Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


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Last Update: 15.11.18, 11:17

 

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Annie Ernaux
Erinnerung eines Mädchens


Über 55 Jahre braucht Annie Ernaux, um sich dieser »Erinnerung der Scham« stellen zu können – anhand von Fotografien und Briefen schreibt sie von einer Zeit, die sich in ihren Körper gebrannt hat. Die ihre Moral, ihre Sexualität, ihr ganzes langes Leben geprägt und bestimmt hat.

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Suhrkamp

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57 neue Filme im Oktober
Romane, Erzählungen, Novellen
Krimis, Thriller & Agenten
Biografien, Briefe & Tagebücher
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Yuval Noah Harari
21 Lektionen für
das 21. Jahrhundert

Wie unterscheiden wir Wahrheit und Fiktion im Zeitalter der Fake News? Was sollen wir unseren Kindern beibringen? Wie können wir in unserer unübersichtlichen Welt moralisch handeln? Wie bewahren wir Freiheit und Gleichheit im 21. Jahrhundert? Dieses Buch regt dazu an, sich an den großen Debatten unserer Zeit zu beteiligen, damit die Antworten nicht von den blinden Kräften des Marktes gegeben werden.


C.H. Beck

 



30 Klassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte

 

Bücher ohne Verfallsdatum: Romane, Erzählungen, Novellen


Ein großer Gesang
Von Lothar Struck
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»Welch' ein Glaube an das Schriftliche! Vielleicht der letzte Glaube überhaupt?« Mathias Énards epischer Roman »Zone« beschreibt das Leben & Sterben in den Kriegen rund um das Mittelmeer.

Der Gigant
Von Herbert Debes

Artikel lesen

Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay
»Ästhetik des Widerstands« aus der deutschen Literatur.
Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen, die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt.
Leseprobe
 

Krimis, Thriller & Agenten


© Marion Ettlinger
Die große amerikanische
Sinfonie der Verbrechen

Von Herbert Debes
Artikel lesen
Eine Kriminalgeschichte der USA von 1958-1972. James Ellroys Underworld-Trilogie deckt die enge Verzahnung von Politik und Verbrechen in Gottes eigenem Land auf.

 

Quellen


Provokation
für die postheroische Gesellschaft
Von Klaus-Jürgen Bremm
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Ernst Jüngers Kriegstagebücher 1914-1918 als Protokolle aus einer fragmentierten Welt. Alte Gegensätze aus der Welt des Friedens rücken plötzlich ganz dicht aneinander: Sensibilisierung und Verrohung, Abstoßung und Faszination, Erschütterung und Abstumpfung. Alle Erfahrungen treffen ihre Protagonisten mit unmittelbarer Wucht.
 

Geschichte & Politik


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama welthistorischer Herrschafts-diskurse analysiert Ulrich Menzel nichts weniger als: »Die Ordnung der Welt«. Leseprobe


Der Erste Weltkrieg
1914-1918


Wir besprechen fortlaufend Bücher zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken. 
Zu den Büchern

 

Philosophie


Verirrt im finstren Tal
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Der Herausgeber von Heideggers »Schwarzen Heften«, Peter Trawny, ringt in seinem Essay »Irrnisfuge« mit den menschlichen Abgründen, in die ein radikales Denken nicht nur im Dritten Reich stürzen kann. Leseprobe
 

Autoren & Essays


Charles Bukowski
Der letzte Mohikaner der literarischen Boheme

Von René Steininger
Artikel lesen
»
Damals war das Terrain noch nicht so überlaufen. Nicht so viele Autoren und Möchtegernschreiber wie heute, nicht so viele Zeitschriften, Kritiker, Verleger, nicht so ein Riesenbetrieb, so eine Industrie. Wenn du heute den Klempner kommen lässt, erscheint er mit seiner Rohrzange in der einen Hand und dem Gummistampfer in der anderen, und in der Gesäßtasche hat er ein Bändchen mit seinen ausgewählten Madrigalen.«
 

Uve Schmidts Kalenderblatt:


Frei und geheim
Kalenderblatt lesen


Rechts oder Links

Gedicht lesen

 

Das Glanz&Elend Jubiläumsspiel
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Mit den Kulturspielagenten Hoffmann & Schmidt haben wir für Sie ein spannendes Jubiläumsspiel entwickelt. Stellen Sie Ihr Wissen zum Literaturbetrieb auf die Probe und gewinnen einen der attraktiven Buchpreise. Hier geht's los


