Glanz&Elend Literatur und Kritik         Impressum & Datenschutz - Mediadaten 06.10.22

 

Lesungen & Kulturlinks

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Annie Ernaux
Das andere Mädchen

Annie Ernaux hat einen Brief an ihre Schwester geschrieben, die sie nicht hat kennenlernen können – einen Brief von Klarheit und Traurigkeit, über Kindheit und Geschichte und über Schicksalsschläge, die eine Familie auf immer verändern.
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Zeitzeuge einer Rezeption
Wolfgang Kraushaar zeichnet die Umrisslinien eines politischen Bildes Walter Benjamins.
Von Wolfgang Bock
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»Gegenüber einer Auffassung, der Benjamins Passagenwerk als „kulturhistorisch interessant“ erscheint, gilt es den bislang verborgen gebliebenen revolutionstheoretischen Sinn seines Hauptwerks und die Wirksamkeit des darin entwickelten Begriffsinstrumentariums unter Beweis zu stellen. Vielleicht werden sich dann die Feuilletonisten, die bei der Nennung seines Namens glänzende Augen bekommen, dieselbigen endlich zu reiben beginnen.«

Ein Fall von Größenwahn
In ihrem Gemeinschaftswerk »Die vierte Gewalt« inszenieren sich Richard David Precht und Harald Welzer als Kämpfer für einen »lösungsorientierten Journalismus«. Von Gregor Keuschnig
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»Die immer gleichen Fragen, beantwortet von den immer gleichen Personen mit den immer gleichen Floskeln, zielend auf die rasche Schlagzeile, den prägnanten Begriff. Es ist das große Problem eines Medienbetriebs, der über Jahrzehnte Rezipienten nicht fordern wollte, sondern auf billige Affekte und Affirmation setzte – und weiter setzt.«

Im Täuschungs-Labyrinth
Norbert Lüdecke geht der Frage nach, ob die Katholiken die Kirche haben, die sich verdienen?
Von Helmut Ortner
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»Von Demokratie mag man hier nicht unbedingt sprechen. Die katholische Kirche ist eine weltabgewandte, die Grundrechte verletzende Männer-Domäne: starr, autoritär, machtbewusst.«

Eitles Feuilletongesums
Jochen Hörischs eigenwillig inszenierte »Szenen einer riskanten Beziehung« von Poesie und Politik.
Von Lothar Struck
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»Er erscheint dabei wie eine Art kulturwissenschaftlicher Thermomix des öffentlich-rechtlichen Radiofeuilletons, zumal er geschickt und mit großer Eloquenz scheinbar Abseitiges zu verblüffenden Analogien verknüpfen kann.«


Auf Zehenspitzen durch die Hölle
Zur historisch-kritischen Ausgabe von Ernst Jüngers »Strahlungen«. Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»...ein Grund, warum in der Rezeption von Jüngers Werk und seiner Tagebücher immer wieder Spekulationen über seine Person gestreut würden, sei darin zu sehen, dass der Diarist Jünger in seinen Texten viele Dinge benenne und sie ästhetisch auflade, andere aber bewusst verschweige. Die Edition wolle diesbezüglich zur Klarheit beitragen. Ein Ziel sei es, einen »Ausgleich zwischen präziser Textwiedergabe, Lesbarkeit und Transparenz sowohl für akademische als auch für nichtwissenschaftliche Leser« herzustellen und Einblicke in die Schreibwerkstatt des Autors zu ermöglichen.«

Schwache Schutzgeister
Auf den Spuren von Isidor. Geschichte und Geschichten aus einem jüdischen Leben.
Von Wolfgang Bock
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»Es sind Erzählungen vom Durchkommen, vom Überleben, von der List, wie sie jede Familie sich so konstruiert wie der Chronist der Nation, wie Sigmund Freud es einmal treffend ausgedrückt hat. Der Gestus dieser Überlebenden ist zusammengefasst in einem Witz, den der Schneider Kurt Goldfarb Isidors großen Bruder David erzählt, der sich auf den Weg nach Amerika macht: ...«

Ein realistischer Blick auf die Welt
Carlo Masalas aktualisiertes Standardwerk »Weltunordnung« über die globalen Krisen und die Illusionen des Westens. Von Gregor Keuschnig
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»... ein grandioser Wurf, zumal auch einige politische Dogmen angesprochen und sanft, aber bestimmt, entzaubert werden. Der Leser wird konsistent und schlüssig mit den aktuellen geopolitischen Herausforderungen vertraut gemacht.«

Verdichtete Miniaturen

Die unzeitgemäßen »Notas« des kolumbianischen Philosophen Nicolás
Gómez Dávila. Von Herbert Debes
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»Dieses Taschenbuch gehört in jeden Survival-Rucksack, denn es konzentriert sich in vulkanischen Splittern auf die Sinnlichkeit des Menschen und die ewigen drei großen Fragen: Was Denken? Was Tun? Was Glauben?«

Ein reformistisches Manifest
Thomas Piketty will mit seiner »kurzen Geschichte
der Gleichheit«
neue demokratische Räume öffnen.
Von Peter Kern
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»Es bräuchte eine an der Idee der Gerechtigkeit orientierte Moral, damit die in Nord und Süd gespaltene Welt einen wirklichen Fortschritt verzeichnen könnte.« Leseprobe


Hin zu einer neuen Sprache
Zur Neuausgabe der »Werke« des russischen Revolutionärs und Erneueres der Sprache Velimir Chlebnikov. Von Herbert Debes
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»Chlebnikovs Ruhm als Dichter ist unermeßlich viel geringer als seine Bedeutung. Von den hundert, die ihn gelesen haben, nannten ihn fünfzig einfach einen Graphomanen, vierzig haben ihn als Unterhaltung gelesen, und sich gewundert, weshalb sie von alldem keine Unterhaltung hatten, und nur zehn (die Futuristen-Dichter, die Philologen des »Opojaz«) kannten und liebten diesen Kolumbus neuer poetischer Kontinente, die jetzt von uns besiedelt und urbar gemacht werden.« (Vladimir Majakovskij, 1922)

Der & das ganz Andere
Jean-Luc Godard zum Abschied
Von Wolfram Schütte
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»Seit es das Kino des Jean-Luc Godard gibt, kann oder muss man von einem Kino vor & einem nach Godard sprechen. Erst mit ihm hat der Kinofilm die Augen ganz aufgeschlagen, sich selbst betrachtet - und mit spielerischem Bewusstsein & dem Bewusstsein des Spielerischen sich hellwach geträumt.«

