Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


Mediadaten - Impressum
Last Update: 17.10.17, 16:30

 

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Arturo Pérez-Reverte
Der Preis, den man zahlt


Werden Loyalität und Liebe das letzte Wort haben? Oder Verrat und Gewalt? Der virtuose Geschichtenerzähler Arturo Pérez-Reverte hat einen packenden Spionageroman geschrieben und entführt uns in das turbulente Jahr 1936, in eine zwielichtige Welt, in der jeder seinen Preis zu zahlen hat… Leseprobe

Suhrkamp

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Andreas Rödder
21.0


Eine kurze Geschichte der Gegenwart


Ein historischer Crashkurs durch die Grundprobleme der Gegenwart: Wie sind sie entstanden, woher kommen sie? Was ist wirklich neu – welche Muster kennen wir aus der Geschichte? Was sind die wichtigsten Entwicklungen der Gegenwart, und welche Richtungen zeichnen sich für die Zukunft ab? Wer die Gegenwart verstehen will, sollte diese Geschichte gelesen haben.


C.H. Beck

 


Lesetipps aus unserem Archiv
von über 1.500 Beiträgen:
 

 

Romane, Erzählungen, Novellen


Ein großer Gesang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
»Welch' ein Glaube an das Schriftliche! Vielleicht der letzte Glaube überhaupt?« Mathias Énards epischer Roman »Zone« beschreibt das Leben & Sterben in den Kriegen rund um das Mittelmeer.

Der Gigant
Von Herbert Debes

Artikel lesen

Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay
»Ästhetik des Widerstands« aus der deutschen Literatur.
Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen, die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt.
Leseprobe
 

Blutige Ernte


© Marion Ettlinger
Die große amerikanische
Sinfonie der Verbrechen

Von Herbert Debes
Artikel lesen
Eine Kriminalgeschichte der USA von 1958-1972. James Ellroys Underworld-Trilogie deckt die enge Verzahnung von Politik und Verbrechen in Gottes eigenem Land auf.

 

Quellen


Provokation
für die postheroische Gesellschaft
Von Klaus-Jürgen Bremm
Artikel lesen
Ernst Jüngers Kriegstagebücher 1914-1918 als Protokolle aus einer fragmentierten Welt. Alte Gegensätze aus der Welt des Friedens rücken plötzlich ganz dicht aneinander: Sensibilisierung und Verrohung, Abstoßung und Faszination, Erschütterung und Abstumpfung. Alle Erfahrungen treffen ihre Protagonisten mit unmittelbarer Wucht.
 

Geschichte & Politik


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama welthistorischer Herrschafts-diskurse analysiert Ulrich Menzel nichts weniger als: »Die Ordnung der Welt«. Leseprobe


Der Erste Weltkrieg
1914-1918


Wir besprechen fortlaufend Bücher zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken. 
Zu den Büchern

 

Philosophie


Verirrt im finstren Tal
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Der Herausgeber von Heideggers »Schwarzen Heften«, Peter Trawny, ringt in seinem Essay »Irrnisfuge« mit den menschlichen Abgründen, in die ein radikales Denken nicht nur im Dritten Reich stürzen kann. Leseprobe
 

Autoren & Essays


Charles Bukowski
Der letzte Mohikaner der literarischen Boheme

Von René Steininger
Artikel lesen
»
Damals war das Terrain noch nicht so überlaufen. Nicht so viele Autoren und Möchtegernschreiber wie heute, nicht so viele Zeitschriften, Kritiker, Verleger, nicht so ein Riesenbetrieb, so eine Industrie. Wenn du heute den Klempner kommen lässt, erscheint er mit seiner Rohrzange in der einen Hand und dem Gummistampfer in der anderen, und in der Gesäßtasche hat er ein Bändchen mit seinen ausgewählten Madrigalen.«
 

Uve Schmidts Kalenderblatt:


Spätherbst
Kalenderblatt lesen


Wertewandel

Gedicht lesen



Jazz und andere Sounds
Bücher, CDs, DVDs & Links

Bücher-Charts
Verlage A-Z
Museen im Internet

 

Aktuelle Empfehlungen:

Baum ohne Blätter: Blade Runner 2049
von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Zu Denis Villeneuves Filmfortsetzung von Philip K. Dicks Roman.
»Villeneuves Kino verdünnt die pralle graphische Kompression der Figuren aus dem ersten Film, das Paradox zwischen Schönheit, Eleganz, Geist, Mechanik und Bewusstlosigkeit, vermassten Menschenschatten und freiheitsaufbegehrenden Cyborgismus zu einer matten Revue taumelnder Gestalten in einem entleerten archäologischen Vergnügungspark, in dem die letzten Spektrallinien von Mensch und Sklave, Leben und Robotik aufleuchten, bevor endgültig das Licht über den Lookalikes in der Jukebox ausgedreht wird.«

Aus der Ordnung gefallen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Anna Baars neuer Roman »Als ob sie träumend gingen«
»Nein, das ist mehr als ein "Sound", das ist eine bilderzeugende Opulenz, die in den Leser hineinzieht und nicht nur die Figuren lebendig werden lässt, sondern auch das Ereignishafte evoziert, die Geschichte eines Landes.« Leseprobe



In welcher Gesellschaft wollen wir leben?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Philipp Blom erklärt uns, »Was auf dem Spiel steht«
»Demokratische Strukturen sind kein Naturzustand. Sie sind historisch und kulturell bedingt und somit zerbrechlich. Jede Demokratie braucht überzeugte Demokraten. Wohin eine Demokratie ohne Demokraten führen kann, hat die Weimarer Republik eindrucksvoll bewiesen: Wie Metastasen wächst eine verfassungsfeindliche Stimmung, in der zunächst Begriffe und Wahrheiten nichts mehr bedeuten, und am Ende alles zerstört ist, was ein Zusammenleben möglich macht.« Leseprobe

Der Mann, der die Frauen liebte
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Retif de la Bretonnes »Monsieur Nicolas«
als Reader's Digest gut aufgelegt.
»...hochamüsante Lektüre: ein kulturhistorisch & -soziologisch einzigartig reich ausgestattetes erzählerisches Kompendium des Alltagslebens im Frankreich vor der Revolution & ein »lendliches«(Arno Schmidt) Erotikon.« Leseprobe

Augsburg -
oder von Sancho Panza zu Thomas Mann

Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Wohin eine heutige »Don Quijote«-Lektüre führen kann.
»Wenn man den »Don Quijote«, mehr als 400 Jahre nach seiner Entstehung heute liest, ist man über Vielerlei erstaunt. Es ist doch bemerkenswert, dass der »Roman aller Romane« gewissermaßen in nuce alle späteren komplexen Entwicklungen & Ausprägungen dieses Erzählgenres (& auch des Slapsticks & des narrativen Historien- & Spielfilms) enthält!« Leseprobe

»...füreinander und von Tag zu Tag«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Fords Erinnerungen an seine Eltern »Zwischen ihnen«
»...ein wahrhaftiges, ein großartiges Buch. Wer es nicht mag, hat kein Herz. Und wer es seziert, hat keine Seele.« Leseprobe



Literarische Expeditionen ins »Innere Afrika«
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Die Eigenart des Ästhetischen von António Lobo Antunes: ein Resümee anläßlich seines 75.Geburtstages
»In der psychischen Innenwelt dieser Einsamen, Verlassenen, Isolierten oder Sterbenden flottieren die Weberschiffchen von Erinnerungen, Ängsten, Illusionen & Spekulationen. Es ist die phantasmagorisch-halluzinatorische Vorstellungskraft des Autors, der die Kunst des Romans damit von Grund auf veränderte.«

