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»Politische Herrschaft und Kultur, Wirtschaft, soziale Ungleichheit stehen im Zentrum der Darstellung, die immer wieder die Frage umkreist, wie Herrschaft organisiert wird und welche soziale Realität sie hervorbringt.«

C. H. Beck
 

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Quality Report Magazin für Produktkultur

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»We've got all the right enemies.«




  
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Seitwert


Phrasen und sachliche Fehler
Lothar Struck über Albrecht von Luckes fragwürdige Thesensammlung über »Die gefährdete Republik
«
»Brandts berühmtes Diktum 'mehr Demokratie wagen' verortet von Lucke auf Anfang der siebziger Jahre. Jeder nur halbwegs politisch Gebildete weiß freilich, dass Brandts Regierungserklärung, aus der beide Zitate stammen, im Oktober 1969 gehalten wurde. Da ist der Lapsus, Philipp Jenninger als Martin Jenninger zu bezeichnen, fast noch entschuldbar.«

Mogelpackung

Gregor Keuschnig entlarvt Ulrike Ackermanns hochdahertrabendes Plädoyer
für eine radikale Aufklärung »Eros der Freiheit« als das, was es ist: Läppisches Lobbyistengeschwätz.
»Es will für die Freiheit begeistern, stranguliert den Leser aber mit hölzerner Behauptungsrhetorik, die den Markt als neuen Fetisch feiert. Dass er aber bei aller Notwendigkeit aus Prinzip eine wilde, unbezähmbare Bestie ist, ein Ort des (Sozial-)Darwinismus und damit am Ende das Gegenteil eines freiheitlichen Konzepts eines Gemeinwesens darstellt, kann oder will die Autorin, die sich am Ende artig bei Wolfgang Gerhardt und Dietmar Doering von der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung für die finanzielle Unterstützung bedankt, nicht einmal thematisieren.«

+++ Sizilianische Verhältnisse im Ministerium +++
Verraten & verkauft
Vertreter von Industrie und Kapital schreiben sich in den Ministerien ihre eigenen Gesetze. Unter dem Deckmantel der politischen Fachberatung wird so das Gemeinwohl unterlaufen und gerät unter die Räder von Konzernen und Verbänden. Das Schlimmste daran: Keiner will davon gewusst haben. Das Buch »Der gekaufte Staat« deckt die mafiösen Verhältnisse in Deutschland und der EU auf.
Von Thomas Hummitzsch

+++ Geldpumpe Aus! Verstand an! +++
»Ohne Frieden ist alles nichts«
Der britische Ökonom Paul Collier beschreibt in seiner preisgekrönten Analyse »Die unterste Milliarde«, warum ein Sechstel der Menschheit immer mehr in absoluter Armut versinkt und wieso es nicht hilft, ihnen einfach mehr Geld zu geben. Von Thomas Hummitzsch
Leseprobe  Hörprobe

Von Blasen und Spielen
Jürgen Nielsen-Sikora über George Soros bescheidene Sicht auf das Das Ende der Finanzmärkte - und deren Zukunft
»Die Krise, in der wir uns seit August 2007 befinden, ist keine Finanzkrise, sondern eine Sozial- und Gesellschaftskrise, in der das desorientierte und blass bleibende politische Personal agiert wie der Dorfrichter Adam, dem am Ende nur die Flucht vor der Wahrheit bleibt.«

Die Linke im Nahostkonflikt
In Gaza wurde die Realität der neuen Kriege in den vergangenen Wochen auf neue Weise erschreckend deutlich. Seit Jahren versinkt der Nahe Osten mehr in Gewalt, keine politische Initiative bringt die Völker in der Region einander näher. Die linkspolitischen Strömungen wollen dazu nichts beizutragen, wie Peter Ullrich in seiner Untersuchung
Die Linke, Israel und Palästina beweist. Sie bedienen stattdessen den linken Antisemitismus.

