Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik

Impressum - Mediadaten
Last Update: 28.02.15, 07:10

 

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Don Winslow
London Undercover


Allie Chase, die rebellische Tochter eines prominenten Senators, ist in die Underground-Szene Londons abgetaucht. Neal hat nur wenige Tage Zeit, um Allie aus dieser Hölle voller Junkies, Drogendealer und Schläger zu befreien, damit sie pünktlich zum Wahlkampf aufgeräumt und strahlend an der Seite ihrer Eltern auftreten kann.  Leseprobe

Suhrkamp

406 Termine im März
51 Filmstarts & Kritiken
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Schiffsmeldungen
 

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Nadifa Mohamed
Black Mamba Boy


Jemen 1935. Jama streift mit seinen Freunden durch die Gassen Adens auf der Suche nach Nahrung und ein paar Münzen. Als seine Mutter stirbt, macht er sich, quer durch Ostafrika, auf die Suche nach seinem Vater. Viele Jahre später führt ihn diese abenteuerliche Reise 1947, Jama ist inzwischen Seemann geworden, nach England. Auf der Grundlage der Erlebnisse ihres Vaters schrieb Nadifa Mohamed diesen aufwühlenden Roman, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und mit Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Leseprobe


C.H. Beck

 

30 Literaturklassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte

Uve Schmidts Kalenderblatt

Frühstückserwachen

Kalenderblatt lesen


Lernprozesse
Gedicht lesen
Je suis

Gedicht lesen
Jahresausgangsgedicht
oder kann man nach Robert Gernhardt noch reimen und was?
Gedicht lesen
Advento
Gedicht lesen

Dreiminutengeburtstagsgedicht
Gedicht lesen
Umfragewerte
Gedicht lesen
Newspapers
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Gong 3. Runde
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Opas Opus Gedicht lesen
Vladi Gedicht lesen
 
Jazz und andere Sounds
Bücher, CDs, DVDs & Links
Bücher-Charts l
Verlage A-Z
Museen im Internet

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Nur noch wenige Exemplare!
Glanz&Elend

»Wie weit entfernt ist die Zivilisation, ihrer Entwicklungsstufe angemessene Unterhaltungen zu bieten!«, fragt Stéphane Mallarmé eingangs seines Prosagedichtes »Eine abgebrochene Schaustellung«. Antworten und weitere Fragen finden Sie in dem exklusiven Broschurband von G&E in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplare mit 176 Seiten, die es in sich haben.
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Aktuelle Empfehlungen

Die stille Unendlichkeit des Raums
Von Georg Patzer
Text lesen
In seinem neuen Buch
»Lebensstufen« erzählt Julian Barnes Geschichten vom Fliegen, der Liebe zur Freiheit und berichtet vom Tod seiner Frau.
Es ist ein berührendes, schmales Buch mit seinen drei kurzen Teilen, die inhaltlich manchmal ineinander übergehen, mit einer langen Kurve von sich fast organisch entwickelnden Metaphern. Leseprobe

Nudeln gehen immer
Von Sigrid Lüdke-Haertel
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Monika Reicherts »Erinnerungen einer Gastgeberin«
Noch aus Freiburg kündigte er seinen Besuch an. Paul Celan, er hatte Heidegger besucht und wollte nun den Reicherts von dieser Begegnung berichten. Die waren entsetzt. Sie kannten und missbilligten Celans befremdliche Verehrung für den Nazi-affinen Meisterdenker, und sie kannten den schwierigen Gast. Darum baten sie die Dichterin Marie Luise Kaschnitz und Urs Widmer mit Frau zu Hilfe. Beim Essen steigerte sich Celan in einen wahren Hymnus auf Heidegger hinein, in den er sogar dessen Frau mit einbezog. Worauf, trocken und ungerührt, die Kaschnitz einwarf: »Wir haben sie damals schon (in den 30er Jahren in Freiburg) die Martinsgans genannt.«

Abschied von der Kindheit
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Der neue Roman von
Marc Degens »Fuckin Sushi«.
»...ohne Rührseligkeit und fast immer auch ohne die ansonsten häufig zu findende Anbiederung an den Sprachjargon der Jugendlichen. Schon jetzt bin ich gespannt, was Niels in zehn Jahren so alles erlebt hat.«
 

