Glanz&Elend

Literatur und Zeitkritik


Mediadaten - Impressum
Last Update: 06.12.16, 09:07

 

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Mario Vargas Llosa
Die Enthüllung

Eine brisante Spannungsgeschichte, ein erotisches Kammerspiel und ein zeitpolitischer Schlüsselroman voller Überraschungen, Wendungen, Abgründe und Verheißungen. Mario Vargas Llosa hat ein so kunstreiches wie lebensechtes Panorama der menschlichen Verhältnisse geschaffen, ein Werk von staunenswerter Tiefenschärfe und bleibender Gültigkeit. Leseprobe

Suhrkamp

644 Termine bis Dezember
46 Neue Filme & Kritiken
Romane, Erzählungen, Novellen
Biografien, Briefe und Tagebücher
Philosophie & Zeitkritik
Geschichte & Politik
Autoren & Essays
Theater & Oper
Schiffsmeldungen
 

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Aravind Adiga
Golden Boy

Adigas dritter Roman erzählt von zwei jungen Brüdern auf der Suche nach sich selbst, vom Sport als Aufstiegschance und gnadenlosem Wettbewerb, von jungen Talenten und alten Talentsuchern, von Liebe und Ausbeutung, von Leidenschaft und Gewalt. Leseprobe


C.H. Beck

 


Lesetipps aus unserem Archiv
von über 1.000 Beiträgen:
 

 

Romane, Erzählungen, Novellen


Ein großer Gesang
Von Lothar Struck
Artikel lesen
»Welch' ein Glaube an das Schriftliche! Vielleicht der letzte Glaube überhaupt?« Mathias Énards epischer Roman »Zone« beschreibt das Leben & Sterben in den Kriegen rund um das Mittelmeer. Leseprobe
 

Blutige Ernte


© Marion Ettlinger
Die große amerikanische
Sinfonie der Verbrechen

Von Herbert Debes
Artikel lesen
Eine Kriminalgeschichte der USA von 1958-1972. James Ellroys Underworld-Trilogie deckt die enge Verzahnung von Politik und Verbrechen in Gottes eigenem Land auf.
Leseprobe
 

Quellen


Provokation
für die postheroische Gesellschaft
Von Klaus-Jürgen Bremm
Artikel lesen
Ernst Jüngers Kriegstagebücher 1914-1918 als Protokolle aus einer fragmentierten Welt. Alte Gegensätze aus der Welt des Friedens rücken plötzlich ganz dicht aneinander: Sensibilisierung und Verrohung, Abstoßung und Faszination, Erschütterung und Abstumpfung. Alle Erfahrungen treffen ihre Protagonisten mit unmittelbarer Wucht.
 

Geschichte & Politik


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama welthistorischer Herrschaftsdiskurse analysiert Ulrich Menzel nichts weniger als: »Die Ordnung der Welt«. Leseprobe

 

Philosophie


Verirrt im finstren Tal
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Der Herausgeber von Heideggers »Schwarzen Heften«, Peter Trawny, ringt in seinem Essay »Irrnisfuge« mit den menschlichen Abgründen, in die ein radikales Denken nicht nur im Dritten Reich stürzen kann. Leseprobe
 

Autoren & Essays


Charles Bukowski
Der letzte Mohikaner der literarischen Boheme

Von René Steininger
Artikel lesen
»
Damals war das Terrain noch nicht so überlaufen. Nicht so viele Autoren und Möchtegernschreiber wie heute, nicht so viele Zeitschriften, Kritiker, Verleger, nicht so ein Riesenbetrieb, so eine Industrie. Wenn du heute den Klempner kommen lässt, erscheint er mit seiner Rohrzange in der einen Hand und dem Gummistampfer in der anderen, und in der Gesäßtasche hat er ein Bändchen mit seinen ausgewählten Madrigalen.«
 

Uve Schmidts Kalenderblatt:


Ode an die Weihnachtsgans
oder Lücken der Leitkultur

Kalenderblatt lesen


Problemlösung
Gedicht lesen

Jazz und andere Sounds
Bücher, CDs, DVDs & Links

Bücher-Charts
Verlage A-Z
Museen im Internet

 

Aktuelle Empfehlungen:

Schlecht inszeniertes Zauberkunststück
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Daniel Kehlmanns Erzählung »Du hättest gehen sollen«
»Die Erscheinungen des Ich-Erzählers wirken weder bedrohlich noch wahnsinnig, sondern eher komisch. Sie werden nicht erzählt, sondern nur behauptet und mit routinierter Lustlosigkeit aneinandergereiht.« Leseprobe


Die Traurigkeit der Handlungsreisenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Frank Jakubziks meisterliche Erzählungen aus den kapitalistischen Jahren »In der mittleren Ebene«.
»Jakubzik kann aus kleinsten Settings meisterhafte Verdichtungen evozieren. (...) Zudem weiß der Autor, wovon er schreibt, aber er schreibt eben keine Reportagen oder gar naturalistische Prosa, sondern er verwandelt das, was er vorfindet, in Literatur.« Leseprobe
 

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Thomas Karlauf
Helmut Schmidt

Die späten Jahre


Fast alle Biographien Helmut Schmidts enden mehr oder weniger mit dem Jahr 1982, dem Jahr seines Ausscheidens aus dem Kanzleramt. Von seinem Leben in den dreiunddreißig Jahren danach drang nur wenig nach außen. Wie aber wurde dieser Mann, der 1982 noch als durchschnittlicher Kanzler galt, zu einem Idol der Deutschen?
»
Dieses Buch beruht auf unzählien Gesprächen und Privatunterlagen und liest sich wie ein verlängertes Tagebuch. Eine erquickende Quelle.« Fritz Stern

Siedler

Wider den »Übermut der Ämter«
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Ken Loachs Verteidigung der menschlichen Würde: »Ich, Daniel Blake«.
»Eine vergleichbar intensive Auseinandersetzung mit der sub-bürgerlichen Sozialwelt & eine ähnliche (wenn auch melodramatischer akzentuierte) emotionale Anteilnahme am Leben & Sterben »der kleinen Leute« gab es zuletzt im Oeuvre Rainer Werner Fassbinders.«

Internationale der Frauenpower
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Auf dem 65. Filmfestival Mannheim-Heidelberg.
»...solche poetischen Erfahrungen mit der fremden kulturellen Mentalität & den Eigenarten einer unbekannten Ästhetik & Poesie gehören zu den schönsten Augenblicken auf dem Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg, das am Wochenende zu Ende ging. Seine diesjährige Ausgabe offerierte eines der brillantesten Programme der letzten Jahre.«

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Überlegungen zu einer demokratischen Revolution

Pierre Rosanvallon
Die gute Regierung


»Unsere politischen Systeme können als demokratisch bezeichnet werden, doch demokratisch regiert werden wir nicht.« Rosanvallon fordert nicht weniger als eine demokratische Revolution, die über eine Neudefinition der Beziehungen zwischen Regierenden und Regierten führt – erst dann wird die Realisierung einer Gesellschaft der Gleichen denkbar.
»Ein großer Demokratietheoretiker mit Weltgeltung.« (aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Bielefelder Wissenschaftspreises 2016)
  Leseprobe

Hamburger Edition

Die Poesie des Banalen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Die wagemutige filmische Idylle »Paterson« von Jim Jarmusch.
»...das rare Beispiel einer Idylle der Selbstgenügsamkeit, der Sanftmut & des einfachen Lebens. Nur Jim Jarmusch kann sich diesen Hymnus in filmischer Strophenform heute erlauben, ohne dass die Idylle – seit langem ein ästhetisch prekäres Genre in den modernen Künsten – besonders auch in diesen (USA-)Tagen peinlich, süßlich oder sentimental würde.

