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08.01.2010, 16:23 Glanz & Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik |
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de BalzacBerserker und Verschwender Balzacs Vorrede zur Menschlichen Komödie Die Neuausgabe seiner »schönsten Romane und Erzählungen«, über eine ungewöhnliche Erregung seines Verlegers Daniel Keel und die grandiose Balzac-Biographie von Johannes Willms. Leben und Werk Essays und Zeugnisse mit einem Repertorium der wichtigsten Romanfiguren. Hugo von Hofmannsthal über Balzac »... die größte, substantiellste schöpferische Phantasie, die seit Shakespeare da war.« Anzeige Edition
Glanz & ElendMartin Brandes Herr Wu lacht Chinesische Geschichten und der Unsinn des Reisens Leseprobe Andere Seiten Quality Report Magazin für Produktkultur Elfriede Jelinek Elfriede Jelinek Joe Bauers Flaneursalon Gregor Keuschnig Begleitschreiben Armin Abmeiers Tolle Hefte Curt Linzers Zeitgenössische Malerei Goedart Palms Virtuelle Texbaustelle Reiner Stachs Franz Kafka counterpunch »We've got all the right enemies.« |
Forever
Young Verdecktes Feuer brennt mit größrer Kraft. Wer stets zu Haus bleibt, hat nur Witz fürs Haus.
Leicht verirrt ein armes Schäfchen sich, Erfahrung wird durch Fleiß und Müh erlangt. Oh, schmeichle mir; des Lobs freut sich die Liebe. O
kenntest du die innre Kraft der Liebe,
Oft weist ein Weib zurück, was sie beglückt.
Der Mann, der nur 'ne Zung' hat, ist kein Mann, Mit Taten schmückt sich Treu' und nicht mit Worten. Einstimm'ges Lied hat keine Harmonie. Der Schäfer sucht das Schaf, und nicht das Schaf den Schäfer. Erfahrung wird durch Fleiß und Müh' erlangt. Und immer fand Ergebenheit den Lohn.
Der Mangel macht uns jeder Sünd' ergeben. O Wissenschaft! Was für ein Segen bist du! Einmal besser als keinmal, und besser spät als nie. Wo
zwei wüt'ge Feuer sich begegnen, Was Ihr nicht tut mit Lust, gedeiht Euch nicht.
Dein Vater wär' ein Narr!
Der Weiber Freundlichkeit, nicht schöne Augen,
Ein Weib wird bald zum Narr'n gemacht, Unter faulen Äpfeln gibt's nicht viel Wahl. Niemand unterscheidet am Gesicht, wer Herr, wer Diener ist.
Wie die Sonne bricht durch trübste Wolken,
Geduld, nie aufgereizt, wird leicht geübt;
Ein Mann ist über seine Freiheit Herr, Treib nicht mit meinem Gram ein grausam Spiel! Mein' Seel', der braucht einen langen Löffel, der mit dem Teufel ißt.
Nein sagt ein Mädchen, weil's die Sitte will,
Das gift'ge Schrei'n der eifersücht'gen Frau Kein Wesen gibt's, das nicht gebunden wär.
Zeit ist bankrott und schuldet mehr dem Zufall, als sie wert ist.
Fasten, studieren, keine Frauen sehn - Witz, schnell geboren, wächst und welkt geschwind.
Eitel ist jede Lust, am meisten, die mit Mühen kaufend Not bricht Stahl.
Ein fetter Bauch hat magres Gehirn; je feister
Jeder Mensch hat angeborne Schwächen, Wo
Schönheit fehlt, ist Schmeicheln eitles Tun.
Drum laß Geduld uns durch die Prüfung lernen,
Die Wahrheit zu sagen, halten Vernunft und Liebe heutzutage nicht viel
Gemeinschaft. Wie kann das Glück so wunderlich doch schalten?
Wahnwitzige, Poeten und Verliebte
Dem schlechtsten Ding an Art und an Gehalt
Amor steckt von Schalkheit voll, Des Wunsches Hälfte soll den Wünscher lohnen.
Ein jedes Ding muß Zeit zur Reife haben.
Fürwahr, ich weiß nicht, was mich traurig macht; Es
gibt so Leute, deren Angesicht Gott schuf ihn, also laßt ihn für einen Menschen gelten. Ich will mit euch handeln und wandeln, mit euch stehen und gehen, und was dergleichen mehr ist; aber ich will nicht mit euch essen, mit euch trinken, noch mit euch beten.
Maße keiner Ich bin ein Jude. Hat nicht ein Jude Augen? Hat nicht ein Jude Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Mit derselben Speise genährt, mit denselben Waffen verletzt, denselben Krankheiten unterworfen, mit denselben Mitteln geheilt, gewärmt und gekältet von eben dem Winter und Sommer als ein Christ? Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? Sind wir euch in allen Dingen ähnlich, so wollen wir's euch auch darin gleich tun. Wenn ein Jude einen Christen beleidigt, was ist seine Demut? Rache. Wenn ein Christ einen Juden beleidigt, was muß seine Geduld sein nach christlichem Vorbild? Nu, Rache. Die Bosheit, die ihr mich lehrt, die will ich ausüben, und es muß schlimm hergehen, oder ich will es meinen Meistern zuvortun. Es
gibt der Leute, die kein schmatzend Ferkel Welch Urteil soll ich scheun, tu ich kein Unrecht?
Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang.
Ihr nehmt mein Haus, wenn ihr die Stütze nehmt,
Der Mann, der nicht Musik hat in ihm selbst,
Wer wohl zufrieden ist, ist wohl bezahlt;
Wie weit die kleine Kerze Schimmer wirft!
Kein Laster ist so blöde, das von Tugend Der ist ein guter Prediger, der seine eignen Ermahnungen befolgt: Ich kann leichter zwanzig lehren, was gut zu tun ist, als einer von den zwanzigen sein und meine eignen Lehren befolgen. Gewinn ist Segen, wenn man ihn nicht stiehlt. Ich mag nicht Freundlichkeit bei tückischem Gemüte. Beleidigung ist nicht sofort auch Haß.
Wie hoffst du Gnade, da du keine übst? Du
nanntest Hund mich, eh' du Grund gehabt: O
Liebe, mäß'ge dich in deiner Seligkeit! Wäre tun so leicht, als wissen, was zu tun ist, es wären Kapellen Kirchen geworden, und armer Leute Hütten Fürstenpaläste. Gewinn ist Segen, wenn man ihn nicht stiehlt. Wahrheit muß ans Licht kommen. Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!
Die Krähe singt so lieblich wie die Lerche, Die lustigen Weiber von Windsor Ich hoffe, mit der Vertraulichkeit wird sich auch die Geringschätzung einstellen. Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur. Wo Geld vorangeht, sind alle Wege offen.
Freundschaft hält stand in allen Dingen,
Redet leise, wenn Ihr von Liebe redet. Ein Sieg gilt doppelt, wenn der Feldherr seine volle Zahl wieder heimbringt. Eine zärtliche Ergießung der Zärtlichkeit. Keine Gesichter sind echter, als die so gewaschen sind. Lieber wollt ich meinen Hund eine Krähe anbellen hören, als einen Mann schwören, daß er mich liebe. Ich wollte, mein Pferd wäre so schnell als Eure Zunge. ... andre Zeiten, andre Gedanken.
Freundschaft hält stand in allen Dingen,
Willst du denn das Zutrauen zur Sünde machen? Schweigen ist der beste Herold der Freude. Ich wäre nur wenig glücklich, wenn ich sagen könnte, wie sehr ich’s bin.
Singt nicht Balladen trüb und bleich, Glücklich sind, die erfahren, was man an ihnen aussetzt, und sich darnach bessern können.
Denn noch bis jetzt gab's keinen Philosophen,
Wozu die Brücke breiter als der Fluß?
Wieviel besser ist's, über die Freude zu weinen, Jeder kann den Schmerz bemeistern, nur der nicht, der ihn fühlt. …
denn so geschieht's, In einer schlechten Sache hat man keinen Mut. Was für ein artiges Ding ein Mann ist, wenn er in Wams und Hosen herumläuft und seinen Verstand zu Hause läßt. Aber liebe keinen Mann in wahrem Ernst, auch zum Spaß nicht weiter, als daß du mit einem unschuldigen Erröten in Ehren wieder davon kommen kannst. Desto schlimmer, daß Narren nicht mehr weislich sagen dürfen, was weise Leute närrisch tun. So wird man alle Tage klüger! Schönheit lockt Diebe schneller noch als Gold. Wir treuen Liebenden kommen oft auf seltsame Sprünge: wie alles von Natur sterblich ist, so sind alle sterblich Verliebten von Natur Narren. Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiß, daß er ein Narr ist. Am häßlichsten ist Häßlichkeit am Spötter.
Die ganze Welt ist Bühne, Wahrhaftig, Schäfer, an und für sich betrachtet, ist es ein gutes Leben; aber in Betracht, daß es ein Schäferleben ist, taugt es nichts. In Betracht, daß es einsam ist, mag ich es wohl leiden, aber in Betracht, daß es stille ist, ist es ein sehr erbärmliches Leben. Ferner, in Betracht, dass es auf dem Lande ist, steht es mir an; aber in Betracht, daß es nicht am Hofe ist, wird es langweilig. Insofern es ein mäßiges Leben ist, seht Ihr, ist es nach meinem Sinn; aber insofern es nicht reichlicher dabei zugeht, streitet es sehr gegen meine Neigung. Verstehst Philosophie, Schäfer? Was bei Hofe gute Sitten sind, die sind so lächerlich auf dem Lande, als ländliche Weise bei Hofe zu Spott dient. Ihr sagtet mir, bei Hofe verbeugt Ihr Euch nicht, sondern küßt Eure Hand. Das wäre eine sehr unreinliche Höflichkeit, wenn Hofleute Schäfer wären.