Die »Neuvermessung« der Welt
Der renommierte Soziologe Ulrich Beck leitete auf dem diesjährigen Soziologentag die Erforschung der »Unsicheren Zeiten« mit einem Vortrag ein, der die Frage nach der globalen Gerechtigkeit neu stellt. Mit Becks essayistischen Ausführungen stieg die Soziologie aus ihrem Elfenbeinturm und kann sich nun den drängenden Fragen unserer Zeit zuwenden: Die Neuvermessung der Ungleichheit unter den Menschen
Leseprobe


Über allem thront die Partei
Die Partei bestimmt, was in China geschieht. Der Sinologe und Journalist Falk Hartig hat die Entwicklung der KP seit Beginn der Reformpolitik untersucht und stellt aus westlicher Sicht Erstaunliches fest.
Thomas Hummitzsch über
Die Kommunistische Partei Chinas heute »Wer versteht, wie die Partei funktioniert, der weiß, wie China tickt.«


Societas Erasmiana reloaded
Jürgen Nielsen-Sikora über Ralf Dahrendorfs
»
Versuchungen der Unfreiheit«
»Die Lektüre Dahrendorfs ist eine Bereicherung für all jene, denen Freiheit und Bildung noch mehr bedeuten als all die Zahlenspielereien, mit denen sie heute nur allzu oft verwechselt werden.«


Man lässt den Auszug aus der Heimat nicht unbeweint
Das Schicksal der Vertriebenen hat die deutsche Gesellschaft lange Zeit nicht wirklich interessiert. Revanchismus und Rechtslastigkeit wurde denen vorgeworfen, die ihrer verlassenen Heimat gedachten. Der Historiker Andreas Kossert räumt mit diesen Vorurteilen in seinem Buch »Kalte Heimat. Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945« auf und macht deutlich, dass eine Erinnerungskultur längst überfällig ist.


Die dunkle Seite der Macht
Vom Fortbildungsstützpunkt zu einem der erfolgreichsten Söldnerunternehmen weltweit, das ist »Blackwater«.
Der amerikanische Journalist Jeremy Scahill macht in seinem Buch »
Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt.« deutlich, welch fatale Wirkung Globalisierung und Liberalisierung zeitigen, wenn sie auf den staatlichen Hoheitsbereich der Sicherheit ausgeweitet werden.

Vom Staatskonzern zum globalen Energieversorger
Thomas Hummitzsch über Das Geschäft mit der Macht
»Gasprom ist nicht nur Russlands Haupteinnahmequelle, sondern zugleich seine schärfste Waffe. Der Gasmonopolist genießt die staatliche Unterstützung für seine expansive Unternehmenspolitik. Staaten, die ihre Wirtschaft künftig zuverlässig mit Energie versorgen wollen, werden sich mit dem russischen Staat gut stellen müssen. Menschenrechte oder Umweltfragen werden dann keinen Platz mehr haben.«

Aus der Traum
Heinz Budes gesellschaftsanalytische Bestandsaufnahme »Die Ausgeschlossenen«
»Im Haus der Gesellschaft bewohnen beide Parteien ihre eigene Etage. Die einen müssen sich mit dem Parterre zufriedengeben, die anderen schielen auf die Beletage. […] Die Ausgeschlossen … gibt es auf jeder Etage. Sie drücken sich herum, solange es geht, unten vermutlich länger als in der Mitte. […] Nach und nach sammeln sich die Ausgeschlossenen im Flur und wissen nicht mehr, wohin sie gehören.«


Europas langer Weg vom Kriegstreiber zum Friedensfürsten
In seiner Analyse Kontinent der Gewalt 'Europas langer Weg zum Frieden' warnt der der amerikanische Historiker Jim Sheehan die Europäer vor einer trügerischen Idylle: »Mit dem Verschwinden des Militärischen und dem bereits bestehenden Legitimationsdefizit der europäischen Politik fehle es den Europäern an Identität und einem standfesten Europäismus.«

Für das Poesiealbum von Sonntagsrednern

Gregor Keuschnig ist enttäuscht von Paul Ginsborgs systemkritischen Thesen:
»Wie Demokratie leben«


Fragiler Frieden
Die Zahl internationaler Friedensmissionen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Allerdings lässt sich feststellen, dass es dabei viele Rückschläge und Fehlentwicklungen gegeben hat. Roland Paris ist den Ursachen dieser Probleme auf den Grund gegangen. Thomas Hummitzsch kommentiert seine Studie
Wenn die Waffen schweigen



173 Thesen zur Demokratie
Gregor Keuschnig analysiert Christoph Möllers Thesenpapier
»Demokratie – Zumutungen und Versprechen«
Wohl kaum ein Begriff wird im politischen Diskurs inzwischen derart strapaziert und instrumentalisiert wie der der Demokratie. Dabei scheint fast jeder eine andere Vorstellung davon zu haben, was Demokratie eigentlich bedeutet.





