Adrià Ardèvol i Bosch, dem Gelehrten und Sammler.« Leseprobe

Das Gewicht des Körpers
von der Seele lösen
Von Martin Lüdke
Artikel lesen
Über Péter Nádas’ Jahrhundertroman.

»
Nádas ist da. Endlich.
Das Erscheinen der deutschen Ausgabe dieser »Parallelgeschichten« darf als europäisches Ereignis gefeiert werden. Das Gerücht war dem Roman vorausgeeilt. Jetzt stehen wir vor der Sensation.« Leseprobe »Parallelgeschichten«
Leseprobe
»Péter Nádas lesen«

Ein großer Gesang
Von Lothar Struck
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Mathias Énards furioses Epos über das Leben & Sterben in den Kriegen rund um das Mittelmeer.
»Welch' ein Glaube an das Schriftliche! Vielleicht der letzte Glaube überhaupt?« 
Leseprobe



Die Entzauberung des Überbuchs
Von Wolfram Schütte anlässlich der Wiedervorlage
von Arno Schmidts »Zettel(')s Traum«

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»Das literarische Meisterwerk des Jahrhunderts ist es wohl doch nicht, um es höflich zu sagen. Aber ein Faszinosum des spökenkiekerischen Lettrismus, die High Fantasy des elaborierten Selbstgesprächs, das ein in sich versunkener literarischer Eremit mit sich in seinem Bargfelder Gehäuse führt: - das wird Arno Schmidts »Zettel´s Traum« bleiben - wie kein zweites Buch der deutschen Literatur.« Leseprobe / Der Artikel als pdf-Datei


Neues aus dem Zeitalter der Angst
Von Patrick Wichmann
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Wie Richard Yates den Weg zurück in den
Buchhandel fand und warum er bleiben wird.
Für seine Bücher könnte wohl kaum ein Motto treffender sein, als das Diktum F. Scott Fitzgeralds, das Yates seinem Roman »Eine gute Schule« vorangestellt hat: »Rück mit dem Stuhl heran / Bis an den Rand des Abgrunds / Dann erzähle ich dir eine Geschichte.« Leseprobe

Bourgeoiser Polit-Pop
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Wie wohlsituierte Schelme sich einen verelendeten Narren halten. Emmanuel Carrères Romanbiografie über das »Scheißleben« des Eduard Limonow.
»
Ausgiebig bedient sich Carrère des umfangreichen autobiographisch getönten Werks des unkaputtbaren Limonow. Dort, wo es allzu braun wird, hellt er es journalistisch und biedermoralphilosophisch auf, nicht zuletzt in Habachtstellung vor Bernard-Henri Lévy.« Hörprobe


Schmierentheater mit Kinkerlitzchen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Alexander Schimmelbuschs Buch »Die Murau Identität«.
»Nach vier Stunden Lektüre der 204 Seiten ist man derart erschöpft, dass man sich über nicht einmal mehr aufregen mag, so phantasielos und dumm ist dieses Buch einer weitgehend talent- und sprachlosen Krawallschachtel. Wenn es einen Gott geben sollte – warum schützt er nicht tote Dichter vor solchen Sympathisanten und uns, den Leser, vor einem solchen Schund?« 

Als ginge man im Frack in die Würstchenbude
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Martin Mosebachs Roman »Das Blutbuchenfest«
Mosebach ist ein zauberhafter Aphoristiker und kann Szenen mit wortgewaltiger Grandezza kommentieren. Leseprobe


Sodom Friedberg
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Andreas Maiers führt seine Familiensaga fort.
»Die Straße« ist die konsequente Weiterführung von Andreas Maiers »Ortsumgehung«-Zyklus und reiht sich relativ nahtlos an die vorherigen Bände an.


Die Entwirklichung der Ökonomie
von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Zur Wiederentdeckung von William Gaddis’ furios-widerspenstigen Roman »JR«
»(Es geht) ... um die Matrix, die Architektur und die Dynamik eines unaufhaltsamen transhumanen Gesamt-Stroms des Kapitals, der sich wie ein Wirbel durch die Akteure, die Arbeits- und die Lebenswelt frisst, alles nivelliert, »verdampft« (Marx) und nichts übrig lässt als entwertete, halbverdaute Innereien und Exkremente.« Leseprobe


Redundanzen ohne literarische Kraft
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Fords neuer Roman »Kanada« enttäuscht die hohen Erwartungen.
»Ich klappte das Buch zu und dachte, was das wohl für eine fulminante Kurzgeschichte hätte werden können.« Leseprobe



Vom Erschrecken über sich selbst

Von Herbert Debes
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Rolf Dobellis Romandebut »Fünfunddreißig« im Herbst 2004 bei Diogenes versprach einiges an literarischem Potential.

Heute ist Dobelli Autor bei Hanser und schreibt Bücher mit anmaßenden Titeln wie »Die Kunst des klaren Denkens« oder »Die Kunst des klugen Handelns«. Vielleicht sollte er mal wieder nach Indien fliegen...


