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»Im
Jahre 1910 ist Tolstoj der berühmteste Autor der
Welt. Jünger umlagern ihn, seine Frau Sofja
kämpft um Aufmerksamkeit und Liebe, aber auch um
sein Erbe und Tantiemen. Von dem Wunsch
getrieben, am Ende seines Lebens Frieden zu
finden, flieht Graf Tolstoj in einer
dramatischen Aktion von seinem Gut Jasnaja
Poljana ...«
Leseprobe |
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Vorrede zur Menschlichen Komödie
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Neuausgabe seiner
»schönsten
Romane und Erzählungen«,
über eine ungewöhnliche Erregung seines
Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie
von Johannes Willms.
Leben und Werk
Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten
Romanfiguren.
Hugo von
Hofmannsthal über Balzac
»... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit
Shakespeare da war.«
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Martin Brandes
Herr Wu lacht
»Was konnte der
freundliche Mann schließlich dafür, daß er von Wein nichts verstand? Und auch
noch nie im Ausland gewesen war, das er ja mit seinen Weinen beglücken sollte.
Eigentlich war er ja Marketingchef einer regionalen Eisenbahngesellschaft in der
Provinz Shandong, die auch ein Weingut betrieb. Oder war es umgekehrt?«
Leseprobe
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Magazin für
Produktkultur
Joe Bauers
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Gregor Keuschnig
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Goedart Palms
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Franz Kafka
counterpunch
»We've
got all the right enemies.«

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»Mir
nach, Leser!«
Zum 70. Todestag des
Schriftstellers Michail Bulgakow
Der Meister und Molière
Von
Christiane Pöhlmann
»Was für ein atemloses Leben! Dabei hat er sich so nach innerer Ruhe gesehnt:
Michail Bulgakow, der Spötter und Individualist, der Romancier mit der
überbordenden, sinnlichen Phantasie und dem tiefen Glauben. Drei Ehen, ein
Medizinstudium, Krankheiten und Morphiumsucht hat er in seinen 49 Lebensjahren
untergebracht, allein in den ersten dreißig davon zahllose Ortswechsel, einen
Weltkrieg, die Oktoberrevolution und die Wirren des Bürgerkriegs.«
Die
Zweifel eines Feuerwehrmanns
Der US-Autor Ray Bradbury
feierte mit seinem düsteren Zukunftsroman
»Fahrenheit 451« seinen größten
Erfolg. Eine Comic-Adaption macht nun die Wiederentdeckung seines Meisterwerks
möglich.
»Die Bilder changieren je nach Situation zwischen Art Déco und dem Film noir.
Die Farbgebung, von feuerrot bis eisblau, transportiert die tatsächlichen
äußeren und gesellschaftlichen Zu- und Umstände ebenso, wie die emotionale
Anspannung der Protagonisten.«
Ein
kühnes Paradoxon: die Dekonstruktion mit den Mitteln der Spiritualität
Über Benjamin Steins grandiosen Roman
»Die Leinwand«
»Benjamin Stein hat ein kluges Buch geschrieben. Es ist fast fehlerlos gebaut
und ungeheuer komplex. Die zahlreichen Exkurse – vor allen das Judentum
betreffend – sind farbig erzählt und bei aller Liebe zum Detail niemals
ermüdend. Stein schreibt leicht und virtuos ohne auch nur jemals in Gefahr zu
laufen, ins Seichte abzugleiten.«
Leseproben
In unserem Preisrätsel verlosen 3 Exemplare
der Leinwand
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Zur
Philosophie der Erschütterung
Erdbeben als Euthanasie und Kostenseite
künftigen Nutzens im Denken Rousseaus und Kants
Ein Essay von Karim Akerma
»Eine Frage schreit nach einer Antwort: Wer hat diese Welt
eingerichtet? Im Vorwort zu seinem „Gedicht über die Katastrophe von Lissabon“
schreibt Voltaire (1694-1778): „Das Axiom ‚Alles ist gut’ erscheint denen, die
Zeugen dieser Katastrophen sind, ein wenig befremdlich. Alles ist eingerichtet,
alles ist geordnet, ohne Zweifel, durch die Vorsehung, aber es ist nur allzu
spürbar, dass längst nicht alles für unser gegenwärtiges Wohlbefinden
eingerichtet ist.«
Unruhe
bewahren
Jürgen
Nielsen-Sikora über Dimitré Dinevs unzeitgemäße Betrachtungen zur
»Barmherzigkeit«
»Es ist der gelungene Versuch, sich einem Begriff zu nähern, der nur auf den
ersten Blick anachronistisch scheint. Denn in einer hochkomplexen Welt mit all
ihren Abgründen und Ungerechtigkeiten, einer Zeit, in der fast niemand mehr für
seine Sätze bürgt, scheint nichts wichtiger zu sein als ein barmherziger Mensch,
der uns ein kleines Stück Gerechtigkeit zurückgibt ohne für diese Gabe eine
Gegenleistung zu erwarten. Wir müssen Dinevs Buch als eine solche Gabe lesen.«
Jähzorniger
Odysseus der Großstadt
Gregor Keuschnig über die illustrierte Neuauflage von Leo Perutz' Roman
»Zwischen neun und neun«
»...