Kriegerisches Klima
Das Zeitalter der »Klimakriege« hat bereits begonnen. Überschwemmungen und Dürreperioden, Hungerkatastrophen und Epidemien lassen die Lebensräume für eine stetig wachsende Weltbevölkerung schwinden.
»Die globalen Folgen des Klimawandels könnten zu einer Auflösung der Kulturen und ihrer Errungenschaften führen, die nichts als die "Unterschiedslosigkeit bloßen Überlebenswillens" zurücklässt und an der die Aufklärung als Gegenbild zur Herrschaft purer Gewalt scheitern könnte...« von Thomas Hummitzsch

Karl Marx & Friedrich Engels
Die soziale Revolution

Die Moral des Kapitals liegt begraben in der Logik seines Kreislaufs.
»Angesichts der intellektuellen Hüftsteifheit gegenwärtiger Realpolitik und der feudalen Arroganz ihrer Repräsentanten könnte es eine lohnende
Anstrengung sein, Marx und Engels aus den dogmatischen Korsetts ihrer Apologeten zu helfen, um sie zum Tanz ins Freie zu bitten.«
Marx und Engels in Zitaten

Sonderweg der Moderne?

Walter Delabar über Jan Philipp Reemtsmas Buch Vertrauen und Gewalt, das nach dem Status der Gewalt in der modernen Gesellschaft fragt.
»Die Gleichzeitigkeit des Ungeheuerlichen mit dem Banalen - das ist vielleicht das stärkste Skandalon, das mit diesem 20. Jahrhundert verbunden ist.«




Schein und Wirklichkeit
Wie die tatsächliche Dimension des Geschehens in den Floskeln der Ereignissprachen der Medienmacher verschwindet.
Gregor Keuschnig über Joris Luyendijks medienkritische Analyse »Wie im echten Leben« Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges
»Ich zog nur los, um mich als Moderator an einen Originalschauplatz hinzustellen und die Informationen aufzusagen.«



Tue Gutes und rede darüber!

»Fast bekommt man das Gefühl, es sei schon eine Großtat, wenn sich Firmen an gängige Gesetze halten und Tariflöhne bezahlen.«
Lothar Struck über die seltsame Sammlung von Portraits illustrer Unternehmer, denen Hannes Koch das Etikett »Soziale Kapitalisten« verpaßt hat.

Pflichtlektüre für wehrhafte Demokraten

»Dem Terrorismus den Krieg zu erklären und dafür eine Armee in den Kampf zu schicken, ist so etwas Ähnliches, wie mit einem Panzer eine Feldmaus zu fangen.«

Gregor Keuschnig über Louise Richardsons lesenswertes Standardwerk
»Was Terroristen wollen«





Schäubles Nachtlektüre

Gregor Keuschnig seziert Otto Depenheuers Argumente zum »Feindrecht« und »Bürgeropfer« in dessen Buch
»Selbstbehauptung des Rechtsstaates«


Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit
Gregor Keuschnig über Ulrich Becks »Weltrisikogesellschaft«

Eine Auswahl von Neuerscheinungen:
Wolfgang Sofsky
Verteidigung des Privaten
Eine Streitschrift
C. H. Beck
158 Seiten.  Gebunden.
EUR 14.90
ISBN 978-3-406-56298-3

Privatheit ist der Kern persönlicher Freiheit. Sie muß gegen den Zugriff staatlicher Macht ebenso verteidigt werden wie gegen Übergriffe aus der Gesellschaft. Prinzipien wie Sicherheit, Gleichheit oder soziale Gerechtigkeit werden zunehmend gegen das Recht auf Privatheit in Stellung gebracht. Wuchernde Bürokratien, Obrigkeitsdenken, aber auch gedankenlose Bequemlichkeit und mediale Geltungssucht untergraben den Sinn für den Wert des Privaten. Wolfgang Sofskys Streitschrift weist über die aktuelle Debatte um Überwachung, Sicherheit und Datenschutz weit hinaus. Entschieden plädiert sie für den Wert aller Freiheiten des Individuums.

