Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


Mediadaten - Impressum
Last Update: 06.07.15, 07:43

 

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Andreas Maier
Der Ort


In seiner Vorstellung geht der Erzähler noch einmal einen Spaziergang, den er Jahrzehnte zuvor oft gegangen ist, als das Steinerne Kreuz noch nicht mitten im Ort, sondern draußen auf dem Feld in der Wetterau stand.
»Alles war gut. Hätte man mich in diesem Augenblick getötet, wäre ich in einem vollkommen geheilten Zustand zum lieben Gott gekommen …« Leseprobe

Suhrkamp

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Thomas Piketty
Die Schlacht um den Euro


Kann die Europäische Union der zentrale Gegenspieler eines außer Kontrolle geratenen Finanzkapitalismus werden oder kapituliert sie vor der Macht der Märkte? Wie lässt sich die Eurozone nachhaltig stabilisieren, nachdem die Zentralbank das Schlimmste vorerst abgewendet hat? Die Spekulation gegen einzelne Eurostaaten, so zeigt Thomas Piketty, kann letztlich nur durch die Einführung von Eurobonds und eine Stärkung der europäischen Institutionen verhindert werden. Andernfalls wird der Euro scheitern. Leseprobe

C.H. Beck

 

30 Literaturklassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte



Uve Schmidts Kalenderblatt Juli

Ehe für Alle?

Kalenderblatt lesen



Jazz und andere Sounds
Bücher, CDs, DVDs & Links

Bücher-Charts l Verlage A-Z
Museen im Internet

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Nur noch wenige Exemplare!
Glanz&Elend

»Wie weit entfernt ist die Zivilisation, ihrer Entwicklungsstufe angemessene Unterhaltungen zu bieten!«, fragt Stéphane Mallarmé eingangs seines Prosagedichtes »Eine abgebrochene Schaustellung«. Antworten und weitere Fragen finden Sie in dem exklusiven Broschurband von G&E in einer limitierten Auflage von 1.000 Exemplare mit 176 Seiten, die es in sich haben.
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Aktuelle Empfehlungen

Der Untergang der Freizeitparks
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Zur aktuellen Politik in »Jurassic World«
Wir leben im Zeitalter der bombastischen Mega-Remakes. Nicht nur im Kino. Diese liefern uns einen Erlebniswall gegen die doch digital allgegenwärtigen Kriegs- und Krisennachrichten. Auf einer Tour ins wüstenhafte Nirgendwo sind wir auf der Suche nach dem letzten Sp(i)rit, den wir sogleich wieder verbrauchen, bevor wir selber draufgehen.

Mehr als nur Geschichten
Von Vera Bergmann
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Von Wissenschaft, Steinen, Modellstädten und dem, was wir nicht sehen.

Pulitzer-Preisträger Anthony Doerr verknüpft das Schicksal eines blinden, französischen Mädchens mit dem eines technikbegabten Waisenjungen, der als Soldat der Wehrmacht nach St. Malo kommt, um Feindsender der Résistance aufzuspüren. Leseprobe

Das verlorene Paradies
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Massum Faryars wehmütiger Afghanistan-Roman »Buskaschi oder Der Teppich meiner Mutter«.
Die 650 zauberhaften Seiten halten nicht nur eine wundervolle Liebesgeschichte bereit; sie sind vor allem die Liebeserklärung an ein geschundenes Land und seine Geschichte. Leseprobe

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
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Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe


    

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Helen Brown
Glück mit kleinen Fehlern


Den Krisen des Lebens begegnet man am besten mit Humor – und einer großen Portion Gelassenheit.
Ausgerechnet am fünfzigsten Geburtstag von Lisa Katz stellt sich durch eine falsche Blumenlieferung heraus, dass Lisas Ehemann eine Geliebte hat. Lisa entschließt sich, New York hinter sich zu lassen und nach Australien zurückzukehren. Dort erwirbt sie das Anwesen ihrer Vorfahren: Trumperton Manor. Als es schon beim ersten Unwetter durch die Decke regnet, kommt ihr Scott, der Gärtner, zu Hilfe. Und obwohl Lisa das Kapitel Männer für beendet hält, gelingt es ihr nicht, seinem Charme zu widerstehen.
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Hanser