Lehrstück in Briefen
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Mit »Augustus« gelang John Williams ein Sittenbild von beeindruckender Gegenwärtigkeit. Es zeigt den Autor auf dem Höhepunkt seines Schaffens.
Williams arrangiert in »Augustus« einen Chor aus Stimmen, die uns überraschend vertraut sind und der große Zeitsprung vom alten Rom nach dem »House of Cards« im Washington unserer Tage ist nur noch ein kleiner Schritt. Leseprobe

»Es ist noch nichts erzählt.«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Corinna Belz' feinsinniges Filmporträt »Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein, daß ich mich verspäte.«
Trailer
Corinna Belz' Film zeigt wie Handke gelebt hat und, vor allem, wie er heute lebt. Oberflächlich betrachtet wirkt er dabei wie ein Aus-der-Zeit-Gefallener, der ohne Smartphone und Computer und ohne all die Dinge, die uns heutzutage so unentbehrlich erscheinen in einer Einsiedlerei lebt. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall.

Souverän zwischen den Genres
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Martin von Arndts neuer Roman »Rattenlinien«
Von Arndt bedient nicht nur gekonnt den Plot der Agentengeschichte sondern zeigt in den Zwischentexten über das Schicksal Eckarts und Rosenbergs im Nazi-Berlin seine literarischen Qualitäten. Leseprobe


Im Vorraum eines Gesamtkunstwerks
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artik
el lesen
Werner Schmidts Annäherung an Peter Weiss »Leben eines kritischen Intellektuellen« und die erstmals ins Deutsche übersetzten Essays
»Dem Unerreichbaren auf der Spur«.

Der Gigant
Von Herbert Debes

Artikel lesen

Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay
»Ästhetik des Widerstands« aus der deutschen Literatur.
Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen,
die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt.
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Der Verlorene
Von Lothar Struck
Artikel lesen
George Prochniks Biographie »Das unmögliche Exil – Stefan Zweig am Ende der Welt«
»Zweig hatte es nicht mehr ausgehalten, im "Sumpf der Politik" hin- und hergeschubst zu werden. Das Exil, anfangs noch als mögliche Quelle zur Inspiration verklärt, wurde zur Qual, zur Gefangenschaft – unabhängig davon, ob das Haus schön war und der tropische Wald bunt.« Leseprobe

Weises Kammerspiel über Liebe und Literatur
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Navid Kermanis
neuer Roman »Sozusagen Paris«
»Das Buch wird durch die Exkurse in die Literatur von Flaubert, Proust, Stendhal, Zola, Balzac und Bernanos (und nicht zuletzt von Adorno) selbst zu einer Theorie des Romans. Diese Doppelperspektive zeigt sich auch in den harten Auseinandersetzungen mit dem Lektor, der diesen Roman offensichtlich äußerst kritisch gegengelesen hat.« Leseprobe

Eine neue Geschichte des Existenzialismus
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Sarah Bakewells Kollektivbiographie »Das Café der Existenzialisten« begeistert durch ihren Reichtum an Figuren und Geschichten. »... eines der sehr seltenen Bücher, die niemals enden sollten, weil die Autorin nicht einen Aspekt abarbeitet, sondern verschwenderisch und auf hinreißende Weise das Wissen der Welt ausbreitet. Leseprobe

Von der Schönheit, der Verführung, der Zerstörung
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Über Gerhard Falkners Roman »Apollokalypse«
»Ich könnte immerzu zitieren. Ein Buch, dessen fulminanter Beginn in ein noch fulminanteres Finale mündet. Lesen!« Leseprobe


Auf dem Weg zur »Kritik der dialogischen Vernunft«
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Bettina Stangneths fulminanter Essay »Böses Denken«
»Aufklärung ist die Forderung an jeden Einzelnen, bei genau dem anzufangen, was er selber ändern kann, also tatsächlich vernünftig zu handeln, statt vom Paradies zu träumen: in jeder einzelnen Handlung, immer wieder, Tag für Tag, weil es nur darauf ankommt.« Leseprobe

Biographische Legenden
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Robert Leuchts und Magnus Wielands Fallstudien zur biographischen Legende des Autors im 20. und 21. Jahrhundert »Dichterdarsteller«
Die Enthüllung um das Pseudonym von Elena Ferrante zeigen, wie wichtig es inzwischen zu sein scheint, ein Werk direkt mit der Autorin zu verknüpfen.


Die Einsamkeit des tierlieben Menschen
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Monika Marons Betrachtung »Krähengekrächz«
»Seine Melancholie gewinnt das Büchlein aus dem, was im Text nur zwischen den Zeilen steht...« Leseprobe


Spurenlesen in der Lüneburger Heide
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Henschel/Kromschröders kleine norddeutsche »Landvermessung«
»... auch diese unscheinbar-unspektakuläre Gegend steckt voller Merk-& Denkwürdigkeiten – die entdeckt & aufgedeckt werden von zwei hierher Gelaufenen, die die Augen aufgehalten haben & schmidt-fleißig archivalisch tätig geworden sind.« Leseprobe

Transzendenz jenseits des Plots
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Christian Krachts kontrovers diskutierter Roman »Die Toten« zeigt auf eine berührend-schockierende Weise in einer Emulsion aus Frivolität, Ornament und Melancholie die gescheiterten Sehnsüchte und Ambitionen von Menschen und gleichzeitig deren Diabolik.« Leseprobe


Große Geste ohne Inhalt
Von Jürgen Nielsen Sikora
Artikel lesen
Zum »Manifest« von Lisa Kränzler und Tomaso Carnetto.

»Ein solch Leser verachtendes Vorgehen knüpft nahtlos an zahlreiche künstlerische und kunstwissenschaftliche Ausführungen an, die es ganz offensichtlich nicht nötig haben, Begriffsarbeit zu leisten. (...) Das vorherrschende Gestaltungsprinzip ist, die Ausführungen mit großen Gesten und entsprechendem Pathos zu schmücken. Manch einer hält dies fälschlicherweise selbst für Kunst, obgleich es nur wildes Geschwafel ist.«

Ein pulsierendes Wimmelbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas Debutroman »Tram 83« zum Zweiten.
»... mal expressiv, mal impressionistisch; Märchen, Moritat, Porno und Burleske - ein mystischer Realismus mit gleichzeitig gnadenlos analytischem Blick, der gut verborgen im Dialogstrom herauslugt.« Leseprobe


Kurztrip ins Herz der Finsternis
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Fiston Mwanza Mujilas fulminanter Debutroman »Tram 83« überzeugt durch sein Tempo, seinen Rhythmus und seinen klaren Stil, das ist tatsächlich sowas wie literarischer Hardbop auf dem Weg ins freie Spiel, großartig. Leseprobe





Zerrissen, uneins, wild und befreiend
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
John Higgs erkundet das 20. Jahrhundert
»Man versteht nach der Lektüre so viel besser, warum die sexuelle Revolution, das Wirtschaftswachstum, Aleister Crowley, die Chaostheorie und das Internet mehr miteinander zu tun haben als wir bislang angenommen haben.« Leseprobe


Eine zu harmlose Komödie
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Emma Braslavskys Zukunftssatire »Leben ist keine Art mit einem Tier umzugehen«
»...trotz Potential leider eine über weite Strecken zu harmlose Komödie, das niemandem wehtut; ein veritabler Unterhaltungsroman, der es mit dem richtigen Regisseur zu einem wunderbaren Film bringen könnte.« Leseprobe


»Der Wind der Andersheit«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Mathias Énards enzyklopädischer Roman »Kompass«
»
Keine Frage, es gibt auch Wunderbares in diesem Buch. Etwa wie Franz Ritter die Süleymaniye-Moschee in Istanbul betritt und dabei eine Art Offenbarung erfährt. Oder Kurzreferate über Mozarts "Verkörperung des türkischen 'Klangs'", Thomas Manns "Doktor Faustus", Beethovens Privatkonzert beim österreichischen Orientalisten Hammer-Purgstall, Wagners Totalitarismus (nur "Tristan und Isolde" besteht), die Magie des Adhān oder die "Geheimgesellschaft" des französischen Universitätsbetriebs.«
Leseprobe