da ist eine faszinierende
Aktualität, eine phantastisch-instruktive Verknüpfung über die Jahrzehnte
hinweg, ein Ruf aus einer unversehens gar nicht so fernen Zeit. Und wir ahnen,
nein: wissen – Stanislaus Demba wäre heute auch nicht glücklicher. Das ist
paradoxerweise fast schon ein Trost für den heutigen Leser.«
Leseprobe
Beim
Profit hört der Rassismus auf
Von Georg
Patzer
Deon Meyer erzählt in
»Dreizehn Stunden«
virtuos und fulminant von
einer Hetzjagd durch das moderne Südafrika
»Sie
war weiß. Das bedeutete Ärger. Das verhieß Medienrummel. Der ganze Kreislauf der
Anschuldigungen, das Verbrechen sei außer Kontrolle geraten, würde wieder von
vorn anfangen. Es bedeutet großen Druck und lange Arbeitszeiten und zu viele
Leute, die sich einmischen würden. Jeder würde mal wieder seine eigene Haut zu
retten versuchen. Er hatte es satt bis obenhin.«
Leseprobe
Wodehouse
lesen macht glücklich
»Ohne weiteres auf derselben Stufe wie
Shakespeare.«
Stefan Möller über die P. G. Wodehouse-Gesamtausgabe der Edition Epoca
»Wodehouse entfaltet in jedem seiner Romane aufs neue einen weitverzweigten
Plot, in dem sich aus einer kleinen Gegebenheit, gleichsam dem Flügelschlag des
Schmetterlings, das prächtigste Chaos entwickelt.«
Walter
Benjamin –
der Denker zwischen Saturn und Mickey Mouse
Jean-Michel Palmiers monumentale Studie zu
Leben und Werk Walter Benjamins
Von Goedart Palm
»Bei
Benjamin gelten Denkbewegungen und Details mehr als das Ergebnis, das nicht
darin bestehen kann, sich einen ideologisch gefestigten Zugang zur Geschichte zu
schaffen. Vieles wurde von Walter Benjamin »angedacht« und – schon im Blick auf
die höchst wechselvollen und schließlich katastrophalen Lebensumstände - nicht
so entfaltet, wie es ihm selbst angelegen gewesen ist. Insofern hat Jean-Michel
Palmier mehr als einen unvollendeten Versuch zurückgelassen, es ist ein
notwendiges Werk der Aufklärung über die trotz vieler Interpretationen weiterhin
provozierende Verschlungenheit der Benjaminschen Motive.«
Leseprobe
Mutmaßungen
über Samuel
Barbara
Hoffmeisters fragwürdiger Versuch, das Leben des Verlegers Samuel Fischer zu
beschreiben.
»S.
Fischer, der Verleger, 1859-1934«
»...
immer wieder geht dieser
affektierte Sarkasmus mit Hoffmeister durch. Etwa wenn Gerhart (S. Fischers
Sohn) mit 19 Jahren an einer rätselhaften Krankheit binnen weniger Tage stirbt
und dies schmissig mit dem Geburtstag der Mutter in Verbindung gebracht wird:
…und wie um die Mutter zu schonen, starb das Sorgenkind fünf Minuten nach
Mitternacht.«
 Führer des echten und wirklichen Deutschlands
Rudolf Maresch über Ulrich Raulffs Analyse der Nachleben von Stefan George
»Kreis ohne Meister«, die auf beeindruckende Weise
zeigt, welche »Strahlungen« von den
»Georgianischen Chorälen« auf die Bildungsgeschichte der Bundesrepublik
Deutschland ausgegangen ist.
Leseprobe
Arthur Schopenhauer
(*22.02.1788 in Danzig,
†
21.09.1860 in Frankfurt am Main)
Eine kleine
Zitatensammlung zum 222. Geburtstag des Philosophen
»Lest gefälligst Schopenhauer!«
»Nicht was die Dinge objektiv und wirklich sind, sondern was sie für uns, in
unserer Auffassung, sind, macht uns glücklich oder unglücklich: Dies eben besagt
Epiktets: Nicht die Dinge, sondern die Meinungen über die Dinge erregen die
Menschen.
Die Barberei kommt wieder, trotz Eisenbahnen, elektrischen Drähten und
Luftballons.«
Ein
anderer Traum von Israel
Die verrückte Dokumentation
des jüdischen Traums in der amerikanischen Diaspora bietet der wortgewaltige
Comic
»Der Jude von New York«
»Der
Jude ist kein Museumsstück, das man am Sonntagnachmittag bewundert. Wie alle
sozialen Wesen ist er ständigem Wandel und Entwicklung unterworfen – eine
Kreatur seiner Umgebung.« Sprach der Berliner Wissenschaftler Kunzo und tauchte
wieder ab.
Homepage des Autors
Das
Feuilleton als Affirmationsboutique
für posierende Wohlstandsverwahrloser
Lothar
Struck über Helene Hegemann und ihr umstrittenes Schriftstück
»Axolotl
Roadkill«
»Der Ladendieb wurde zum Sozialrevolutionär
umgedeutet. Und jetzt zahlte sich Hegemanns eingestreuter Kulturbetriebsjargon
aus. Diese Kuscheltaktik ist scheinbar unschlagbar. Die Exegeten des
Meta-Diskurses kneten jede Silbe so lange, bis der Teig für ihre Lobhudeleien
aufgegangen ist. Bis dieser zusammengefallen ist, sind sie längst schon auf der
nächsten Party.«
Das Feuilleton findet Abschreiben ohne Quellenangabe voll OK
Plagiatsfall Hegemann
Ein Kommentar von Wolfgang
Tischer (Literatur-Café)
»Bislang empfand ich
die »Journalisten-gegen-Blogger-Debatte« immer als aufgesetzt. Doch just auf
meinem ureigenen Terrain, der Literatur, erlebe ich, wie selbst Journalisten wie
Wieland Freund von der Welt und Felicitas von Lovenberg von der FAZ zu einem
merkwürdigen Vokabular greifen, in dem nichts als Geringschätzung gegenüber »dem
Internet« und »Bloggern« ausgedrückt wird. Ich staune nur noch!«
Halluzinatorisches
Erzählen
Peter V. Brinkemper über
Manfred Iwan Grunerts Mammutwerk
»Amerikanskij Wolp«
»... eine erzählerische Gratwanderung zwischen Abenteuer-, Agenten- und
Spionageroman, Wirtschaftskrimi, Liebes-Sex-Melodram und Dostojewskijscher
Schuld-und-Sühne-Literatur aus deutscher Sicht. Vorsicht, alle diese
Gattungskreise erweisen sich so kompatibel wie in einem gemischten Wett-Trinken:
teurer Whiskey gegen billigeren Wodka, gepflegtes Aroma gegen hartes Destillat.
Das geht nur mit einem gerüttelt Maß an Pulp und Kolportage, die nicht
zurückschreckt vor dem Raubzug in der globalen Wirklichkeit von Politik und
Finanzwelt mit ihrer medial aufgeheizten Gier und Schamlosigkeit.«
Leseprobe
Zur
politischen Entdeckung des Gemeinsamen
Antonio Negri über die
Versäumnisse und Missverständnisse der linken Parteien. Das »Institut für
Solidarische Moderne« fände in
»Goodbye Mr. Socalism« eine
schonungslose Gründungsschrift.