Geschmacklich fader Analogschinken
Von Gregor Keuschnig
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Joachim Lottmanns ratternde Pointenmaschine »Happy End«
»Wie trostlos muss da eine Woche, eine Saison und auch gleich noch der Anspruch an Literatur sein, dieses Buch zum Ereignis zu adeln?«


Dschihadisten und französische Idylle
Von Louisa Klein
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Der siebte Fall von Martin Walkers Bruno, Chef de police
»Provokateure« ist ein sorgfältig recherchierter, thematisch aktueller Romantik-Krimi, bei dem vor allem Südfrankreich-Liebhaber auf ihre Kosten kommen, der perfekte Wohlfühl-Krimi für den Sommerurlaub.

»Die einsame Soldatin«
Von Lothar Struck
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Peter Stephan Jungks Geschichten aus den »Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart«.
Edith Tudor-Hart kannte denjenigen, den man seinerzeit den dritten Mann nannte nicht nur, sie gilt heute als diejenige, die Harold Adrian Russell Philby, genannt Kim, einen aus wohlhabender britischer Familie stammenden Sohn eines Kolonialoffiziers und Teepflanzers, Anfang der 1930er Jahre in Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst brachte. Leseprobe

»Reue? Niemals.«
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Malte Herwigs opulente Biographie über
Francoise Gilot und ihr Leben mit und ohne Picasso »Die Frau, die Nein sagt«
Gilot ist Jahrgang 1921 und 90 Jahre alt, als sich der SZ-Reporter Malte Herwig bei ihr meldet. Zehn Monate lebt die Dame in New York, im Mai und Juni zieht es sie nach Paris. Sie ist Malerin gewesen und geblieben. "5000 Zeichnungen und 1600 Gemälde" fasst ihr Œuvre aus 75 Jahren. »Außer malen tue ich ja nichts«, so die lakonische Begründung für dieses Werk. Ihre Zeit mit Picasso, als sie Muse, Mutter und Geliebte war, hat ihr Leben zwar geprägt, aber Herwig reduziert sie nicht darauf.

Abgründe mit Tiefenschärfe
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Dörte Lyssewskis gelungenes Prosadebut, die Erzählungen »Der Vulkan oder die Heilige Irene«
Die Kraft der Erzählung, die Sprache, ist unabhängig von dem Wissen um den real existierenden Ort. Es sind diese alptraumhaft beklemmenden Bilder einer postapokalyptisch anmutenden Welt, die bleiben. Weit und breit kein Trost, kein possierlicher Hercule Poirot mehr, der »das Böse unter der Sonne« er- und aufklärt.

Rilke – davongeflogen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Klaus Modicks wunderbarer Künstler-Roman »Konzert ohne Dichter«.
Modick macht kein Hehl daraus, was er von Rilke hält. Er erscheint ihm »hochmütig schwafelnd«, »schwadronierend«, er mag seine »rhetorische Glätte und pathetische Eloquenz« nicht.

»Obsessionen sind das Einzige, was zählt«
Von Georg Patzer
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Menschenscheu, lesbisch, berühmt. In der monumentalen Biografie »Die talentierte Miss Highsmith« bringt Joan Schenkar ihren Lesern die weltberühmte Autorin näher als manchen lieb sein mag.

Der liebe Gott wohnt im Detail«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Der Briefwechsel
Theodor W. Adorno und Gershom Scholem 1939-1969.
»Der nun erstmals vollständig vorliegende Briefwechsel der beiden Geistesgrößen ist ohne Erwähnung des unsichtbaren Dritten, Walter Benjamin, gar nicht angemessen zu würdigen. Die meisten der über 200 Briefe zwischen 1939 und 1969 kreisen um die Person und Philosophie des gemeinsamen Freundes.« Leseprobe

Ein schlichter Titel- kein schlichtes Buch
Von Raffaela Schönlein
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In seinem neuen Roman »Oh...« entführt Philippe Djian seine Leser in die Gedanken von Michelè, die nicht nur mit zahlreichen familiären Problemen zu kämpfen hat, sondern in ihrem Haus von einem vermummten Einbrecher vergewaltigt wurde.