»Könige des Plunders«
Von Gregor Keuschnig
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Andrzej Stasiuks elegischer Roman »Hinter der Blechwand«

»Gekonnt balanciert Andrzej Stasiuk zwischen zivilisationskritisch angehauchter Sentimentalität, einer ewig-gleichen Tristesse und unbändiger Lebenslust seiner Protagonisten. Und man bildet sich ein, nach dieser Lektüre ein klein wenig klüger zu sein.«


»Festhalten ohne gefangen nehmen«
Von Lothar Struck
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Handkes Notate »Ein Jahr aus der Nacht gesprochen«
»Im Kontrast zwischen heiteren, verspielten, albernen, manchmal auch erotischen und dann wieder suchenden, hadernden, fragenden Aussprüchen liegt ein Reiz, der vom Leser ein Höchstmaß an Konzentration und Empathie erfordert.«



Warum?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Im Mai 2010 starb Tonio van der Heijden, das einzige Kind von A.F.Th. und Mirjam Rotenstreich, mit knapp 22 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Wenige Tage später beginnt A.F.Th. sein Requiem, um, wie er schreibt, nicht verrückt zu werden.



Substitution unbewältigter Trauerarbeit
Von Peter V. Brinkemper
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Über Christa Wolfs Autotherapeutikum »Stadt der Engel«.




Bedürftige Literatur
Von Gregor Keuschnig
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Über Judith Schalanskys so genannten Bildungsroman »Der Hals der Giraffe«.
»Und es bleibt auch alles hübsch ordentlich in der deutschen Provinz, die (sicherlich zum Ergötzen der Kritik) zum Revier umfassender Denunziation freigegeben wird.«

Moralische Nachkriegsbotschaften
Von Gregor Keuschnig
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Über Ingeborg Bachmanns pädagogisch imprägnierte Radiosoap »Die Radiofamilie«. Leseprobe
»Dem Germanistenbetrieb ist damit auf lange Zeit in punkto Bachmann-Exegese wieder eine neue Quelle schier unendlicher Interpretationen und Analysen eröffnet.«



Foto:
Mariusz Kubik

Selbstmord auf offener Bühne
Von Thomas Hummitzsch
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Grandios inszeniert Michel Houellebecq in seinem aktuellen Roman »Karte und Gebiet« den eigenen Tod. Leseprobe



Wiederentdeckte Weltliteratur
Von Thomas Hummitzsch
Artikel lesen
Bücher, wie dieses gibt es nur noch wenige.
Leonid Dobyčins Lebenswerk »Die Stadt N.« liegt nun erstmals in deutscher Übersetzung vor.


Urlaub vom linken Selbst?
Von Peter Brinkemper
Artikel lesen
Über Christa Wolfs Autotherapeutikum »Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud«
Leseprobe
»... ein pseudo-epischer Bluff. Sommerlektüre voll spätlinker Weltwut und Politikmüdigkeit. Ein ozeanisch aufgepepptes, restromantisches Muschelbiedermeier.«



»Jeder rettet die eigene Haut.«
Von Thomas Hummitzsch Artikel lesen
Die Auffrischung der russischen Prosa durch Warlam Schalamow. Mit dem Band »Künstler der Schaufel« liegen die Zyklen 3 & 4 seiner Erzählungen aus Kolyma vor. Der Band »Über Prosa« enthält brillante und kluge Reflektionen des eigenen Schaffens sowie Briefe an Solschenizyn oder Pasternak. Hörprobe


Leben in einer Diktatur der Schwäche
Jürgen Nielsen-Sikora über den mitreißenden politischen Familienroman »Die Informanten« des Kolumbianers Juan Gabriel Vásquez.
Artikel lesen
Leseprobe




Willemsens Reisen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
»Die Enden der Welt« 22 literarische Reisebilder.
»Der Reisende muss neben allen anderen Gefahren auch die Skepsis gegenüber der Anhäufung des Nutzlosen überwinden.«
Leseprobe


Zwischen Gier und Askese
Peter V. Brinkemper über Umberto Ecos neuesten Coup
»Die Unendliche Liste«
»... wieder einmal sind Orgie und Askese, das heiter-parodistische Spiel um Dummheit und Klugheit, die Tragikomödie von Carpe Diem und Memento Mori in einem prallen italienisch-europäischen Buch des Zeichen-Zauberers Umberto Eco wundersam vereint.«


Auslegungskarussell
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
»Thomas Bernhard. Epoche – Werk - Wirkung«
»Das entscheidende Kriterium für die Beurteilung solcher Arbeiten muss darin liegen, ob ein potentieller Leser danach überhaupt noch Lust hat, sich mit den Primärtexten zu befassen. Dies muss in diesem Fall eindeutig bejaht werden. Und man fragt sich, ob nicht bald wieder mal Zeit für "Frost" ist.
«