Michel Foucault - Wanted dead or alive
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
»Die Strafgesellschaft. Vorlesungen 1972/73«
»Wenn Foucault die Arena betritt, eiligen Schritts vorwärtspreschend, wie jemand, der zu einem Kopfsprung ins Wasser ansetzt, steigt er über die Sitzenden hinweg, um zu seinem Pult zu gelangen, schiebt die Tonbänder beiseite, um seine Papiere abzulegen, zieht sein Jackett aus, schaltet die Lampe an und legt los mit hundert Stundenkilometern.« Leseprobe

»Eine Form von Widerstand«
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
Marc Augés Liebeserklärung an »Das Pariser Bistro«
Das Bistro ist also ein Ort für Gewohnheitstiere, ein Ort des Noch-nicht-zuhause-Seins, aber auch des Nicht-mehr-unterwegs-Seins, ein Ort, wo sich »Tragödie und Komödie« vermischen, ein Ort »der nichtssagenden Worte und des vielsagenden Schweigens, des lauten Lachens, des unterdrückten Seufzers und der diffusen Melancholie«.

»Welt wurde etwas, wenn es im Lexikon stand«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andreas Maiers neuer Roman »Der Kreis«
Im Schauen Anderer ist Maier so viel genauer und leidenschaftlicher als beim Erklären seiner eigenen Gefühlswelt, die er sich eher abzuringen scheint. Leseprobe




Musil umkreist
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Leopold Federmair und »Musils langer Schatten«.
»Trickreich wird es, wenn seine Lesart des Romans in die Gegenwart führt, das heutige Österreich (oder gar Europa?) zum Kakanien Musils wird, der Mensch der Moderne zum "Kakanier". Insbesondere der letzte Essay des Bandes erlaubt diese Deutung hin zum Aktuellen. Er ist mit "Erinnern und Vergessen im digitalen Zeitalter" überschrieben.«

Nach der Fahrt mit der Fähre ist alles vorbei
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Bodo Kirchhoffs Novelle »Widerfahrnis« zeigt eine neue Seite des Autors.
»Kitsch? Vielleicht? Herzergreifend? – sicher. Es lohnt sich allerdings am Ende auch den Anfang, die ersten Sätze, noch einmal zu lesen. Dann eröffnet sich nämlich eine völlig neue Perspektive. Sozusagen: ein starkes Stück.« Leseprobe

Philosophie wohnt am Nichtort der Unmöglichkeit
von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
Die Zeit der großen Erzählungen der Welt ist vorbei. Wohin man auch blickt, was immer man sich vorstellen kann, alles ist bestimmt von Technik, Kapital und Medium. Das ist nicht gut und nicht schlecht, sondern notwendig der Fall, so Peter Trawnys hoffnungsfreie Analyse. Leseprobe


Im Minenfeld
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Kurt Gritschs
umfassende Darstellung des Kosovo-Konflikts »Krieg um Kosovo« analysiert Geschichte, Hintergründe, Folgen.
»Obwohl das Ereignis vor mehr als 17 Jahren stattfand stutzt man immer noch, wenn es um die Beschreibung der Jugoslawien-Kriege geht. Der Versuch die Geschehnisse um den Kosovokrieg kurz und prägnant und dabei dennoch neutral zu formulieren, ist ein Drahtseilakt.«

»Junge Wölfe«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Colin Barretts Erzählungen zeigen ein Irland-Bild fern jeder Pint- und Kerrygold-Seligkeit.
»In den besten Momenten dieses Buches fällt deren unter der Maske eines deftigen Realismus verborgene Lebenshaltung und dann zeigt sich eine existentialistisch-heitere Wehmut. Vieles spricht dafür, dass man die ein oder andere der Erzählungen später noch einmal lesen möchte.« Leseprobe

Keine andere Wahl, als es ernst zu meinen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Erzählung »Fotzenfenderschweine« erzählt die schwierige Liebesgeschichte der Almut Klotz' und Christian Dabeler genannt »Reverend« und ihren Weg als Künstlerin in der Indie-Pop-Szene.
»Es ist das Prinzip dieser Prosa, authentische Ereignisse mit großer Wahrhaftigkeit literarisch zu verdichten. Das ist kein Dokumentarismus, das ist Literatur. Und Almut Klotz' "Fotzenfenderschweine" ist in diesem Sinne verdammt gute Literatur.« Leseprobe

Lebensillusion in Hochform
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
Valentin Groebners Essay »Ich-Plakate« über »Eine Geschichte des Gesichts als Aufmerksamkeitsmaschine«

»Dass Groebners Essay in eine universitäre Landschaft passt, die derzeit stark um das Konstruierte kreist, dürfte ihm gewiss nicht schaden. Aber er ist zugleich ein kluger Parforceritt durch die Disziplinen.« Leseprobe

Geruhsamer Kehraus
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
György Konráds »Gästebuch« ist Erinnerung & lebensphilosophische Betrachtung.
»Der ältere Herr, der da in Budapest über das geschützte Glück seiner Selbstzufriedenheit meditiert, beschreibt seine literarische Arbeit an seinem »Gästebuch« als ein »Mich-Zurückbeugen zum kontinuierlichen Gestern, das bis zum gegenwärtigen Augenblick reicht«.  Leseprobe

Böse Kollegen im langweiligen Outback
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Garry Dishers neuer Krimi »Bitter Wash Road« schwankt zwischen Stereotypen und prägnanten Details.
Garry Disher ist ein vielseitiger Autor, er schreibt Kinder- und Jugendbücher, Sachbücher zur Geschichte Australiens, Kurzgeschichten, Kriminal- und andere Romane. Seine inzwischen sechsbändige Reihe um Inspektor Hal Challis aus Melbourne ist zu Recht hochgelobt, zu hoffen bleibt, dass er sich hier im Outback noch steigert.

Fisches Nachtgesang in Zeiten des Extremtourismus
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Juan Vilorros Roman »Das dritte Leben«.
Eine gläserne Hotel-Pyramide mitten im tropischen Dickicht mit Blick aufs karibische Meer, ein ungewöhnliches Hotels. Es bietet seinen Gästen ein unkonventionelles Freizeitprogramm, inclusive Nervenkitzel und Adrenalinkick, dazu gehören vorgetäuschte Entführungen und Ausflüge ins Guerillagebiet. Leseprobe

Zwischen allen Stühlen
Von Timotheus Schneidegger
Artikel lesen
In »Das Gefühl der Welt« präsentiert Heinz Bude seine Sicht auf die Macht von Stimmungen.
Ein langer Feuilleton-Essay, der den Leser oft zustimmend nicken lässt und sich auf diese Weise sein Wohlwollen erschleicht, ihn aber nicht klüger macht. Das muss weder Buch noch Autor zum Schaden gereichen: In der aktuellen Stimmungslage ist das schnelldrehende Ungefähre, mit dem jeder irgendwas anfangen kann, ziemlich angesagt. Leseprobe

Ein Standbild
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Karsten Krampitz' Zustandsbericht über »Die DDR in der Krise, 1976«.
Der intellektuelle, politische und vor allem ökonomische Niedergang der DDR war ein Prozess, der vielleicht nicht direkt 1976 begann, aber von dort aus sichtbare Schneisen in die Geschichte schlug. Leseprobe

Systemwechsel mit der Brechstange linker Wirtschaftstheorie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Postkapitalismus« Paul Masons Grundrisse einer kommenden Ökonomie.
»Unser globales Wirtschaftssystem ist an die Grenzen seiner Anpassungsfähigkeit gestoßen. Die Expansion der Staatsschulden, die Zerschlagung der Sozialsysteme und die wachsende Schere zwischen Arm und Reich deuteten, so Mason, auf ein Ende des Kapitalismus hin.« Leseprobe


