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Glanz@Elend |
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Karl
Mays Inferno Das denkwürdige Interview von Egon Erwin Kisch mit Karl May am 9. Mai 1910, in der Villa Shatterhand zu Radebeul bei Dresden. Von Jürgen Seul »... es geht um den Aufsehen erregenden Charlottenburger Prozeß Karl Mays, den der Schriftsteller nur wenige Wochen vorher am 12. April 1910 überraschend verloren hat. Sein Prozeßgegner, der Sensationsjournalist Rudolf Lebius, hatte May in einem Brief einen »geborenen Verbrecher« genannt und war deshalb wegen Beleidigung verklagt worden.« Zum
93. Todestag von Jack London am 22. 11.2009Der wildeste Dichter Amerikas »Es waren die Extreme, die Jack Londons kurzes Leben prägten, die ihn dazu befähigten, den Stoff, den sein wildes und ungezügeltes Vagabunden- und Abenteuerleben bot, in prägnante literarische Werke zu verwandeln und ihn 1913 zum bestbezahlten Schriftsteller der Welt werden ließen.« Von Jürgen Seul Foto: Suhrkamp Verlag »Leben,
das Sinn hätte, fragte nicht danach.«Ein nochmaliger Abschied Th. W. Adorno zum 40. Todestag am 06.08.2009 von Franz Siepe »Ich nahm das damals alles sehr ernst, und Adornos »Reflexionen aus dem beschädigten Leben« beschädigten das meine. Oder vielleicht doch nicht? Lag nicht vielleicht sogar großes Glück darin, einem Geist zu begegnen, der half, dem herrschenden Ungeist Paroli zu bieten? Ich weiß es nicht, wie ich ja auch überhaupt nicht weiß, wieviel Adorno selbst noch in den Empfindungen, Gedanken und Wendungen steckt, die ich gegen ihn wende.« WirklichkeitsrequiemDie alten Leiden der neuen Theorie. Am 20. Juli 2009 wäre Jean Baudrillard achtzig Jahre alt geworden. Von Goedart Palm »Warum ist nicht alles schon verschwunden« heißt im Klartext, dass die Kategorien in ihrer Bedeutung verblassen, aber der Denker keine Erklärung für die Wirklichkeit mehr besitzt und das Unternehmen einstellt. Dieser letzte Text Baudrillards fasst seine Theorie noch einmal zusammen und ist vorzüglich geeignet, die Grundmotive seines Denkens im Holzschnitt kennen zu lernen. Donner
PrésentAuf den Spuren des philosophischen Tricksters Jacques Derrida Ein Essay von Anne Dippel Jacques Derridas Essay »Falschgeld. Zeit geben I« von 1993 ist eine Meditation über das Verhältnis von Gabe und Gegenwart, das seinen Weg des Denkens von Heideggers Verhältnis zwischen Sein und Zeit über Marcel Mauss’ Essai über die Gabe hin zur Lektüre Baudelaires Erzählung »Falschgeld« beschreitet. Wie in allen großen Gedanken Derridas, liegt im Spiel mit der Sprache der Schlüssel zum Verständnis seines Vorhabens verborgen. Den semantischen und phonetischen Mehrdeutigkeiten des Französischen folgend, gelangt er zu ganz ähnlichen Schlüssen wie Heidegger. Es lichten sich erneut die Fragen nach Ereignis, Sein und Zeit, sowie Seiendem und Jetzt, indes von einem anderen sprachlichen Horizont her. Einigen dieser Fragen soll im Folgenden nachgespürt werden. Als pdf-Datei Haltung
gesuchtAnders als in Grossbritanien, Frankreich und Italien melden sich jüngere deutsche Autoren kaum zu Wort, wenn es um politische Fragen geht - auch jetzt vor den Wahlen nicht. »Schweigen ist Gold« Von Thor Kunkel »Wir alle sehen, was schief läuft und halten den Mund. Es ist nicht nur die Einsicht in die eigene Wirkungslosigkeit, die uns dazu treibt, sondern die begründete Angst, uns um die Stipendien und Almosen der Kulturtechnokraten zu bringen.« Essay»Frames of Judy« von Anne Dippel »Die exzellente Freie Universität paarte sich mit der brillanten Judith Butler und die Menge wurde für Augenblicke zur protestierenden unheimlichen Masse. Das Ereignis sollte sich ungewohnt dramatisieren und, geradezu ein drohendes Vorahnen für sommerliche Protestwochen wecken. Denn diese sind geplant: gegen Bologna, für die gleiche, freie, gerechte Wissenschaft. Eine schwelende Lust am Widerstand schwirrte durch das Auditorium.« Als pdf-Datei © Wolfram Huke Happy