»Das Leben ist wunderbar, die Welt großartig,
wir leben in einer großen Zeit.«

Lothar Struck über den großartigsten Briefwechsel, der je zwischen Verleger und Autor geführt worden ist:
Der Briefwechsel Thomas Bernhard – Siegfried Unseld, in dem in jeder Zeile alles auf dem Spiel steht. Leseprobe 
Hörprobe


Eine Zeitreise. Ein déjà-vu.
Anmerkungen eines wahren Thomas Bernhard Lesers zu seiner aus dem Nachlaß erschienenen Bilanz »Meine Preise«
»Wer unter die Oberfläche dieses "Erregungskünstlers" schaut, entdeckt auch in "Meine Preise" eine sehr verletzliche, sensible Persönlichkeit. Zum polternden Bernhard wurde er immer mehr als er begriff, daß man sein Werk nur als Profilierungs- und Marktinstrument ge- und mißbrauchte.«



Halluzinatorisches Erzählen
Peter V. Brinkemper über Manfred Iwan Grunerts Mammutwerk »Amerikanskij Wolp«
»... eine erzählerische Gratwanderung zwischen Abenteuer-,  Agenten- und Spionageroman, Wirtschaftskrimi, Liebes-Sex-Melodram und Dostojewskijscher Schuld-und-Sühne-Literatur aus deutscher Sicht. Vorsicht, alle diese Gattungskreise erweisen sich so kompatibel wie in einem gemischten Wett-Trinken: teurer Whiskey gegen billigeren Wodka, gepflegtes Aroma gegen hartes Destillat. Das geht nur mit einem gerüttelt Maß an Pulp und Kolportage, die nicht zurückschreckt vor dem Raubzug in der globalen Wirklichkeit von Politik und Finanzwelt mit ihrer medial aufgeheizten Gier und Schamlosigkeit.
«
Leseprobe

Salut au Monde
»Es schien mir …, dass die Zeit gekommen ist, um über alle alten und neuen Themen und Dinge im Lichte der Ankunft Amerikas und der Demokratie nachzudenken.«
»Grasblätter« Walt Whitmans
Hymnen auf eine erwachende Nation
Die prosaischen Verse des amerikanischen Nationallyrikers liegen nun erstmals vollständig auf Deutsch vor. Leseprobe


»Der Lauf der Dinge«
Jürgen Nielsen-Sikora über die »Frequenzen« des Clemens Setz

»...ein hochintelligentes, mit seinen unzähligen Anspielungen pointenreiches, wundervoll philosophisches Buch, geschrieben in einer fesselnden, poetischen und unermüdlich nachdenklich stimmenden Sprache, kostbar versehen mit ungewöhnlichen Bildern und einzigartigen Gedankengängen, die langsam in ein großartiges Finale münden ... als träfen Fischli & Weiss auf John Cameron Mitchell und Haruki Murakami im hochfrequentierten Zentrum einer Rube-Goldberg-Maschine«  Leseprobe

»Damit du weißt, woher du kommst«
Ulrich Ladurners kleine Geschichte eines großen Schauplatzes »Solferino«
Ein Städtchen in der Nähe des Gardasees, Provinz Mantua, heute leben dort rund 2.600 Einwohner. Am 24. Juni 1859 war es Schauplatz einer Schlacht zwischen Österreich auf der einen und Piemont-Sardinien sowie Frankreich auf der anderen Seite.
»Die Dinge waren schrecklich, doch hatten sie eine gewisse Ordnung, auf die man sich verlassen konnte.«
Leseprobe

Eine Parabel kapitalistischer Exzesse
Gregor Keuschnig über ein bemerkenswertes Debut des »
themenbuchverlags siebenhundertzwanziggrad«
Oscar Heyms Roman »Die Reserven«
Der Mikrokosmos Gronau dient als Anschauungsobjekt für Vorgänge dieser Art und so ganz nebenbei wird mit der Fama menschlicher Unzuständigkeit und Unverantwortlichkeit an einer solchen Blase aufgeräumt.

Foto by BjorneOfDanmark
Lebenslust und Lebenswut
»Wallace zerlegt in seiner alles zermalmenden Melancholie die Mechanismen der technologischen, der pharmakologischen und der poetischen Bildproduktion als wahnhafte Ideologie, er setzt und zersetzt, verschmilzt und verdampft in seinen plastischen, zugleich deftig-leibhaften, aber auch in der Folge abstrakt-spekulativ ziselierten Sprach-Mäandern mögliche Jetztzeit-Stories und prognostische History zwischen Individuum und Gesellschaft, Alltag und politisch relevanter Geschichtlichkeit.« Text als pdf-Datei

Toxikologischer Realismus
Peter V. Brinkemper über »Infinite Jest« von David Foster Wallace. Der endlich übersetzte US-Kultroman findet seine Rezitatoren in Harald Schmidt und Maria Schrader.
Leseprobe  



