Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


Mediadaten - Impressum
Last Update: 05.02.16, 11:13

 

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Alexander Kluge
Kongs große Stunde - Chronik des Zusammenhangs


Gute Theorie in konkrete Geschichten aufzulösen, das ist Alexander Kluges lebenslänglicher Ansatz. In der Konsistenz von Gedanken liegt für ihn Musik, und so setzt er mit diesem Buch gegen die vor fünfzehn Jahren erschienene Chronik der Gefühle nun den Kontrapunkt einer Chronik des Zusammenhangs. Leseprobe

Suhrkamp

137 Termine im Februar
51 Filmstarts & Kritiken
Belletristik I Krimis
Biografien, Briefe & Tagebücher
Autoren & Essays
Philosophie & Zeitkritik
Geschichte & Politik
Schiffsmeldungen
 

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Gunter Hofmann
Helmut Schmidt

Soldat, Kanzler, Ikone

Helmut Schmidt war nicht nur ein deutscher Bundeskanzler - er war eine nationale Institution und mit Abstand der beliebteste Deutsche. Wer war dieser Mann? Was zeichnete ihn als Politiker und als Mensch aus? Wofür stand er? Gunter Hofmann beschreibt die Stationen eines Lebens, das außergewöhnlich war und doch von Erfahrungen und Idealen bestimmt wurde, die Millionen von Deutschen teilten.
Leseprobe

C.H. Beck

 

30 Literaturklassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte



Uve Schmidts
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Februar


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Bücher, CDs, DVDs & Links

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Aktuelle Empfehlungen

Our house
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Plötzlich waren sie sich einig: In der Dezember-Ausgabe des Literarischen Quartetts wurde mit
Bov Bjergs »Auerhaus« zum ersten Mal ein Roman von allen Debattierenden einstimmig gelobt – zu Recht.
»... nie wurden harte Landungen so schön erzählt wie in diesem Roman.« Leseprobe

Eine treffsichere und notwendige Ohrfeige
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Abbas Khiders Roman »Ohrfeige« ist ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.
»Dieser Roman wäre zudem ein passender Geschenktipp, oder besser eine Zwangslektüre für Sachbearbeiter in Deutschlands Ausländerbehörden, die es dann an die Arbeitsagenturen weiter reichen könnten...« Leseprobe

Verloren in Gottes eigenem Land
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Willy Vlautin gibt in seinem Roman, »Die Freien« jenen Menschen Gesicht & Stimme, die im amerikanischen Traum ganz unten auf der Strecke geblieben sind.
»Sie sind ohne Krankenversicherung, ohne Strom, ohne Heizung, sie frieren, sie sind erschöpft, müde, verzweifelt, und dennoch machen sie weiter, immer weiter, obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Grund haben. Die klare und schnörkellose Sprache des Werks macht es für mich so großartig und erschütternd zugleich, ihnen dabei zu folgen.«

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Michael Köhlmeier
D
as Mädchen mit dem Fingerhut

Irgendwo in einer großen Stadt, in Westeuropa. Ein kleines Mädchen kommt auf den Markt, hat Hunger. Sie versteht kein Wort der Sprache, die man hier spricht. Doch wenn jemand „Polizei“ sagt, beginnt sie zu schreien. Woher sie kommt? Warum sie hier ist? Wie sie heißt? Sie weiß es nicht. Yiza, sagt sie, also heißt sie von nun an Yiza. Michael Köhlmeier erzählt von einem Leben am Rande und von der kindlichen Kraft des Überlebens. Leseprobe

Hanser

Spurensuche am Rand der Realität
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Ein Thriller mit Road-Trip-Elementen aus der Feder des Mexikaners Augusto Cruz.
»Um Mitternacht« ist exzellent recherchierte Unterhaltungsliteratur auf recht hohem Niveau, bei der vor allem (Stumm-)Filmfans dank zahlreicher Anekdoten auf ihre Kosten kommen. Leseprobe



Voreilige Himmelfahrt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Ein paar kritische Wider-Worte zu Frank Witzels Roman-Monstrum »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«.
Es ist möglicherweise diese enge generationstypische Wiedererkennungsfreude der gleichaltrigen Kritiker – ineins mit der Transponierung des einst (gefährlich) Politischen ins distanzierend »Poetische« -, was zur einhelligen, kritiklosen Verhimmelung von Frank Witzels literarischer »Wundertüte« samt ihren tauben Nüssen  geführt hat.

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Sarah Kuttner
180 Grad Meer


Eine tragikomische Road-Novel über das komplizierte Verhältnis zu den eigenen Eltern und den Wunsch, Urlaub von sich selber machen zu können.


Leseprobe

S. Fischer

Depressionsblues
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
In seinem Roman in elf Geschichten berichtet Imran Ayata von »Ruhm und Ruin« rund um den Mikrokosmos Fußball.
Aus elf Perspektiven kreist der Ball um den Mikrokosmos Fußball. Es geht um Integration, Migration, Vorurteile und die Identitätssuche in der neuen Heimat Deutschland (»Almanya«). Leseprobe

Mohamed lebt
Von Robert Schwarz
Artikel lesen
Über die Aktualität von Hamed Abdel-Samads Mohamed-Biographie.
»Fundamentalismus und Intoleranz sind nicht eine Folge der Fehlinterpretation der Texte, sondern eine Folge ihrer Überhöhung.« Leseprobe

Die Last der Freiheit
Von Daniela Konzelmann
Artikel lesen
Ein Roman über die Zeit der 68er.
In »Das indiskrete Leben der Alice Horn« zeichnet die dänische Autorin Anne Lise Marstrand- Jørgensen das Bild einer Familie in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, in der jeder versucht, auf seine Weise durch die neuen Freiheiten sein Glück zu finden, und auf seine Weise an diesen Möglichkeiten scheitert. Lesestoff

Technischer Fortschritt als Waffe
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Sascha Rehs Protagonist zieht in »Gegen die Zeit« nach Chile, um Allendes Regierung zu unterstützen. Nach dem Militärputsch liegt es an ihm, wertvolle Informationen vor dem Gegner zu schützen.
»...ein gut recherchierter, spannend erzählter Polit-Thriller mit Authentizitätscharakter über ein heute längst vergessenes Wagnis...« Leseprobe

Der Traumzerstörer
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Richard Yates Roman »Cold Spring Habor«
»Yates durchleuchtet nüchtern das Innenleben seiner, dem Schicksal ohnmächtig ausgelieferten Helden, in all ihrer Derbheit, Traurigkeit und Abgestumpftheit. Das stetige unerbittliche Scheitern, die zerplatzenden Träume, das existenzielle Vakuum, das krampfhafte Klammern seiner Figuren an den Aufstiegsglauben sind die Kernthemen dieses sehr gut geschriebenen Mehr-Generationen-Romans...« Leseprobe

Erkundungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Esther Kinskys und Martin Chalmers »Aufzeichnungen von der kalten Krim - Karadag Oktober 13«.
»Man muss sich freilich auf die intellektuell motivierten Intentionen und Reflexionen der Erzähler einlassen und Kinskys Erzählen des Nebeneinanders von Idyll und Trostlosigkeit wie schon zuletzt in ihrem grandiosen Roman "Am Fluß" ausgeführt goutieren. Dann erst kann man diese Reiseerzählung genießen.«

Der Holocaust als Kapitel politischer Bildung?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Timothy Snyder analysiert in »Black Earth« die Entstehung des Holocaust und warum er sich wiederholen kann.