Nicht erst seit den letzten Terroranschlägen ist die Freiheit der Bürger durch patriotische Sicherheitsgesetze gefährdet. Die Abgrenzung einer privaten Eigensphäre ist eine Aufgabe, vor die sich das menschliche Gattungswesen in jeder Zivilisation gestellt sieht. Denn Privatheit ist der Kern persönlicher Freiheit. Sie markiert eine strikte Barriere gegen jedwede soziale und politische Macht. Die Selbstbehauptung des Individuums beginnt mit dem Schutz vor unerbetener Berührung und Belästigung, vor Glaubens- und Gefühlskontrollen und reicht über intime Geheimnisse bis zur Verteidigung eigener Handlungsräume. Wolfgang Sofsky untersucht die wichtigsten Aspekte der privaten Existenz: Körper und Raum, Information und Eigentum, Religion und Gedankenfreiheit. Dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Sicherheit und Wohlstand, so die These, wird das Recht auf Privatheit heute leichtfertig geopfert. Der moderne Staat sucht das Denken zu formieren, Unterschiede einzuebnen und die „gläsernen Untertanen“ an eine öffentliche „Anstaltsordnung“ anzupassen. Für vermeintlich höhere Zwecke und Pflichten sollen sie auf ihre Privatsphäre sogar freiwillig verzichten. So weit reichen mittlerweile die Ansprüche von Staat und Gesellschaft, daß das Beharren auf Eigensinn als sozialer Verrat erscheint. Doch Privatheit gewährt jedem das Recht, in der Öffentlichkeit unerkannt zu bleiben und sein eigenes Wohl zu erstreben, und zwar auf die ihm eigene Weise.

Wolfgang Sofsky war bis 2000 Professor für Soziologie in Göttingen und Erfurt und ist heute Privatgelehrter, freier Autor und politischer Kommentator. Für sein Buch Die Ordnung des Terrors. Das Konzentrationslager ist ihm im Jahr 1993 der Geschwister-Scholl-Preis verliehen worden.


Elena Tregubova
Die Mutanten des Kreml
Mein Leben in Putins Reich
mundpropaganda 4
Verlag Tropen
Deutsch von Olga Radetzkaja und Franziska Zwerg
384 Seiten, gebunden
EUR 19,80 / 20,40 (A)

„Das heutige Russland ist ein Land, in dem zur Jagd auf alle unabhängigen Journalisten geblasen wird, die nicht das Loblied auf Putin singen wollen und ihn für den Völkermord in Tschetschenien kritisieren [...].“
Als die 25-jährige Journalistin Elena Tregubova 1998 von Vladimir Putin zu einem romantischen Sushi-Essen eingeladen wurde, war dieser noch Chef der KGB-Nachfolgeorganisation FSB und Jelzin führte väterlich das Regiment über den Kreml. Hier beginnt die wahre Geschichte der Mutanten des Kreml, in der die Autorin präzise und klug die Psychologie der Macht und Machtergreifung Putins analysiert. Packend und eingängig deckt sie den Zusammenhang zwischen Kreml und Oligarchentum im heutigen Rußland auf. Sie beschreibt ihr Leben als Journalistin und ihren Kampf für eine freie, unabhängige Presse. Im zweiten Teil des Buches berichtet die Autorin von den dramatischen Ereignissen nach dem Erscheinen ihres Buches in Rußland, von großem Erfolg und schließlich von der systematischen Demontage ihrer Person in der Öffentlichkeit.
Die Mutanten des Kreml ist eine schonungslose und sehr aktuelle Betrachtung des russischen Machtsystems und der kruden Psychologie des »Zaren« Putin. Die Autorin erzählt mit Witz, Selbstironie und der Spannung eines Politthrillers von einem Land, das noch fremder ist, als wir denken – ein glühendes Pamphlet für die Pressefreiheit und die atemberaubende Geschichte einer mutigen Journalistin.