»Toni Negri ist ein radikaler Denker, der vor keinem linken Mythos Halt macht.
Er stiftet mehr als Verwirrung im linken Milieu, wenn er im Zusammenbruch des
nationalstaatlichen Wohlfahrtsstaats eine Chance sieht, um das
»Gemeinsame
neu aufzubauen«
oder die Verdammung des Finanzkapitals als
»idiotisch«
bezeichnet. Negri kritisiert die Linke nicht nur, er entblößt auch ihre
irrationalen Dogmen.«
Leseprobe
Der
allzu lebendige Gott
Jürgen Nielsen-Sikora
warnt vor der Lektüre von Paul Lafargues wundervoller Persiflage
»Die Religion des Kapitals«
»Das Kapital stellt sich selbst als unendliches Rätsel vor. Denn es ist ewige
Substanz und vergängliches Fleisch in einem. Es ist Gewinn und Verlust, da und
fort, nicht hier, sondern nur woanders. Die Allmacht des Kapitals ist die
Schwäche des Menschen. Der Mensch ist wie die Elster. Er nimmt alles mit, was
glänzt und wirft alles andere hinfort. Das Kapital ist lebendig, weil es von
allem, von den Toten und den Lebenden Besitz ergriffen hat. Alles hat einen
Preis, wenn auch nicht alles einen Wert. Das Kapital ist Alpha und Omega, sein
Geist ist der Kredit.«
Leseprobe
 Negative
Aufklärung
Von Rudolf Maresch
Der britische Philosoph John
Gray macht in seinem Buch
»Politik der Apokalypse« der
Politischen Theologie der Menschenrechte den Prozess. Er vergisst dabei aber zu
erwähnen, woher sie kommen.
Leseprobe John Gray
Hörprobe JacobTaubes
»Träume,
die echter sind als die Wirklichkeit«
Gregor Keuschnig über Barbara
Gresslehners Erzählungen
»Der Geruch der Stille«
»... etwas Seltenes und fast unzumutbar Erscheinendes in einer Welt des sich
zumeist selbstfeiernden Schickeria-Feuilletons, welches Bücher wie dieses mit
der schlimmsten und leider wirkungsvollsten ihrer möglichen Reaktionen versieht:
der Ignoranz. Sie überlassen die Entdeckungen lieber den wahren Lesern.«
Wunschbilder
und enttäuschte Hoffnungen
Klaus-Jürgen Bremm zu Marc
Lindemanns brisanter Analyse
über
acht vergebliche Jahre am Hindukusch
»Warum Deutschland in Afghanistan scheitert«
»Wenn dann sarkastisch von 'bizzarer Informationspolitik' und 'Berliner
Schreibtischen' die Rede ist oder etwa der ehemalige Generalinspekteur
unverblümt als zaghaft und ehrlos bezeichnet wird, tritt unverkennbar der Unmut
des Soldaten hervor, der mit seinen Kameraden all diese Entscheidungen
auszubaden hat.«
Was
ist der Mensch?
Der amerikanische
Meistererzähler T. C. Boyle geht in seiner aktuellen Erzählung
»Das wilde Kind« den elementaren
Fragen nach dem Menschsein nach. Seine Geschichte scheitert allerdings an der
eigenen Betroffenheit.
Homepage des Autors
Salut
au Monde
»Es
schien mir …, dass die Zeit gekommen ist, um über alle alten und neuen Themen
und Dinge im Lichte der Ankunft Amerikas und der Demokratie nachzudenken.«
»Grasblätter« Walt Whitmans
Hymnen auf eine erwachende Nation
Die prosaischen Verse des amerikanischen Nationallyrikers liegen nun erstmals
vollständig auf Deutsch vor.
Leseprobe
Opfer
und wehrloser Täter zugleich
Martin Suter erzählt in seinem neuen Roman
von einem tamilischen Liebes-Koch
Von Georg
Patzer
»Herrlich und erfrischend ist der Sarkasmus, mit dem Suter die Großen abwatscht.
(...) Eine spannende Mischung aus
»Es
muss nicht immer Kaviar sein« (auch hier sind die Rezepte angehängt) und
»Das
Parfüm« mit seiner anregenden Sinnlichkeit.«
Leseprobe
Bolaños
Welt
»In dieser Nacht fand Reiter keinen Schlaf, und der
Vollmond drang durch die Zeltleinwand wie kochender Kaffee durch eine als Filter
verwendete Socke.«
Leseprobe
»2666«
lautet der kryptische Titel des grandiosen Romans des 2003 verstorbenen
chilenischen Autors Roberto Bolaño. Diese knapp 1.100 Seiten sind das
Vermächtnis eines meisterhaften Erzählers, der es mit den Granden der
Weltliteratur aufnehmen kann.
»Seien
wir schrecklich, damit das Volk nicht schrecklich sein muss!«
Jürgen
Nielsen-Sikora über David Priestlands
»Weltgeschichte des Kommunismus. Von der
Französischen Revolution bis heute«
»Vom radikal-romantischen Antikapitalisten bis hin zum blutsaugenden
Bolschewisten, von der Schreckensherrschaft des Comité de salut public,
über den Gulag, die Hinrichtungsstätten in Leipzig, das S-21-Foltergefängnis
oder die Killing Fields in Kambodscha – Priestland zeigt deutlich, wie
untrennbar die Geschichte de Kommunismus mit der Barbarei sozialistischer
Diktaturen zusammenhängt.«
Leseprobe
Provinzkritiker
Aufschlußreiche Bemerkungen
zu einer
Pseudokritik über Stephan Thomes Buch
»Grenzgang«, die den Zustand der bundesdeutschen
Literaturgroßkritik beleuchten.
»Rezension? Nein, das ist es nicht. Radisch hat sich gar
nicht erst die Mühe gemacht, den Roman zu begreifen. Dabei sind diese
katapultartig herausgeschleuderten Wortkaskaden eher Dokumente virulenter
Sprachlosigkeit.«
Umwege
können nützlich sein
Lothar Struck entdeckt bei
der Lektüre von Frank Schirrmachers »Payback«
eine verkehrte Welt, in der Affirmation als progressiv und Kritik pauschal als
reaktionär denunziert wird.