Steinbruch für Literaturexegeten
Lothar Struck hat sich durch Roberto Bolaños monumentalen Roman »2666« gefressen.
»Ein potemkinscher Roman: hinter dessen Fassaden nur die Deuter sitzen. (...) Sie überschlagen sich daher auch folgerichtig mit Lob für dieses monströse Stück Literatur-Literatur, weil sie in Querverweisen ihr literarisches, cineastisches, kunsthistorisches, dramatisches und/oder historisches Wissen verwursten, und mit immer neuen Assoziationsgewittern brillieren können, die am Ende so richtig wie falsch sind und kaum Erkenntnisgewinn bringen.«
Leseprobe / Leserblog zu 2666


Mystifizierung oder Alltäglichkeit des Bösen?
Vor dem Wächterrat der deutschen Literaturkritik, der für sich auch die Deutungshoheit über die Deutsche Geschichte allgemein, und die der NS-Zeit im Besonderen reklamiert, fand Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut« keine Gnade, und wurde von der Feuilleton-Miliz ordnungsgemäß niedergeschrieben.
Peter V. Brinkemper rückt Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut«, der auf realen Gegebenheiten basiert, in ein gerechteres Licht.


Aufruf zur letzten Lektüre!
Der Schriftsteller und Publizist Jörg Fauser wäre am 16. Juli 2009
65 Jahre alt geworden. Jürgen Nielsen-Sikora über das Phänomen Fauser und dessen gesammelte journalistischen Arbeiten 1959-1987, »Strand der Städte«, die im Alexander Verlag erschienen sind.
Leseprobe: »Der dunkle Ort«
O-Ton: Jörg Fauser liest


Es war einmal in Germany
Gregor Keuschnig über Jochen Schimmangs melancholische Rückschau auf die Bonner Republik
»Das Beste, was wir hatten«

»Schimmangs Roman ist in den gelungensten Momenten ein elegischer Abgesang auf die Bonner Republik und den so oft verkannten (und denunzierten) deutschen Provinzialismus. (...)
man ist am Ende froh, dieses Buch gelesen zu haben.«


Hommage an die Freiheit
Gregor Keuschnig über William T. Vollmanns Reiseerzählungen
»Hobo Blues«
»Vollmann versucht mit diesen Landschaftsaufnahmen, die manchmal heruntergekommene oder baufällige Häuser zeigen manchmal aber auch nur eine ebene Wüstenlandschaft oder eine abgestellte Lokomotive, eine Beschwörung eines guten, eines besseren Amerika, mit Menschen voller Mut, Großzügigkeit und Integrität. Einem Amerika, das immer schon mehr Sehnsucht als Realität war.« Leseprobe


Wendepunkte

Lothar Struck über Lutz Seilers grandiosen Band mit Erzählungen
»Die Zeitwaage«
»Virtuos beherrscht er den genauen Blick, der in eine faszinierende Verdichtung des Augenblicks überführt wird wie auch die Lakonik, die niemals mit falscher Coolness daherkommt und versteht es zwischen diesen Polen oft auf kleinstem Raum stilistisch souverän zu alternieren.«
Leseprobe


John William Waterhouse, Echo and Narcissus
Krapps Echo
Lothar Struck zu Peter Handkes befreiendem Monolog »Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts«
»Handkes Hommage an Beckett ist nicht nur Ergänzung, sondern auch sanfte Korrektur. In den Diagnosen stimmen beide überein – in den Therapien nicht. Fast scheint es, daß Krapp durch die Ausführungen der Frau zum Mit-Menschen »vervollständigt« wird. Das ist in gewissem Maße ein Trost. Es könnte aber sein, dass gerade deshalb die Ausweglosigkeit von Krapps Leben noch stärker hervorscheint. Denn plötzlich ist er nicht mehr der eigenwillige Kauz, von dem man sich so bequem distanzieren kann. Vielleicht sind wir morgen auch Krapp – statt Tonband dann mit unserem PC. Und vor lauter Narzissmus stellen wir plötzlich fest, daß wir vergessen haben zu leben.« Leseprobe
hen Feuilleton bekämpft.
« Eine kleine Materialsammlung


Das verlorene Paradies

Jürgen Nielsen Sikora über Jean Rolins bewegendes Dokument über das Leben in der Großstadt des 21. Jahrhunderts – oder über das, was man für das Leben hält. »Boulevard Ney«
»Wer wissen will wie sehr wir in Eingeweiden zuhause sind, der muß vom Taumel sich durch Straßen jagen lassen, deren Dunkel soviel Ähnlichkeit mit dem Schoß einer Hure hat«, schreibt Walter Benjamin in den 1930er Jahren über die Straßen von Paris, die die Bewohner von ihrem eigenen Lebensraum zusehends entfremden.

