Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


Mediadaten - Impressum
Last Update: 30.05.16, 14:49

 

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Paul Mason
Postkapitalismus -

Grundrisse einer kommenden Ökonomie

Mason führt an Orte, an denen sich Widerstand Bahn bricht. Er verknüpft das Abstrakte mit dem Konkreten, bündelt Überlegungen von Autoren wie Piketty, Graeber, Rifkin und Negri und zeigt, wie wir aus den Trümmern des Neoliberalismus eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft errichten können. Leseprobe

Suhrkamp

141 Termine im Juni
62 Neue Filme & Kritiken
Belletristik I Krimis
Biografien, Briefe & Tagebücher
Autoren & Essays
Philosophie & Zeitkritik
Geschichte & Politik
Schiffsmeldungen
 

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Anthony Doerr
Memory Wall

Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammen-gehalten. Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können. Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Leseprobe
C.H. Beck

 

30 Literaturklassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte

Uve Schmidts Kalenderblatt:

Juni

Euro-Cup
Kalenderblatt lesen

Eastern
Gedicht lesen

Jazz und andere Sounds
Bücher, CDs, DVDs & Links

Bücher-Charts
Verlage A-Z
Museen im Internet


 

Aktuelle Empfehlungen

»Es war einmal« (in Tübingen)
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Gert Uedings Erinnerungen an Ernst Bloch
»Nostalgie wird bei einem Leser aufkommen, der diese »Welt von gestern« & ihre brillanten intellektuellen »Heroen« noch selbst auch erlebt hat...« Leseprobe


Findlingsblock, vielseitig besichtigt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Der »verlorene« Werner Herzog wird in zwei Büchern wieder aufgefunden.
Obwohl der multipel tätige Filmemacher fern von Deutschland lebt & arbeitet – allerdings in der letzten Zeit hierzulande wenigstens als historische Person & künstlerische Größe wieder wahrgenommen wird –, ist er & sein gesamtes filmisches Oeuvre doch Gegenstand cineastischer Beschäftigung.

»Nichts Zärtliches lastet auf mir ...«
von Bernd Leukert
Artikel lesen
Zur Aktualität des französischen Philosophen und Schriftstellers Paul Valéry. Die vollständige Pléiade-Edition seiner »cahiers«ist jetzt als E-Book bei S.Fischer erschienen.
»Nach der Lektüre wird er das unsägliche Geplapper, dem man heute das Beiwort ‚Philosophie’ anhängt, entsorgen und sich auf die Herausforderung einlassen, die ihm die unabhängigen Gedanken Valérys anbieten.« Leseprobe Hirnwiese

Großmuttergebrabbel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ronald Schimmelpfennigs dystopisch-moderne Adaption von Hänsel und Gretel mit einer Prise Rotkäppchen »An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts«. »Dass dieses Buch ernsthaft in der Leipziger Buchpreisliste auftauchte, mag man höchstens als Scherz auffassen.« Leseprobe

Mord hat Konsequenzen
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Christiane Geldmacher unterhält mit ihrem zweiten Kriminalroman »Willkommen@daheim« prächtig.
»Sind wir Menschen so abstrus? Geldmacher scheint es zu glauben. Ich inzwischen auch.« Leseprobe



Einübung ins Meisterdenken
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Peter Sloterdijks Taschenspielertricks.
»... er gefällt sich in der Rolle eines Kommentators der politischen und gesellschaftlichen Krise. Seine ästhetisch aufgeladene Andeutungsprosa, schwankend zwischen Kunstsprache und Sprechblase, entfaltet ein polyfokales All-Over an Themen, Thesen und titanischer Theatralik.« Leseprobe

Parodie & Idylle
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Nicholson Bakers humoristischer Roman
»Das Regenmobil«
»
Ohne jeden Zweifel gibt es in der literarischen Weltliteratur augenblicklich keinen seltsameren, nicht nur bloß eigensinnigeren Autor. Ein Chamäleon ist im Vergleich zu diesem schillernden literarischen Proteus gewissermaßen einfarbig grau.« Leseprobe

Eigenwillige Drehungen & intelligente Scherze
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Chesterton begeistert in seinen Erzählungen »Vier verehrungswürdige Verbrecher« mit einer paradoxen Verteidigung der Moral.
»Die vier Erzählungen sind in ihrer mäandernden Stringenz sehr pfiffig aufgebaut, die überraschenden Wendungen sind nicht vorhersehbar, und erst am Schluss wird das ganze Ausmaß der Täuschungen und Selbsttäuschungen sichtbar.«

Der General in seinem Labyrinth der Einsamkeit
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan.
Dabei hebt sich das Charakterbild des selbstlosen & hingebungsvollen Hessischen Generalstaatsanwalts vor dem Hintergrund eines schemenhaften, wenn nicht gar unvorteilhaft-problematisch erscheinenden Phantombild Thomas Harlans ab. Leseprobe