Das Mysterium der Erinnerung
In seinem
neuen Roman ist Patrick Modiano  »Unterwegs nach Chevreuse«. Von Lothar Struck
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»Diese Form des Erzeugens von Reminiszenzen ist typisch für zahlreiche Romane von Modiano, insbesondere denen des Spätwerks. Die Anstrengung, den 'Geruch der Zeit' aufzuspüren, 'all diese Signale und diese Morsezeichen' aufzunehmen, ist immens: 'Ein Detail spülte manchmal weitere Details in sein Gedächtnis, verkleistert mit dem ersten, so wie die Strömung halb zersetzte Algenklumpen anspült.' Dabei ist die Zuverlässigkeit der Erinnerungsarbeit nicht gesichert. Was wird womöglich falsch erinnert, nur weil es zufällig in das Konzept passt«

Quo vadis Europa
Josef Bramls ernüchternde Analyse der geopolitischen Lage und die für Europa daraus erwachsenden Gefahren und Möglichkeiten.
Von Gregor Keuschnig
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»Die USA, so die Arbeitshypothese, seien zukünftig weder in der Lage noch willens den militärischen Schutz innerhalb der NATO zu schultern. Braml stellt sogar den Zweitschlag-Willen der USA infrage, europäische Verbündete im Verteidigungsfall mit nuklearen Mitteln zu verteidigen.«

Selbstbeweinung
Friedrich Sieburgs Tagebuch
vom November 1944 bis zum Mai 1945 »Die Fliege im Bernstein« trieft vor Larmoyanz. Von Gregor Keuschnig
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»Die Lektüre fällt schwer, liefert aber dennoch Einsichten und Erkenntnisse über die Gemütslage eines Intellektuellen, der es nicht wahrhaben will, sich einem Verbrecherregime ausgeliefert zu haben. Dabei ist Hochmut nicht angebracht. Besser ist Neugier.« Leseprobe

Das große Staunen über Mensch & Welt
Werner Herzog, der am 5. September 80 Jahre alt wird, erinnert sich. Von Wolfram Schütte
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»Der Filmemacher & Bücherschreiber hat keinen Grund, bescheiden zu sein, wenn er auf sein Leben & Arbeiten zurückblickt. (...) Erst recht nicht, wenn er nun selbst ein Kunstwerk der literarischen Imagination aus seinem Leben durch Erzählung, Pointierung oder Auslassung herstellt.«

Furcht, etwas »Falsches« zu sagen
René Pfister untersucht wie
eine neue linke Ideologie aus Amerika unsere Meinungsfreiheit bedroht.
Von Gregor Keuschnig
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Der Durchbruch des Tugendterrors in den USA wird – wie könnte es anders sein? – bei Donald Trump verortet, der mit "seinen Lügen und seiner Rhetorik die Nation polarisiert" habe. "Dogmatismus von links" wird als Gegenmaßnahme, eine Art "Roll-back" gesehen, der durch die MeeToo- und BLM-Bewegung zusätzlichen Auftrieb erfahren habe.

Zeitlose Chroniken
Johannes V. Jensens
tragikomische »Himmerlandsgeschichten« in der lebendigen Übersetzung von Ulrich Sonnenberg
erschienen im Guggolz Verlag. Von Lothar Struck
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»
Die Melancholie, der Verlust der mythischen Heimat zu Gunsten einer pluralistischen und für viele durchaus bedrohlichen Moderne, führte bei Jensen nicht zur falschen Idealisierung des Vergangenen. Hierfür wusste er zu viel.«

Konsumkultur zwischen Neoliberalismus und Ökodiktatur
Philipp Lepenies Legitimierung von Konsumverboten und Konsumverzicht. Von Phillip D.Th. Knobloch

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Eine Stärke der Analyse Lepenies liegt sicherlich darin,
dass er auf eine Entwicklung innerhalb der Konsumkultur hinweist, die zur »Konsumfixierung mit fehlender Affektkontrolle«, zur »Hyperindividualisierung« und zu »fehlender Gemeinwohlorientierung« geführt hat.

Das Wunderbare in der Welt des Kleinen
Der Roman »Bernard der Faulpelz« als gelungener Einstieg in die literarische Welten des André Dhôtel.
Von Lothar Struck
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»Mit "Bernard der Faulpelz" wurde jetzt hoffentlich begonnen André Dhôtel für den deutschsprachigen Leser sukzessive erfahrbar zu machen. Es wäre ein Grund zur Freude. Und noch freudiger wäre es, wenn Anne Weber weiter die Übersetzungen übernehmen könnte.«

Liebeskummer im Dauerregen
Viktor Schklowskis (einst) berühmter Brief-Roman »Zoo. Briefe nicht über die Liebe, oder Die dritte Heloise«. Von Sigrid Lüdke-Haertel
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»ich will schreiben. Finden Sie jemand, der mich kauft. Ich brauche kaum Pflege, wie eine Ziege, ich werde Wolle und Milch geben und obendrein noch gratis meckern.«




Freudige Begrüßung
»Unerwartete Nachrichten« von Julio Cortázar erreichen uns bei Berenberg. Von Wolfram Schütte
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»Wer den in Brüssel geborenen, in Buenos Aires aufgewachsenen, in der argentinischen Provinz als Lehrer fast versauerten, durch ein Stipendium vor dem Peronismus nach Brüssel geflohenen, als UNESCO-Übersetzer in Paris literarisch aufgeblühten, von Francois Mitterand zum Franzosen gemachten Autor bisher schon kannte, schätzte, gar liebte -: der wird nun diese »Unerwarteten Nachrichten« als postume literarische Geschenke freudig willkommen heißen.«

Das Regime Putin
Sechs Bücher, die sich differenziert und hintergründig mit Putins langem Weg an die Macht und seinen Visionen von einem großrussischen Reich auseinandersetzen. Von Gregor Keuschnig
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»1998 drohte Russland der Staatsbankrott. Hinzu kam, dass Jelzins Alkoholprobleme und Krankheiten nicht mehr zu leugnen waren. Wer sollte die Nachfolge übernehmen? Belton schildert die Intrigen und Machtkämpfe im Hintergrund wie ein Shakespeare-Drama. Jelzin wehrte sich lange gegen diesen blassen Wladimir Putin, wurde aber derart bearbeitet, dass er ihn am 31.12. im Fernsehen zum Nachfolger erklärte. Als erste Amtshandlung sicherte er Jelzin und seiner Familie für die drohenden Strafverfahren eine Amnestie zu.«

»Die Literatur war schon immer die Rettung der Verdammten«(John Cheever)
Das Buch als unsterbliches Medium. Eine spannende und lehrreiche Lesereise durch fünf Jahrtausende Buchgeschichte. Von Herbert Debes
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Mit »Papyrus« hat Irene Vallejo jenes literarisches Genre wiederbelebt, das 2016 seinen Meister verloren hatte.
»Wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher,« beschwor Umberto Eco in seiner »Kunst des Bücherliebens«.