Das »furchtbare Geschoß«, wiedergelesen
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die von Mathias Greffrath herausgegebenen Radioessays
»RE: Das Kapital«
stellen die Frage:
Ist »Das Kapital« als politische Ökonomie im 21. Jahrhundert noch brauchbar?
»Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ungeheure Warensammlung, die einzelne Ware als seine Elementarform. Unsere Untersuchung beginnt daher mit der Analyse der Ware.« (MEW Bd. 23, S. 49). Leseprobe

Kriegsfilm ohne Krieger
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Christopher Nolans Kriegsdrama »Dunkirk«
»... eine stumme, am Strand vor dem Stadtpanorama erstarrten Armee ohne Krieger, von Zufall und Missgeschick zurückgedrängt, meist unerfahrene Kämpfer, die sich in metaphysischer Wartestellung befinden, sich in zurückgerufene und doch nicht erhörte Flüchtlinge, Deprimierte und Schläfer verwandeln, menschliches Frachtgut für die Barken des Charon, mitten in einer noch unbegriffenen Katastrophe aus Engpass und Unterversorgung.«

Einstieg ins Denken des 20. Jahrhunderts
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Manfred Geiers lesenswerte Doppelbiographie über
»d
ie letzten Philosophen« Wittgenstein und Heidegger
»Geier überlässt es der Leserschaft, sich ein Urteil über diese beiden Denker zu bilden, da es nun einmal kein Kriterium für philosophische Güte ist, ob einer von Kampf spricht und wer sich ihm aussetzt, ob einer bloß von Dasein und Not raunt und wer sich wirklich kümmert.« Leseprobe

Wie ticken die Anhänger von Donald Trump
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Mit seiner Hillbilly-Elegie beschreibt J.D. Vance die Geschichte einer Gesellschaft in der Krise
»Hillbilly ist der Hinterwäldler, der in einer ländlichen, gebirgigen Gegend wie den Appalachen wohnt, nicht viel zu sagen hat, und wenn, dann mit einem kaum verständlichen Dialekt, der Whiskey trinkt und schnell zur Waffe greift. Hier befindet sich das Kernland der Waffenlobby.«

Hornhaut gegen den Kummer
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Eine Debatte über die »Philosophie der Arbeit« mit Texten von der Antike bis zur Gegenwart
»Die klug ausgewählten Texte von Aßländer und Wagner liefern nicht nur ein eindrucksvolles Bild der Jahrhunderte währenden Auseinandersetzung mit dem Thema; sie zeigen auch, dass technologischer und digitaler Wandel dazu geführt haben, dass sich die Philosophie – zum Glück – wieder intensiver mit dem Thema beschäftigt und einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Diskussion über Sinn und Zweck der Arbeit leisten kann.« Leseprobe

Den Zeitgeist bombardieren
mit »Hundert Zeilen Hass«

Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Maxim Billers Tempo-Kolumnen von November 1987 bis Mai 1999
»Dieses Buch sollte man in der Henri-von-Nannen-Schule zur Pflichtlektüre machen. Vielleicht würde man dann wieder etwas lieber zu einer der Zeitungen greifen, die die so vollkommen mainstreamgebürsteten Absolventen solcher Ausbildungsstätten durch ihre forsche und selbstbewusste Ahnungslosigkeit immer unlesbarer machen.«

Die nautische »L'éducation morale«
oder Männliche Ethik in höchster Gefahr

Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Joseph Conrads Roman »Die Schattenlinie« & die Erzählung »Der geheime Teilhaber«
»Göskes bedeutendste übersetzerische Leistung besteht darin, dass er die semantisch-stilistische Differenz zwischen der kaltschnäuzigen Naßforschheit des jungen Kapitäns & der warmherzigen Bedachtsamkeit des älter gewordenen (& erfahrenen) Erzählers im Sinne des virtuosen Autors akzentuiert & nicht wie oft bisher eingeebnet hat – eine bewundernswerte stilistische Gratwanderung.« Leseprobe

Moralische Werte - formbar wie Wachs?
Von Bruno Heidlberger
Artikel lesen
Über Andreas Urs Sommers lesenswertes Essay über »
Werte - Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt«
»Wenn alles Meinungssache ist, dann wird alles zu einer Machtfrage, wie wir es aktuell mit dem Trumpismus erleben. Denn, wenn die Macht das letzte Wort hat, entscheidet sie auch über Recht und Moral und darüber, was wahr und gut ist.«

Forum für kultur- und zeitkritische Debatten
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die
Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung
»Ein Blick in den »Mittelweg« lohnt insofern nicht nur wegen der Vielfältigkeit der Themen und der Offenheit der wissenschaftlichen Methoden, sondern insbesondere wegen der Qualität der darin präsentierten Beiträge.«

J.P. Morgan versus Edison
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Anthony McCartens biographischer Roman bringt »Licht« in die amerikanische Industriegeschichte
»Wie stets, wenn ein fiktives Werk auf realen Fakten beruht«, schreibt McCarten weiter, »ist der Leser gefragt, diese beiden Elemente gegeneinander abzuwägen.« Leseprobe


Expressionistisch wuchernd, eiskalt und abstrakt
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Nicola Lagioias Roman »Eiskalter Süden« entwirft ein böses Bild von Italiens Süden
»Bildhaft und manchmal etwas preziös, präzise und düster ist die Sprache von Lagioia, der für diesen Roman mit dem Premio Strega, dem wichtigsten italienischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde.«

Früchte des Gelingens
Von Robert Schwarz
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In ihrem Kompendium »Wo Mut die Seele trägt« erzählt Nahid Shahalimi die Lebensgeschichten afghanischer Frauen.
»... und es braucht noch viel Zeit und Engagement, um sich überall durchzusetzen - wahrscheinlich einige Generationen. Man darf nicht vergessen, dass schätzungsweise drei Viertel der Kindes dieses Landes traumatisiert sind.«

Goethes Schweizer Reise
und das Leben zum Tod hin

Von Georg Patzer
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Adolf Muschgs neue Erzählung »
Der weiße Freitag« ist sein wohl persönlichstes Buch.
»Das Buch ist formal ein schillernder Hybrid von Erzählung, Germanistik und Autobiografie, manchmal verdichtet funkelnd, manchmal gelehrt, oft überlegend ruhig.« Leseprobe


»Denken ist bereits Plastik«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Andres Veiels Dokumentation über »Beuys«
»Man hatte es kaum bemerkt – 2016 war der 30. Todestag und hätte eigentlich ein "Beuys"-Jahr sein können wenn nicht gar müssen. Immerhin versuchte das Museum Schloss Moyland, welches sich als internationales Beuys-Zentrum versteht, mit der digitalen Kampagne #beuysheute an den Künstler zu erinnern. Als Nachklapp könnte man nun Andres Veiels Film "Beuys" sehen, der auf der Berlinale Premiere hatte und jetzt in die Kinos kommt.« Trailer

Aufklärung betreibt man nicht
vom moralischen Hochpodest aus

Von Bruno Heidlberger
Artikel lesen
Volker Weiß' Studie »Die autoritäre Revolte« über die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes
»Weiß hat ein wichtiges Buch geschrieben für all diejenigen, die hinter die Fassade des neurechten hate speech schauen und die nicht in einer völkisch autoritär strukturierten Gesellschaft leben wollen...« Leseprobe

Ein Leben voller Ellbogen
Von Katharina Stuch
Artikel lesen
Fatma Aydemirs Debütroman zeichnet das Leben einer jungen Türkin, die eines immer sucht und niemals findet: Halt. Nicht in Deutschland, nicht in der Türkei.
«... der Wunsch, sie zu durchschauen, wächst mit jeder Seite. Nicht etwa, weil sie einem sympathisch wäre, diese Hazal, die selbst so ungern verurteilt wird und doch eigentlich immer die ist, die am schnellsten urteilt. Sondern weil so vieles angeschnitten wird, zu dem man sich mehr wünscht, mehr Tiefe, mehr Gespräche, mehr Informationen.« Leseprobe