Ernst raucht 1932 mit Georg eine Zigarre, und man versteht sich.
Ein Gedankengang von Peter Trawny
über die Möglichkeiten und Grenzen
argumentativen Verstehens
Artikel lesen
»Im Streit um die Macht wird das gegenseitige Verstehen - wie Ernst und Georg wussten - zweitrangig. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn die Macht lässt sich nicht immer von bestehenden politischen Systemen begrenzen. In ihren gewalttätigen Eruptionen reißt sie Bestehendes nieder, um Neues zu errichten. Und es wird zwar vielleicht möglich gewesen sein, das zu verhindern. Doch niemand weiß immer, was möglich ist.«

Flucht & Migration
Phänomen, Ursachen, Gefahren, Auswirkungen, Lösungen
12 Bücher zu dem drängendsten Problem unserer Zeit
Zu den Bücher

Gefunden von Herbert Debes



Fragmentarische Rückschau
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensbergers Exkursionen in die Vergangenheit einer Kindheit und Jugend.

»Es gab also ein richtiges Leben im falschen. Und es wird souverän erzählt, vielleicht manchmal ein bisschen zu elegant. Fortsetzung? Ja, bitte. Unbedingt!« Leseprobe


Alles ist gut
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die seltsam positive Weltsicht des Steven Pinker
Die Welt heute erklärt er zum »Schlaraffenland« und zitiert den Komiker Chris Rock: »Dies ist die erste Gesellschaft der Geschichte, in der die Armen fett sind.« Mein Humor ist das nicht. Leseprobe


Es geht um Alles
Das ambitionierteste literarische Debut seit Jahren.
Artikel lesen

Thomas Hummitzsch sprach mit Phillip Weiss über dessen fünfbändigen Romanzyklus »Am Weltenrand sitzen die Menschen und lachen«.
»Jeder Schöpfungsprozess impliziert auch Zerstörung. Den Versuch einer solchen schöpferischen Zerstörung unternimmt mein Roman sicherlich«. Leseprobe

Ich brauchʼ Tapetenwechsel, sprach die Birke
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Zum 200. Geburtstag von Iwan Turgenjew.
»Seine Prosa kommt glasklar daher und verlangt trotzdem nach einem Luchsauge. Selten hat ein Autor den Dialog mit der Leserschaft derart auf Augenhöhe gesucht wie Iwan Turgenjew.«










Kleine literarische Herbstlese

Zusammengestellt von Herbert Debes
Zur den Büchern

15 Beispiele für lesenswerten Stoff mit vielen Leseproben, von Arthur Koestler über
Lew Tolstoj bis Paolo Coelho. Ja, Sie haben richtig gelesen.

In »Vater Wald« mit Glück dem  Tod entgehen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Edward Debicki erinnert Leben & Sterben der Zigeuner
zwischen den Fronten des  Zweiten Weltkriegs in Osteuropa
»Man kann sich das Lebens-Chaos durch das wechselhafte politisch-militärische Geschehen, dessen gefährliche Unübersichtlichkeit für die in Wald & Feld Herumirrenden, die jederzeit von Gewalt, Hunger & Tod bedroht waren, in unserer heutigen Handy-Welt kaum vorstellen.«

»Ein Caravaggio hätte heute keine Chance mehr«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Hanno Rauterbergs Essay »Wie frei ist die Kunst?«
»Die Kunst verliert als Kampfmittel einer Selbstvergewisserungsindustrie ihre in der Moderne errungenen Freiheiten.« Leseprobe




Aus tiefster Provinz die Welt kreisen lassen
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Peter Trawnys »Heidegger-Fragmente« brechen ebenso geistreich wie fruchtbar mit den Konventionen der Biographie als geschlossene Form
»Die Simultandarstellung zahlreicher Blickwinkel lässt die Zeit ins Sujet einbrechen. Es ist ein Bruch vor allem der Denkgewohnheiten, antiillusionär, mit dem Ziel, vielmehr den Umriss als das Wesen des Dargestellten verständlich zu machen.« Leseprobe

Das Böse neu denken
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In ihrem Buch »Böse« analysiert Julia Shaw die Psychologie unserer Abgründe
»Ein psychologischer Thriller, der die ein oder andere Therapiestunde ersetzt, ein Blick in unsere Abgründe, der so weit reicht, dass einem schwindelig werden kann.« Leseprobe



Weltausstellung in Düsseldorf:
Der wunderbare Universaldilettant
Von Lothar Struck
Artikel lesen
In Düsseldorf gibt es eine Ausstellung über den vor zwei Jahren verstorbenen Wolfgang Welt.
»Die Ausstellung verleitet zum Hin- und Herlaufen; die Rubriken (u. a. Einflüsse, Journalist, Schreiber) verschwimmen. Aber wie macht man das, eine Ausstellung über dieses »Wildpferd«, wie ihn einmal ein Zeitzeuge nannte, den Unermüdlichen und auch - davon gibt es Belege – Unerbittlichen, der in den sich in den 1980ern etablierenden Musik- und Stadtmagazinen seine zum Teil wilden, mitunter auch bösen Kritiken schrieb während er als Schallplattenverkäufer und später Nachtwächter arbeitete?« Die Ausstellung ist läuft noch bis 18. November 2018