Birthday, Jürgen Habermas!Die neue elektronische Öffentlichkeit Jürgen Habermas feiert den 80. Geburtstag jung wie nie von Peter V. Brinkemper »Die Verdichtung und Ausdehnung der elektronisch flexibilisierten Öffentlichkeit hat ein Ausmaß erreicht, bei dem neue Zusammenhänge und Übersichten geschaffen werden, bis hin zur Ausbildung neuer Politisierungsprozesse (...) Dies scheint eine Bestätigung dafür zu sein, dass der Strukturwandel der Öffentlichkeit keineswegs zum Stillstand gekommen ist, sondern dass dieser Change immer noch in den von Mal zu Mal freilegbaren Adern der Gesellschaft und ihres technologischen Medienwandels pocht.« Foto: Hpschaefer, GNU-Lizenz Federman, Köln, Buchhandlung Bittner, 20.06.2006 Zur
Erinnerung an Raymond Federman
(15.04.1928 - 06.10.2009)»Anrennen gegen die Grenzen der Sprache« Methoden des Schreibens und Strategien des Lesens Das spannende Protokoll eines denkwürdigen Treffens in Paris am 18. Februar 1965: Eine Diskussion mit Roland Barthes (Kulturkritiker, Essayist und Semiologe), André Breton (Schriftsteller und Theoretiker des Surrealismus, der Moderator), Gilles Deleuze (Philosoph) und Raymond Federman (Schriftsteller und Literaturtheoretiker). Zum
Nachlass Charles BukowskisDer letzte Mohikaner der literarischen Boheme Ein Aufsatz von René Steininger »Eine Sexszene in einem Buch von Bukowski zu lesen bedeutet, dem animal triste bei seiner Sisyphosarbeit zusehen, seiner unheilbaren Suche nach Ekstase und Glück. Nach einem Ausweg aus der Verzweiflung des Lebens.« Als pdf-Datei Truman Capote, 1959 Der
HaltloseThomas Hummitzsch zum 25. Todestag von Truman S. Capote Schlitzohr und Sensibelchen «Er kannte die Welt ganz oben und die ganz unten, ging im New Yorker UN-Plaza-Hotel ebenso ein und aus, wie zwischenzeitlich in den Todestrakten der amerikanischen Gefängnisse. Capote lebte von dem, was ihn umgab, indem er es, was immer es war, zur Kunstform erhob.« Foto: Matthes & Seitz »Der
Mensch jedoch lebt«Thomas Hummitzsch über Warlam Schalamows Berichte aus dem Gulag »Erzählungen aus Kolyma« Wie ist ein Leben nach dem Gulag möglich, wo Humanität und Kultur im Erleben der Barbarei ihre Relevanz verlieren, ohne den ständigen Zweifel an der menschlichen Zivilisation? Dies ist die große Frage, die Schalamows Erzählungen zugrunde liegt. Enzyklopädie
der MelancholieEin Essay von René Steininger »Man wird in der deutschen Literatur nach 1945 nicht leicht ein Werk finden, das so hartnäckig um die Themen der Zerstörung und Trauer kreist, wie jenes des 1944 in Wertach im Allgäu geborenen und 2001 bei einem Autounfall in seiner englischen Wahlheimat Norwich ums Leben gekommenen Literaturwissenschaftlers und Schriftstellers W. G. Sebald.« ![]() Der erste Band der Werkausgabe von Wolfgang Hilbig enthält die gesammelten Gedichte, darunter mehr als 150 aus dem Nachlass Wolfgang Hilbig und die »Schwarzarbeit des Schreibens« Über ein Doppelleben als Arbeiter und Schriftsteller in der DDR von Karen Lohse ![]() Gert Neumann und die Odyssee seines Buches »Elf Uhr« Übungen jenseits der Möglichkeit »Das Schwierige am Sprechen ist die Liebe, und es ist wertvoller, durch die geschlossenen Finger der vor die Augen gehaltenen Hand zu sehen, als den Deutungen, die in den Erscheinungen leben, zu verfallen: damit sich so der Kreis der Verachtung in der Tötung des Subjekts, auf das die Dinge und die Menschen hoffen, nicht schließen kann.« Der gesamte Text als pdf Hermann-Lenz-Preis 2008 Diskretes Erzählen Gregor Keuschnig über Xaver Bayers Romane »Heute könnte ein glücklicher Tag sein« und »Die Alaskastraße« »Ich werde dasselbe tun wie immer. Ich werde aufstehen, den Nachmittag verdämmern, ein Buch lesen, Musik auflegen und am Abend durch die Stadt gehen, die lachenden Stimmen der Menschen hören und mir dabei vielleicht wünschen, dass ich unsichtbar bin. So ist das.