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Molly Antopol
Die Unamerikanischen


Molly Antopols Geschichten sind kleine Wunderwerke. Drei Generationen und Kontinente passen in eine einzige ihrer mit verblüffender Leichtigkeit geschriebenen Erzählungen über die unverdrossene Suche nach Liebe und Glück, nach Halt in dieser den seismischen Kräften der Geschichte ausgesetzten Welt.
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Hanser

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
Text lesen
Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
Text lesen
Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«
 

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Ulrich Zieger
Durchzug eines Regenbandes


Drei Märchen der Brüder Grimm verwandelt Ulrich Zieger in ein Gesellschaftspanorama des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Spione, Detektive, Mörder. Rudi Carrell, der Tiger von Eschnapur und andere vergessene Helden. Bis ins Realistische surreale Geschichten von Engeln und Eigenbrötlern sind Ziegers Metier. Zehn Jahre hat Ulrich Zieger an diesem Roman gearbeitet, der mitten in der Zeit steht, in die er nicht gehören will. Leseprobe

S.Fischer

»Weibliche und männliche Gehirne denken verschieden.«
Von Georg Patzer
Text lesen
Henning Beck, der deutsche Science Slam-Meister 2012, klärt uns über Gehirnmythen auf.
»Dabei bleibt Beck stets wissenschaftlich fundiert, lässt seine profunden Kenntnisse aber so locker einfließen, dass man sie sich sogar merken kann,...« Leseprobe

Zwischen Bewunderung und Angst
Von Georg Patzer
Text lesen
Desmond Morris porträtiert die Eule, ein Vogel mit zwei Gesichtern.
»... die größten Eulen geben weichere, sanftere Laute von sich, und auch die klingen noch so, als spiele jemand Gespenst, um ein Kind zu erschrecken.«


Handbuch Holz
Von Georg Patzer
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Wie man es fällt, stapelt & verbrennt.
Lars Mytting weiß alles ums Feuermachen.
»Das einzige, was fehlt, ist, was man am besten mit der Asche macht.«


Eine Sternstunde des Hard Boiled Krimis
Von Gérard Otremba
Text lesen
Nikolaus Stingl hat Richard Starks Krimi »The Hunter« neu übersetzt.
»Trotz seiner staubtrockenen und archaisch anmutenden Brutalität, ist Parker die Sympathie des Lesers gewiss.« Leseprobe

Bericht aus Bonn
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Klaus Harpprecht wirft in seinen Erinnerungen ein »Schräges Licht« auf sein bewegtes Leben zwischen Literatur und Politik.

»Ein schwäbischer Pfarrerssohn, der in der Welt herumkommt, ein Weltmann mitten im Mief der Bonner Republik, Brandt-Intimus und Multi-Talent. Lebenskünstler, Dandy, Thomas-Mann-Biograph. Ein Stilist, der auch mit dem Stilett umgehen kann.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft


Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Foto: © Thomas Brasch
Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
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»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Unterwegs mit Walter Benjamin
Von Herbert Debes

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Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene.

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.


Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
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Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

So schön und so traurig
Von Claus Wecker
Artikel lesen
Über Roy Anderssons »Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach«.
In 39 Szenen, die manchmal eine zusammenhängende Geschichte, manchmal von einzelnen Ereignissen erzählen, balanciert Andersson zwischen Komödie und Tragödie.

Auf der Suche nach dem Schwung des Lebens
Von Peter V. Brinkemper
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Žižek fragt: »Was ist ein Ereignis?«
Žižeks Buch stellt eine Fundgrube der polychronologischen und polypolitischen Anschauung dar, die sich nicht auf die üblichen Schienenwege und Einbahnstraßen automatischer Revolutionen, die keine sind, festlegen lässt. Nur die durchgeschmuggelten Ereignisse sprengen das heutige System im Kopf und in der Wirklichkeit auf. Leseprobe

Die Kunst, die Regression als Therapie zu denken
Von Peter V. Brinkemper
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Über politische Möglichkeiten im Postkapitalismus.
Es ist klar, dass Žižek mit dieser zwischen Kant, Hegel, Marx, Adorno, Sartre, Lacan sowie Hardt und Negri (Empire) herumschlängelnden Zickzacklinie eine schlaue Leerformel eines Undergrounds gegenüber einer Theorie der globalen Kolonisation zurechtgebastelt hat... Leseprobe