»Niemand hat das Recht zu gehorchen!«
Von Peter H. Gogolin
Artikel lesen
Irmtraud Wojak legt die Biographie des Generalstaatsanwalts und Hauptanklägers der Auschwitz-Prozesse Fritz Bauer vor.
Und wenn am Ende doch konstatiert werden konnte, dass Deutschland ein anderes Land geworden war, dann muss man hinzufügen, dass dies ohne Fritz Bauers unermüdlichen Kampf gegen die verdrängte Erinnerung der Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Er hat seine Zeitgenossen immer wieder zum Hinsehen gebracht, auch wenn dies eine Anstrengung gewesen sein muss, die letztlich selbst seine Kraft aufgebraucht hat. Leseprobe

Probleme mit Zettels Traum
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Martin Schults Debütroman enttäuscht.
»... die Geschichte mäandert hin und her, die Perspektive eines zwölfjährigen Ich-Erzählers und seine Sprache passen nicht zueinander, manche Einzelheiten stimmen nicht, und "Zettels Traum" spielt bei weitem nicht die Rolle, die der Untertitel glauben machen will.«

Kleiner Mann, ganz groß
von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Bürochefin Irma Nelles porträtiert »Spiegel«-Gründer Rudolf Augstein.
Es gibt genügend Augstein-Biographien und Bücher über die politische Situation der BRD in den Jahren 1960 bis 2000. Das Außergewöhnliche an diesen Erinnerungen ist der ganz besondere Blickwinkel auf den Menschen Augstein. Leseprobe


Leben vor dem Sprung
V
on Jörn Birkholz
Artikel lesen
In seinem neuen Roman bewegt sich Hans Platzgumer
konsequent und lesenswert am »Am Rand« des Erträglichen.
»Im Radio spielten sie häufig 'I Only Wanna Be With You' von einer Band, die, wie wir dachten B-Südtirolers, nicht Bay City Rollers hieß.« Leseprobe
5 Fragen an Hans Platzgumer: zum Interview

Geist und Macht
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Zwei Bücher über Alarmismus und Konformität deutscher Intellektueller nach 1945.
»Nach der Lektüre von Rüthers Belegsammlung überrascht sein Klagegesang über die (vermeintliche) Ruhe über den Geistes-Gipfeln. Plötzlich bleiben nur noch Jürgen Habermas und Juli Zeh. (...) Kolbes Buch ist nicht nur Essay, sondern auch Philippika, Suada, offener Brief und Standpredigt. Ein furioser Text mit zuweilen schneidenden Formulierungen. Er will den Moralisten Brecht und deren literarische Erben mit einer Moral konfrontieren, die zur Attitüde und zum Machterhalt verkommen war.« Leseprobe

Erinnerungsforschung
Von Gregor Keuschnig
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38 lesenswerte Gespräche mit Autorinnen und Autoren 1989-2014 geführt von Carsten Gansel eingeleitet und herausgegeben von Norman Ächtler.
»... ein aufklärerisches, lehrreiches und in seinen besten Momenten fesselndes Buch. Idealerweise bekommt man noch ein Paket von Literaturempfehlungen mit. Carsten Gansel zeigt sich als Könner des Fragens im öffentlichen (bzw. halböffentlichen) Raum. Niemand, der an deutscher Literaturgeschichte interessiert ist, kann an diesem Buch vorübergehen.« Leseprobe

Ein denkwürdiges Wochenende
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jörg Magenaus Buch über Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 »Princeton 66«zeigt, wie spannend gut erzählte Literaturgeschichte sein kann.
»... eine packende und konzise Zeitreise zu komponieren, die sowohl die Stimmung der Tagung präzise rekonstruiert, als auch historische Einordnungen vornimmt.« Leseprobe
 

Der letzte Landstreicher
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes trotzig-grandioser Weltalmanach
»Vor der Baumschattenwand nachts«.
»Und ja: Realisten, Empiriker, Spiegelonline-Kolumnenschreiber und, um aus einem Theaterstück von Handke zu zitieren, »Unablenkbare«, »halblustige Unernste» oder »Unbesiegbare« werden verloren sein für diese Welt und damit auch für dieses Buch. Für alle anderen ist es eine Schatztruhe, die auch noch beim zweiten oder dritten Lesen funkelt.«

Camouflagen der Wirklichkeit
Von Gregor Keuschnig
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Greg Grandin analysiert in »Kissingers langer Schatten« das Erbe von Amerikas umstrittensten Staatsmann.
»Kissinger verband auf fast vulgäre Art und Weise die Domino-Theorie mit dem Clausewitz'schen Krieg-Politik-Schema, das er um die Möglichkeiten der Mittelstreckenbomber des 20. Jahrhunderts erweiterte. Er diente sich Präsidenten an, die nahezu hysterisch antikommunistisch eingestellt waren. Er lernte aus der Gegenöffentlichkeit zum Vietnamkrieg und 'perfektionierte' das Leitmotiv des Kalten Krieges: 'Der Feind meines Feindes ist mein Freund'.« Leseprobe