Ein gerontologischer Entwicklungsroman
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Jochen Schimmangs Roman »Altes Zollhaus, Staatsgrenze West«
»Lange Zeit scheint es so, als solle sogar einer Anonymität des Dorflebens das Wort geredet werden; eine Gegenrede zum Globalisierungssprech der Großstadtverehrer.« Leseprobe



Eine Filmcrew bei Kriegsende
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Voller Klischees und Kitsch, ermüdend und eintönig. Mit »Warten auf Goebbels« verschenkt Bernd Schroeder ein schönes Thema.
»...eigentlich ein spannendes Thema, nur leider gelingt es Schroeder nicht, das auch gut zu schreiben. Hölzern reden seine Protagonisten miteinander, keiner wird auch nur ansatzweise lebendig.« Leseprobe

Liebe, Lust und Verlust
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Graham Swift beschreibt in einem eleganten, flirrenden
Meisterwerk den »Festtag« eines Dienstmädchens
»Dann war er fort. Kein Gruß. Kein alberner Kuss. Nur ein letzter Blick. Als würde er sie in sich aufnehmen, in sich hinein trinken.« Leseprobe


Eine verkrachte Existenz, ein großer Dichter
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Joachim Kersten und Friedrich Pfäfflin zeichnen die Beziehung zwischen Detlev von Liliencron und Karl Kraus nach
»Es giebt in Deutschland einen Dichter, einen echten Dichter; aber, fragt man einen aus der Menge nach ihm, so bekommt man entweder ein langes Gesicht oder ein ironisches Lächeln zu sehen. Dieser echte Dichter ist Detlev Freiherr von Liliencron.«

Oberfläche und Tiefgang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Denkspiralen in Karl Ove Knausgårds Essayband »Das Amerika der Seele« verleiten weniger zum Nach- als zum Weiterdenken.

»Allein die Literatur hat die Fähigkeit, ganz in die Welt des Einzelnen einzudringen, dorthin, wo der Überbau im Alltag einstürzt. Und diese Fähigkeit ist so unveräußerlich, nicht zuletzt in unserer Kultur, die jeden Tag mit der Ideologieproduktion aller denkbaren Medien gefüllt wird, dass wir es uns nicht leisten können, etwas darin abzulehnen, nicht einmal das, was wir verabscheuen oder am allermeisten fürchten.« Leseprobe

Von der Liebe, dem Leid und dem Landleben
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Jane Austens »Sense and Sensibility« in neuer Übersetzung
»Die Irrungen, Wirrungen und Wendungen und der Zusammenprall von »Vernunft und Gefühl« werden von einer Sprache getragen, die keine Haupt- und Staatsaktionen braucht, um eine ganze Gesellschaft zu beschreiben. Kein Wort über die Französische Revolution, kein Gedanke an die industriellen Veränderungen, die sich ankündigen. Und doch sind deren Auswirkungen zu erkennen.«

Systematische Fehler
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Über Grenzen der Entscheidung oder: Eine Freundschaft, die unsere Denken verändert hat.
Michael Lewis »Aus der Welt«
»Wie kann es sein, fragten 1983 amerikanische Generäle die Israelis, dass sie ihre Kriege gewännen, die Amerikaner mit ihrer Bilanz hingegen schlecht aussähen, vor allem, weil man ja die gleichen Waffen und die gleiche Ausrüstung benutzen würde. Wenn es also daran nicht liegen würde, woran dann?« Leseprobe


Mutiger Griff zum heißen Eisen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Samuel Schirmbecks Philippika »Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen«
Er ruft ins allgemeine europäische Gedächtnis, wofür jahrhundertelang die Aufklärung wider die beengende, niederdrückende Macht des Obskurantismus, der im Zusammenspiel von Kirche & Staat besonders verheerend glühte, gekämpft  & was sie unter großen Opfern als unveräußerliche Menschenrechte damals erkämpft hatte.

Auf dem Datenweg zu Gott
Von Klaus Bittermann
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Über »Homo Deus« von Yuval Noah Harari
»Harari weiß das Bedürfnis der Leser nach einer Draufsicht aufs Ganze und nicht nur auf einen Aspekt, im Plauderton geschrieben, hervorragend zu befriedigen. Und ja, es ist intelligent, scharfsinnig und manchmal sogar überraschend witzig,...« Leseprobe

Das Stöhnen der Verlage

Ein Statement von
Gregor Keuschnig
Artikel lesen

Betriebsfigürliches und Zuständliches aus dem Literaturzirkus
»Als ob das Stöhnen der Buchverlage ein Kriterium wäre. Lobhudler sind gefragt; Leute, die Bücher in die Kamera halten und »Lesen!« rufen (und »Kaufen!« meinen).«

Zurück in die Sinnlichkeit der Literatur
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Karl Heinz Bohrers quecksilbrige
Erzählung seines »Abenteuers mit der Phantasie«
Mit Verblüffung stellt man Parallelen zwischen Bohrers Zustandsbeschreibungen zur Gegenwart mit den an die bundesdeutschen Verhältnissen der 1950er und 1960er Jahre fest, als Dogmen und ein "common sense" Diskurse und politische Entscheidungen dominierten. Leseprobe

»Nach der Wahrheit ist vor dem Faschismus«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen

In seiner Schrift »Über Tyrannei« erteilt uns Timothy Snyder »Zwanzig Lektionen für den Widerstand«.
»Das postfaktische Zeitalter lebt von Eilmeldungen und Breaking News, von Lügen, Ablenkungen und Verwässerungen, die dem Publikum gleichgültig sind. Entscheidend ist allein, ob die Gefühlswelt des Publikums befriedigt wird.« Leseprobe


»Von der Möglichkeit des Lebens als Abenteuer«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Karl Heinz Bohrers
pralle »Geschichte meines Abenteuers mit der Phantasie«
»Jedes Komma gleicht einer geschliffenen Marmorklippe, jeder Satz ist eine rhetorische Oase in der literarischen Wüste der Gegenwart. Bohrers Berichte aus den Schützengräben des Literaturbetriebs zeigen, wie Kritik als Waffe wirkt.« Leseprobe


»Für die Literatur aber ist der Rundfunk ein veränderndes Medium«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen

Band 9 der Kritischen Gesamtausgabe der Werke und des Nachlaßes Walter Benjamins versammelt vorbildlich editiert dessen Rundfunkarbeiten.
»
Diese akribisch durchgeführte Arbeit von Band 9 der Kritischen Gesamtausgabe, deren Mühen man nur erahnen kann, ist ein absoluter Glücksfall für die Benjamin-Forschung. Sie betont einmal mehr das literarische Talent des Kritikers und Philosophen.« Leseprobe


Auf den Spuren Walter Benjamins
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Anläßlich der Benjamin-Biografie von Lorenz Jäger »Das Leben eines Unvollendeten«
»Was Jäger jedoch wirklich vorzüglich glückt, ist das Ineinanderweben der Epoche, in der Benjamin gelebt hat, mit seinem Werk und seinem beschwerlichen Leben, das in Portbou, an der französisch-spanischen Grenze so abrupt und viel zu früh endete. Das ist immerhin nicht wenig.« Leseprobe


»Suchen Se ruhij weita, ick hab nüscht dajejen«
Von Christiane Pöhlmann
Artikel lesen
Eine Anthologie mundartlicher Gedichte zeigt: Berlinerisch ist dufte – und leider am Verduften. Einige Überlegungen zum Frech- und Korrektsprech.
»Diese Sammlung zeigt, dass das Berlinische weit mehr als ein Dialekt ist, denn neben grammatischen und semantischen Merkmalen prägt das Idiom auch ein Ton jenseits der Prosodie. Eine Sprechhaltung, die wert aufs Spontane und Spielerische legt und sich, kommunikationswissenschaftlich ausgedrückt, nicht für komplementäre Beziehungen eignet. Weniger geschraubt: Normen, Etikette und Hierarchien – vielet jilt einfach nich.« Im Buch blättern

Über die schrägen Typen der Journaille
Von Lothar Struck
Artikel lesen

Honoré de Balzacs Typologie »Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken«

»Gleichwohl funkelt dieses Bestiarium auch ohne vertiefende historisierende Lektüre und bildet einen Steinbruch für alle zeitgenössischen Kritiker der Kritiker.« Leseprobe




Früchte des Meeres
15 lesenswerte Bücher über das Leben auf und mit dem Meer zusammengestellt von Herbert Debes
Zu den Büchern
»Der Ozean, die See oder das Meer spielen in der Geschichte der Literatur und dem Abenteuer des Lesens seit Anbeginn eine bedeutende Rolle. Das Leben auf und mit dem Meer birgt ein unendliches Reservoir an Mythen, Motiven und literarischen Stoffen, die sich mit seinen lebensspendenden wie zerstörerischen Urkräften auseinandersetzen.«

Temps perdu
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Elliot Pauls wunderschönes Porträt von Paris.