Witzlose Witze und Hegel Endlos
Von Peter Brinkemper
Artikel lesen
»Žižek’s Jokes, Treffen sich zwei Hegelianer« und sein Hegel-Opus »Weniger als nichts«
Mit »Žižek’s Jokes« exponiert ein schmales Suhrkamp-Bändchen eine Auslese bedenklicher, bestenfalls amüsanter und alberner, vor allem törichter und geschmackloser Texte als logische Wiederholungsübungen, Rätselaufgaben und Narreteien für seltsame Experten. Aber Vorsicht! Nichts wäre unbedachter, als den Band gleich wieder aus der Hand zu legen. Leseprobe

Zack Snyders »300« und Friedrich Nietzsche
Ein Essay von Peter V. Brinkemper
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Antike Ästhetik zwischen Krieg und Frieden
»Schon in der klassischen Zeit wittert Nietzsche Kulturimport und kritisiert, dass in Athen Sokrates als argumentativer Gründungsvater der abendländischen Philosophie und Euripides als jüngerer Dramatiker das elementare Chaos und den Agon, die Phantasie und Logik nur mit oberflächlicher Rationalität traktieren. Nur der echte, von fremden Interessen unbeeinflusste und friedliche Widerstreit erhebe die Kunst über Propaganda, Belehrung und Unterhaltung.«

Verirrt im finstren Tal
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Der Herausgeber von Heideggers »Schwarzen Heften«, Peter Trawny, ringt in seinem Essay »Irrnisfuge« mit den menschlichen Abgründen, in die ein radikales Denken nicht nur im Dritten Reich stürzen kann.
Trawnys Essay zeigt Heidegger einmal mehr als einen radikalen Vor-gänger in die Irre, dem zu folgen ein gesundes Gewissen verbietet, was freilich zur Anziehungskraft dieses wahrhaft antimodernen Denkens beiträgt. Leseprobe

Foto: S. Fischer Verlag

»Wir sind zu lebendig, um zu sterben und zu tot, um zu leben.«


Mit seinen Statements provoziert
Byung-Chul Han Systemdenker und Positivisten.

Du sollst Dein Leben ausbeuten!
Von Peter V. Brinkemper
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»Psychopolitik« als soziale Apokalypse des Neoliberalismus.
»Freiheit wird degradiert zur Leerstelle eines entfremdeten, diffusen intrapsychischen Produktionsverhältnisses, als asoziale Pufferzone und turbinenhafter Beschleunigungs-Antrieb, als ein Arrangement und Arsenal durchkalkulierter, subjektiv gefühlter Befindlichkeiten, in einem Modus der Selbstunterwerfung und Selbstausbeutung des Ich,...«

Spiel den Idioten!
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Psychopolitik, Neoliberalismus und die neuen Machttechniken.
»Einmal mehr legt Byung-Chul Han den Finger in die Wunde der modernen Gesellschaft, die bloß noch aus einer Masse vereinzelter Subjekte besteht, von denen jedes einzelne glaubt, sich von äußeren Zwängen befreit zu haben. Han zeigt, dass dies ein folgenschwerer Trugschluss ist.« Leseprobe

Balsam auf die Leserseele
Von Gregor Keuschnig
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Lose Gedanken
aus dem »Handschriftlichen Nachlass« des Immanuel Kant
»Wer glaubt, die knapp einhundert Seiten schnell konsumieren zu können, irrt. Das Tempo gibt weiterhin Kant vor. Manche Notate beschäftigen den Leser und lassen ihn für lange Zeit nicht mehr in Ruhe, so verwickelt sind sie. Es gibt dann eine solide 50:50 Chance, dem Gedankengang Kants auf die Spur zu kommen. Bei anderen Aussprüchen nickt man hingegen sofort; gelegentlich zu früh.«