Abend, mehrfach
Virginia Woolfs Gesellschaftsroman »Mrs. Dalloway« neu übersetzt. Von Wolfram Schütte
Text lesen
»... ein vielstimmiges, fluides Panorama der imperialen Metropole: räumlich – indem sie Mrs.Dalloway zu Einkäufen quer durch die City & deren bekannteste Orte schickt; & zeitlich, indem Big Ben das Fortschreiten des Tages markiert. Tod, Alter, Sterblichkeit wetterleuchten hinter dem Geschehen, dessen Fluten zwischen Gegenwart & Vergangenheit, Reflexion & Erinnerung ständig wechselt.« Leseprobe

Kissingers Dinner for One
In seinem neuen Werk
»Staatskunst« erteilt uns der Darth Vader der amerikanischen Außenpolitik sechs Lektionen für das 21. Jahrhundert.
Von Lothar Struck
Text lesen
»Man erfährt von de Gaulles Kälte, Adenauers Schlauheit trotz seiner einfachen Sprache, Lees Intelligenz und Durchsetzungsstärke, Sadats Kühnheit und Zähigkeit und Thatchers Sturheit. «

Schauen und Schreiben
Marit Heuß' erhellende Arbeit zu »Peter Handkes Bildpoetik« animiert zum Wiederlesen
.
Von Lothar Struck
Text lesen
»
Bilder sind Begriffen überlegen, da sie über ihre Bildlichkeit einen emotionalen Weltbezug herstellen und zugleich Ideen kommunizieren.«


Gänge durchs Unwirkliche
Karl Ove Knausgårds
beklemmender Start in seine Magic-Mystery-Tour
. Von Gregor Keuschnig
Text lesen
»Leider hat diese Plot-Süffigkeit ein Opfer: Es ist die literarische Qualität. "Der Morgenstern" gleitet rasch in einen Unterhaltungsmodus ab, dem man sich allerdings gerne aussetzt.«



All about Adam
Der Schüler als Produzent - Eine neue Edition
von Rilkes Briefen an einen jungen Dichter.
Von Wolfgang Bock
Text lesen
»Auch die Kunst ist nur eine Art zu leben und man kann sich, irgendwie lebend, ohne es zu wissen, auf sie vorbereiten; in jedem Wirklichen ist man ihr näher und benachbarter als in den unwirklichen halbartistischen Berufen, die, indem sie eine Kunstnähe vorspiegeln, das Dasein aller Kunst praktisch leugnen und angreifen, wie etwa der ganze Journalismus es tut und fast alle Kritik und dreiviertel dessen, was Literatur heißt und heißen will.« (Rainer Maria Rilke)

Preis der Freiheit
Lea Ypi erzählt vom
Erwachsenwerden im poststalinistischen Albanien.
Von Gregor Keuschnig
Text lesen
"In den Augen meines Vaters waren die Menschen von Natur aus gut, wohingegen sie aus Sicht meiner Mutter von Natur aus böse waren."



Die verlorene Ehre des Ersten Offiziers
Joseph Conrads »Lord Jim« neu von Michael Walter übersetzt. Von Wolfram Schütte
Text lesen
»Im Grunde ist das gesamte »maritime« Oeuvre des landflüchtigen Polen & englischen Handelsflotten-Kapitäns ein grandioser erzählerischer Vorgriff für das unausgesprochene Nachwort, das ihm mit Albert Camus' Mythos vom Sisyphos geschrieben wurde...« Leseprobe

Amerikas Linke hat einen Lauf
Mit »Uprising« liefert Lukas Hermsmeier eine lesenswerte Studie zur Aufbruchstimmung linker Gruppen und Bewegungen in den USA.
Von Peter Kern
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Was die vom Autor vorgestellte amerikanische Neue Linke sympathisch macht, ist das offenbar fehlende Ticketdenken. Man reist politisch nicht nach dem Entweder-Oder-Prinzip. Leseprobe

Das Wunderbare in der Welt des Kleinen
Der Roman »Bernard der Faulpelz« als gelungener Einstieg in die literarische Welten des André Dhôtel.
Von Lothar Struck
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»Mit "Bernard der Faulpelz" wurde jetzt hoffentlich begonnen André Dhôtel für den deutschsprachigen Leser sukzessive erfahrbar zu machen. Es wäre ein Grund zur Freude. Und noch freudiger wäre es, wenn Anne Weber weiter die Übersetzungen übernehmen könnte.«

Im Strudel der Zeitgeschichte
Über Szczepan Twardochs neuen, prallvollen Roman »Demut«. Von Lothar Struck
Text lesen
»Wenn andere sich stilvoll zurückhalten, schaut Twardoch noch einmal genauer hin. "Demut" ist kein Roman für den Strand. Aber es ist es großartige Literatur.«



»So macht Bewusstsein
Feige aus uns allen
«

Jürgen Leibiger hat nichts weniger vorgelegt als eine politische Ökonomie des Eigentums, eine klarsichtige und konstruktive Kritik der gegenwärtigen Eigentumsverhältnisse.
Von Peter Kern
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»Leibiger zitiert einen weitgehend unbekannten Theoretiker namens Marx, den man der Friday for Future-Jugend zum Studium anraten sollte. Genau das müsse unterbleiben, wolle FFF nicht im linken Sektierertum landen, warnt die Zeitschrift der aufgeklärten Mittelstandseltern, Die Zeit. Papa und Mama drohen sonst, die Mitarbeit bei der Beschriftung der Transparente einzustellen.«

Eine gewisse Art von ungewissen Geschichten
Der französische Filmregisseur Claude Sautet gibt detailliert Auskunft. Von Wolfram Schütte
Text lesen
»In den ebenso einlässlichen wie intimen Gesprächen, die der schüchterne Regisseur mit dem Romancier & Filmkritiker Michel Boujut kontinuierlich über Jahre hinweg geführt hat, erfährt man nicht nur detailliert alles Subtil-Wissenswerte über seine großen Filme von „Les choses de la vie“(1970) bis zu „Nelly & Monsieur Arnaud“(1995);^sondern auch erstaunliche Details seiner Lebensgeschichte, seiner Grundängste & seiner Bewunderung anderer Filmschöpfer.«

»Dort, wo nichts ist«
Eine visuelle Werkschau mit Essays zum künstlerischen Gesamtwerk Boris Luries und Bildern der Ausstellung im Zentrum für verfolgte Künste.
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
»Die Ursprünge von NO!art entspringen der jüdischen Erfahrung, haben ihre Wurzeln in der größten jüdischen Gemeinde der Welt, in New York, einem Produkt von Armeen, Konzentrationslagern, Lumpenproletariat und Künstlern. Ihre Ziele sind die heuchlerische Intelligenz, die kapitalistische Kulturmanipulation, der Konsumismus … Ihr Ziel ist die totale, unverblümte Selbstdarstellung in der Kunst, die zu sozialem Engagement führt.«

Epische Analyse
Daniel-Pascal Zorns ausgezeichnetes Portrait postmoderner Philosophien.
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
»Der ein oder andere Exkurs gibt dem Buch Substanz und verleiht ihm einen Duktus, der anderen Werken zum Thema fehlt.« Leseprobe


Eindrücke aus der »Werkstatt«
Peter Handkes
»Innere Dialoge an den Rändern
2016-2021
«.
Von Lothar Struck
Text lesen
Viele der an sich selber gerichteten Aufforderungen und Sprachsuchen sind in Dialog- bzw. Frageform verfasst, was dem Journal den Titel gegeben hat. Handke betreibt ein Spiel der Dialektik, ein Sich-ins-Wort-fallen, oft durchaus mit Humor und Selbstironie und manchmal in einen Aphorismus mündend.