Widerspruch zwecklos
Über Rainald Goetz' neueste Zeitmitschriften:
loslabern
»... wenn
Goetz richtig wütend und dabei genau ist, dann ist die Lektüre tatsächlich mehr als nur amüsantes Plaisir. Etwa, wenn er aus Anlaß der Finanzkrise gekonnte Medienkritik betreibt und den kompletten Diskursirrsinn konstatiert, der die gesamte Presse, besonders aber die Feuilletons, und unter denen am allerheftigsten natürlich gerade auch wieder das allerhysterischste, das der Faz, befallen hatte, wo jetzt in mehr oder weniger täglich erscheinenden Artikeln die Revolution ausgerufen wurde, die morgen gleich über uns hereinbrechende...«


Wenn die Tage zappeln
Lothar Struck über Martin von Arndts lesenswerten neuen Roman »Der Tod ist ein Postmann mit Hut«
»... so vermittelt dieses Buch – so ganz ohne Soziologenslang, existentialistische Unterfütterung oder pädagogischem Impetus – als reine Erzählung vor allem eines: Hoffnung. Oder genauer: die Hoffnung auf eine Hoffnung.«
Die Playlist

Kuckuckskonzil
Lothar Struck zu Peter Handkes Nachschrift
»Die Kuckucke von Velika Hoča«
»Wie zahlreich jetzt die Deutungsmöglichkeiten und wie verführerisch für den Leser! Steht der Kuckuck etwa als Bild für den Enklavenbewohner, der im 'falschen Nest' sitzt? Oder für die Schutztruppen? Hört man den Kuckuck zum ersten Mal im Frühling von vorne rufen, wird man weinen – von hinten wird man sterben. Er ist Glückssymbol, Frühlingsbote, Wetterprophet, verheißt Geld, sagt an, wie die nächste Ernte wird, dient als Lebensorakel.«


Kleine Schätze
Gregor Keuschnig zu den zwei Erzählungen Seraphica & Montefal
aus dem Nachlaß Heimito von Doderers:
»Nur gelegentlich kommen philosophische Einsprengsel zum Vorschein, etwa wenn es faustisch heißt, daß diejenigen, welche von Wissensneugier geleitet sind … am Tage der Bedrängnis ihre Hände leer finden werden. Die virtuose Sprache Doderers läßt diese Art der fast übertrieben pointierten Erbauungsliteratur nicht in plumpen Predigerkitsch abgleiten; man sollte sich die Feinheit dieser Prosa unabhängig vom Sujet durch ein zweites Lesen erschließen.« Leseprobe

Das Tagebuch als Zwischenlager
Lothar Struck über das Tagebuch 1990 von Günter Grass
»Unterwegs von Deutschland nach Deutschland«
»Man fragt sich, ob Grass die Intention von Brandts (und Bahrs) Ostpolitik, das Prinzip 'Wandel durch Annäherung', überhaupt jemals verstanden hat. Wie ein Geigerzähler knattert Grass sein Genörgel und Gejammer insbesondere in den ersten Monaten gegenüber allen und allem, was ihm als nationalem Stumpfsinn dünkt. Wer nicht (fast) bedingungslos für ihn ist, ist gegen ihn.«


Kammerspiel mit Hunden
Gregor Keuschnig über David Wroblewskis in den USA äußerst erfolgreiche »Geschichte des Edgar Sawtelle«
»Der Autor verstand es geschickt, mit bildungsbürgerlichen Akzenten das Buch und dessen Leserschaft aufzuwerten und zu insinuieren, man lese mehr als nur einen gängigen Unterhaltungsroman. Er wies in selbstbewußter Manier auf Shakespeare hin und scheute sich nicht zu behaupten, eine moderne, neue Version des Hamlet-Dramas geschrieben zu haben.«

Wohlstandskindermelancholie
Lothar Struck über Judith Hermann und ihren neuen Band mit Erzählungen »Alice«
»Und wie gerne wollte man glauben, die Autorin verschmelze mit der Protagonistin – das ergab so etwas wie 'Authentizität' (das neue Lieblingspferd der Literaturkritik, da die anderen Kriteriengäule ein bißchen lahm scheinen).«



Melancholieverbot
Lothar Struck über Maria Beigs Lebensgeschichte
»Ein Lebensweg«

»Keine Wehmut, keine Verklärungen. Aber auch keine Klagen oder ungebetenen Ratschläge. Dieses Buch ist frisch, ja kraftstrotzend, obwohl es von einer 89jährigen geschrieben wurde. Obwohl? Oder weil…?«


»Wir sind zuständig«
Ein Tauchgang in eine Welt, die es nicht mehr gibt
Friedhelm Lövenich über die Memoiren und Gedichte des Moralisten Hans Sahl
»Auf dem Meeresgrund liegen Trümmer der Vergangenheit, historische Ereignisse und Gestalten, und die berühmten Namen schwimmen in diesem Korallenriff der Geschichte umher wie bunte Fische: Werfel, Grosz, Tucholsky, Furtwängler, Ringelnatz, Wolfenstein, Döblin, Seghers, Brecht, Frank, Münzenberg, Toller, Mann (etliche) und viele andere weniger bekannte aber umso interessantere.«
Leseprobe