Ist Gott eine Maschine?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Nick Bostroms Szenarien einer kommenden Revolution.
»Wir befinden uns inmitten eines Dickichts aus strategischer Komplexität, das von einem dichten Nebel der Ungewissheit umgeben ist. Obwohl wir zahlreiche Betrachtungen angestellt haben, bleiben die Einzelheiten und Zusammenhänge unklar und zweifelhaft.« Leseprobe

Vom Heimischwerden im Spazierengehen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Esther Kinskys
Wanderungen »Am Fluß«
»...hermetisch und gleichzeitig luftig, wunderbar oszillierend zwischen Idyll und Trostlosigkeit. Ein beeindruckender und hinreißender Roman, kurz: großartige Literatur. «



Enzensberger I, II & III
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensberger »Tumult«
»Mit diesem so unscheinbar daherkommenden Büchlein möchte Enzensberger natürlich seine Biographie arrangieren. Es dient der Imagepflege und schielt bereits auf den Nachruhm. Schwerpunkt sind die Jahre der Revolte...« Leseprobe


Zapfenstreich

Vermutlich eine Schmierenkomödie
Von Gregor Keuschnig
Text lesen

Das Subjekt in der Aura seiner Damaligkeit
Von Lothar Struck
Text lesen
Botho Strauss grandiose Erinnerungsarbeit »Herkunft«
»Dieses Buch ist mehr als nur ein Archiv des Erinnerns. Es ist Botho Strauss' brillante wie eindrucksvolle Beschwörung und Manifestation seines So-Seins.« Leseprobe


Mr. Turner – und wie er die Welt sah
Von Georg Seeßlen
Text lesen
Ein sehr schöner Film über einen der bedeutendsten Maler des 19.Jahrhunderts.
Einen, der den Weg in die Moderne begleitete, der einerseits das Walten der Natur in immer waghalsigeren Farbschichtungen beschwor, andrerseits aber auch ein Auge für die neue Technologie, die Dampfkraft, das Feuer der Industrialisierung hatte.

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

»... den Hass bekämpfen, nicht die Völker«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Briefwechsel zwischen Romain Rolland und Stefan Zweig: »Von Welt zu Welt«
Dabei erspürt man – ein letztes Mal sei ein inzwischen verkommenes, jedoch dringend zu rettendes Wort bemüht – diese Betroffenheit, die aus den jeweils bekannten Einzelschicksalen auf das große Ganze zu potenzieren weiß. »Wer jetzt nicht leidet, wer sich nicht quält, der lebt nicht, er ist nur ein Zuschauer, er steht außerhalb der Menschheit«

»Aber Suhrkamp bleibt.«
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Zum 90. Geburtstag von Siegfried Unseld, am 28.09.2014, ist ein reich illustrierter Band erschienen, der das Leben des Verlegers erstaunlich offenherzig als Kulturgeschichte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in Bildern und Texten dokumentiert.

Keine Antworten und kein Happy-End
Von Georg Patzer
Text lesen
Der jiddische Autor Yankev Glatshteyn schrieb 1940 ein Jugendbuch über den Holocaust.
»Es ist ein schreckliches Buch, weil es von so viel Schrecken erzählt. Es ist ein gutes Buch, weil es so wenig erklärt, einfach nur erzählt. Die Fassungslosigkeit der Jungs, denen die Welt zusammenbricht...« Blick ins Buch

Falsche Barone, Doppelgänger und verlorene Söhne
Von Jürgen Seul
Text lesen
Der neue Karl May Sammelband »Verschwörung in Wien« bietet eine Mischung aus bunter Unterhaltung in bester May’scher Tradition und Einblicken in die Arbeitsweise eines erstaunlichen Schriftstellers, der das Glück hat, dass es ein nimmermüder Verlag seit nunmehr über 100 Jahren immer wieder versteht, das Interesse an ihm wachzuhalten.