Immer hart am Zeitgeist segeln
Von Gregor Keuschnig
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Jakob Augstein hat Texte von Frank Schirrmacher aus den Jahren 1990 bis 2014 unter dem treffenden Titel »Ungeheuerliche Neuigkeiten« herausgegeben.
Es gab da einen Furor in den Texten, der auf die Leser abfärbte. Nach der Lektüre eines Schirrmacher-Textes erschien einem die Welt für einen kurzen Augenblick nicht mehr wie vorher. Die Verzweiflung an der Gegenwart wurde von der Euphorie der Erkenntnis – war sie auch noch so banal – weggewischt. Leseprobe
Der Pegasus persönlich!
Von Uve Schmidt
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Die neuen Gedichte von Otto Jägersberg
Es ist sein herb-heiterer bis saukomischer Purismus (vergleichbar dem sozialistischen Realismus der Leipziger Schule) und dergestalt von makelloser Präzision, geprägt von Lakonie, Väterwitz, Stammbuchaphoristik à la Bakunin und einer neuen deutschen Naturkunde.

Aus dem Land der Richter und Henker
Von Niklas Schmitt
Text lesen
Gibt man dem Menschen Macht, nutzt er sie. Jeder die seine. Der eine baut Staaten und Heere, der andere Strophen und Verse. Der Band »Aus den Kerkern Europas« stellt nun Gedichte der Dichter und Denker aus den Kerkern der Richter und Henker vor. Leseprobe

Auf der Suche nach Antworten
Von Vanessa Valkovic
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»Wie wird ein Mensch zum Massenmörder? Warum sucht ein Mensch die Konfrontation mit seinem Peiniger? Was passiert mit den Familien dieser Männer? Ist Rache je gerechtfertigt?«
Thomas Harding begibt sich mit »Hanns und Rudolf. Der deutsche Jude und die Jagd nach dem Kommandanten von Auschwitz« auf die Suche nach Antworten – und geht dabei in die Tiefen seiner eigenen Familiengeschichte.

Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
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Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Zwischen Gut und Böse
Von Louisa Klein
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Cynan Jones neuer Roman »Graben«

Tot und sorglos

Von Mirjam Schmitt
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Zwischen einem brutalen Dachsjäger und einem aus der Bahn geworfenen Schafzüchter entfesselt Cynan Jones in seinem neuen Roman »Graben« eine dynamische Energie, die sich in einem alles umkehrenden Aufprall entlädt. Leseprobe

»All diese Orte zur selben Zeit«
von Daniela Konzelmann
Text lesen
In seinem neuem Roman »Aufstieg und Fall großer Mächte« schickt Tom Rachman den Leser auf eine Reise durch drei Jahrzehnte und drei Kontinente – auf der Suche nach dem roten Faden in der verworrenen Biografie seiner Protagonistin.

Bücher sind wie Pilze
Von Felicitas Korb
Text lesen
Ist es möglich, die eigene Vergangenheit in Zeiten des Internets zu vergessen?
Mit »Aufstieg und Fall großer Mächte« stellt Tom Rachman ebendies in Frage.

Reisen ins Innere einer Autorin
von Dóra Ilona Veress
Text lesen
Terézia Mora übernahm im Wintersemester 2013/14 die Frankfurter Poetikdozentur.
Die fünf Vorlesungen, in denen Mora mit unumwundener Ehrlichkeit von ihrem Schreiben mitsamt dessen Schwierigkeiten berichtet, sind nun mit dem Titel »Nicht sterben« in Buchform erschienen. Leseprobe

Zimtwecken und verlorene Utopien im Neubau
Von Maxi Weber
Text lesen
Anke Stelling überzeugt mit ihrem neuen Roman
»Bodentiefe Fenster«, in dem sie die Sprache jener Generation von Frauen spricht, die ihre Kinder aus pädagogischen Gründen Schlitten fahren lassen und sich Wohl oder Übel langsam eingestehen müssen, dass man nicht alle Probleme im Stuhlkreis lösen kann ...

