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Glanz & Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik

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Glanz&Elend - Die Zeitschrift
Großformatiger Broschurband in einer
limitierten Auflage von 1.000 Ex.
176 Seiten, die es in sich haben:

»Diese mühselige Arbeit an den Zügen des Menschlichen«
Dazu exklusiv das interaktive Schauspiel
»Dein Wille geschehe« von Christian Suhr & Herbert Debes

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»Die besten Geschichten sind wie Raumschiffe, sagt Mathilda. Sie bringen dich irgendwo hin, setzen dich in weiter Ferne ab, und du denkst, oh, ganz schön unheimlich hier. Aber dann denkst du, warte, vielleicht kenne ich das doch. Vielleicht bin ich sogar hier geboren.« Leseprobe             

C.H.Beck



















Nachruf
Wie das Schachspiel seine Unschuld verlor
Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer »Ich glaube nicht an Psychologie, ich glaube an gute Züge.«


Spurensuche
Metamorphosen
Ein sehenswertes Fotoprojekt von Lutz Schelhorn und Stefan Mellmann zur Erinnerung an die Deportation der württembergischen Juden
»Die Chemie der Erinnerung«


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»We've got all the right enemies.«




  
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Seitwert

Literatur, über 150 Rezensionen & Lesetipps

Foto by BjorneOfDanmark
Lebenslust und Lebenswut
»Wallace zerlegt in seiner alles zermalmenden Melancholie die Mechanismen der technologischen, der pharmakologischen und der poetischen Bildproduktion als wahnhafte Ideologie, er setzt und zersetzt, verschmilzt und verdampft in seinen plastischen, zugleich deftig-leibhaften, aber auch in der Folge abstrakt-spekulativ ziselierten Sprach-Mäandern mögliche Jetztzeit-Stories und prognostische History zwischen Individuum und Gesellschaft, Alltag und politisch relevanter Geschichtlichkeit.« Text als pdf-Datei

Toxikologischer Realismus
Peter V. Brinkemper über »Infinite Jest« von David Foster Wallace. Der endlich übersetzte US-Kultroman findet seine Rezitatoren in Harald Schmidt und Maria Schrader.
Leseprobe  



Steinbruch für Literaturexegeten
Lothar Struck hat sich durch Roberto Bolaños monumentalen Roman »2666« gefressen.
»Ein potemkinscher Roman: hinter dessen Fassaden nur die Deuter sitzen. (...) Sie überschlagen sich daher auch folgerichtig mit Lob für dieses monströse Stück Literatur-Literatur, weil sie in Querverweisen ihr literarisches, cineastisches, kunsthistorisches, dramatisches und/oder historisches Wissen verwursten, und mit immer neuen Assoziationsgewittern brillieren können, die am Ende so richtig wie falsch sind und kaum Erkenntnisgewinn bringen.«
Leseprobe / Leserblog zu 2666


Mystifizierung oder Alltäglichkeit des Bösen?
Vor dem Wächterrat der deutschen Literaturkritik, der für sich auch die Deutungshoheit über die Deutsche Geschichte allgemein, und die der NS-Zeit im Besonderen reklamiert, fand Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut« keine Gnade, und wurde von der Feuilleton-Miliz ordnungsgemäß niedergeschrieben.
Peter V. Brinkemper rückt Volker Harry Altwassers Roman »Letzte Haut«, der auf realen Gegebenheiten basiert, in ein gerechteres Licht.


Aufruf zur letzten Lektüre!
Der Schriftsteller und Publizist Jörg Fauser wäre am 16. Juli 2009
65 Jahre alt geworden. Jürgen Nielsen-Sikora über das Phänomen Fauser und dessen gesammelte journalistischen Arbeiten 1959-1987, »Strand der Städte«, die im Alexander Verlag erschienen sind.
Leseprobe: »Der dunkle Ort« O-Ton: Jörg Fauser liest


Totentanz der Wiedergänger
Sibylle Berg brilliert mal wieder. Diesmal mit ihrem Roman »Der Mann schläft«. Von Rolf Löchel
»Berg formuliert mit der ganzen Wucht Schopenhauers, nur vielleicht noch ein wenig zungenfertiger als der für einen Vertreter des Faches Philosophie ganz außergewöhnlich eloquente Meisterpessimist. Der Roman ist zudem mit einer schwarzen Galle durchtränkt, die vorzugeben scheint, sich hinter Sarkasmen verstecken zu wollen, so dass er geradezu vor aphoristischen Wendungen, Bonmots und Aperçus birst.« Leseprobe


Außer Rand und Band
Sigrid Lüdke-Haertel über Stephan Thomes fulminantes Debüt »Grenzgang«
»Erstaunlich, wie der junge Autor sich in seine älteren weiblichen Figuren hineindenken, ihre Stärken und Schwächen, ihre Hoffnungen und Sehnsüchte, vor allem aber ihre Enttäuschungen beschreiben kann. Das Buch, ein wahrlich großer Wurf, ist ebenso kraftvoll wie resignativ.«
Leseprobe



Es war einmal in Germany
Gregor Keuschnig über Jochen Schimmangs melancholische Rückschau auf die Bonner Republik
»Das Beste, was wir hatten«

»Schimmangs Roman ist in den gelungensten Momenten ein elegischer Abgesang auf die Bonner Republik und den so oft verkannten (und denunzierten) deutschen Provinzialismus. (...)
man ist am Ende froh, dieses Buch gelesen zu haben.«


Herzpartikel
Ingrid Mylo über Roger Willemsens nächtliche Exkursionen durch »Bangkok Noir«
»...
in den Sätzen pulsiert das Fieber, pulsieren Farben und Hunger und die vielfältige Hysterie dieser fernöstlichen Metropole. Am Ende ist man so aufgewühlt und erschöpft von der Heftigkeit der Anblicke und Eindrücke, daß man sich schlafen legen möchte. Und träumen: von gemäßigteren Gefilden.«


Hommage an die Freiheit
Gregor Keuschnig über William T. Vollmanns Reiseerzählungen
»Hobo Blues«
»Vollmann versucht mit diesen Landschaftsaufnahmen, die manchmal heruntergekommene oder baufällige Häuser zeigen manchmal aber auch nur eine ebene Wüstenlandschaft oder eine abgestellte Lokomotive, eine Beschwörung eines guten, eines besseren Amerika, mit Menschen voller Mut, Großzügigkeit und Integrität. Einem Amerika, das immer schon mehr Sehnsucht als Realität war.« Leseprobe


Kammerspiel in Traumschiffkulisse
Stefan Mosters Roman »Die Unmöglichkeit des vierhändigen Spiels«
»Es geht von Hamburg nach Rio de Janeiro, Buenos Aires, Kap Hoorn; aufgrund des Wetters unfreiwillige Weihnachten vor Port Stanley, Falkland Inseln, Patagonien und irgendwann wieder zurück...«
Hörprobe



Der Anteil des Zufalls an der Wahrnehmung des Künstlers
Lothar Struck über den allzuständigen Ulf Erdmann Ziegler und dessen weltkluge Essaysammlung »Der Gegenspieler der Sonne«
»Zieglers Essays sind glücklicherweise nicht immer leichte Kost. Einige laden den Leser zu weiterführende Recherchen ein oder fordern sie sogar. Das ist eine Qualität, weil der Leser ernstgenommen wird. Und dass Ziegler nicht nur ein sehr guter und gelegentlich streitbarer Essayist, sondern auch ein ausgezeichneter Schriftsteller ist, sei noch am Rande erwähnt.«


Hanns im Glück
Sigrid Lüdke-Haertel über Hanns-Josef Ortheil bisher bestes Buch:
»Die Erfindung des Lebens« - Der Lebensweg eines sprachlosen Kindes
»Ein Roman, ganz dicht am eigenen, ungeheuerlichen und ungewöhnlichen Leben entlang geschrieben. Intensiv und fast zärtlich und, davor schreckt Ortheil zum Glück nicht zurück, mit einem glücklichen Ende.« Leseprobe


Wendepunkte
Lothar Struck über Lutz Seilers grandiosen Band mit Erzählungen
»Die Zeitwaage«
»Virtuos beherrscht er den genauen Blick, der in eine faszinierende Verdichtung des Augenblicks überführt wird wie auch die Lakonik, die niemals mit falscher Coolness daherkommt und versteht es zwischen diesen Polen oft auf kleinstem Raum stilistisch souverän zu alternieren.«
Leseprobe


»Der Mensch ist ein Tier, das immer wieder neu anfängt«
Mit »Brodecks Bericht« beendet Phillip Claudel seine Trilogie über die Verführbarkeit des Menschen zur Gewalt
»Warum finden die Dorfbewohner seit einiger Zeit immer wieder massenweise tote Füchse, die keinerlei Symptome einer Krankheit aufweisen? Die Geschichte geht um, daß sie freiwillig in den Tod gegangen sind. Aber ist das nicht gegen die Natur?«
Leseprobe

Hinreißend komisch
Nicolas Mahlers »Längen und Kürzen«
Ganz schnell geht man dem Mahler auf den Leim: Ist nicht der vor dem Verlagschef stehende und später in seinen Briefen mit "M." zeichnende Dichter Mahler selbst? Ein findiger Trick, denn man glaubt zunächst genau das Buch zu lesen, welches der Dichter seinem Verleger vorstellt und seiner Freundin Dorothee anpreist.
Leseprobe vom Luftschacht-Verlag (pdf)