Leseprobe
Elena Tregubova Die Mutanten des Kreml Mein Leben in Putins Reich

Um 13 Uhr 45 klingelte mein Telefon, es war die Taxizentrale (aus irgendeinem Grund fiel mir auf, daß es diesmal eine andere Stimme war, nicht die Frau, die beim ersten Mal angerufen hatte).
»Junge Frau, unser Fahrer wird schon unruhig! Wann kommen Sie denn runter?«
»Sofort, sofort! Ich flehe Sie an, er soll bitte warten! Ich komme sofort, in einer Minute bin ich unten!« schnatterte ich in den Hörer, den ich akrobatisch mit Schulter und Kinn gegen das Ohr drückte, während meine eine Hand hastig einen Stiefel zumachte und die andere gewaltsam versuchte, in eine ohnehin zum Platzen volle Tasche noch mein Buch hineinzustopfen, das ich zynischerweise als Geburtstagsgeschenk für meine Lehrerin zu mißbrauchen gedachte – hoffnungslos chaotisch, wie ich war, hatte ich es nicht geschafft, rechtzeitig ein richtiges Geschenk zu besorgen.
Ich wollte schon aus der Wohnung rennen, bremste aber noch einmal vor dem Spiegel. »Nein, also mit so einer wilden Mähne auf dem Kopf kann ich dort unmöglich hingehen … Der typische Tregubova-Stil ist das: ›Eben aus dem Bett gesprungen‹.«
Ich feuchtete meine Hände an und versuchte noch schnell, meine Frisur wenigstens ein bißchen zu glätten. Und blieb eine Sekunde länger vor dem Spiegel stehen.
Diese Sekunde hat mir das Leben gerettet. Denn genau in diesem Moment gab es vor meiner Tür eine Explosion …

Elena Tregubova, geboren 1973, arbeitete 5 Jahre lange als Kreml-Korrespondentin für die große Moskauer Tageszeitung »Kommersant«. Ihr Buch löste in Rußland einen Skandal aus, infolgedessen sie ihren Job verlor. Nur knapp ist sie einem Bombenanschlag vor ihrer Wohnungstür entgangen.


Walter Laqueur
Die letzten Tage von Europa
Ein Kontinent verändert sein Gesicht
256 Seiten, € 19,90 [D]
Aus dem Englischen von Henning Thies
Propyläen
€ 19,90 [D], € 20,50 [A], sFr 34,70
ISBN-10: 3549073003

Das Aussterben der Europäer
Im Jahre 1900 lebten 21 Prozent der Weltbevölkerung in Europa, heute sind es knapp 12 Prozent, und am Ende des Jahrhunderts werden es laut UN-Schätzung weniger als 4 Prozent sein. Mit diesem demographischen Niedergang geht eine spürbare Minderung des europäischen Einflusses in der Welt einher. Vom Nabel der Welt zum Auslaufmodell? Zugleich verändert sich die Bevölkerungsstruktur grundlegend: Wird es zur Balkanisierung des Kontinents kommen? Werden sich die islamischen Gemeinschaften radikalisieren oder säkularisieren?

Walter Laqueur, einer der renommiertesten Historiker unserer Zeit, wendet sich den einschneidenden Veränderungen zu, mit denen Europa konfrontiert ist: Schwund von Arbeitsplätzen, Vergreisung, verstärkter Zuwanderungsdruck, begleitet von verschärften Integrationsproblemen, unbezahlbare Sozialsysteme, Abwanderung der Eliten, Wohlstandseinbußen. Mit einem Wort: der Kontinent verändert dramatisch sein Gesicht, das alte Europa gehört der Vergangenheit an. Viel zu lange haben die Europäer vor dieser unabwendbaren Entwicklung die Augen verschlossen. Wollen sie in der globalisierten Welt bestehen, so das Fazit dieses hellsichtigen Essays, müssen sie sich in kürzester Frist von liebgewonnenen Traditionen und Selbstbildern verabschieden und eine grundlegende Neuordnung ihrer gesellschaftlichen Verhältnisse auf den Weg bringen.