»Landflucht« außer Kontrolle
Von Jörn Birkholz
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Peter Stamm zieht es in seinem neuen Roman »Weit über das Land«.
»Stamm schreibt kühl, solide und klar. Leider kommt nur schwerlich Spannung auf, zu schwach werden Thomas' psychologische Motive ausgeleuchtet. Lediglich wird eine etwas biedere Alltagsflucht skizziert, gepaart mit einem diffusen Freiheitsbedürfnis – kurz, Wohlstandsprobleme.«

Der Kampfhund Erinnerung
Von Klaus Bittermann
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»Panikherz« von Benjamin von Stuckrad-Barre
»... herausgekommen ist ein großes Buch, ein Buch, das bleiben wird, weil er sein Leben in die Waagschale geworfen hat, um Ruhm und Erfolg zu erlangen. Er ähnelt damit mehr als er es vielleicht weiß, weil der Name in seinen hagiographischen Aufzählungen nie auftaucht, Hunter S. Thompson, auch ein Getriebener und großer Autor.« Leseprobe

Leben, Scham & Flucht oder Thierrys Passion
Von Wolfram Schütte
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Stéphane Brizés beobachtende filmische Meditation über den »Wert des Menschen«.
»
Wenn Hitchcock einmal behauptet hat, dass er auf den Emotionen seiner Zuschauer wie auf einer Orgel spiele, erreicht Brizé mit seinem ästhetischen Minimalismus, der gewissermaßen dem Gebrauch nur einer Flöte entspricht, eine emotionale Intimität & Intensität, mit der er die Zuschauer zu Verschworenen des Hauptdarstellers macht ...«

»Man muß leben, mehr nicht«
Von Gregor Keuschnig
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Christoph Heins neuer Roman
»Glückskind mit Vater« offenbart den hypersensiblen Kern eines Menschen, der auf sein Leben nur schicksalhaft und mit Schande zurückblicken kann.
»...der 'Schatz der Erinnerungen', wie es einmal heißt, erweist sich als ein Abgrund des Scheiterns. Die Hoffnung auf eine heilende Kraft des Erzählens, der Balsam der Literatur, stellt sich nicht ein.« Leseprobe

Reflektionen über das Schreiben
Von Wolfram Schütte
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Dany Laferrières inspirierendes »Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama«.
»Es kommt irgendwann der Augenblick, in dem man vergessen muss, dass man Schriftsteller ist, um es zu bleiben«.


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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In seinem imposanten Panorama
welthistorischer Herrschaftsdiskurse analysiert Ulrich Menzel »Die Ordnung der Welt«.
Menzel fragt sich, welche Umstände dazu geführt haben, dass Staaten zu großen Weltmächten aufstiegen und, so das chinesische Losungswort, ein »Mandat des Himmels« erhielten. Ihn interessieren aber ebenso die Ursachen des Niedergangs sowie die Frage, wie es zu einem Wechsel in den Machtverhältnissen kam. So entfaltet sich vor den Augen des Lesers eine große komparative Meistererzählung, gespickt mit zahlreichen Fallstudien. Leseprobe

Der Spanische Bürgerkrieg
aus katalanischer Sicht
Von Isabella Caldart
Artikel lesen
Nie war ein Krieg sinnloser als in dem Roman »Flüchtiger Glanz« von Joan Sales, der die Dichotomie zwischen den Guten und den Bösen aufbricht – munter werden bei Faschisten und Republikanern die Seiten getauscht. Leseprobe Mit 5 weiteren Buchtipps zum Thema

Himmel oder Hölle?
Von Robert Schwarz
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Die »Übertragungen aus der Nähe« von René Steininger
»...Diese beiden Mysterien sind nämlich innerlich verbunden,
getrennt nur durch einen Buchstaben
der die Wunde manchmal zu einem Wunder verklärt
und das Wunder wieder zur Wunde verkürzt
...« (Der hypochondrische Eid)

Eine treffsichere und notwendige Ohrfeige
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Abbas Khiders Roman »Ohrfeige« ist ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.
»Dieser Roman wäre zudem ein passender Geschenktipp, oder besser eine Zwangslektüre für Sachbearbeiter in Deutschlands Ausländerbehörden, die es dann an die Arbeitsagenturen weiter reichen könnten...« Leseprobe

Grosse Worte und Miniaturen
Von Georg Keuschnig
Artikel lesen
Roger Willemsens feuilletonistisch-aphoristisches
phänomenologisches Essay »Der Knacks«
Man ist geneigt, das Buch in das Feuilleton-Regal zu stellen. Aber die Suche nach dem Knacks lässt einem nicht mehr los. Und mit ihm das Fragen.
Hörprobe