Eine infernalische Symbiose
In dem autobiografischen Roman »Nachtgeschwister« erzählt Natascha Wodin von ihrer dramatischen Beziehung zu Wolfgang Hilbig.  Von Karen Lohse
»Wer ist er gewesen? Ich werde es nie erfahren. Er hat Tausende Seiten über sein Leben geschrieben, aber sein Geheimnis hat er mitgenommen ins Grab.«
Leseprobe


John William Waterhouse, Echo and Narcissus
Krapps Echo
Lothar Struck zu Peter Handkes befreiendem Monolog »Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts«
»Handkes Hommage an Beckett ist nicht nur Ergänzung, sondern auch sanfte Korrektur. In den Diagnosen stimmen beide überein – in den Therapien nicht. Fast scheint es, daß Krapp durch die Ausführungen der Frau zum Mit-Menschen »vervollständigt« wird. Das ist in gewissem Maße ein Trost. Es könnte aber sein, dass gerade deshalb die Ausweglosigkeit von Krapps Leben noch stärker hervorscheint. Denn plötzlich ist er nicht mehr der eigenwillige Kauz, von dem man sich so bequem distanzieren kann. Vielleicht sind wir morgen auch Krapp – statt Tonband dann mit unserem PC. Und vor lauter Narzissmus stellen wir plötzlich fest, daß wir vergessen haben zu leben.« Leseprobe

Eine Zeitreise. Ein déjà-vu.
Anmerkungen eines wahren Thomas Bernhard Lesers zu seiner aus dem Nachlaß erschienenen Bilanz »Meine Preise«
»Wer unter die Oberfläche dieses "Erregungskünstlers" schaut, entdeckt auch in "Meine Preise" eine sehr verletzliche, sensible Persönlichkeit. Zum polternden Bernhard wurde er immer mehr als er begriff, daß man sein Werk nur als Profilierungs- und Marktinstrument ge- und mißbrauchte. Bernhards künstlerisch-ästhetischer Anspruch wurde entweder ignoriert oder vom bürgerlichen Feuilleton bekämpft.« Eine kleine Materialsammlung


Metropolenminiaturen
Lothar Struck über Wolfgang Hermanns poetische Versuche der
»Konstruktion einer Stadt«
»... ein kleines und feines Büchlein eines hochtalentierten Autors mit großem Sprachgefühl. Zwar wirkt es gelegentlich ein bisschen überinstrumentiert, aber imponierend ist der große Ernst, mit dem Wolfgang Hermann erzählt. Und damit sind diese 'Versuche' Balsam für den durch Zyniker und Witzbolde in der zeitgenössischen Literatur geschundenen Leser.«


Die Alexander-Portnoy-Show
Philip Roths früher Erfolgsroman Portnoys Beschwerden ist die Basis seines Lebenswerks.
40 Jahre nachseiner Erstveröffentlichung liegt der Roman nun in einer überaus erfrischenden Neuübertragung vor.
»
Die Provokation mit dem fiktiven Double ist eines der wesentlichen Elemente der Roth-Literatur. Es ist dieses Verwirrspiel aus Autobiografie und romanesker Fiktion, von der zahlreiche seiner Romane leben.« Leseprobe


Das verlorene Paradies
Jürgen Nielsen Sikora über Jean Rolins bewegendes Dokument über das Leben in der Großstadt des 21. Jahrhunderts – oder über das, was man für das Leben hält. »Boulevard Ney«
»Wer wissen will wie sehr wir in Eingeweiden zuhause sind, der muß vom Taumel sich durch Straßen jagen lassen, deren Dunkel soviel Ähnlichkeit mit dem Schoß einer Hure hat«, schreibt Walter Benjamin in den 1930er Jahren über die Straßen von Paris, die die Bewohner von ihrem eigenen Lebensraum zusehends entfremden.

Widerspruch zwecklos
Über Rainald Goetz' neueste Zeitmitschriften:
loslabern
»... wenn
Goetz richtig wütend und dabei genau ist, dann ist die Lektüre tatsächlich mehr als nur amüsantes Plaisir. Etwa, wenn er aus Anlaß der Finanzkrise gekonnte Medienkritik betreibt und den kompletten Diskursirrsinn konstatiert, der die gesamte Presse, besonders aber die Feuilletons, und unter denen am allerheftigsten natürlich gerade auch wieder das allerhysterischste, das der Faz, befallen hatte, wo jetzt in mehr oder weniger täglich erscheinenden Artikeln die Revolution ausgerufen wurde, die morgen gleich über uns hereinbrechende...«


Katzenoper
»Das größte Operndrama von allen ist die Hinrichtung eines Menschen«
Stefan Möller über Mo Yans Roman »Die Sandelholzstrafe«
»Schnitt für Schnitt wird der Leser zum Zeugen der Hinrichtung und darf den Gedanken des Henkers folgen.«
Leseprobe


Wenn die Tage zappeln
Lothar Struck über Martin von Arndts lesenswerten neuen Roman »Der Tod ist ein Postmann mit Hut«
»... so vermittelt dieses Buch – so ganz ohne Soziologenslang, existentialistische Unterfütterung oder pädagogischem Impetus – als reine Erzählung vor allem eines: Hoffnung. Oder genauer: die Hoffnung auf eine Hoffnung.«
Die Playlist

Russland auf der Couch
In wohl gesetzten und zugleich scharfen Worten setzt sich der russische Autor Viktor Jerofejew in seiner Essaysammlung »Russische Apokalypse« mit seiner Heimat auseinander und bringt dem Leser Russland so greifbar nah, wie selten jemand zuvor.



Der DNA-Code der Juden und die verschwundenen Kinder
Leon de Winter kitscht sich in seinem neuen Roman Das Recht auf Rückkehr durch allzu viele Themen.
Von Georg Patzer





Der Ehrliche ist der Dumme
Seine Leser verzauberte der indische Autor Aravind Adigar mit seinem Erstlingsroman »Der weiße Tiger«, indem er seine Heimat entzauberte. Der gerade erschienene zweite Roman steht dem mit dem Booker Prize prämierten Debüt in nichts nach. Mit »Zwischen den Attentaten« hält Adiga der indischen Gesellschaft erneut grandios den Spiegel vor. Von Thomas Hummitzsch Leseprobe


+++ Der Geheimtipp +++
Ein Roman mit Eigenleben
Von Thomas Hummitzsch
Salvador Plascencia erzählt in seinem mitreißenden Roman
»Menschen aus Papier« höchst originell von Liebe und Finsternis und wandelt dabei zwischen den realen und fiktiven Welten.
Interview mit Salvador Plascencia



Große kleine Prosa
»Er hat Merve gerockt, das Zweitausendeins-Niveau nochmals angehoben und nun mischt er die altehrwürdige edition suhrkamp auf.« Stefan Moeller über Thomas Kapielskis Prosasammlung »Mischwald«
»Kein zweiter Autor versteht es derart gekonnt, theoretische Betrachtungen mit Sprachspielereien und Wortwitz zu verbinden, Kneipentresen und Galerie nicht als Gegenpole zu betrachten.«


Magischer Realismus made in Germany
Der neue Roman von Arnold Thünker erzählt die zauberhafte Geschichte von »Anne und Paul«, der vor vielen Jahren seine Sommerferien einmal in der DDR verbrachte und noch viel mehr.





Ein Widerspruch
Rohm liest Schmidt liest Proust
»Es gibt Bücher, die wie Spiegelsäle funktionieren. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wo man steht. Man muss den eigenen Standpunkt überprüfen und schleppt sich am Ende des Tages erschöpft vor die Tür. Dort steht man dann verloren und einsam, glücklich und müde. Man kratzt sich an der Stirn und muss zugeben, etwas über sich gelernt zu haben, was man noch nicht recht einordnen kann.« 


Vignetten der Wehmut
Christiane Pöhlmann über Wassili Grossmans eben erschienenen
Band mit Erzählungen Tiergarten
»Grossman kann seine Figuren lebensecht gestalten, weil er weiß, wovon er spricht. Er hat sie selbst durchlitten, die Hoffnung auf die lichte Zukunft im Kommunismus. Deshalb weiß er, wie leicht es ist, den Glücksversprechungen aufzusitzen, selbst im Angesicht zunehmenden Terrors.«


Anschreiben gegen die unendliche Müdigkeit
Karen Lohse über den zweiten Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig Erzählungen und Kurzprosa
»Die Arbeit an der kürzeren Textform der Erzählung lag Hilbig mehr als das Schreiben dickleibiger Romane, die alle nur schwer beim Lesepublikum Fuß fassen konnten. Es sind die kurzen Stücke, in denen sich die hypnotische Sprache Hilbigs bündelt und den Leser malstromartig in sich einsaugt.«


Radikale Schreibversuche
Von Thomas Hummitzsch
Mit seinem NS-Roman »Die Wohlgesinnten« spaltete Jonathan Littell weltweit die Literaturkritik. Nun erschien bei Matthes & Seitz Berlin der kleine Band »Ein Sonntag im Sommer« mit vier frühen Erzählungen des Franzosen.
Hörprobe

Kuckuckskonzil
Lothar Struck zu Peter Handkes Nachschrift
»Die Kuckucke von Velika Hoča«
»Wie zahlreich jetzt die Deutungsmöglichkeiten und wie verführerisch für den Leser! Steht der Kuckuck etwa als Bild für den Enklavenbewohner, der im 'falschen Nest' sitzt? Oder für die Schutztruppen? Hört man den Kuckuck zum ersten Mal im Frühling von vorne rufen, wird man weinen – von hinten wird man sterben. Er ist Glückssymbol, Frühlingsbote, Wetterprophet, verheißt Geld, sagt an, wie die nächste Ernte wird, dient als Lebensorakel.«