»Vier zu vier statt eins zu sieben«
Von Eva Schanz
Text lesen
Anke Stellings neuer Roman »Bodentiefe Fenster« beschreibt mitreißend Höhen und Tiefen im Leben einer Prenzlauer-Berg-Mutter. »Ihr Schreiben ist lebendig, wahrhaftig und hat vor allem eines: viel Herz.«  Leseprobe

Eine Geschichte über Geschichten
Von Mareike Springer
Text lesen
»Manchmal erhältst du die beste Lösung, wenn du zulässt, zu scheitern.«
Das Gefühl der Angst vorm Versagen ist Terézia Mora in ihrem Leben nur allzu häufig begegnet. In ihren Frankfurter Poetik-Vorlesungen, die jetzt in »Nicht sterben« nachzulesen sind, erzählt sie von dem Weg zu ihren individuellen Lösungen: ihren Erzählungen, ihren Romanen - ihren Geschichten. Leseprobe


Vor Dr. Schiwago kam die Poesie
Von Katharina Stuch
Text lesen
Christine Fischer entführt den Leser im ersten Band der Werkausgabe »Meine Schwester – das Leben« mit Gedichten, Briefen und Erzählungen in die frühste und frühe Schaffenszeit des russischen Schriftstellers Boris Pasternak.
»Christine Fischer hatte bei der Auswahl der Gedichte ein gutes Gespür, sie spiegeln die Wandlung des Autors vom Musiker über den Philosophen zum Dichter ausführlich wider.« Leseprobe

Ein Nomadenleben
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Bruce Chatwins Briefe erzählen brillant von der Ruhelosigkeit.
»Das Schöne an dem dicken Buch ist, dass die verbindenden Zwischenkommentare präzise die Zusammenhänge herstellen, auf die sich die Briefe beziehen, die man ja sonst kaum verstehen würde. Und so ist es mehr als ein Briefband geworden, eher eine ausführliche Biografie, unverzichtbar für alle Reisebuchliebhaber.«

Auf dem Weg ein vertrockneter Feigenbaum
Von Laura Ott
Text lesen
Der erstmals in deutscher Übersetzung erschienene Roman »Judas« von Amos Oz erzählt von Liebe und Einsamkeit, von Selbstfindung, Religion und nationaler Identität.
»Oz schreibt sich ganz nah an den Leser heran und bricht dann ab, wie eine Welle, die einen kaum am Fuß berührt.« Leseprobe
»

Mikrokosmos der Tristesse
Von Isabella Caldart
Text lesen
Eugène Dabit bemüht sich in seinem Roman
»Hôtel du Nord« um die Abbildung der französischen Unterschicht.
»Zu viele Schicksale in zu viele Kapitel gequetscht, die weniger einem Roman als zusammenhangslosen Kurzgeschichten gleichen – von denen die wenigsten überzeugen.« Leseprobe

Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
Text lesen
Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

»Ganz normale Leute«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Klaus Theweleit hat »Das Lachen der Täter« analysiert und ein Psychogramm der Tötungslust erarbeitet.
»Der permanent von Fragmentierung sich bedroht fühlende Körper des Killers braucht den Mord, um sich vorübergehend »ganz« zu fühlen. Der andere muss zerstückelt daliegen, damit der Mörder eine temporäre Ganzheit erfahren kann, und dieser Zustand wird vom Killer als ein Rausch erlebt, der sich in diesem ganz auf der Gewaltseite stehenden Vernichtungslachen äußert.«

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
Text lesen
In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
Text lesen
Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
Text lesen
Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Die Raddatz Variationen
Von Lothar Struck
Text lesen
Mit seinen Erinnerungen an die »Jahre mit Ledig« hat sich Fritz J. Raddatz auf seine unnachahmliche Weise verabschiedet.
Leseprobe