Ich will kein lebendig Wesen in der Welt schelten als mich selber, an dem ich
die meisten Fehler kenne. Wenn eines Menschen Verse nicht verstanden werden und eines Menschen Witz von dem geschickten Kinde Verstand nicht unterstützt wird, das schlägt einen Menschen härter nieder als eine große Rechnung in einem kleinen Zimmer. Wie der Ochse sein Joch hat, Herr, das Pferd seine Kinnkette und der Falke seine Schellen, so hat der Mensch seine Wünsche; und wie sich Tauben schnäbeln, so möchte der Ehestand naschen. Viel gesehen haben und nichts besitzen, das kommt auf reiche Augen und arme Hände hinaus. Gute Redner räuspern sich, wenn sie aus dem Text kommen, und wenn Liebhabern (was Gott verhüte!) der Stoff ausgeht, so ist der schicklichste Behelf, zu küssen. Die arme Welt ist fast sechstausend Jahre alt, und die ganze Zeit über ist noch kein Mensch in eigner Person gestorben, nämlich in Liebessachen. Männer sind Mai, wenn sie freien, und Dezember in der Ehe. O Herr, wir streiten wie gedruckt, nach dem Buch, so wie man Sittenbüchein hat. Ich will Euch die Grade aufzählen. Der erste der höfliche Bescheid; der zweite der feine Stich; der dritte die grobe Erwiderung; der vierte die beherzte Abfertigung; der fünfte der trotzige Widerspruch; der sechste die Lüge unter Bedingung; der siebente die offenbare Lüge. Aus allen diesen könnt Ihr Euch herausziehen, außer der offenbaren Lüge, und aus der sogar mit einem bloßen W e n n. Ich habe erlebt, daß sieben Richter einen Streit nicht ausgleichen konnten, aber wie die Parteien zusammen kamen, fiel dem einen nur ein Wenn ein; zum Beispiel: “Wenn ihr s o sagt, so sage ich s o”, und sie schüttelten sich die Hände und machten Brüderschaft. Das Wenn ist der wahre Friedensstifter; ungemeine Kraft in dem Wenn. Wir hassen bald, was oft uns Furcht erregt.
Wenn mich das Alter auch nicht schützt vor Torheit, Immer ist die Albernheit der Narren der Schleifstein der Witzigen. Desto schlimmer, daß Narren nicht mehr weislich sagen dürfen, was weise Leute närrisch tun. Da der junge Mensch nicht hören will, so mag er auf seine eigene Gefahr vorwitzig sein. … alles ist tapfer, wo Jugend obenauf sitzt und die Zügel lenkt. Da werden wir also mit Neuigkeiten gemästet. Wie eine Stadt mit Mauern vornehmer ist als ein Dorf, so ist die Stirn eines verheirateten Mannes ehrenvoller als die nackten Schläfen eines Junggesellen; und um so viel besser Schutzwehr ist als Unvermögen, um so viel kostbarer ist ein Horn als keins. So
wähl' dir eine jüngere Geliebte, Was Große tun, beschwatzen gern die Kleinen. Vermeinest du, weil du tugenhaft seiest, solle es in der Welt keine Torten und keinen Wein mehr geben?
Wir Männer mögen leicht mehr sprechen, schwören, Seht mir doch dieses Zeitalter! Eine Redensart ist nur ein lederner Handschuh für einen witzigen Kopf: wie geschwind kann man die verkehrte Seite herauswenden!
Das ist gewiß; wer artig mit Worten tändelt, kann sie geschwind leichtfertig
machen.
Nichts weiß ein liebend Mädchen, bis sie weiß: Mag sie sein, wie sie ist! Ist sie schön, um so besser für sie; ist sie's nicht, so wird sie schon wissen, wie sie sich helfen kann.
Wir dürfen nicht die Güte jeder Tat
Der Elefant hat Gelenke, aber keine für die Höflichkeit; seine Beine sind Beine
fürs
Einstimmig preißt man neugebornen Tand,
Doch oft geschieht uns, was wir nicht gewollt, Gedanken sind nicht Taten; Vorsätze nur Gedanken.
Durch Fehler, sagt man, sind die besten Menschen
Wem Gott vertraut des Himmels Schwert,
O Rang! O Würde! Verdammt ist jede Schuld schon vor der Tat. Guten Advokaten fehlt es nicht an Klienten.
Wer sündigt mehr? Ist's die Versucherin, Es
hat der Dieb ein freies Recht zum Raub,
Liebe für Liebe, bittern Haß für Haß,
Miß nicht den Nächsten nach dem eigen Maß.
Laß dich zum Schweigen tadeln,
Dem Reichtum, noch so schlecht, Das Jungfrauentum brütet Grillen, wie ein Käse Maden, zehrt sich ab bis auf die Rinde und stirbt, indem sich's von seinem eignen Eingeweide nährt.
Oft ist’s der eigne Geist, der Rettung schafft,
Wer klügelnd abwägt und dem Ziel entsagt, Man sagt, es geschehn keine Wunder mehr, und unsre Philosophen sind dazu da, die übernatürlichen und unergründlichen Dinge alltäglich und trivial zu machen. Daher kommt es, daß wir mit Schrecknissen Scherz treiben, und uns hinter unsre angebliche Wissenschaft verschanzen, wo wir uns vor einer unbekannten Gewalt fürchten sollten.
Den Stand allein verachtest du, den ich
Nach innerm Kern und Wesen fragt das Recht, Das Gewebe unseres Lebens besteht aus gemischtem Garn, gut und schlecht durcheinander. Unsere Tugenden würden stolz sein, wenn unsere Fehler sie nicht geißelten, und unsere Laster würden verzweifeln, wenn sie nicht von unseren Tugenden ermuntert würden.