Kleine Schätze
Gregor Keuschnig zu den zwei Erzählungen Seraphica & Montefal
aus dem Nachlaß Heimito von Doderers:
»Nur gelegentlich kommen philosophische Einsprengsel zum Vorschein, etwa wenn es faustisch heißt, daß diejenigen, welche von Wissensneugier geleitet sind … am Tage der Bedrängnis ihre Hände leer finden werden. Die virtuose Sprache Doderers läßt diese Art der fast übertrieben pointierten Erbauungsliteratur nicht in plumpen Predigerkitsch abgleiten; man sollte sich die Feinheit dieser Prosa unabhängig vom Sujet durch ein zweites Lesen erschließen.« Leseprobe


Ein Fenster nach Osten
Christiane Pöhlmann über Grigori Rjaschskis Jahrhundert-Roman
»Moskau, Bel Ètage«
»Und das ist Rjaschskis große Kunst: ..., dass er in seinen kleinen und kleinsten Geschichten immer wieder erkennen lässt, wie das große Ganze funktioniert hat, ohne dabei je seine Figuren zu verraten. Selten ist mit einer solchen Warmherzigkeit zugebissen worden.«
Leseprobe


Von hehren Ideen der Liebe und des Lebens
Der Architekt des New Yorker Guggenheim-Museums ist eine der amerikanischen Lichtgestalten des 20. Jahrhunderts. Leseprobe
Frank Lloyd Wright, Stararchitekt, Frauenheld und Egomane.
T. C. Boyle läßt in seinem neuen Roman »Die Frauen« Wrights Leben erzählen – aus der Perspektive seiner Ehefrauen und Geliebten.

Video mit T. C. Boyle

Das Tagebuch als Zwischenlager
Lothar Struck über das Tagebuch 1990 von Günter Grass
»Unterwegs von Deutschland nach Deutschland«
»Man fragt sich, ob Grass die Intention von Brandts (und Bahrs) Ostpolitik, das Prinzip 'Wandel durch Annäherung', überhaupt jemals verstanden hat. Wie ein Geigerzähler knattert Grass sein Genörgel und Gejammer insbesondere in den ersten Monaten gegenüber allen und allem, was ihm als nationalem Stumpfsinn dünkt. Wer nicht (fast) bedingungslos für ihn ist, ist gegen ihn.«


Ein Husarenstück
Gregor Keuschnig über S.U. Barts gelungenen Schelmenroman »Goodbye Bismarck«

»Konzentriert und detailliert besteigen sie das Denkmal; alle Handgriffe sitzen. Bismarcks Blick ist hohl und leer; hinter seinen Ohren wächst Moos.«


Kammerspiel mit Hunden
Gregor Keuschnig über David Wroblewskis in den USA äußerst erfolgreiche »Geschichte des Edgar Sawtelle«
»Der Autor verstand es geschickt, mit bildungsbürgerlichen Akzenten das Buch und dessen Leserschaft aufzuwerten und zu insinuieren, man lese mehr als nur einen gängigen Unterhaltungsroman. Er wies in selbstbewußter Manier auf Shakespeare hin und scheute sich nicht zu behaupten, eine moderne, neue Version des Hamlet-Dramas geschrieben zu haben.«

»Ich wollte mich lebendig fühlen!«
Christiane Gut über Gaëlle Guernalec-Levys erotischen Debüt-Roman & Hörbuch »Eine Nacht im Frühling am Meer«
»... sie wollte einen magischen Ausnahmezustand schaffen: Das Verlangen einer Frau zu zeigen, weder gequält oder rein geistig, sondern auf der Basis von absoluter Hingabe.«

Heimatdichtung
Gregor Keuschnig über Erich Loest und seinen Roman
»Löwenstadt«
»Loest gelingt es in den besten Augenblicken, Geschichte zu 'vergegenwärtigen', in dem er sie aus der rein historisierend-mythischen Überlieferung herauslöst und für einen Moment, den erzählten Moment, mit neuer Klarheit wiedererstehen lässt.«



Über die Ewigkeit in den Abgründen der DDR
Kurt  Drawert’ s neuer Roman »Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte« zeigt die Pathologie der im Tode röchelnden DDR in großartigen apokalyptischen Bildern.
»Mein Sumpfloch, mein Himmelreich, es ist alles eine Frage der Perspektive. Wir gewöhnten uns schnell an jeden Zustand, Anpassungstiere, die wir geworden waren.«  Leseprobe / Hörprobe
Von Karen Lohse

Auf dem Trockenen
Von Thomas Hummitzsch
Der israelische Autor Assaf Gavron prophezeit seiner Heimat in einem neuen Roman »Hydromania« eine düstere Zukunft. 
Israel ist von den Palästinensern erobert und eine anhaltende Dürre hat den Nahen Osten fest im Griff. Einige skrupellose Unternehmen profitieren davon und beeinflussen die Wetterverhältnisse in der Region.
Leseprobe

Kuckst du noch oder siehst du schon?
In seinem neuen Roman »Alles was du siehst« läßt Stefan Beuse seine Figuren zwischen Wirklichkeit und Illusion, Raum und Zeit, Rationalität und Absurdem schwanken und zieht seine Leser in die Faszination des Rätselhaften und Ungewissen. Leseprobe
»Man liest dieses Buch, wie man sonst nur einen Film von David Lynch verfolgt – beängstigt fasziniert, bis zum beklemmenden Ende, wenn dem erleichternden Aufatmen die Erkenntnis folgt, dass jede Fiktion aus einer Wirklichkeit entsteht, in der wir uns just befinden.« Hörprobe

Gott hat keine Eile
Der katalanische Autor Carlos Ruiz Zafón hat eine phantastische Geschichte über Barcelonas bekanntesten Architekten und sein Meisterwerk geschrieben. Gaudi in Manhattan
»Dort soll Gaudi für eine anonyme Auftraggeberin einen Wolkenkratzer, „eine Kathedrale für Leute, die statt an Gott ans Geld glauben“ bauen, eine „wagnerische Nadel“. Als Gegenleistung würde der Auftraggeber die Kosten für die Vollendung der Sagrada Familia übernehmen. Die Geschichte ist nicht ganz aus der Luft gegriffen, denn 1908 entwarf Gaudi das Hotel Attraction als ein phallisch anmutendes, gigantisches Gebäude. Allerdings wurde der 360 Meter hohe Turm nie gebaut.« Leseprobe

Diesseits und jenseits des Lebens
In seinen neuen Erzählungen überschreitet Cees Nooteboom die Grenze zum Nirvana. Die Erinnerung an die Verstorbenen macht er zu einer Ode an das Leben.
Sein neues Buch »Nachts kommen die Füchse« setzt einen wohltuenden Kontrapunkt zur gedankenarmen Hektik unserer Zeit und gibt jedem Leser die Möglichkeit, sich in Ruhe zu versenken und innezuhalten.
Leseprobe


Die Sieger von Leipzig
Tankstellenluft, Fenstersteher und Rauchkanaillen
Gregor Keuschnig über Sibylle Lewitscharoffs neuen Roman »Apostoloff«, der als schräges Roadmovie durch den Wilden Osten Bulgariens daherkommt.

Vatermord auf Bulgarisch
Eine Reise zweier Schwestern nach Bulgarien wird zur Abrechnung mit dem Vater und seiner Heimat. Selten wurden einem Land so drastisch die Leviten gelesen, wie Bulgarien in Sybille Lewitscharoffs Roman »Apostoloff« Von Thomas Hummitzsch

Hölzerne Figuren, bunt kostümiert
Gregor Keuschnig über Salman Rushdies neuen Roman
»Die bezaubernde Florentinerin«

»Der vielleicht schon mit allerlei 'westlicher' Literatur verdorbene Rezipient ist leider nur teilweise mit Qara Köz' und Spiegels Geschichte versöhnt. Zu selten wird ein Zauber durch das Erzählte erzeugt – zu oft wird bloss bebildert. Nein, das hier ist kein Gedächtnispalast, auch kein Bordell der Erinnerungen. Eher ein kleines Dachstübchen.«

Schlagt den Brehm zu
Peter V. Brinkemper über Dietmar Daths Roman
»Die Abschaffung der Arten«
»Ein Nerd wie Dietmar Dath ist sicherlich kritikresistent und doch beratungssensibel. Denn er ist konsequenter Ingenieur im Sprachgebirge zwischen Netzsprache, Musikkritik und Buchliteratur, der jenseits des alten humanistisch-lyrischen Betroffenheits-Subjektivismus intensiv am journalistischen und erzählerischen Material der heutigen kulturellen, sozialen, und politischen Zuspitzung arbeitet. Und zwar als Fuchs, Maulwurf, Anarchist, Bombenleger und Gesetzgeber in einer Person.«
Leseprobe

Märchenbrunnen der Zukunft
Von Thomas Hummitzsch
Mit seinem antiutopistischen Roman »Die Abschaffung der Arten« gewährt Dietmar Dath dem verstörten Leser seiner Vision einen faszinierenden Blick in den düster sprudelnden Märchenbrunnen der Zukunft Interview mit Dietmar Dath

Alptraum auf dem Kaukasus
Der russische Tschetschenienveteran Arkadi Babtschenko legt mit
»Ein guter Ort zum Sterben«
sein zweites Buch über seinen Einsatz im Kaukasus vor. Ein dicht geschriebener Bericht aus dem Zentrum des Krieges, in dem Angst und Hass die Hände der Menschen führen. Vieles ist dabei denkbar und vorhersehbar, aber die physische Gegenwart der Schrift und der kalte militärische Ton der Sprache machen den Irrsinn des Krieges plötzlich sehr real.