»Sein Hauptthema bettet Snyder ein in die Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Zwischen Militär- und Ideengeschichte angesiedelt, fesselt das Buch nicht zuletzt durch detailreiche Einzelfallstudien, durch die Snyder weniger bekannte und geläufige Schicksale zu einem äußerst lesenswerten Essay verwebt.«
Leseprobe

»Schreiben als Wiederentdeckung«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes neuer Band seiner Begleitschreiben »Tage und Werke«
»Und ja, wenn man "Tage und Werke" in einem Stück gelesen hat, ist man erschöpft. Aber es ist eine Erschöpfung, die nicht ermattet, sondern stimuliert, Neugier, ja: Leselust erzeugt. Was gibt es Besseres

Polyphone Wirklichkeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben«
ist der Versuch einer ästhetischen Darstellung der Mittelschicht im globalen Kapitalismus. Und das gelingt ihm mit großer Könnerschaft.
»Schön wär's, wenn man das könnte, Ideen abschießen wie Travis Bickle herbeihalluzinierte Gegner, über die Schulter in einen Spiegel schauend; um nicht mehr von ihnen gejagt zu werden, Gespenster vom Grund des Bewusstseins…« Leseprobe

Der Jim Carroll unserer Zeit
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
In seinem Debütroman »Die goldenen Jahre« erzählt Ali Eskandarian von seinem durchzechten Leben und zeichnet zugleich das Porträt eines zerrissenen Mannes.
»Warum wir mit unserem Leben nichts Sinnvolles anfangen können, bleibt mir ein Rätsel. Wir haben alle Mittel dazu und Kraft genug, aber stattdessen verweigern wir uns der Wirklichkeit, konzentrieren uns auf den Schwachsinn und vermehren ihn.« Leseprobe

Ein Leben am Abgrund
Von Monique von Delft
Artikel lesen
Fujimori Nakamuras Roman »Der Dieb« erzählt von einem Gauner mit Prinzipien. Er wurde 2010 mit dem
Ōe-Kenzaburō-Preis ausgezeichnet.
Was harmlos beginnt, lässt Autor Fuminori Nakamura zu einem Strom aus Liebe, Gewalt, Kaltherzigkeit und der Frage nach dem Schicksal werden.

Der Dichtergeselle
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Verleger Jochen Jung erinnert sich an Begegnungen mit Dichterinnen und Dichtern aus Vergangenheit und Gegenwart
»Zwischen Ohlsdorf und Chaville«.
»Jungs Texte zeigen Tiefe, Empathie, Distanz und Herzlichkeit zugleich, wobei diese Ingredienzien nicht einfach auszubalancieren sind (weder im Leben noch beim Schreiben).«

Die Macht der Erinnerungen
Von Isabella Caldart
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In dem leise erzählten Roman »Der Traum von Rückkehr« quält Horacio Castellanos Moya seinen Protagonisten mit Erinnerungen an die Toten des salvadorianischen Bürgerkriegs. Leseprobe


Bascombe is back...
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Ford erzählt uns Neues von »Frank«.
Die erste Geschichte beginnt zwei Wochen vor Weihnachten, die letzte endet am Weihnachtstag. Frank ist 68 Jahre alt und hat sich zur Ruhe gesetzt. Er ist vom Prostatakrebs geheilt und lebt jetzt mit seiner Frau Sally in Haddam. 2004 hat er sein Haus an der Küste verkauft und seinen Maklerberuf aufgegeben. Leseprobe

Literarische Trauer-Musiken & persönlichste Verlustanzeige
Von Wolfram Schütte
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Peter Gülkes außerordentliches Buch »Musik und Abschied«
»...sein Buch »Musik und Abschied« ist einzigartig. Es verbindet intimste Schmerzerfahrung & persönlichste Trauerarbeit mit einem vielfältig ansetzenden musikologischen Essayismus zu einem unkonfessionellen literarisch-analytischen Requiem.« Leseprobe

Verfluchtes Mexico
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Kühle Prosa, vor Empörung zitternd, Antonio Ortunos wütender Roman »Die Verbrannten«
»
Wie hier evozierende Beschreibung des nackten Grauens in kommentierende Reflexion übergeht, ist für den changierenden Stil des ganzen Buches bezeichnend.«



Biographie in Stichworten
Von Gregor Keuschnig
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Ulrich Greiner erzählt stilvoll »Das Leben und die Dinge.
Auf den ersten Blick kurios mutet auch die Genrebezeichnung »Alphabetischer Roman« an, die einen letzten Rest Fiktionalität durchblicken lassen soll. Dabei sind auffallend viele Begriffe Reminiszenzen aus einer vergangenen Zeit, die aber dennoch nie idealisiert wird. Sentimentalität ist dem Autor fremd. Es sind Erinnerungspflöcke, jeweils typisch für eine bestimmte Epoche des Lebens.

Wie Verzweiflung die Revolte gebiert
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ludwig Fels' Roman »Die Hottentottenwerft« erinnert uns an Georg Büchners Credo, zu versuchen, gegen alle Widerwärtigkeiten der Herrschenden, ein guter Mensch zu sein.
»So kraftvoll die Ereignisse in diesem Roman auf den Leser einprasseln, so fesselnd ist dieses Buch geschrieben. Sprache und Plot harmonieren in seltener Eintracht.«

Weltsichtungen
Von Wolfram Schütte
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Karl–Markus Gauß macht sich Gedanken über den »Alltag der Welt«
»Selbst den Deppen von morgen wird ein Wissen zugänglich sein, von dem der Denker von gestern nur etwas ahnen konnte; sogar der Spießer von heute ist ja über manches Vorurteil hinausgelangt, an dem einst noch der Freidenker heftig laborierte.«. Leseprobe

Innerlichkeitsprosa mit iphone
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Clemens J. Setz und »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre«
»Ein hübsches Spielfeld für Social-Reading-Mitmacher, aber am Ende wohl eher für Leser und später dann Germanisten. Ein bisschen Exzentrik der Hauptfigur hier, ein bisschen Splatter und Suspense dort (...) Immerhin gibt es Passagen, die dem braven Realismus der heutigen Schreibschulautoren wohltuend diametral entgegenstehen. Und es ist vollkommen unpolitisch. Beides ist sehr angenehm.« Leseprobe

Die Ewigkeit der Phantasie
Ein Essay von Jürgen Nielsen-Sikora 
Artikel lesen
Navid Kermani und der Frieden in Europa.
Am 18. Oktober wird der Schriftsteller Navid Kermani in Frankfurt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Eine Würdigung mit Blick auf die Probleme der europäischen Gegenwart. Essay als pdf

»Tohuwabohu ersten Ranges«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In seiner kleinen Fingerübung »Das Monster von Neuhausen« überzeugt Ernst Augustin einmal mehr.
»Die Ehre, meine Damen und Herren, ist ein Relikt aus einer Zeit, da der Mensch sich noch besinnen konnte. Wie soll er denn heute, vollgeschüttet, vollgedröhnt, ersäuft und ersoffen in einer Flut von immerwährenden Medien, wie soll er sich da besinnen?« Leseprobe

Arktische Kälte im Namen des Sozialismus
Von Maxi Weber
Artikel lesen
Vergraben in einem Weckglas im Garten ihres Elternhauses findet man das Manuskript von Dalia Grinkevičiūtės beängstigender Geschichte. »Aber der Himmel – grandios« ist ein Zeugnis des Unsäglichen, die Geschichte eines jungen, litauischen Mädchens in der Verbannung in den eisigen Polarwintern Sibiriens.