Cooks letzte Fahrt
»Wer einmal zur See gefahren ist, der wird dieses Buch lieben.« Lukas Hartmanns grandioser Roman über die abenteuerliche Reise des Malers John Webber mit Captain Cook »Bis ans Ende der Meere«
»Nun ist 'Zivilisationskritik' ein großes Wort, und mancher Autor ist schon den sich aufdrängenden Versuchungen großer Versöhnungsreden und Betroffenheitsgesängen erlegen.
Lukas Hartmann indes schreibt nicht nach dem Strickmuster eines Drewermann-Pullovers.«


Welt-Literatur aus Bochum
Wie Wolfgang Welt mit seiner autobiographischen Trilogie des Scheiterns
»Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« nach zwanzig Jahren doch noch bei Suhrkamp gelandet ist und nun sogar einen neuen Roman geschrieben hat »Doris hilft«
»Welts Geschichten sind mehr als Trash-Komödien mit regionalem Flair. Sein »Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« ist ein dem Leben abgerungener, tragikkomischer Bildungsroman eines Möchtegerns, und als solcher authentisches Dokument einer Zeitspanne zwischen Anything goes - but nothing happens.« Leseprobe


Traurige Affen
Guido Rohm über Denis Johnsons Vietnam-Roman
»Ein gerader Rauch«
»Man frisst Mythen. Wie die schmecken? Manchmal wie eine Mischung aus Pepsi und Napalm.«
Leseprobe
Im »New Yorker« haben wir die Kurzgeschichte Homeless and High von Denis Johnson gefunden.

Was auf der Asche wächst …
Irène Némirovsky, 1942 in Auschwitz ermordet, erzählt in »Feuer im Herbst« über die großen gesellschaftlichen Brüche am Anfang des vergangenen Jahrhunderts
»
Posthum 1948 veröffentlicht und zuletzt von Eva Moldenhauer neu übersetzt, eröffnet »Feuer im Herbst« einen Blick auf das faszinierende Werk einer viel zu lange unbeachtet gebliebenen Schriftstellerin.« Von Karen Lohse Leseprobe

Hohelied der Verzweiflung
The Waste Land. Das öde Land
»
T. S. Eliot lieferte den Stahl, das Feuer und die Glut, Ezra Pound führte den Hammer


Tondokument

The Waste Land gelesen von T. S. Eliot
»The Burial of the Dead« / »A Game of Chess«
/ »The Fire Sermon and »Death By Water« / »What the Thunder Said«


Foto: Matthes & Seitz
»Der Mensch jedoch lebt«
Thomas Hummitzsch über Warlam Schalamows Berichte aus dem Gulag »Erzählungen aus Kolyma«
Wie ist ein Leben nach dem Gulag möglich, wo Humanität und Kultur im Erleben der Barbarei ihre Relevanz verlieren, ohne den ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation? Dies ist die große Frage, die Schalamows Erzählungen zugrunde liegt.


Ein poetischer Endzeitgesang
Peter V. Brinkemper über Uwe Tellkamps mittlerweile zum »Volksbuch« erklärten Roman Der Turm
»Es ist schon bemerkenswert, wie Tellkamp das Vibrato, das Espressivo und die Artikulation der Musik im klangmateriellen Bereich belässt, eher »mit der Feinheit einer Apothekerwaage« im Geiste Fontanes austariert.« Lesung von Uwe Tellkamp aus »Der Turm«

Opulenz und Strenge
»Vielstimmig, kraftvoll, sprachgewaltig: ein episches Wunderwerk« Uwe Tellkamps Roman »Der Turm«
Eine fundierte Begeisterung von Lothar Struck: »Der Turm« ist weder kunstvolle Reportage noch blosse Diashow einer vergangenen Zeit.
Er ist ein Beleg dafür, was grosse Literatur vermag. »Die Geschichte aus einem versunkenen Land« geht tiefer. Das ist, im wörtlichen Sinne, Welt-Literatur.

Grosse Worte und Miniaturen
Georg Keuschnig über Roger Willemsens feuilletonistisch-phänomenologisches Essay »Der Knacks«
»Ein Tuarag oder ein Bewohner der mongolischen Steppe dürfte dieses Buch wohl höchstens als Science-Fiction-Roman lesen oder kopfschüttelnd beiseite legen.«
Hörprobe


Küchentischgespräche
Gregor Keuschnig über Günter Grass' neuestes pseudobiographisches Meisterwerk »Die Box«
Es ist in Wahrheit ein abgeklärtes Buch, in dem Grass ausdrücklich seine Version der Dinge darlegt (und kanonisieren will). Wenn er vom Anekdotischen des Box-Motives (wie immer reitet Grass seine Motive zu Tode) abweicht, bekommt der Leser kurz einen Blick hinter dem Vorhang gezeigt. Dann gibt es seltene Momente des Innehaltens, jenseits des grossmauligen Egozentrikers und der Erzähler ersehnt eine Art Vergebung ...