Presse:
»Laqueur gehört zu den fruchtbarsten und einflußreichsten Zeitgeschichtlern der westlichen Welt.«  DIE ZEIT

»Was ihm gelingt ist eine klare, manchmal dramatische Schilderung von Widersprüchen und Konflikten, auf die Europa zusteuert. Weil er diese Beschreibung in einem stets erzählenden und niemals belehrendem Stil abfasst, weil er nüchterne Daten und Fakten immer wieder mit kleinen Alltagsgeschichten kombiniert, dürfte Walter Laqueur weit über den akademischen Bereich hinaus Leser finden, die sich für eine Debatte über die Zukunftsperspektiven europäischer Einwanderungsgesellschaften interessieren.« DEUTSCHLANDRADIO


Olaf Ihlau
Weltmacht Indien
Die neue Herausforderung des Westens
Siedler
Gebundenes Buch, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
28 s/w Abbildungen
ISBN-10: 3-88680-851-3
ISBN-13: 978-3-88680-851-9
€ 19,95 [D] / SFr 35,00


Der Shiva-Code
Indien als Bedrohung und Chance. Die erste wirtschaftspolitische Indiens. Überschätzt China nicht! Indien wird die Weltmacht von morgen und schärfster Herausforderer des Westens sein. Kenntnisreich und spannend schildert der langjährige Indien-Korrespondent Olaf Ihlau, warum der Subkontinent politisch und wirtschaftlich auf dem Weg zur international umworbenen Großmacht ist und was diese Verschiebung im globalen Kräftespiel für Europa und die USA bedeutet.
Zum Abschluss seines ersten Besuchs in Indien bezeichnete US-Präsident George W. Bush das Land als „Weltmacht“ und verkündete offiziell, die US-Regierung strebe künftig enge wirtschaftliche und militärische Beziehungen zu Indien an. In seiner packenden Analyse erklärt Olaf Ihlau, welche Folgen die rasante Entwicklung Indiens hat.
Denn Indien ist nicht nur Nuklearmacht und stellt die viertgrößte Armee der Welt. Die Republik am Ganges wird den Prognosen führender Wirtschafts- und Finanzfachleute zufolge auch „der“ globale Wachstumsmotor der nächsten Jahre sein. In naher Zukunft werden dort mehr Menschen leben als in China. Schon heute sind indische Dienstleister in der Informationstechnologie weltweit führend; bald werden auch indische Autos auf den Straßen der Welt rollen.
Ihlau berichtet aber nicht nur von Indiens Chancen und dem Wettlauf mit dem asiatischen Konkurrenten China, sondern auch von Indiens Problemen, etwa das Verhältnis zum feindlichen Bruder Pakistan und die gefährliche Zerreißprobe, die das globale Kräftespiel für die in weiten Teilen noch traditionell ausgerichtete Gesellschaft mit sich bringt. Zugleich fragt der Autor danach, wie sich die Europäer gegenüber diesem erwachenden Riesen verhalten sollen, was wir von Indien lernen können und welche Chancen der Aufstieg Indiens bietet.
"Kenntnisreich und spannend schildert der langjährige Indien-Korrespondent Olaf Ihlau, warum der Subkontinent politisch und wirtschaftlich auf dem Weg zur international umworbenen Großmacht ist und was diese Verschiebung im globalen Kräftespiel für Deutschland und Europa bedeutet." Deutschlandradio


Bahman Nirumand
Iran
Die drohende Katastrophe
Kiepenheuer & Witsch
224 Seiten | Broschur
Euro (D) 16,90
3-462-03708-0