Die Türken stehen vor Wien
Von Georg Patzer
Artikel lesen
In seiner »Mantel-und-Degen-Version« führt der Péter Esterházy die Leser sinnlich und unkonventionell durch ein seltsames Ungarn.
»...
ein Buch, in dessen Sprache man eintauchen kann, sich an ihr wundernd reiben, sie genießend aufsaugen.« Leseprobe


Sex und Macht
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Die zwölf neuen Erzählungen von A.L. Kennedy erzählen von den Seltsamkeiten der Liebe.
»... dennoch ist auch bei der Skeptikerin Kennedy immer, auch in diesen zwölf neuen Erzählungen, eine Zartheit und Sanftheit, die aus den manchmal sarkastischen und manchmal bitter humorvollen Passagen hervorleuchten.« Leseprobe

In Elendsquartieren und Palästen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Katharina von Arx beschreibt eine Weltreise per Anhalter: »Nehmt mich bitte mit«.
Die junge Schweizerin, die in Wien Kunst studiert, fühlt, wie sie sagt, in sich eine Wehmut und ein Fernweh, »die ganz einfach den Fernmut ergeben«. Das heißt: Sie packt eine Jacke ein, zwei Kleider, ein paar lange schwarze Hosen, einen Tropenhut, eine Ukulele und ein paar Stifte zum Malen »in ein Säcklein, das man unter dem Arm tragen kann«. Sie hat wenig Geld, aber einige Empfehlungsschreiben von einflussreichen Menschen. Leseprobe

Tacheles
Von Uve Schmidt
Artikel lesen
Abraham Melzers antizionistische Essays stellen »Israel vor Gericht«.
Im Nahostkonflikt sind die Zionisten konstante Kriegspartei und Abraham Melzer ein ruheloser Aktivist der internationalen Vereinigung »Jewish Voice for Peace«.

Eine Biografie in Fesseln
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Manfred Mittermayers Bernhard-Biographie bietet wenig wirklich Neues über den großen Unruhestifter, und das liegt nicht am Biografen...
»Unabhängig davon, dass der Nachlass jetzt als Herrschaftsbesitz behandelt wird, weist Mittermayer bereits im Vorwort seiner Biografie darauf hin, dass aus bisher nicht publizierten Privatbriefen Bernhards nicht zitiert werden darf. Selbst wenn er also Kopieunterlagen besitzen würde, dürften diese nicht verwendet werden.«

Zum Verhältnis von Freundschaft und Liebe
Von Sophia Bächle
Artikel lesen
David Nicholls erzählt in seinem Liebesroman die ineinander verwobenen Leben von »Zwei an einem Tag«. Beim Lesen fiebert man im ersten Teil des Buches mit den Beiden mit, liest begierig über Kapitel hinweg, immer der großen Frage folgend: wann kommen sie endlich zusammen?

Anekdoten vs. Komplexität
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Farbe des Granatapfels und
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Die Kindheitsromane von Anna Baar und Dana Grigorcea könnten unterschiedlicher nicht sein. Das betrifft auch deren literarische Qualitäten.


In Verteidigung welcher Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Philip Pettit sucht in seinem Buch nach einem moralischen Kompass für das 21. Jahrhundert und findet ihn im Republikanismus.
»Fraglich bleibt auch die Einschränkung des Geltungsbereichs seines Freiheitsbegriffes auf »erwachsene, geistig gesunde, mehr oder weniger dauerhaft ansässige Einwohner«. An dieser Stelle müsste eine tiefgreifende Kritik seiner elitär anmutenden Theorie ansetzen und fragen, welches Konzept von Partizipation diese Lesart des Republikanismus wirklich vertritt...«
Leseprobe

Auf der Suche nach der Wahrheit
Von Vanessa Valkovic
Artikel lesen
Kolja Mensings lesenswerter Versuch, die eigene Herkunft zu rekonstruieren.
»... akribisch niedergeschriebene Recherche, die sich durch emotionale Zwischentöne und historische Fakten auszeichnet, die sich zu einem lesenswerten Werk verdichten.« Leseprobe

Goethe und Proust Hand in Hand
Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Byung-Chul Han »Die Errettung des Schönen«
Han greift das Unangreifbare an: die Ästhetik des Glatten, des Polierten als vorprogrammierte Aussage über eine scheinbar bereits perfekt, jederzeit überall hin versendbare Einheits-Welt, die, mit den Gesten von Like und Share, im chic blinkenden Design der weltweit verbreiteten Smartphones eingerahmt wird. Leseprobe

Singles zu vermitteln
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Ursula März erzählt (halb)dokumentarisch von den Versuchen, dem Alleinsein zu entkommen: »Für eine Nacht oder fürs ganze Leben« Leseprobe
März interessiert sich besonders für den »Massentypus des Großstadtsingles«. Den versucht sie zu erforschen, zu verstehen und zu beschreiben. Und das gelingt ihr großartig.

Abschiedsminiaturen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
In Liebesbriefen, Selbstgesprächen, Eifersuchtsdramen, Schwanengesängen, Gesellschaftssatiren und Augenblicken des Glücks schreibt Günter Grass »Vonne Endlichkait«.