Fragmente der Verzweiflung
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Apotheose der Grundlosigkeit. Die Mikroessayistische Anti-Philosophie des Lew Schestow.
»Treffend ist Schestows Kritik an einigen Ritualen der akademischen Philosophie. Niemand braucht einen Kommentar zum Kommentar des Kommentars zu Kant.«

Vögel kennen keine Absperrungen
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Text lesen
Norbert Scheuers Roman über einen Sanitätssoldaten als Vogelforscher in Afghanistan »Die Sprache der Vögel«.
»Vielleicht«, so heißt es einmal, »kommt es im Leben nur darauf an, etwas zu finden, bei dem alles andere in Vergessenheit gerät«.
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Vom Simplicissimus zu Peter Alexander
Von Isabella Caldart
Text lesen
Daniel Kehlmann schlägt in seinen Frankfurter
Poetikvorlesungen einen weiten Bogen.
In seinen Poetikvorlesungen, die Kehlmann im Juni vergangenen Jahres an der Goethe-Universität in Frankfurt hielt, verliert der Schriftsteller kein Wort über seine Werke und spricht im Subtext doch über nichts anderes. Leseprobe

Ein »Schwarzbuch der Schande«
Von Andreas Wolf
Text lesen
Heinz Reins beklemmender Roman über die Schlacht um Berlin »Finale Berlin« wurde jetzt neu aufgelegt.
»In diesen starken Passagen spürt man die zeitliche Nähe zum Geschehen, spürt, wie der Autor selbst noch ganz unter dem Eindruck dieser höllischen Erfahrungen steht. Da ist es weder fiktional noch dokumentarisch, sondern ein subjektiver Blick auf das objektive Grauen. Leseprobe

Moralischer Realismus
Von Lothar Struck
Text lesen
Édouard Louis emazipatorischer Erfolgsroman »Das Ende von Eddy« bewegt sich zwischen Josef Winkler und Jean Genet.
»Das Buch ist auch eine Bestandsaufnahme über die hermetischen Klassen und Schichtundurchlässigkeiten Frankreichs ...«  Leseprobe

Die stille Unendlichkeit des Raums

Von Georg Patzer
Text lesen
In seinem neuen Buch
»Lebensstufen« erzählt Julian Barnes Geschichten vom Fliegen, der Liebe zur Freiheit und berichtet vom Tod seiner Frau.
Es ist ein berührendes, schmales Buch mit seinen drei kurzen Teilen, die inhaltlich manchmal ineinander übergehen, mit einer langen Kurve von sich fast organisch entwickelnden Metaphern. Leseprobe

Schlechte Eigenschaften? Keine.
Von Georg Patzer
Text lesen
Alfred Polgars hinreißende Marlene Dietrich-Biografie
ist jetzt endlich bei
Zsolnay erschienen.
»In einem brillanten, oft schwebenden Stil, den er noch unter widrigsten Umständen zu schreiben fähig war, folgt Polgar ihrem Lebenslauf und der steilen Karriere, schreibt über die Philosophie des »Sex Appeal«, beschreibt ihr Gesicht, den verschleierten Blick, ihre berühmten Beine und ihre tief hauchige Stimme. Immer auf der Suche nach dem passenden Wort, dem fließenden Rhythmus: Es ist noch heute eine Freude, diesen Text zu lesen.« Leseprobe

Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
Text lesen
Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
Text lesen
Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«


Abschied von der Kindheit
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Der neue Roman von
Marc Degens »Fuckin Sushi«.
»...ohne Rührseligkeit und fast immer auch ohne die ansonsten häufig zu findende Anbiederung an den Sprachjargon der Jugendlichen. Schon jetzt bin ich gespannt, was Niels in zehn Jahren so alles erlebt hat.«

»Weibliche und männliche Gehirne denken verschieden.«
Von Georg Patzer
Text lesen
Henning Beck, der deutsche Science Slam-Meister 2012, klärt uns über Gehirnmythen auf.
»Dabei bleibt Beck stets wissenschaftlich fundiert, lässt seine profunden Kenntnisse aber so locker einfließen, dass man sie sich sogar merken kann,...« Leseprobe