»In Wahrheit habe der Computer längst den Menschen als Medium auf die von ihm
gesammelten Daten hin manipuliert. Das Werkzeug arbeitet sich seinen Erfinder
um. Im berühmten Turing-Test, den Schirrmacher anführt, können die
Probanten nicht mehr unterscheiden, ob ein Mensch oder eine Maschine mit ihnen
kommuniziert.«
Leseprobe
Sind Klappentexte gefährlich?
Wir meinen ja, z. B. dieser hier zu
Männermacht und Männerleid
»...das
ontologisch begründete Eigenschaftsdenken entlang eines behaupteten
Geschlechterduals ...«
So etwas kann echt impotent machen!
Zwischen
Gier und Askese
Peter V. Brinkemper über Umberto Ecos neuesten Coup
»Die Unendliche Liste«
»... wieder einmal sind Orgie
und Askese, das heiter-parodistische Spiel um Dummheit und Klugheit, die
Tragikomödie von Carpe Diem und Memento Mori in einem prallen
italienisch-europäischen Buch des Zeichen-Zauberers Umberto Eco wundersam
vereint.«
»Niemand
hat das Recht zu gehorchen!«
Irmtraud Wojak legt
die Biographie des Generalstaatsanwalts und Hauptanklägers der
Auschwitz-Prozesse
Fritz Bauer vor.
Von Peter H. Gogolin
»Und
wenn am Ende doch konstatiert werden konnte, dass Deutschland ein anderes Land
geworden war, dann muss man hinzufügen, dass dies ohne Fritz Bauers
unermüdlichen Kampf gegen die verdrängte Erinnerung der Deutschen nicht möglich
gewesen wäre.«
Leseprobe
 5
Lese- & Hörtipps
Albert Camus
wiedergelesen »Hochzeoit des Lichts«
Martin Wuttke liest Joseph Roths
»Flucht ohne Ende«
Géza von Cziffra erinnert sich an Joseph Roth
Endlich
mal den Simplicissimus lesen
Doch
wieder mal Stephen King lesen
»Die Arena«
 Wiederentdeckte
Weltliteratur
Bücher, wie dieses gibt es
nur noch wenige.
Leonid Dobyčins Lebenswerk
»Die Stadt N.« liegt nun erstmals
in deutscher Übersetzung vor.
Als der Roman 1935 veröffentlicht wird, zerreißt ihn die stalinistische
Literaturkritik. Als „zutiefst feindliches Werk" und „reaktionär" bezeichnete
der Literaturfunktionär Dobin „Die Stadt N." in Anwesenheit des Autors auf einer
Tagung des Leningrader Schriftstellerverbandes. Dobyčin verschwand nach der
besagten Tagung spurlos. Bis heute ist sein Tod ungeklärt, seine Leiche wurde
nie gefunden.
Der
längere Atem der Geschichte
Von
Christiane Pöhlmann
Pavel Kohout spürt in seinem neuen Roman
»Die Schlinge« der Etablierung
totalitärer Strukturen nach
»Einmal mehr zeigt Kohout auf, wie
totalitäre Strukturen entstehen, durch welche infamen Mechanismen sie
aufrechterhalten werden. Wie der Einzelne sich gegenüber dem Staat zur Wehr
setzen muss, um nicht entmündigt und zum Spielball plumper Machtpolitik zu
werden.«
Eine
Übung in Demut
Gregor
Keuschnig war mit Tariq Ramadans Darstellung der Lebensgeschichte Muhammads
Auf den Spuren des Propheten
»Wir
scheinen zu glauben, dass es ausreicht, die Techniken der Ausübung von Religion
(Gebete, Pilgerreisen) zu erlernen, um ihre Bedeutung und ihren Zweck zu
begreifen und zu verstehen. Dieser Irrglaube hat schwerwiegende Konsequenzen,
denn er führt dazu, dass die religiöse Lehre ihre spirituelle Substanz verliert,
welche doch das Allerwichtigste an ihr ist.«
Leseprobe
Die
Geschichte eines Fotografenpaares
Die erste Retrospektive zum
Werk von
Lillian Bassman und Paul Himmel
lädt ein zur Wiederentdeckung zweier grandioser Fotokünstler.
Ausstellung:
Die erste Retrospektive
27. November 2009 – 21. Februar 2010
Haus der Photographie in den Deichtorhallen Hamburg.
Die
unerträgliche Selbstfeier des Menschen
Felix Hofmann über Lorenz
Jägers 'Kleines Brevier der Astrologie'.
»Die schöne Kunst, das Schicksal zu lesen«
»Was nicht gefällt, wird
weggeschnitten. Das nur als Beispiel für die Methode des Buches, die darin
besteht, alles Unpassende mit Nichterwähnung zu strafen. Dieses Brevier ist eine
affirmative Anstrengung, die nicht als Spiel aufgefaßt werden will. Keine
Ironie, keine Abenteuer, keine fröhliche Metaphysik sondern zweifelsfreie
Berechenbarkeit und steifernste Beweisführungen zugunsten der Regentschaft des
Himmels ...«
Das
Leben der Anderen schreiben -
das Leben anders lesen.
Christian Kleins
Metzler Handbuch Biographie
erforscht das populäre Genre gründlich und bietet Hilfestellung zur
Eigenproduktion.
»Die Faszinationskraft der Biographik befeuert auch noch dieses Handbuch: beide
Male geht es um nichts weniger als ‚das Leben‘. Das fesselt nun einmal; sei es
im Modus empathischer Anteilnahme, sei es im Modus methodischer Reflexion auf
seine Formierungs- und Darstellungsweisen.«
Schwafelorgie
Lothar Struck über das neueste Produkt der
rhetorischen
Windmaschine
Matthias Horx
»Das Buch des Wandels«
»Slums
als Kaderschmieden, Krisen als Innovationsbeschleuniger,
der Autor ist eloquent in der Verteilung seines Beruhigungssirups mit
garantierter Komplexitätsreduzierung.«
Leseprobe
Inszenierte
Zivilisationskrankheiten
Von Thomas Hummitzsch
Die Koreanerin In Sook Kim
hat in einem Fotoprojekt
»Saturday Night«
das
Drama des gesellschaftlichen Nebeneinanders reinszeniert und so der modernen
Gesellschaft in die Seele geblickt.