Der König wird zum Bettler nach dem Spiel:
Kann, was ein alter Mann mag singen,
Kein Mann von Tugend folgt so schwachem rat,
Wer in ein Buch verfaßt, was Kön’ge tun,
Den Leib liebt jeder, der uns Nahrung gibt,
Wie Höflichkeit die Sünde gern bedeckte
Denn eine Sünde weckt die andre auch, Er
fand den Sinn, und drum sind wir gesinnt
Natürlich ist’s, die Leidenschaft der Seele,
Die kränken nur den König, die ihm schmeicheln,
Nie darf ein Fürst dem Tadler feindlich sein. Zeit ist’s zu fürchten, wenn Tyrannen küssen.
Wer Hügel abgräbt, weil sie aufwärts streben, Wir suchen nicht Verehrung, sondern Liebe ... Wie gut anständ’ger Scherz der Arbeit ziemt. Jedes Ding geht wie es kann, und was ein Mann nicht zeugen kann, darum muß er auch der Frau kein gutes Wort geben.
Man tört sich oft, wenn man zu kennen meint Ein freundlich Wort muß oft für Frechheit gelten. Der ist ein Tor, der nicht der Weisheit folgt.
Ein Vater, dünkt mich, Ich wollte, es gäbe gar kein Alter zwischen zehn und dreiundzwanzig, oder die jungen Leute verschliefen die ganze Zeit: denn dazwischen ist nichts, als den Dirnen Kinder schaffen, die Alten ärgern, stehlen, balgen. Wo
man nicht helfen kann,
Die gute Tat, die ungepriesen stirbt,
Wie oft verrät Natur die eigne Torheit
Glück ist allein das wahre Band der Liebe. Ein tiefer Fall führt oft zu höherm Glück.
Die ich verehre, fürcht' ich:
Verleumdung,
Sind wir nicht Brüder?
Der Hofmann sagt, was nicht am Hof, sei wild: Seine Kleider sind reich, aber er trägt sie nicht hübsch. Der Männer Schwüre sind der Frau'n Verräter!
Ein guter Diener tut nicht jeden Dienst;
Arznei verlängert das Leben wohl, doch rafft Niemand, den ich lieber habe als mich selbst.
Wir sind der Stoff, aus dem die Träume sind,
Laßt die Erinnerung uns nicht belasten
Ihr lehrtet Sprache mir, und mein Gewinn Die Not zwingt einen zu seltsamen Schlafgesellen ... Um tapfer zu sein, muß man standhalten.
Denn Schönheit, die der Lust sich streng enthält, Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh. Die Weiber nehmen oft durch Männer zu. Such' frohe Nächt' auf frohe Tage, Kind!
Ist Lieb' ein zartes Ding? Sie ist zu rauh,
Der Liebe leichte Schwingen trugen mich; So
ein’ge Lieb aus großem Haß entbrannt! Ist Liebe blind, so zielt sie freilich schlecht. Der Narben lacht, wer Wunden nie gefühlt.
Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, Wer Rätsel beichtet, wird in Rätseln losgesprochen. Wer hastig läuft, der fällt: drum eile nur mit Weil'!
Der Mann, der einst des Löwen Haut verkauft, Wo zwei zu Rate gehn, laßt keinen Dritten kommen. So
wilde Liebe nimmt ein wildes Ende,
Gefühl, an Inhalt reicher als an Worten, Zum Gaffen hat das Volk die Augen: Laßt sie! Wenn Gnade Mörder schont, verübt sie Mord! Steht auf! steht auf! Wenn Ihr ein Mann seid, steht!
Willst du schon gehn? Der Tag ist ja noch fern.
Ein Feuer brennt das andre nieder; In
schwarzes Mißgeschick wird er sich träumen,
Erführen wir, woher sein Leid entsteht,
Liegt junger Männer Liebe
Ich werde treuer sein Die Lieb' ist blind, das Dunkel ist ihr recht.
Zu Liebesboten taugen nur Gedanken,
Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein, Nimm vor des Märzen Idus dich in acht!
Ach, welch ein schwaches Ding
Wer eilig will ein mächtig Feuer machen,
Der Größe Mißbrauch ist, wenn von der Macht
Brutus:
Antonius:
Der Feige stirbt schon vielmal, eh' er stirbt, In Zuversicht geht Eure Weisheit unter. Sorglosigkeit gibt der Verschwörung Raum. Den bessern Gründen müssen gute weichen.
O
schmölze doch dies allzu feste Fleisch,
Wirtschaft, Horatio! Wirtschaft! Das Gebackne Bei seinem Rang gehört sein Will' ihm nicht! Auch ohne Feind hat Jugend innern Streit.
Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
Dein Ohr leih' jedem, wen'gen deine Stimme;
Kein Borger sei und auch Verleiher nicht: Er
war ein Mann, nehmt alles nur in allem,
Wie treffend manchmal seine Antworten sind! Dies ist ein Glück, das die Tollheit
oft hat, Mehr Inhalt, wen'ger Kunst! Es
gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden,
Der ist dann Ketzer, der das Feuer schürt,
Weil Kürze denn des Witzes Seele ist,
Was ist der Mensch,
Was lebt, muß sterben ... denn an sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken macht es erst dazu. Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft! Wie unbegrenzt an Fähigkeiten! In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig! Im Handeln wie ähnlich einem Engel! Im Begreifen wie ähnlich einem Gott! Die Zierde der Welt! Das Vorbild der Lebendigen! Und doch, was ist mir diese Quintessenz von Staube?
Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage: Könnte Schönheit wohl bessern Umgang haben als mit der Tugend? Wahnsinn bei Großen darf nicht ohne Wache gehen.