« Mitten ins Herz und doch ein Stück vorbei Peter V. Brinkemper über Harald Bergmanns dreiteiliges DVD-Film-Werk »Brinkmanns Zorn« »Harald Bergmann gebührt das Verdienst, die mediale Schicht und die experimentelle Phase von Rolf Dieter Brinkmanns Arbeitstechniken und seinen Erlebnisweisen überzeugend einzukreisen. (...) Der von Brinkmann schließlich konsequent begangene Weg zu einer neuen literarischen Sprache liegt allerdings jenseits medialer Hörigkeit, in einer Dimension der metaphorischen Verdichtung und der literarischen Transformation, die auch gegenüber der heutigen Medien-Pop-Literatur eine hochgradige Resistenz und Renitenz aufweist.« Ein Funken Hoffnung »Diese Verzweiflung an sich selbst, dieses wilde Assoziieren und niemals mehr wegkommen vom Gewesenen, den Sog der Vergeblichkeit – das konnte Tišma meisterhaft erzählen.« Zum 5. Todestag von Aleksandar Tišma erinnert Lothar Struck an den serbischen Autor von »Kapo«, »Die Schule der Gottlosigkeit«, »Das Buch Blam« und »Reise in mein vergessenes Ich« Arrangierte Wahlverwandtschaften Zwischen 2002 und 2007 besuchten sich deutsche und arabische Autoren in ihren Heimatländern und traten in einen schriftstellerisch-intellektuellen Austausch. Das Projekt »westöstlicherdiwan« verstand sich als eine Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Orient und Okzident. »Auserlesene Früchte der Begegnungen« finden sich in dem eindrucksvollen Sammelband »Zwischen Berlin und Beirut« Wege zum Paradies Malte Rauch zum Tod von André Gorz Der Kritiker als Künstler Ursula Homann erinnert an den umstrittenen Theaterkritiker Alfred Kerr aus Anlass seines 140. Geburtstags »Froh, selber noch am Leben zu sein.« Lothar Struck über Josef Winklers Literatur Zwischen Todessehnsucht und Lebenslust Der Stallgeruch fehlte Gregor Keuschnig zum Tode von Walter Kempowski Dieter Leisegang
»Keine weiteren Reden. Papa und der liebe Gott erwarten mich zum Kaffee« Diese mühselige Arbeit / An den Zügen des Menschlichen Über den Philosophen und Poeten Dieter Leisegang, der zu Lebzeiten eine solitäre Randfigur im deutschen Literaturbetrieb blieb, und die romantische Sehnsucht nach dem »rettungslosen Ich« Virginia
Woolf -
»Eine verwegenere & großzügigere Sicht
der Dinge tut not.«
Sie war die scharfzüngige Protokollantin des untergehenden »British Empire« und Galionsfigur des internationalen Feminismus. Ein biographischer Abriß Zu ihrem 125. Geburtstag am 25. Januar 2007 ist eine Auswahl ihrer Briefe in zwei Bänden und Band 4 der Tagebücher 1931-1935 erschienen. Über diese wunderbaren Tagebücher und Briefe nahezu unmittelbar am Leben & Schreiben, an den Höhenflügen & Höllenfahrten der Schriftstellerin & Frau Virginia Woolf teilhaben zu können, ist eine beglückende Leseerfahrung von seltener Intensität & literarischer Güte. Lesetips zum Einsteigen gOLDSTAUB Nicolás Gómez Dávila
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Was
Denken? Was Tun? Woran Glauben?Das einzigartige Werk des 1994 verstorbenen Philosophen & Aphoristikers umfasst einige tausend Seiten, doch ist er bei uns bislang kaum bekannt. In der Anderen Bibliothek ist nun eine »Auswahl seiner Sprengsätze« mit dem Titel »Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten« erschienen. Herausgeber Martin Mosebach hat den Eremiten Don Nicolás über die Jahre in Santafé de Bogotá (Kolumbien) wiederholt besucht und seine Lebensumstände in dem Essay Einsiedler am Rand der bewohnten Erde eindrucksreich illustriert. Ausgewählte Aphorismen Zwischenlandungen »Der heiße Kern des Denkens glüht nicht in dem, was bereits gedacht wurde, sondern in der unendlich viel dichteren Masse dessen, was bisher noch nicht gedacht wurde. Dies ist die Masse, in die GD hineinsticht. Manchmal.« Eine Handvoll Kommerntare zu Nicolás Gómez Dávila von Felix Hofmann Rolf