Leseprobe
Schuld
und Wahn
Christiane Pöhlmann über
Ennio Flaianos wiederaufgelegten Roman
»Alles hat seine Zeit«
»Dieser Roman ist einer dieser paradoxen Glücksfälle: Er lädt zu einer Lektüre
ein, die in einen zutiefst pessimistischen Widerhall ausläuft, einen Schmerz,
der jede Zeile lohnt.«
Leseprobe
»Damit
du weißt, woher du kommst«
Ulrich Ladurners kleine Geschichte
eines großen Schauplatzes
»Solferino«
Ein Städtchen in der Nähe des
Gardasees, Provinz Mantua, heute leben dort rund 2.600 Einwohner. Am 24. Juni
1859 war es Schauplatz einer Schlacht zwischen Österreich auf der einen und
Piemont-Sardinien sowie Frankreich auf der anderen Seite.
»Die Dinge waren schrecklich,
doch hatten sie eine gewisse Ordnung, auf die man sich verlassen konnte.«
Leseprobe
Eine
Parabel kapitalistischer Exzesse
Gregor Keuschnig
über ein bemerkenswertes Debut des
»themenbuchverlags
siebenhundertzwanziggrad«
Oscar Heyms Roman
»Die Reserven«
Der Mikrokosmos Gronau dient als Anschauungsobjekt für Vorgänge dieser Art und
so ganz nebenbei wird mit der Fama menschlicher Unzuständigkeit und
Unverantwortlichkeit an einer solchen Blase aufgeräumt.
Venedig
– Stadt der Illusionen
Die Dokumentation
»Migropolis« zeigt, wie die
gegenwärtigen Prozesse der Globalisierung das Leben steuern.
Leseprobe
Chinesische
Touristen kaufen in der Stadt von irregulär eingewanderten Straßenhändlern
billige Kopien 'echter' italienischer Erinnerungsstücke, von denen nur Sekunden
vorher das Etikett 'Made in China' entfernt wurde. (...) Deutsche und Australier
genießen ihre italienische Pizza und loben die cucina italiana, die sich
Ägypter und Marokkaner akribisch angeeignet haben.
Und
wieder braucht man die Hoffnung
Über
»Odessa Transfer«, die
vielgesichtige Text- & Bildersammlung mit Nachrichten vom Schwarzen Meer
»Hier erscheint dieses
Schwarzmeer-Vielvölkergemisch in seiner ganzen Vielfältigkeit, Schönheit und
gleichzeitig Verzweiflung.«
Leseprobe

»Schönheit. Wahrheit. Eros. Tod. Krieg. Macht.
Gerechtigkeit. Freiheit. Arbeit. Glück.«
Passen die
zehn wichtigsten Wörter unserer Kultur in einen Schuber?
Grundbegriffe der europäischen
Geistesgeschichte
Franz Siepe über ein ambitioniertes
Projekt als kulturpolitisches Pflichtprogramm und ein essayistisches
Schaulaufen.
Im
Mahlwerk des Regimes
Amir Hassan Cheheltan
beschreibt in
»Teheran.
Revolutionsstraße« die Unterdrückung der Menschen durch das System und
dessen selbstgerechte Repräsentanten.
»Zucker,
Geflügel und Speisefett hatte man rationiert, sogar Reis und Käse. Brot und
Menschenleben gab es jedoch zuhauf, die Bäcker backten und die Frauen gebaren
rund um die Uhr. Die Bevölkerung stand da und dort in langen Schlangen und musste
sich schreiend verständlich machen, weil sämtliche Lautsprecher der Stadt
Marschmusik ausstrahlten.«
Leseprobe
Die Torpedierung der Athenia
Klaus-Jürgen Bremm über
Drei Tage im
September
Cay Rademachers mitreißende Schilderung der letzten Fahrt des britischen
Passagierschiffes Athenia
Die
Kraft der Worte
Robert Littell
Das Stalin-Epigramm
Während Russland im Terror
versinkt, versucht ein Dichter dem Diktator Stalin die Stirn zu bieten – mit
seinen Worten.
Was wie ein Superheldenroman klingt, ist eine einfühlsame Hommage an Ossip
Mandelstam und seine Frau Nadeshda.
»Littells Roman ist eine Huldigung, eine Ode an die Sprache und Dichtung und die
Kraft, die im Wort verborgen liegt.«
  
»Das
Leben ist wunderbar, die Welt großartig,
wie leben in einer großen Zeit.«
Lothar Struck über
den großartigsten Briefwechsel, der je zwischen Verleger und Autor geführt
worden ist:
Der Briefwechsel
Thomas Bernhard – Siegfried Unseld,
in dem in jeder Zeile alles auf dem Spiel steht.
Leseprobe
Hörprobe
Heart
of Brightness
James Camerons Avatar – Aufbruch nach
Pandora
»Aliens und
Terminatoren mutieren zum Versöhnungsfest im Stil von Herr der Ringe. Abgemischt
aus Pocahontas und Meuterei auf der Bounty entsteht
ein Silent Running der neuen
Dimension. Doch das ist keine Science Fiction mehr, das ist Science
Fantasy.«
Brinkempers Gebrauchsanweisung für Camerons
»Avatar«
Brauchen wir neue Kategorien für das mediale Erleben?
Die
normale Ehehölle der 50er Jahre
Liebeskind hat Philipp K.
Dicks frühen Roman
»Unterwegs in einem kleinen Land«
wiederentdeckt
Von Georg Patzer
»Objektiv
und sezierend, und nur zwischen den Zeilen wird etwas von einer mitleidigen
Sympathie spürbar. Dass Liebeskind jetzt seinen frühen Roman „Unterwegs in einem
kleinen Land“ herausbringt, ist eine schöne Sache.«
Chinesische Skizzen
Das Gottvertrauen der Chinesen und der Unsinn der Chinesischen Küche
von Ma
Ping Zuo
»...Ebenso wild geht
es zu an den sinnlos auf den Asphalt gepinselten Zebrastreifen, wo alle
Kraftfahrzeuge gewohnheitsmäßig wild hupend vor und hinter und mitten durch
Fußgängerpulks brettern und riesige Busse mit wildem Getöse und
Lautsprechergekreisch brutal durch die Menschenmengen walzen. Doch
unerschütterlich in seiner glaubensfesten Aufgehobenheit, nimmt ein jeder
Fußgänger sein Schicksal hin. Hauptsache, man kann mitten im tobend lärmenden
Chaos noch ins Handy schreien oder wenigstens eine SMS eintippen.«
Die
Leere des Guten
Klaus-Jürgen Bremm über
Michael Schmidt-Salomons Thesen
»Jenseits von Gut und Böse«
Haben die Kultur tragenden und Identität stiftenden moralischen Kategorien von
Gut und Böse ausgedient? Welche Alternativen ethischer Handlungsgrundlagen gäbe
es?