Mexikanische Familienzerstäubung
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Antonio Ruiz-Camachos  Erzählzyklus »Denn sie sterben jung«
Die »unerhörte Begebenheit«  dieses raffiniert vielperspektivisch erzählten »mobilen« Romans ist das plötzliche Verschwinden des superreichen 60jährigen Familienpatriarchen José Victoriano Arteaga. Eines Tages wird er entführt. Von wem & warum gerade er: das bleibt im Dunkel.


Freilegungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Bodo Kirchhoffs Roman »Dämmer und Aufruhr
«
»Ich springe da von einem hohen Brett in den See, nur sieht man das Brett nicht und auch nicht den See, auf dem Foto sieht man vor allem mich in der Luft, die Beine angezogen, Arme gestreckt, und im Hintergrund Berge. Ich springe wie einer, der in den Tod springt, bei dem alles, was vorher war, keine Rolle mehr spielt.« Leseprobe


Zum allgemeinen Intellektuellenhass
Von Peter Trawny
Artikel lesen
Ein Beitrag zur Dialektik der Zeit
»War der Intellektuelle der sechziger Jahre (zumeist) ein unsichtbarer Mann, der hässliche Taschenbücher produzierte, so ist er heute irgendwie ein Pop-Star, der durch Talk-Shows tingelt und »gut rüberkommen« will. Dadurch bietet er dem Ressentiment neue Möglichkeiten.«

Über die Erosion von Gewissheiten
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
H. M. van den Brinks Roman »Ein Leben nach Maß«
»Mit knappen, aber scharfen Strichen erweitert sich die kleine Kulturgeschichte des Eichens, Messens und Wiegens zu einer Kulturgeschichte der Niederlande und des globalisierten Handels, dem alles untergeordnet wird. Ein großes-kleines, ein sanftes Buch. Eine Wohltat.« Leseprobe


Ein Dichter, weit draußen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
In seinem neuen Buch »Fortführer« zeigt sich Botho Strauß vor allem als ein »Gefangener seines Zungenschlags«.
»Was wird in einem Zeitalter empfunden werden, in dem sich die 'Kommunikation' erschöpft haben wird?« Leseprobe



Realitätsverlust
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Wie aus Demokratien postfaktische Gesellschaften werden.
»Wenn Aufmerksamkeit nun primär auf politische Propagandaseiten gerichtet ist, alternative Fakten konsumiert, und falsche Behauptungen reflexionslos geglaubt würden, steige die Gefahr eines Verlusts des Faktischen.«

Dämmrung will die Flügel spreiten
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Leo Lanias Roman
»Land im Zwielicht« arbeitet sich am »ungeratenen Kind« Weimarer Republik ab und offenbart die Grenzen der Neuen Sachlichkeit.




»Panorama der französischen Gesellschaft«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Julia Enckes Porträt eines Provokateurs
Im Zweifel nimmt sie sanft Partei für Houellebecq, verschweigt aber auch dessen Flops nicht, seine bisweilen heraustretende Misogynie, seine Faszination sektiererischen Organisationen gegenüber. Ein summa summarum sehr gelungenes Buch. Leseprobe

 

Der Philosoph in der Revolte
Von Dieter Kaltwasser
Artikel lesen
Eine Tour d’Horizon in 15 Etappen durch die Neuerscheinungen zu
Karl Marx‘ 200. Geburtstag




Marx & Engels in Zitaten
zusammengestellt von Herbert Debes
Zu den Zitaten
»
In Deutschland dagegen, wo das praktische Leben ebenso geistlos als das geistige Leben unpraktisch ist, hat keine Klasse der bürgerlichen Gesellschaft das Bedürfnis und die Fähigkeit der allgemeinen Emanzipation, bis sie nicht durch ihre unmittelbare Lage, durch die materielle Notwendigkeit, durch ihre Ketten selbst dazu gezwungen wird.«


Sammelsurium
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensbergers 99 literarische Vignetten »Überlebenskünstler«
»
Insgesamt schärft das Buch einerseits den Blick auf die oft genug eher bescheidenen politischen Denkweisen von sogenannten Intellektuellen. Andererseits wird der Nachgeborene weniger drastisch über Menschen richten, deren Lebensumstände er niemals auch nur annäherungsweise erleben musste.
Ein lehrreiches Buch, unerbittlich und nachsichtig in einem. Ein echter Enzensberger.
« Leseprobe