»Ein Buch, in dem man sich gerne verliert, nicht nur, weil eine bizarre und schon lange untergegangene Welt wieder lebendig wird, sondern auch, weil man erfährt, wie sich die politischen Wirren im Alltag der kleinen Welt der Rue de la Huchette niederschlugen.«

Der Wildfang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Welts nachgelassenes Fragment »Die Pannschüppe« – im neuesten »Schreibheft« abgedruckt - ist ein chaotischer und sehr schöner Text.
»So sehr es den Leser freut, diesen Text zu lesen, so traurig wird man am Ende, wenn man realisiert, dass es (vermutlich) das letzte sein wird, was man von Wolfgang Welt gelesen hat. Freude und Trauer sind eben doch manchmal Nachbarn.«

Geschichten des Überlebens
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Barbara Kennewegs Roman »Haus für eine Person«
»...und dann versteht man, warum ihr das Leben von Frau Paul in fünf politischen Systemen und zwei Kriegen wert- oder mindestens gehaltvoller erscheint als die aktuelle Wohlstandsexistenz, die nur zwanzig verschiedene Chipssorten zu präsentieren in der Lage ist.«



Über das moralische Wesen des Menschen
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Michael Tomasellos »Naturgeschichte der menschlichen Moral«
»Vor Ableitungen des heutigen Sollens aus dem spekulierten Sein hütet er sich. Er erzählt nur eine Naturgeschichte »ohne Moral«. Denn in komplexen Gesellschaften mit ebenso komplexen Moralvorstellungen gibt es moralische Konflikte, die vom Individuum selbst entschieden werden müssen, unabhängig davon, wie die Spezies wurde, was sie ist.« Leseprobe

Zum Nachreisen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Ein Taschenatlas für Jean Pauls lokale Lebensspuren
»Was ein rechter Jean Paulaner ist, der versteht, mit den hier liebevoll & amüsant versammelten Materialien hinlänglich verproviantiert, imaginär auf Reisen zu gehen ...«

 

Harter Bursche, zarte Seele
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
James Salters sämtliche Stories »Charisma«
Es ist »die rücksichtslose Genauigkeit«, mit der er sein Personal betrachtet. Salter hat »eine Erzähltechnik entwickelt, die bei aller Knappheit, irrwitzige Räume entwickelt«. Seine Sätze reißen tatsächlich ganze Welten auf. Wer diesen James Salter nicht liest, ist selber schuld.


Eine erschütternde Archäologie des Sozialen
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Didier Eribons Erfolgsbuch »Rückkehr nach Reims
ist außergewöhnlich, weil mit keinem anderen Werk vergleichbar. Das Buch ist Autobiografie, soziologischer Selbstversuch, Familien- und Gesellschaftsgeschichte. Was jedoch besonders bemerkenswert ist: Es ist nicht nur großartige, nachdenkliche Literatur, sondern gleichwohl eine exzellente philosophische Studie, die ein erschütterndes Sittenbild der französischen Gesellschaft liefert.« Leseprobe

Heimholung des »Exterritorialen«
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Jörg Späters einlässliche & ausgreifende Biographie von Siegfried Kracauer
Es entsteht auf den mehr als 600(!) Seiten ein intensiv-detailliertes Zeitbild, das sich immer wieder intensiviert sowohl durch historische Tiefenbohrungen als auch durch Porträtgalerien der Zeitgenossen. Leseprobe


Die Verwandlung der Welt durch den modernen Terrorismus
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Carola Dietzes Studie über »Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858-1866« genügt höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen und eröffnet eine neue Sichtweise auf die Historie terroristischer Gewalt. Leseprobe


Identitätssuche eines Deplatzierten
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Eduardo Halfons Roman Signor Hoffman
»Ich verharrte wie gelähmt, während mir allmählich ins Bewusstsein drang, dass das, was ich vor mir sah, nicht mehr war als eine Imitation; dass man erst für gut befunden hatte, das ursprüngliche Lager zu zerstören und dann am selben Ort eine Kopie des ursprünglichen Lagers zu errichten; also eine Art Modell oder Schaukasten gebaut hatte oder Themenpark zum menschlichen Leid (…)« Leseprobe

Die Vermessung der Zeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christoph Ransmayrs Roman »Cox oder Der Lauf der Zeit«
»Denn natürlich ist das Buch nicht nur eine Parabel auf Vergänglichkeit und Zeit, sondern eben auch eine Allegorie auf die Hybris von menschlicher Macht – sei sie politisch oder, im Falle der Automatenbauer, technologisch ausgestattet.« Leseprobe


Erinnerungssplitter
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen

Dina Sikirićs Erzählung »Was den Fluss bewegt«
In nur wenigen Sätzen gelingt es ihr die Wandlung (ist es eine Verwandlung?) zu erzählen, das Anders- und Fremdsein nicht mehr als Makel zu empfinden, den es zu verbergen oder zu vertuschen gilt, sondern ihn selbstbewusst noch hervorzuheben.


Abschied vom Eurozentrismus
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Mit »Licht aus dem Osten« hat Peter Frankopan eine mitreißende neue Geschichte der Welt geschrieben.
»Er repräsentiert jene smarte Generation von Historikern, die tradierte Denkmuster aufbrechen und alternative Sichtweisen auch wissenschaftlich salonfähig machen.« Leseprobe


Erdungen eines Luftgeistes
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Arno Schmidt mit Bild &Text.
»Ein Solitär von Bildbiographie, die mit ihren 2 Kilogramm zwar nicht an das unübertreffliche Gewicht von »Zettels Traum« heranreicht, aber in Friedrich Forssmanns meisterhaften Typografie so etwas wie die gewichtige Lutherbibel des gebildeten Arno-Schmidt-Lesers werden könnte, wenngleich sie sich selbst nur als Vorschule einer Arno-Schmidt-Biografie versteht.«

Appelle eines unermüdlich Träumenden
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Botho Strauss' widerständige Höhlenbilder »Oniritti«.
»Ja, da sind wunderschöne Szenen, herrliche Evokationen, die den Leser aufschauen und aus dem Fenster blicken lassen. Und auf den letzten fünf Seiten gibt es aphoristische "Dichte Sätze". Plötzlich wünscht man sich, das ganze Buch hätte aus solchen Splittern bestanden, ...« Leseprobe

Die Traurigkeit der Handlungsreisenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Frank Jakubziks meisterliche Erzählungen aus den kapitalistischen Jahren »In der mittleren Ebene«.
»Jakubzik kann aus kleinsten Settings meisterhafte Verdichtungen evozieren. (...) Zudem weiß der Autor, wovon er schreibt, aber er schreibt eben keine Reportagen oder gar naturalistische Prosa, sondern er verwandelt das, was er vorfindet, in Literatur.« Leseprobe
 