Schnöde Taten, So
ist des Menschen Treiben: heute sprießen
Schreibtafel her! Ich muß mir's niederschreiben, Schwachheit, dein Nam' ist Weib!
Der Gran von Schlechtem zieht des edlen Wertes
Uns Alten ist's so eigen, wie es scheint, … ehrlich sein heißt, wie es in dieser Welt hergeht, ein Ausgewählter unter Zehntausenden zu sein. … denn an sich ist nichts weder gut noch böse, das Denken erst macht es dazu. Behandelt jeden Menschen nach seinem Verdienst, und wer ist vor Schlägen sicher? Behandelt sie nach Eurer eignen Ehre und Würdigkeit; je weniger sie verdienen, desto mehr Verdienst hat Eure Güte.
Mit Fragen karg, allein auf unsre Fragen
Gar viel erlebt man's - mit der Andacht Mienen ... die Macht der Schönheit wird eher die Tugend in eine Kupplerin verwandeln, als die Kraft der Tugend die Schönheit sich ähnlich machen kann. ... paßt die Gebärde dem Wort, das Wort der Gebärde an; wobei Ihr sonderlich darauf achten müßt, niemals die Bescheidenheit der Natur zu überschreiten. Es
beuge sich des Knies gelenke Angel, Was kann ein Mensch Bessres tun, als lustig sein?
Ei, der Gesunde hüpft und lacht, …
wenn die Krankheit Wir mästen alle andern Kreaturen, um uns zu mästen; und uns selbst mästen wir für Maden. Der fette König und der magre Bettler sind nur verschiedne Gerichte; zwei Schüsseln, aber für eine Tafel: das ist das Ende vom Liede. Wir wissen wohl, was wir sind, aber nicht, was wir werden können.
Nichts beharrt in gleicher Güte stets: Es gibt keine so alten Edelleute als Gärtner, Grabenmacher und Totengräber: sie pflanzen Adams Profession fort. Zerbrich dir den Kopf nicht weiter darum. Der dumme Esel geht doch nicht schneller, wie du ihn auch prügeln magst. So pflegt es zu sein; je weniger eine Hand verrichtet, desto zarter ist ihr Gefühl. Einen andern Mann aus dem Grunde kennen, hieße sich selbst kennen. In Bereitschaft sein ist alles. Da kein Mensch weiß, was er verläßt, was kommt darauf an, frühzeitig zu verlassen? Mag's sein. Der Rest ist Schweigen. Ich bin nichts, wenn ich nicht lästern darf.
Dinge, leicht wie Luft, Wie arm sind die, die nicht Geduld besitzen! - Wie heilten Wunden, als nur nach und nach? Mensch ist Mensch, der Beste fehlt einmal.
Der gute Name ist eine nichtige und höchst trügliche Einbildung, Die Bosheit wird durch Tat erst ganz gestaltet.
Unheil beklagen, das nicht mehr zu bessern, Es ist der Männer Schuld, daß Weiber fallen.
Drum, wenn der Mann sich treulos von uns kehrte,
Doch Wort bleibt Wort - noch hab ich nie gelesen,
Wem nichts mehr hilft, der muß nicht Gram verschwenden,
Was nicht zu retten, laß dem falschen Glück, In uns selber liegt's, ob wir so sind, oder anders.
Wenn du durchaus zum Teufel fahren willst, Es
ruht noch manches im Schoß der Zeit,
Stolz hat manch Haus zu Fall begracht, Das ist die tollste Narrheit dieser Welt: Geht es einmal schlecht mit unserm Glück - oft, weil wirs zu weit getrieben haben in unsrer Lebensführung, schieben wir die Schuld an unsern Desastern auf Sonne, Mond und Sterne, als wenn wir Schurken wären durch Notwendigkeit, Narren durch himmlische Einwirkung, Schelme, Diebe und Verräter durch die Übermacht der Sphären, Trunkenbolde, Lügner und Ehebrecher durch zwingende Abhängigkeit von planetarischem Einfluß, und alles, worin wir schlecht sind, durch göttlichen Anstoß. Eine herrliche Ausflucht für den Liederlichen, seine hitzige Natur den Sternen zur Last zu legen!
Mein Beruf ist, nicht weniger zu sein, als ich scheine, dem treu zu dienen, ders
mit mir versuchen will, den zu lieben, der ehrlich ist, mit dem zu verkehren,
der Verstand hat und wenig spricht, das Jüngste Gericht zu fürchten, zu fechten,
wenn ichs nicht ändern kann, und keine Fische zu essen. Weh, wer zu spät bereut!
Das ist ein Sklav, des leicht geborgter Stolz O
rechtet nicht, was nötig! Der schlechtste Bettler
Was List verborgen, wird ans Licht gebracht,
Dulden muß der Mensch
Sehn wir den Größern tragen unsern Schmerz,
Doch besser so und sich verachtet wissen, Es ist Fluch der Zeit, daß Tolle Blinde führen. Die Jungen steigen, wenn die Alten fallen. Du hätt'st nicht alt werden sollen, eh' du klug geworden wärst.
Halt', was du verheißt,
Lieb' ist nicht Liebe,
Die Ehre fordert Gradheit, Mit der Bedingung endet jede Wahl. Den Harten gib ein mildes Abschiedswort: das Hier verlierst du für ein bessres Dort. Man lasse den, der selbst sich führen will.