Kontrollverlust
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Slavoj Žižek über »
Der Mut der Hoffnungslosigkeit«
»Wahrer Mut besteht nicht darin, sich eine Alternative auszumalen, sondern darin, die Konsequenzen der Tatsache zu akzeptieren, dass es keine klar erkennbare Alternative gibt. Der Traum von einer Alternative ist ein Zeichen von theoretischer Feigheit.« Leseprobe

 

Landschafts-und Seelenkunde
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Esther Kinskys Geländeroman »Hain«
»Mitunter stehen Wahrnehmungen und Assoziationen direkt nebeneinander, durchdringen sich gegenseitig und es sind diese Momente des stillen Einverständnisses mit sich und der Welt, die die kleinen Höhepunkte des Buches bilden.« Leseprobe



Im Zeitalter kollabierender Kontexte
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem klugen Buch über das Zeitalter der Empörungsdemokratie zeigt Bernhard Pörksen Wege aus der kollektiven Gereiztheit.
»Wir sind gereizt, weil uns der Gedanken- und Bewusstseinsstrom anderer Menschen in nie gekannter Direktheit erreicht, wir ungefiltert der Gesamtgeistesverfassung der Menschheit ... ausgesetzt werden.« Diskursfilter und Informationskontrollen sind weggebrochen, jeder Smartphonebesitzer wird zum neuen Sender. Leseprobe

Entlang den Gräben
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Navid Kermanis Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan
»Er hat seine Leser mitgenommen auf eine abenteuerliche Reise voller Spuren von Vertreibung, Verschleppung, Folterung und Säuberung, von Unterdrückung, von Krieg und blutiger Geschichte, und doch voller Hoffnung.« Leseprobe


Verwildert
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Berthold Seligers „Klassikkampf«

»...ein Mixtum Compostum, das einer Quadratur des Kreises gleicht: brutalistischer Linksradikalismus als Bindemittel für die esoterische Arroganz eines streetfightin man, dem, nach den von ihm eingangs zitierten Worten von Hector Berlioz, die Musik »das Einzige ist, was (…) über diesen Abgrund voller Elend hinweghilft«. Ein tragikomischer Fall verzweifelter Liebesverwirrung.« Leseprobe


Wissenschaftler, Schriftsteller, Melancholiker, Ästhet
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Ein biografisches Meisterwerk über Claude Lévi-Strauss
»Was Loyer alles zutage fördert, ist ebenso faszinierend wie ihre Fähigkeit, Biografie, Darstellung des Werks und Zeitgeschehen so ineinander fließen zu lassen, dass man nach fast 1100 Seiten geradezu enttäuscht die Buchdeckel zuschlägt, weil dieses biografische Meisterwerk schon an sein Ende gelangt ist.« Leseprobe

Ein Abbild der USA
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Irene Disches Roman-Feuerwerk »Schwarz und Weiß«
»Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten träumt man auch immer wieder von dem einen großen Roman, der das Unmögliche wirklich macht, nämlich die Geschichte seiner Zeit zu erzählen. Vor Jahren schon war das Buch vom Verlag angekündigt. Da war an den Albtraum Trump noch nicht zu denken. Aber der Zerfall der amerikanischen Gesellschaft, auf allen Ebenen, war längst sichtbar geworden. Irene Dische, Amerikanerin deutsch-jüdischer Herkunft, hat sich ihrer Heimat so liebevoll angenommen, wie, nach einem Wort Walter Benjamins, der Kannibale einem Säugling.«

Widerwärtige Einsamkeit
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
John Williams expressives literarisches Debut
»Nichts als die Nacht«
»Simon Strauß weist zu Recht darauf hin, dass das Buch durch die Unmittelbarkeit eines "jungen Wilden" heute noch zeugnishaft wirkt. Und man ist überrascht, wie einen dieser Arthur Maxley dann doch noch länger beschäftigt.« Leseprobe


The Making of Didier Eribon
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Didier Eribon setzt seine autobiografische Gesellschaftsanalyse fort.
Die Fortsetzung dieser Analyse ist eine Theorie des Individuums auf sozialer Ebene, eine philosophisch-soziologische Reflexion, die erneut durchsetzt ist mit autobiografischen Erzählsträngen, in denen es insbesondere um das soziale Erbe der Familie geht und die in dem erschütternden Satz münden: »In Arbeiterfamilien gibt es kein Familiengedächtnis.« Leseprobe