Nietzsche à la Deleuze
Das kleine Einmaleins des Gilles Deleuze.
Zu Gilles Deleuze'
»Nietzsche und die Philosophie«
Von Wolfgang Bock
Text lesen
»Gilles Deleuze macht aus seiner Nietzsche-Lektüre eine Methodologie des Zerstreuten, die dann im Namen des Nonkonformismus zu einer neuen Metaphysik aufsteigt. Es ist traurig, wenn Deleuze vor lauter bejahendem Aktivismus die Trauer und die Melancholie bei Nietzsche ausschließen will und dessen großspurigen Ankündigungen für ernst nimmt.«

Literatur & Sachbuch
10 Lesetipps mit Qualitätsgarantie
Von Herbert Debes
Zu den Büchern




Die ernüchterte Ökologie
Wieviel an ökologischem Paradigma bleibt übrig,
wenn es an die ökonomische Substanz einer Industriegesellschaft geht?
Von Peter Kern
Text lesen
»Jana Flemming beleuchtet ihren Gegenstand einmal von innen, einmal von außen. Sie führt qualitative Interviews mit Gewerkschaftsleuten und sie führt durch die Theoriegeschichte des Naturbegriffs.«

»Der Frieden nach dem
Kalten Krieg ist vorbei«

Erstmals 2021 publiziert und jetzt in deutscher Übersetzung vorliegend, bekommt das Buch »Future War« durch die russische Invasion in die Ukraine zusätzliche Relevanz. Von Gregor Keuschnig
Text lesen
»Die Lektüre ist beunruhigend, ernüchternd und anstrengend, aber auch lohnend.«

Schonungslos kritische Lektüre
Juliane Rebentischs Reverenz an Hannah Arendt
»Der Streit um Pluralität«

Von Jürgen Nielsen-Sikora

Text lesen
»Nicht fraglose Übereinstimmung mit sich beziehungsweise den eigenen moralischen Standards, sondern die Bereitschaft, die eigenen Selbst- und Weltverhältnisse gegebenenfalls immer wieder auch infrage zu stellen, um sie sich urteilend neu anzueignen, ist dann der entscheidende Zug des moralischen – und zugleich autonomen – Menschen.«

Zwei besondere Narren
Peter Handkes »Zwiegespräch«
Von Lothar Struck
Text lesen
»Und daß alle eure Enkel jetzt und hier weiter hereinfallen auf euer eine grundfalsche Güte ausstrahlendes Großvatertum, liegt das vielleicht an der Natur der Geschichte, Natur von Geschichte überhaupt? Oder einzig an der zur Unzeit pervertierten Historie in unseren Breiten?«

Im Reigen der Bilderproduktion
Marie Rotkopf und Marcus Steinweg in

»
Fetzen - Für eine Philosophie der Entschleierung«.
Von Lars Hartmann
Text lesen
»Augenfällig ist die Diskrepanz zwischen beiden Autoren: Rotkopfs Stärke ist das Erzählen, aber nicht die Philosophie oder die (wenigstens halbwegs) konsistente Gesellschaftskritik. Steinwegs Stärke ist das Assoziieren und das Spielen und Kombinieren mit Theorien, mit Philosophie und Literatur...«


Lebensgeschichten
Eine der literarischen Säulen des noch jungen Kampa-Verlages ist der schottische Autor William Boyd, der nach einer Odyssee dort einen ihm gebührenden Ankerplatz gefunden hat. Von Helen Buffay
Text lesen
»Boyd zu lesen bedeutet, schon nach wenigen Seiten tief in die Lebensgeschichten seiner Romanfiguren hineingezogen zu werden, um mit ihnen die Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts zu durchleben.«

Verschwörungstheorie
ohne Verschwörer

In ihren »Zynische Theorien« analysieren Helen Pluckrose und James Lindsay wie die moralischen Visionen einer
aktivistischen Wissenschaft Race,
Gender und Identität über alles stellt.
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Text lesen
»Mit der kritischen Analyse angewandter postmoderner Diskurse gelingt Pluckrose  und Lindsay ein fundierter und kenntnisreicher Beitrag über die geistes- und kulturwissenschaftlichen Themen der letzten Jahrzehnte.«

Knut Hamsun på Nørholm juli 1939. Foto: Anders Beer Wilse
Creative Commons Attribution 2.0 Generic


Vagabund der Literatur
Knut Hamsun, seine Wege und Abwege.

Eine Sichtung
von Lothar Struck zum 70.Todestag
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»Hamsuns Prophezeiung, man werde in hundert Jahren seine politischen Verstrickungen vergessen haben und nur noch an die Literatur denken, dürften sich nicht erfüllen.«



Pocahontas revisited
Das mythologische Ei, aus dem die Geschichte Amerikas schlüpfte. Klaus Theweleits dickleibige, heterogene Kulturgeschichte.
Von Wolfgang Bock
Text lesen
»Eine bewährte Möglichkeit ist, es wie bei allen früheren Büchern Theweleits auch zu machen: sich die Bände hin und wieder vorzunehmen und sich ein paar Tage durch die Bildergeschichten und die Überschriften zu blättern. So machen die Leserin und der Leser sich selbst ein Bild, schaffen sich eine Struktur, um den Phantasieströmen, die auch die Bücher speisen, nicht völlig hilflos ausgeliefert zu sein.«


Spiralen
Markus Steinweg verkauft uns eine selbstverliebte Sammlung von
Textsplittern als »Quantenphilosophie«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»Steinwegs ondulierende Sätze wickeln sich einmal um sich selbst und wirken am Ende auf den Leser wie eine Fraser-Spirale, bei der die überlappenden Bogensegmente eine Spirale zu bilden scheinen, aber nichts weiter als eine Reihe konzentrischer Kreise sind.«


Der Platzanweiser als Prophet
Navid Kermanis sehr persönlicher Aufruf zu mehr Respekt und Miteinander in schwierigen Zeiten.

Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»Zweifellos schwingt auch hier ein Thema mit, das nahezu alle Bücher Kermanis charakterisiert: Der Verweis auf die Bedeutung von Poesie und Phantasie in allen, auch den religiösen, Texten.«

Ein schmaler Grat
Als
»große Kulturgeschichte« angepriesen, kann Margaret Macmillans Sachbuch »Krieg« die geschürten Erwartungen nicht erfüllen.
Von Gregor Keuschnig
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»Rasch erkennt man, daß hier keine Kulturgeschichte des Krieges intendiert war, sondern eher eine Art Episodensammlung durch die letzten zweieinhalbtausend Jahre.«

»Positive Erkenntnis«
Michel Houellebecqs
Roman »Vernichten« feiert im Angesicht des Todes wehmütig die Kraft der Liebe

Von Lothar Struck
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»Er ist kein literarischer Erzähler, war es nie. Er ist ein Geschichtenerzähler, Chronist einer Epoche, ein Aufzeiger gesellschaftlicher Entwicklungen - mit dem Hang zur Dystopie.«


»Grauenerregendes Glück. Adern, in denen sich Tausende
von Planeten ausdehnen.«
(E.M. Cioran)
Wie sich im Nichts einrichten?
Daniel Illgers lesenswertes Essay »Kosmische Angst«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
»Vielleicht ist sie ein Schachbrett, auf dem nur noch die beiden Könige sich ewig gegenüberstehen, ohne sich näher kommen zu können. Und niemand ist da, der das Spiel beenden könnte.«



Bolschewismus & Glaubensverlust
in den Highlands

Lewis Grassic Gibbons schottische Erzähl-Trilogie ist eine literarische Entdeckung.
Von Wolfram Schütte
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»Besonders originell scheint mir zu sein, wie die auktoriale Erzählung immer mal wieder die Position eines kollektiven »wir« einnimmt & damit den Rumor der bürgerlichen Gesellschaft einnimmt & abfällig über »die Spinner« oder den allzu christlichen Prediger herzieht.«

Vagabundierend
durch Räume und Themen

Zu Band 14 der Kritischen Gesamtausgabe Walter Benjamins »Texte über Städte, Berichte, Feuilletons«
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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»Benjamin erweist sich in diesen Arbeiten einmal mehr als sehr genauer und kritischer Beobachter seiner Zeit, ...«


Shining in Herford
Die Kulturhistorikerin Monika Black auf den Spuren von
Hexen, Wunderheiler und die Geister der Vergangenheit im Nachkriegsdeutschland.
Von Peter Kern
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»Das Buch handelt von einer Zeit, in der die Alufolie noch Stanniolpapier hieß und in der viel geschwiegen wurde. Die in der Nachkriegszeit über ihre Vergangenheit schwiegen, hieß man die Braun-Schweiger, und Braunschweig war überall...«

Der ungeteilte Himmel der Moderne
Zu Stefan Matuscheks Geschichte der Romantik
Von Wolfgang Bock

Artikel lesen
»Als Konsequenz der Aufklärung und deren Selbstkritik entwickelt die Romantik eine ganz neue, kreative, subjektive und damit potenziell freie Form von Metaphysik. Insofern auch diese Art von Metaphysik zu unserer heutigen Kultur zählt, sind wir nicht nur Kinder der Aufklärung, sondern zugleich Erben der Romantik.«

»Und der Februar tritt über die Ufer.«
Vom Mitschwimmen als Mitdenken. Zu Rüdiger Görners Essay »Romantik. Ein europäisches Ereignis«
Von Wolfgang Bock
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»Görner hat nicht nur seine Leser mitgenommen auf einer Kreuzfahrt durch die Untiefen des romantischen Stromes, sondern er hat sie zugleich das Schwimmen in den Begriffen des romantischen Mediums des 19. Jahrhunderts gelehrt.»


Dichterdämmerung
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Uwe Wittstock über »Den Winter der Literatur« im Februar 33
»Es war der Winter, mit dem das Grauen begann. Wittstocks Buch, in einem Zug gelesen, macht den Leser für kurze Zeit fast zum Zeitzeugen. Das ist in dieser Ballung bisweilen erschreckend.« Leseprobe

Deutsch-deutsche Pflichtlektüre
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Ein Streifzug durch die Stefan-Heym-Werkausgabe bei Bertelsmann
»Bücher wie Archivfunde aus der Lebenswelt der untergegangenen DDR. Ihr Realismus war dabei nie ein "sozialistischer", sondern ein "dramatischer". Heyms Nähe zum Drama ist mit Händen zu greifen. Die Romane sind Kammerspiele, in denen unter einem Brennglas dramatische Konflikte entwickelt werden und Protagonisten zu moralischen Entscheidungen drängen oder diese aus der Vergangenheit reflektieren.«

Der protestantische Hase
Von Peter Kern
Artikel lesen
Wolfgang Bocks Essay »Kunst und Angst« über
Søren Kierkegaard, den Film The Square und zum Verhältnis von Moderne, Melancholie und Gewalt
»Musik, Dichtung, Film & Malerei sind dem philosophierenden Protestanten bloße Medien der Verführung. Auf den ersten Blick scheint dies ein weiterer Beleg für die These einer völlig unzeitgemäßen Philosophie. Heutzutage muss schon ein Laptop einen kulturellen Touch haben, damit er gut verkäuflich ist.«

Life is good
Eine virtuelle Ausstellung von Matti Nielsen
»Fühle mich hier jeden Tag, als wäre ich im Himmel (yo)
Ich bin krass gut in Shape, Mannomann
Guap und 'nen Pape in der Hand
Life is a bitch, yo
Life is a bitch, doch sie ist
Ooh, yeah, ooh, und ich
Denk' jeden Tag, mein Life is so damn good
«

(Cro, FKNGRT)

»Ich bewahre mir Kunst als Leben«
(Oscar Wilde, Aphorismen)

Flüchtige Figuren, die sich dem Festhalten entziehen
Von Wolfgang Bock
Artikel lesen
Zu dem Prachtband mit
»Kafkas Zeichnungen«
»Die Skizzen stehen im Zusammenhang mit Kafkas Schreibprozess und bilden oft eine Übergangsform zwischen Schreiben und Zeichnen und wieder zurück.«

Die Elefanten werden dankbar sein
Ein Vortrag von Jürgen Nielsen-Sikora über Wahrheit in Zeiten der Lüge
Artikel lesen
»Wenn offenkundig falsche Behauptungen für wahr gehalten werden, hat das weitreichende Konsequenzen: politische Blasenbildungen und kollektiver Realitätsverlust: Die Aufmerksamkeit (getriggert durch Klickköder) übersteigt die Substanz der Angelegenheit. Der Elefant der Realität bläht sich zu einem riesigen Ballon auf und ein einziger Nadelstich bringt ihn zum Platzen.«

Wiederauferstehungen
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Michael Helmings
inspirierende Reise zu und mit fünf vergessenen Autoren Osteuropas »Bye Bye Babel«
»Helming ist seit Jahren mit Bus und Bahn in Osteuropa unterwegs, um Schriftsteller aufzuspüren, die etwas zu erzählen hatten und heute nur noch Wenigen bekannt sind. Man muss eindeutig feststellen, dass ihm das mit der Mischung aus Reisebericht, Archivrecherche und Literaturenthusiasmus vorzüglich gelungen ist.«