Schlecht inszeniertes Zauberkunststück
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Daniel Kehlmanns Erzählung »Du hättest gehen sollen«
»Die Erscheinungen des Ich-Erzählers wirken weder bedrohlich noch wahnsinnig, sondern eher komisch. Sie werden nicht erzählt, sondern nur behauptet und mit routinierter Lustlosigkeit aneinandergereiht.« Leseprobe



Lehrstück in Briefen
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Mit »Augustus« gelang John Williams ein Sittenbild von beeindruckender Gegenwärtigkeit. Es zeigt den Autor auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Williams arrangiert in »Augustus« einen Chor aus Stimmen, die uns überraschend vertraut sind und der große Zeitsprung vom alten Rom nach dem »House of Cards« im Washington unserer Tage ist nur noch ein kleiner Schritt. Leseprobe

Souverän zwischen den Genres
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Martin von Arndts neuer Roman »Rattenlinien«
Von Arndt bedient nicht nur gekonnt den Plot der Agentengeschichte sondern zeigt in den Zwischentexten über das Schicksal Eckarts und Rosenbergs im Nazi-Berlin seine literarischen Qualitäten. Leseprobe


Im Vorraum eines Gesamtkunstwerks
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Werner Schmidts Annäherung an Peter Weiss »Leben eines kritischen Intellektuellen« und die erstmals ins Deutsche übersetzten Essays
»Dem Unerreichbaren auf der Spur«.

Der Gigant
Von Herbert Debes

Artikel lesen

Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay
»Ästhetik des Widerstands« aus der deutschen Literatur.
Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen,
die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt.
Leseprobe

Der Verlorene
Von Lothar Struck
Artikel lesen
George Prochniks Biographie »Das unmögliche Exil – Stefan Zweig am Ende der Welt«
»Zweig hatte es nicht mehr ausgehalten, im "Sumpf der Politik" hin- und hergeschubst zu werden. Das Exil, anfangs noch als mögliche Quelle zur Inspiration verklärt, wurde zur Qual, zur Gefangenschaft – unabhängig davon, ob das Haus schön war und der tropische Wald bunt.« Leseprobe

Weises Kammerspiel über Liebe und Literatur
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Navid Kermanis
neuer Roman »Sozusagen Paris«
»Das Buch wird durch die Exkurse in die Literatur von Flaubert, Proust, Stendhal, Zola, Balzac und Bernanos (und nicht zuletzt von Adorno) selbst zu einer Theorie des Romans. Diese Doppelperspektive zeigt sich auch in den harten Auseinandersetzungen mit dem Lektor, der diesen Roman offensichtlich äußerst kritisch gegengelesen hat.« Leseprobe

Eine neue Geschichte des Existenzialismus
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Sarah Bakewells Kollektivbiographie »Das Café der Existenzialisten« begeistert durch ihren Reichtum an Figuren und Geschichten. »... eines der sehr seltenen Bücher, die niemals enden sollten, weil die Autorin nicht einen Aspekt abarbeitet, sondern verschwenderisch und auf hinreißende Weise das Wissen der Welt ausbreitet. Leseprobe

Von der Schönheit, der Verführung, der Zerstörung
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Über Gerhard Falkners Roman »Apollokalypse«
»Ich könnte immerzu zitieren. Ein Buch, dessen fulminanter Beginn in ein noch fulminanteres Finale mündet. Lesen!« Leseprobe


Auf dem Weg zur »Kritik der dialogischen Vernunft«
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Bettina Stangneths fulminanter Essay »Böses Denken«
»Aufklärung ist die Forderung an jeden Einzelnen, bei genau dem anzufangen, was er selber ändern kann, also tatsächlich vernünftig zu handeln, statt vom Paradies zu träumen: in jeder einzelnen Handlung, immer wieder, Tag für Tag, weil es nur darauf ankommt.« Leseprobe

Biographische Legenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Robert Leuchts und Magnus Wielands Fallstudien zur biographischen Legende des Autors im 20. und 21. Jahrhundert »Dichterdarsteller«
Die Enthüllung um das Pseudonym von Elena Ferrante zeigen, wie wichtig es inzwischen zu sein scheint, ein Werk direkt mit der Autorin zu verknüpfen.


Spurenlesen in der Lüneburger Heide
Von Wolfram Schütte
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Henschel/Kromschröders kleine norddeutsche »Landvermessung«
»... auch diese unscheinbar-unspektakuläre Gegend steckt voller Merk-& Denkwürdigkeiten – die entdeckt & aufgedeckt werden von zwei hierher Gelaufenen, die die Augen aufgehalten haben & schmidt-fleißig archivalisch tätig geworden sind.« Leseprobe

Große Geste ohne Inhalt
Von Jürgen Nielsen Sikora
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Zum »Manifest« von Lisa Kränzler und Tomaso Carnetto.

»Ein solch Leser verachtendes Vorgehen knüpft nahtlos an zahlreiche künstlerische und kunstwissenschaftliche Ausführungen an, die es ganz offensichtlich nicht nötig haben, Begriffsarbeit zu leisten. (...) Das vorherrschende Gestaltungsprinzip ist, die Ausführungen mit großen Gesten und entsprechendem Pathos zu schmücken. Manch einer hält dies fälschlicherweise selbst für Kunst, obgleich es nur wildes Geschwafel ist.«

Zerrissen, uneins, wild und befreiend
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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John Higgs erkundet das 20. Jahrhundert
»Man versteht nach der Lektüre so viel besser, warum die sexuelle Revolution, das Wirtschaftswachstum, Aleister Crowley, die Chaostheorie und das Internet mehr miteinander zu tun haben als wir bislang angenommen haben.« Leseprobe


Eine zu harmlose Komödie
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Emma Braslavskys Zukunftssatire »Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen«
»...trotz Potential leider eine über weite Strecken zu harmlose Komödie, das niemandem wehtut; ein veritabler Unterhaltungsroman, der es mit dem richtigen Regisseur zu einem wunderbaren Film bringen könnte.« Leseprobe


»Der Wind der Andersheit«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Mathias Énards enzyklopädischer Roman »Kompass«
»
Keine Frage, es gibt auch Wunderbares in diesem Buch. Etwa wie Franz Ritter die Süleymaniye-Moschee in Istanbul betritt und dabei eine Art Offenbarung erfährt. Oder Kurzreferate über Mozarts "Verkörperung des türkischen 'Klangs'", Thomas Manns "Doktor Faustus", Beethovens Privatkonzert beim österreichischen Orientalisten Hammer-Purgstall, Wagners Totalitarismus (nur "Tristan und Isolde" besteht), die Magie des Adhān oder die "Geheimgesellschaft" des französischen Universitätsbetriebs.«
Leseprobe


Michel Foucault - Wanted dead or alive
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
»Die Strafgesellschaft. Vorlesungen 1972/73«
»Wenn Foucault die Arena betritt, eiligen Schritts vorwärtspreschend, wie jemand, der zu einem Kopfsprung ins Wasser ansetzt, steigt er über die Sitzenden hinweg, um zu seinem Pult zu gelangen, schiebt die Tonbänder beiseite, um seine Papiere abzulegen, zieht sein Jackett aus, schaltet die Lampe an und legt los mit hundert Stundenkilometern.« Leseprobe

»Eine Form von Widerstand«
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Marc Augés Liebeserklärung an »Das Pariser Bistro«
Das Bistro ist also ein Ort für Gewohnheitstiere, ein Ort des Noch-nicht-zuhause-Seins, aber auch des Nicht-mehr-unterwegs-Seins, ein Ort, wo sich »Tragödie und Komödie« vermischen, ein Ort »der nichtssagenden Worte und des vielsagenden Schweigens, des lauten Lachens, des unterdrückten Seufzers und der diffusen Melancholie«.