Oft zeigt's sich, Mangel
Wie deine Worte zieren dich die Wunden;
Oft, uns in eignes Elend zu verlocken,
Die Anmahnung von jenseits der Natur
Komme, was kommen mag;
Wärs abgetan, so wie's getan, wärs gut,
Ich wage alles, was dem Menschen ziemt;
Erlognen Schmerz zu zeigen, ist 'ne Kunst,
Nicht strafbar ist der Dieb, Zu
Bett! - Daß selbstgeschaffnes Graun mich quält,
Sei blutig, kühn und fest, lach aller Toren:
Sei löwenkühn und stolz; nichts darfst du scheuen, O
Zeit, vor eilst du meinem grausen Tun!
Denn Torheit, weislich angebracht, ist Witz; Was süß schmeckt, wird oft bitter beim Verdau'n.
Gram, der nicht spricht,
Faßt frischen Mut; so lang ist keine Nacht,
Denn, wie ihr wißt, war Sicherheit
Kein Wissen gibt's,
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild;
Meine Hände Noch immer riecht es hier nach Blut; alle Wohlgerüche Arabiens würden diese kleine Hand nicht wohlriechend machen.
Dies ist die ird'sche Welt, wo Böses tun
Gib Worte deinem Schmerz. Gram, der nicht spricht,
Ich hab mich vollgeschluckt mit so viel Grauen:
Leben ist nur ein wandelnd Schattenbild, Armselge Liebe, die sich zählen ließe! Nicht sei durch herb Gespräch die Zeit verschwendet. Wir hassen bald, was oft uns Furcht erregt.
Jegliche Zeit
Berührt mit mildstem Wort die herbsten Punkte,
Wer sucht und greift nicht, was ihm einmal zuläuft,
April ist dir im Aug, der Liebe Lenz Die Ehre missen, Heißt alles missen.
Mehr schmerzt das Scheiden nicht von Seel' und Leib, Nimmer hat die Wut sich gut verteidigt.
Wenn Klugheit mit dem Glück den Kampf beginnt, Was geschehn ist, kann man nicht ungeschehn machen. Kein hübsches Weib hatte je ein Gesicht ohne Falsch.
Berührt mit mildestem Wort die herbsten Punkte,
Mein Vorteil geht meiner Ehre vor,
Geschwindigkeit wird nie so sehr bewundert, Baut nicht auf morsche Planken. Die Zeit ist Neuigkeiten-schwanger; stündlich gebiert sie eine. ... verlassen sei, was selber sich verläßt.
Die Pflicht, die fest an Toren hält, macht Treue Mangel lockt zum Meineid.
Seltsam ist's, Wer den Leuten alles glauben will, was sie sagen, dem hilft nicht die Hälfte von dem, was sie tun. Wir werden für die armen Bürger gehalten, die Patrizier für die guten. Das, wovon der Adel schwelgt, würde uns nähren. Gäben sie uns nur das Überflüssige, ehe es verdirbt, so könnten wir glauben, sie nährten uns auf menschliche Weise; aber sie denken, soviel sind wir nicht wert. Der Hunger, der uns ausgemergelt, der Anblick unsers Elends ist gleichsam ein Verzeichnis, in welchem postenweise ihr Überfluß aufgeführt wird. Unser Leiden ist ihnen ein Gewinn. Dies wollen wir mit unsern Spießen rächen, ehe wir selbst Spießgerten werden. Denn das wissen die Götter! ich rede so aus Hunger nach Brot, und nicht aus Durst nach Rache.
Ein gutes Wort dir geben, hieße schmeicheln
Ei! es hat viele große Männer gegeben, die dem Volk schmeichelten und es doch
nicht liebten. Und es gibt manche, die das Volk geliebt hat, ohne zu wissen,
warum? Also, wenn sie lieben, so wissen sie nicht, weshalb, und sie hassen aus
keinem besseren Grunde; darum, weil es den Coriolanus nicht kümmert, ob sie ihn
lieben oder hassen, beweist er die richtige Einsicht, die er von ihrer Gemütsart
hat; und seine edle Sorglosigkeit zeigt ihnen dies deutlich. Was ist die Stadt wohl, als das Volk?
Laßt sie mit Falschheit mich beschuldigen, Du
schlechtes Hundepack! des Hauch ich hasse
Geschwollne Flut stürzt so nicht durch den Bogen,
Das Volk bleibt ungewiß, solang es noch
Was für Bedingung kann wohl der erwarten, Man pflegt zu sagen, die beste Zeit, eine Frau zu verführen, sei, wenn sie sich mit ihrem Manne überworfen hat.
Der Nagel treibt den Nagel, Brand den Brand, Wer den Entschluß fassen kann, von eigner Hand zu sterben, fürchtet es von keiner andern. Kanntest du je einen Verschwender, der noch geliebt ward, wenn seine Mittel dahin waren? In
gewisser Art freut mich mein Mangel, Taub ist das Ohr dem Rat, das Schmeichler hört.
Wohl will mein Zweifel mit der Großmut rechten:
Gebt, daß ich nie so töricht sei, Was bedürfen wir irgend der Freunde, wenn wir ihrer niemals bedürften? Sie wären ja die unnützesten Geschöpfe auf der Welt, wenn wir sie nie gebrauchten, und glichen lieblichen Instrumenten, die in ihren Kästen an der Wand hängen und ihre Töne für sich selbst behalten. Mich wundert, wie doch Mensch dem Menschen traut. Wer meine Ehre kränkt, sieht nie mein Geld.