Schlaflose
Nächte
William Boyds euphorisch gefeierter Roman
»Einfache Gewitter« raubt deutschen Lesern den Schlaf.
»Bereits vor drei Jahren hat uns Boyd mit seinem Spionage-Roman 'Ruhelos'
selbige äußerst angenehm geraubt. Wer 'Einfache Gewitter' noch vor sich hat, der
sollte sich ein bis zwei Tage nichts vornehmen, und sich sicherheitshalber eine
warme Decke bereitlegen, für wenn die Heizung ausgeht ...«
Leseprobe
Literarisches
Panorama der Weltgeschichte
Das
großformatige Kleinod
»Nichts als die Welt« birgt
mit
seinen 164 Reportagen und Berichten von Augenzeugen aus 2500 Jahren manchen
literarischen Schatz der Menschheitsgeschichte.
»Man wird lange suchen müssen, um in Verlagsprogrammen der Welt qualitativ
seinesgleichen zu finden, inhaltlich wie herstellerisch.«
Leseprobe
»Der
Lauf der Dinge«
Jürgen Nielsen-Sikora über
die
»Frequenzen« des Clemens Setz
»...ein hochintelligentes,
mit seinen unzähligen Anspielungen pointenreiches, wundervoll philosophisches
Buch, geschrieben in einer fesselnden, poetischen und unermüdlich nachdenklich
stimmenden Sprache, kostbar versehen mit ungewöhnlichen Bildern und
einzigartigen Gedankengängen, die langsam in ein großartiges Finale münden ...
als träfen Fischli & Weiss auf John Cameron Mitchell und Haruki Murakami im
hochfrequentierten Zentrum einer Rube-Goldberg-Maschine«
Leseprobe
»Die
ganze Welt war mein Garten...«
Über
die ausgewählten Briefe der Martha
Gellhorn, erschienen by Dörlemann, Zürich
»Ihre Briefe sind auch Zeugnisse
eines lebenslangen Bemühens um eine Vergewisserung ihrer selbst, schmerzhaft, dramatisch und konsequent. Das
Briefeschreiben ist für sie auch ein tauglicher Prozeß des Suchens, der Selbstreinigung und -findung.
Sie schreibt sich ihre Verletzungen und Zweifel von der Seele.«
»Ja,
Peter Handke ist ein Romantiker. Immer noch.«
Lothar Struck
über
»Peter Handke Freiheit des Schreibens –
Ordnung der Schrift« das als Profile Band 16 herausgegeben von Klaus
Kastberger erschienen ist.
»Aktualität
und Realismus manifestieren sich nicht in der "Geschichte" oder Handlung,
sondern in der Sprache und im Erzählen. Das heißt: Erkenntnis der Wirklichkeit
kommt nicht vom Erfassen der Dinge (der Natur, der Außenwelt) selbst, sondern im
Gewahrwerden der jeweils eigenen (subjektiven) Erfahrung der Dinge im objektiven
Medium der Sprache.«
(Katharina Pektor)
Mann
oh Mann!
Sigrid Lüdke-Haertel über ein
Kompendium voller
»Leidenschaft« für neunundneunzig
Frauen der Weltliteratur.
»Ein wunderbarer,
informativer und fesselnder Schmöker für lange dunkle Abende und die kurzen
Pausen zwischendurch. (...) Dabei fügen sich diese Lebensgeschichten zu »einer
Galerie der Emanzipation« zusammen.«
Leseprobe
Persische
Elegien
Mahmud Doulatabadis Roman
»Der Colonel« ist
sprachgewaltiges Dokument über den Niedergang einer Gesellschaft und das Ende
einer Familie.
»Ich
bin fremd im eigenen Haus. Die gesamte Geschichte unseres Landes ist im Grunde
nichts anderes: Die Katastrophe, im eigenen Haus fremd zu sein.«
Das
Nachwort von
Bahman Nirumand
 Die
tödliche Leichtigkeit des Seins
Der
biographische Roman über das
aufregende Leben des
Erfolgsschriftstellers Axel Rudolph
»Mit dem
»Groschenroman« ist Martin Keune
ein wunderbarer, ebenso aufklärender wie unterhaltsamer Roman gelungen, der vom
Erzählton und der Haltung in der Tradition von Kästners »Fabian« steht. Axel
Rudolph wird darüber frohlocken, in welchem Winkel des Himmels er sich auch
gerade herumtreibt.«
Leseprobe
Begriffe
in Bewegung
Abécédaire.
Gilles Deleuze
von A bis Z
»Allein
das Interieur, die arrangierte Szenerie ist très léger. Mit welcher charmanten
Nonchalance Gilles Deleuze in einem ausgeleierten, mauvefarbenen Pullover vor
einer halbhohen Kommode sitzt, über der ein alter Spiegel hängt, in dessen
linken unteren Ecke man das Spiegelbild seiner ketterauchenden
Gesprächspartnerin, Claire Parnet, erkennt, das ist grandios.«

Der triumphale Abgrund des
Krieges
Peter V. Brinkemper über
Caroline Alexanders Studie
»Der Krieg des Achill:
Die
Ilias und ihre Geschichte«,
die zwischen zwischen Altphilologie und US-Traumatologie pendelt.
»Was für ein Götterfestspiel der planetaren Verwüstung wäre das geworden, wenn
alle Helden unsterblich und rastlos sich in Ewigkeit bekämpft hätten? Homer,
also doch über Zeit und Raum hinweg, im Gespräch mit Erich Maria Remarque und
Ernst Jünger via Operation Patroklos?«
Zum Tod
von Claude Lévi-Strauss
Zwischen Kannibalismus und Kantianismus
Von Goedart Palm
»... Ob daher der Strukturalismus humanistisch ist oder nicht, mag angesichts
der Absicht von Lévi-Strauss, die Anthropologie in eine 'Entropologie', eine
Wissenschaft von den soziokulturellen Desintegrations- und Zerfallsprozessen zu
verwandeln, Stoff für endlose
Räsonnements liefern.