Leben & Schreiben in Zeiten des Krieges
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Wiederentdeckung des französischen Schriftstellers Drieu La Rochelle, der, als Dandy beargwöhnt und als Kollaborateur geächtet, zwischen alle Fronten geriet und darüber sein Leben hingab. Sein Band mit Erzählungen aus dem Ersten Weltkrieg »Die Komödie von Charleroi« sind nun bei Manesse erschienen.
Leseprobe
Seine Lebensmaxime verdichet sich in einem Satz: »Der Mensch wird nur geboren, um zu sterben, und nie ist er so lebendig, wie wenn er stirbt. Doch sein Leben hat nur einen Sinn, wenn er sein Leben hingibt, statt darauf zu warten, daß es ihm genommen wird.«  

Religion als tödliches Heilmittel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Boualem Sansals antiutopischer Gesellschaftsentwurf »
2084 – Das Ende der Welt«
»Schlaft ruhig, brave Leute, alles ist völlig falsch und der Rest ist unter Kontrolle« Leseprobe



Das Glück wartet auch nicht nebenan
Von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Judith Hermann erzählt kurze Geschichten aus ihrem »Lettipark«.
»Eindringlich beschreibt Judith Hermann die ständige Suche der Menschen nach Nähe, wobei eindringlich sicher nicht das richtige Wort: wie hingehaucht skizziert sie ihre Bilder. Mit wenigen Strichen zeichnet sie teilweise unvergessliche Figuren. In ihrem »Lettipark« hat Judith Hermann wieder einmal gezeigt, was Poesie leisten kann.« Leseprobe

Vielsagende Schweigsamkeit
Von Georg Patzer
Artikel lesen
Castle Freeman zeichnet in seinem Thriller »Männer mit Erfahrung« ein düsteres Bild von Vermont.

»... ein lakonischer Krimi oder Thriller oder moderner Western, die Geschichte, wie ein paar Männer und eine Frau das Recht in die eigene Hand nehmen, weil sich sonst niemand traut. Leseprobe



Flirrende Gebilde
Von Lothar Struck
Artikel lesen

Lektüreeindrücke über Henri Thomas
»Thomas' Bücher wirken in Zeiten des synthetischen Schreibschulrealismus fast schon wie Relikte aus dem 19. Jahrhundert. Ihre Lektüre ist fordernd, zuweilen anstrengend, ... Man sollte dankbar sein, dass heutzutage noch das Wagnis der Übersetzung und Publikation solcher Prosa eingegangen wird.«

Eher bescheiden
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Jan-Werner Müller erklärt »Was ist Populismus?«
Müllers Buch wird inzwischen schon als Standardwerk herumgereicht. Aber es bietet leider nur eine reduzierte Sicht; seine Vorschläge zum Umgang mit Populisten bleiben in Allgemeinplätzen und demokratietheoretischen Volten stecken. Leseprobe


Ein funkelndes Schmuckstück
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks melancholische Zeitreise »Der Osten«
»...eine Epiphanie über die Dinge, in denen Geschichte und Geschichten abgespeichert sind: "Das Leben war in sie [die Dinge] eingedrungen und erstarrt", (...) ...ein mitreißendes, oft herzzerreißendes, horizonterweiterndes, bukolisch-elegisches Buch...«Leseprobe


»Es war einmal« (in Tübingen)
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Gert Uedings Erinnerungen an Ernst Bloch
»Nostalgie wird bei einem Leser aufkommen, der diese »Welt von gestern« & ihre brillanten intellektuellen »Heroen« noch selbst auch erlebt hat...« Leseprobe


Findlingsblock, vielseitig besichtigt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Der »verlorene« Werner Herzog wird in zwei Büchern wieder aufgefunden.
Obwohl der multipel tätige Filmemacher fern von Deutschland lebt & arbeitet – allerdings in der letzten Zeit hierzulande wenigstens als historische Person & künstlerische Größe wieder wahrgenommen wird –, ist er & sein gesamtes filmisches Oeuvre doch Gegenstand cineastischer Beschäftigung.

»Nichts Zärtliches lastet auf mir ...«
von Bernd Leukert
Artikel lesen
Zur Aktualität des französischen Philosophen und Schriftstellers Paul Valéry. Die vollständige Pléiade-Edition seiner »cahiers« ist jetzt als E-Book bei S.Fischer erschienen.
»Nach der Lektüre wird er das unsägliche Geplapper, dem man heute das Beiwort ‚Philosophie’ anhängt, entsorgen und sich auf die Herausforderung einlassen, die ihm die unabhängigen Gedanken Valérys anbieten.« Leseprobe Hirnwiese

Großmuttergebrabbel
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Ronald Schimmelpfennigs dystopisch-moderne Adaption von Hänsel und Gretel mit einer Prise Rotkäppchen »An einem klaren, eiskalten Januarmorgen zu Beginn des 21. Jahrhunderts«. »Dass dieses Buch ernsthaft in der Leipziger Buchpreisliste auftauchte, mag man höchstens als Scherz auffassen.« Leseprobe

Einübung ins Meisterdenken
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Peter Sloterdijks Taschenspielertricks.
»... er gefällt sich in der Rolle eines Kommentators der politischen und gesellschaftlichen Krise. Seine ästhetisch aufgeladene Andeutungsprosa, schwankend zwischen Kunstsprache und Sprechblase, entfaltet ein polyfokales All-Over an Themen, Thesen und titanischer Theatralik.« Leseprobe

Der General in seinem Labyrinth der Einsamkeit
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Fritz Bauers Briefe an Thomas Harlan.
Dabei hebt sich das Charakterbild des selbstlosen & hingebungsvollen Hessischen Generalstaatsanwalts vor dem Hintergrund eines schemenhaften, wenn nicht gar unvorteilhaft-problematisch erscheinenden Phantombild Thomas Harlans ab. Leseprobe

»Niemand hat das Recht zu gehorchen!«
Von Peter H. Gogolin
Artikel lesen
Irmtraud Wojak legt die Biographie des Generalstaatsanwalts und Hauptanklägers der Auschwitz-Prozesse Fritz Bauer vor.
Und wenn am Ende doch konstatiert werden konnte, dass Deutschland ein anderes Land geworden war, dann muss man hinzufügen, dass dies ohne Fritz Bauers unermüdlichen Kampf gegen die verdrängte Erinnerung der Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Er hat seine Zeitgenossen immer wieder zum Hinsehen gebracht, auch wenn dies eine Anstrengung gewesen sein muss, die letztlich selbst seine Kraft aufgebraucht hat. Leseprobe

Kleiner Mann, ganz groß
von Sigrid Lüdke-Haertel
Artikel lesen
Bürochefin Irma Nelles porträtiert »Spiegel«-Gründer Rudolf Augstein.
Es gibt genügend Augstein-Biographien und Bücher über die politische Situation der BRD in den Jahren 1960 bis 2000. Das Außergewöhnliche an diesen Erinnerungen ist der ganz besondere Blickwinkel auf den Menschen Augstein. Leseprobe


Leben vor dem Sprung
V
on Jörn Birkholz
Artikel lesen
In seinem neuen Roman bewegt sich Hans Platzgumer
konsequent und lesenswert am »Am Rand« des Erträglichen.
»Im Radio spielten sie häufig 'I Only Wanna Be With You' von einer Band, die, wie wir dachten B-Südtirolers, nicht Bay City Rollers hieß.« Leseprobe
5 Fragen an Hans Platzgumer: zum Interview