Das Blau der Sehnsucht und die Anderen
Emma Braslavskys zweiter Roman »Das Blau des Himmels über dem Atlantik« holt die Lebenden und die Toten an einen Tisch.
Braslavsky scheint ihr Thema gefunden zu haben. Wieder geht es um große universelle Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich der geworden, der ich bin? Wieder sind die Vorfahren, Dreh- und Angelpunkte bei der Suche nach der eigenen Identität.
Von Karen Lohse

Handkes mythischer Mikrokosmos
Lothar Struck über Fabjan Hafners Nachspürungen
»Peter Handke – Unterwegs ins Neunte Land«

Fabjan Hafner hat sich – aller Divergenzen zum Trotz - mit diesem überaus detailreichen Buch als profunder Kenner des Werkes von Peter Handke erwiesen. Er vermeidet ermüdendes Germanistenjargon, in dem er streng am "Text" bleibt. Hafner animiert, Handke wieder zu lesen und in seinen Romanen und Erzählungen neue Facetten zu entdecken. Hierfür muss man ihm danken.

Kaffeekränzchenrhetorik
Gregor Keuschnig ärgert sich über Ida Jessens vermeintlichen Beziehungsthriller »Leichtes Spiel«
»Wer das Attribut 'Thriller' im Zusammenhang mit diesem Buch nur ausspricht, vergeht sich an diesem Genre in Anbetracht dieser biederen Beschreibungsprosa. (...) Jessen will eine grosse Raubkatze präsentieren – es langt jedoch nur zum possierlichen Kater Mikesch.«


Die Mücke auf dem Grashalm
Rolf Löchel über den fünften Band der Virginia-Woolf-Tagebuchausgabe (1936-1941), der die deutsche Übersetzung komplettiert.
Dass der Ton dieses letzten Tagebuchbandes über weite Strecken noch düsterer klingt als derjenige der vier vorangegangenen, dürfte nicht nur Woolfs zu Depressionen neigender Mentalität und ihren klinischen Schüben anzulasten sein, sondern vor allem den selbst mit dem Begriff düster nur unzulänglich umschriebenen Zeitumständen. 


Unzumutbare Wahrheit
Rolf Löchel über Ingeborg Bachmanns Briefwechsel mit Paul Celan Herzzeit. Briefwechsel.
»
Lange war der Briefwechsel zwischen den beiden wohl bedeutendsten deutschsprachigen NachkriegslyrikerInnen, die mit ihren Gedichten je auf ihre Weise ein berühmtes Diktum Theodor W. Adornos widerlegten, unzugänglich und es schien keinerlei begründete Hoffnung zu bestehen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern werde.«


© Jerry Bauer/SV
Die Vorbereitung der Rezension zur Vorbereitung des Romans
Goedart Palm über Roland Barthes Vorlesungen am Collège de France 1978-1980 »Die Vorbereitung des Romans«
»Das Schreiben ist ein ewiger Selbstbetrug, denn immer will man fertig werden, um dann sofort wieder mit dieser quälenden Kondition des Unfertigen und des erneut einsetzenden Nervenkriegs gegenüber den Zumutungen des Werks zu beginnen.«


Orte der Verletzlichkeit
Der erste Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig enthält die gesammelten Gedichte, darunter mehr als 150 aus dem Nachlass

Wolfgang Hilbig
und die »Schwarzarbeit des Schreibens«
Über ein Doppelleben als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR
von Karen Lohse



Die Arbeit des Trauerns
»
Haben Gott abgesetzt, sind nur noch wir jetzt, wir allein, unberechenbar und sterblich, sinnlos sterblich, rettungslos eingepfercht zwischen die Grenzen von Geburt und Tod, mit nichts davor und nichts dahinter. Haben die Angst jetzt vor uns selbst, weil wir nicht wissen, was das ist, dies Selbst mit seiner Angst, für die wir, seit wir Gott abgesetzt haben, niemand mehr als uns selbst verantwortlich machen können.«
Lothar Struck über Ulla Berkéwicz's radikale Aufarbeitung eines Sterbens »Überlebnis«


In Memoriam
Vor dreißig Jahren starb Jean Améry
Denker ohne Weltvertrauen Von Ursula Homann
Auf seinem mit Efeu überwachsenen Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof findet man neben dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten auch Amérys Auschwitznummer 172 364 vermerkt. Das am linken Unterarm eingeritzte Brandmal, schrieb er einst, lese sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gebe zudem gründlicher als diese Auskunft über eine jüdische Existenz.