»Welt wurde etwas, wenn es im Lexikon stand«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andreas Maiers neuer Roman »Der Kreis«
Im Schauen Anderer ist Maier so viel genauer und leidenschaftlicher als beim Erklären seiner eigenen Gefühlswelt, die er sich eher abzuringen scheint. Leseprobe




Musil umkreist
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Leopold Federmair und »Musils langer Schatten«.
»Trickreich wird es, wenn seine Lesart des Romans in die Gegenwart führt, das heutige Österreich (oder gar Europa?) zum Kakanien Musils wird, der Mensch der Moderne zum "Kakanier". Insbesondere der letzte Essay des Bandes erlaubt diese Deutung hin zum Aktuellen. Er ist mit "Erinnern und Vergessen im digitalen Zeitalter" überschrieben.«

Philosophie wohnt am Nichtort der Unmöglichkeit
von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Die Zeit der großen Erzählungen der Welt ist vorbei. Wohin man auch blickt, was immer man sich vorstellen kann, alles ist bestimmt von Technik, Kapital und Medium. Das ist nicht gut und nicht schlecht, sondern notwendig der Fall, so Peter Trawnys hoffnungsfreie Analyse. Leseprobe


Im Minenfeld
Von Lothar Struck
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Kurt Gritschs
umfassende Darstellung des Kosovo-Konflikts »Krieg um Kosovo« analysiert Geschichte, Hintergründe, Folgen.
»Obwohl das Ereignis vor mehr als 17 Jahren stattfand stutzt man immer noch, wenn es um die Beschreibung der Jugoslawien-Kriege geht. Der Versuch die Geschehnisse um den Kosovokrieg kurz und prägnant und dabei dennoch neutral zu formulieren, ist ein Drahtseilakt.«

Keine andere Wahl, als es ernst zu meinen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Erzählung »Fotzenfenderschweine« erzählt die schwierige Liebesgeschichte der Almut Klotz' und Christian Dabeler genannt »Reverend« und ihren Weg als Künstlerin in der Indie-Pop-Szene.
»Es ist das Prinzip dieser Prosa, authentische Ereignisse mit großer Wahrhaftigkeit literarisch zu verdichten. Das ist kein Dokumentarismus, das ist Literatur. Und Almut Klotz' "Fotzenfenderschweine" ist in diesem Sinne verdammt gute Literatur.« Leseprobe

Lebensillusion in Hochform
Von Patrick Wichmann
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Valentin Groebners Essay »Ich-Plakate« über »Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine«

»Dass Groebners Essay in eine universitäre Landschaft passt, die derzeit stark um das Konstruierte kreist, dürfte ihm gewiss nicht schaden. Aber er ist zugleich ein kluger Parforceritt durch die Disziplinen.« Leseprobe

Geruhsamer Kehraus
Von Wolfram Schütte
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György Konráds »Gästebuch« ist Erinnerung & lebensphilosophische Betrachtung.
»Der ältere Herr, der da in Budapest über das geschützte Glück seiner Selbstzufriedenheit meditiert, beschreibt seine literarische Arbeit an seinem »Gästebuch« als ein »Mich-Zurückbeugen zum kontinuierlichen Gestern, das bis zum gegenwärtigen Augenblick reicht«.  Leseprobe

Zwischen allen Stühlen
Von Timotheus Schneidegger
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In »Das Gefühl der Welt« präsentiert Heinz Bude seine Sicht auf die Macht von Stimmungen.
Ein langer Feuilleton-Essay, der den Leser oft zustimmend nicken lässt und sich auf diese Weise sein Wohlwollen erschleicht, ihn aber nicht klüger macht. Das muss weder Buch noch Autor zum Schaden gereichen: In der aktuellen Stimmungslage ist das schnelldrehende Ungefähre, mit dem jeder irgendwas anfangen kann, ziemlich angesagt. Leseprobe

Ein Standbild
Von Gregor Keuschnig
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Karsten Krampitz' Zustandsbericht über »Die DDR in der Krise, 1976«.
Der intellektuelle, politische und vor allem ökonomische Niedergang der DDR war ein Prozess, der vielleicht nicht direkt 1976 begann, aber von dort aus sichtbare Schneisen in die Geschichte schlug. Leseprobe

Systemwechsel mit der Brechstange linker Wirtschaftstheorie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»Postkapitalismus« Paul Masons Grundrisse einer kommenden Ökonomie.
»Unser globales Wirtschaftssystem ist an die Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit gestoßen. Die Expansion der Staatsschulden, die Zerschlagung der Sozialsysteme und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich deuteten, so Mason, auf ein Ende des Kapitalismus hin.« Leseprobe


Leben & Schreiben in Zeiten des Krieges
Von Lothar Struck
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Die Wiederentdeckung des französischen Schriftstellers Drieu La Rochelle, der, als Dandy beargwöhnt und als Kollaborateur geächtet, zwischen alle Fronten geriet und darüber sein Leben hingab. Sein Band mit Erzählungen aus dem Ersten Weltkrieg »Die Komödie von Charleroi« sind nun bei Manesse erschienen.
Leseprobe
Seine Lebensmaxime verdichet sich in einem Satz: »Der Mensch wird nur geboren, um zu sterben, und nie ist er so lebendig, wie wenn er stirbt. Doch sein Leben hat nur einen Sinn, wenn er sein Leben hingibt, statt darauf zu warten, daß es ihm genommen wird.«  

Eher bescheiden
Von Gregor Keuschnig
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Jan-Werner Müller erklärt »Was ist Populismus?«
Müllers Buch wird inzwischen schon als Standardwerk herumgereicht. Aber es bietet leider nur eine reduzierte Sicht; seine Vorschläge zum Umgang mit Populisten bleiben in Allgemeinplätzen und demokratietheoretischen Volten stecken. Leseprobe


Ein funkelndes Schmuckstück
Von Gregor Keuschnig
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Andrzej Stasiuks melancholische Zeitreise »Der Osten«
»...eine Epiphanie über die Dinge, in denen Geschichte und Geschichten abgespeichert sind: "Das Leben war in sie [die Dinge] eingedrungen und erstarrt", (...) ...ein mitreißendes, oft herzzerreißendes, horizonterweiterndes, bukolisch-elegisches Buch...«Leseprobe


»Es war einmal« (in Tübingen)
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Gert Uedings Erinnerungen an Ernst Bloch
»Nostalgie wird bei einem Leser aufkommen, der diese »Welt von gestern« & ihre brillanten intellektuellen »Heroen« noch selbst auch erlebt hat...« Leseprobe


Findlingsblock, vielseitig besichtigt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Der »verlorene« Werner Herzog wird in zwei Büchern wieder aufgefunden.
Obwohl der multipel tätige Filmemacher fern von Deutschland lebt & arbeitet – allerdings in der letzten Zeit hierzulande wenigstens als historische Person & künstlerische Größe wieder wahrgenommen wird –, ist er & sein gesamtes filmisches Oeuvre doch Gegenstand cineastischer Beschäftigung.