Zwischen Bewunderung und Angst
Von Georg Patzer
Text lesen
Desmond Morris porträtiert die Eule, ein Vogel mit zwei Gesichtern.
»... die größten Eulen geben weichere, sanftere Laute von sich, und auch die klingen noch so, als spiele jemand Gespenst, um ein Kind zu erschrecken.«


Handbuch Holz
Von Georg Patzer
Text lesen
Wie man es fällt, stapelt & verbrennt.
Lars Mytting weiß alles ums Feuermachen.
»Das einzige, was fehlt, ist, was man am besten mit der Asche macht.«


Eine Sternstunde des Hard Boiled Krimis
Von Gérard Otremba
Text lesen
Nikolaus Stingl hat Richard Starks Krimi »The Hunter« neu übersetzt.
»Trotz seiner staubtrockenen und archaisch anmutenden Brutalität, ist Parker die Sympathie des Lesers gewiss.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft


Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Foto: © Thomas Brasch
Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
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»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
Artikel lesen

Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Auf der Suche nach dem Schwung des Lebens
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Žižek fragt: »Was ist ein Ereignis?«
Žižeks Buch stellt eine Fundgrube der polychronologischen und polypolitischen Anschauung dar, die sich nicht auf die üblichen Schienenwege und Einbahnstraßen automatischer Revolutionen, die keine sind, festlegen lässt. Nur die durchgeschmuggelten Ereignisse sprengen das heutige System im Kopf und in der Wirklichkeit auf. Leseprobe

Die Kunst, die Regression als Therapie zu denken
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Über politische Möglichkeiten im Postkapitalismus.
Es ist klar, dass Žižek mit dieser zwischen Kant, Hegel, Marx, Adorno, Sartre, Lacan sowie Hardt und Negri (Empire) herumschlängelnden Zickzacklinie eine schlaue Leerformel eines Undergrounds gegenüber einer Theorie der globalen Kolonisation zurechtgebastelt hat... Leseprobe

Witzlose Witze und Hegel Endlos
Von Peter Brinkemper
Artikel lesen
»Žižek’s Jokes, Treffen sich zwei Hegelianer« und sein Hegel-Opus »Weniger als nichts«
Mit »Žižek’s Jokes« exponiert ein schmales Suhrkamp-Bändchen eine Auslese bedenklicher, bestenfalls amüsanter und alberner, vor allem törichter und geschmackloser Texte als logische Wiederholungsübungen, Rätselaufgaben und Narreteien für seltsame Experten. Aber Vorsicht! Nichts wäre unbedachter, als den Band gleich wieder aus der Hand zu legen. Leseprobe

Verirrt im finstren Tal
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Der Herausgeber von Heideggers »Schwarzen Heften«, Peter Trawny, ringt in seinem Essay »Irrnisfuge« mit den menschlichen Abgründen, in die ein radikales Denken nicht nur im Dritten Reich stürzen kann.
Trawnys Essay zeigt Heidegger einmal mehr als einen radikalen Vor-gänger in die Irre, dem zu folgen ein gesundes Gewissen verbietet, was freilich zur Anziehungskraft dieses wahrhaft antimodernen Denkens beiträgt. Leseprobe

Foto: S. Fischer Verlag

»Wir sind zu lebendig, um zu sterben und zu tot, um zu leben.«


Mit seinen Statements provoziert
Byung-Chul Han Systemdenker und Positivisten.

Du sollst Dein Leben ausbeuten!
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
»Psychopolitik« als soziale Apokalypse des Neoliberalismus.
»Freiheit wird degradiert zur Leerstelle eines entfremdeten, diffusen intrapsychischen Produktionsverhältnisses, als asoziale Pufferzone und turbinenhafter Beschleunigungs-Antrieb, als ein Arrangement und Arsenal durchkalkulierter, subjektiv gefühlter Befindlichkeiten, in einem Modus der Selbstunterwerfung und Selbstausbeutung des Ich,...«