»Leer wurde plötzlich die Welt.«
Martin Warny über Jean Amérys Frühwerk »Die Schiffbrüchigen«


Verloren in Gottes eigenem Land
»In der fraglichen Nacht war ich betrunken, fast schon bewußtlos, und ich schwöre bei Gott, ein Vogel hat mir das Motelzimmerfenster eingeschlagen...«
Das grandiose Debüt des Amerikaners Willy Vlautin.
Sein Roman »Motel Life« liest sich wie ein langer, trauriger Blues. Simple, ehrlich, auf das Wesentliche reduziert, erinnert seine Geschichte an Steinbecks »Von Mäusen und Menschen«.

Drei Tage der Wahrheit
Ein ehemaliger RAF-Terrorist wird begnadigt und verbringt mit seinen alten Weggefährten das erste Wochenende in Freiheit. Die Freunde ziehen gemeinsam Bilanz.
Thomas Hummitzsch über Bernhard Schlinks Roman »Das Wochenende«


Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten.
Sein opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben. Von Thomas Hummitzsch

Hier können Sie einen
Auszug aus Grossmans Jahrhundertwerk »Leben und Schicksal« lesen.

Literatur ist Literatur und Schnaps ist Schnaps
© David Monniaux
Turbulenzen bei der Lektüre von Jonathan Littells Roman »Die Wohlgesinnten« kommentiert von Goedart Palm: »Es gibt einen Schrecken, der sich trotz seiner historischen Protokollierung den Darstellungen der Literatur und gleichermaßen den Verständnishorizonten der Literaturkritik entzieht. Dafür ist Jonathan Littell indes nicht haftbar zu machen, so sehr es auch einige Kritiker erzürnt, im Widerstand gegen dieses Werk auf die Aporien und Vorurteile ihrer eigenen Disziplin zu stoßen.«

Ein menschlicher Schelmenroman?
»Aber das Unmenschliche – ich bitte um Entschuldigung –, das gibt es nicht. Es gibt nur das Menschliche, immer nur das Menschliche«
Marcus A. Born über Jonathan Littells kontrovers diskutierten Roman
»Die Wohlgesinnten«


Nein, liebe Leute, dieser Kaiser ist nackt!
»Dieses Buch stösst weder an die Grenzen der Literatur, noch an die der Literaturkritik.«

Eine Entkleidung in drei Kapiteln von Gregor Keuschnig


Schlechte Reklame für ein gutes Buch

»Huckepack-Marketing der dreisten Art, ebenso einfalls- wie geschmacklos, und es degradiert Merles grandiosen Roman zu dem Vorläufer-Modell eines provokant ambitionierten Schreibprojektes, dessen konzeptionelle und literarische Qualitäten auch nicht ansatzweise an die Meisterschaft Merles heranreichen.«
Über Robert Merles biographischen Roman
»Der Tod ist mein Beruf«


»Nein, keine traurige Geschichte.«
Eine schöne. Eine sehr schöne. Aus der Zeit, als das Schreiben noch geholfen hat. Lothar Struck über Peter Handkes Erzählung
»Die morawische Nacht«

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Erich Mühsam
Das seid Ihr Hunde Wert


Das Lesebuch erzählt Mühsams lebenslangen Kampf »für Gerechtigkeit und Kultur« mit Texten aus seinem reichhaltigen Werk nach, die bis heute nichts an ihrer politischen Aktualität verloren haben. Neben Auszügen aus längeren Werken, ausgewählten Briefen und die Beschreibung seiner letzten Tage aus der Feder seiner Frau Zenzl, überrascht diese Sammlung mit bislang unveröffentlichten Gedichten. Leseprobe
Verbrecher Verlag

 
Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.« Leseprobe


Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
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Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«

»Nicht beobachten. Schauen.«
Eine Begegnung mit Peter Handke.
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Von Lothar Struck
Den Nobelpreis hat Peter Handke wieder nicht gekriegt, die Qualitäten des diesjährigen Preisträgers Patrick Modiano indes schon vor Jahrzehnten erkannt und zwei Bücher des Franzosen übersetzt. Lothar Struck, der sich seit Jahren intensiv mit Peter Handke auseinandersetzt, hat den Autor in seinem Haus in Chaville besucht.
Zu unserem Peter-Handke-Archiv mit 12 Beiträgen zu Leben und Werk


Die Welt-Literatur auf einen Blick
Von Herbert Debes
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Wie Wolfgang Welt mit seiner Trilogie des Scheiterns nach über zwanzig Jahren doch noch als Autor bei Suhrkamp gelandet ist, und warum die Textsammlung »Ich schrieb mich verrückt« so lesenswert ist.

»Für eine wunderbare, verrückte Weile kochte die Szene, eine sich überschätzende, im luhmannschen Sinne selbstreferentielle brodelnde Blase, der dann, irgendwann nach der Wiedervereinigung nahezu geräuschlos im Prinzenlook die Luft ausging.«

Zapfenstreich
Vermutlich eine Schmierenkomödie
Von Gregor Keuschnig
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