Rekonstruktion
Stefan Möller über »Psst« Raymond Federmans Geschichte seiner Kindheit
»Dieses Pssst war das erste Wort des Buches, von dem meine Mutter wusste, dass ich es eines Tages schreiben würde. Über sechzig Jahre hat es bis zum Schreiben gedauert, aber Federman hat aus diesem Wort Literatur gemacht. Und was für welche!«


Wohlstandskindermelancholie
Lothar Struck über Judith Hermann und ihren neuen Band mit Erzählungen »Alice«
»Und wie gerne wollte man glauben, die Autorin verschmelze mit der Protagonistin – das ergab so etwas wie 'Authentizität' (das neue Lieblingspferd der Literaturkritik, da die anderen Kriteriengäule ein bißchen lahm scheinen).«



Melancholieverbot
Lothar Struck über Maria Beigs Lebensgeschichte
»Ein Lebensweg«

»Keine Wehmut, keine Verklärungen. Aber auch keine Klagen oder ungebetenen Ratschläge. Dieses Buch ist frisch, ja kraftstrotzend, obwohl es von einer 89jährigen geschrieben wurde. Obwohl? Oder weil…?«


Eine Familie am Abgrund
Der amerikanische Schriftsteller Stewart O’Nan legt mit seinem neuen Roman »Alle, alle lieben dich« einen ebenso einfühlsamen wie schockierenden Psychothriller vor, in dem sich alles um ein Phantom dreht. »O’Nan ist ein Skalpellmeister der Literatur, der seine Figuren in Einzelteile zerlegt und von allen Seiten beleuchtet. Keine Facette entgeht ihm, kein Abgrund bleibt verdeckt, und so sind seine Romane von einer tiefen Menschlichkeit geprägt.«


Journal der Augenblicke
Alf Mayer über Ingrid
Mylos neue Textsammlung
»Männer in Wintermänteln«

»Eine Schatulle voller Edelsteine, die Worte sorgfältig geschliffen. Ingrid Mylos Sprache ist voller Lust und Genauigkeit, aufs Milligramm abgewogen, perlend, funkelnd. Und manchmal sogar ein Regenbogen.«


Magischer Realismus made in Germany
Der neue Roman von Arnold Thünker erzählt die zauberhafte Geschichte von »Anne und Paul«, der vor vielen Jahren seine Sommerferien einmal in der DDR verbrachte und noch viel mehr.




Ein Ausflug ins Ungewisse
Raffaela Janitzschek über Jayne-Ann Igels subtilen Erzählband »Berliner Tatsachen«
»Anders als beispielsweise Tellkamp, der sehr beredt und symbolhaft überlagert eine distinguiert erscheinende DDR-Nischengesellschaft zeichnet und ihr finsteres Gegenüber in Gestalt der staatlichen Erziehungsanstalten Armee und Gefängnis konstituiert, geht Igels Text minimalistisch und subtil vor, und vermag damit einen differenzierten Blick auf ein Zeit-Stück DDR-Realität zu gewähren. Im laufenden Diskurs sollte die Stimme des schmalen Bandes nicht verloren gehen

Aus dem Leben gegriffen
Thomas Hummitzsch über den Band mit short stories
Der Morgen nach dem großen Feuer
»Direkt und detailliert, ohne Umschweife und Metaphern beschreibt Brennan in ihren Texten akribisch das Schicksal und die Seelenzustände ihrer Protagonisten, um diesen Lebensentwürfen unterhalb der medialen Sensationslinie die Wertschätzung zukommen zu lassen, die ihnen gebührt.«

Unerwartetes Lesevergnügen
Sigrid Lüdke-Haertel über eine bereichernde Wiederbegegnung mit den Novellen von Stefan Zweig
»Als ich das Buch in die Hand bekam, zufällig und nicht sonderlich interessiert, sind mir üble Erinnerungen aus der Schule aufgestoßen. Alter Kram. Der Titel »Schachnovelle« kam mir bekannt vor. Zugeklappt habe ich das Buch erst wieder, als der Kampf der beiden ungleichen Gegner beendet war. Und dann habe ich, mit der gleichen Begeisterung, die anderen sechs Novellen gelesen und sieben Mal den Hut, den ich nicht besitze, vor dem alten Herrn gezogen.
«


»Wir sind zuständig«
Ein Tauchgang in eine Welt, die es nicht mehr gibt
Friedhelm Lövenich über die Memoiren und Gedichte des Moralisten Hans Sahl
»Auf dem Meeresgrund liegen Trümmer der Vergangenheit, historische Ereignisse und Gestalten, und die berühmten Namen schwimmen in diesem Korallenriff der Geschichte umher wie bunte Fische: Werfel, Grosz, Tucholsky, Furtwängler, Ringelnatz, Wolfenstein, Döblin, Seghers, Brecht, Frank, Münzenberg, Toller, Mann (etliche) und viele andere weniger bekannte aber umso interessantere.«
Leseprobe

Ein Leben in Fragmenten
Thomas Hummitzsch über Ljudmila Ulitzkajas wunderbaren Roman
»Daniel Stein« zu Ehren des aufrechten Oswald Rufeisen, dem Bewahrer der
hebräisch-jüdischen Wurzel des Christentums.
Ein Mann namens Daniel Stein rettete das Leben hunderter Juden und Kommunisten. Daniel Stein überlebte auch drei Todesurteile. Daniel Stein haderte mit Gott und gab sich zugleich vertrauensvoll in dessen Hände. Daniel Stein erweckte die hebräische Urkirche zu neuem Leben. Am Ende starb er unter mysteriösen Umständen. Ein wirklich großes Buch, das bleiben wird.

Cooks letzte Fahrt
»Wer einmal zur See gefahren ist, der wird dieses Buch lieben.« Lukas Hartmanns grandioser Roman über die abenteuerliche Reise des Malers John Webber mit Captain Cook »Bis ans Ende der Meere«
»Nun ist 'Zivilisationskritik' ein großes Wort, und mancher Autor ist schon den sich aufdrängenden Versuchungen großer Versöhnungsreden und Betroffenheitsgesängen erlegen.
Lukas Hartmann indes schreibt nicht nach dem Strickmuster eines Drewermann-Pullovers.«


Genese eines Gotteslästerers
Der junge US-Autor Shalom Auslander zeigt in seinem ersten Roman »Eine Vorhaut klagt an«, wie viel Irrsinn in religiöser Indoktrination steckt. Mit Gott ist in diesem Roman die Orthodoxie der Religionen gemeint, denn sie vereinnahmt das Göttliche zu ihren Zwecken und deutet es zu einer Drohgebärde um.



Welt-Literatur aus Bochum
Wie Wolfgang Welt mit seiner autobiographischen Trilogie des Scheiterns
»Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« nach zwanzig Jahren doch noch bei Suhrkamp gelandet ist und nun sogar einen neuen Roman geschrieben hat »Doris hilft«
»Welts Geschichten sind mehr als Trash-Komödien mit regionalem Flair. Sein »Buddy Holly auf der Wilhelmshöhe« ist ein dem Leben abgerungener, tragikkomischer Bildungsroman eines Möchtegerns, und als solcher authentisches Dokument einer Zeitspanne zwischen Anything goes - but nothing happens.« Leseprobe


Taugenicht oder Kotzbrocken?
Sigrid Lüdke-Haertel über das fulminante Debüt des jungen Erzählers Thomas Klupp »Paradiso«
Selten ist der Held eines Romans so einhellig beschimpft worden von der Kritik wie dieser arme Alex Böhm. Harmlos noch: »Blender« und »frecher Hund«, besser schon: »dreister Lügner« und »Soziopath«, richtig ordentlich: »Arschloch« und »Drecksack«. Noch seltener aber waren sich die Kritiker so einig im Urteil: ein Klasse-Buch. Leseprobe

Nachtgestalten
Judith Wenk über den neuen Roman von Olivier Adam
»Nichts was uns schützt«
»Adam schreibt direkt aus der sozialen Gegenwart, ihm liegen die Gebrochenen am Herzen: Die einen, die in Sinnlosigkeit und Schulden versinken und die anderen, die täglich an den europäischen Küsten anlanden.«



»Bei mir soweit alles daneben«
Sigrid Lüdke-Haertel über Annegret Helds neuen Roman
»Fliegende Koffer«
»Ein absoluter Scheißjob. Annegret Held kennt die Arbeit, über die sie schreibt aus eigener Anschauung. Sie ist als Polizistin Streife gefahren, hat sich an der Startbahn West als Bulle beschimpfen lassen. Sie hat in einem Sägewerk geschuftet, in einem Altersheim den Senioren die Windeln gewechselt.Mit der »Baumfresserin« (1999) ist sie bekannt geworden. Mit den »Fliegenden Koffern« wird sie berühmt.«

»Narrheit unser, die Du bist im Himmel«
In seinem neuen Roman »Empörung« hält Philip Roth den modernen Gesellschaften unserer Zeit einen Spiegel vor. Deren Sicherheits- und Ordnungsdenken bereitet nur den Weg, um zu Unfreiheit und Zerstörung zu gelangen.
»Mit 'Empörung' setzt Roth dem Abgesang auf Alter und Vergänglichkeit kein Ende, sondern vielmehr die Krone auf.«

Große Erwartungen
Carlos Ruiz Zafóns »Das Spiel des Engels«
Ein gelungener Genre-Mix mit kleinen Schwächen.
»Gekonnt bewegt sich Ruiz Zafón zwischen den literarischen Genres Krimi, Thriller, Schundroman, Gothic Novel, hier ein bißchen Religionskritik, da ein bißchen Romantheorie, Herz, Schmerz, Grusel, Action, Tod.«
Leseprobe
Hörprobe


Traurige Affen
Guido Rohm über Denis Johnsons Vietnam-Roman
»Ein gerader Rauch«
»Man frisst Mythen. Wie die schmecken? Manchmal wie eine Mischung aus Pepsi und Napalm.«
Leseprobe
Im »New Yorker« haben wir die Kurzgeschichte Homeless and High von Denis Johnson gefunden.