Literatur furniert
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Überlegungen zu
Tendenzen gegenwärtiger Literatur
»Die zeitgenössische 'woke', hypererregte Richterideologie, die Dominanz der Moral über die Kunst, erfüllt auf erstaunliche Art und Weise die Kriterien revolutionärer Literatur, wie sie einst Enzensberger forderte. Lediglich das Vokabular ist ein anderes.«

Der einsame Krieg
des Leutnants Onoda

Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Werner Herzogs späte Erzählung »Das Dämmern der Welt«
»Er inszeniert sich als alter-ego Onodas, mit dem er eine ganze Nacht lang gesprochen & dessen Vertrauen er gewonnen habe, weil der bayrische Dschungelkenner dem japanischen Dschungelbewohner Fragen habe stellen können wie kein anderer: zwei Dschungelkrieger auf Augenhöhe unter sich.«

Glück und Abschiedsschmerz
Von Gregor Keuschnig
Artikel lesen
Karl Heinz Bohrers dreizehn alltägliche Phantasiestücke über
»Was alles so vorkommt«
»Ob er über Filme, Kinderbücher, Freundschaften, Schlaflosigkeit, das Ressentiment, das Alleinsein oder Fußball nachdenkt – vom allgemeinen geht es immer auch ins Persönliche. Und um Lebensbilanzen, die etwas Endgültiges bekommen.«

Denker zwischen Vorsokratik
und Sturmabteilung

Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Über Lorenz Jägers Heidegger Biographie
»
Ein deutsches Leben
«
»In Bezug auf den Kern von Heideggers solipsistischem Denken als auch hinsichtlich der recht verschwurbelten Formulierungen vergibt Jäger zumindest anfangs die Chance, über Altbekanntes hinaus sich in kritischer Auseinandersetzung dem Meister terminologischer Chimären zu nähern – bzw. ihn weiter von sich weg zu schieben. Diesbezüglich ist die exzellent geschriebene Biografie bis zu dem Kapitel über Carnap ein wenig zu freundlich geraten und findet erst spät zu kritischeren Tönen.«

Die Entsorgung der Aura
Von Lothar Struck
Artikel lesen
Wie Moritz Baßler & Heinz Drügh versuchen, eine Ästhetik auf der Höhe der Zeit zu formulieren und scheitern müssen.
»Wer jetzt glaubt, die Lektüre des Buches sei überflüssig, irrt. Man sollte es schon deshalb lesen, um künftig seine gegenwartsästhetischen Erlebnisse auf ein Normalmaß zu beschränken. Zur Abschreckung, sozusagen.«

Das Brot der Erinnerung
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
Bogdan Wojdowski
rekonstruiert mit seinem Roman »Brot für die Toten« die Hölle des Warschauer Ghettos und ruft die Vielfalt des vernichteter jüdischen Welt wieder ins Leben.
»Mit den Stimmen der Menschen, denen Wojdowski das stickele brojt der Erinnerung reicht, bringt er zum Sprechen, was nach der Ideologie der Barbaren nicht mehr hätte existieren sollen – die jüdische Ethik, deren Quelle in der fortwährenden Vergegenwärtigung liegt.«

& der Grappa?
Von Wolfram Schütte
Artikel lesen
Eine Anmerkung zu Dieter Richters
Salto-Band
»
Con gusto«
»Die Veredelung des einst primitiven italienischen Tresterschnaps in eine weit gefächerte Diversität edelster »Tropfen«, deren Vielfalt, Qualität & Preise es leichthin mit dem schottischen Angebot an Malt-Whiskys aufnehmen kann, ist wohl die erstaunlichste & signifikanteste dieser kulinarischen Gewinne aus der Symbiose von Deutschem Konsum & der cucina italiana.«


»...mit der analytischen Kraft des Professors«
Von Gregor Keuschnig
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Was an Hermann Kurzkes »Handreichung für passionierte Leserinnen und Leser« vor allem auffällt, ist dessen Beliebigkeit und Gegenwartsabgewandtheit.
»Immerhin erfährt der Leser, dass Rilkes "Panther" kein zoologisches Gedicht ist und Micky Maus und Donald Duck moderne Versepen sind.«

Wer schreibt?
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Frank Witzels spannende Selbstbegegnung im Spiegel von Texten, Autorinnen und Autoren.
Im Zentrum steht die Frage, ob es überhaupt so etwas wie ein real existierendes Ich gibt. Die Kernthese des Buches: »Die Annahme, es gäbe ein Ich … ist irrig. Das Ich ist nicht zuerst da und denkt und will, vielmehr konstituiert sich dieses Ich erst aus dem Denken und Willen.«


»Keine Ferne macht dich schwierig«
Von Lars Hartmann
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Dirk von Petersdorffs »Romantik. Eine Einführung«
»Um aber überhaupt erstmal einen schönen und auch gut geschriebenen und klugen Einstieg zu bekommen, greife man zu von Petersdorffs Buch. Es ist im Blick auf die Facetten der Romantik weiter gefaßt und kommt insofern auch unserem Alltagsverständnis entgegen, was wir im gewöhnlichen Gebrauch unter Romantik verstehen...«

Statt Traumschiff: Raumschiff!
Von Wolfgang Bock
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Klaus und Olivia Viewegs aufklärendes Bilderbuch, To Beam Or Not To Beam? Die Literatur in Star Trek.
»Der Weltraum ist mitnichten weit und leer. Auch dort gibt es nicht viel Neues zu erobern: was die utopische Novelle – und schon gar die technische als science fiction – in ihn hineinprojiziert, stammt allemal aus den ideologischen Traumresten der Kultur hier auf der Erde.«

Eine Collage aus Perversion
und extremer Gewalt

Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Boris Luries Roman verbindet die Gewalt der Konzentrationslager mit der zerstörerischen Energie der Kultur- und Sexindustrie.
»Die No!Art ist eine Art Antikunst, die sich gegen die Pop-Art und den abstrakten Expressionismus richtet und Faschismus, Rassismus und Sexismus attackiert. Es ist zudem eine Reflexion jenes Abschaums und jener Verbrechen, mit dem die Massenmedien die Gemüter der damaligen Zeit überfluteten.«

In der Gegend meiner selbst
Eine virtuelle Ausstellung
von Jürgen Nielsen-Sikora
Bilder & Texte
»Leben heißt aufnehmen. Was man Inspiration nennt, sind nur jene besonderen Momente, in denen die menschliche Wachswalze die passende Nadel trifft.« (Georges Perros)

»Bilder aus der Vergangenheit,
die im Kopf abstürzen wie Flugzeuge aus heiterem Himmel.
«

(Peter Handke, Das Gewicht der Welt)

Nachruf auf eine ferne Zeit
Von Wolfram Schütte
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Franco Morettis überraschende Schlaglichter auf
»Szenen amerikanischer Kultur«