Denn nicht genug, dem Schwachen aufzuhelfen, Uns lehrt der Irrtum unsrer eignen Jugend.
Wohl will mein Zweifel mit der Großmut rechten: Wem man nicht traut, der kann nie wieder steigen. O
seht, wie scheußlich ist der Mensch, Die Frömmigkeit seufzt leidend.
Man muß mit zartem Sinn zu geben wissen; So end't der Lauf von all zu freien Jahren;
Das Haus bewahrt, wer nicht sein Geld kann wahren.
Mitleid ist die Tugend des Gesetzes, ... goldnem Dummkopf duckt der gelehrte Schädel. Freiwillig Elend krönt sich selbst, überlebt unsichre Pracht.
Versprechen ist die Sitte der Zeit, es öffnet die Augen der Erwartung:
Vollziehen erscheint um so dümmer, wenn es eintritt; und, die einfältigen,
geringen Leute ausgenommen, ist die Bestätigung des Wortes völlig aus der Mode.
Krieg erzeuge Frieden, Jeder Mensch hat seine Fehler ... Wie neu Ihr seid in dieser alten Welt! Ach, maße dir kein fremdes Ansehn an! Es steigt der Mut mit der Gelegenheit.
Eurem Unmut fehlt es an Vernunft,
Wer nicht bei Tage gehen darf, schleicht bei Nacht,
Und warum schelt' ich auf den Eigennutz? So
legt, ihr Niedern, nieder euch, beglückt;
Wenn du verkehrt zu tun geschworen hast,
Wie oft bewirkt die Wahrnehmung der Mittel Zu
begreifen ist's bei bösen Wegen, Heft'ge Feuer brennen bald sich aus. Ein redlich Wort macht Eindruck, schlicht gesagt.
Der Mensch geht manchmal unbedacht zu Werk,
Was wir an Niedern rühmen als Geduld,
Nie zeugt des Leids grimmer Zahn mehr Gift,
Die Eitelkeit, der nimmersatte Geier, Elend liebt es, über sich zu spotten. Gesetzes Macht dient knechtisch dem Gesetz.
Doch zu begreifen ist's bei bösen Wegen,
Das Wesen jedes Leids hat zwanzig Schatten,
Trost wohnt im Himmel, und wir sind auf Erden,
Die Zeit erlaubt es nicht; - an allem Mangel, Nach Recht mit Unrecht gehn, - es darf nicht sein.
Furcht bringt uns um, nichts Schlimmres droht beim Fechten,
Die Liebe böser Freunde wird zur Furcht,
Gloster:
Herrin, Ihr kennt der Liebe Vorschrift nicht,
Das wildste Tier kennt doch des Mitleids Regung.
Komm, holde Sonn', als Spiegel mir zustatten
Kann denn ein schlichter Mann nicht harmlos leben,
Ich weiß es nicht - die Welt ist so verderbt,
Argwöhne stets die Freunde wie Verräter,
Ein tugendhafter christlicher Beschluß,
Leid bricht die Zeiten und der Ruhe Stunden, Ich will nichts damit zu schaffen haben, es ist ein gefährlich Ding, es macht einen zur Memme. Man kann nicht stehlen, ohne daß es einen anklagt; man kann nicht schwören, ohne daß es einen zum Stocken bringt; man kann nicht bei seines Nachbars Frau liegen, ohne daß es einen verrät. Es ist ein verschämter blöder Geist, der einem im Busen Aufruhr stiftet; es macht einen voller Schwierigkeiten; es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Gold wieder herzugeben, den ich von ungefähr gefunden hatte; es macht jeden zum Bettler, der es hegt; es wird aus Städten und Flecken vertrieben als ein gefährlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verläßt sich auf sich selbst und lebt ohne Gewissen. Ich danke meinem Gott für meine Demut.
Ach, daß der Trug so holde Bildung stiehlt
Wann Wolken ziehn, nimmt man den Mantel um,
Mein Prinz, die reine Tugend Eurer Jahre
Mich dünkt, die Wahrheit sollte immer leben,
Klug allzubald, sagt man, wird nimmer alt. Auf zeit'gen Frühling währt der Sommer wenig. 0
flücht'ge Gnade sterblicher Geschöpfe,
Gewissen ist ein Wort für Feige nur, Er
hat nur Freunde, die aus Furcht es sind;
Bängliches Erwägen Tut mädchenhaft, sagt immer nein, und nehmt! So schlau und noch so jung ist wunderbar. Klein Kraut ist fein, groß Unkraut hat Gedeihn.
Wer hoch steht, den kann mancher Windstoß treffen, Ich bin zu kindisch töricht für die Welt!
Wer ist so blöde
Ach, daß der Trug so holde Bildung stiehlt
Blutig, das bist du; blutig wirst du enden:
Seht, was geschehn, steht jetzo nicht zu ändern.