Was auf der Asche wächst …
Irène Némirovsky, 1942 in Auschwitz ermordet, erzählt in »Feuer im Herbst« über die großen gesellschaftlichen Brüche am Anfang des vergangenen Jahrhunderts
»
Posthum 1948 veröffentlicht und zuletzt von Eva Moldenhauer neu übersetzt, eröffnet »Feuer im Herbst« einen Blick auf das faszinierende Werk einer viel zu lange unbeachtet gebliebenen Schriftstellerin.« Von Karen Lohse Leseprobe

Wie zwei Puzzleteile, die nicht zueinander passen
Karen Lohse über Bettina Steinbauers ambitionierten Debütroman
»Zwei im Sinn«
»Philosophen, Soziologen, Theologen, Literaten aller Zeiten versuchten ihr nachzuspüren und waren dort am hellsichtigsten, wo sie der Liebe ihr Geheimnis ließen. Und genau an diesem Punkt scheitert der Roman von Bettina Steinbauer, denn sie will erklären, was nicht zu erklären ist.«

Sisyphos-Nachfolger
Gregor Keuschnig über Xaver Bayers neuen Band Erzählungen
»Die durchsichtigen Hände«
»In fast allen zweiundzwanzig Geschichten scheint etwas in der Luft zu liegen, eine dunkle, rätselhafte, nicht näher konkretisierbare aber ständig als Möglichkeit anwesende Bedrohung.«
Leseprobe

Hohelied der Verzweiflung
The Waste Land. Das öde Land
»
T. S. Eliot lieferte den Stahl, das Feuer und die Glut, Ezra Pound führte den Hammer


Tondokument

The Waste Land gelesen von T. S. Eliot
»The Burial of the Dead« / »A Game of Chess«
/ »The Fire Sermon and »Death By Water« / »What the Thunder Said«


Die Hölle sind immer die Anderen
Guido Rohm Über Georges Batailles »Henker und Opfer« (und noch einiges mehr)
»Es ist an der Zeit, Bataille neu und vollständig zu entdecken. Man verlässt seine Textkuren ein Stück weit nackter und das ist schon viel in der heutigen Textilliteratur, die einen mit immer dichter verwebten Stoffen umgarnt. Man schwitzt eine Weile mit ihm und geht dann für Stunden geläutert wieder seines Weges.«
Hörprobe

Die Scham kippen
Guido Rohm zu Georges-Arthur Goldschmidts
Frage-Antwort-Spiel mit Tim Trzaskalik »Des Pudels Kern«
»Goldschmidt schlägt herrliche Schneisen, es ist eine Wonne, seinen Pfaden zu folgen. Die Luft wird für Momente ein wenig klarer, man sieht Ausschnitte des Himmels über sich. Er bietet keine Befreiung, wie sollte es die auch geben, da müsste er schon den ganzen Wald abbrennen, ohne zu wissen wie groß der Wald überhaupt ist, aber er bietet Einsichten.« Hörprobe

Foto: Matthes & Seitz
»Der Mensch jedoch lebt«
Thomas Hummitzsch über Warlam Schalamows Berichte aus dem Gulag »Erzählungen aus Kolyma«
Wie ist ein Leben nach dem Gulag möglich, wo Humanität und Kultur im Erleben der Barbarei ihre Relevanz verlieren, ohne den ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation? Dies ist die große Frage, die Schalamows Erzählungen zugrunde liegt.


Ein poetischer Endzeitgesang
Peter V. Brinkemper über Uwe Tellkamps mittlerweile zum »Volksbuch« erklärten Roman Der Turm
»Es ist schon bemerkenswert, wie Tellkamp das Vibrato, das Espressivo und die Artikulation der Musik im klangmateriellen Bereich belässt, eher »mit der Feinheit einer Apothekerwaage« im Geiste Fontanes austariert.« Lesung von Uwe Tellkamp aus »Der Turm«

Opulenz und Strenge
»Vielstimmig, kraftvoll, sprachgewaltig: ein episches Wunderwerk« Uwe Tellkamps Roman »Der Turm«
Eine fundierte Begeisterung von Lothar Struck: »Der Turm« ist weder kunstvolle Reportage noch blosse Diashow einer vergangenen Zeit.
Er ist ein Beleg dafür, was grosse Literatur vermag. »Die Geschichte aus einem versunkenen Land« geht tiefer. Das ist, im wörtlichen Sinne, Welt-Literatur.


Echos aus dem Jenseits
Ein stiller Ort in der Einsamkeit der mexikanischen Steppe. Der Wind treibt den Sand durch die Straßen, die in der Mittagshitze flimmern. In diesem Ort wohnt das Grauen und es hat einen Namen: »Pedro Páramo«. Dagmar Ploetz hat Juan Rulfos Meisterwerk neu übersetzt.

Leseprobe


Séance in italienischen Desingermöbeln
Ein Kommentar von Karen Lohse zur deutschen Erstausgabe von Paulo Coelhos Roman »Brida«
Coelhos Bücher besitzen eine gewisse Anziehungskraft, der sich auch studierte Literaturwissenschaftler nicht ganz entziehen können. Auch wenn der kitschige Satz nicht so recht von den Lippen kommen will: In bestimmten Situationen sind Coelhos Bücher Balsam für die Seele. Sind wir schwach und verzweifelt, greifen wir eher zu »Brida« als zu Thomas Manns »Zauberberg«. Leseprobe


Exerzitien im Turm zu Babel
Mathias Gatza will in seinem Debütroman »Der Schatten der Tiere« nichts Geringeres, als die Welt erklären und scheitert daran auf hohen sprachlichen Niveau. Von Karen Lohse
»Unerträglich ist der hochmütig pseudointellektuelle Blick der Hauptfiguren auf die Menschen ihrer unmittelbaren Umwelt. Die drei versuchen dasjenige ausfindig zu machen, womit alles auf der Welt zusammengehalten wird, ohne die Welt auch nur im Mindesten zur Kenntnis zu nehmen.«

Schreibendes Gewissen
Nichts ist so wahrscheinlich, wie der Untergang. Ob im Iran, in Kolumbien, auf dem südchinesischen Meer oder mitten in Amerika. Der junge amerikanische Autor Nam Le erzählt in seinem Debutband Im Boot eindringlich von der Brutalität des Lebens und zwingt uns, ihm ins Gesicht zu schauen.


Aus dem Leben einer Leseratte
Thomas Hummitzsch über das späte aber um so erfolgreichere Debut von Sam Savage:
»Firmin. Ein Rattenleben«
Firmin ist die Nummer dreizehn. Fatal, wenn die Mutter nur zwölf Zitzen hat. Statt von Muttermilch ernährt er sich von Weltliteratur und wird zur belesensten Ratte des Universums.
Leseprobe



»Von vnnutzē buchern«
Ulrich Holbeins enzyklopädistisches »Narratorium«
ist ein wahrhaft gewaltiges närrisches Unterfangen. Von echten und falschen Narren, von Dennis Abner, Katzenmensch bis Zirpuanna, Unratberührer.
Stefan Möller hat es gelesen und »tröstet sich schwach mit dem Gedanken, dass es Streber auf den Schulhöfen nie leicht hatten und die nur so mittel belesenen, aber coolen Jungs die hübschen Mädels kriegten.«

Leseprobe

Exotik, Abenteuer und die Göttin Kali
Stefan Möller zur Wiederentdeckung der »Geheimnisse des schwarzen Dschungels« von Emilio Salgari im Verlag Wunderkammer
»Es sind jene Bücher, mit denen man sich als Junge mit einer Taschenlampe bewaffnet unter die Bettdecke verzogen hatte und heimlich unbedingt noch ein paar Seiten vor dem Einschlafen lesen musste.«


Schweizer Exporte
»Ich will nicht behaupten, daß Christoph Kolumbus Schweizer gewesen sei -  aber ziemlich sicher bin ich schon.«
Alex Capus porträtiert in seinem neuen Buch 12 eidgenössische »Himmelsstürmer«, die Geschichte oder Geschichten machten.
Leseprobe


Grosse Worte und Miniaturen
Georg Keuschnig über Roger Willemsens feuilletonistisch-phänomenologisches Essay »Der Knacks«
»Ein Tuarag oder ein Bewohner der mongolischen Steppe dürfte dieses Buch wohl höchstens als Science-Fiction-Roman lesen oder kopfschüttelnd beiseite legen.«
Hörprobe

Amerikanische Kriegsklage
Der ehemalige US-Soldat Matthew Eck prangert in seinem Erstlingsroman »Das entfernte Ufer« die menschenfeindliche Maschinerie des US-Militärs an. Einen Blick für die somalischen Verhältnisse, derer Kulisse er sich bedient, scheint sich jedoch bis heute nicht bei ihm eingestellt zu haben. Ausgehend von seinen Erlebnissen in Somalia und Haiti ist dieser Roman von der Gegenwart längst eingeholt worden und bestätigt nur noch einmal mehr das längst Bekannte – die amerikanische Ignoranz nach innen und außen.