Die Zufälle des Lebens
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Adolf Muschg macht in seinem Alterswerk »Die japanische Tasche« ein verwirrendes Füllhorn an Geschichten auf.
schönes Leseerlebnis, so dicht und atmosphärisch, so sicher und gleichzeitig raffiniert sind die Geschichten darin erzählt, so brillant und oft ein wenig ironisch wird man durch ein barockes Sprachlabyrinth geleitet. Leseprobe

Verloren in Gottes eigenem Land
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Willy Vlautin gibt in seinem Roman, »Die Freien« jenen Menschen Gesicht & Stimme, die im amerikanischen Traum ganz unten auf der Strecke geblieben sind.
»Sie sind ohne Krankenversicherung, ohne Strom, ohne Heizung, sie frieren, sie sind erschöpft, müde, verzweifelt, und dennoch machen sie weiter, immer weiter, obwohl sie eigentlich keinen wirklichen Grund haben. Die klare und schnörkellose Sprache des Werks macht es für mich so großartig und erschütternd zugleich, ihnen dabei zu folgen.«

Voreilige Himmelfahrt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Ein paar kritische Wider-Worte zu Frank Witzels Roman-Monstrum »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969«.
Es ist möglicherweise diese enge generationstypische Wiedererkennungsfreude der gleichaltrigen Kritiker – ineins mit der Transponierung des einst (gefährlich) Politischen ins distanzierend »Poetische« -, was zur einhelligen, kritiklosen Verhimmelung von Frank Witzels literarischer »Wundertüte« samt ihren tauben Nüssen  geführt hat.

Erkundungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Esther Kinskys und Martin Chalmers »Aufzeichnungen von der kalten Krim - Karadag Oktober 13«.
»Man muss sich freilich auf die intellektuell motivierten Intentionen und Reflexionen der Erzähler einlassen und Kinskys Erzählen des Nebeneinanders von Idyll und Trostlosigkeit wie schon zuletzt in ihrem grandiosen Roman "Am Fluß" ausgeführt goutieren. Dann erst kann man diese Reiseerzählung genießen.«

»Schreiben als Wiederentdeckung«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes neuer Band seiner Begleitschreiben »Tage und Werke«
»Und ja, wenn man "Tage und Werke" in einem Stück gelesen hat, ist man erschöpft. Aber es ist eine Erschöpfung, die nicht ermattet, sondern stimuliert, Neugier, ja: Leselust erzeugt. Was gibt es Besseres

Polyphone Wirklichkeit
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben«
ist der Versuch einer ästhetischen Darstellung der Mittelschicht im globalen Kapitalismus. Und das gelingt ihm mit großer Könnerschaft.
»Schön wär's, wenn man das könnte, Ideen abschießen wie Travis Bickle herbeihalluzinierte Gegner, über die Schulter in einen Spiegel schauend; um nicht mehr von ihnen gejagt zu werden, Gespenster vom Grund des Bewusstseins…« Leseprobe

Der Dichtergeselle
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Verleger Jochen Jung erinnert sich an Begegnungen mit Dichterinnen und Dichtern aus Vergangenheit und Gegenwart
»Zwischen Ohlsdorf und Chaville«.
»Jungs Texte zeigen Tiefe, Empathie, Distanz und Herzlichkeit zugleich, wobei diese Ingredienzien nicht einfach auszubalancieren sind (weder im Leben noch beim Schreiben).«

Bascombe is back...
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Ford erzählt uns Neues von »Frank«.
Die erste Geschichte beginnt zwei Wochen vor Weihnachten, die letzte endet am Weihnachtstag. Frank ist 68 Jahre alt und hat sich zur Ruhe gesetzt. Er ist vom Prostatakrebs geheilt und lebt jetzt mit seiner Frau Sally in Haddam. 2004 hat er sein Haus an der Küste verkauft und seinen Maklerberuf aufgegeben. Leseprobe

Verfluchtes Mexico
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Kühle Prosa, vor Empörung zitternd, Antonio Ortunos wütender Roman »Die Verbrannten«
»
Wie hier evozierende Beschreibung des nackten Grauens in kommentierende Reflexion übergeht, ist für den changierenden Stil des ganzen Buches bezeichnend.«



Biographie in Stichworten
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ulrich Greiner erzählt stilvoll »Das Leben und die Dinge.
Auf den ersten Blick kurios mutet auch die Genrebezeichnung »Alphabetischer Roman« an, die einen letzten Rest Fiktionalität durchblicken lassen soll. Dabei sind auffallend viele Begriffe Reminiszenzen aus einer vergangenen Zeit, die aber dennoch nie idealisiert wird. Sentimentalität ist dem Autor fremd. Es sind Erinnerungspflöcke, jeweils typisch für eine bestimmte Epoche des Lebens.