Gegenüber diversen gegenwärtigen Fortschrittsnaivitäten liefert dieses Konzept
aber weiterhin zahlreiche Anregungen, hier bei unseren zivilisierten Wilden nach
der Auflösung sozialer Ordnungen und ehedem approbierter Formen des
Zusammenlebens zu fragen.«
Der
»Vater der Atombombe«
Klaus-Jürgen Bremm über die
J. Robert Oppenheimer Biographie
Nobelpreisträger
Percy Brigdman in einem 'Empfehlungsschreiben':
»Wie
aus seinem Namen hervorgeht, ist Oppenheimer Jude, aber völlig frei von den
gewöhnlichen Eigenschaften seiner Rasse. Mir scheint es durchaus nicht
ausgemacht, dass er es jemals zu bedeutenden Beiträgen bringen wird, aber wenn
er überhaupt etwas Gutes zustande bringen sollte, dann wird das ein ganz
außergewöhnlicher Erfolg werden.«
Aufbruch
in die Gotik
»Der Magdeburger Dom und die späte
Stauferzeit«
Franz Siepe hat die Ausstellung aus Anlaß des 800. Domjubiläums im
Kulturhistorischen Museum Magdeburg besucht.
Über 400 Exponate aus nahezu sämtlichen Bereichen des kirchlichen und weltlichen
Lebens jener Zeit werden gezeigt: von monumentalen Steinskulpturen über
Goldschmiedearbeiten zum liturgischen Gebrauch bis hin zu kostbar illuminierten
Prachthandschriften oder Resten einer Bergkristallwerkstatt als archäologisches
Zeugnis der blühenden hochmittelalterlichen Stadtkultur.
Thomas
Pynchon - On the road again.
In seiner
»Inherent
Interpretation«
enthüllt
Goedart Palm virtuos, warum der neue Roman des Meisters aller
Klassen, »Inherent Vice«, viel mehr als eine Detektiv-Geschichte ist.
»Thomas
Pynchon ist in diesem ironisch-nostalgischen 'Krimi' nicht weniger als in seinen
schwergewichtigen Werken der radikale Trickster geblieben, dessen wertvollste
Lehre lautet: Paranoia ist die Mutter aller literarischen Erfindungen.«
Text als pdf-Datei
O-Ton Pynchon
Keine
Maus in der Falle
Sigrid
Lüdke-Haertel über
Helmut Kraussers hinreißenden Episoden-Roman
»Einsamkeit und Sex und Mitleid«
Daniel Kehlmann hat völlig zu Recht moniert, daß dieses Buch auf der Longlist
zum Deutschen Buchpreis 2009 fehlt. Helmut Krausser, 1964 geboren, mag ein
Vielschreiber sein. Ich schätze ihn auf zwanzig Bücher. Er gilt aber auch als
guter Schachspieler. Das merkt man.
Leseprobe
»Il
faut cultiver notre rire.«
Franz Siepe zur
Ausstellung
»Vielleicht ist die Wahrheit ein Weib ...«
im Schloß Benrath, Museum für
Europäische Gartenkunst, die bis
zum 13.9.2009 verlängert wurde.
»Kenntnisreiche Bildung, die den Geist erheben sollte! Man darf diese Wendung,
die geradeheraus hochkulturelle Dignität annonciert und sich selbstbewußt vom
Trend der als 'Besucherorientierung' kaschierten Popularisierung der Museums-
und Ausstellungslandschaft absetzt, unbedingt als programmatisches Bekenntnis
verstehen ...«
Eine
Einladung zum Tanz
Der Einführungsband zu dem
ehrgeizigen Projekt des Perlen Verlages, das Lebenswerk des marokkanischen
Philosophen Mohammed Abed Al-Jabri, die
»Kritik der arabischen Vernunft«,
ins Deutsche zu übersetzen. Es wird spannend sein zu sehen, ob und wie sich
deutsche Denker und Schreiber darauf einlassen, und welche Figur sie auf dem
glatten Parkett abgeben werden, beim Tanz der Kulturen.
Leseprobe
Der
anthropotechnoartistischsannyasketologische Wunschpunsch
Goedart Palm zu den neuen
Trainingseinheiten unseres Senior Drill Instructors Peter Sloterdijk
Du mußt dein Leben ändern
»Wir alle besitzen Heimtrainer. Einer von ihnen ist Peter
Sloterdijk, der von der Jan Steen-Leiblichkeit her zwar nicht a priori
fitnessverdächtig erscheint, aber dessen im
Feuilleton so nachhaltig beschworene »Hans-Dampf«-Denkerexistenz als umtriebig
genug gilt, alte Meistererzählungen zu beleben und kreativ durcheinander zu
wirbeln. In seiner neuen Frohbotschaft entwirft er
eine mehrtausendjährige Geschichte der Übungen des Selbst, um in dieser Welt der
tausendundeins Zumutungen besser mit diesem widerspenstigen Selbst klar zu
kommen.
(Mehr lesen)
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»Unaufhörlich
Marrons glacés«
Auf der Suche nach dem wahren Leben Marcel
Prousts
Goedart Palm über Jean-Yves Tadiés
Proust Biographie
»Von
einem gewissen Alter an sind unsere Erinnerungen derart miteinander verwoben,
dass die Sache, die man im Sinn hat, oder das Buch, das man liest, ganz dahinter
verschwindet. Überall hat man etwas von sich ausgestreut, alles ist ergiebig,
alles birgt Gefahren in sich, und ebenso kostbare Entdeckungen wie in Pascals
Pensées kann man in einer Seifenreklame machen.«
»War
es ein guter Krieg?«
»Menschenrauch« von Nicholson
Baker ist ein kühnes, ein waghalsiges, ein fürchterliches, ein aufrüttelndes,
ein geschichtsklitterisches und ein erhellendes Buch. Es ist der Versuch, die
Zeit zwischen 1919 und Ende 1941 aus einer anderen Sicht zu sehen. Wo inzwischen
die Vokabel des Paradigmenwechsels verbraucht erscheint – hier ist sie
angebracht.
Historische
Wahrheit, gibt es das?