Ich setzt' auf einen Wurf mein Leben, Knecht, Die Ehre missen, heißt alles missen. Ehre ist nichts als ein gemalter Schild beim Leichenzuge. Was bist du alt, wenn dir Erfahrung mangelt? Wiewohl die Kamille, je mehr sie getreten wird, um so schneller wächst, so wird doch die Jugend, je mehr man sie verschwendet, um so schneller abgenutzt. Die Ohren auf! Dem wer von euch verstopft des Hörens Tor, wenn laut Gerüchte spricht? Übler Wille führt keine gute Nachrede. Freundschaft ist eine Schmeichlerin. Dein Wunsch war des Gedankens Vater. Eines Narren Bolzen sind schnell verschossen. Im
Fall der Gegenwehr ist es am besten, ... denn in jedem Dinge muß die Absicht mit der Torheit auf die Waagschale gelegt werden.
... Tapferkeit kommt hinkend aus dem Felde ...
Ein Hergang ist in aller Menschen Leben, Ein guter Kopf weiß alles zu benutzen. Kommt Zeit, kommt Rat, und damit gut. ... die Tugend wird in diesen Apfelkrämer-Zeiten so wenig geachtet, daß echte Tapferkeit zum Bärenführer geworden ist; Scharfsinn ist zum Bierschenker gemacht und verschwendet seinen besten Witz in Rechnungen; alle anderen Gaben, die zum Menschen gehören, sind keine Johannisbeere wert, wie die Tücke des Zeitalters sie ummodelt. Homo ist ein Name, der allen Menschen gemein ist. ... gut sind die Waffen, ist nur die Absicht, die sie führt, gerecht. Der bessre Teil der Tapferkeit ist Vorsicht ...
Der, welcher fürchtet, was er wissen will,
... Gerücht ist eine Pfeife,
Schlimmer als wahres Übel ist erklungen,
Verkehrtes Trachten, Sagt mir doch, was war das für ein unverschämter Gesell, der nichts als Schelmstücke im Kopf hatte? Jemand, der sich selbst gern reden hört, meine gute Frau, und der in einer Minute mehr spricht, als er in einem Monate verantworten kann. Es
ist ein Geist des Guten in dem Übel, Wenn seine Sache nicht gut ist, so hat der König selbst eine schwere Rechenschaft abzulegen; wenn alle die Beine und Köpfe, die in einer Schlacht abgehauen sind, sich am Jüngsten Tage zusammenfügen, und schreien alle: "Wir starben da und da"; einige fluchend, einige um einen Feldscher schreiend, einige über ihre Frauen, die sie arm zurückgelassen, einige über ihre unbezahlten Schulden, einige über ihre unerzogenen Kinder. Ich fürchte, es sterben nur wenige gut, die in einer Schlacht umkommen: denn wie können sie irgend etwas christlich anordnen, wenn sie bloß auf Blut gerichtet sind? Wenn nun diese Menschen nicht gut sterben, so wird es ein böser Handel für den König sein, der sie dahin geführt, da, ihm nicht zu gehorchen, gegen alle Ordnung und Unterwürfigkeit laufen würde. Jedes Untertanen Pflicht gehört dem König, jedes Untertanen Seele ist sein eigen.
Wie viel Behagen muß ein König missen, Ist unser Mut bereit, so ist es alles. Noch nie habe ich gesehen, daß eine so volle Stimme aus einem so leeren Herzen gekommen wäre; aber der Spruch ist wahr: hohle Töpfe haben den lautesten Klang. Es ist nicht wohl getan, versteht Ihr mich, einem die Geschichten aus dem Munde zu nehmen, ehe sie zu Ende gebracht und vollkommen sein. All dein Leben lang zieh einen Mann von schlichter und ungeschnitzter Beständigkeit vor, denn der muß dir notwendig dein Recht widerfahren lassen, weil er nicht die Gabe hat, andrer Orten zu freien; denn diese Gesellen von endloser Zunge, die sich in die Gunst der Frauen hineinreimen können, wissen sich auch immer herauszuvernünfteln. Ein gutes Herz ist die Sonne und der Mond, oder vielmehr die Sonne und nicht der Mond, denn es scheint hell und wechselt nie, sondern bleibt treulich in seiner Bahn. Es
wächst die Erdbeer' unter Nesseln auf, Freundes Rat vernichtet Feindes Drohn.
Man achtet kleiner Hunde Murren nicht, Einen Hund zu schlagen, find't sich bald ein Stock. Wie weiß ich, was die Welt von mir wohl meint?
Der Bettler, der Ritter worden,
Hast du nie gehört,
Was Schicksal auflegt, muß der Mensch ertragen, Dem trau' nie, der einmal Treue brach.
Kann ein Tyrann zu Hause sicher herrschen,
Leicht wird ein kleines Feuer ausgetreten,
Was ist gezwungne Eh', als eine Hölle, Übereilte Eh' tut selten gut. Der Himmel legt in alles Zweck.
Der Menschen Tugend schreiben wir in Wasser,
Der Große stürzt: seht seinen Günstling fliehn! So
weit scheint Liebe nach dem Glück zu wählen: Allein die Kappe macht den Mönch nicht aus.
Wie eine Glut die andre Glut vernichtet,
Heizt nicht den Ofen Eurem Feind so glühend,
Weise Tat, vollbracht mit Vorsicht, schirmt sich selbst vor Zweiflern;
Man darf das Volk nicht vom Gesetz losreißen So
ist des Menschen Treiben: heute sprießen |
»Der Dichter hat die Füße im Schlamm, den Blick in
den Sternen und einen Dolch in der Hand.«
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