Das Tagwerk eines Lebens
Karen Lohse über Volker Brauns Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer
Braun lässt seinen tragisch-komischen Helden der Arbeit durch die Lausitz der Nachwendezeit stolpern. Eine Landschaft, die für das Thema des Romans symptomatisch ist: Während die Arbeit hier einst zu Hause war, sich Tagebau an Tagebau reihte, hat sie jetzt die Städte, Dörfer und Menschen verlassen. (...) Gekommen ist statt ihrer die Agentur für Arbeit. Ein neuer Abgott, der die Menschen alsbald genauso im Griff hat wie einst die Arbeit, deren Nichtexistenz sie jetzt verwaltet: »Es begab sich aber, daß ein Gebot ausging, von der Agentur für Arbeit und jedermann sich schätzen lassen sollte, ob er die Almosen verdiene.«

Heimsuchung
Sándor Márai’s Roman »Die Möwe«
Ich hatte eine »Möwe beobachtet, die regungslos in der Höhe stehend das Ufer abspähte … nach vorne sieht sie nicht, den Horizont kennt sie nur in der Perspektive der rechten und der linken Hemisphäre. Ähnlich wie ein Ideologe, der die menschliche Welt allein aus rechter oder linker Sicht kennt. Doch man kann auch gerade sehen, … dazu braucht man eine Stirn und in ihr Augen.« Márai hatte diese Augen, diesen wachen Beobachtungssinn der ihn davor bewahrte, den leeren Versprechungen der Ideologen zu erliegen.


Vom Winde verweht
Keiner schreibt Geschichten derart prägnant, pointiert und aberwitzig, wie der Amerikaner T. C. Boyle. Seine grandiose Kurzgeschichte »Windsbraut« ist jetzt als 31. »Tolles Heft« erschienen.
Es ist dieses auf engstem sprachlichen Raum perfektionierte Zusammenspiel aus Surrealität und Wirklichkeit, Übertreibung und dem richtigen Maß, das einen die Geschichten von T.C. Boyle mit einer einmaligen Faszination lesen lässt.



Küchentischgespräche
Gregor Keuschnig über Günter Grass' neuestes pseudobiographisches Meisterwerk »Die Box«
Es ist in Wahrheit ein abgeklärtes Buch, in dem Grass ausdrücklich seine Version der Dinge darlegt (und kanonisieren will). Wenn er vom Anekdotischen des Box-Motives (wie immer reitet Grass seine Motive zu Tode) abweicht, bekommt der Leser kurz einen Blick hinter dem Vorhang gezeigt. Dann gibt es seltene Momente des Innehaltens, jenseits des grossmauligen Egozentrikers und der Erzähler ersehnt eine Art Vergebung ...


Das Blau der Sehnsucht und die Anderen
Emma Braslavskys zweiter Roman »Das Blau des Himmels über dem Atlantik« holt die Lebenden und die Toten an einen Tisch.
Braslavsky scheint ihr Thema gefunden zu haben. Wieder geht es um große universelle Fragen: Wer bin ich? Warum bin ich der geworden, der ich bin? Wieder sind die Vorfahren, Dreh- und Angelpunkte bei der Suche nach der eigenen Identität.
Von Karen Lohse

Handkes mythischer Mikrokosmos
Lothar Struck über Fabjan Hafners Nachspürungen
»Peter Handke – Unterwegs ins Neunte Land«

Fabjan Hafner hat sich – aller Divergenzen zum Trotz - mit diesem überaus detailreichen Buch als profunder Kenner des Werkes von Peter Handke erwiesen. Er vermeidet ermüdendes Germanistenjargon, in dem er streng am "Text" bleibt. Hafner animiert, Handke wieder zu lesen und in seinen Romanen und Erzählungen neue Facetten zu entdecken. Hierfür muss man ihm danken.

Von Menschen und Schafen
Stefan Möller über Gerbrand Bakkers Roman »Oben ist es still«

»Eine Hommage an die Landschaft, ohne Verklärung und doch voller Gefühl.«
Leseprobe




Und noch'n Gedicht ...
Rundumschlag deutscher Lyrik
Marcus A. Born zu den kleinen & großen Conradys
Wer auf Lyrik steht, findet hier gut 2000 Gedichte auf 1378 Seiten von über 600 LyrikerInnen geschnitten oder am Stück.
Hörprobe


Kaffeekränzchenrhetorik
Gregor Keuschnig ärgert sich über Ida Jessens vermeintlichen Beziehungsthriller »Leichtes Spiel«
»Wer das Attribut 'Thriller' im Zusammenhang mit diesem Buch nur ausspricht, vergeht sich an diesem Genre in Anbetracht dieser biederen Beschreibungsprosa. (...) Jessen will eine grosse Raubkatze präsentieren – es langt jedoch nur zum possierlichen Kater Mikesch.«


Jenseits aller Unschuld
Wie viel Verantwortung trägt der Einzelne, wenn alle Menschlichkeit verloren geht?
Der Dramatiker Lukas Bärfuss rechnet in seinem Romandebüt »Hundert Tage« mit der Schweizer Entwicklungshilfe ab und hält dem wohlhabenden Westen den Spiegel vor.
»
Nein, wir gehören nicht zu denen, die Blutbäder anrichten. Das tun andere. Wir schwimmen darin. Und wir wissen genau, wie man sich bewegen muss, um obenauf zu bleiben und nicht in der roten Soße unterzugehen.«

Panorama des Weltenwechsels
Michael Knoll über Ingo Schulzes neuen Roman »Adam und Evelyn«
»... das ganze politische und gesellschaftliche Panorama eines Jahres, (...) Schulze lässt uns mit diesem Buch mehr davon verstehen, als kluge Analysen es uns erklären könnten.«
Der lange Weg nach Westen
Kaum ein Autor trifft den Ton des ost-west-deutschen Dialogs besser als Ingo Schulze. »Adam und Evelyn«
von Thomas Hummitzsch

 
Zu dick aufgetragen
Michael Knoll über Klaus Modicks neuen Roman
»Die Schatten der Ideen«
»Die Lebensgeschichte von Julius Steinberg zeichnet exemplarisch Wege deutscher Intellektueller nach, die im Namen deutscher Kultur in die USA emigrieren mussten. Diese Wege waren selten gerade, sie waren meist hart und steinig, aber oft genug auch erfolgreich. Über dem Buch liegen aber zu viele Schatten, um es gut finden zu können. Und nicht nur für deutsche Politiker gilt: Anspielungen auf das Dritte Reich gehen meistens schief.«


Die Mücke auf dem Grashalm
Rolf Löchel über den fünften Band der Virginia-Woolf-Tagebuchausgabe (1936-1941), der die deutsche Übersetzung komplettiert.
Dass der Ton dieses letzten Tagebuchbandes über weite Strecken noch düsterer klingt als derjenige der vier vorangegangenen, dürfte nicht nur Woolfs zu Depressionen neigender Mentalität und ihren klinischen Schüben anzulasten sein, sondern vor allem den selbst mit dem Begriff düster nur unzulänglich umschriebenen Zeitumständen. 

Unzumutbare Wahrheit
Rolf Löchel über Ingeborg Bachmanns Briefwechsel mit Paul Celan Herzzeit. Briefwechsel.
»
Lange war der Briefwechsel zwischen den beiden wohl bedeutendsten deutschsprachigen NachkriegslyrikerInnen, die mit ihren Gedichten je auf ihre Weise ein berühmtes Diktum Theodor W. Adornos widerlegten, unzugänglich und es schien keinerlei begründete Hoffnung zu bestehen, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern werde.«


© Jerry Bauer/SV
Die Vorbereitung der Rezension zur Vorbereitung des Romans
Goedart Palm über Roland Barthes Vorlesungen am Collège de France 1978-1980 »Die Vorbereitung des Romans«
»Das Schreiben ist ein ewiger Selbstbetrug, denn immer will man fertig werden, um dann sofort wieder mit dieser quälenden Kondition des Unfertigen und des erneut einsetzenden Nervenkriegs gegenüber den Zumutungen des Werks zu beginnen.«


Die Melancholie der Erinnerung
Der Band »Ende der Sonntage« beweist einmal mehr das einmalige Erzähltalent des wiederentdeckten Italieners Alberto Vigevani.
Ihm gelingt es darin auf einmalige Weise, der Schönheit im Wahren das Wahre im Schönen folgen zu lassen – eine bittersüße Erfahrung.





Zwei Männer im Schnee

»Wir pinkelten in den frischen Schnee, mit Blick auf den Kreml. Wir pinkelten ohne Pathos oder Protest.«
Stefan Möller über den ebenso unterhaltsamen wie lehrreichen Parforceritt des Russen Jewgenij Grischkowez »Das Hemd«

Leseprobe



Das Würfelspiel des Daseins
Jay Parinis grandioser Roman über die letzten Tage
des berühmtesten Schriftstellers der Welt.
Tolstojs letztes Jahr
»Ein Roman ist wie eine Seereise, ist wie ein Aufbruch in unbekannte Gewässer, aber ich bin so nah wie möglich der Küstenlinie jener tatsächlichen Ereignisse des letzten Lebensjahres Tolstojs gefolgt.«, beschreibt Parini den real-fiktiven Rahmen seines Werks. Leseprobe


Literatur-Lexika







Werkzeugkisten für Leser

Auf den Schultern von Riesen breiten neue Handbücher die reiche Ernte der Literaturforschung aus. Eine Sichtung von Bernd Blaschke


»Wir sind zuständig«
»Da stehen sie nun, die Grabhügel mit den einstmals illustren Namen, heute schon fast vergessen, die einmal das Gesicht dieses Jahrhunderts prägten, die Baumeister, Komponisten, die Dichter, die es bis hierher geschafft hatten, die Geister der von den Konsulatsbeamten abgewiesenen Antragsteller, Welterlöser ohne Aufenthaltsbewilligung.«
Ein Tauchgang in eine Welt, die es nicht mehr gibt.
Friedhelm Lövenich über die Memoiren des Moralisten Hans Sahl

In unserem Preisrätsel verlosen wir 3 Exemplare seiner Memoiren.