Geist und Macht
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Zwei Bücher über Alarmismus und Konformität deutscher Intellektueller nach 1945.
»Nach der Lektüre von Rüthers Belegsammlung überrascht sein Klagegesang über die (vermeintliche) Ruhe über den Geistes-Gipfeln. Plötzlich bleiben nur noch Jürgen Habermas und Juli Zeh. (...) Kolbes Buch ist nicht nur Essay, sondern auch Philippika, Suada, offener Brief und Standpredigt. Ein furioser Text mit zuweilen schneidenden Formulierungen. Er will den Moralisten Brecht und deren literarische Erben mit einer Moral konfrontieren, die zur Attitüde und zum Machterhalt verkommen war.« Leseprobe

Erinnerungsforschung
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
38 lesenswerte Gespräche mit Autorinnen und Autoren 1989-2014 geführt von Carsten Gansel eingeleitet und herausgegeben von Norman Ächtler.
»... ein aufklärerisches, lehrreiches und in seinen besten Momenten fesselndes Buch. Idealerweise bekommt man noch ein Paket von Literaturempfehlungen mit. Carsten Gansel zeigt sich als Könner des Fragens im öffentlichen (bzw. halböffentlichen) Raum. Niemand, der an deutscher Literaturgeschichte interessiert ist, kann an diesem Buch vorübergehen.« Leseprobe

Ein denkwürdiges Wochenende
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jörg Magenaus Buch über Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47 »Princeton 66«zeigt, wie spannend gut erzählte Literaturgeschichte sein kann.
»... eine packende und konzise Zeitreise zu komponieren, die sowohl die Stimmung der Tagung präzise rekonstruiert, als auch historische Einordnungen vornimmt.« Leseprobe
 

Der letzte Landstreicher
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Handkes trotzig-grandioser Weltalmanach
»Vor der Baumschattenwand nachts«.
»Und ja: Realisten, Empiriker, Spiegelonline-Kolumnenschreiber und, um aus einem Theaterstück von Handke zu zitieren, »Unablenkbare«, »halblustige Unernste» oder »Unbesiegbare« werden verloren sein für diese Welt und damit auch für dieses Buch. Für alle anderen ist es eine Schatztruhe, die auch noch beim zweiten oder dritten Lesen funkelt.«

»Landflucht« außer Kontrolle
Von Jörn Birkholz
Artikel lesen
Peter Stamm zieht es in seinem neuen Roman »Weit über das Land«.
»Stamm schreibt kühl, solide und klar. Leider kommt nur schwerlich Spannung auf, zu schwach werden Thomas' psychologische Motive ausgeleuchtet. Lediglich wird eine etwas biedere Alltagsflucht skizziert, gepaart mit einem diffusen Freiheitsbedürfnis – kurz, Wohlstandsprobleme.«

Der Kampfhund Erinnerung
Von Klaus Bittermann
Artikel lesen
»Panikherz« von Benjamin von Stuckrad-Barre
»... herausgekommen ist ein großes Buch, ein Buch, das bleiben wird, weil er sein Leben in die Waagschale geworfen hat, um Ruhm und Erfolg zu erlangen. Er ähnelt damit mehr als er es vielleicht weiß, weil der Name in seinen hagiographischen Aufzählungen nie auftaucht, Hunter S. Thompson, auch ein Getriebener und großer Autor.« Leseprobe

Leben, Scham & Flucht oder Thierrys Passion
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Stéphane Brizés beobachtende filmische Meditation über den »Wert des Menschen«.
»
Wenn Hitchcock einmal behauptet hat, dass er auf den Emotionen seiner Zuschauer wie auf einer Orgel spiele, erreicht Brizé mit seinem ästhetischen Minimalismus, der gewissermaßen dem Gebrauch nur einer Flöte entspricht, eine emotionale Intimität & Intensität, mit der er die Zuschauer zu Verschworenen des Hauptdarstellers macht ...«

»Man muß leben, mehr nicht«
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Christoph Heins neuer Roman
»Glückskind mit Vater« offenbart den hypersensiblen Kern eines Menschen, der auf sein Leben nur schicksalhaft und mit Schande zurückblicken kann.
»...der 'Schatz der Erinnerungen', wie es einmal heißt, erweist sich als ein Abgrund des Scheiterns. Die Hoffnung auf eine heilende Kraft des Erzählens, der Balsam der Literatur, stellt sich nicht ein.« Leseprobe

Reflektionen über das Schreiben
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Dany Laferrières inspirierendes »Tagebuch eines Schriftstellers im Pyjama«.
»Es kommt irgendwann der Augenblick, in dem man vergessen muss, dass man Schriftsteller ist, um es zu bleiben«.


»Mit diesem Buch will ich die Welt erklären...«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
In seinem imposanten Panorama
welthistorischer Herrschaftsdiskurse analysiert Ulrich Menzel »Die Ordnung der Welt«.
Menzel fragt sich, welche Umstände dazu geführt haben, dass Staaten zu großen Weltmächten aufstiegen und, so das chinesische Losungswort, ein »Mandat des Himmels« erhielten. Ihn interessieren aber ebenso die Ursachen des Niedergangs sowie die Frage, wie es zu einem Wechsel in den Machtverhältnissen kam. So entfaltet sich vor den Augen des Lesers eine große komparative Meistererzählung, gespickt mit zahlreichen Fallstudien. Leseprobe

Der Spanische Bürgerkrieg
aus katalanischer Sicht
Von Isabella Caldart
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Nie war ein Krieg sinnloser als in dem Roman »Flüchtiger Glanz« von Joan Sales, der die Dichotomie zwischen den Guten und den Bösen aufbricht – munter werden bei Faschisten und Republikanern die Seiten getauscht. Leseprobe Mit 5 weiteren Buchtipps zum Thema

Himmel oder Hölle?
Von Robert Schwarz
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Die »Übertragungen aus der Nähe« von René Steininger
»...Diese beiden Mysterien sind nämlich innerlich verbunden,
getrennt nur durch einen Buchstaben
der die Wunde manchmal zu einem Wunder verklärt
und das Wunder wieder zur Wunde verkürzt
...« (Der hypochondrische Eid)

Eine treffsichere und notwendige Ohrfeige
Von Jörn Birkholz
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Abbas Khiders Roman »Ohrfeige« ist ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit.
»Dieser Roman wäre zudem ein passender Geschenktipp, oder besser eine Zwangslektüre für Sachbearbeiter in Deutschlands Ausländerbehörden, die es dann an die Arbeitsagenturen weiter reichen könnten...« Leseprobe

Grosse Worte und Miniaturen
Von Georg Keuschnig
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Roger Willemsens feuilletonistisch-aphoristisches
phänomenologisches Essay »Der Knacks«
Man ist geneigt, das Buch in das Feuilleton-Regal zu stellen. Aber die Suche nach dem Knacks lässt einem nicht mehr los. Und mit ihm das Fragen.
Hörprobe
 

Erkundungen
Von Gregor Keuschnig
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Esther Kinskys und Martin Chalmers »Aufzeichnungen von der kalten Krim - Karadag Oktober 13«.
»Man muss sich freilich auf die intellektuell motivierten Intentionen und Reflexionen der Erzähler einlassen und Kinskys Erzählen des Nebeneinanders von Idyll und Trostlosigkeit wie schon zuletzt in ihrem grandiosen Roman "Am Fluß" ausgeführt goutieren. Dann erst kann man diese Reiseerzählung genießen.«

»Schreiben als Wiederentdeckung«
Von Lothar Struck
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Peter Handkes neuer Band seiner Begleitschreiben »Tage und Werke«
»Und ja, wenn man "Tage und Werke" in einem Stück gelesen hat, ist man erschöpft. Aber es ist eine Erschöpfung, die nicht ermattet, sondern stimuliert, Neugier, ja: Leselust erzeugt. Was gibt es Besseres