»Wenn der Westen den Islam angreift, werden wir einen Gegenangriff auf die gesamte westliche Welt starten.«
Sein Buch »Persien, Modell eines Entwicklungslandes« prägte die Studentenbewegung und löste die Anti-Schah-Demonstration vom 2. Juni 1967 aus. Nun beschreibt Bahman Nirumand die Gefahren, die von dem akuten Atomkonflikt mit dem Iran ausgehen. Und er analysiert die tiefen Widersprüche im Gottesstaat, die genutzt werden müssen, um einen militärischen Konflikt noch zu vermeiden.
»Wenn der Westen den Islam angreift, werden wir einen Gegenangriff auf die gesamte westliche Welt starten.« Diese Drohung, schon von Ayatollah Khomeini ausgesprochen, wurde kürzlich von 200 iranischen Parlamentsabgeordneten wiederholt. Und sie klingt heute alarmierender denn je.
Vieles spricht dafür, dass sich der Konflikt um das iranische Atomprogramm weiter verschärfen wird. Die USA und Israel drohen offen mit einer militärischen Option. Wie aber lässt sich dieser Gefahr begegnen? Bahman Nirumand, intimer Kenner der iranischen Politik und Gesellschaft, gibt überraschende Einblicke in die verdeckten Machtkonstellationen des Landes – Präsident Ahmadinedschad mit seiner unverhüllt antisemitischen Propaganda ist dabei nur einer von vielen Herrschern im Gottesstaat. Nirumand liefert einen prägnanten Überblick über den eskalierenden Atomkonflikt in einer Region, in der 50 Prozent der Weltölreserven lagern und wo die strategischen Interessen großer Mächte – von den USA bis Russland und China – aufeinander treffen. Im Iran hat sich im Rücken der Mullahs eine der modernsten und vielfältigsten Gesellschaften in der islamischen Welt herausgebildet, die längst zu Reformen bereit ist. Auch diese »Gegengesellschaft«, die die Mehrheit der Bevölkerung umfasst, ist durch die schwelende Krise bedroht. Was also tun?
Eine militärische Antwort des Westens wird die fundamentalistische Bedrohung potenzieren und die Chancen für einen demokratischen Wandel in der islamischen Welt für lange Zeit zunichte machen. Politische Antworten können zwar nur langfristig wirken, sind aber unabdingbar, um den »Kampf der Kulturen« doch noch zu vermeiden.


Erik Nolmans
Josef Ackermann und die Deutsche Bank

Anatomie eines Aufstiegs
Orell Füssli Verlag
232 Seiten
gebunden
CHF 39.90 / € (D) 24.50
ISBN 3-280-05202-5

Ein Blick in die Medien zeigt: Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank und bestverdienender Topmanager, polarisiert die öffentliche Meinung wie nur wenige andere. Ist er ein radikaler Sanierer oder einer, der seinen Zielen alles andere unterordnet? Macht er Deutschland fit für die Globalisierung oder ist er zu Recht Projektionsfläche von Globalisierungsängsten?

Erik Nolmans zeichnet das Bild eines ehrgeizigen Jungen aus den Schweizer Bergen, der auszieht, um die globale Bankenwelt zu erobern. Erstmals wird die Karriere dieses umstrittenen Managers aus nächster Nähe geschildert und ergründet, welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leitbilder an der Basis seines Erfolgs stehen. Zahlreiche Gespräche mit Wirtschaftsgrößen runden das Bild von Josef Ackermann ab. Dieses Buch ist Lebensbeschreibung und Wirtschaftskrimi zugleich und gibt detaillierte Einblicke in eine Welt, deren Türen normalerweise stets geschlossen sind: in die Schaltzentrale der Macht.

Leo Müller
Ackermanns Welt
Ein Tatsachenbericht 256 S., HC
Rowohlt
€ 19,90 / sFr 34,90
ISBN 3-498-04505-9

Kaum ein Manager hat soviel Macht und Einfluss wie Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank. Und kaum einer ist in der Öffentlichkeit so umstritten. Wer ist dieser Mann wirklich, was treibt ihn an? Leo Müller tauchte in seine Welt ein und schildert in diesem Buch eine Schweizer Karriere in Deutschland und der Welt, ein Leben in der Widersprüchlichkeit. Unter anderem berichtet er, wo Ackermanns Wurzeln liegen und was sie ihm bedeuten, wem er seine erstaunliche Karriere verdankt, von welchen Regeln und Maßstäben er sich leiten lässt, wie er die Erfolgszahlen der Deutschen Bank schön rechnen ließ, wo er ihre Kriegskasse versteckt hat und wohin er die Bank steuert, wie es zu dem berühmten Foto im Gerichtssaal kam, wie Strafrechtsexperten seine Rolle im Fall Mannesmann sehen und was seine Nachfolger denken.