Ein Menschenschlag »zur Verrücktheit zerrüttet«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Philipp Tinglers Gesellschaftsroman »Schöne Seelen«.
»
Je mehr wir bedauern, wie wir nicht gelebt haben – also je höher der Anteil ungelebten Lebens an unserem Dasein ausfällt -,  desto mehr fürchten wir den Tod.«

Samson oder Herkules, das ist hier die Frage
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Berthold Seligers Polemik wider das »gebührenfinanzierte Staatsfernsehen«
Die Zeit verlangte längst für unser immobiles »Opas Fernsehen« ein Manifest wie einst das von Oberhausen gegen den westdeutschen Nachkriegsfilm. Wie er damals einer radikalen Reform an Haupt und Gliedern bedurfte, so wäre sie heute für unser öffentlich-rechtliches Fernseh-System notwendig. Leseprobe

Ein wohlformuliertes Bekenntnis
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Carlo Strengers »Anleitung zur Verteidigung unserer Freiheit - Zivilisierte Verachtung«
Die Neigung Überzeugungen oder überlieferte Narrative als satisfaktionsfähige »Argumente« gegen Tatsachenbehaup-tungen zuzulassen, findet sich, wie Strenger richtig herausstellt, in allen Lagern – links wie rechts. Der Appell dieses Essays geht dahin, diese »kognitiven Verzerrungen« nicht mehr zu akzeptieren. Er hält den Relativismus, der wissenschaftliche Erkenntnisse und sozio-kulturelle Errungenschaften leichtfertig hergibt für eine Bedrohung der freiheitlichen Gesellschaft. Leseprobe

Ich bin hier
Von S
igrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Seit langen Jahren arbeitet Verena Lueken, die vor allem als Filmkritikerin bekannt geworden ist, im Feuilleton der FAZ.
Viele Jahre davon hat sie als Kulturkorrespondentin aus New York berichtet. Sie hat »Kinoerzählungen« geschrieben, auch eine »Gebrauchsanweisung für New York«, und jetzt ihren ersten Roman: »Alles zählt«, ein bewegendes erzählerisches Debut.
Leseprobe

»Vom Krieg besudelt«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jan Koneffkes Roman »Ein Sonntagskind«
»Es gelingt dem Roman durchaus, die Traumatisierung der Generation und die Scham über das allzu willige Mitläufertum, dieses lebenslange Stigma des Krieges, das sich eintätowiert hat in die Seele seines Protagonisten, exemplarisch aufzuzeigen. Leseprobe

Wir sind alle Kannibalen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
In seinen Essays ordnet Claude Lévi-Strauss Ereignisse in einen Kontext, der weit über nur eine Gesellschaft und nur eine Denktradition hinausreicht.
»Denn der Tag wird kommen, an dem der Gedanke, daß die Menschen der Vergangenheit zu ihrer Ernährung Lebewesen züchteten und abschlachteten und ihr Fleisch in gefälligen Portionen in den Schaufenstern ausstellten, sicher den gleichen Widerwillen einflößen wird, wie den Reisenden des 16. oder 17. Jahrhunderts die kannibalischen Mahlzeiten der amerikanischen, ozeanischen oder afrikanischen Wilden.« Leseprobe

Superheldenfamilie mit ganz besonderem Talent
Von Laura Ott
Artikel lesen
Der kürzlich auf Deutsch erschienene Roman »Der Susan Effekt« von Peter Høeg hat das, was man sich von einem dänischen Krimi erhofft: Action, Gewalt, eigensinnige Charaktere und dieses nordisch-magische Etwas, das sich mit Fakten nicht erklären lässt. Leseprobe

Ein wunderbarer englischer Exzentriker erzählt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Und sie fliegt doch« Dave Goulsons eigenartiges Mixtum Compositum über die Hummeln (& ihn).
Es ist dieser angenehm ironische erzählerische Umgang mit seinem Stoff, der das teilweise sehr komische & auch selbstkritische Buch zu einem Lektüre-Vergnügen macht. Leseprobe

Bar jeder Zivilisation
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Heinz Reins apokalyptischer Roman über die finale Schlacht um Berlin war Jahrzehnte ein vergessenes Buch.
Klaus Schöffling hat das literarische Höllengewitter ohne Scheu vor Pathos erfolgreich reanimiert.
»Die Höllengewitter des zerstörten, von Roter Armee angegriffenen und vom SS-Mob regierten Berlins der letzten April-Tage 1945 scheint uns heutige Leser entfernter als die 70 Jahre Distanz dies nahelegen. Doch diese Zeitreise zurück ist auch heute noch möglich. Solche Welten wie sie Heinz Rein beschreibt, liegen nur ein paar Flugstunden entfernt.
« Leseprobe

Kleine Epiphanien
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks »Geschichten vom Fernweh«
»Der Stich im Herzen« gehört zu jener seltenen Spezies von Büchern, mit deren lustvoller Lektüre  man sofort wieder beginnen kann, wenn man sie gerade beendet hatte. Die rund 50 Prosastücke sind thematisch so vielfältig & erzählerisch so solide gearbeitet, dass man sie gerne liest & jede die vorige vergessen lässt, aber alle zusammen einen Sog entwickeln, der nach einer zweiten Lektüre verlangt. Leseprobe

Auf Abenteuerreise in Entwicklungsländern
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
In seinen Band mit Erzählungen »Kurze Begegnungen mit Che Guevara« schreibt Ben Fountain in einem blumigen Stil vom Alltag weißer, privilegierter Amerikaner in Krisengebieten.
Leseprobe



Täglich ein anderer Untergang
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Eva Horn analysiert »Zukunft als Katastrophe«
Sie geht davon aus, dass die Zeitdimension Zukunft immer stärker die positiv-utopische Bedeutung verliert und Gegenwart, gerade im digitalisierten Heute, zum heiß umkämpften Tummelplatz von alternativen Szenarien der dystopisch-negativen Vorwarnung und Prävention wird. Leseprobe

Der Staub des Vergessens
Von Mirjam Schmitt
Artikel lesen
Der jüngste Roman des Chilenen Rodrigo Díaz Cortez »Der mieseste aller Krieger« ist ein wichtiges Werk.

Mit einem Hauch des magischen Realismus Lateinamerikas zeichnet Cortez eine Geschichte, die so unzugänglich, eigenwillig und erstaunlich ist wie die Atacamawüste selbst.
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Kitschiges Kulissenbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ralf Rothmanns umjubeltem Roman »Im Frühling sterben« fehlen Innenperspektive und Tiefenschärfe.
»Die Abendsonne füllte die herumliegenden Helme mit Schatten.«? Vielleicht ist es ja »poetisch«, wenn ein Blitzmädel Walter mit ihren »milchblauen» Augen anschaut? Statt Poesie sehe ich vor allem eine gehörige Portion Edelkitsch, garniert mit schwülstig-klebrigen Manierismen. Leseprobe

Probier's mal mit Gelassenheit
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
In Wilhelm Schmids neuestem philosophischen Ratgeber geht es um »Sex«, zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Manie und Burnout, akzeptierter Routine und sozialem Outing.
Gefordert wird die freundschaftliche Differenz, mit sich selbst und anderen in einen seriösen und zugleich amüsanten Dialog über Möglichkeiten der erotischen Inszenierung zu kommen und dabei auch ein Stück so oft verloren gegangener Privatheit und Verbundenheit neu zu konstituieren. Leseprobe
  

Vom Scheitern an der Mittelmäßigkeit
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Melancholie in der Kurzform und gelegentlicher Wahnwitz in handlichen Paketen bietet Johannes Wallys Erzählband »Absprunghöhen«.
»Sie hielt inne und schüttelte den Kopf, ohne recht zu wissen, worüber.«