Polyphone Wirklichkeit
Von Lothar Struck
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Ulrich Peltzers Roman »Das bessere Leben«
ist der Versuch einer ästhetischen Darstellung der Mittelschicht im globalen Kapitalismus. Und das gelingt ihm mit großer Könnerschaft.
»Schön wär's, wenn man das könnte, Ideen abschießen wie Travis Bickle herbeihalluzinierte Gegner, über die Schulter in einen Spiegel schauend; um nicht mehr von ihnen gejagt zu werden, Gespenster vom Grund des Bewusstseins…« Leseprobe

Der Dichtergeselle
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Verleger Jochen Jung erinnert sich an Begegnungen mit Dichterinnen und Dichtern aus Vergangenheit und Gegenwart
»Zwischen Ohlsdorf und Chaville«.
»Jungs Texte zeigen Tiefe, Empathie, Distanz und Herzlichkeit zugleich, wobei diese Ingredienzien nicht einfach auszubalancieren sind (weder im Leben noch beim Schreiben).«

Bascombe is back...
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Richard Ford erzählt uns Neues von »Frank«.
Die erste Geschichte beginnt zwei Wochen vor Weihnachten, die letzte endet am Weihnachtstag. Frank ist 68 Jahre alt und hat sich zur Ruhe gesetzt. Er ist vom Prostatakrebs geheilt und lebt jetzt mit seiner Frau Sally in Haddam. 2004 hat er sein Haus an der Küste verkauft und seinen Maklerberuf aufgegeben. Leseprobe

Verfluchtes Mexico
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Kühle Prosa, vor Empörung zitternd, Antonio Ortunos wütender Roman »Die Verbrannten«
»
Wie hier evozierende Beschreibung des nackten Grauens in kommentierende Reflexion übergeht, ist für den changierenden Stil des ganzen Buches bezeichnend.«



Biographie in Stichworten
Von Gregor Keuschnig
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Ulrich Greiner erzählt stilvoll »Das Leben und die Dinge.
Auf den ersten Blick kurios mutet auch die Genrebezeichnung »Alphabetischer Roman« an, die einen letzten Rest Fiktionalität durchblicken lassen soll. Dabei sind auffallend viele Begriffe Reminiszenzen aus einer vergangenen Zeit, die aber dennoch nie idealisiert wird. Sentimentalität ist dem Autor fremd. Es sind Erinnerungspflöcke, jeweils typisch für eine bestimmte Epoche des Lebens.

Wie Verzweiflung die Revolte gebiert
Von Gregor Keuschnig
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Ludwig Fels' Roman »Die Hottentottenwerft« erinnert uns an Georg Büchners Credo, zu versuchen, gegen alle Widerwärtigkeiten der Herrschenden, ein guter Mensch zu sein.
»So kraftvoll die Ereignisse in diesem Roman auf den Leser einprasseln, so fesselnd ist dieses Buch geschrieben. Sprache und Plot harmonieren in seltener Eintracht.«

Weltsichtungen
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Karl–Markus Gauß macht sich Gedanken über den »Alltag der Welt«
»Selbst den Deppen von morgen wird ein Wissen zugänglich sein, von dem der Denker von gestern nur etwas ahnen konnte; sogar der Spießer von heute ist ja über manches Vorurteil hinausgelangt, an dem einst noch der Freidenker heftig laborierte.«. Leseprobe

Innerlichkeitsprosa mit iphone
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Clemens J. Setz und »Die Stunde zwischen Frau und Gitarre«
»Ein hübsches Spielfeld für Social-Reading-Mitmacher, aber am Ende wohl eher für Leser und später dann Germanisten. Ein bisschen Exzentrik der Hauptfigur hier, ein bisschen Splatter und Suspense dort (...) Immerhin gibt es Passagen, die dem braven Realismus der heutigen Schreibschulautoren wohltuend diametral entgegenstehen. Und es ist vollkommen unpolitisch. Beides ist sehr angenehm.« Leseprobe

Anekdoten vs. Komplexität
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Die Farbe des Granatapfels und
Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit

Die Kindheitsromane von Anna Baar und Dana Grigorcea könnten unterschiedlicher nicht sein. Das betrifft auch deren literarische Qualitäten.



In Verteidigung welcher Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Philip Pettit sucht in seinem Buch nach einem moralischen Kompass für das 21. Jahrhundert und findet ihn im Republikanismus.
»Fraglich bleibt auch die Einschränkung des Geltungsbereichs seines Freiheitsbegriffes auf »erwachsene, geistig gesunde, mehr oder weniger dauerhaft ansässige Einwohner«. An dieser Stelle müsste eine tiefgreifende Kritik seiner elitär anmutenden Theorie ansetzen und fragen, welches Konzept von Partizipation diese Lesart des Republikanismus wirklich vertritt...«
Leseprobe

»Vom Krieg besudelt«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Jan Koneffkes Roman »Ein Sonntagskind«
»Es gelingt dem Roman durchaus, die Traumatisierung der Generation und die Scham über das allzu willige Mitläufertum, dieses lebenslange Stigma des Krieges, das sich eintätowiert hat in die Seele seines Protagonisten, exemplarisch aufzuzeigen. Leseprobe

Wir sind alle Kannibalen
Von Patrick Wichmann
Artikel lesen
In seinen Essays ordnet Claude Lévi-Strauss Ereignisse in einen Kontext, der weit über nur eine Gesellschaft und nur eine Denktradition hinausreicht.
»Denn der Tag wird kommen, an dem der Gedanke, daß die Menschen der Vergangenheit zu ihrer Ernährung Lebewesen züchteten und abschlachteten und ihr Fleisch in gefälligen Portionen in den Schaufenstern ausstellten, sicher den gleichen Widerwillen einflößen wird, wie den Reisenden des 16. oder 17. Jahrhunderts die kannibalischen Mahlzeiten der amerikanischen, ozeanischen oder afrikanischen Wilden.« Leseprobe

Ein wunderbarer englischer Exzentriker erzählt
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
»Und sie fliegt doch« Dave Goulsons eigenartiges Mixtum Compositum über die Hummeln (& ihn).
Es ist dieser angenehm ironische erzählerische Umgang mit seinem Stoff, der das teilweise sehr komische & auch selbstkritische Buch zu einem Lektüre-Vergnügen macht. Leseprobe


Kleine Epiphanien
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Andrzej Stasiuks »Geschichten vom Fernweh«
»Der Stich im Herzen« gehört zu jener seltenen Spezies von Büchern, mit deren lustvoller Lektüre  man sofort wieder beginnen kann, wenn man sie gerade beendet hatte. Die rund 50 Prosastücke sind thematisch so vielfältig & erzählerisch so solide gearbeitet, dass man sie gerne liest & jede die vorige vergessen lässt, aber alle zusammen einen Sog entwickeln, der nach einer zweiten Lektüre verlangt. Leseprobe

Täglich ein anderer Untergang
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Eva Horn analysiert »Zukunft als Katastrophe«
Sie geht davon aus, dass die Zeitdimension Zukunft immer stärker die positiv-utopische Bedeutung verliert und Gegenwart, gerade im digitalisierten Heute, zum heiß umkämpften Tummelplatz von alternativen Szenarien der dystopisch-negativen Vorwarnung und Prävention wird. Leseprobe

Gonzo-Politik und die Odyssee
des amerikanischen Traums
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Hunter S. Thompsons Briefe 1958-1976 sind in der Edition Tiamat erschienen.
»Diese Briefe aus der Zeit von 1958-1976 enthalten keine geschliffenen Mono- oder Dialoge literarisch stilisierter Persönlichkeiten, die sich fein abheften und binden ließen. Sie wirken oft eher wie eine aufgerissene Krankenakte vor einem alten Ventilator, aus der Pillen-Rezepte und unbezahlte Rechnungen aus Hotelbars, Kneipen und Irrenhäusern der Welt wirbeln. (...) Sie sind von einer rücksichtslosen, gewalttätigen und unbarmherzigen Ehrlichkeit in einem inneren und äußeren Kampf mit geballter Faust, Doppeldaumen, Kaktus und Stilett, eine Haltung, die keinen Verrat kennt, weder gegen sich noch gegen andere.« Leseprobe