Nichts wie weg?
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Politik zwischen Regression, Migration und Progression.
Eine lesenswerte internationale Debatte über die geistige Situation der Zeit.
»Es geht um das Panorama der Auseinandersetzung darüber, was Politik für Politiker und Bürger heute zwischen Wahl, Protest, Partizipation, Positionswechsel und Mobilisierung bedeuten kann. Dazu unterbreitet der lesenswerte Band wichtige Ansätze und Diagnosen.« Leseprobe

Chomsky für Katalogleser
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Ein peinliches »Requiem für den amerikanischen Traum«
»Mag er seine Beweggründe für das Buch gehabt haben, so ist es doch an Allgemeinplätzen und Trivialitäten kaum zu überbieten. Stellenweise seicht und ungenau, nachlässig in der Behandlung seiner Themen, schafft es Chomsky auf keiner einzigen Buchseite, seiner Kritik Tiefe zu verleihen. Es sind die immer gleichen und altbekannten Vorwürfe gegen eine wirtschaftliche Elite, die die Demokratie zerstöre, um sich den eigenen Vorteil zu sichern.« Leseprobe

Aus der Ordnung gefallen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Anna Baars neuer Roman »Als ob sie träumend gingen«
»Nein, das ist mehr als ein "Sound", das ist eine bilderzeugende Opulenz, die in den Leser hineinzieht und nicht nur die Figuren lebendig werden lässt, sondern auch das Ereignishafte evoziert, die Geschichte eines Landes.« Leseprobe


In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Philipp Blom erklärt uns, »Was auf dem Spiel steht«
»Demokratische Strukturen sind kein Naturzustand. Sie sind historisch und kulturell bedingt und somit zerbrechlich. Jede Demokratie braucht überzeugte Demokraten. Wohin eine Demokratie ohne Demokraten führen kann, hat die Weimarer Republik eindrucksvoll bewiesen: Wie Metastasen wächst eine verfassungsfeindliche Stimmung, in der zunächst Begriffe und Wahrheiten nichts mehr bedeuten, und am Ende alles zerstört ist, was ein Zusammenleben möglich macht.« Leseprobe

Der Mann, der die Frauen liebte
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Retif de la Bretonnes »Monsieur Nicolas«
als Reader's Digest gut aufgelegt.
»...hochamüsante Lektüre: ein kulturhistorisch & -soziologisch einzigartig reich ausgestattetes erzählerisches Kompendium des Alltagslebens im Frankreich vor der Revolution & ein »lendliches«(Arno Schmidt) Erotikon.« Leseprobe


»...füreinander und von Tag zu Tag«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Fords Erinnerungen an seine Eltern »Zwischen ihnen«
»...ein wahrhaftiges, ein großartiges Buch. Wer es nicht mag, hat kein Herz. Und wer es seziert, hat keine Seele.« Leseprobe

 

Einstieg ins Denken des 20. Jahrhunderts
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Manfred Geiers lesenswerte Doppelbiographie über
»d
ie letzten Philosophen« Wittgenstein und Heidegger
»Geier überlässt es der Leserschaft, sich ein Urteil über diese beiden Denker zu bilden, da es nun einmal kein Kriterium für philosophische Güte ist, ob einer von Kampf spricht und wer sich ihm aussetzt, ob einer bloß von Dasein und Not raunt und wer sich wirklich kümmert.« Leseprobe

Die nautische »L'éducation morale«
oder Männliche Ethik in höchster Gefahr

Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Joseph Conrads Roman »Die Schattenlinie« & die Erzählung »Der geheime Teilhaber«
»Göskes bedeutendste übersetzerische Leistung besteht darin, dass er die semantisch-stilistische Differenz zwischen der kaltschnäuzigen Naßforschheit des jungen Kapitäns & der warmherzigen Bedachtsamkeit des älter gewordenen (& erfahrenen) Erzählers im Sinne des virtuosen Autors akzentuiert & nicht wie oft bisher eingeebnet hat – eine bewundernswerte stilistische Gratwanderung.« Leseprobe

Forum für kultur- und zeitkritische Debatten
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die
Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
»Ein Blick in den »Mittelweg« lohnt insofern nicht nur wegen der Vielfältigkeit der Themen und der Offenheit der wissenschaftlichen Methoden, sondern insbesondere wegen der Qualität der darin präsentierten Beiträge.«

Aufklärung betreibt man nicht
vom moralischen Hochpodest aus

Von Bruno Heidlberger
Artikel lesen
Volker Weiß' Studie »Die autoritäre Revolte« über die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
»Weiß hat ein wichtiges Buch geschrieben für all diejenigen, die hinter die Fassade des neurechten hate speech schauen und die nicht in einer völkisch autoritär strukturierten Gesellschaft leben wollen...« Leseprobe

Oberfläche und Tiefgang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Denkspiralen in Karl Ove Knausgårds Essayband »Das Amerika der Seele« verleiten weniger zum Nach- als zum Weiterdenken.