Von Lübeck ins Lotterbett
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
In seinem Roman
»Die freie Liebe« erinnert Volker Hage an die Aufbruchstimmung Anfang der 70er Jahr mit ihrenTräumen Hoffnungen und Enttäuschungen.
»Hages Roman ruft längst vergangene Zeiten zurück. Heutige Studenten können hier erfahren, wie und was ihre Großeltern einst so getrieben haben. Oder, viel mehr noch, was sie gerne getrieben hätten.« Leseprobe

Gonzo-Politik und die Odyssee
des amerikanischen Traums
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Hunter S. Thompsons Briefe 1958-1976 sind in der Edition Tiamat erschienen.
»Diese Briefe aus der Zeit von 1958-1976 enthalten keine geschliffenen Mono- oder Dialoge literarisch stilisierter Persönlichkeiten, die sich fein abheften und binden ließen. Sie wirken oft eher wie eine aufgerissene Krankenakte vor einem alten Ventilator, aus der Pillen-Rezepte und unbezahlte Rechnungen aus Hotelbars, Kneipen und Irrenhäusern der Welt wirbeln. (...) Sie sind von einer rücksichtslosen, gewalttätigen und unbarmherzigen Ehrlichkeit in einem inneren und äußeren Kampf mit geballter Faust, Doppeldaumen, Kaktus und Stilett, eine Haltung, die keinen Verrat kennt, weder gegen sich noch gegen andere.« Leseprobe

X, Y, Z … Helikopter Eltern aufgepasst!
Von Mareike Springer
Artikel lesen
Zehn Jahre nach ihrem Erfolgsroman »Ohio« erzählt Ruth Schweikert anhand von Familienschicksalen dreier Generationen einfühlsam »Wie wir älter werden«.
»Die Wölfe, die Bedrohungen und Gefährdungen die Angriffe in seinem und auf sein Leben waren nie von außen gekommen, sondern hatten ihren Ursprung, die verborgene Höhle, in der sie heranwuchsen, stets in ihm selbst gehabt.«
Leseprobe

Strebsamkeit, Geisterglaube und Unheil
von Gunther Neumann
Artikel lesen
»
Der dunkle Fluss« von Chigozie Obioma erzählt vom Kulturwandel und dem Auseinanderbrechen einer nigerianischen Familie.
In Nigeria hätte er sein Buch nicht schreiben können, meint er: Der Klang einer Trommel sei aus der Ferne klarer als aus der Nähe, heißt es bei den Ibo, seiner Ethnie. Leseprobe

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe


Zwischen Tradition und Aufbruch
Von Lena Hünlein
Artikel lesen
Kenneth Bonert liefert mit seinem Südafrika-Roman
»Der Löwensucher«
eine mitreissende Familiensaga.




Der nigerianische Patient
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Teju Coles prosaischer Blick auf Nigerias Hauptstadt und Gesellschaft, »Jeder Tag gehört dem Dieb«.
»Wenn Desaster Humus für gute Literatur sind, dann ist Nigeria ein fruchtbarer Boden. Boko Haram im Norden, Ölpest im Süden, und auch andernorts geben Misswirtschaft, Gewalt und Migration den Puls auch für ein schriftstellerisches Schaffen vor, das scheinbar nicht mehr der Imagination bedarf.« Leseprobe

Unter die Haut von Mensch und Gemälde
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Frank Auerbach im Bonner Kunstmuseum und in der Tate Britain.
Das Bonner Kunstmuseum zeigt Auerbachs Werke in Kooperation mit der Tate Britain, London (Bonn: 04.06.-13.09.2015, London: 9.10. 2015-13.3.2016). Seine jetzt gezeigten Werke stechen hervor durch ihre radikale Fokussierung von Form und Sujet und ihrem ungezähmt-widerspenstigen Charakter.

Mehr als nur Geschichten
Von Vera Bergmann
Artikel lesen
Von Wissenschaft, Steinen, Modellstädten und dem, was wir nicht sehen.

Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr verknüpft das Schicksal eines blinden, französischen Mädchens mit dem eines technikbegabten Waisenjungen, der als Soldat der Wehrmacht nach St. Malo kommt, um Feindsender der Résistance aufzuspüren. Leseprobe

Von Durazzo bis Kabul
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Steffen Kopetzkys wagemutiger Geschichtsumschreibungsroman »Risiko«

Ein abenteuerliches Stück Weltgeschichte mit einer Prise Capus, Lawrence und Karl May.
Leseprobe


Das verlorene Paradies
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Massum Faryars wehmütiger Afghanistan-Roman »Buskaschi oder Der Teppich meiner Mutter«.
Die 650 zauberhaften Seiten halten nicht nur eine wundervolle Liebesgeschichte bereit; sie sind vor allem die Liebeserklärung an ein geschundenes Land und seine Geschichte. Leseprobe

Geschmacklich fader Analogschinken
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Joachim Lottmanns ratternde Pointenmaschine »Happy End«
»Wie trostlos muss da eine Woche, eine Saison und auch gleich noch der Anspruch an Literatur sein, dieses Buch zum Ereignis zu adeln?«


Dschihadisten und französische Idylle
Von Louisa Klein
Artikel lesen
Der siebte Fall von Martin Walkers Bruno, Chef de police
»Provokateure« ist ein sorgfältig recherchierter, thematisch aktueller Romantik-Krimi, bei dem vor allem Südfrankreich-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, der perfekte Wohlfühl-Krimi für den Sommerurlaub.

»Die einsame Soldatin«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Stephan Jungks Geschichten aus den »Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart«.
Edith Tudor-Hart kannte denjenigen, den man seinerzeit den dritten Mann nannte nicht nur, sie gilt heute als diejenige, die Harold Adrian Russell Philby, genannt Kim, einen aus wohlhabender britischer Familie stammenden Sohn eines Kolonialoffiziers und Teepflanzers, Anfang der 1930er Jahre in Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst brachte. Leseprobe

»Reue? Niemals.«
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Malte Herwigs opulente Biographie über
Francoise Gilot und ihr Leben mit und ohne Picasso »Die Frau, die Nein sagt«
Gilot ist Jahrgang 1921 und 90 Jahre alt, als sich der SZ-Reporter Malte Herwig bei ihr meldet. Zehn Monate lebt die Dame in New York, im Mai und Juni zieht es sie nach Paris. Sie ist Malerin gewesen und geblieben. "5000 Zeichnungen und 1600 Gemälde" fasst ihr Œuvre aus 75 Jahren. »Außer malen tue ich ja nichts«, so die lakonische Begründung für dieses Werk. Ihre Zeit mit Picasso, als sie Muse, Mutter und Geliebte war, hat ihr Leben zwar geprägt, aber Herwig reduziert sie nicht darauf.

Abgründe mit Tiefenschärfe
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Dörte Lyssewskis gelungenes Prosadebut, die Erzählungen »Der Vulkan oder die Heilige Irene«
Die Kraft der Erzählung, die Sprache, ist unabhängig von dem Wissen um den real existierenden Ort. Es sind diese alptraumhaft beklemmenden Bilder einer postapokalyptisch anmutenden Welt, die bleiben. Weit und breit kein Trost, kein possierlicher Hercule Poirot mehr, der »das Böse unter der Sonne« er- und aufklärt.