»Nichts Zärtliches lastet auf mir ...«
von Bernd Leukert
Artikel lesen
Zur Aktualität des französischen Philosophen und Schriftstellers Paul Valéry. Die vollständige Pléiade-Edition seiner »cahiers« ist jetzt als E-Book bei S.Fischer erschienen.
»Nach der Lektüre wird er das unsägliche Geplapper, dem man heute das Beiwort ‚Philosophie’ anhängt, entsorgen und sich auf die Herausforderung einlassen, die ihm die unabhängigen Gedanken Valérys anbieten.« Leseprobe Hirnwiese

Großmuttergebrabbel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ronald Schimmelpfennigs dystopisch-moderne Adaption von Hänsel und Gretel mit einer Prise Rotkäppchen »An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts«. »Dass dieses Buch ernsthaft in der Leipziger Buchpreisliste auftauchte, mag man höchstens als Scherz auffassen.« Leseprobe

Einübung ins Meisterdenken
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Peter Sloterdijks Taschenspielertricks.
»... er gefällt sich in der Rolle eines Kommentators der politischen und gesellschaftlichen Krise. Seine ästhetisch aufgeladene Andeutungsprosa, schwankend zwischen Kunstsprache und Sprechblase, entfaltet ein polyfokales All-Over an Themen, Thesen und titanischer Theatralik.« Leseprobe

Der General in seinem Labyrinth der Einsamkeit
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan.
Dabei hebt sich das Charakterbild des selbstlosen & hingebungsvollen Hessischen Generalstaatsanwalts vor dem Hintergrund eines schemenhaften, wenn nicht gar unvorteilhaft-problematisch erscheinenden Phantombild Thomas Harlans ab. Leseprobe

»Niemand hat das Recht zu gehorchen!«
Von Peter H. Gogolin
Artikel lesen
Irmtraud Wojak legt die Biographie des Generalstaatsanwalts und Hauptanklägers der Auschwitz-Prozesse Fritz Bauer vor.
Und wenn am Ende doch konstatiert werden konnte, dass Deutschland ein anderes Land geworden war, dann muss man hinzufügen, dass dies ohne Fritz Bauers unermüdlichen Kampf gegen die verdrängte Erinnerung der Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Er hat seine Zeitgenossen immer wieder zum Hinsehen gebracht, auch wenn dies eine Anstrengung gewesen sein muss, die letztlich selbst seine Kraft aufgebraucht hat. Leseprobe

Kleiner Mann, ganz groß
von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Bürochefin Irma Nelles porträtiert »Spiegel«-Gründer Rudolf Augstein.
Es gibt genügend Augstein-Biographien und Bücher über die politische Situation der BRD in den Jahren 1960 bis 2000. Das Außergewöhnliche an diesen Erinnerungen ist der ganz besondere Blickwinkel auf den Menschen Augstein. Leseprobe


Leben vor dem Sprung
V
on Jörn Birkholz
Artikel lesen
In seinem neuen Roman bewegt sich Hans Platzgumer
konsequent und lesenswert am »Am Rand« des Erträglichen.
»Im Radio spielten sie häufig 'I Only Wanna Be With You' von einer Band, die, wie wir dachten B-Südtirolers, nicht Bay City Rollers hieß.« Leseprobe
5 Fragen an Hans Platzgumer: zum Interview

Geist und Macht
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Zwei Bücher über Alarmismus und Konformität deutscher Intellektueller nach 1945.
»Nach der Lektüre von Rüthers Belegsammlung überrascht sein Klagegesang über die (vermeintliche) Ruhe über den Geistes-Gipfeln. Plötzlich bleiben nur noch Jürgen Habermas und Juli Zeh. (...) Kolbes Buch ist nicht nur Essay, sondern auch Philippika, Suada, offener Brief und Standpredigt. Ein furioser Text mit zuweilen schneidenden Formulierungen. Er will den Moralisten Brecht und deren literarische Erben mit einer Moral konfrontieren, die zur Attitüde und zum Machterhalt verkommen war.« Leseprobe

Erinnerungsforschung
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
38 lesenswerte Gespräche mit Autorinnen und Autoren 1989-2014 geführt von Carsten Gansel eingeleitet und herausgegeben von Norman Ächtler.
»... ein aufklärerisches, lehrreiches und in seinen besten Momenten fesselndes Buch. Idealerweise bekommt man noch ein Paket von Literaturempfehlungen mit. Carsten Gansel zeigt sich als Könner des Fragens im öffentlichen (bzw. halböffentlichen) Raum. Niemand, der an deutscher Literaturgeschichte interessiert ist, kann an diesem Buch vorübergehen.« Leseprobe

Ein denkwürdiges Wochenende
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jörg Magenaus Buch über Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 »Princeton 66«zeigt, wie spannend gut erzählte Literaturgeschichte sein kann.
»... eine packende und konzise Zeitreise zu komponieren, die sowohl die Stimmung der Tagung präzise rekonstruiert, als auch historische Einordnungen vornimmt.« Leseprobe
 

Der letzte Landstreicher
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes trotzig-grandioser Weltalmanach
»Vor der Baumschattenwand nachts«.
»Und ja: Realisten, Empiriker, Spiegelonline-Kolumnenschreiber und, um aus einem Theaterstück von Handke zu zitieren, »Unablenkbare«, »halblustige Unernste» oder »Unbesiegbare« werden verloren sein für diese Welt und damit auch für dieses Buch. Für alle anderen ist es eine Schatztruhe, die auch noch beim zweiten oder dritten Lesen funkelt.«

»Landflucht« außer Kontrolle
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Peter Stamm zieht es in seinem neuen Roman »Weit über das Land«.
»Stamm schreibt kühl, solide und klar. Leider kommt nur schwerlich Spannung auf, zu schwach werden Thomas' psychologische Motive ausgeleuchtet. Lediglich wird eine etwas biedere Alltagsflucht skizziert, gepaart mit einem diffusen Freiheitsbedürfnis – kurz, Wohlstandsprobleme.«

Der Kampfhund Erinnerung
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
»Panikherz« von Benjamin von Stuckrad-Barre
»... herausgekommen ist ein großes Buch, ein Buch, das bleiben wird, weil er sein Leben in die Waagschale geworfen hat, um Ruhm und Erfolg zu erlangen. Er ähnelt damit mehr als er es vielleicht weiß, weil der Name in seinen hagiographischen Aufzählungen nie auftaucht, Hunter S. Thompson, auch ein Getriebener und großer Autor.« Leseprobe

»Man muß leben, mehr nicht«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Christoph Heins neuer Roman
»Glückskind mit Vater« offenbart den hypersensiblen Kern eines Menschen, der auf sein Leben nur schicksalhaft und mit Schande zurückblicken kann.
»...der 'Schatz der Erinnerungen', wie es einmal heißt, erweist sich als ein Abgrund des Scheiterns. Die Hoffnung auf eine heilende Kraft des Erzählens, der Balsam der Literatur, stellt sich nicht ein.« Leseprobe

Reflektionen über das Schreiben
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Dany Laferrières inspirierendes »Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama«.
»Es kommt irgendwann der Augenblick, in dem man vergessen muss, dass man Schriftsteller ist, um es zu bleiben«.


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama
welthistorischer Herrschaftsdiskurse analysiert Ulrich Menzel »Die Ordnung der Welt«.
Menzel fragt sich, welche Umstände dazu geführt haben, dass Staaten zu großen Weltmächten aufstiegen und, so das chinesische Losungswort, ein »Mandat des Himmels« erhielten. Ihn interessieren aber ebenso die Ursachen des Niedergangs sowie die Frage, wie es zu einem Wechsel in den Machtverhältnissen kam. So entfaltet sich vor den Augen des Lesers eine große komparative Meistererzählung, gespickt mit zahlreichen Fallstudien. Leseprobe

Der Spanische Bürgerkrieg
aus katalanischer Sicht
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Nie war ein Krieg sinnloser als in dem Roman »Flüchtiger Glanz« von Joan Sales, der die Dichotomie zwischen den Guten und den Bösen aufbricht – munter werden bei Faschisten und Republikanern die Seiten getauscht. Leseprobe Mit 5 weiteren Buchtipps zum Thema

Himmel oder Hölle?
Von Robert Schwarz
Artikel lesen
Die »Übertragungen aus der Nähe« von René Steininger
»...Diese beiden Mysterien sind nämlich innerlich verbunden,
getrennt nur durch einen Buchstaben
der die Wunde manchmal zu einem Wunder verklärt
und das Wunder wieder zur Wunde verkürzt
...« (Der hypochondrische Eid)