Orte der Verletzlichkeit
Der erste Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig enthält die gesammelten Gedichte, darunter mehr als 150 aus dem Nachlass

Wolfgang Hilbig
und die »Schwarzarbeit des Schreibens«
Über ein Doppelleben als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR
von Karen Lohse



Unter der Gummihaut

Durs Grünbeins Meditationen »Der cartesische Taucher«
»Unter dem Druck der Vernunft tanzt der Dichter auf und ab. Doch ausgerechnet dann, wenn dieser Druck nachlässt, schnellt seine Seele wieder an die Oberfläche, wo sie Unterschlupf findet und am liebsten verweilt. Hier muss sie wieder Luft holen, wartend auf weiteren Druck der Vernunft, der sie wieder auf den Boden presst, um erneut in die Erscheinungswelt zurückzufinden.«

Die Arbeit des Trauerns
»
Haben Gott abgesetzt, sind nur noch wir jetzt, wir allein, unberechenbar und sterblich, sinnlos sterblich, rettungslos eingepfercht zwischen die Grenzen von Geburt und Tod, mit nichts davor und nichts dahinter. Haben die Angst jetzt vor uns selbst, weil wir nicht wissen, was das ist, dies Selbst mit seiner Angst, für die wir, seit wir Gott abgesetzt haben, niemand mehr als uns selbst verantwortlich machen können.«
Lothar Struck über Ulla Berkéwicz's radikale Aufarbeitung eines Sterbens »Überlebnis«


In Memoriam
Vor dreißig Jahren starb Jean Améry
Denker ohne Weltvertrauen Von Ursula Homann
Auf seinem mit Efeu überwachsenen Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof findet man neben dem Namen und den Geburts- und Sterbedaten auch Amérys Auschwitznummer 172 364 vermerkt. Das am linken Unterarm eingeritzte Brandmal, schrieb er einst, lese sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gebe zudem gründlicher als diese Auskunft über eine jüdische Existenz.

»Leer wurde plötzlich die Welt.«
Martin Warny über Jean Amérys Frühwerk »Die Schiffbrüchigen«


Verloren in Gottes eigenem Land
»In der fraglichen Nacht war ich betrunken, fast schon bewußtlos, und ich schwöre bei Gott, ein Vogel hat mir das Motelzimmerfenster eingeschlagen...«
Das grandiose Debüt des Amerikaners Willy Vlautin.
Sein Roman »Motel Life« liest sich wie ein langer, trauriger Blues. Simple, ehrlich, auf das Wesentliche reduziert, erinnert seine Geschichte an Steinbecks »Von Mäusen und Menschen«.

Der Kopf voller Sterne
Sigrid Lüdke-Haertel über Tim Wintons Surfer-Roman »Atem«
Echte Surfer sind süchtig, nach dem Meer, der Sonne und nach den Wellen, den hohen Wellen, der höchsten Welle. Der Erregung überhaupt. »Wenn du am Ende noch immer lebendig auf deinen Beinen stehst, durchschießt es dich wie Elektrizität. Du fühlst dich lebendig, hellwach ... Mann, das ist so, als hättest du die Hand Gottes gespürt«.

Schmetterlinge essen
Stefan Möller über Mircea Cărtărescus Roman-Moloch »Die Wissenden«
Sprachgewaltig kommt das Sammelsurium von Träumen, Geschichten, Fantasien, abstrusen Gedankenspielen und monströsen Begebenheiten daher. Cărtărescu beherrscht sein Metier, jongliert mit Begrifflichkeiten, erfindet Worte und haut dem Leser seine ausschweifende Sprachartistik um die Ohren, so dass der bald nicht mehr weiß, wo hinten und vorn, wo oben und unten ist.

Schwindelerregend gewöhnlich
»Dieser Roman ist eine Erzählung über das Hinterherlaufen: hinter den Menschen, Träumen und Zielen und Ängsten – ja, hinter dem Leben.«
Das Schweizer Wunderkind Catalin Dorian Florescu scheitert in seinem neuen Werk »Zaira« an den hohen Erwartungen und enttäuscht seine Leserschaft.
Leseprobe
Hörprobe

Plaudereien aus dem Nähkästchen
Hanns-Josef Ortheil & Klaus Siblewski klären uns auf
»Wie Romane entstehen«

»Der 'Roman' ist ein unübersichtliches, sich häufig chaotisch darstellendes Gelände, das alle Planungsabsichten von vornherein bedroht oder in Frage stellt.«

Rekapitulationen
Lothar Struck über Marcel Beyers neuen Roman »Kaltenburg«
»Man ertappt sich dabei, dass ungeliebte Wort vom 'Meisterwerk' hier passend zu finden und – endlich einmal! – damit einverstanden zu sein.«


Die Verdrehung der Welt oder »Jedes Paradies hat seine Schlange«
Der Literaturprofessor Abdourahman A. Waberi zeichnet ein Bild von der Welt unter umgekehrten geopolitischen Vorzeichen.
»In den Vereinigten Staaten von Afrika«


Drei Tage der Wahrheit
Ein ehemaliger RAF-Terrorist wird begnadigt und verbringt mit seinen alten Weggefährten das erste Wochenende in Freiheit. Die Freunde ziehen gemeinsam Bilanz.
Thomas Hummitzsch über Bernhard Schlinks Roman »Das Wochenende«

»Erst abwracken, dann vögeln«
Die Welt der Politiker hat nicht mehr viel mit der ihrer Wähler gemein.
Spiegel-Autor Dirk Kurbjuweit zeigt in seinem neuen Roman »Nicht die ganze Wahrheit«, in welchem Parallel-Universum sich unsere Regierenden bewegen und erzählt ganz nebenbei von der Scheinheiligkeit des politischen Lebens.

Verschwunden in Argentinien
Das argentinische Militär führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Pablo Poznan gerät in die Fänge des Regimes. Eine verzweifelte Suche beginnt, die greifbar den Horror des Gewaltregimes enthüllt und nebenbei eine Satire auf das jüdische Selbstbild entwirft.
»Mit Das Ministerium für besondere Fälle ist Nathan Engländer ein fulminanter Debütroman gelungen, gewaltig in all seiner Vehemenz, Hoffnung und Kraft, pendelnd zwischen angedeutetem Horror und purer Ironie. Eine Sensation.«

Holocaust war gestern, jetzt ist Nahost-Konflikt
In Israel begehrt eine neue Schriftstellergeneration auf. Ernst sollte man sie nehmen,
die jungen Wilden der israelischen Literaturszene, die die politischen, gesellschaftlichen und moralischen Verhältnisse in dem jüdischen Staat kritisch betrachten:Von der Würde des Menschen.

»Unser Leben ist ein Wirbel und kein Strich«
Sigrid Lüdke-Haertel über das stürmische Romandebüt
»Bestattung eines Hundes« von Thomas Pletzinger
»Eheprobleme, Dreiecksgeschichten, männliche und auch echte Hahnenkämpfe sind so großartig beschrieben, daß man sich schon beim Lesen die Blutspritzer aus dem Gesicht wischt.«

Vom Entgleisen der Welt

Wassili Grossmans Roman »Leben und Schicksal« ist eine fulminante Apologie des Menschen in barbarischen Zeiten.
Sein opus magnum nennt das Falsche falsch und das Richtige richtig – ein existenzielles Wagnis für Autor und Werk, wenn die Anhänger des Falschen das Sagen haben. Von Thomas Hummitzsch

Hier können Sie einen
Auszug aus Grossmans Jahrhundertwerk »Leben und Schicksal« lesen.

Literatur ist Literatur und Schnaps ist Schnaps
© David Monniaux
Turbulenzen bei der Lektüre von Jonathan Littells Roman »Die Wohlgesinnten« kommentiert von Goedart Palm: »Es gibt einen Schrecken, der sich trotz seiner historischen Protokollierung den Darstellungen der Literatur und gleichermaßen den Verständnishorizonten der Literaturkritik entzieht. Dafür ist Jonathan Littell indes nicht haftbar zu machen, so sehr es auch einige Kritiker erzürnt, im Widerstand gegen dieses Werk auf die Aporien und Vorurteile ihrer eigenen Disziplin zu stoßen.«

Ein menschlicher Schelmenroman?
»Aber das Unmenschliche – ich bitte um Entschuldigung –, das gibt es nicht. Es gibt nur das Menschliche, immer nur das Menschliche«
Marcus A. Born über Jonathan Littells kontrovers diskutierten Roman
»Die Wohlgesinnten«


Nein, liebe Leute, dieser Kaiser ist nackt!
»Dieses Buch stösst weder an die Grenzen der Literatur, noch an die der Literaturkritik.«

Eine Entkleidung in drei Kapiteln von Gregor Keuschnig


Schlechte Reklame für ein gutes Buch
»Huckepack-Marketing der dreisten Art, ebenso einfalls- wie geschmacklos, und es degradiert Merles grandiosen Roman zu dem Vorläufer-Modell eines provokant ambitionierten Schreibprojektes, dessen konzeptionelle und literarische Qualitäten auch nicht ansatzweise an die Meisterschaft Merles heranreichen.«
Über Robert Merles biographischen Roman
»Der Tod ist mein Beruf«


Erste Liebe
»Wer ein Herz in seiner Brust und in diesem die Liebe eines Sommers trägt, der sollte nicht nur, nein, der muss dieses Buch lesen.«
Thomas Hummitzsch über die Geschichte eines Sommers in Italien der niemals enden soll und doch nur sechs Wochen währt. Wochen voller Sinnlichkeit, Begehren, Leidenschaft und Obsession. André Acimans Roman
»Ruf mich bei Deinem Namen« ist das Zeugnis einer einmaligen Liebe.