Wie Verzweiflung die Revolte gebiert
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ludwig Fels' Roman »Die Hottentottenwerft« erinnert uns an Georg Büchners Credo, zu versuchen, gegen alle Widerwärtigkeiten der Herrschenden, ein guter Mensch zu sein.
»So kraftvoll die Ereignisse in diesem Roman auf den Leser einprasseln, so fesselnd ist dieses Buch geschrieben. Sprache und Plot harmonieren in seltener Eintracht.«

Weltsichtungen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Karl–Markus Gauß macht sich Gedanken über den »Alltag der Welt«
»Selbst den Deppen von morgen wird ein Wissen zugänglich sein, von dem der Denker von gestern nur etwas ahnen konnte; sogar der Spießer von heute ist ja über manches Vorurteil hinausgelangt, an dem einst noch der Freidenker heftig laborierte.«. Leseprobe

Innerlichkeitsprosa mit iphone
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Clemens J. Setz und »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre«
»Ein hübsches Spielfeld für Social-Reading-Mitmacher, aber am Ende wohl eher für Leser und später dann Germanisten. Ein bisschen Exzentrik der Hauptfigur hier, ein bisschen Splatter und Suspense dort (...) Immerhin gibt es Passagen, die dem braven Realismus der heutigen Schreibschulautoren wohltuend diametral entgegenstehen. Und es ist vollkommen unpolitisch. Beides ist sehr angenehm.« Leseprobe

Die Ewigkeit der Phantasie
Ein Essay von Jürgen Nielsen-Sikora 
Artikel lesen
Navid Kermani und der Frieden in Europa.
Am 18. Oktober wird der Schriftsteller Navid Kermani in Frankfurt mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Eine Würdigung mit Blick auf die Probleme der europäischen Gegenwart. Essay als pdf

Anekdoten vs. Komplexität
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Farbe des Granatapfels und
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Die Kindheitsromane von Anna Baar und Dana Grigorcea könnten unterschiedlicher nicht sein. Das betrifft auch deren literarische Qualitäten.


In Verteidigung welcher Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Philip Pettit sucht in seinem Buch nach einem moralischen Kompass für das 21. Jahrhundert und findet ihn im Republikanismus.
»Fraglich bleibt auch die Einschränkung des Geltungsbereichs seines Freiheitsbegriffes auf »erwachsene, geistig gesunde, mehr oder weniger dauerhaft ansässige Einwohner«. An dieser Stelle müsste eine tiefgreifende Kritik seiner elitär anmutenden Theorie ansetzen und fragen, welches Konzept von Partizipation diese Lesart des Republikanismus wirklich vertritt...«
Leseprobe

Auf der Suche nach der Wahrheit
Von Vanessa Valkovic
Artikel lesen
Kolja Mensings lesenswerter Versuch, die eigene Herkunft zu rekonstruieren.
»... akribisch niedergeschriebene Recherche, die sich durch emotionale Zwischentöne und historische Fakten auszeichnet, die sich zu einem lesenswerten Werk verdichten.« Leseprobe

»Vom Krieg besudelt«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jan Koneffkes Roman »Ein Sonntagskind«
»Es gelingt dem Roman durchaus, die Traumatisierung der Generation und die Scham über das allzu willige Mitläufertum, dieses lebenslange Stigma des Krieges, das sich eintätowiert hat in die Seele seines Protagonisten, exemplarisch aufzuzeigen. Leseprobe

Wir sind alle Kannibalen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
In seinen Essays ordnet Claude Lévi-Strauss Ereignisse in einen Kontext, der weit über nur eine Gesellschaft und nur eine Denktradition hinausreicht.
»Denn der Tag wird kommen, an dem der Gedanke, daß die Menschen der Vergangenheit zu ihrer Ernährung Lebewesen züchteten und abschlachteten und ihr Fleisch in gefälligen Portionen in den Schaufenstern ausstellten, sicher den gleichen Widerwillen einflößen wird, wie den Reisenden des 16. oder 17. Jahrhunderts die kannibalischen Mahlzeiten der amerikanischen, ozeanischen oder afrikanischen Wilden.« Leseprobe

Ein wunderbarer englischer Exzentriker erzählt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Und sie fliegt doch« Dave Goulsons eigenartiges Mixtum Compositum über die Hummeln (& ihn).
Es ist dieser angenehm ironische erzählerische Umgang mit seinem Stoff, der das teilweise sehr komische & auch selbstkritische Buch zu einem Lektüre-Vergnügen macht. Leseprobe