Der Dichter als »Diener des Sichtbaren«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Autor, Übersetzer & Essayist Philippe Jaccottet wurde am 30. Juni 90 Jahre alt.
»Das Geheimnis ist…, dass Worte gefunden werden, zuweilen, welche die Welt nicht verstecken, sondern sie offenbaren.« Leseprobe


Der nigerianische Patient
Von Gunther Neumann
Artikel lesen
Teju Coles prosaischer Blick auf Nigerias Hauptstadt und Gesellschaft, »Jeder Tag gehört dem Dieb«.
»Wenn Desaster Humus für gute Literatur sind, dann ist Nigeria ein fruchtbarer Boden. Boko Haram im Norden, Ölpest im Süden, und auch andernorts geben Misswirtschaft, Gewalt und Migration den Puls auch für ein schriftstellerisches Schaffen vor, das scheinbar nicht mehr der Imagination bedarf.« Leseprobe

Von Durazzo bis Kabul
Von Jürgen Seul
Artikel lesen
Steffen Kopetzkys wagemutiger Geschichtsumschreibungsroman »Risiko«

Ein abenteuerliches Stück Weltgeschichte mit einer Prise Capus, Lawrence und Karl May.
Leseprobe


»Die einsame Soldatin«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Peter Stephan Jungks Geschichten aus den »Dunkelkammern der Edith Tudor-Hart«.
Edith Tudor-Hart kannte denjenigen, den man seinerzeit den dritten Mann nannte nicht nur, sie gilt heute als diejenige, die Harold Adrian Russell Philby, genannt Kim, einen aus wohlhabender britischer Familie stammenden Sohn eines Kolonialoffiziers und Teepflanzers, Anfang der 1930er Jahre in Kontakt zum sowjetischen Geheimdienst brachte. Leseprobe

»Reue? Niemals.«
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
Malte Herwigs opulente Biographie über
Francoise Gilot und ihr Leben mit und ohne Picasso »Die Frau, die Nein sagt«
Gilot ist Jahrgang 1921 und 90 Jahre alt, als sich der SZ-Reporter Malte Herwig bei ihr meldet. Zehn Monate lebt die Dame in New York, im Mai und Juni zieht es sie nach Paris. Sie ist Malerin gewesen und geblieben. "5000 Zeichnungen und 1600 Gemälde" fasst ihr Œuvre aus 75 Jahren. »Außer malen tue ich ja nichts«, so die lakonische Begründung für dieses Werk. Ihre Zeit mit Picasso, als sie Muse, Mutter und Geliebte war, hat ihr Leben zwar geprägt, aber Herwig reduziert sie nicht darauf.

Demokratie unter Piraten
Von Georg Patzer
Text lesen
Daniel Defoe berichtet in seinem Buch
»Libertalia« über eine basisdemokratische Gesellschaft der Piraten.
1728 erschien die Erzählung zum ersten Mal, und die Grundsätze, die Defoe durch die Piraten verkündete, waren revolutionär. (...) Selbst heute bleibt das Buch ein Stachel in unserer Demokratie, in der wir alle paar Jahre das Recht haben, unsere Stimme abzugeben – von einer direkten Demokratie sind wir immer noch weit entfernt, zu schweigen von einer libertären Gemeinschaft.

Eine Frage der Ehre?
Von Lothar Struck
Text lesen
Alfred Andersch desertiert. Fahnenflucht und Literatur (1944-1952)
»... ein packend geschriebenes Buch. Vom grobschlächtigen Sebald-Pamphletismus ist es Lichtjahre entfernt. Auch dem ansonsten leider oft zu lesenden sperrigen Germanistenjargon wird nicht gefrönt. Die Recherchen werden kompakt, schlüssig und emotionslos präsentiert; die Editierung ist vorzüglich. So interessant kann Germanistik sein.« Leseprobe

Tante Sibylles Kalendersprüche
Von Andrea Diener
Text lesen
In Sibylle Bergs neuem Roman entpuppen sich die Hammersätze ihrer Desillusionisierungsprosa letztlich als luftige Hohlphrasen.
»Chloe und Rasmus sind Pappfiguren, sind Stellvertreter eines diffus umrissenen Milieus, um das es auch nicht wirklich geht, das aber hin und wieder mit seinen typischen Versatzstücken zitiert wird (...) Herrlich, da können wir alle verlustfrei drauf herabschauen und uns in irgendeinem Aspekt besser fühlen.« Leseprobe

Cyberdämmerung - »Alle Toten sind unschuldig.«
Von Peter V. Brinkemper
Text lesen
Pynchon erkundet in seinem Roman
»Bleeding Edge« die Restspielräume einer nicht korrumpierbaren Literatur im 21. Jahrhundert.
»Die Literatur beugt sich nicht pflichtgemäß dem Einschnitt sofort hochgepuschter Ereignisse. Sie konstruiert die Bedeutung aus der Sicht der ihrerseits alltäglich gekennzeichneten Personen und Individuen.« Leseprobe

Was, wenn es keine Orte mehr gibt?
Von Lothar Struck
Text lesen
Peter Handkes heiter-melancholisches Weltendrama »Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße«.
»Verflucht ihr Unschuldigen, dass ihr keine Landstreicher, keine Wegelagerer, keine Erzbösewichte, keine Killerbande, keine Verbrecherrotte seid! Nur eine Landplage. Nur? Nur eine Menschenplage. Nur? Dreimal verflucht sollt ihr sein, auch wenn das Verfluchen inzwischen noch weniger ausrichtet als je das Wünschen. Unschuldsengel ihr? Unschuldsteufel.« Leseprobe

Die Raddatz Variationen
Von Lothar Struck
Text lesen
Mit seinen Erinnerungen an die »Jahre mit Ledig« hat sich Fritz J. Raddatz auf seine unnachahmliche Weise verabschiedet.
Leseprobe


Eine sprachgewaltige Tragödie
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
Stefano D'Arrigos monumentales Epos »Horcynus Orca« - eine neuzeitliche Odyssee ohne Happy End.
»Und es war ein betrübliches Hören, wie es bei einem Wind vorkommt, wenn er schutzlos fällt, und über dem neuen Wind, der sich erhoben hat, den unglücklichen Zug macht, wieder zu wehen, und doch nur ein erbarmungswürdiger Auswurf bleibt.« Leseprobe

Frei sein oder nicht sein...
Von Gérard Otremba
Text lesen
Der
fesselnde und diskurswürdige neue Roman von T.C. Boyle »Hart auf Hart« lotet die Möglichkeiten und Grenzen von individueller Freiheit aus. Leseprobe
»Mit der Veröffentlichung von Hart auf Hart (The Harder They Come) ist dem Hanser Verlag ein Coup gelungen, erscheint die deutsche Übersetzung von Dirk van Gunsteren doch als Weltpremiere noch vor dem amerikanischen Original.«

Rekonstruktionen
Ein Essay von Lothar Struck
Text lesen
Über Patrick Modianos Erzählen der Erinnerung als Metamorphose des Menschen und seiner Gesundung.
»Heute habe ich das Gefühl, dass die Erinnerungen immer weniger sicher sind und sich in einem ständigen Kampf gegen Gedächtnisverlust und Vergessen befinden.«


Eine Sternstunde des Hard Boiled Krimis
Von Gérard Otremba
Text lesen
Nikolaus Stingl hat Richard Starks Krimi »The Hunter« neu übersetzt.
»Trotz seiner staubtrockenen und archaisch anmutenden Brutalität, ist Parker die Sympathie des Lesers gewiss.« Leseprobe

Ein Gefühlsautist obduziert die französische Gesellschaft


Rezensionen & Kommentare zu Michel Houellebecqs Roman »Unterwerfung«.