Rilke – davongeflogen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Klaus Modicks wunderbarer Künstler-Roman »Konzert ohne Dichter«.
Modick macht kein Hehl daraus, was er von Rilke hält. Er erscheint ihm »hochmütig schwafelnd«, »schwadronierend«, er mag seine »rhetorische Glätte und pathetische Eloquenz« nicht.

»Obsessionen sind das Einzige, was zählt«
Von Georg Patzer
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Menschenscheu, lesbisch, berühmt. In der monumentalen Biografie »Die talentierte Miss Highsmith« bringt Joan Schenkar ihren Lesern die weltberühmte Autorin näher als manchen lieb sein mag.

Der liebe Gott wohnt im Detail«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Der Briefwechsel
Theodor W. Adorno und Gershom Scholem 1939-1969.
»Der nun erstmals vollständig vorliegende Briefwechsel der beiden Geistesgrößen ist ohne Erwähnung des unsichtbaren Dritten, Walter Benjamin, gar nicht angemessen zu würdigen. Die meisten der über 200 Briefe zwischen 1939 und 1969 kreisen um die Person und Philosophie des gemeinsamen Freundes.« Leseprobe

Ein schlichter Titel- kein schlichtes Buch
Von Raffaela Schönlein
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In seinem neuen Roman »Oh...« entführt Philippe Djian seine Leser in die Gedanken von Michelè, die nicht nur mit zahlreichen familiären Problemen zu kämpfen hat, sondern in ihrem Haus von einem vermummten Einbrecher vergewaltigt wurde.



Der Pegasus persönlich!
Von Uve Schmidt
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Die neuen Gedichte von Otto Jägersberg
Es ist sein herb-heiterer bis saukomischer Purismus (vergleichbar dem sozialistischen Realismus der Leipziger Schule) und dergestalt von makelloser Präzision, geprägt von Lakonie, Väterwitz, Stammbuchaphoristik à la Bakunin und einer neuen deutschen Naturkunde.

Aus dem Land der Richter und Henker
Von Niklas Schmitt
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Gibt man dem Menschen Macht, nutzt er sie. Jeder die seine. Der eine baut Staaten und Heere, der andere Strophen und Verse. Der Band »Aus den Kerkern Europas« stellt nun Gedichte der Dichter und Denker aus den Kerkern der Richter und Henker vor. Leseprobe

Auf der Suche nach Antworten
Von Vanessa Valkovic
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»Wie wird ein Mensch zum Massenmörder? Warum sucht ein Mensch die Konfrontation mit seinem Peiniger? Was passiert mit den Familien dieser Männer? Ist Rache je gerechtfertigt?«
Thomas Harding begibt sich mit »Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz« auf die Suche nach Antworten – und geht dabei in die Tiefen seiner eigenen Familiengeschichte.

Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
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Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Zwischen Gut und Böse
Von Louisa Klein
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Cynan Jones neuer Roman »Graben«

Tot und sorglos

Von Mirjam Schmitt
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Zwischen einem brutalen Dachsjäger und einem aus der Bahn geworfenen Schafzüchter entfesselt Cynan Jones in seinem neuen Roman »Graben« eine dynamische Energie, die sich in einem alles umkehrenden Aufprall entlädt. Leseprobe

»All diese Orte zur selben Zeit«
von Daniela Konzelmann
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In seinem neuem Roman »Aufstieg und Fall großer Mächte« schickt Tom Rachman den Leser auf eine Reise durch drei Jahrzehnte und drei Kontinente – auf der Suche nach dem roten Faden in der verworrenen Biografie seiner Protagonistin.

Bücher sind wie Pilze
Von Felicitas Korb
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Ist es möglich, die eigene Vergangenheit in Zeiten des Internets zu vergessen?
Mit »Aufstieg und Fall großer Mächte« stellt Tom Rachman ebendies in Frage.

Reisen ins Innere einer Autorin
von Dóra Ilona Veress
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Terézia Mora übernahm im Wintersemester 2013/14 die Frankfurter Poetikdozentur.
Die fünf Vorlesungen, in denen Mora mit unumwundener Ehrlichkeit von ihrem Schreiben mitsamt dessen Schwierigkeiten berichtet, sind nun mit dem Titel »Nicht sterben« in Buchform erschienen. Leseprobe

Zimtwecken und verlorene Utopien im Neubau
Von Maxi Weber
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Anke Stelling überzeugt mit ihrem neuen Roman
»Bodentiefe Fenster«, in dem sie die Sprache jener Generation von Frauen spricht, die ihre Kinder aus pädagogischen Gründen Schlitten fahren lassen und sich Wohl oder Übel langsam eingestehen müssen, dass man nicht alle Probleme im Stuhlkreis lösen kann ...

»Vier zu vier statt eins zu sieben«
Von Eva Schanz
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Anke Stellings neuer Roman »Bodentiefe Fenster« beschreibt mitreißend Höhen und Tiefen im Leben einer Prenzlauer-Berg-Mutter. »Ihr Schreiben ist lebendig, wahrhaftig und hat vor allem eines: viel Herz.«  Leseprobe

Eine Geschichte über Geschichten
Von Mareike Springer
Text lesen
»Manchmal erhältst du die beste Lösung, wenn du zulässt, zu scheitern.«
Das Gefühl der Angst vorm Versagen ist Terézia Mora in ihrem Leben nur allzu häufig begegnet. In ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen, die jetzt in »Nicht sterben« nachzulesen sind, erzählt sie von dem Weg zu ihren individuellen Lösungen: ihren Erzählungen, ihren Romanen - ihren Geschichten. Leseprobe


Vor Dr. Schiwago kam die Poesie
Von Katharina Stuch
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Christine Fischer entführt den Leser im ersten Band der Werkausgabe »Meine Schwester – das Leben« mit Gedichten, Briefen und Erzählungen in die frühste und frühe Schaffenszeit des russischen Schriftstellers Boris Pasternak.
»Christine Fischer hatte bei der Auswahl der Gedichte ein gutes Gespür, sie spiegeln die Wandlung des Autors vom Musiker über den Philosophen zum Dichter ausführlich wider.« Leseprobe

Ein Nomadenleben
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Bruce Chatwins Briefe erzählen brillant von der Ruhelosigkeit.
»Das Schöne an dem dicken Buch ist, dass die verbindenden Zwischenkommentare präzise die Zusammenhänge herstellen, auf die sich die Briefe beziehen, die man ja sonst kaum verstehen würde. Und so ist es mehr als ein Briefband geworden, eher eine ausführliche Biografie, unverzichtbar für alle Reisebuchliebhaber.«

Auf dem Weg ein vertrockneter Feigenbaum
Von Laura Ott
Text lesen
Der erstmals in deutscher Übersetzung erschienene Roman »Judas« von Amos Oz erzählt von Liebe und Einsamkeit, von Selbstfindung, Religion und nationaler Identität.
»Oz schreibt sich ganz nah an den Leser heran und bricht dann ab, wie eine Welle, die einen kaum am Fuß berührt.« Leseprobe
»