Bar jeder Zivilisation
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Heinz Reins apokalyptischer Roman über die finale Schlacht um Berlin war Jahrzehnte ein vergessenes Buch.
Klaus Schöffling hat das literarische Höllengewitter ohne Scheu vor Pathos erfolgreich reanimiert.
»Die Höllengewitter des zerstörten, von Roter Armee angegriffenen und vom SS-Mob regierten Berlins der letzten April-Tage 1945 scheint uns heutige Leser entfernter als die 70 Jahre Distanz dies nahelegen. Doch diese Zeitreise zurück ist auch heute noch möglich. Solche Welten wie sie Heinz Rein beschreibt, liegen nur ein paar Flugstunden entfernt.
« Leseprobe

Kleine Epiphanien
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks »Geschichten vom Fernweh«
»Der Stich im Herzen« gehört zu jener seltenen Spezies von Büchern, mit deren lustvoller Lektüre  man sofort wieder beginnen kann, wenn man sie gerade beendet hatte. Die rund 50 Prosastücke sind thematisch so vielfältig & erzählerisch so solide gearbeitet, dass man sie gerne liest & jede die vorige vergessen lässt, aber alle zusammen einen Sog entwickeln, der nach einer zweiten Lektüre verlangt. Leseprobe

Täglich ein anderer Untergang
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Eva Horn analysiert »Zukunft als Katastrophe«
Sie geht davon aus, dass die Zeitdimension Zukunft immer stärker die positiv-utopische Bedeutung verliert und Gegenwart, gerade im digitalisierten Heute, zum heiß umkämpften Tummelplatz von alternativen Szenarien der dystopisch-negativen Vorwarnung und Prävention wird. Leseprobe

Gonzo-Politik und die Odyssee
des amerikanischen Traums
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Hunter S. Thompsons Briefe 1958-1976 sind in der Edition Tiamat erschienen.
»Diese Briefe aus der Zeit von 1958-1976 enthalten keine geschliffenen Mono- oder Dialoge literarisch stilisierter Persönlichkeiten, die sich fein abheften und binden ließen. Sie wirken oft eher wie eine aufgerissene Krankenakte vor einem alten Ventilator, aus der Pillen-Rezepte und unbezahlte Rechnungen aus Hotelbars, Kneipen und Irrenhäusern der Welt wirbeln. (...) Sie sind von einer rücksichtslosen, gewalttätigen und unbarmherzigen Ehrlichkeit in einem inneren und äußeren Kampf mit geballter Faust, Doppeldaumen, Kaktus und Stilett, eine Haltung, die keinen Verrat kennt, weder gegen sich noch gegen andere.« Leseprobe

Strebsamkeit, Geisterglaube und Unheil
von Gunther Neumann
Artikel lesen
»
Der dunkle Fluss« von Chigozie Obioma erzählt vom Kulturwandel und dem Auseinanderbrechen einer nigerianischen Familie.
In Nigeria hätte er sein Buch nicht schreiben können, meint er: Der Klang einer Trommel sei aus der Ferne klarer als aus der Nähe, heißt es bei den Ibo, seiner Ethnie. Leseprobe

 

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe


Der nigerianische Patient
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Teju Coles prosaischer Blick auf Nigerias Hauptstadt und Gesellschaft, »Jeder Tag gehört dem Dieb«.
»Wenn Desaster Humus für gute Literatur sind, dann ist Nigeria ein fruchtbarer Boden. Boko Haram im Norden, Ölpest im Süden, und auch andernorts geben Misswirtschaft, Gewalt und Migration den Puls auch für ein schriftstellerisches Schaffen vor, das scheinbar nicht mehr der Imagination bedarf.« Leseprobe

Von Durazzo bis Kabul
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Steffen Kopetzkys wagemutiger Geschichtsumschreibungsroman »Risiko«

Ein abenteuerliches Stück Weltgeschichte mit einer Prise Capus, Lawrence und Karl May.
Leseprobe


»Die einsame Soldatin«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Stephan Jungks Geschichten aus den »Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart«.
Edith Tudor-Hart kannte denjenigen, den man seinerzeit den dritten Mann nannte nicht nur, sie gilt heute als diejenige, die Harold Adrian Russell Philby, genannt Kim, einen aus wohlhabender britischer Familie stammenden Sohn eines Kolonialoffiziers und Teepflanzers, Anfang der 1930er Jahre in Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst brachte. Leseprobe

»Reue? Niemals.«
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Malte Herwigs opulente Biographie über
Francoise Gilot und ihr Leben mit und ohne Picasso »Die Frau, die Nein sagt«
Gilot ist Jahrgang 1921 und 90 Jahre alt, als sich der SZ-Reporter Malte Herwig bei ihr meldet. Zehn Monate lebt die Dame in New York, im Mai und Juni zieht es sie nach Paris. Sie ist Malerin gewesen und geblieben. "5000 Zeichnungen und 1600 Gemälde" fasst ihr Œuvre aus 75 Jahren. »Außer malen tue ich ja nichts«, so die lakonische Begründung für dieses Werk. Ihre Zeit mit Picasso, als sie Muse, Mutter und Geliebte war, hat ihr Leben zwar geprägt, aber Herwig reduziert sie nicht darauf.