Spiel den Idioten!
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Psychopolitik, Neoliberalismus und die neuen Machttechniken.
»Einmal mehr legt Byung-Chul Han den Finger in die Wunde der modernen Gesellschaft, die bloß noch aus einer Masse vereinzelter Subjekte besteht, von denen jedes einzelne glaubt, sich von äußeren Zwängen befreit zu haben. Han zeigt, dass dies ein folgenschwerer Trugschluss ist.« Leseprobe

Ist Gott eine Maschine?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Nick Bostroms Szenarien einer kommenden Revolution.
»Wir befinden uns inmitten eines Dickichts aus strategischer Komplexität, das von einem dichten Nebel der Ungewissheit umgeben ist. Obwohl wir zahlreiche Betrachtungen angestellt haben, bleiben die Einzelheiten und Zusammenhänge unklar und zweifelhaft.« Leseprobe

Vom Heimischwerden im Spazierengehen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Esther Kinskys
Wanderungen »Am Fluß«
»...hermetisch und gleichzeitig luftig, wunderbar oszillierend zwischen Idyll und Trostlosigkeit. Ein beeindruckender und hinreißender Roman, kurz: großartige Literatur. «



Enzensberger I, II & III
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Hans Magnus Enzensberger »Tumult«
»Mit diesem so unscheinbar daherkommenden Büchlein möchte Enzensberger natürlich seine Biographie arrangieren. Es dient der Imagepflege und schielt bereits auf den Nachruhm. Schwerpunkt sind die Jahre der Revolte...« Leseprobe


Das Subjekt in der Aura seiner Damaligkeit
Von Lothar Struck
Text lesen
Botho Strauss grandiose Erinnerungsarbeit »Herkunft«
»Dieses Buch ist mehr als nur ein Archiv des Erinnerns. Es ist Botho Strauss' brillante wie eindrucksvolle Beschwörung und Manifestation seines So-Seins.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

»... den Hass bekämpfen, nicht die Völker«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Briefwechsel zwischen Romain Rolland und Stefan Zweig: »Von Welt zu Welt«
Dabei erspürt man – ein letztes Mal sei ein inzwischen verkommenes, jedoch dringend zu rettendes Wort bemüht – diese Betroffenheit, die aus den jeweils bekannten Einzelschicksalen auf das große Ganze zu potenzieren weiß. »Wer jetzt nicht leidet, wer sich nicht quält, der lebt nicht, er ist nur ein Zuschauer, er steht außerhalb der Menschheit«

»Aber Suhrkamp bleibt.«
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Zum 90. Geburtstag von Siegfried Unseld, am 28.09.2014, ist ein reich illustrierter Band erschienen, der das Leben des Verlegers erstaunlich offenherzig als Kulturgeschichte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in Bildern und Texten dokumentiert.

Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Thomas Piketty sucht in seinem Buch nach Regelmäßigkeiten im Kapitalismus mit Hilfe einer schier unglaublichen Fülle empirisch erhobener Daten. Das Zahlenwerk ist zugleich die Suche nach einem Gesetz der Geschichte und einer Weltformel für die Ökonomie.
Leseprobe

Nowacks Unternehmungen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Wolfgang Körners Roman »Nowack« ist ein Stück subversive Lebenskunst aus der Zeit, als literarische Zuversicht auf bessere Zeiten noch möglich war. Leseprobe

So ein schlechter Roman
Von Torsten Larbig
Artikel lesen
Zu Dave Eggers »Der Circle«
»Nein, Eggers macht es sich mit seiner These zu einfach. Es gibt keinen Automatismus, der gegenwärtige Entwicklungen direkt in größenwahnsinnige gesellschaftliche Perversionen sozialer Netze treibt. Das heißt nicht, dass es diese Gefahr nicht gäbe, aber so leicht, wie es sich Eggers macht, geht es nicht.«

Von den Nazis ausgezählt
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Stephanie Barts großartiger Roman erinnert an den deutschen Boxer Johann 'Rukelie' Trollmann, der, weil er Sinto war, 1933 nicht »Deutscher Meister« sein durfte. Leseprobe