Mikrokosmos der Tristesse
Von Isabella Caldart
Text lesen
Eugène Dabit bemüht sich in seinem Roman
»Hôtel du Nord« um die Abbildung der französischen Unterschicht.
»Zu viele Schicksale in zu viele Kapitel gequetscht, die weniger einem Roman als zusammenhangslosen Kurzgeschichten gleichen – von denen die wenigsten überzeugen.« Leseprobe

Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
Text lesen
Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

»Ganz normale Leute«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Klaus Theweleit hat »Das Lachen der Täter« analysiert und ein Psychogramm der Tötungslust erarbeitet.
»Der permanent von Fragmentierung sich bedroht fühlende Körper des Killers braucht den Mord, um sich vorübergehend »ganz« zu fühlen. Der andere muss zerstückelt daliegen, damit der Mörder eine temporäre Ganzheit erfahren kann, und dieser Zustand wird vom Killer als ein Rausch erlebt, der sich in diesem ganz auf der Gewaltseite stehenden Vernichtungslachen äußert.«

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
Text lesen
In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
Text lesen
Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
Text lesen
Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Die Raddatz Variationen
Von Lothar Struck
Text lesen
Mit seinen Erinnerungen an die »Jahre mit Ledig« hat sich Fritz J. Raddatz auf seine unnachahmliche Weise verabschiedet.
Leseprobe


Vögel kennen keine Absperrungen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Text lesen
Norbert Scheuers Roman über einen Sanitätssoldaten als Vogelforscher in Afghanistan »Die Sprache der Vögel«.
»Vielleicht«, so heißt es einmal, »kommt es im Leben nur darauf an, etwas zu finden, bei dem alles andere in Vergessenheit gerät«.
Leseprobe

Vom Simplicissimus zu Peter Alexander
Von Isabella Caldart
Text lesen
Daniel Kehlmann schlägt in seinen Frankfurter
Poetikvorlesungen einen weiten Bogen.
In seinen Poetikvorlesungen, die Kehlmann im Juni vergangenen Jahres an der Goethe-Universität in Frankfurt hielt, verliert der Schriftsteller kein Wort über seine Werke und spricht im Subtext doch über nichts anderes. Leseprobe

Ein »Schwarzbuch der Schande«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Heinz Reins beklemmender Roman über die Schlacht um Berlin »Finale Berlin« wurde jetzt neu aufgelegt.
»In diesen starken Passagen spürt man die zeitliche Nähe zum Geschehen, spürt, wie der Autor selbst noch ganz unter dem Eindruck dieser höllischen Erfahrungen steht. Da ist es weder fiktional noch dokumentarisch, sondern ein subjektiver Blick auf das objektive Grauen. Leseprobe

Moralischer Realismus
Von Lothar Struck
Text lesen
Édouard Louis emazipatorischer Erfolgsroman »Das Ende von Eddy« bewegt sich zwischen Josef Winkler und Jean Genet.
»Das Buch ist auch eine Bestandsaufnahme über die hermetischen Klassen und Schichtundurchlässigkeiten Frankreichs ...«  Leseprobe

Die stille Unendlichkeit des Raums

Von Georg Patzer
Text lesen
In seinem neuen Buch
»Lebensstufen« erzählt Julian Barnes Geschichten vom Fliegen, der Liebe zur Freiheit und berichtet vom Tod seiner Frau.
Es ist ein berührendes, schmales Buch mit seinen drei kurzen Teilen, die inhaltlich manchmal ineinander übergehen, mit einer langen Kurve von sich fast organisch entwickelnden Metaphern. Leseprobe

Schlechte Eigenschaften? Keine.
Von Georg Patzer
Text lesen
Alfred Polgars hinreißende Marlene Dietrich-Biografie
ist jetzt endlich bei
Zsolnay erschienen.
»In einem brillanten, oft schwebenden Stil, den er noch unter widrigsten Umständen zu schreiben fähig war, folgt Polgar ihrem Lebenslauf und der steilen Karriere, schreibt über die Philosophie des »Sex Appeal«, beschreibt ihr Gesicht, den verschleierten Blick, ihre berühmten Beine und ihre tief hauchige Stimme. Immer auf der Suche nach dem passenden Wort, dem fließenden Rhythmus: Es ist noch heute eine Freude, diesen Text zu lesen.« Leseprobe

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
Text lesen
Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
Text lesen
Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«


Abschied von der Kindheit
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Der neue Roman von
Marc Degens »Fuckin Sushi«.
»...ohne Rührseligkeit und fast immer auch ohne die ansonsten häufig zu findende Anbiederung an den Sprachjargon der Jugendlichen. Schon jetzt bin ich gespannt, was Niels in zehn Jahren so alles erlebt hat.«

»Weibliche und männliche Gehirne denken verschieden.«
Von Georg Patzer
Text lesen
Henning Beck, der deutsche Science Slam-Meister 2012, klärt uns über Gehirnmythen auf.
»Dabei bleibt Beck stets wissenschaftlich fundiert, lässt seine profunden Kenntnisse aber so locker einfließen, dass man sie sich sogar merken kann,...« Leseprobe

Zwischen Bewunderung und Angst
Von Georg Patzer
Text lesen
Desmond Morris porträtiert die Eule, ein Vogel mit zwei Gesichtern.
»... die größten Eulen geben weichere, sanftere Laute von sich, und auch die klingen noch so, als spiele jemand Gespenst, um ein Kind zu erschrecken.«


Handbuch Holz
Von Georg Patzer
Text lesen
Wie man es fällt, stapelt & verbrennt.
Lars Mytting weiß alles ums Feuermachen.
»Das einzige, was fehlt, ist, was man am besten mit der Asche macht.«


Eine Sternstunde des Hard Boiled Krimis
Von Gérard Otremba
Text lesen
Nikolaus Stingl hat Richard Starks Krimi »The Hunter« neu übersetzt.
»Trotz seiner staubtrockenen und archaisch anmutenden Brutalität, ist Parker die Sympathie des Lesers gewiss.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft


Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Foto: © Thomas Brasch
Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
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»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
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Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Ist Gott eine Maschine?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Nick Bostroms Szenarien einer kommenden Revolution.
»Wir befinden uns inmitten eines Dickichts aus strategischer Komplexität, das von einem dichten Nebel der Ungewissheit umgeben ist. Obwohl wir zahlreiche Betrachtungen angestellt haben, bleiben die Einzelheiten und Zusammenhänge unklar und zweifelhaft.« Leseprobe

Vom Heimischwerden im Spazierengehen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Esther Kinskys
Wanderungen »Am Fluß«
»...hermetisch und gleichzeitig luftig, wunderbar oszillierend zwischen Idyll und Trostlosigkeit. Ein beeindruckender und hinreißender Roman, kurz: großartige Literatur. «



Enzensberger I, II & III
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensberger »Tumult«
»Mit diesem so unscheinbar daherkommenden Büchlein möchte Enzensberger natürlich seine Biographie arrangieren. Es dient der Imagepflege und schielt bereits auf den Nachruhm. Schwerpunkt sind die Jahre der Revolte...« Leseprobe