»Immer geht es dem Italiener-in-den-USA in seinen brillant evozierten, vielfältig durchleuchteten & kritisch durchdachten Szenen amerikanischer Kultur darum, sich, seinen Studenten & uns europäischen Lesern klar zu machen, warum wir alle unter der kulturellen »amerikanischen Hegemonie« leben.«

Poesie des Hasses
Von Lars Hartmann
Text lesen
Karl Heinz Bohrers Studie über den literarischen Hass-Effekt »Mit Dolchen sprechen«
»In welchen Formen der Rede manifestiert sich Hass in der Literatur als Ausdruck? Es geht nicht um Hass in Dichtung als »politisch-weltanschauliches Gebräu«, sondern um »seinen literarischen Ausdruck als Mittel intensiver Poesie.«« Leseprobe

»Wer liest, macht sich auf den Weg
ins Irgendwo
«

Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Ein unterhaltsames und lehrreiches Gespräch zweier Grenzgänger zur Beziehung von Literatur und Philosophie.
»Beim Schreiben wirft man ein Netz aus und hofft, dass sich darin etwas verfängt, im Zweifel man selbst, denn: 'Schreiben heißt, mit sich selbst zu kämpfen.'« Leseprobe
 

Anfangen, wo es anfängt
Von Jürgen Nielsen-Sikora
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Peter-André Alts Essay über »Erste Sätze der Weltliteratur und was sie uns verraten.«
»So schön Alts Essay auch zu lesen ist, so inspirierend seine eigenen Lektüren auch sind – an manchen Stellen ist der Text doch recht ungenau.« Leseprobe


Am Nullpunkt der Existenz
Von Jürgen Nielsen-Sikora
Artikel lesen
David Roussets Dokument »Das KZ-Universum«
Rousset ist ein großer Schriftsteller, dessen schockierendes Dokument endlich in deutscher Fassung vorliegt und von einem profunden Nachwort Jeremy Adlers flankiert wird. Selbst am »Nullpunkt der Existenz« werde, so Adler mit Verweis auf Rousset, »unter den schlimmsten Verhältnissen gelebt, gesehen und gedacht.«

Über die schrägen Typen der Journaille
Von Lothar Struck
Artikel lesen

Honoré de Balzacs Typologie »Von Edelfedern, Phrasendreschern und Schmierfinken«

»Gleichwohl funkelt dieses Bestiarium auch ohne vertiefende historisierende Lektüre und bildet einen Steinbruch für alle zeitgenössischen Kritiker der Kritiker.« Leseprobe

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Navid Kermani
Was jetzt möglich ist
33 politische Situationen


Wie kaum ein anderer deutscher Intellektueller beherrscht Navid Kermani die Kunst, Ereignisse zu durchleuchten, so daß tiefer liegende Konfliktschichten und Handlungsoptionen sichtbar werden, wo Politiker meist keinen oder nur einen einzigen Ausweg sehen.                                      Leseprobe & Infos

C.H. Beck


»Was man tut, muß man gründlich machen; selbst eine Torheit.«

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Honoré de Balzac:
Berserker und Verschwender
»Glanz und Elend der Kurtisanen« gilt als das Herzstück in Balzacs »Comédie humaine«. Nun hat es Rudolf von Bitter neu übersetzt und entstaubt. Von Herbert Debes
Text lesen

»Es scheint, als wäre der Schriftsteller Balzac, Alexis Sorbas und Don Quichotte in einer Person, die Entelechie des ewigen (traumatisierten) Kindes, der, um sein grandioses Werk zu schaffen, sein Leben, gemessen an bürgerlichen Maßstäben, glorreich verfehlen mußte, um es vollenden zu können.«


Petits riens (49)
Von Wolfram Schütte
Text lesen

König Herzog, By-the-way-discovery, Münchhausener Glaubensdialektik, Einmal ist keinmal, Private joke

Walter Benjamin:
Nomade auf Sammlerschaft
Ein literarischer Parcours für neugierige Nachgeborene von Herbert Debes
Zu den Texten



Ernst Jünger:
Eine gefährliche Begegnung

»Nachruhm bedeutet für den Betroffenen das Gute, daß er davon unbehelligt bleibt. Der Ärger mit den Zeitgenossen hat genügt.« 

Zu den Texten
Mehr über seine Bücher, sein Leben und Rezeptionsgeschichte finden Sie auf unserer Spezialseite,
die sich mit seiner »Arbeit am Abgrund des Selbst« auseinandersetzt.

Peter Handke:
Der Handke-Komplex
Anstatt Mutmaßungen über Handke anzustellen, sollten wir ihn endlich (wieder) lesen.  Zum Archiv
In unserem Archiv finden Sie  die Liksammlung zu 371 Pressestimmen, über 25 Rezensionen zu Leben und Werk, Kommentare, Glossen & Polemiken zur »Causa Handke«.

Marcel Proust:
Der ewige Proust
Perspektiven einer zeitgenössischen Proustlektüre
»Die Proust'sche Zeit hat eine Elastizität und Relativität, an der alles äußerliche Messen scheitert.« (Ernst Robert Curtius)
Zu den Texten

30 Klassiker

Essays, Porträts, Originaltexte


Philosophie:
Über 100 Rezensionen & Kommentare



»Nicht der Zweifel, die Gewissheit ist das, was wahnsinnig macht…«
                            (Friedrich Nietzsche)

Geschichte & Politik:

Der Erste Weltkrieg
1914-1918

20 Bücher zu dem Ereignis, dessen weltpolitischen Dimensionen und kulturellen Folgen bis in unsere Tage hinein fortwirken. 
Zu den Büchern



Tagebücher:

Provokation
für die postheroische Gesellschaft

Von Klaus-Jürgen Bremm

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Ernst Jüngers Kriegstagebücher 1914-1918 als Protokolle aus einer fragmentierten Welt. Alte Gegensätze aus der Welt des Friedens rücken plötzlich ganz dicht aneinander: Sensibilisierung und Verrohung, Abstoßung und Faszination, Erschütterung und Abstumpfung. Alle Erfahrungen treffen ihre Protagonisten mit unmittelbarer Wucht.

Krimis, Thriller & Agenten:

Die große amerikanische
Sinfonie der Verbrechen

Von Herbert Debes

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Eine Kriminalgeschichte der USA von 1958-1972. James Ellroys Underworld-Trilogie deckt die enge Verzahnung von Politik und Verbrechen in Gottes eigenem Land auf.


Literatur:

Der den Wind sucht
Hinweis auf einen literarischen Schatz von Jürgen Nielsen-Sikora
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Fernab des kulturellen Epizentrums Paris lebte und arbeitete der literarische Solitär Georges Perros in der bretonischen Hafenstadt Douarnenez im Finistère.