Bemerkungen zu Nicholson
Bakers umstrittenen Buch
»Menschenrauch - Wie der Zweite Weltkrieg
begann und die Zivilisation endete«
»Woher der so
hochgelobte
Autor Daniel Kehlmann,
Jahrgang 1975, allerdings die
Urteilskompetenz
hernimmt, zu behaupten, Bakers Buch sei
'ein
Buch für die Feinde der Demokratie',
wüßte ich gerne.
Bakers Werk ist ein Buch für
alle Demokraten und systemkritische Leser & Denker. Sind wir denn schon soweit
heruntergekommen, daß Prominenz automatisch auch Kompetenz bedeutet.«
Kritische
Gesamtausgabe
Walter Benjamin und die europäische Moderne
Im Suhrkamp Verlag hat die auf 21 Bände angelegte historisch-kritische Edition
der Werke Walter Benjamins begonnen.
Ein kurze Einführung in sein Denken von Jürgen Nielsen-Sikora
Leseprobe
Der Kampf um die Armbinde
Walter Benjamins allegorische Wissenschaft
»Der
Intellektuelle ist der geborene Feind des Kleinbürgertums, weil er es ständig in
sich selbst überwinden muß.« Von
Friedhelm Lövenich
Die
negative Dialektik des Pop
Diedrich
Diederichsen untersucht mit
»Eigenblutdoping« die
Selbstverwertung von Künstlern
Von Bernd Blaschke
»Dieses Buch besticht nicht nur durch seine mit allen
philosophischen Wassern aus Frankreichs und Frankfurts kritischen Quellen
gesalbte kunstsoziologische Urteilskraft; es bietet zudem eine kurze, durchaus
subjektive Geschichte politischer und populärer Kunst der letzten 40 Jahre.«
 Das
Gespenst lebt
Karl Marx ist wieder da und in aller Munde
Die Moral des Kapitals ...
»Wir ziehen die Nebelkappe tief über Aug’ und Ohr, um die Existenz
der Ungeheuer wegleugnen zu können.«
Marx ist Marx ist Marx
Francis Wheen erklärt das unbekannte
Meisterwerk
»Das Kapital«
»Marx' Irrtümer und unerfüllte Prophezeiungen in Sachen Kapitalismus
verblassen zur Bedeutungslosigkeit gegenüber der chirurgischen
Präzision, mit der er die Natur der Bestie bloßgelegt hat. (...)
Weit davon entfernt, unter den Trümmern der Berliner Mauer begraben
zu sein, tritt Marx vielleicht erst jetzt in seiner wahren Bedeutung
ins Licht. Er könnte durchaus noch zum einflussreichsten Denker des
21. Jahrhunderts werden.«
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»Die
Geschichte von einer Welt, in der man mit einem Computer
Projektionen von Menschen schaffen kann. Dadurch
entsteht natürlich der Zweifel, inwieweit man selbst nur
eine Projektion ist. Vielleicht hat eine andere, größere
Welt uns als ein Denkmodell geschaffen?«
Hörprobe
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Matthes & Seitz |
Jazz aus der Tube
Bücher, CDs, DVDs
&
der Link des Tages
The Art Ensemble Of Chicago
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Glanz&Elend
Die Zeitschrift
Großformatige Broschur in einer
limitierten Auflage von 1.000 Ex.
176 Seiten, die es in sich haben:
»Diese mühselige Arbeit an den Zügen des
Menschlichen«
Dazu exklusiv das interaktive Schauspiel
»Dein Wille geschehe«
Nachruf
Wie
das Schachspiel seine Unschuld verlor
Zum Tod des ehemaligen Schachweltmeisters Bobby Fischer
»Ich glaube nicht an Psychologie,
ich glaube an gute Züge.«
Thomas Bernhard
Eine
kleine Materialsammlung
Man schaut und hört wie gebannt, und weiß doch nie, ob er einen
gerade auf den Arm nimmt, oder es ernst meint mit seinen grandiosen
Monologen über Gott und Welt. Ja, der Bernhard hatte schon einen
Humor, gelt?
Literatur in
Bild & Ton
Literaturhistorische
Videodokumente von Henry Miller,
Jack Kerouac, Charles Bukowski, Dorothy Parker, Ray Bradbury & Alan
Rickman liest Shakespeares Sonett 130
Hörprobe
Die Fluchtbewegungen des Bob Dylan
»Oh
my name it is nothin'/ My age it means less/ The country I come from/
Is called the Midwest.«
Ulrich Breth über die
Metamorphosen des großen Rätselhaften
mit 7 Songs aus der Tube
Neues von
Hackensack:
»Come
and fly away with me tonight«
Shara Worden -
Eine Hommage
Die
Musikerin steht in einem hell erleuchteten Raum vor einem Mikrophon,
zwei Glasschränke mit Büchern hinter ihr an der Wand. Eine
halbakustische Gitarre umgehängt, sagt sie ungefähr Folgendes: »Mein
Name ist Shara, ich komme aus Brooklyn, New York. Ich habe eine
Band, die heißt My Brightest Diamond. Manchmal besteht die Band aus
einem Streichquartett und einem Drummer. Manchmal nur aus einem
Streichquartett, manchmal nur aus einem Drummer und manchmal auch
nur aus mir.«

Wer
ist Joe Henry?
»Live is short, but by the grace of God, the night is long.«
Coltrane
par coeur
René
Steininger zu
Ben Ratliffs lesenswerten Biographie über einen Unsterblichen der
Musikgeschichte.
»Coltrane.
Siegeszug eines Sounds«
»Der Sound ist für den Musiker, was für den Schriftsteller der Stil oder
die Stimme ist. Es ist seine Signatur oder Syntax und das, was er der Struktur
der Notensysteme an individuellen Modalitäten abgewinnt. 'Irgendwann braucht
jeder Musiker einen eigenen Sound', den man 'im Idealfall schon beim ersten Ton
erkennt.'«
Mit 10 Bild- & Tondokumenten aus der Tube
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
Am Neckar
»Mit der Linie 2 fuhr ich am
Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der
Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad
Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen
gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war
gefährlich.
Als ich
von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«
Short-Story
Buddy
von Jörn Birkholz
»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der
Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem
ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie
schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen,
aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur
Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.«
Text als PDF-Datei
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