Dieter Brinkmann»Wer hat gesagt, daß sowas Leben / ist? Ich gehe in ein anderes Blau« »Zornig, traurig, zärtlich und immer schmerzend genau.« Sein gnadenloser Blick auf die Alltagswelten und die Mechanismen ihrer Zernutzung, festgehalten in lyrischen Tiraden, Liedern, Photos, ist zornig, traurig, zärtlich und immer schmerzend genau. ![]() »Auf euch sitzen vielleicht Schmeißfliegen aber auf mir hocken die Geier« Es gibt nur wenige Autoren, die Leser und Literaturkritik weltweit so polarisiert haben wie Charles Bukowski: Für den Boston Globe waren seine Texte nichts weiter als »Rüder onanistischer Neon-Schmutz«, für die Los Angeles Times hingegen war er der »Bedeutendste Dichter seiner Generation«. Happy Birthday Sam Beckett
or not to be»HAMM: Die Unendlichkeit der Leere wird dich umgeben, alle auferstandenen Toten aller Zeiten werden sie nicht ausfüllen, du wirst darin wie ein kleiner Kiesel mitten in der Wüste sein. Pause. Ja, eines Tages wirst du wissen, wie es ist, wirst du wie ich sein, nur dass du niemanden haben wirst, weil du niemand bemitleidet hast und weil es dann niemand mehr zu bemitleiden gibt.« »... bei Beckett verwandelt sich die Wut über das vergebliche Sein in die Katastrophe des Subjekts, das sich selbst verliert.« von Goedart Palm Zum 100. Mal - Beckett lesen! »...Beckett ist von allen der reinste.« von Arnold Thünker Sprachmacht Karl
Kraus
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»Ich war selten verliebt, immer verhaßt.«Sein kulturpessimistisches und medienkritisches Werk hat die Zeit überstanden, und wird aktuell bleiben, solange die tatsächliche Dimension des Geschehens in den Floskeln der Ereignissprachen der Medienmacher verschwindet. Doch wer von den heute Unter-40-Jährigen kennt noch Karl Kraus? Leben & Wirkung »Das Geheimnis des Agitators ist, sich so dumm zu machen, wie seine Zuhörer sind, damit sie glauben, sie seien so gescheit wie er.« Seit 1. Januar 2007 sind seine Texte frei von Rechten. Ausgesuchte Aphorismen: Sprüche und Widersprüche / Pro domo et mundo / Nachts Verhältnisse Karl
Marx & Friedrich Engels -
Die soziale RevolutionDie Moral des Kapitals liegt begraben in der Logik seines Kreislaufs. »Angesichts der intellektuellen Hüftsteifheit gegenwärtiger Realpolitik und der feudalen Arroganz ihrer Repräsentanten könnte es eine lohnende Anstrengung sein, Marx und Engels aus den dogmatischen Korsetts ihrer Apologeten zu helfen, um sie zum Tanz zu bitten.« Marx und Engels in Zitaten Forever young William
Shakespeare»Der Dichter hat die Füße im Schlamm, den Blick in den Sternen und einen Dolch in der Hand.« Peter Brook im Vorwort zu Jan Kotts Buch Shakespeare heute Peter Ackroyd Shakespeare »Andere Biographen haben analysiert, Ackroyd lebt sich in Shakespeares Welt hinein.« Die Erfindung des Menschlichen Harold Bloom: »Ich habe mich mit allen meinen Kräften bemüht, über Shakespeare zu sprechen und nicht über mich selbst, aber seine Dramen sind größer und mächtiger als mein Bewusstsein, und sie lesen mich besser als ich sie.« Die Antwort auf die Frage: »Warum Shakespeare?« muß lauten: »Wer sonst?« His Masters Voice
»Wahrheit ist ein Hund, der ins Loch muß und hinausgepeitscht wird, während Madame Schoßhündin, die großmäulige Petze, am Feuer stehn und stinken darf.« Textstellen & Zitate aus allen Shakespeare-Stücken übersichtlich auf einer Seite Memoiren Fritz
J. RaddatzDer Ungeliebte Die Erinnerungen vom »Unruhestifter« Der alte Fritz hatte ausgeteilt, und darf bis heute einsammeln, was seine langjährigen Kritiker, Widersacher und Neider ihm schon immer stecken wollten. Lebenswerk Claude
SimonGrand Seigneur Honneurs von Martin Warny »Geübte Simon-Leser sind gewohnheitsmäßige Wiederholungstäter zwanghafter Natur; sie können sich der rauschhaften Wirkung des Opiats nicht entziehen.« |
Quellen
Biographien, Briefe & Tagebücher |
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