Ein Nomadenleben
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Bruce Chatwins Briefe erzählen brillant von der Ruhelosigkeit.
»Das Schöne an dem dicken Buch ist, dass die verbindenden Zwischenkommentare präzise die Zusammenhänge herstellen, auf die sich die Briefe beziehen, die man ja sonst kaum verstehen würde. Und so ist es mehr als ein Briefband geworden, eher eine ausführliche Biografie, unverzichtbar für alle Reisebuchliebhaber.«

Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Thomas Piketty sucht in seinem Buch nach Regelmäßigkeiten im Kapitalismus mit Hilfe einer schier unglaublichen Fülle empirisch erhobener Daten. Das Zahlenwerk ist zugleich die Suche nach einem Gesetz der Geschichte und einer Weltformel für die Ökonomie.
Leseprobe

Herumliegen und stumm bleiben
Von Georg Patzer
Text lesen
Die Generationen prallen in Michele Serras »Die Liegenden« heftig aufeinander.
Stilistisch schwankt das Buch, eine Art langer Brief an den Sohn, zwischen philosophischen Exkursen und kühlen Selbstbeobachtungen, zwischen emotionalem Aufbrausen und sarkastischen Ausfällen.

Mit der Aura der »Bekloppten«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Herrndorfs Romanfragent »Bilder deiner grossen Liebe«
»Die Erzählung ist immer dann offen und luftig, wenn Isa bei sich ist, die Landschaft erspäht, sie durchmisst, Horizonte beäugt.« Leseprobe

Mit Milde und Melancholie
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wie Josef Winkler den Kosmos seiner Erinnerung erweitert: »Mutter und der Bleistift«, »Winnetou, Abel und ich«
»Melancholischer als in diesen beiden Büchern war Josef Winkler noch nie.«

Nowacks Unternehmungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wolfgang Körners Roman »Nowack« ist ein Stück subversive Lebenskunst aus der Zeit, als literarische Zuversicht auf bessere Zeiten noch möglich war. Leseprobe

So ein schlechter Roman
Von Torsten Larbig
Artikel lesen
Zu Dave Eggers »Der Circle«
»Nein, Eggers macht es sich mit seiner These zu einfach. Es gibt keinen Automatismus, der gegenwärtige Entwicklungen direkt in größenwahnsinnige gesellschaftliche Perversionen sozialer Netze treibt. Das heißt nicht, dass es diese Gefahr nicht gäbe, aber so leicht, wie es sich Eggers macht, geht es nicht.«

»Ein prasselndes Crescendo aus Dohlen«
Von Georg Patzer
Artikel lesen
J.A. Baker schreibt ein mystisch-mythisch und
poetisch aufgeladenes Buch über den Wanderfalken.
»So dicht und nah, so phantasievoll-genau, so dichterisch und melancholisch wird von der Natur selten erzählt.«

Von den Nazis ausgezählt
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Stephanie Barts großartiger Roman erinnert an den deutschen Boxer Johann 'Rukelie' Trollmann, der, weil er Sinto war, 1933 nicht »Deutscher Meister« sein durfte. Leseprobe



Zusammenprall der Kulturen
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Ein Klassiker zum Neuentdecken. Rudyard Kipling erzählt in »Falsche Dämerung« vom Leben der Engländer in Indien. »Er beherrscht dabei jeden Ton spielend, kann mit einem Wort einen ganzen Charakter entwerfen...« Leseprobe


Wer uns die Augen öffnet, ist ein Verräter
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
»Bonavia« - oder vielmehr der schwierige Weg. Poesie, Suade und kluger Essay in einem.
Das bislang vielleicht persönlichste Roman des meistübersetzten serbischen Autors Dragan Velikić. Leseprobe



Der Treibsand der Geschichte
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Christoph Poschenrieders Roman »Das Sandkorn« erzählt intelligent und elegant von einem homosexuellen Kunsthistoriker auf den Spuren Friedrichs II.

Größenwahn und Rohheit
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Herfried Münklers Buch »Der Grosse Krieg – Die Welt 1914-1918« und Ernst Pipers »Nacht über Europa«
Obwohl Münklers Buch aufgrund einer komplexen Gesamtdarstellung des Krieges straffer geführt wird, hat man bis auf die genannten Ausnahmen verblüffenderweise nicht den Eindruck, dass man durch die zum Teil in additivem Stil verfassten Essays Pipers wesentlich mehr erfährt. Münkler schafft es mit seiner überlegenen Kühle mehr den Leser aufzurütteln, als Piper mit seinem zuweilen arg moralisierenden Duktus.