»Allein die Literatur hat die Fähigkeit, ganz in die Welt des Einzelnen einzudringen, dorthin, wo der Überbau im Alltag einstürzt. Und diese Fähigkeit ist so unveräußerlich, nicht zuletzt in unserer Kultur, die jeden Tag mit der Ideologieproduktion aller denkbaren Medien gefüllt wird, dass wir es uns nicht leisten können, etwas darin abzulehnen, nicht einmal das, was wir verabscheuen oder am allermeisten fürchten.« Leseprobe


Mutiger Griff zum heißen Eisen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Samuel Schirmbecks Philippika »Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen«
Er ruft ins allgemeine europäische Gedächtnis, wofür jahrhundertelang die Aufklärung wider die beengende, niederdrückende Macht des Obskurantismus, der im Zusammenspiel von Kirche & Staat besonders verheerend glühte, gekämpft  & was sie unter großen Opfern als unveräußerliche Menschenrechte damals erkämpft hatte.

Auf dem Datenweg zu Gott
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Über »Homo Deus« von Yuval Noah Harari
»Harari weiß das Bedürfnis der Leser nach einer Draufsicht aufs Ganze und nicht nur auf einen Aspekt, im Plauderton geschrieben, hervorragend zu befriedigen. Und ja, es ist intelligent, scharfsinnig und manchmal sogar überraschend witzig,...« Leseprobe

»Nach der Wahrheit ist vor dem Faschismus«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen

In seiner Schrift »Über Tyrannei« erteilt uns Timothy Snyder »Zwanzig Lektionen für den Widerstand«.
»Das postfaktische Zeitalter lebt von Eilmeldungen und Breaking News, von Lügen, Ablenkungen und Verwässerungen, die dem Publikum gleichgültig sind. Entscheidend ist allein, ob die Gefühlswelt des Publikums befriedigt wird.« Leseprobe


»Für die Literatur aber ist der Rundfunk ein veränderndes Medium«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen

Band 9 der Kritischen Gesamtausgabe der Werke und des Nachlaßes Walter Benjamins versammelt vorbildlich editiert dessen Rundfunkarbeiten.
»
Diese akribisch durchgeführte Arbeit von Band 9 der Kritischen Gesamtausgabe, deren Mühen man nur erahnen kann, ist ein absoluter Glücksfall für die Benjamin-Forschung. Sie betont einmal mehr das literarische Talent des Kritikers und Philosophen.« Leseprobe


Auf den Spuren Walter Benjamins
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Anläßlich der Benjamin-Biografie von Lorenz Jäger »Das Leben eines Unvollendeten«
»Was Jäger jedoch wirklich vorzüglich glückt, ist das Ineinanderweben der Epoche, in der Benjamin gelebt hat, mit seinem Werk und seinem beschwerlichen Leben, das in Portbou, an der französisch-spanischen Grenze so abrupt und viel zu früh endete. Das ist immerhin nicht wenig.« Leseprobe


»Suchen Se ruhij weita, ick hab nüscht dajejen«
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Eine Anthologie mundartlicher Gedichte zeigt: Berlinerisch ist dufte – und leider am Verduften. Einige Überlegungen zum Frech- und Korrektsprech.
»Diese Sammlung zeigt, dass das Berlinische weit mehr als ein Dialekt ist, denn neben grammatischen und semantischen Merkmalen prägt das Idiom auch ein Ton jenseits der Prosodie. Eine Sprechhaltung, die wert aufs Spontane und Spielerische legt und sich, kommunikationswissenschaftlich ausgedrückt, nicht für komplementäre Beziehungen eignet. Weniger geschraubt: Normen, Etikette und Hierarchien – vielet jilt einfach nich.« Im Buch blättern

Über die schrägen Typen der Journaille
Von Lothar Struck
Artikel lesen

Honoré de Balzacs Typologie »Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken«

»Gleichwohl funkelt dieses Bestiarium auch ohne vertiefende historisierende Lektüre und bildet einen Steinbruch für alle zeitgenössischen Kritiker der Kritiker.« Leseprobe

 

Harter Bursche, zarte Seele
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
James Salters sämtliche Stories »Charisma«
Es ist »die rücksichtslose Genauigkeit«, mit der er sein Personal betrachtet. Salter hat »eine Erzähltechnik entwickelt, die bei aller Knappheit, irrwitzige Räume entwickelt«. Seine Sätze reißen tatsächlich ganze Welten auf. Wer diesen James Salter nicht liest, ist selber schuld.