Abgründe mit Tiefenschärfe
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Dörte Lyssewskis gelungenes Prosadebut, die Erzählungen »Der Vulkan oder die Heilige Irene«
Die Kraft der Erzählung, die Sprache, ist unabhängig von dem Wissen um den real existierenden Ort. Es sind diese alptraumhaft beklemmenden Bilder einer postapokalyptisch anmutenden Welt, die bleiben. Weit und breit kein Trost, kein possierlicher Hercule Poirot mehr, der »das Böse unter der Sonne« er- und aufklärt.

Rilke – davongeflogen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Klaus Modicks wunderbarer Künstler-Roman »Konzert ohne Dichter«.
Modick macht kein Hehl daraus, was er von Rilke hält. Er erscheint ihm »hochmütig schwafelnd«, »schwadronierend«, er mag seine »rhetorische Glätte und pathetische Eloquenz« nicht.

»Obsessionen sind das Einzige, was zählt«
Von Georg Patzer
Text lesen
Menschenscheu, lesbisch, berühmt. In der monumentalen Biografie »Die talentierte Miss Highsmith« bringt Joan Schenkar ihren Lesern die weltberühmte Autorin näher als manchen lieb sein mag.

Der liebe Gott wohnt im Detail«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Der Briefwechsel
Theodor W. Adorno und Gershom Scholem 1939-1969.
»Der nun erstmals vollständig vorliegende Briefwechsel der beiden Geistesgrößen ist ohne Erwähnung des unsichtbaren Dritten, Walter Benjamin, gar nicht angemessen zu würdigen. Die meisten der über 200 Briefe zwischen 1939 und 1969 kreisen um die Person und Philosophie des gemeinsamen Freundes.« Leseprobe

Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
Text lesen
Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Ein Nomadenleben
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Bruce Chatwins Briefe erzählen brillant von der Ruhelosigkeit.
»Das Schöne an dem dicken Buch ist, dass die verbindenden Zwischenkommentare präzise die Zusammenhänge herstellen, auf die sich die Briefe beziehen, die man ja sonst kaum verstehen würde. Und so ist es mehr als ein Briefband geworden, eher eine ausführliche Biografie, unverzichtbar für alle Reisebuchliebhaber.«

Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
Text lesen
Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
Text lesen
In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
Text lesen
Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
Text lesen
Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Die Raddatz Variationen
Von Lothar Struck
Text lesen
Mit seinen Erinnerungen an die »Jahre mit Ledig« hat sich Fritz J. Raddatz auf seine unnachahmliche Weise verabschiedet.
Leseprobe


Ein »Schwarzbuch der Schande«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Heinz Reins beklemmender Roman über die Schlacht um Berlin »Finale Berlin« wurde jetzt neu aufgelegt.
»In diesen starken Passagen spürt man die zeitliche Nähe zum Geschehen, spürt, wie der Autor selbst noch ganz unter dem Eindruck dieser höllischen Erfahrungen steht. Da ist es weder fiktional noch dokumentarisch, sondern ein subjektiver Blick auf das objektive Grauen. Leseprobe

Moralischer Realismus
Von Lothar Struck
Text lesen
Édouard Louis emazipatorischer Erfolgsroman »Das Ende von Eddy« bewegt sich zwischen Josef Winkler und Jean Genet.
»Das Buch ist auch eine Bestandsaufnahme über die hermetischen Klassen und Schichtundurchlässigkeiten Frankreichs ...«  Leseprobe

Die stille Unendlichkeit des Raums

Von Georg Patzer
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In seinem neuen Buch
»Lebensstufen« erzählt Julian Barnes Geschichten vom Fliegen, der Liebe zur Freiheit und berichtet vom Tod seiner Frau.
Es ist ein berührendes, schmales Buch mit seinen drei kurzen Teilen, die inhaltlich manchmal ineinander übergehen, mit einer langen Kurve von sich fast organisch entwickelnden Metaphern. Leseprobe

Schlechte Eigenschaften? Keine.
Von Georg Patzer
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Alfred Polgars hinreißende Marlene Dietrich-Biografie ist jetzt endlich bei
Zsolnay erschienen.
»In einem brillanten, oft schwebenden Stil, den er noch unter widrigsten Umständen zu schreiben fähig war, folgt Polgar ihrem Lebenslauf und der steilen Karriere, schreibt über die Philosophie des »Sex Appeal«, beschreibt ihr Gesicht, den verschleierten Blick, ihre berühmten Beine und ihre tief hauchige Stimme. Immer auf der Suche nach dem passenden Wort, dem fließenden Rhythmus: Es ist noch heute eine Freude, diesen Text zu lesen.« Leseprobe