Der Heimatdichter
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Eine Begegnung mit dem Erzähler Wolfgang Welt.
»Kein Schlaganfall« hatte Wolfgang Welt seine Mail lakonisch überschrieben, nachdem er einen Termin für Anfang Juni verschoben hatte. Er kommt zwanzig Minuten zu früh. Wie es ihm geht, frage ich. Es sei ein eingeklemmter Nerv in der rechten Hand, sagt er und bestellt eine große Apfelschorle. Der Text als pdf-Datei

Eine packende Parabel
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Martin von Arndts neuer Roman »Tage der Nemesis«.
»Scheinbar ein einfacher Fall für Kommissar Dr. Andreas Eckart und sein Team um den grantigen Wagner und emsigen Rosenberg. Aber dabei bleibt es nicht und wer hier eine politisch brisante Konstellation entdeckt, wird nicht enttäuscht werden.«
 

Leiden in besten Kreisen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Louis Begleys »Erinnerungen an eine Ehe«
Die Wahrheit aus diesem Gespinst aus Lügen, Halbwahrheiten und verzerrten Erinnerungen zu filtern, bleibt dabei Philip und mit ihm dem Leser überlassen.


»Einen Menschen zu töten ist wie einen Apfel pflücken«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Szczepan Twardochs exzessiver Roman »Morphin« spielt mit
den Möglichkeiten von Identität in der Katastrophe des Krieges.
»... die Erzähllokomotive rattert in diesem Buch oft auf höchster Geschwindigkeit. Suggestiv vermischt Twardoch mehrere Erzählstimmen.« Leseprobe

Vom Widerstand und der Brüderlichkeit
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Aharon Appelfeld erzählt in seinem Roman »Auf der Lichtung« von jüdischen Partisanen in den Karpaten.
»Juden akzeptieren ihr Schicksal widerspruchslos«: Das waren noch Zeiten… Auch Dr. Krynicki meint das. Und deswegen muss Kamil es ihm erklären: »Wir sind jüdische Partisanen. Wir haben beschlossen, Herr unseres Schicksals zu sein, und haben eine Gruppe an Leuten aufgenommen, Männer, Frauen und Kinder, die wir aus den Todeszügen geholt haben.« Leseprobe

Eine Art Memory
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Uwe Kolbes Roman in 64 Kapiteln »Die Lüge«
»Der Komponist Hadubrand Einzweck, genannt Harry, erzählt von den ersten rund dreißig Jahren seines Lebens in der DDR. Untrennbar ist dies verbunden mit dem Verhältnis zu seinem Vater Hildebrand, genannt Hinrich, der Anfang der 1950er Jahre mit seiner damaligen Frau Karla als überzeugter Kommunist von Hamburg in die sich formierende, sozialistische deutsche Republik, »dem Morgenrot entgegen«, übersiedelte. Leseprobe

Eine Wunderkammer

Von Georg Patzer
Artikel lesen
Hugh Raffles erzählt Wunderbares von Insekten
und Menschen und von der Magie des Lebens.

»Raffles »Insektopädie« ist eines der ungewöhnlichsten Bücher, das in den letzten Jahren herausgekommen ist. Er öffnet eine Wunderkammer über die Insekten und die Menschen, macht Vorschläge, wie magisch die Welt sein kann, wenn man sie mit offenen Augen und Ohren betrachtet und nicht mit vorgefassten Wertungen. Kein Wunder, dass es schon mit zahlreichen Preisen bedacht wurde. Es hat sie alle verdient.«

Ein zeitloses, literarisches Kunstwerk
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Herrndorfs Weblog
»Arbeit und Struktur« posthum in Buchform.
»
Die Lebenskraft Wolfgang Herrndorfs, die in diesen Notaten literarisch erfasst und vor dem Leser erzeugt wird und ihn zum Teil mitreißt, wird noch hell leuchten, wenn die halbgaren Lobreden des Feuilletons längst vergessen sind. So paradox es klingen mag - man wird Wolfgang Herrndorfs Tagebücher vielleicht irgendwann als einen neuen Werther lesen, einen Werther des 21. Jahrhunderts, der am Ende nicht aus purer Verzweiflung Hand an sich legt, sondern mit Würde sein Leben bis zum Schluss in seinen Händen behalten will.« Leseprobe