Eine erschütternde Archäologie des Sozialen
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Didier Eribons Erfolgsbuch »Rückkehr nach Reims
ist außergewöhnlich, weil mit keinem anderen Werk vergleichbar. Das Buch ist Autobiografie, soziologischer Selbstversuch, Familien- und Gesellschaftsgeschichte. Was jedoch besonders bemerkenswert ist: Es ist nicht nur großartige, nachdenkliche Literatur, sondern gleichwohl eine exzellente philosophische Studie, die ein erschütterndes Sittenbild der französischen Gesellschaft liefert.« Leseprobe

Die Verwandlung der Welt durch den modernen Terrorismus
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Carola Dietzes Studie über »Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866« genügt höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen und eröffnet eine neue Sichtweise auf die Historie terroristischer Gewalt. Leseprobe


Identitätssuche eines Deplatzierten
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Eduardo Halfons Roman Signor Hoffman
»Ich verharrte wie gelähmt, während mir allmählich ins Bewusstsein drang, dass das, was ich vor mir sah, nicht mehr war als eine Imitation; dass man erst für gut befunden hatte, das ursprüngliche Lager zu zerstören und dann am selben Ort eine Kopie des ursprünglichen Lagers zu errichten; also eine Art Modell oder Schaukasten gebaut hatte oder Themenpark zum menschlichen Leid (…)« Leseprobe

Die Vermessung der Zeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christoph Ransmayrs Roman »Cox oder Der Lauf der Zeit«
»Denn natürlich ist das Buch nicht nur eine Parabel auf Vergänglichkeit und Zeit, sondern eben auch eine Allegorie auf die Hybris von menschlicher Macht – sei sie politisch oder, im Falle der Automatenbauer, technologisch ausgestattet.« Leseprobe


Abschied vom Eurozentrismus
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Mit »Licht aus dem Osten« hat Peter Frankopan eine mitreißende neue Geschichte der Welt geschrieben.
»Er repräsentiert jene smarte Generation von Historikern, die tradierte Denkmuster aufbrechen und alternative Sichtweisen auch wissenschaftlich salonfähig machen.« Leseprobe


Appelle eines unermüdlich Träumenden
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Botho Strauss' widerständige Höhlenbilder »Oniritti«.
»Ja, da sind wunderschöne Szenen, herrliche Evokationen, die den Leser aufschauen und aus dem Fenster blicken lassen. Und auf den letzten fünf Seiten gibt es aphoristische "Dichte Sätze". Plötzlich wünscht man sich, das ganze Buch hätte aus solchen Splittern bestanden, ...« Leseprobe

Die Traurigkeit der Handlungsreisenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Frank Jakubziks meisterliche Erzählungen aus den kapitalistischen Jahren »In der mittleren Ebene«.
»Jakubzik kann aus kleinsten Settings meisterhafte Verdichtungen evozieren. (...) Zudem weiß der Autor, wovon er schreibt, aber er schreibt eben keine Reportagen oder gar naturalistische Prosa, sondern er verwandelt das, was er vorfindet, in Literatur.« Leseprobe
 

Lehrstück in Briefen
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Mit »Augustus« gelang John Williams ein Sittenbild von beeindruckender Gegenwärtigkeit. Es zeigt den Autor auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Williams arrangiert in »Augustus« einen Chor aus Stimmen, die uns überraschend vertraut sind und der große Zeitsprung vom alten Rom nach dem »House of Cards« im Washington unserer Tage ist nur noch ein kleiner Schritt. Leseprobe

Weises Kammerspiel über Liebe und Literatur
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Navid Kermanis
neuer Roman »Sozusagen Paris«
»Das Buch wird durch die Exkurse in die Literatur von Flaubert, Proust, Stendhal, Zola, Balzac und Bernanos (und nicht zuletzt von Adorno) selbst zu einer Theorie des Romans. Diese Doppelperspektive zeigt sich auch in den harten Auseinandersetzungen mit dem Lektor, der diesen Roman offensichtlich äußerst kritisch gegengelesen hat.« Leseprobe

Eine neue Geschichte des Existenzialismus
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Sarah Bakewells Kollektivbiographie »Das Café der Existenzialisten« begeistert durch ihren Reichtum an Figuren und Geschichten. »... eines der sehr seltenen Bücher, die niemals enden sollten, weil die Autorin nicht einen Aspekt abarbeitet, sondern verschwenderisch und auf hinreißende Weise das Wissen der Welt ausbreitet. Leseprobe