Grosse Worte und Miniaturen
Von Georg Keuschnig
Artikel lesen
Roger Willemsens feuilletonistisch-aphoristisches
phänomenologisches Essay »Der Knacks«
Man ist geneigt, das Buch in das Feuilleton-Regal zu stellen. Aber die Suche nach dem Knacks lässt einem nicht mehr los. Und mit ihm das Fragen.
Hörprobe
 

Erkundungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Esther Kinskys und Martin Chalmers »Aufzeichnungen von der kalten Krim - Karadag Oktober 13«.
»Man muss sich freilich auf die intellektuell motivierten Intentionen und Reflexionen der Erzähler einlassen und Kinskys Erzählen des Nebeneinanders von Idyll und Trostlosigkeit wie schon zuletzt in ihrem grandiosen Roman "Am Fluß" ausgeführt goutieren. Dann erst kann man diese Reiseerzählung genießen.«

»Schreiben als Wiederentdeckung«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes neuer Band seiner Begleitschreiben »Tage und Werke«
»Und ja, wenn man "Tage und Werke" in einem Stück gelesen hat, ist man erschöpft. Aber es ist eine Erschöpfung, die nicht ermattet, sondern stimuliert, Neugier, ja: Leselust erzeugt. Was gibt es Besseres

Der Dichtergeselle
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Verleger Jochen Jung erinnert sich an Begegnungen mit Dichterinnen und Dichtern aus Vergangenheit und Gegenwart
»Zwischen Ohlsdorf und Chaville«.
»Jungs Texte zeigen Tiefe, Empathie, Distanz und Herzlichkeit zugleich, wobei diese Ingredienzien nicht einfach auszubalancieren sind (weder im Leben noch beim Schreiben).«

Verfluchtes Mexico
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Kühle Prosa, vor Empörung zitternd, Antonio Ortunos wütender Roman »Die Verbrannten«
»
Wie hier evozierende Beschreibung des nackten Grauens in kommentierende Reflexion übergeht, ist für den changierenden Stil des ganzen Buches bezeichnend.«



Biographie in Stichworten
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ulrich Greiner erzählt stilvoll »Das Leben und die Dinge.
Auf den ersten Blick kurios mutet auch die Genrebezeichnung »Alphabetischer Roman« an, die einen letzten Rest Fiktionalität durchblicken lassen soll. Dabei sind auffallend viele Begriffe Reminiszenzen aus einer vergangenen Zeit, die aber dennoch nie idealisiert wird. Sentimentalität ist dem Autor fremd. Es sind Erinnerungspflöcke, jeweils typisch für eine bestimmte Epoche des Lebens.

Wie Verzweiflung die Revolte gebiert
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ludwig Fels' Roman »Die Hottentottenwerft« erinnert uns an Georg Büchners Credo, zu versuchen, gegen alle Widerwärtigkeiten der Herrschenden, ein guter Mensch zu sein.
»So kraftvoll die Ereignisse in diesem Roman auf den Leser einprasseln, so fesselnd ist dieses Buch geschrieben. Sprache und Plot harmonieren in seltener Eintracht.«


»Vom Krieg besudelt«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jan Koneffkes Roman »Ein Sonntagskind«
»Es gelingt dem Roman durchaus, die Traumatisierung der Generation und die Scham über das allzu willige Mitläufertum, dieses lebenslange Stigma des Krieges, das sich eintätowiert hat in die Seele seines Protagonisten, exemplarisch aufzuzeigen. Leseprobe

Wir sind alle Kannibalen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
In seinen Essays ordnet Claude Lévi-Strauss Ereignisse in einen Kontext, der weit über nur eine Gesellschaft und nur eine Denktradition hinausreicht.
»Denn der Tag wird kommen, an dem der Gedanke, daß die Menschen der Vergangenheit zu ihrer Ernährung Lebewesen züchteten und abschlachteten und ihr Fleisch in gefälligen Portionen in den Schaufenstern ausstellten, sicher den gleichen Widerwillen einflößen wird, wie den Reisenden des 16. oder 17. Jahrhunderts die kannibalischen Mahlzeiten der amerikanischen, ozeanischen oder afrikanischen Wilden.« Leseprobe

Ein wunderbarer englischer Exzentriker erzählt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Und sie fliegt doch« Dave Goulsons eigenartiges Mixtum Compositum über die Hummeln (& ihn).
Es ist dieser angenehm ironische erzählerische Umgang mit seinem Stoff, der das teilweise sehr komische & auch selbstkritische Buch zu einem Lektüre-Vergnügen macht. Leseprobe


Kleine Epiphanien
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks »Geschichten vom Fernweh«
»Der Stich im Herzen« gehört zu jener seltenen Spezies von Büchern, mit deren lustvoller Lektüre  man sofort wieder beginnen kann, wenn man sie gerade beendet hatte. Die rund 50 Prosastücke sind thematisch so vielfältig & erzählerisch so solide gearbeitet, dass man sie gerne liest & jede die vorige vergessen lässt, aber alle zusammen einen Sog entwickeln, der nach einer zweiten Lektüre verlangt. Leseprobe

Täglich ein anderer Untergang
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Eva Horn analysiert »Zukunft als Katastrophe«
Sie geht davon aus, dass die Zeitdimension Zukunft immer stärker die positiv-utopische Bedeutung verliert und Gegenwart, gerade im digitalisierten Heute, zum heiß umkämpften Tummelplatz von alternativen Szenarien der dystopisch-negativen Vorwarnung und Prävention wird. Leseprobe

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe

Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
Text lesen
Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
Text lesen
In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
Text lesen
Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
Text lesen
Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
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Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

 

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30 Klassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte
 

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Märchen und Fabeln aus Burma

Jan-Philipp Sendker
Das Geheimnis des alten Mönches

»Die Lehren, die sie vermitteln wollten, ähneln denen der Brüder Grimm oder Hans Christian Andersens und ich verstand, wie sehr sich alle Kulturen in ihren Mythen aus dem universellen Fundus menschlicher Weisheit bedienen.« Jan-Philipp Sendker Leseprobe

Blessing Verlag

Kleine Handbibliothek
10 Lektüretipps
zusammengestellt von Herbert Debes
Zu den Büchern

Glossen:
Petits riens (24)
Von Wolfram Schütte
Text lesen
Wo ich nichts weiß, macht mich nichts heiß - Verlust-Anzeige -Der kleine Unterschied - Kniefall -Allein diese beiden - Die Verwandlung

Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
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Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Von Herbert Debes

Weiterlesen
Ein literarischer Parcours für Nachgeborene

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.«

Kaiserpanorama
Reise durch die Deutsche Inflation
Von Walter Benjamin
Artikel lesen
I. In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe - indem es ja »nicht mehr so weitergehen« könne - besonders denkwürdig.

Kurzgeschichten:

Wo gehobelt wird

Eine kurze Geschichte von Jörn Birkholz
Text lesen
»Barbara holte aus und schlug mit voller Wucht auf den Wohnzimmertisch ein.
Das Axtblatt blieb im Holz stecken. Die Tischplatte war von minderwertiger Qualität, dachte Peter, während er zusah, wie sie die Axt wieder aus der Platte herauszog um erneut auf den Tisch einzuschlagen.«


Super Markt
Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
Geschichte lesen
»Ich sortiere die Cornflakes Packungen ein. Eine nach der anderen. Immer fünf hintereinander, gerade in vier Reihen.
Können Sie mir sagen, wo die Waschmittel stehen?, fragt mich einer.
Ich drehe mich um. Er grinst, wirkt nicht wie jemand, der oft Waschmittel einkauft. Ich blicke auf meine Liste, hab schon wieder vergessen, wo das Zeug steht.
«

Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
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Rebellen
Von Joe Bauer
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S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
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Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
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»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
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»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



Glanz&Elend
Magazin für Literatur und Zeitkritik
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