Aus der Zeit gefallen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
John Williams mitreißender Roman über das unscheinbare Leben des Literaturprofessors William Stoner an der University of Columbia.
Stoners gelebter Existentialismus, der die Bleiweste des Trübsinns abgestreift hat wie ein zu enges Kleidungsstück, vereint für einen Augenblick (fast) alle Leser in einer besonderen Form von Andacht. Leseprobe

Vergessen als Monolog, Verzeihen als Dialog
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Varujan Vosganians aufwühlendes »Buch des Flüsterns«
Vosganians Schreiben ist eine Beschwörung der Toten, sowie der Ängste und Schmerzen der Überlebenden, die von den Stimmen und Bildern der Verhungerten und Erschlagenen heimgesucht werden. Leseprobe

Idyllensplitter und Raserei
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der jugoslawische Schriftsteller Dragan Aleksić ist mehr als nur eine Entdeckung für einen Leseabend.
»Es war an einem warmen Frühnachmittag [,…] eine Wespe trank Wasser vom Hahn an einem kleinen Wasserkessel mit Waschwasser, aus dem es langsam tropfte...«

Polyphoner Bürokratenkosmos
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Der letzte Roman von David Foster Wallace »Der bleiche König«
»Das alles ist eine Mischung aus Dilbert-Comics, Bret Easton Ellis (freilich ohne Massenmörder), einer Prise Loriot, Thomas Bernhard und vor allem ganz viel amerikanischer Serienästhetik, die in den 80er Jahren begann und inzwischen längst als neue Erzählkunst des 21. Jahrhunderts gefeiert wird.«

Eine geradezu akribische Wertungslosigkeit
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Frédéric Valins Band mit Erzählungen »In kleinen Städten«beschreibt das Abseite im Alltäglichen.
»... ein wunderbar leichtes Buch mit Tiefgang. Abermals ist bewiesen, dass sich beides nicht ausschließen muss. Wer ein gewisses literarisches Niveau mit lustvoller Lektüre verbinden möchte, ist hier sehr gut aufgehoben.«

Leben und Sterben in New York
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Joseph Mitchells Reportagen über das Strandgut einer Metropole.
»Die betörende, gertenschlanke Sally Rand, Tochter eines Mais-Farmers in Missouri, die während ihrer stürmischen Karriere als erste Fächertänzerin Amerikas Gefängnisaufenthalte, Peitschenhiebe und ein Schicksal schlimmer als der Tod erleiden musste, saß in ihrer schwarzsilbernen Garderobe im Brooklyn Paramount Theatre auf einem Diwan und rollte langsam die hautfarbenen Strümpfe von ihren berühmten Beinen.«

Schwarm und Idiot
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Philosophisches und Aphoristisches von Byung-Chul Han und Botho Strauß.
»Eine Information oder ein Content, auch mit sehr geringer Signifikanz, breitet sich wie eine Epidemie oder Pandemie rasend im Netz aus. Keine Schwere des Sinns belastet sie« (...) Wo nur noch gezählt wird verkümmert das Denken, verkümmert die Erzählung.

Ein Palimpsest des Großen Krieges
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Mit der Herausgabe der historisch-kritischen Ausgabe von Ernst Jüngers Epoche machendem Kriegsroman »In Stahlgewittern« legt uns Helmuth Kiesel eine literaturgeschichtliche Arbeit par excellence vor.
»
Kiesels klare Sprache, die gut verständliche Kontextualisierung und seine akribische Aufarbeitung des Jünger-Textes machen das Buch ohne Zweifel zu einem echten Leseerlebnis.« 


Ernst Jünger (1895-1998):

»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«
Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

Die Welt-Literatur auf einen Blick
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Wie Wolfgang Welt mit seiner Trilogie des Scheiterns nach über zwanzig Jahren doch noch als Autor bei Suhrkamp gelandet ist, und warum die Textsammlung »Ich schrieb mich verrückt« so lesenswert ist.