Stig Förster, (Hrsg.) / Dierk Walter / Markus Pöhlmann  
Kriegsherren der Weltgeschichte
22 historische Portraits
C.H. Beck
415 Seiten.  Gebunden.
ca. EUR 24.90
ISBN 3-406-54983-7

„Die viel Blut vergießen, stehen in der Acht der Götter“ (Agamemnon 461f.). Mit diesem heute noch gültigen Satz erinnert der antike Dichter Aischylos alle, die sich berufen fühlen, Kriege zu führen, an ihre hohe Verantwortung. Er richtet damit den Fokus nicht zuletzt auf jene, die politische und militärische Führungspositionen in einer Hand vereinen – auf die Kriegsherren. Dieser Begriff bezeichnet die Letztverantwortlichen für gesamtstaatliche Kriegsanstrengungen. Es hat sie seit den Anfängen der Geschichtsschreibung durch alle Epochen hindurch gegeben, auch wenn ihre Bezeichnung als Großkönig, Stratege, Fürst, Diktator, Oberbefehlshaber usw. je nach Kultur, Regierungsform und Zeitstellung wechselte. So steht im Zentrum dieses Bandes die Frage nach der Bedeutung historischer Persönlichkeiten für eine Geschichte von Staat und Krieg durch die Zeiten hindurch. Sind es wirklich die „großen Männer“ und gelegentlich die „großen Frauen“, die Geschichte machen?
22 ausgewiesene Historikerinnen und Historiker zeigen in ihren ebenso informativen wie nachdenklich geschriebenen Beiträgen die historischen Hintergründe von Kriegen und Schlachten und die Handlungsspielräume der jeweiligen Kriegsherren – von der Antike bis ins 20. Jahrhundert.
Josef Wiesehöfer: Xerxes
Hans-Joachim Gehrke: Alexander der Große / Pedro Barceló: Hannibal
Heinz E. Herzig: Caesar / Michael Speidel: Marc Aurel / Jörg Fündling: Attila
Stig Förster: Tschingis Khan / Daniel Hohrath: Karl XII. von Schweden
Dennis Showalter: Friedrich II. / Günther Kronenbitter: Maria Theresia
Johannes Willms: Napoleon I. / Stephan Maninger: Tecumseh
Dierk Walter: Wilhelm I. / Jörg Nagler: Abraham Lincoln
Sabine Dabringhaus: Kaiserinwitwe Cixi / Markus Pöhlmann: Erich Ludendorff
Tanja Bührer: Paul von Lettow-Vorbeck / Alaric Searle: Winston Churchill
Evan Mawdsley: Josef Stalin / Jürgen Förster: Adolf Hitler
Marc Frey: Mao Zedong / Bernd Greiner: Richard Nixon

Stig Förster lehrt als Professor für Neueste Geschichte an der Universität Bern.
Dierk Walter arbeitet als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Theorie und Geschichte der Gewalt“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung.
Markus Pöhlmann ist Lehrbeauftragter am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität, München.

Michail Ryklin,
Mit dem Recht des Stärkeren
Die russische Kultur in Zeiten der gelenkten Demokratie
Aus dem Russischen von Gabriele Leupold
edition suhrkamp 2472
239 Seiten, Broschur
Euro ca. 10,00 [D] / Euro ca. 10,30 [A] / sFr ca. 18.50
(ISBN 3-518-12472-2)

Im Januar 2003 wurde im Moskauer Sacharow- Zentrum die Kunstausstellung »Achtung, Religion!« verwüstet. Doch nicht die Täter sahen sich öffentlicher Ächtung und juristischer Verfolgung ausgesetzt, sondern die Ausstellungsmacher und Künstler. In einem aufsehenerregenden Prozeß wurden sie der »Beleidigung der religiösen Gefühle des russischen Volkes« angeklagt und mit Lagerhaft bedroht. Michail Ryklin, der das groteske Verfahren im Gerichtssaal verfolgt hat, beschreibt nicht nur die an Sowjetzeiten erinnernde Ächtung der zeitgenössischen Kunst, die antisemitischen Pöbeleien, die erstarkende Allianz von russisch-orthodoxer Kirche und Geheimdienst. In seiner intellektuellen Umgebung beobachtet er das Schwinden von Zivilcourage, zunehmende Angst, zynische Passivität. Ob der Staat gegen Künstler,Wissenschaftler, Umweltschützer oder wie im Fall Chodorkowskij gegen Oligarchen vorgeht – Ryklin analysiert die Gefahr eines neuen Faschismus russischer Spielart.
 

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Eine kleine Materialsammlung
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