Der prätendierte Divinator
Von Peter V. Brinkemper
Artikel lesen
Der Untergang des Abendlandes als genüssliches Exotikum.
Zu Michel Houllebecqs Auftritt in Köln und seinem Roman »Unterwerfung«.

Wir müssen uns Michel Houellebecq als einen unglücklichen Menschen vorstellen
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Sein Roman »Unterwerfung« ist ein Gedankenexperiment, das zeigt, wohin politischer Opportunismus führen kann, und daß eine Demokratie vor der Infiltration ihrer Gegner nicht gefeit ist. »Wahrscheinlich ist es für Menschen, die in einem bestimmten sozialen System gelebt und es zu etwas gebracht haben, unmöglich, sich in die Perspektive solcher zu versetzen, die von diesem System nie etwas zu erwarten hatten und einigermaßen unerschrocken auf seine Zerstörung hinarbeiten.«

Foto: © Thomas Brasch
Was erlauben BILD?
Houellebecq wie Flasche leer?
Ich habe fertig.

Von Thomas Brasch
Artikel lesen
»... für Houellebecq besteht das Volk aus nicht therapiefähigen Junkies. Früher oder später gewinnt immer wieder die Sucht nach göttlicher Auserwähltheit.«


Keine geistige Immunität
gegen Mitläufertum

Von Thomas Brasch
Artikel lesen

Gustave Le Bons Arbeit über die »Psychologie der Massen« hat über die Jahrzehnte nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
»In den Massen verlieren die Dummen, Ungebildeten und Neidischen das Gefühl ihrer Nichtigkeit und Ohnmacht; an seine Stelle tritt das Bewusstsein einer rohen, zwar vergänglichen, aber ungeheuren Kraft.«

Das Subjekt in der Aura seiner Damaligkeit
Von Lothar Struck
Text lesen
Botho Strauss grandiose Erinnerungsarbeit »Herkunft«
»Dieses Buch ist mehr als nur ein Archiv des Erinnerns. Es ist Botho Strauss' brillante wie eindrucksvolle Beschwörung und Manifestation seines So-Seins.« Leseprobe
 

Aus dem Inneren der Höllenmaschine
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten«
Pierre Guyotat wurde im Jahr 1960 in den Krieg nach Algerien einberufen. Dort kam er zwei Jahre später wegen seines Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft. Das »Grabmal« gilt als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 20. Jahrhunderts. In Deutschland ist Guyotat hingegen bis heute wenig bekannt. Mit der Veröffentlichung des »Grabmals« sowie seines Werks »Eden Eden Eden« (Diaphanes 2015) wird sich dies schlagartig ändern.

»... den Hass bekämpfen, nicht die Völker«
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Der Briefwechsel zwischen Romain Rolland und Stefan Zweig: »Von Welt zu Welt«
Dabei erspürt man – ein letztes Mal sei ein inzwischen verkommenes, jedoch dringend zu rettendes Wort bemüht – diese Betroffenheit, die aus den jeweils bekannten Einzelschicksalen auf das große Ganze zu potenzieren weiß. »Wer jetzt nicht leidet, wer sich nicht quält, der lebt nicht, er ist nur ein Zuschauer, er steht außerhalb der Menschheit«

»Aber Suhrkamp bleibt.«
Von Herbert Debes
Artikel lesen
Zum 90. Geburtstag von Siegfried Unseld, am 28.09.2014, ist ein reich illustrierter Band erschienen, der das Leben des Verlegers erstaunlich offenherzig als Kulturgeschichte der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts in Bildern und Texten dokumentiert.

Wie gerecht ist unsere Gesellschaft?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Thomas Piketty sucht in seinem Buch nach Regelmäßigkeiten im Kapitalismus mit Hilfe einer schier unglaublichen Fülle empirisch erhobener Daten. Das Zahlenwerk ist zugleich die Suche nach einem Gesetz der Geschichte und einer Weltformel für die Ökonomie.
Leseprobe

Ernst Jünger (1895-1998):
»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.«

Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite, »
Eine gefährliche Begegnung«, die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt. Ernst Jünger Spezial


Gut, dass der Geist keine Substanz hat
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Die »Echte falsche Pracht« des Erhard Schütz.
Seine großartigen kleinen Schriften zur Literatur sind beim ehrenwerten Verbrecher Verlag erschienen.
»Schütz zeigt sich als wilder Leser, dessen Kritiken kleine Kunstwerke sind.«
Leseprobe


 

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Liebe und Intrige, Ruhm und Niederlage, Reichtum und Habgier während der Opiumkriege – ein schillerndes Epos vor der atemberaubenden Kulisse Indiens und Chinas.

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30 Klassiker
von Shakespeare bis Benjamin
Essays, Porträts, Originaltexte

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»Wie ein Katastrophenfilm«
Donald Trump wird neuer Präsident der USA.
Daniel Weber, Redakteur der Zeitung »Der Sonntag« sprach mit Wolfgang Hochbruck, Professor für Nordamerikastudien an der Universität Freiburg, über diese Wahl und ihre Begleiterscheinungen.
Artikel lesen
»
Ich sag es mal mit einem japanischen Sprichwort: Der beste Schwertkämpfer der Welt muss nicht den zweitbesten Schwertkämpfer fürchten, sondern den Idioten, der noch nie ein Schwert in der Hand gehabt hat.«

Glossen:

Petits riens (achtzehn)
Von Wolfram Schütte
Text lesen
Merkel semper triumphans -
Erkennbare Missgeburt - Kino-Vision - Findlingstückchen


Alles lärmt
von Søren Kierkegaard
Text lesen
Zur Selbstprüfung der Gegenwart anbefohlen
»... Die Mitteilung ist bald auf das niedrigste Niveau an Bedeutung gebracht, gleichzeitig haben die Mitteilungsmittel wohl das höchste Niveau an Schnelligkeit und alles überschwemmender Verbreitung erreicht; denn was hat wohl solche Eile herauszukommen, und auf der anderen Seite, was hat denn eine größere Verbreitung als: Gequatsche! O, schafft Stille!«

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Von Herbert Debes

Weiterlesen
Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene

»Spur und Aura. Die Spur ist Erscheinung einer Nähe, so fern das sein mag, was sie hinterließ. Die Aura ist Erscheinung einer Ferne, so nah das sein mag, was sie hervorruft. In der Spur werden wir der Sache habhaft; in der Aura bemächtigt sie sich unser.

Kaiserpanorama
Reise durch die Deutsche Inflation
Von Walter Benjamin
Artikel lesen
I. In dem Schatze jener Redewendungen, mit welchen die aus Dummheit und Feigheit zusammengeschweißte Lebensart des deutschen Bürgers sich alltäglich verrät, ist die von der bevorstehenden Katastrophe - indem es ja »nicht mehr so weitergehen« könne - besonders denkwürdig.

Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Wir besprechen hier fortlaufend Bücher, die sich zu diesem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken.  Zu den Büchern



Kurzgeschichten:

Super Markt
Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
Geschichte lesen
»Ich sortiere die Cornflakes Packungen ein. Eine nach der anderen. Immer fünf hintereinander, gerade in vier Reihen.
Können Sie mir sagen, wo die Waschmittel stehen?, fragt mich einer.
Ich drehe mich um. Er grinst, wirkt nicht wie jemand, der oft Waschmittel einkauft. Ich blicke auf meine Liste, hab schon wieder vergessen, wo das Zeug steht.
«

Die Sonne, die uns täuscht
Eine Kurzgeschichte von Jörn Birkholz
Text lesen

Rebellen
Von Joe Bauer
Artikel lesen
S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
Artikel lesen

Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
Artikel lesen
»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
Artikel lesen
Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
Artikel lesen
»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
Artikel lesen
»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
Artikel lesen
»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
Text lesen
»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
Artikel lesen
»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
Text lesen
»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei

 



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