Das Subjekt in der Aura seiner Damaligkeit
Von Lothar Struck
Text lesen
Botho Strauss grandiose Erinnerungsarbeit »Herkunft«
»Dieses Buch ist mehr als nur ein Archiv des Erinnerns. Es ist Botho Strauss' brillante wie eindrucksvolle Beschwörung und Manifestation seines So-Seins.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

»... den Hass bekämpfen, nicht die Völker«
Von Lothar Struck
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Der Briefwechsel zwischen Romain Rolland und Stefan Zweig: »Von Welt zu Welt«
Dabei erspürt man – ein letztes Mal sei ein inzwischen verkommenes, jedoch dringend zu rettendes Wort bemüht – diese Betroffenheit, die aus den jeweils bekannten Einzelschicksalen auf das große Ganze zu potenzieren weiß. »Wer jetzt nicht leidet, wer sich nicht quält, der lebt nicht, er ist nur ein Zuschauer, er steht außerhalb der Menschheit«

»Aber Suhrkamp bleibt.«
Von Herbert Debes
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Zum 90. Geburtstag von Siegfried Unseld, am 28.09.2014, ist ein reich illustrierter Band erschienen, der das Leben des Verlegers erstaunlich offenherzig als Kulturgeschichte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in Bildern und Texten dokumentiert.

Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Thomas Piketty sucht in seinem Buch nach Regelmäßigkeiten im Kapitalismus mit Hilfe einer schier unglaublichen Fülle empirisch erhobener Daten. Das Zahlenwerk ist zugleich die Suche nach einem Gesetz der Geschichte und einer Weltformel für die Ökonomie.
Leseprobe

Nowacks Unternehmungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wolfgang Körners Roman »Nowack« ist ein Stück subversive Lebenskunst aus der Zeit, als literarische Zuversicht auf bessere Zeiten noch möglich war. Leseprobe

So ein schlechter Roman
Von Torsten Larbig
Artikel lesen
Zu Dave Eggers »Der Circle«
»Nein, Eggers macht es sich mit seiner These zu einfach. Es gibt keinen Automatismus, der gegenwärtige Entwicklungen direkt in größenwahnsinnige gesellschaftliche Perversionen sozialer Netze treibt. Das heißt nicht, dass es diese Gefahr nicht gäbe, aber so leicht, wie es sich Eggers macht, geht es nicht.«

Von den Nazis ausgezählt
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Stephanie Barts großartiger Roman erinnert an den deutschen Boxer Johann 'Rukelie' Trollmann, der, weil er Sinto war, 1933 nicht »Deutscher Meister« sein durfte. Leseprobe



Ein zeitloses, literarisches Kunstwerk
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Herrndorfs Weblog
»Arbeit und Struktur« posthum in Buchform.
»
Die Lebenskraft Wolfgang Herrndorfs, die in diesen Notaten literarisch erfasst und vor dem Leser erzeugt wird und ihn zum Teil mitreißt, wird noch hell leuchten, wenn die halbgaren Lobreden des Feuilletons längst vergessen sind. So paradox es klingen mag - man wird Wolfgang Herrndorfs Tagebücher vielleicht irgendwann als einen neuen Werther lesen, einen Werther des 21. Jahrhunderts, der am Ende nicht aus purer Verzweiflung Hand an sich legt, sondern mit Würde sein Leben bis zum Schluss in seinen Händen behalten will.« Leseprobe

Aus der Zeit gefallen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
John Williams mitreißender Roman über das unscheinbare Leben des Literaturprofessors William Stoner an der University of Columbia.
Stoners gelebter Existentialismus, der die Bleiweste des Trübsinns abgestreift hat wie ein zu enges Kleidungsstück, vereint für einen Augenblick (fast) alle Leser in einer besonderen Form von Andacht. Leseprobe

Vergessen als Monolog, Verzeihen als Dialog
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Varujan Vosganians aufwühlendes »Buch des Flüsterns«
Vosganians Schreiben ist eine Beschwörung der Toten, sowie der Ängste und Schmerzen der Überlebenden, die von den Stimmen und Bildern der Verhungerten und Erschlagenen heimgesucht werden. Leseprobe


Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


 

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Angela Steidele
Rosenstengel
Ein Manuskript aus dem Umfeld Ludwigs II.

München 1884: Der junge Irrenarzt Franz Carl Müller gewinnt das Vertrauen des bayerischen Märchenkönigs Ludwigs II. Unter dessen großer Anteilnahme erforscht Müller das Leben eines gewissen Anastasius Rosenstengel, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Prophet umherzog, als Musketier kämpfte und schließlich heiratete, die Ehe aber mit einer ‘ledernen Wurst’ vollzog - denn Rosenstengel hieß tatsächlich Catharina Linck, die für ihr erfundenes Leben zum Tod verurteilt wurde. Leseprobe  Bayerischer Buchpreis 2015

Matthes & Seitz Berlin

Mietgesuch in eigener Sache:
Für unseren Chefredakteur suchen wir in Frankfurt/M bzw. in Offenbach/M ab 1. März eine bezahlbare, ruhige 2-3 Zimmerwohnung
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Ilma Rakusa in Ljubljana
Von Dragan Aleksić
Artikel lesen
»
In der Abenddämmerung sitzt Ilma Rakusa auf einer Bank in der Čop Straße. Die neben ihr ausgestreckten Handflächen berühren die warmen Bretter. Eine große Ledertasche liegt rechts von ihr. Sie betrachtet die Tromostovje, Pešeren's Denkmal und die rote Fassade der Franziskanerkirche.«

Petits riens (zwölf)
Von Wolfram Schütte
Text lesen
Privatissime öffentlich
Was tun?
Ahnungslose Nachfolge



Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
Text lesen
Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Von Herbert Debes

Weiterlesen
Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.

Kaiserpanorama
Reise durch die Deutsche Inflation
Von Walter Benjamin
Artikel lesen
I. In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe - indem es ja »nicht mehr so weitergehen« könne - besonders denkwürdig.

Shortcuts:
Smarte Provokation

Markus Metz & Georg Seeßlen haben nach ihren grandiosen Blödmaschinen erneut zugeschlagen. In dem frechen, temporeichen Pamphlet Geld frisst Kunst – Kunst frisst Geld, hauen sie mal wieder auf den Putz, daß es eine Lust ist, sich durch die 496 Seiten zu ackern. Mit einer Bilderspur von Ute Richter, edition suhrkamp 2675, Broschur, 20,00 €


Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Wir besprechen hier fortlaufend Bücher, die sich zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken.  Zu den Büchern



Kurzgeschichten:

Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
Text lesen

Rebellen
Von Joe Bauer
Artikel lesen
S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
Artikel lesen

Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
Artikel lesen
»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
Artikel lesen
Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
Artikel lesen
»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
Artikel lesen
»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
Artikel lesen
»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
Text lesen
»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
Artikel lesen
»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
Text lesen
»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



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