»Für eine wunderbare, verrückte Weile kochte die Szene, eine sich überschätzende, im luhmannschen Sinne selbstreferentielle brodelnde Blase, der dann, irgendwann nach der Wiedervereinigung nahezu geräuschlos im Prinzenlook die Luft ausging.«


Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


Tosende Bilderwelten
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Zum 60. Geburtstag Josef Winklers am 3. März veröffentlicht der Suhrkamp-Verlag mit »Wortschatz der Nacht« eine frühe Erzählung.
Die Prosa Josef Winklers wirkt zuweilen als Psychogramm des Autors; eine Deutung, die durchaus als erster Affekt gewollt scheint. Aber die Nähe zu biografischen und geografischen Details darf nicht voreilig mit der Erlebniswelt des Dichters gleichgesetzt werden. Die Texte sind und bleiben Fiktionen, auch wenn die Hauptfigur Josef Winkler heißt.

Transparenz und Komplott
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensberger rückt mit seinen
zwanzig Zehn-Minuten-Essays ein wenig die Welt zurecht.
»Das Erstaunliche dabei ist nur, dass er trotz seines Universalwissens angesichts der Verhältnisse nicht kapituliert, sein Schreiben keinen depressiven oder fatalistischen Unterton bekommt, dass er sich mit feinen ironischen und sarkastischen Seitenhieben zur Wehr setzt und sich immer wieder als der glänzende Stilist erweist, als den man ihn überall bewundert.« Leseprobe


 

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Jules Renard
Das Leben wird überschätzt


Diese von Henning Ritter herausgegebene und übersetzte Auswahl aus dem Tagebuchwerk Jules Renards zeigt den funkelnden Genius des besessenen Diaristen, der sich auf keine Konvention  einlässt und im besten Sinne selber denkt. Zugleich wird hinter der aufregenden Auswahl der Einträge und Gedankenblitze die  Persönlichkeit des 2013 verstorbenen Herausgebers sichtbar.

Matthes & Seitz Berlin


Glanz und Elend
der schreibenden Kurtisanen

Zur Diskussion über die Qualität zeitgenössischer Literaturkritik.
Zu den Texten

Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
Text lesen
Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

»Nicht beobachten. Schauen.«
Eine Begegnung mit Peter Handke.
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Von Lothar Struck
Den Nobelpreis hat Peter Handke wieder nicht gekriegt, die Qualitäten des diesjährigen Preisträgers Patrick Modiano indes schon vor Jahrzehnten erkannt und zwei Bücher des Franzosen übersetzt. Lothar Struck, der sich seit Jahren intensiv mit Peter Handke auseinandersetzt, hat den Autor in seinem Haus in Chaville besucht.
Zu unserem Peter-Handke-Archiv mit 12 Beiträgen zu Leben und Werk

Shortcuts:

Smarte Provokation

Markus Metz & Georg Seeßlen haben nach ihren grandiosen Blödmaschinen erneut zugeschlagen. In dem frechen, temporeichen Pamphlet Geld frisst Kunst – Kunst frisst Geld, hauen sie mal wieder auf den Putz, daß es eine Lust ist, sich durch die 496 Seiten zu ackern. Mit einer Bilderspur von Ute Richter, edition suhrkamp 2675, Broschur, 20,00 €


10 echt gute Trips
In seinem »Roman in zehn Runden«
Der polnische Boxer, evoziert Eduardo Halfon abenteuerliche und erotische Szenarien, in denen sich zu verlieren, einen seltenen Lesegenuß bereitet. Vorsicht, Sogwirkung. Übersetzt aus dem Spanischen von Peter Kultzen, Luis Ruby, Hanser Verlag, 224 Seiten, 18,90

Großstadtkritik
Stefan Geyer und Jürgen Roth haben mit der Anthologie über Frankfurter Wegsehenswürdig-keiten eine Großstadtkritik herausgegeben, die das Zeug zum Pilotbuch für eine neue Reihe Städtebücher hat.
Mit 43 Beiträgen u. a. von Eckhard Henscheid, Eva Demski, Andreas Maier, Volker Breidecker, Oliver Maria Schmitt, Leo Fischer, Detlev Claussen, Klaus Hensel, Andrea Diener...
224 S., broschiert / 14,90 €

Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Wir besprechen hier fortlaufend Bücher, die sich zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken.  Zu den Büchern


Kurzgeschichten:

Rebellen
Von Joe Bauer
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S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
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Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
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»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
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»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



Glanz&Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik
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