Ein maßloser Reigen
Von Lothar Struck
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Mathias Énards Roman »Jahresbankett der Totengräber«
E
in literarisches Feuerwerk aus Schicksalen, Tragödien und dem prallem Leben in der französischen Provinz um Niort im Marais Poitevin.


Der Gigant

Von Herbert Debes
Artikel lesen
Wie ein Koloß auf drei Säulen ragt Peter Weiss' Roman-Essay »Ästhetik des Widerstands« aus der deutschen Literatur. Eine monumentale Arbeit an den Zügen des Menschlichen, die es für die Generationen der Nachgeborenen neu zu entdecken gilt.
Leseprobe


Autoren & Essays:

Der letzte Mohikaner der literarischen Boheme
Ein Essay von René Steininger 
Text lesen
»Damals war das Terrain noch nicht so überlaufen. Nicht so viele Autoren und Möchtegernschreiber wie heute, nicht so viele Zeitschriften, Kritiker, Verleger, nicht so ein Riesenbetrieb, so eine Industrie. Wenn du heute den Klempner kommen lässt, erscheint er mit seiner Rohrzange in der einen Hand und dem Gummistampfer in der anderen, und in der Gesäßtasche hat er ein Bändchen mit seinen ausgewählten Madrigalen.«


Kurzgeschichten:

Brückentag
Eine kurze Geschichte
Von Jörn Birkholz

Text lesen

»Ich komme zu spät. Mein Zug war ausgefallen. Mit meinem am Körper klebenden Hemd betrete ich den Park. Eine Traube von etwa fünfzig Menschen hat sich unter einer gigantischen Eiche zusammengefunden. Ich schleiche mich vorsichtig an.«


Schlachtfesttage
von Jörn Birkholz
Text lesen
Eine protokollarische Erzählung aus dem Leben eines
Sisyphus im Literaturbetrieb unserer Tage.

Wo gehobelt wird

Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
Text lesen
»Barbara holte aus und schlug mit voller Wucht auf den Wohnzimmertisch ein.
Das Axtblatt blieb im Holz stecken. Die Tischplatte war von minderwertiger Qualität, dachte Peter, während er zusah, wie sie die Axt wieder aus der Platte herauszog um erneut auf den Tisch einzuschlagen.«


Super Markt
Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
Geschichte lesen
»Ich sortiere die Cornflakes Packungen ein. Eine nach der anderen. Immer fünf hintereinander, gerade in vier Reihen.
Können Sie mir sagen, wo die Waschmittel stehen?, fragt mich einer.
Ich drehe mich um. Er grinst, wirkt nicht wie jemand, der oft Waschmittel einkauft. Ich blicke auf meine Liste, hab schon wieder vergessen, wo das Zeug steht.
«

Die Sonne, die uns täuscht
Eine kurze Geschichte
von Jörn Birkholz
Text lesen

Zug um Zug
Eine Kurzgeschichte von
Jörn Birkholz
Artikel lesen
»'Immer derselbe Mist!', fluchte die stämmige Frau neben Glogowski. Er lächelte zustimmend, und beide schauten fast gleichzeitig zur Anzeigetafel hinauf...«

Buddy

Eine Short-Story
von Jörn Birkholz
Text lesen
»Sonntagmorgen. Nachdurst! Tastend begebe ich mich auf die Suche nach der Mineralwasserflasche, die irgendwo neben meiner Matratze stehen muss. Nachdem ich meine Finger aus dem übervollen Aschenbecher genommen habe, erreiche ich sie schließlich und trinke gierig. Ich stehe auf. Leichter Schwindel, Kopfschmerzen, aber ansonsten alles im gelben Bereich. Ich gehe auf den Balkon und blicke zur Bäckerei auf der anderen Straßenseite. Davor liegt ein Hund.« Text als PDF-Datei


Rebellen
Von Joe Bauer
Artikel lesen
S
chwäbische Widerständler und Querdenker erinnert.
»Der schwäbische Widerstand zieht sich kontinuierlich durch die Geschichte des Landes, die Rebellen konnten allerdings nicht verhindern, dass man »die Schwaben« bis heute für biedere, spießige Duckmäuser hält. Maulfaul und »verdruckt«, geizig und vom Putzwahn besessen.«


Ede aus Stuttgart
Von Joe Bauer
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Die Street Art von
»Harry & Gelb«. Eine Spurensuche in memoriam Jörg Fauser.
»Ich weiß nicht, wer sich dahinter verbirgt, und will es auch nicht wissen. Nicht jedes Geheimnis muss gelüftet werden. Eine Stadt braucht Geheimnisse. Rätsel, die den Menschen Freude machen.«

Neues vom Frosch
Metamorphose Betrachtungen
von Joe Bauer
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»Die Sonne stand tief, das Wasser dampfte in der eisigen Februarkälte, und es war ein Spaß, so zu tun, als sei Sommer. Man muss es nicht glauben, wenn die Leute sagen, das Wasser im Mineralbad Berg sei im Winter kälter als im Sommer. Die Sauna ist bei fünfunddreißig Grad im Schatten auch nicht heißer als bei fünfzehn Grad unter null. Alles eine Frage der Kleidung.«

Der Stift
Von Joe Bauer
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Eine kleine, seltsamerweise nur wenige Jahre alte Geschichte.

Mit Laib und Seele
Joe Bauers Tirade gegen die deutsche Sucht nach Witzigkeit.
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»Die Lachkrankheit ist weiter verbreitet als Demenz.« Gewidmet Herrn Dieter Nuhr


Wie der Ochs vor dem Berg

Joe Bauer in der Stadt
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»Zurzeit schauen wir in das Auge des vorweihnachtlichen Terrorismus, und das begreife ich so wenig, wie ich die Katholische Kirche verstehe. Die allgemeine Stimmung macht mir Sorge, komme ich doch langsam in ein Alter, in dem man sich fragt, ob man noch Rock'n'Roll oder schon Gospel singen soll.«


Der Reisemuffel
Eine Glosse von Joe Bauer
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»
Die meisten Leute haben die Tage schnell verdrängt, als Islands Asche um die Welt flog und den Himmel zur Hölle machte. Der Vulkan Eyjafjallajökull spuckte auf die Marketing-Botschaft, Reisen sei für Menschen ein Kulturgut.«

Herzlichen Glückwunsch zu über 500 Depeschen in Joe Bauers Flaneursalon

Am Neckar
Eine kurze Geschichte von Joe Bauer
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»Mit der Linie 2 fuhr ich am Morgen einige Stationen weiter als üblich durch Stuttgart und stieg erst in der Mercedesstraße aus. Nicht weil ich verschlafen hatte. Ich musste nach Bad Cannstatt, die Hochwasserlage prüfen. Hochwasserlage, hatten sie im Fernsehen gesagt, Hochwasserlage, wie Hanglage. Bald würde es wieder regnen. Das war gefährlich. Als ich von der Brücke aus die Brühe unter mir sah, wurde mir schlecht.«


Glanz&Elend
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