Ein zeitloses, literarisches Kunstwerk
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wolfgang Herrndorfs Weblog
»Arbeit und Struktur« posthum in Buchform.
»
Die Lebenskraft Wolfgang Herrndorfs, die in diesen Notaten literarisch erfasst und vor dem Leser erzeugt wird und ihn zum Teil mitreißt, wird noch hell leuchten, wenn die halbgaren Lobreden des Feuilletons längst vergessen sind. So paradox es klingen mag - man wird Wolfgang Herrndorfs Tagebücher vielleicht irgendwann als einen neuen Werther lesen, einen Werther des 21. Jahrhunderts, der am Ende nicht aus purer Verzweiflung Hand an sich legt, sondern mit Würde sein Leben bis zum Schluss in seinen Händen behalten will.« Leseprobe

Aus der Zeit gefallen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
John Williams mitreißender Roman über das unscheinbare Leben des Literaturprofessors William Stoner an der University of Columbia.
Stoners gelebter Existentialismus, der die Bleiweste des Trübsinns abgestreift hat wie ein zu enges Kleidungsstück, vereint für einen Augenblick (fast) alle Leser in einer besonderen Form von Andacht. Leseprobe

Vergessen als Monolog, Verzeihen als Dialog
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Varujan Vosganians aufwühlendes »Buch des Flüsterns«
Vosganians Schreiben ist eine Beschwörung der Toten, sowie der Ängste und Schmerzen der Überlebenden, die von den Stimmen und Bildern der Verhungerten und Erschlagenen heimgesucht werden. Leseprobe


Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial

Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


 

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Franco »Bifo« Berardi
Der Aufstand

Wie lässt sich ein Wirtschaftssystem erklären, in dem Geld durch Geld erzeugt wird? Angesichts des Informationskapitalismus, in dem Warenproduktion und körperliche Arbeit nur noch als Reminiszenz an alte Zeiten mitgeschleppt werden, zeigt der italienische Philosoph »Bifo« Berardi, dass wir es mit einem System zu tun haben, das vor hundert Jahren bereits von Dichtern wie Mallarmé antizipiert wurde: Der Signifikant hat den Bezug zu seinem Referenten verloren, »Schulden sind ein bloßer Akt der Sprache, ein Versprechen.«

Matthes & Seitz Berlin

Originaltext
Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
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Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
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Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

»Nicht beobachten. Schauen.«
Eine Begegnung mit Peter Handke.
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Von Lothar Struck
Den Nobelpreis hat Peter Handke wieder nicht gekriegt, die Qualitäten des diesjährigen Preisträgers Patrick Modiano indes schon vor Jahrzehnten erkannt und zwei Bücher des Franzosen übersetzt. Lothar Struck, der sich seit Jahren intensiv mit Peter Handke auseinandersetzt, hat den Autor in seinem Haus in Chaville besucht.
Zu unserem Peter-Handke-Archiv mit 12 Beiträgen zu Leben und Werk


Der Heimatdichter
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Eine Begegnung mit dem Erzähler Wolfgang Welt.
»Kein Schlaganfall« hatte Wolfgang Welt seine Mail lakonisch überschrieben, nachdem er einen Termin für Anfang Juni verschoben hatte. Er kommt zwanzig Minuten zu früh. Wie es ihm geht, frage ich. Es sei ein eingeklemmter Nerv in der rechten Hand, sagt er und bestellt eine große Apfelschorle. Der Text als pdf-Datei


Unterwegs mit Walter Benjamin
Von Herbert Debes

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Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene.

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.

Shortcuts:

Smarte Provokation

Markus Metz & Georg Seeßlen haben nach ihren grandiosen Blödmaschinen erneut zugeschlagen. In dem frechen, temporeichen Pamphlet Geld frisst Kunst – Kunst frisst Geld, hauen sie mal wieder auf den Putz, daß es eine Lust ist, sich durch die 496 Seiten zu ackern. Mit einer Bilderspur von Ute Richter, edition suhrkamp 2675, Broschur, 20,00 €


Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Wir besprechen hier fortlaufend Bücher, die sich zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken.  Zu den Büchern


Kurzgeschichten:

Rebellen
Von Joe Bauer
Artikel lesen
S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
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Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
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»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
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»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



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