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
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Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
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Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«


Eine Sternstunde des Hard Boiled Krimis
Von Gérard Otremba
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Nikolaus Stingl hat Richard Starks Krimi »The Hunter« neu übersetzt.
»Trotz seiner staubtrockenen und archaisch anmutenden Brutalität, ist Parker die Sympathie des Lesers gewiss.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft


Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
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Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
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Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Foto: © Thomas Brasch
Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
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»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
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Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Das Subjekt in der Aura seiner Damaligkeit
Von Lothar Struck
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Botho Strauss grandiose Erinnerungsarbeit »Herkunft«
»Dieses Buch ist mehr als nur ein Archiv des Erinnerns. Es ist Botho Strauss' brillante wie eindrucksvolle Beschwörung und Manifestation seines So-Seins.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

»... den Hass bekämpfen, nicht die Völker«
Von Lothar Struck
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Der Briefwechsel zwischen Romain Rolland und Stefan Zweig: »Von Welt zu Welt«
Dabei erspürt man – ein letztes Mal sei ein inzwischen verkommenes, jedoch dringend zu rettendes Wort bemüht – diese Betroffenheit, die aus den jeweils bekannten Einzelschicksalen auf das große Ganze zu potenzieren weiß. »Wer jetzt nicht leidet, wer sich nicht quält, der lebt nicht, er ist nur ein Zuschauer, er steht außerhalb der Menschheit«

»Aber Suhrkamp bleibt.«
Von Herbert Debes
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Zum 90. Geburtstag von Siegfried Unseld, am 28.09.2014, ist ein reich illustrierter Band erschienen, der das Leben des Verlegers erstaunlich offenherzig als Kulturgeschichte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in Bildern und Texten dokumentiert.

Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Thomas Piketty sucht in seinem Buch nach Regelmäßigkeiten im Kapitalismus mit Hilfe einer schier unglaublichen Fülle empirisch erhobener Daten. Das Zahlenwerk ist zugleich die Suche nach einem Gesetz der Geschichte und einer Weltformel für die Ökonomie.
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Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


 

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Peter Carey
Amnesie


Peter Carey schreibt mit seinem neuen Roman ›Amnesie‹ gegen das Verdrängen eines unglaublichen politischen Skandals an – und sagt damit mehr über unsere Gegenwart als ein Roman sollte. Ein ungestümer Mix aus WikiLeaks, Edward Snowden und Chaos Computer Club – voll bösartigem Witz, von atemberaubendem Tempo.
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S. Fischer

ab 2. Juni in den Kinos
© XVerleih AG








Verloren im Paradies
Von Lothar Struck
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Zwischen Hoffnung und Verzweiflung verkörpert Josef Hader den heimatlosen Dichter Stefan Zweig in Amerika »Vor der Morgenröte«
»...ein wunderbarer, ein wahrhaftiger Film. Komponiert, konzipiert und inszeniert mit außerordentlicher Hingabe und großem Ernst.«

Petits riens (vierzehn)
Von Wolfram Schütte
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Weniger ist mehr - Raumflucht - Flensburgisches Berchtesgaden - Wo steht das Klavier? - Tot zu Lebzeiten


Der große Tumult

Von Wolfram Schütte
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Beobachtungen, Überlegungen & Thesen zum gesellschaftspolitischen Augenblick.
»Die moralische, intellektuelle oder politische Frage, wie in diesem tumultuösen Gegenwartsmoment der »neuesten Unübersichtlichkeit« mit den von der Situation provozierten Herausforderungen umzugehen sei, zwingt fortlaufend jeden zu vorsichtig tastenden Versuchen (s)einer individuellen Positionierung durch Selbsterfahrung & -findung im intellektuellen, moralischen & politischen Handgemenge der Gegenwart.«

Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
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Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Von Herbert Debes

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Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.

Kaiserpanorama
Reise durch die Deutsche Inflation
Von Walter Benjamin
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I. In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe - indem es ja »nicht mehr so weitergehen« könne - besonders denkwürdig.

Shortcuts:
Smarte Provokation

Markus Metz & Georg Seeßlen haben nach ihren grandiosen Blödmaschinen erneut zugeschlagen. In dem frechen, temporeichen Pamphlet Geld frisst Kunst – Kunst frisst Geld, hauen sie mal wieder auf den Putz, daß es eine Lust ist, sich durch die 496 Seiten zu ackern. Mit einer Bilderspur von Ute Richter, edition suhrkamp 2675, Broschur, 20,00 €


Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Wir besprechen hier fortlaufend Bücher, die sich zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken.  Zu den Büchern



Kurzgeschichten:

Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
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Rebellen
Von Joe Bauer
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S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
Artikel lesen

Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
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»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
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»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



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