Die Stadt der wilden Hunde
Sigrid Lüdke-Haertel über Martin Mosebachs
»Nachrichten aus dem alltäglichen Indien«
»
Ein Land, das über 7oo.ooo Computerspezialisten verfügt, ein Land, in dem fast überall ganztags der Fernseher läuft, Plastikdeckchen auf den Allerweltsmöbeln liegen, auf wunderschönen Teichen, an denen Büffel trinken, nicht nur herrliche Seerosen, sondern auch massenhaft Plastiktüten schwimmen und ein verdorbener Geruch über allem treibt, ein solches Land läßt sich, zum Glück, nicht unter einen Hut bringen.«

Eine europäische Katastrophe
Ein Balanceakt zwischen Holocaust und Balkankrieg, Geschichte und Gegenwart, Betroffenheit und Objektivität ist Igor Štiks Roman
Die Archive der Nacht »... ein abenteuerlicher und wagemutiger Marsch durch unsere Zeit, der eine Brücke zwischen den europäischen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts schlägt. Ihm ist nichts weniger gelungen, als ein gesamteuropäischer Geschichtsroman.«

Fahrtenbücher eines Kapitäns zur See und zur Seele

Joseph Conrads 150. Geburtstag bescherte uns neue Biographien und Neuübersetzungen seiner wichtigsten Novellen. Bernd Blaschke hat sie gelesen und kommentiert.

Wozu Goethe?

Martin Walser phantasiert ergreifend Glück und Pein der Altersliebe.
»Für Walser-Fans ist
Ein liebender Mann fraglos ein unbedingt lesenswertes Buch; auch wenn man seine strittigen Bilder von Altersliebe mutiger und aktueller finden mag, wenn sie ohne den vorgeschobenen Nationalheiligen dargeboten werden.« Von Bernd Blaschke


Sein Leben als alter Mann

Nach 34 Jahren verabschiedet sich Philip Roth von seinem alter ego Nathan Zuckerman. »Als potenter Erzähler von nunmehr eher kürzer, kompakter und mithin immer ‚kontinenter’ werdenden Alterswerken ist Roth nahezu konkurrenzlos.« Bernd Blaschke über »Exit Ghost«

Zuckermanns Ende
»Es gab größere, bedeutendere und raffiniertere Romane aus seiner Feder, doch keinen Unvermeidbareren, als diesen. »Exit Ghost« ist das bittere Ende, das dazugehört. Unumstößlich. Unausweichlich. Roth.«
Thomas Hummitzsch über den sinnlosen Kampf der »Nicht-Mehrs«


»Nein, keine traurige Geschichte.«
Eine schöne. Eine sehr schöne. Aus der Zeit, als das Schreiben noch geholfen hat. Lothar Struck über Peter Handkes Erzählung
»Die morawische Nacht«

Die iranische Sonnenfinsternis

Thomas Hummitzsch über Dalia Sofers mitreißenden Schicksalsroman »Die September von Schiras«

Verrückte Liebschaft im Bordell

Juan Marsé über die
Liebe in einer vom Verbrechen geprägten Welt.

Halt Dich an Deiner Liebe fest
Bernd Blaschke über Ulrich Peltzers poetische Kunst der Fuge über Revolte und Staatsschutz

Die Angst vor dem Schlussstrich
Stewart O’Nans großartige Erzählung »Letzte Nacht«

Nichts ist für die Ewigkeit – nicht einmal der Tod

José Saramago geht in »Eine Zeit ohne Tod« dem Aussetzen des Sterbens auf den Grund. Ein außergewöhnlicher Totentanz.

Mutmaßungen über Monsieur Lambert
Jean-Jacques Sempés neuestes Lese- & Bilderbuch
Monsieur Lambert

Vom Leben, vom Tod, und vom Übrigen auch dies und das
Lothar Struck über Urs Widmers Poetikvorlesungen

Vom Erwachen der Liebe
Thomas Hummitzsch über Alberto Vigevanis Erzählung »Sommer am See«


Giftige Schadenfreude
Thomas Hummitzsch über Truman Capotes »Erhörte Gebete«


Verlorene Leben
Sigrid Lüdke-Haertel über Julia Francks Meisterstück »Die Mittagsfrau«

Das Phänomen der kleinen Welt
Michael Ondaatjes neuen Roman Divisadero

Eine (un)glückliche Liebesgeschichte
Katja Lange-Müllers neuer Roman »Böse Schafe«

Eine Frage der Perspektive
Irrgänge durch Mark Z. Danielewskis grandios wuchernden Roman
»Das Haus - House of Leaves« von Goedart Palm

Handkes Exerzitien des Schauens
Gregor Keuschnig über Peter Handkes Journal »Gestern unterwegs«

Wunschloses Wohlbehagen – oder wir alle wohnen in unterschiedlichen Thomas-Mann-Straßen
Peter V. Brinkemper über die große kommentierte Frankfurter Ausgabe von Thomas Manns »Doktor Faustus«

Die Gretchenfrage
Sigrid Lüdke-Haertel über einen Frankfurter Kriminalfall mit weltweiter Wirkungsgeschichte Gretchen

»Foul is fair and fair is foul«
Über Georg M. Oswalds neuen Roman »Vom Geist der Gesetze«

Ein Sommernachtstraum?
Sigrid Lüdke-Haertel über Martin Mosebachs neuen Roman
»Der Mond und das Mädchen«

Eine mitreissende Suada
Das begeisternde Debut der Ariane Breidenstein Und nichts an mir ist freundlich

Zerlegte Zeit
Lothar Struck über Gerhard Roths Autobiographie »Das Alphabet der Zeit«

Koordinaten
Sigrid Lüdke-Haertel über Ulf Erdmann Zieglers autogeographischen Roman
»Wilde Wiesen«


Von der Notwendigkeit zu leben
Richard Fords erzählerischer Geniestreich »Die Lage des Landes«

Ausgesaugte Träume
Gregor Keuschnig über Martin von Arndts tour de force »ego shooter«
 

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»Als ich jung war, wollte ich Schriftsteller werden. Später, als ich Schriftsteller geworden war, und manchmal heute noch, bedurfte ich starker Betäubungen, um nicht die Manuskripte zu zerreißen, die Schreibmaschine in den Müll zu werfen und dorthin zu gehen, wo das eigentliche Leben zu vermuten war.« Jörg Fauser     

Alexander Verlag













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Männer im Zug

Eine kurze Geschichte von Joe Bauer

»Es war vor Fulda, als sie einstiegen. Ich saß im Zug auf dem Weg nach Stuttgart. Ich kann mir immer nur Fulda merken. In Fulda gibt es den Slogan »ideal zentral«. Damit meint Fulda sich selbst.«

Literatur in Bild & Ton
Literaturhistorische Videodokumente von Henry Miller, Jack Kerouac, Charles Bukowski, Dorothy Parker, Ray Bradbury & Alan Rickman liest Shakespeares Sonett 130

Thomas Bernhard
Eine kleine Materialsammlung
in Bildern & Tönen samt Fragebogen
und Dramolett

Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen Monologen über Gott und Welt. Ja, der Bernhard hatte schon einen Humor, gelt?

Klassiker-Archiv Übersicht
Shakespeare Heute, Shakespeare Stücke, Goethes Werther, Goethes Faust I, Eckermann, Schiller, Schopenhauer, Kant, von Knigge, Büchner, Marx, Nietzsche, Kafka, Schnitzler, Kraus, Mühsam, Simmel, Tucholsky
, Samuel Beckett


Honoré de Balzac
Ber
serker und Verschwender
Balzacs Vorrede zur Menschlichen Komödie
Die Neuausgabe seiner
»schönsten Romane und Erzählungen«, über eine ungewöhnliche Erregung seines Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten Romanfiguren.
Hugo von Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit Shakespeare da war.«

Franz Kafka (*03.07.1883 - †03.06.1924)
Unsere Berufungsinstanz
Lebensangst, die Entfremdung und Heimatlosigkeit des modernen Menschen sind zentrale Themen der Romane und Erzählungen Franz Kafkas - und seines Lebens.
»Es ist nicht notwendig, daß Du aus dem Haus gehst. Bleib bei Deinem Tisch und horche. Horche nicht einmal, warte nur. Warte nicht einmal, sei völlig still und allein. Anbieten wird sich Dir die Welt zur Entlarvung, sie kann nicht anders, verzückt wird sie sich vor Dir winden.«

kafka ist anfang ohne ende
René Becher über Reiner Stachs Kafka-Biographie
»Die Jahre der Erkenntnis«
»Seine monumentale Biographie dürfte für sehr lange Zeit die letzte gewesen sein. Und: Kafka bleibt uns allen ein Rätsel. Jetzt und in alle Ewigkeit. Danke.«

K wie Klaustrophilie
Ein Essay über Kafkas Schreiben von René Becher


Glanz & Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik
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