Einübung ins Meisterdenken
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Peter Sloterdijks Taschenspielertricks.
»... er gefällt sich in der Rolle eines Kommentators der politischen und gesellschaftlichen Krise. Seine ästhetisch aufgeladene Andeutungsprosa, schwankend zwischen Kunstsprache und Sprechblase, entfaltet ein polyfokales All-Over an Themen, Thesen und titanischer Theatralik.« Leseprobe

Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
Artikel lesen

Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

 

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Editorial:
25 Jahre Glanz&Elend!
Liebe Leserinnen & Leser, das hört sich an wie eine lange Zeit, und doch sind die Jahre an uns vorbei gerauscht, als gäbe es kein Halten. Viel ist seither geschehen im deutschen Literaturbetrieb. Neue Verlage sind entstanden, traditionsreiche Häuser sind untergegangen. Junge Autorinnen und Autoren tauchten auf, schrieben Bestseller und sorgten für Skandale. Darunter waren viele Eintagsfliegen, manche gehören heute längst zu den etablierten. Die großen alten Männer und Frauen der Literaturkritik lieferten sich, gut eingegraben in ihren verläßlichen Positionen, ambitionierte Stellungskämpfe, und ab und zu gab es ein hitziges Duell. Viel unterhaltsamer Lärm um nichts?
Und doch ging und geht es dabei um die stets aktuelle Frage, was kann, soll und darf Literatur? Welche Qualitäten werden Poetiken entwickeln, um die Aufmerksam-keit kommender Generationen gewinnen zu können? Welchen Stellenwert hat Literatur als Medium im Diskurs der gesellschafts-politischen Kräfte? Welche Überlebens-strategien entwickelt die Verlagsbranche und der Buchhandel angesichts rasant sich verändernden Lesegewohnheiten und Vertriebskanälen.
Wir werden Sie mit Rezensionen, Porträts & Kommentaren weiter auf Ihrem Streifzug durch die Bücherwelt begleiten und freuen uns, Ihnen Anreize zur Lektüre und die Diskussion darüber geben zu können.
Viel Spaß bei unserem Jubiläumsspiel
wünscht
Herbert Debes

Glossen:
Petits riens (29)
Von Wolfram Schütte
Text lesen
Eines Rätsels Lösung - Gender Irritation - PV - Gift-Gaben




Literaturtipps
von Herbert Debes
Artikel lesen
»Diese zweisprachige Ausgabe der 'Blumen des Bösen' neu übersetzt von Simon Werle anlässlich des 150. Todestages von Charles Baudelaire setzt einen funkelnden Meilenstein und ist auch buchherstellerisch eines der schönsten Bücher 2017.« Leseprobe

Kleine Handbibliothek
10 Lektüretipps
zusammengestellt
von Herbert Debes

Zu den Büchern


Früchte des Meeres
15 lesenswerte Bücher über das Leben auf und mit dem Meer zusammengestellt von Herbert Debes
Zu den Büchern
»Der Ozean, die See oder das Meer spielen in der Geschichte der Literatur und dem Abenteuer des Lesens seit Anbeginn eine bedeutende Rolle. Das Leben auf und mit dem Meer birgt ein unendliches Reservoir an Mythen, Motiven und literarischen Stoffen, die sich mit seinen lebensspendenden wie zerstörerischen Urkräften auseinandersetzen.«

Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
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Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche!
O, schafft Stille!«

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Von Herbert Debes

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Ein literarischer Parcours für Nachgeborene

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.«

Kaiserpanorama
Reise durch die Deutsche Inflation
Von Walter Benjamin
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I. In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe - indem es ja »nicht mehr so weitergehen« könne - besonders denkwürdig.

Kurzgeschichten:

Wo gehobelt wird

Eine kurze Geschichte von Jörn Birkholz
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»Barbara holte aus und schlug mit voller Wucht auf den Wohnzimmertisch ein.
Das Axtblatt blieb im Holz stecken. Die Tischplatte war von minderwertiger Qualität, dachte Peter, während er zusah, wie sie die Axt wieder aus der Platte herauszog um erneut auf den Tisch einzuschlagen.«


Super Markt
Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
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»Ich sortiere die Cornflakes Packungen ein. Eine nach der anderen. Immer fünf hintereinander, gerade in vier Reihen.
Können Sie mir sagen, wo die Waschmittel stehen?, fragt mich einer.
Ich drehe mich um. Er grinst, wirkt nicht wie jemand, der oft Waschmittel einkauft. Ich blicke auf meine Liste, hab schon wieder vergessen, wo das Zeug steht.
«

Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
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Rebellen
Von Joe Bauer
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S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
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Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
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»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
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»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



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